Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1849 (8.4.1924)
- Date
- 1924-04-08
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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M, tm Mm, Fj)lensiag Wsener MovfteUzreltuM. 8. April 1934 Seite - SpirituSstelle ftsig.zctncn DpintuSpreis. Die Rachsran diessm Artikel ist ganz miwiimtt. Weindestillat hat siel, in, Preise nicht verändert, und ist bk Nachfrage in diesem Artikel auch nur ein« normale. ES notiert echtes Weinidestillat 80.00V diS 88.000 K. pro Liter absolut. Weinihvand 40prvzentig notiert 86.000 K. pro Liter, und es gibt eine Fülle von Offerten unter diesem Preis, die Ware kann Nickst als echt bezeichnet „werden und wird zurückgewieson. In Likören acht da8 Geschäft glänzend, dg die Fabriken mit Anslichrung ihrer MessebesteÜrmgen beschäftigt sind, aber im qllgnnsiuen kann Magt werden, das; auf diesem Gelbiet nichts mehr zu holen sein wird. Preise sind unverändert. Himsbeer' säst hat^ auch diese Woche in der Nachfrage nachgelassen, im Gegenteil, es wird von einigen großen Fabriken etingedickter Himbeersaft zu einem vechÄtnismäßig billtigen Preis cmge» boten. Nach den Berichten aus Fachkreisen soll diese Ware mit Heide lbeersast gestreckt worden sein und wird nicht gekauft, Wiener SchWSrie. (Eigenbericht der ,/Wiener Morgenzeitrmg^b) Die tzestrwe Schuhbörse wie? geringen Besuch auf und bei Ebensolchem GeMäfte blieben die Preise auf vorwöcheutlichem Stande. ES notieren r Herren st iefel Nakay Boxkalf und RindSbox 300.000 K., Aatnrleder und schwarzes Kubleber 1S5.000 K., Braunleder 220.000 K., Goodyear Welt Boxkalf 250.000 K., Rindsbox 230.000 Braunleder 295.000 K. Sportstiefel mit Lederfutter 8l 0.000 K. Damenstiefel Makah Boxkalf 195.000 K., RindSbox 185.000 K., Naturleder und schwarzes Kubleder 176.000 K., Braunleder 220.000 K.. Goodyear Welt Boxkalf 266.000 K., RindSbox schwa« 335.000 K., Braunleder 300.000 K. Damenhalbschuhe Makah Boxkalf 165.000 K., Rindsbox 160.000 K., Braunleder 175.000 K., Box und Cbevreaux 155.000 A Goodyear Welt Boxkalf 195.000 K., Braunleder 330.000 K. Knaben- 17bM)^K ^^Ealf und Rindsbox 172.000 Braunleder Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzsi-tu-ng^.) Zum öffentliche» Verkaufe gelangen heute am 9, d., 1 Uhr, y e i g t lt l q f f c c und Feigenkaffee-Gurrogate, am 10. b., 11 Uhr, Oelkannen, Sägeschärfscheiben, Stauuerhüchsen und Boschkerzen. Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung^.) Zum öffentlichen Verkaufe gelange» am 9. b., 12 Uhr. Ä0.000 Kubikmeter Holzbestand. Metzmiirkte in St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgeuzeitung") R i n d e r m c x f t. Der gestrige Austrieb belief sich auf 548 StiiL inländisches. 1107 Stück ungarisches, 4 Stück ÜchechoslowakischeS. 183 Stück jugoslawisches und 836 Stück rumänisches, zusammen 2073 Stück Schlachtvieh, worunter sich 2842 Stück Mast-- und 331 Stück Beinlvieh befanden. Der Gattung nach waren 1772 Ochsen, 403 Stiere, 488 Kühe und 10 Büffel. Rach Mcirktbeginn sind noch weitere 60 Stück etngelangt, so daß der Auftrieb 2723 Stück betrug. Bet fast gleichem Auftrieb wie in der Vorwoche war die Nachfrage, da die Großmarkthalle fast ganz von Vorräten entblößt ist, eine lebhaftere. Gegenüber her Vorwoche sind sämtliche Qualitäten regulärer Ware wie auch Wurstvteh um 500 bis 1000 K. im Preise gestiegen. ES notierten: Ochsen prima 14.000 bis 17.500 K., extrem bis 20.000 K., sekunda 13.000 bis 15.500 K., tertia 11.000 bis 12,500 K., Stiere 12.000 btö 16.500 K.. Kühe 11.000 bis 16.000 (17.000) St., Beinlvieh 8000 bis 11.000 K. mtb Büffel 10.000 bis 12.200 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. . Borstenvtehmarkt. Laut vorfteacndcn An.