Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1849 (8.4.1924)
- Date
- 1924-04-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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! Wiener; Moraenreitung. 8. April 1924 «Sei* f fl MWVU'J»IU4C.< RHIMJ&JMIJ« 1LMU01 m.l. U licwumi Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Alle Arten von Bankgeschäften Telephone: 60-4-82, 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42, 68-4-78, 69-4-82 Kredit- und Warengeschäfte Wien, I. Seitzergass e 4 ,EÄKr _ Telegrammadresse: Prapebank 10465 Ke. 1849 Wien, Dienstag Bühne und ftunftT Kammerspiele. „Domino" von Reh und Savoir. In diesem französischen Lustspiel, das sich im Original „Ce que femme veni" belitvtt, soll gcheiraiot werden: das ist's, was die Frau will! Die will es so lange, bis sie es erreicht hat, und diese Prozedur dauert drei Akte lang bis zum glücklichen Ende. Ein wider,spenstiper, mit allen: Salden der Rede und der Beweglichkeit geschmierter Partner muß endlich, nachdem alle seine Kniffe mißlungen sind, sein Hagestolztuin ab- T.tgcit, die Frau ist Domino, und in das reizende Boudoirbett beißen, das verheißungsvoll, aber diskret wie ein schamhafter Zuschauer den dritten, operettenartig abvollenden Akt durchhält. Der etwas dünn geratenen Jabel, die Netardierumgen erhält durch possenhafte Dialotge und Situationen mehrerer beliebter Lustspielfiguren, gelben die Darsteller Laune, Witz, Temperament, Tempo. Vor allem Ralph Artur Roberts in einer passiv-aktiven Bonvivant-Rolle, Frau Gvelhne Landing als weiblicher Frechdachs, Hans Ziegler als ewiger Reservswerber, Franz Kammauf, Oskar Karlweis und Marietta Weber in umrderglücklicheu Typen. Man amüsierte sich vor allem über Roberts, der in Wien nach kurzezr Zeit heimisch geworden ist. Ich glaube nicht, daß man ihn kränkt, wenn man ihn einen -neu«: Korff nennt. — Es war ein lustiger Abend und ein uneingeschränkter Erfolg. o. r. Sine Wische Kunstausstellung in Paris. Paris zählt eine ziemlich große Anzahl begabter jüdischer Künstler, wie Bildhauer, Maler und Graphiker. Es existiert feine Ausstellung, in der nicht jüdische Künstler vertreten sind. Trotzdom haben sich diese bisher nicht zu einer selbständigen jüdischen Kunstausstellung zusammengetan. Nun werden, wie die I. T. A. berichtet, die Werke der in Paris lobenden jüdischen Künstler in einer besonderen Ausstellung zusammengefaßt werden. Der Jury werden angehören: der Bildhauer Nahnm Aronsohn, der Maler Feder und der Dichter und Kunstkritiker Gustav K a h n. Es handelt sich hier nicht um eine Ausstellung motivisch jüdischer Kunst, sondern um Werke jüdischer Künstler. Das Datum der Eröffnung wird demnächst bekanntgogeben. Stadtthea-ttt. Heute zweite und letzte Aufführung der Nestrohschen „T a n n h ä u s e r «p a r o d i e". Sondervorstellung der Jüdischen Bühne. In der Jüdischen Bühne, 2. Dez.. Taborstraße 12, findet Samstag den 12. d. eine Sondervorstellung statt, welch: 'von Herrn Bernhard Scharrer veranstaltet wird. Zur Darstellung gelangt der mit großem Erfolg aufgenommene Schwank „21 Tage Arrest" von Goldberg. Im Prolog wirkt eine Reihe hervorragender Künstler mit, darunter Herr Konzertmeister Zimbl >e r. Juliusz Wolfsohn hatte bei seinem jüngsten Prager Konzert großen Erfolg. Insbesondere seine Interpretation Chopinscher Werke wirkte auf die Zuhörer -außerordentlich. Der