Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1849 (8.4.1924)
- Date
- 1924-04-08
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980932--18486-3005558- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
SÄ 8 Wien, Dicnstrrg -k SrmSßigung der krwerbrfteuek für AMeugesellsKaste«. ' Bisher die höchst« vesteurrung ln Turopa. — Die v«rschk»-en« Aufwertung. In mm efvMtiit unleserlich gOschvickbenen, wie m graus- Kchem Deutsch gehaltenen Communigue, für dessen Entzifferung man die Forscher des Tutankhamen Grabes heranzichen müßte, gibt die Finanzvrrwaltung bekannt, daß sic endlich die Erweribssteuer zn ermäßigen gedenkt. Was eigentlich mit dem ganzen Kauderwelsch gemeint ist, ist nicht leicht zu verstehen. Soviel oder liest man doch heraus, daß nunmehr endlich darangegangen wird, die E r w e r b s st c u e r für die Aktiengesellschaften zu erniedrigen. Mit einer rührenden Naivität gibt die Fa n z v e r w a l t u n g selbst zu, daß die io bi ge E r w e r b s ft e n e r die böch ste ihrer Art dieser Steuer in Europa war und daß bei der stabilisierten Krone eine solche Steuer nicht mehr zulässig sei. Cs ist nur der eine Fehler, daß daS Finanzministerium erst jetzt diesen N o u s e n S e > n s i eh t u u d daß sie dies schon nicht v»r einem halben Jahr, wo schon die Krone gut stabilisiert war. bemerkt hat. Allerdings wird hier als Entschuldigung angeführt, daß die Fmanzvenvaltnng die Absicht hatte, ursprünglich mir dem Ausiwertungsgosch. daß so hübsch fiskalisch mit dem Titel „Erneuerung der Bilanzen" boleg^ tt»irt>, einzudringen, daß aber jetzt dieses Aufwerrungsgc-sctz nicht mehr em.geführt wevden könne und in'olgedsssen die Erwerbsstenercrmcißigung allein eingebracht wende. An Ausreden scheint die Finanzvevwaltnng nicht verlegen zu sein. Sei dem wie auch immer. Gut, daß sie sich jetzt erinnert, die Steuern zu ermäßigen. Ter Steucrentwurf sieht als Normalsatz der besonderen. Erwerbssteucr 36 Prozent des steuerpflichtigen Ertrages vor, während dieser bisher 50 Prozent billig. Er ist also um 14 Prozent ermäßigt. Die ouMjlanc der Handelskammer usw. sollen mit 5 Prozent, die weiteren Zuschläge sollen mit 10 Prozent begrenzt werden, so daß also mitsammen dre Erwerbssteuer jetzt 51 Prozent fwgcn 60 Prozent gegen irüher beträgt. Es hcißr dann wörtlich: „Abgcöehcn von diesen Aenderungen des S:eucrsuße8 cnchält der Entwurf nur folgende Neuerungen: Neufassung der Bestimmungen über den Kreis der Steuerpftichkigen, durch welche die Erfassung ausländischer Körperschaften, die Hierlands Realitäten besitzen oder an hicrländischen Unternehmungen beteiligt sind rn ähnlichem Umfange ermöglicht werden soll, wie dies nkN sichtlich ausländischer phvstscher Personen bm der Einkommensteuer der Fall ist: damit häng' auch die Neubezeichming der Steuer noch ausländischem Borbiwc (Deutsches Reich, England, Ungarn) zu'amruen: Neuregelung der Bundesbahncnbesteuernna: schließlich Bestimmungen zugunsten gewisser Genoff.'N'chaften. 