-- ladungen und Anmeldungen dürfte sich der Auftrieb auf zirka 8600 Schweine belaufen. ■ Berliner Börse. Berlin, 7. April. Das Inkrafttreten der ermäßigten Steuer- und Provisionssähe hat dem Verkehr die gelvürischte' Anregung nicht gebracht. Es machte sich vielmehr ein vermehrter Berkaufsdrang gellend, der auf die andauernd schweren Sorgen, unter denen das Wirtschaftsleben seufzt, zurückgesührt wurde. Die Kapitalsnot, die zunehmende Verschuldung' am da- Ausland und Befürchiungen hinsichtlich der Entscheidung der interalliierten Sachverständigenkommission lälMte jede UnternchmunMlst. Das Angebot stieß auf ganz lgeriuge Ausnahmsfählgbeit des Marktes. Am meisten hatte natürlich darunter der Montanmarkt zu leiden, wo sich bei der Kursfestsekung bei einer Reihe von Papieren Abschläge von 2 bis 3 Billionen Prozent ergaben. Von Kaliwerten büßten Deutsche Kaliaktien sogar 6,6 Billionen Prozent ein. Auf den: Bankeumarkt wurden nur Kommerzial-, Darmstädter- und Deutsche Bank-Aktien schärfer mitgenommen. Später aber wurde die Abwärtsbewegung allgemein und nur ausländische Rente» behaupteten ihren Kursstand. Auf dem Devisenmarkt hat sich nichts von Bedeutung geändert. (Alles in Billionen von Mark.) S ch l u si kn r s er Türkische Lose 23.6, Oesterr. Staatsbakm 82.—, Nordb. Lloyd 6.7. Ver. Elbeschiffahrt 3.6, Berliner Handelsgesellschaft 38—, Kommerz. PUvatbank 4.6, Darmstädter Bank 0.1, Deutsche Bank 12.25, Diskonto- Kommandit 11.—, Dresdner Bank 6.125, Rationalbank für Deutschland —, Oesterr. Kredit 0.5, Oesterr. Länderbank —.—.Reichsbank 26—, Wiener Bankverein 0.876. Wr. Unionbank 0.6, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 9.26, Bochumer Gußstahl 49.—, Daimler Motoren 4.—, Deutsch-Luxemburger 40.8, Deutsche Maschinen 6.675. Dynamit Nobel 6,6 Felten u. Guilleaume 23.76, Gelsenkirchener Berg. 46.-?-, Th. Goldschmidt 13.25, Harvener Bergbau 58.-r, Hirsch Kupfer 31.76, Höchster Farben 12.125, Hohenlohe-Werke 29.—, Laurahtittr 11.25, Mannesmannröhren 32.125, Phönix Bergbau 28.5, Schuckert u. Co. 62.—, Siemens n. HalSke 36.—, Telephon Berliner 4.—, Dollarschatzanweisungen 83'20. Prag, 7. April. Mit Rücksicht auf die Deckungen der Wiener Großbanken eröffnete die Börse in frcundlich-er Stimmung. Im weiteren Verlaufe kam aber mehr Ware ans den Markt, die nur bei mäßig herabgesetzten Kursen an den Mann gebracht werden konnte. Gegen Schluß kam wieder eine teilweise Erholung zum Durchbruch. Bankaktien lägen behauptet. Von Derkehrswerten ermäßigten sich. Aussig-Tepliher. Auf dem ftndustrieaktienmarkt befestigten sich anfangs Arbitvagewerte, gingen im weiteren Verlauft etwas zurück und schlossen zu meist höheren Kursen. Der Anlagemarkt war schwächer. Exoten wiesen dieselbe Bewegung auf wie der Schranken. Der Schluß war uneinheitlich. Schlußkurse: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —, Böhm, llnioribank 468.—, Böhm. ESkompteban? 438.—. DSHm. Jndustriakbauk 473.—. ZivnostenSka Banka 457.60. Anglobank 135.60, Oesterr. Kredit 195.—, Wiener Unionbouk 113—, Wiener Bankverein 77.75, Buschtiebrader Eisenbahn Lit. A Hit. B , Ferdinands-Nordbahn 7200.