Künstler mußte immer wieder Zugaben leisten. Morgen gibt Juliusz Wolfsohn im mittleren KonzerthauSsaal seinen Wiener Chopin- Abend. Der Ballettstreik an der Berliner Oper. Die Berliner Blätter erfahren zun: Chor- und Ballettstreik an der Staatsoper, daß die G-eneraliniendanz sämtliche Streikenden entlassen und damit begonnen habe, einen neuen Chor znsammenzustellen. Zandonais Impressionen. Der Münchener Kapellmeister Julius Rünger hat in einem philharmonischen Konzert die Symphonischen Impressionen von Richard Z a n d o n a i, einem modernen italienischen Musiker, die den Titel „P r i m a v e r a in Val da Sole" sichren, zur reichsdentfchen Uraufführung gebracht. Schneur übersiedelt nach Paris. Seitdem B i a l i k feinen Wohnsitz von Berlin nach Palästina verlegt hat, rüsten sich, wie I. T. A. meldet, einige andere in Berlin wohnende jüdische Schriftsteller, Berlin zu verlassen. Unter anderen gedenkt der hebräische Dichter S. Schneur in den nächsten Tagen seinen Wohnsitz endgültig von Berlin nach Paris zu verlegen. Vorerst unternimmt Schneur noch eine Reise durch Danzig und Polen. Die griechische By^on-Feier. Aus London wird geschrieben: Die Byron-Feierlichkeiten in Griechenland bcgiunen am 16. d. in Achen mit einem Empfang im Rathaus und einem Abendfest auf der Akropolis. Die Universität von Athen wird am darauffolgenden Tag Auszeichnungen an einige englische Gäste verleihen, «so cm Lord Balsonr, Lord Ceeil, Bischof Gore, Rudyard Kipling und T. P. O'Coinwr. Nachmittags finde: eine Zusammenkunft am Deitkmal Byrons statt, an der die Stuveuteu und Schulkinder teil,nehmen. Bei dem Denkmal von Lysikrates wird eine Gedenksäule errichtet und eine Straße wird nach Shelley benannt wevden. Abends werden griechische Damen und Herren griechische Volkstänze aufsichre,, »nd lebende Bilder stellen, die wichtige Ereignisse aus Byrons Leben wicdergeben. Am 18. d. wird die Anglo- Hellenic-Lcagn'e eine Gedenktafel enthüllen und am Abend wird ncan nach Missolimglhi reisen, um eine Gedenksäule vor dein Hanse, in dem Byron gewohnt hat, eirrzuweihen. Jüdisches Theater in Kascha». Man schreibt uns aus Kaschau: Nach einer längeren Propagandatonrnee kehrte die Habbima aus allgemeinen Wunsch wieder nach Kalschau zurück, um hier neuerdings eine Reihe von trefflichen Vorstellungen zu geben. Man führte aus: „Der Frsinde" von Gordin, „Die Stiefmutter" von Kobrin, „Die Tochter Jerusalems" von Wolfsthal sowie „Der Idiot" van Gordin. Alle Mitglieder des Ensembles, vor allem die Damen Stramin c r, kl! a b -i n o v i t s und Blind . sowie die Herren Strammer, S i g all, Rabi n ovi t s, P r e i s «urd Franzos boten künstlerische Leistungen. Den Höhepunkt des diesmaligen Gastspieles bildete die Aufführung von ^chalom Afch' „Gott der Rache", die im Kcschauer Nationaltheater vor überfülltem Hause stattfand. In.diesem Stück, das ausgezeichnet dargestellt wurde, ragten Direktor Strammer ünd Frau Rabiuovits solvie der hochbegabte Herr Sigall hervor. Auch Frau Strammer sowie Fräulein B li nd nngen zum großen Erfolg dieses Abends bei. Das erfolgreiche Wirken der Habbima hat bei den führenden Kreiisen. der Kaschau er Juden den Plan reifen lassen, einen jüdischen Theaterverein ins Leben zu rufen, mn fo mit größeren Mitteln und mit noch größerem Erfolg jüdische Knust in der Ostsiowa-kei und -in' der PM-avp.