'peziell z-n-r zur Hetbuna der Viehzuch.." Es ist gut, daß d'e Viehzucht als letztes Wort besonders betont Wirt, sonst könnie man glauben, daß an diele-n Ar'-'e! Oesterreich auch chne Zucht genug hat. Jevisen- und Balutenkurse. (Mitgeieilt von der Oesterreichikckien Nationalbmif.l Vi8ts 7. Af»»il 4. April Geld Ware Geld Ware 4mslerdam f. i holl. Gulden Aeram 1 jui». Kronen . . . ' Rel.rrad t Dinar | Berlin* 1 deutsche Reichsmark ] Brüssel 1 heloleche Francs Budapest 1 ungarische Kronen ' Bukarest 1 Lei. Chrlsttanla 1 jiorwep. Kronen . Kopenhagen 1 dänische Kronor . I.ondon I Pfund Sterling . . . Madrid 1 Pesetas ...... Mailand t Lire. New York 1 Dollar.s Paris 1 Francs.. Pf»e t tscheche-slow. Kronen Sofia 1 Lewa .. Stockholm 1 sofiwedlscheKronor . Wargeha«** 1 polnische Mark . . Zürich 1 schweizerische Franes Noten Amerika». Noten v. 5 Dollar autw, . . kleinere . . . Balg lache Noten 100 Franc» . . Bulgarische Noten zu 100(1 Leva , . .100 . . . , kleinere. . . DSnlsebe Noten 100 Kroner , . Deutsche Noten4.. » » » 100 » » , . . kleinere* . . . Engl. Noten von 5 Llvreat. autw. » kleinere. PMMöslsche Noten 100 Francs . Holliadlsche Noten 100 Qulden . italienische Noten *. 100 Lire aafw. . » kleinere . . . Jngost. Noten tingest. zu 1000 Dinar » » 100 . , . , Meiner« . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten **. „ , kleinere** . . . Rnainleehe Noten mlOOO u.SOOLel 0 . kleinere . . . Ross. Noten (Roman.) zu 500 Rubel ■ » . JOO » , . , kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Franca. Spanlache Noten 100 Pesetas . . T*eheebo-»!ow. Not. v.KKX) aufw. » , kleinere Ungar. Noten (neue Em J au lOOOKr, . . w 10.000 Kr, . . . , kleinere. 286^0.— 267m. - 26325.- 2«tt5.- P7?,_ P7 r.,~ s>72.— 8 6.- F72.~ R7R, 872,- 876.- 1«^r. 14.95 14.85 i"\15 349*.. 3508. - 3459. 3471.- o.oe T.- "90 I.- B64.- 366.- 359. — 361.- 96%.- W70. - 91RO._ 9720.— 11889,—. ii9nn..- 11760.- 11860.- 3fl7.W._ 30BVW,- 30j52O-'i..- 3ofi2on.- 838".- 9420,- 9480.- 9520.- 3159.- 3171,- 3109.— 3121.- 70835.- 711H5,- 70935.- 71185.- 4,67.- 4183,- 4087.- 4193.- 2,15.- 2125.- 2114.- 2124.- .506.— 310.- 5Tfi.- 512.- 1892«.- 18980, _ 18570,-- 1*610.- 12355!- 12402!- 12351- 12405!— 70569.- 704ÖO,- 70561- 70«^ 70465.- 70850.- 70450.- 70860— 3450.- 3480.- 3415;- 344-5— 485.— 492,- 486. - 494- 464.— 472'.- 456. - 474‘.- 1,72').— 11800.- 11020.- 117f'D— 14.30 15.70 14.6'J 15.- u!20 11! eo u'.te H.8) 3anr>w.- 307100.— 303400.- noyw- 305300,- 30690«.- 3032(0.- 304800.— 4135.— 4165.— 4070.- 41''«.— 26300,- 2850«.- 28000.- 2620".- 3165.- 3188.- 3111- 3136.- 3135.- 3155.- 3063.- JtfO- M5.- 871.- 871. — 877.- 355.— 851.- 861.— 867.- 9510.— 8590.- 9360.- 9440,- 73.- 83.- 73.- 83.— 08.- 7?.— 68.- 78— 360.- 354.- 355.- 359— 340.— 344.- 3».- 339— I;I 1871k)'.- »8810*.- 18360!- 18460*— 12260.- 12140.— 12310.- 12397— 9260.- 934«,- 9060.- 9140.- 2002.— 2108.- 2097.— 2113— 2087.- 81«.- 2092.- 3108— 0.85 0.96 0.85 0,95 v!« hm v!s» '0.9Ö * Wr 1000 U.-Mail, — fär 10.000 Dur«, ffiart. Sie neuen SchnHMe. In bent demnächst dem Nation« lv»i zur Vorlage ge- /aargewden Zolltiarisentmuvf Werden gogennüber den bisherigen Fällen für Schuhe folgende Zölle eirchalten sein: Männer-Boxeeklif: Bisheriger Zoll 9400 K., zukünftiger Zoll VläOQ St.; DamenLox o. A., Chevr.-St>fl. (7600 «.) 23.000 K.; .Knaben-EozoaLf * (7500 K.) 33.000 K.; Damen-Halvschuhc: m60 3t) 17.280 St.; Leine N-Holksch,che (0400 K.) 17.300 St.; Kinder-Lemensttfl. 