— Prag-Duxer 190.—, Aukng-Teplihsr Eisenbahn 1220.—, Restpmitzer Zuckerindnstrie 1725,—, Vereinigte Elektstzttät Wien 164.—, Brosche 1865.—, Koliner Spiritus 1245—, Köniasbofer Zement 1150.—. Breiiseld-Danek 568.—, Riughoffer 780.—, Simmeringcr 145.50, Rotbkosteletzer Texril 336.y-, Alpine Montan 257—, Poldihütte 279—, Prager Eisen946.—, Oesterr. Berg it. Hütten 2600.—, Skoda 698.—. Inwald 450.—. Budapest« Börse. -btürNe. Die Nachfrage hatte überall bas Uöbergewicht, so das bitz .»im Schluß Kurssteigerungen von 6 Prozent zu verzeichnen Waran, ft» einigen Werten setzte die Konlevmine -zwar die Abgaben fort, doch vermochten diese auf den Markt keinen Einfluß auszuüben, da dieser eine ziemlich große Aufmhmsfähigkeit bekundete. Die Wiener besseren Berichte wirkten gleichfalls günstig auf den hiesigen Markt, und da das Wochengeld ans den nächsten Kassatag bis 2,5 Prozent zurück ging, tätigte auch di« Spekulation größere Käufe. Der Schluß war fest und der Verkehr lebhaft. (Alles in Tausende» von Kronen.) S ch l n ß k u r s e r Briiisch-Ung. Dank 192.—, Nug. Kredit 745, Oesterr. Kredit 260, Salgo Kohlen 826, Rimamuranyer 178, Südbahn 95.—, StaatLbahn 665.—, Anglobank —, Gran- Szaszvarer 649, Oberung. Bergu. Hütten 745.—, Dräsche Ziegel 375, lliig. allg. Kohlen 9900, Nrikany Kohlen 1070, Kobnrg 60.—, Spodium 282, Clotilde chem. Fabrik 189, Una. Asenbahnverlehr 330, Verein. Holz —, Adria 2160. Sie SeDHenfurfe. Zürich» 7. April. (Devisenkurse von 12.15 Uhr. — Voü der Schweizerischen Kreditanstalt mitgeteilte Mtttelkurse.) Berlin pro Milliarde —.- (-.-), Holland 218.90 (218.50), Neiv-York 573.12 (575.-), London 24.89 (24.79), Paris 33.45 (33.10), Mailand 25.50 (25.20), Brüssel 28.46 (27.90), Kopenhagen 96.- (95.-), Stockholm 152.- (151.50), Christiania 78.- 179. -), Madrid 78.- (73.76), Buenos Aires 188.- (189.-), Prag 17.10 (17.07»/,). Budapest 0.9080 (0.0075), Bukarest 2.95 (2.97), Belgrad 7.10 (7.10), Sofia 4.10 (4.10), Warschau (-.-), Wien 0.008087 (0.0081). Berlin, 7. April. (Devisenkurse.) (fttt Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos, New-Dork, London,Japan und Rio für 1 Einheit, Wien und Budapest für 100.000 Einheiten? Amsterdam 156.61 (156.11), Belgien 20.55 (20.25), Christiania 57.85 (57.36). Kopenliaaen 69.82 (69.43). Stockholm 110.92 (110.92), Italien 18.70 (18.45-, London 18.205 (18.105), New-Aork 4.19 (4.19), Paris 24.54 (24.19), Schweiz 78.22 (73.22), Spanien 56.61 (55.86). Wien 6.08 (6.08), Prag 12.71 fl 2.71), Budapest 6.08 (5.98), Sofia 3.29 (3.29), Belgrad 5.63 (5.63). Berlin, 7. April. (Notenknrse.) (In Goldmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 100.600 Einheiten und polnische für 1 Million Einheiten? - Asien: Dollar 4.19 (4.19j, Pfund 18.20 (16.10), Italienische 20.95 (20.45), Oesterreichische 6.08 (6.18), Polnische 4.56 (4.56), Tschecho-slowakische 12.71 (12.71). Pr«g» 7. April. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Dankamte des tlck echo-slowakischen FinanzministerinmS.) — Berlin*) 7.40 (7.20-, Zürich 601.50 (602.50), Paris 202.75 (199.75), London 148.05 (148.05). New-Pork 34.50 (34.85), Belgrad 42.75 (42.50:, Bukarest 17.40 (17.45), Wien 4.8287 i4.82). Warschaus) 3.35 (3.37»/*), Agram (—.—), Budapest 4.50 (4.50), Jugoslawische 42.59 (42.35), Oesterreichische gestempelte Krone 4.80 (4.80' Polnische^) 2.92»/, (-.