-Ruß verbreiten zu können. Ing. Goldb. Aus den Theatern. Bnrgtheate'r. Morgen Mittwoch, 7 Uhr abends, zu erhöhten Preisen, Franz Molnars „Die rote Muhle". Akademietheater. Morgen Mittwoch, halb 8 Uhr abends, „Jolandas letztes A b e n t e n e r". V o l k s o p e r. Heute Dienstag unter der Leitung Weingartners „Cosi fan tutte". Morgen Mittwoch Vrchlickys Melodrama „Pelops Brautwerbung", Mm'ik von Zderiko Fibich, in deutscher Uraufführung. Deutsches Volkstheater. Heute Dienstag und Samstag den 12. d. Strindbergs „Erich der Vierzehnte". Morgen Mittwoch und Sonntag den 18. d. Euers „Die Wege nach Ro m". Joses st ädter Theater. Die für heute Dienstag angesetzte Premiere von „Kabale und Liebe" mußte ans morgen Mittwoch verschoben werden. Die gelösten Karten gelten für die morgige Vorstellung. Die sür morgen Mittwoch'gelösten Karten gelten sür Samstag den 12. d. Raimund-Theater. Äonnerstag den 10. >. und Freitag den 11. d., neu einstudiert, Karl Costas Volksstück „Bruder Marti n". An allen anderen Tagen „S 2 ch s Personen suchen einen Autor". Von heute Dienstag an beginnen sämtliche Abendvorstellungen unc halb 8 Uhr. Sonntag den 13. d., 3 Uhr nachmittags, „D er O st e r h a s e" (Kindervorstellung). Lustspieltheater. Charlotte Ander gastiert nur noch an zwei Abenden, heute Dienstag spielt sie in dem Lustspiel „Ein gefährlicher Mensch", und Donnerstag den 10. d. verabschiedet sie sich in der Komödie „Die innere Stimm e". Freitag den 11. d. findet mit Haust Niese die 25. Aufführung des Schwankes „Die Löwin und :br Ju n ges" statt. Wiener Komödienhaus. Heute Dienstag zum letztenmal „Liebe und Trompete n b läse n". Ab morgen Mittwoch „Drei Paar Schuhe" nut Mizzi Zwerenz. Montag den 14. d. gelaugt mir Mizzi Zwerenz in der Titelrolle „Das Mädel'vom Al sergrund", ein Wiener Bolksstück in vier Akten oon Bletter- Grohmann, zur Erstausführung. I ü d i s ch e Bühne. Donnerstag den 10. d. iindct eine Sondervorstellung zu Ehren der Schauspieler R e i ß m «1 n .1 und P 0 dezamz 0 statt, Zur Ausführung gelangt" Der L a u d s m a n u", Komödie von Schalom Asch. Gerichtssaal. Wmt ausgewiesen. 5 Milliomn Geldstrafe wegen verbotener Rückkehr. Das Stuafbezirksgorichl Wim 1 hatte sich gestern mit einer gegen den bekannten Finanzmann und Rennstallbesitzer Emil Ciprut wegen verbotener Rückkehr erhobenen Anklage zu befassen. Cyprut war von der Wiener Polizeidirektoin im Anglist 1919 als lästiger Ausländer ans Gründen der öffentlichen. Ordnung fiir die Tauer voir fünf Jahren ans ganz Dwitschöstervoich ab geschafft worden. Die Landesregierung, an welche Ciprut gegen das Abschaffungserkenutnis den Rekurs ergriffen hatte, bestätigte das Evkenutms. Nach der Abschaffung hielt sich C'iprnt ans Gvund sorKaufenber AnfenthMsbewiIli>gnngeil fast immer in. Wie n ant.f. Anf'angs Februar 1923, rmd zwar •in der Zeit vonr 6. bis 11. Februar hatte sich Herr Ciprut auf der Durchreise von Berlin nach Nizza in Men aufgehalten, obwohl er damals keine Aufenthaltsbewilligung hatte. Die letzte AufenihaltsbewiWguug war am 31. Dezenter 1922 abgelanfcn und war dann erst am 5. März 1923 erneuert worden. Auf Grund einer Anzeige der Polizeidirektion wurde deshalb gegen Ciprut die Anklage wegen verbotener R n ck k e h r erhoben. In der gestern stattgehabten Verhandlung «brachte der Verteidiger Cipvnts Doktor- Karl Bondy vor, daß fein Klient, wie aus dem Akte