30-30 (4800 St.) 13.000 St.; Dandtelen 26-30 _ (3000 K.) 8100 St. Die Schuhindustrie ist durch d>: ,' Zölle ausreichend geschützt. Die Erhöhung des Schuhzolles ist hauptsächlich deshalb nottvendiig, weil der Leidevzoll pro Paar Schuhr von 5000 K. auf 8000 K. erhöht Werden soll. Kapitalsvermehrungen. Innerstädtische Lparlassa« AsliengeseOschaft. Budapest. Erhöhung von 800 Millionen aus eine Milliarde ungarische Kronen. Be.zngsr.7ch:: auf j e vier a 1 t e Aktien eine neue A'iie. Bezugspreis: 15.000 uagarUche Kronen pro 2 iirf. Pezugswist vom 5. bis einschließlich 12. d. — Steirische Baugesellschaft. Erhöhung von l_0 aus I5(i Millionen Kronen. Bezuesrecht: ans sc vier alte Altien eine neue Aktie zum Stückpreis von 40.000 Kronen te! g»el. tz'"e:ugssrist vom 11. tzis 10. d — „Railwah", Kleinbahn-Fndnstrie A. Ol. Erhöhung van 100 auf 200 Millionen Kronen. Bezngsrechl: auf ic drei alte Aktien eine neue Al'-ie. Bezugspreis: 2800 Kronen Pro 2türk tct gncl plus 4 Prozent Bezugtzreäitssieucr. Bozugsfrist vom 7. bis einschließlich 17. d. — Berg.- und Hüttemvcrks-Gesellschuft, Prag. Erhöhung von 80 ans 00 Millionen tschechische Kronen. Krediieinlchrötilung der Deutschen Reichsbank. Aus Berlin. 7. d., mrlde die 7 ü..^oinp.: Zu den Bövseng-er-uchten über eine bevorstehende Tperrnna der Kredile durch die Reichsbank bis Erschein'U der Sachverständigen berichte erfährt Europopn'p, daß die R'ichs.oank allerdings auf dem Standpunkt stehe, daß eine Einschränkung der Kreditobgabe noitvendig sei, um eine neue Inflation unter allen Umständen zu verhinideni. Dtcie Maßimbin" stebe ober mit den Sachverständigen berichten in kc in erlei Zus ammei >ha ng. Weineinsuhr in die Schweiz Wir die Wiener Handelskammer mitteitt. war die Einfuhr von Narurwein in Fässern bis und mit 13 Grad AlkollolpÄzalr in die Schweiz bisher nur über düe schweizerisch italienische und schweizerisch-französischt! Olrenze ebne Bewilligung f ei. Ab 1. d. wurde mm die Ein• fuhr solch i, Weines auch über dir schweizerisch rsterre:ch:sche und schweizerisch-deutsche Grenze sreigegcben. Wiener Börse. Wesentlich besestigj. Zuse.'pder ieitens der Börfenkimmer genees.-cnen Maßnahmen eröf'nctL die gestrige Börse in sehr fester chaltnng, da dir Kontern'.ine yi Derkirupslaufen schriu. Günstigen Einsluß üb:e auch rer glatte Bcrlauf des Kossatages und d'e befredigcndr Bilanz der Niedrrösterrrich-ifch'n Eskomptcgeselischast. Da auch von der Provinz größere Kansmiftrög: Vorlagen, konnten die führenden Kniisscwcr'e gleich im Crössnun-gsstadinm kräftige Sieigerintgen verzeichnen, (tebbas'er gestalte'e sich das Oöeschüft in Lra-arsdohn, Alpine, Krupp, Felten und in den Pan kenwenen, welch letzteren günstige Bilonzschätznuoen znga e kamen, tzsach Erledigung der ersten Aufträge t'.at eine leichte Äl-bschwächnng ein, da die Höheren Kurse zn Olewinnsicherstellun-- gen benützt wurden. Es fanden mich noch exetntive Abgaben, allerdino» in ganz geringem Ausmaß, statt. Die Grundstimmnng des Marktes blieb aber ausgesprochen fest. Gegen Schluß tr*a-t da8 Decknnoobedürfnis wieder stärker in die Erscheinung, so daß das Ende z« den höchsten Tageskursen erfolgte. Gegenüber dem lewen Stand gewannen Tüdbahnprioritäten 30.01)0 Kronen, Boikwerern 16.0<!0 