-), Ungarische 4.20 (4.29). *) Pro Billion, f) pro Million. Dttöapest, 7. April. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 28.700 bis 29.690, Bu».rcst395.— bis 410.—, Kopenhagen 12.750 bi§ 13.160,Christiania 10.600 bis 10.950, London 334.300 bis 344.300, Berlin --- bis —Italien 3425 — bis 3535.- Paris 4460.- bis 4630.-, Prag 2295. - bis 2365.-, Stockl-olm 20.400 bis 21.050, Zürich 13.430 bis 13.830, Wien 1.0860 bis 1.1190, Sosia 550.— bis 570.—, Agram 950.—, bis 985.—, New-Nork 77.000 bis 79.300, Warschau bis —.— Brüssel 3860.- bis 3980.—. Agram, 7. April. (Devisen.) Wien 0.1138 bis —, Berlin —.— bis —, Budapest 0.107 bis —Bukarest — bis Italien 358.— bis —, London 850.—7 bis —, New-Uork 80.15 bis —Paris 472.50 bis —.—, Prag 240.90 bis —Sosia bis , Schweiz 1413.- bis —. Brüssel —bis —, Warschau —bis —. Amsterdam 2983.— bis —, Stockholm —.— bis . Warschau, 7. April. (Devisen.) Berlin —.—, London 40,1.25.000, New-Pork 9,250.000, Prag 268.725, Wien 129.50. Nr "6 2-5 ■mnw»«'nMWM>..»vj.aetagw imrnii w»m«mmui Leu Copyilgih bv 18*3 wo. esterreichischer Vorlag, Wien, Nachdruck verboten, 65. Nortsetzung. Von Wilma Vykelich. Bal>d aber machte sich der Drang aufs Mte gelte)td, fern Msoluten näher zu kommen. Diesmal waren es buddhistische Studien, denen er sich hi »gab. And wieder trieb ev in'eine Leere hinaus, die kein Ziel ftomvfcp. Den>n er spürte wohl in seinen Nerven irgendlvie vage den Rausch L'ieiser indischen Mystih, jedoch zur WirMchikeit w-uude diese Vorstellung sw elt in seiner Seele niemals. Sie blieb etwas Fernes, Aeußerliches, an dem er im ©mntbe keinen Teil hatte. Denn seine Aktivität nnd Lebendigkeit wehrte sich siegen ein passives Erdulden des Lebens. Er wollte formen, gestalten. Sich und ixm Stoff, der sich ihm bot. Nirlvarna aber war Lähmung für ihn und nicht Erlösung; deum selbst fein Drang nach einem letzten Erfassen des göttlichen Prinzips und einem letzten Ausgleich mit diesem war ein Drang nach noch mehr Sein. Und war dir Sehnsucht des Kür^stlers, die von Gott träumt, um feinen letzten Klaugausdruck zu finden, um sich in ihn h mübe rz uschlu chzen, hi nübe rzugeigeu, hiuiübe rzudichten. Die Wollen ist nnd Drang zur Tat, zur Formung 'des Löbens und kein Sichrehenlassen. Kein passives Ausströmen'lassen des Dampfes. Ist eine Bejahung des Lebens und bejaht es so stark, daß dieses Ja Schmerz ist und Glück zugleich. Daß sellst der Tod es nicht auslöscht; denn 'b-ec Tod ist mit die Bejahung des Lebens. In ihm ist die höchste Anerkennung der Lebensmgcht, die so groß ist »iri) so ewig, daß sw über uns hinwegbraust wie ein ewiger Strom bo-n Mitsiis und -wir uns 'beugen dissem Stroni und selig uud dankbar lauschen; beim es ist, wenn wir selber sängst nicht mehr sein werden. So kam Alfred auf dem sonderbaren Weg indischer Selbstv-ernci'nung zu einem jauchzenden Lcbensbeckemrtms, das in seine Musil hiuü'bcrströiule. Das sich aussang in purpurner: Hymnen und m tausend Lieder», die alle wie Gehet klangen, Svie ein Ringen zu Gott. Wie die ewige Sehnsucht, der er keinen Narnen wußte. Und der er bisher niemals, die 'bestimmte Formung #» geben vermocht hatte. Denn sie zerfloß unter seinen Händerr. Mied Sehchucht ohne Namen, ohne Ziel. Und war lauter Musik . . . Mustk, die über alle Dämme floß, die über ihn selber hinausströmte. Die Pathos war und eine Leidenschaft, vor der er erschrak. Die dunkel war und