hervorgeht, seit seiner Abschaffung fortlaufend Anfeiühaltsbewilllglingen, wenn er um diese angesucht hatte, erch-alten habe. Tie Anwesenheit Cipruts in Wien sei aus verschied ein n Gründen notwendig gewesen, zunächst zur Regelung der komplizierten Steuersachcn. Dr. Bondy führte an der Hand von Belogen aus, daß Ciprut im Dezember 1923 für das abWlaufcne Jahr einen Steuerrest von 140 Millionen Kronen erlegt habe. Herr Ciprut sei .auch Reuustattbesitzer und habe mit einem Pferd seines Stalles int Jahre 1923 das Traberderby gewonnen. Wenn er sich im Februar vorigen Jahres einige. TaM in Wien behllfs Erlangung eines Pafvisums aufgehalten habe, so sei er jedenfalls der Meinung gewesen, daß er auch für diese Zeit die Ausenthalts'bewilligrmg besitze. Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen verbotener Rückkehr zu einer Geldstrafe von fünf Millionen Kronen. In der Urteilsbegründung führte der Richter ans, daß es Sache des Angeklagten gewesen wäre, sich u m eine A lt f c u thaltsbewilligung auch für die. kritische Zeit zu kämme r n. Der Verteidiger hielt sich zitr Ergreisirlhg eines Rechtsmittels Bedenkzeit offen. Damit wäre also der Gerechtigkeit genüge gelefftet. Wenn Cyprut will, ba.nn er sich durch die Abreise ans Wien alle Steu-ern für das Jahr 1924 ersparen, ivelche Ebenfalls viele Millionen betragen dürften. Durch die famose Anwendung des „berühnüen" und „wohl durchdachten" Severschen Erlasses können also dem Staatssäckel tveriere Millionerrschäden evtoachsen. Dies zeigt zweifellos, - von welch hoher staatsmänn'ischer Klugheit die Schöpfer «dieses Erlasses durchdrungen waren. Bollsloirt. Die Klltllftrophen-BMe. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Die scheinbar schöneren Zeiten der Katastrophenhausse, die vormals m der Aera der Geldinflation so viel von sich reden machten, sind vorüber; man verläßt sie nicht heiterer; sie sind verrauscht und unter dem abkiihlendcn Lüftchen, das von der Stabilisierung des Geldwertes ausstrahlt, verweht. Was sich jetzt in unerquicklicher Abwechslung eingestellt hat, ist die verüable, böse Katastr ophenbai s s e, die olles hinter sich läßt/ was die letzten Jahre an fincmziell-em Mißgeschick angehäuff haben. So schlimm wie jetzt stand es schon lange nicht um den «Kapitalsnicwkt, und verzagt und bedrückt horcht die Welt auf den schwachen Pulsschlag des Verkehres. Das Leiden, von dem die Börse befallen ist, ist chronisch geworden. Angefaugen hat es mit der Sanierung und Festigung des Geldstandes. Schon damals hat die Aufwartsbewegung der Aktienkurse einen kurzen Atem bekommen und hat asthmatisch nach Luft geschnappt. Dazu ist die Zerstörling der deutschen Mark wie ein scharfer Windstoß dveingefahren und hat die Keime der leisen Besserung mit eisigem Hauche geknickt. Vollends aber hot die übermütige Offensive gegen den svanzösischen Franken dem Faß den Boden mrsgcfchlagen. Da wurde der heimische Markt mit einem Male von der lauf- und spiellustigen Menge entblößt, die sich hinterrücks gegen Paris drückte, das Wiener Pflaftcr verächtlich scheute und an der Seine ihr Glück verbessern wollte. Nun traf sie der furchtbare Stoß, der die nach rücktvärts drängende «Spekulation über den Haufen rannte, sie ans die Knie zwang, sie zu Paaren trieb und ihr nicht bloß die Beute entriß, sondern noch dazu das eigene Hab und Gut abjagte, das sie kläglich