K-, Britisch ungarische Bank 19.000 Kronen, österreichische Kredit 24.000 K., i'.ngarische Kredit 38.000 St'., Dopositenbmtk 4000 ,1t., Anglobank 20.000 K., Law derbarik 15.000 St, Unionbank 27.000 K.. Zwnostsnska 29.000 Kronen, Ttaaisbahn 45.000 K-, Lombarden .12.000 K., tzllpine 30.000 St., Kobnrg 13.600 K.. Felten 55.000 K-, Krupp 49.000 Kronen, Rima 21.000 St., Skoda 35.000 K., Waagner 28.000 K., 3t. E.'G. Union 30.800 5t-, Siemens 23.000 K., Timber 31.000 Kronen, Salgo Kohlen 67.000 St., Brunner Merchinen 71.000 Kronen, österreichische tdofbrrr 8000 K-, ungarische Hosherr 11.000 K-, Karpathen-Pctrvletmt 15.000 K. unto Semperit 20.000 St. Im Schranken war ebenfalls eine entschieden fsstc Tendenz vorherrschend und namentlich die tschechischen Werte erfreuten sich airdauernder Ztachsrage. Regere Umsätze san-d.en in den fli-eßrnd.m Schranken«ffekten statt, von denen sich Dampfschiff um 75.000 5t., Llllgemeine Ban um 67.000 K., Llnssig chemische nm 165.000 K-, Berg und Hütten um 280.000 K., Prager Eisen um 70.000 K., ungarische allgemeine Kohle mn 250.000 St., Urikany um 95.000 K., Leykam Josefsürler nm 45.000 K-, Fanto nm 180.000 K., Schönpriesenernm 150.000 Kronen, ungarische Zucker um 240.000 K. und osterveichische Eisenbahn Verkehr um 100.000 K. echöhten. Von den zu Einheitskirrsen gehandelten Werten profitierten Dampfschiff Gemlßsche ine 150.000 K., Nordbahn 800.000 St., Golleschauer 130.000 .Kronen, Prrlmooser und Wienerberger Ziegel st. 140.000 5t Jungbrmtzlaner erhöhten sich um 200.000 St., Scheidemandl um 100.000 K. Auch .Kohilenwerte und die Aktien der Maschinew-- fabviken wiesen Steigerungen auf. B«z u g s r e ch t e: Wstnerberger Ziegel 75.000 K., Oberöfberverchische Wosstrkvaft 40 St. und R ikola 200 K. Auf dem A'»l a g « m a r k t w aren tschecho-slowabische Eisenbohnobligationen höher, Renten inenig verändert. Bon den E;oten notierten: Holzoer band 20.000, Mrazniea 92.000 bis 98.000, Tepege 60.000 bis 06.600, Universal« 44.000 bis 48.000, Wiener Waffen 17.000. Ae Warenmärkte. u .wnbericht der „Wiener Morgenzeitunz".) Chemikalien. Das Chemikoliengafchäft war in der Berichtswoche nicht ungünstig, doch macht sich immer mehr die Gelidknappheit bemerkbar. Im allgemeinen sinv die Preise unverändert bei fester Tendenz. Weiterhin gesucht ist Paraffin, während in Karnaubawachs sich die Hausse-Stimmung bereits gelegt buben dürfte. Sehr gesucht war bei knappen Warenbeständen und au- ^iehenden Preisen Japan- und Cyinawachs. Tie Notierungen m Montanwachs hielten sich unveränidert, ebenso in Stearin. Vom Terpentinölmarkt ist besonders zu erwähnen, -aß die Nachfrage in Wieuer-Neustädter-Terpentmöl überaus groß 8. ApP'k ' ’ ' Nr. 155(0 ') und in-'-besondere in prompt greifbarer Ware Mangel \ besiebt. , \ Dieser Umstand hat naturgemäß ein Anziehens brr Vn ise bewirkt. Für die .Preisgestaltung in russischen Terpentinölen ist die mit 1. d. eingetrctene 30prvzentige Frachterhöhung der polnischen Bahnen von Wichtigkeit. Das Derpentinölgcschäft leidet noch immer _ an chen schlechlen Wiiterungsverhältnissen, doch werden auch schon setzt, insbesondere mit dem Ausland, größere Zlbschlüsse getätigt. Ahgelchwächt haben sich noch Eisenvitriol um 120 K. ciiij 