i-n sich den Schrei des Blutes trug. Die aus einem Dunkel emporströmte, das Alfred nicht zu lichten vermochte. In der Posaunen dröhnten rvnd der Schrei einer gequälten Menschheit. Und Zorn, der den Hinrniel rötete. Und leise Gebete, die darüber lsindirfteftn. Und eine ft-nbnrnst, die Erlösung in sich selbst wax. Und eine Sehnsucht irgendwohiir. Und das Erste und Letzte im Menschen. Das bei Gott beginnt und bei Gott mrfhört. Und Alfred war so hingerissen von ferner Musik, >daß er sich selbor wicht mchr in ihr fand. Wie ein dunkles Rätsel kam sie über ihn und wieder war sie ohne Erlösung'; denn das Rätsel verdichtete sich und ein Etwas war in seinem Unterbewußt sein, über das hinaus er nicht mehr konnte. Dort gärte das Dunkel. Und von dort empor rangen sich die Stimmen. Er schuf. Doch er schuf gequ.ält und unter einem mystischen Zwang. Und litt darunter, immerdar in sich lauschen zu müssen und der eigenen Stimme fremd zu bleiben. Nachdem Frau Wdar'ianne unter den heftigsten Nervenkriftn, Strömen von Tränen und exaltierten Vorwürfen, mit denen sie Alfred überschüttete, ihren Gram über die unerwartete Niederlage halbwegs verwunden hgltte, ging sie nach Guggenheim, um dort ihr gestörtes Gleichgewicht durch Massage und Kaltwasserbehandlung wieder einreuEen zu lassen und um den guten Budapestern gleichzeitig Gelegenheit zu geben, an sie und ihren Sohn zu vergessen. Sie wollte den spöttischen Blicken und den anzüglichen Bemerkungen aller guten Freunde auAveichen, denen es vor allem daraus ankam, sich an ihrer Demütigung zu weiden. Und sie wählte G>:gge;r'heiin, dessen Hauptvorz-ug darin bestehen sollte, daß es prinzipiell auf Indenreinheit hielt. Ein Vorzug, der Frau Marianne in ihrer gedrückten Stimmung besorrders sympathisch berührte. Ein judenreiuer Kurort! Genau das, was sie brauchte, um wirklich auszurühen. Nur daß sich dieser Vorzug bei näherer Betrachtung als illusorisch erwies. Denn Gnggenheim war ein mondänes Vcrgnügungseta'blisscment, das von bekannten Vudapester Typen wimmelte. Lauter solchen, die gleichfalls auf Iudeur-eircheit Wert gelegt hatten. Und nun unangenehm iiberrascht feststellen nn'.ßteu, daß sie so ziemlich unter sich waren. Also lüfteten sie entschlossen ihr Inkognito und amüsierten sich um so ungenierter. Feierten die schöne immer noch begehrenswerte Frau, die ihrerseits entzückt 'war, in dem Kurarzt eine verständnisvolle Seele zu finden, einen Menschen, der sein Verständnis mit den interessantesten Methoden verband und den dunklen Urgrund ihrer Psyche augureu-haft zu klären Mißte. Dabei ergab sich doch immer die gleiche Prognose: genießen, was sich genießen läßt. Leben, ehe es zu spät ist. So gab sich denn Frau Marianne mit Leib und Seele den kleinen intimen Abenden hin, die ihr zu Ehren arrangiert wurden. Bestellte in aller Erle noch ein fesches Sportkostüm, denn sic hatte in ihrer seelischen Depression wirklich an derlei nicht gedacht. Rodelte und ffitc und ließ ihr Helles Lachen austlirren, indes sie sich krampsl)ast rechts und links an zwei gefällige Herren festklammertc; denn die Sache ging doch schon ein wenig über ihre Kräfte uud schien auch nicht gang ungefährlich. Um so leiiwmschaftlicher gab sie sich dem Tanz hin. Plauderte aoistrmch upd verblüffte jedermann durch ihre spr'.rdolndc L^une. Ihre Einfälle trieben neue Blüten, und sie r.\"; ic-ü:, dem Leben reue Schlackueu lieben. singt.)