im Stiche lassen und preisglchcn mußte. Unter den dröhnenden Schlägen, welche auf die Kontermine niedersausten, erzittert der Boden von den erzwungenen Exekutionen; Zahlungseinstellungen verbreiten Unruhe und Erregung; Stützungen und Interventionen rasseln wie die lahme Hoffpritze dccher, und von dem schrillen Schreckcnsrnfe, daß das Gebälk des Marktes in allen Jungen kracht, widerhallt die Lust, die von den Miasmen der Furcht verpestet, von Mßtrauen und Wehklagen erfüllt ist. In diesen Höllenbreughel stürzen massive Berge von Mienpaketen, die ihren Halt verlieren, ans die Gant, um dort ansgetrommelt und losgeschlagen zu werden; verstopft ihr Geröll,e die Kanäle, durch die sich der Verkehr bewogt. Feste und faule Werte werden Wahlmtb ziellos mitgerissen, und es sicht ganz danach aus, als ob mächtige Positionen diesem Anprall nicht gewachsen wären und rücksichtslos zerstampft würden. Das hämische Wort der Franzosen, „dev Boche werde alles zahlen", hat ein mißtöniges Pendant erhalten: „Die Baisse wird alles zahlen", und sie muß. um es in unserer Mundart zn sagen, gehörig blechen, daß ihr die Schwarten krachen. Die Aktien liegen zu Halts' auf der Gasse. Wohin damit? Ter Platz, der aüs tausenden Wunden blutet, hat nicht so viele unversehrte Hände, die nach ihnen greifen und sic mindestells als Strandgut bergen könnten. Mit einem jähm Ruck wird es offenbar, daß dieser Rückstau durch eine wilde I n sl a i i 0 n von Aktien aufgepettscht ist, deren Wllcht klatscheird an die Mauer des Wehres schlägt. Die Dämme drohen zu bersten und die Fluten des Unheils sich heminnngsios über die Fluren zn ergießeir und Tod und Verderben zu verbreiten. Indessen scheint auch d'iesinal in höchster Not die Hilfe am nächsten Zu fein. Schon verlautet, daß sich die R'ertmlgsnrannfchafl zn einer Kette schließt, daß Maßnahmen vorgeke'hrt werden, um der Kontermine den Wind aus dcn Segeln zu nehmen, die Gelddecke zn verbreitern, die Klaanmern, welche die .Frankenspekulation eingczwängt halben, zu lockern, kurz, den Riß zu verstopfen, den die wüsten Elemente dem Gefüge der Börse versetzt halben. Auch der Finanzminister rückt ans, indem or der Evnräßigung der Effccktenunifatzft-ener die Verringerung der besonderen Akticnerwcrbsteucr folgen lassen und damit, wenn schon die Umwertung auf die lange Bank geschoben wird, aus dem Wege finanzieller Begünstigungen die Außbesseruitg der Dividenden und das Rettnngsiwerk für die Aktie fördern will. Freilich, bei solchen elementaren Ausbrüchen bedarf es heroischer Anstrengung und draftifcher Mittel, um der verheerenden Wirkung der Katastrophe Herr zu werden. Wie wird man das Werk und seine Meister loben und preisen, wenn das grollende Unwetter sich verzieht und die gurgelnden Wasser der Baisse, welche die Aktie in die Tiefe zerren, sich verlaufen haben! Sesterreichische Rationalbank. Geringe Abnahme des Barschatzez. — Unbedeutende Zunahm < des Banknotenumlaufes. Nach deni soeben veröffentlichten Märzansmeis hat der Bcnschatz um 60 Milliarden abgenommen und beträgt nnnureff I960 Milliarden. Hingegen weist der Banknotennrnlaus eine Zunahme von 495 Milliarden auf rlnd beträgt mmmeljv, 7141 Milliarden. Die Darlehensschuld des Bundes hat um 2!>t Milliarden abgenommen und beträgt nunmehr 2295 Milliarden Das Eskompteportefcnille ist um 105 Milliarden auf 173t 'WH* liavden gewachsen. 87392597