980 K., ST ralföurc um 50 K. ans 1.8.500 K. umd Schwetelllangen dopp, rast, um 100 K. auf 2800 K. Zn Coda- 'Ammoniak trat eine Erhöhung um 50 K. rmd notiert 30"0 ,K. Oeke und Fette. Ta» ä'eichäft war in der letzten Zeit hindurch schleppend uichtsdcstowenlger blieb die Tendenz behauptet. Erhültliüi sind stet? Kokosöl I weiß zu 18.200 K., Kokosöl Fettsäure 98/99 >r 16.50» zi-.. holt. Leinöl I» zu 16.400 K., Rüböl dopp. raff, zr 14.700 St., Main sap. 97/98 zu 17.200 K., Rindertalg %v 15.000 St., Knochensttt raff, w 13.700 Ä. (97/98 *L\ fran*. Rizinusöl I. Pressung zu 21.500 K.. Speisetafelöl (Agmi) zu 18.400 K., uordamerik. Sckuveinefett, pure lard, 2iere.eS Pr« 100 Kilogramm zu 29.75 Dollar trausit Wien, in Kisten 22.400 K. Die Marktlage auf dem Kontinent . blieb gleichfalls schwach. D-cr Hamburger Konsum befolgte in letzter Zeit infolge des hohen Preisstandes eine umsichtige Einkaufspolitsk, er ist für einen größeren Bedarf offen, sobald die Preise sich einigermaßen günstig gestalten. Zn Talg blieb die Kauflust gering. Obgleich die überseeischen Ablader llntrrgebote nicht in Betracht kommen lassen wollen, war die pvcite Hand mit billigeren Abladung-- ofserten am Markt. Ans der letzten Londoner tzluktwn wurden von ausgestellten 763 Faß nur 259 verkauft zu 15 Schilling niedrigere» Preisen. Tierische Fette lagen ruhig bei unveränderten Preisen. Knochensclt, gut mittolfarbig, tj$ 41 Pfund Sterling. Palmkern- und Kokosöl zeigten eine rückläufige Preisbewegung. Tie ^Angebote in greifbarer Ware waren reichlicher, doch wurde nur ein geringer Teil aus dem Markt <vnommeu. Leinöl war entsprechend der allgemeinen Weltmarktsage flau, die Preise dürften sich bei den großen Ankünften von Saat nicht erholen. Rizinusöl blieb nach wie vor fest. Die Kuller P-.Üblen sind für die nächste Zeit ciusverkon''.. l. Pressung prompt kostet 66 Pfund Sterling, ll. Pressung prompt 65 Pfund 'Sterling. In Tran war der Markt fest gestimmt. Wallran sll. und'lV. war sehr gut gefragt, während die Angebote znvückgcbalten wurden. IaPan-SaiÄinentran wurde für Mai.-Zuni Abladung reichlicher angcboten. Dorsel^ Iran und Malabar-Fischöl unverändert. Kaffee. Zn der Bcrichiswoche war ruhiges Geschäft bei preishaltenver Tendenz. Es kamen zu Markte: SantoS Prime zu 48.000 5i-.. Santos snpermr zu 46.500 5!. und Rio VN Johnstou;r> 42.000 K. ab Wien. Wie ans tztmsrerdam gemeldet wird, ergibt die Ernte scbätzung für da<, laufende Jahr, soweit eS sich nm Java bandelt,' niedrigere Ziffern als die Ernte im vergangenen Fahr betrug, hält sich aber über denen des J-ahres 1922. Der (Ärund des Mindcrerrrages in Java liegt in der^Trockenheit, die einem Teil des Anbaues geschadet hat. Die Schätzung fiir 1924 lautet rund 976.000 Pikuls gegen eine wirkliche Ernte von 1,031.432 Pikuls im Jahre 1923 und 802.585 Pikuls 1922. Dazu treten die kleinen Mengen der R«grerung8ländereien. Tee. Tie Stimmung auf dem hiesigen Platze blieb in del letzten Zeit behauptet; zu Markte kamen: Moninz-Kongo zu 35iÖ0!) K. transit Wien, Pekko.Java, Orange, Komme'.",- qugaiilät zu 98.000 St, und Pekkv-Suchong zu 80.500 K. ab Wien. 2lnf dem Weltmärkte hat sich die Marktlage unwesentlich verändert. Feine Onalitätcn blieben knapp und erzielten feste Preise. Dagegen nahm das Angebot geringer Qualitäten zu. Die jetzt zum Verkauf, gelangenden Reste der Pratdnktion der vergangenen Ernte lassen vielfach an Qualität zu wünschen übrig. In Deutschland ist die Nachfrage des Konsums unverändert lebhaft. Wenn trotzdem das Teegeschäft im März gegenüber den Vormonaten ruhig geworden ist, so liegt das daran, daß die im Berichte vom März geschilderten VerhÄtnisse in verschärftem Matze fühlbar wurden. Die .Zuteilungen der Reichsbank waren in für den Teehandcl rn Betracht kommenden Devisen so klein geworden,^ daß eine ordnungsmäßige Abwicklung der Gcsck)äfte auf diesem Weg unmöglick wurde. Zucker. Aus England wird gemeldet, daß Javazucker^ fortgesetzt zu Preisen von 25 Schilling per Mai-Junl-Berschiffunq äuge boten wird. Die Zlussichten für die neue Ernte sind noch sehr ungewiß. Die Frühjahrsbestellung ruht infolge des langen Winters noch immer: der Boden ist teilweise noch nicht ganz aufgetant oder befindet sich infolge der Ueberschwemmungen in einem solchen Zustande, daß, günstiges Wetter vorausgesetzt, frühestens in acht bis zehn Tagen mit der Feldarbeit begonnen werden kann. Ob mit einem wirklichen Mehranüa» zu rechnen ist, bleibt noch dahingestellt. Der deutsche Zuckermarkt war still. Die Preise blieben Unverändert; die vereinigten Verbrauchszuckerfabriken machten die Konzession, daß.neue'Käufe zu 27,28 Basis Melis inklusive Sack zur Mnahme bis 31. Mai d. I. ^getätigt werden. Schlesischer Weinzucker wurde auf 27 Schilling pro Zentneinklusive Sack ab Fabrik an geboten. Spiritus und Spirituosen. Dst Wiener „Geträntkabörse" meldet: 2luch in der letzten Berichtswoche war der Verkehr auf dem Markt zufriedenstellend. Schon mit Rücksicht darauf, daß es populär wurde, daß die Spirituöstelle beabsichtigt, di« Preise sowohl für relti-- pizierten als auch für denaturierten Spiritus zu erhöhen, war oie Nachfrage nach diejsen beiden Artikeln eine ziemlich rege. Speziell in Brennspiritus wurden größere Käufe getätigt, so ldaß ^lstweilüg di« lagernden Vorräte ausgLdrcunhr wurden. Wie wir hören, will die Spiritusstelle den Preis für rektifizierten Spivitus erst dann erhöhen, wem« di« Spirituskommission sich gegen di« Erhöhung de.s Preises für denaturiertem TPiritlUk' Mchnend verhalten würde. Es muß konstatiert werden, daß in Oesterreich denaturierter Spiritus gegen alle anderen Staaten im Preise zurückgelbliebett ist, und es wyre schon von Vorteil, wenn die Spirituskommission e-ine Erhöhung. des Preises für Brennspiritus entscheiden würde. >da eine Vertenernng des roktifizierten Gpiritutz katastrophole Folgen nach sich ziehen würde, weil die Detailhändler nicht in der /öage wären, den Preisansschlag ans sich zu nehmen. Mil Rücksicht ans die kämmende heiße Jahreszeit würde durch die Verteuerung des reltiifErten Spiritus der Absatz vollkommen «ins Stocken gerat«». In Sliibowitz hat die Üwchfrage Wohl etwas nachgelassen es sind aber auch die Vorräte so ziemlich gelichtet. Gute Pf.laumenw.are wird mit 70.000 bis 75.000 Ä. pro Liter absolut osfeviert und es sind Zu diesen Preisen anci) Geschäft« getätigt worden. In Obstbranntwein ist dos ''lnechnn sehr groß, di« Preis« notieren mitnmer oft unki dnn v-c-s. cu1.