Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1847 (6.4.1924)
- Date
- 1924-04-06
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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M M ten, Sonnt«- Wiener Morgenzeitung. 6. April im Seite 18 •nOPtBf RICHT Die Pariser Frühjahrssaison. De, duz« R»ck. — Untergang de» nackte» AmueS. — Neue Stofsarten. De« Chsf des TuchhauiftK „zum Hirschen", Herr I. M. Frostig, soeben aus Paris zurückgeke^rt, strikt unS den nachfoÄAertden interessanten Bericht über die charakteristischen Merknrale d-rr ^wvärtigm Pariser Moderichttmgen M Ver- Jn -der Pariser Haute ooutuve herrscht reges Leben. Die Salons, die ihre Kreationen bisher geheimnisvoll gehütet hatten, stellen jetzt ihr, reizenden Modelle aus, die von ebenso reizenden Damen der iwternattrmalen Modewelt bestaunt und begafft werden. Die Ueberraschung der neuen SarsM besteht darin, daß sie keine Ueberraschung bietet: Die gerade Linie hat ihre Vorherrschaft auch weiterhin behalten. In dem einfachen geradlinigen Kleid scheint sich die Dame freier, beweglicher und — Ivas die Hauptsache ist — jugcnW.cher zu fühlen und vielleicht den Frühling auSzusttahlen, den ihr die Natur selbst versagt hat. Diese Empfindung war die Ursache der sogenannten Palastrevolution, die die Pariser Damenwelt gegen die Modeschöpfer durchgeführt hat; entgegen deren hohen und maßgebend diktatorischer Meinung hat die Pariser Dame den kurze» Rock einfach wieder ringeführt, in vcr Absicht, graziöser und jugendlicher zu erscheinen, was ja auch lhr gutes Recht und sogar — ihre Pflicht ist. Die Taille wird im allgemeinen etwas tiefer angesetzt. ES rmmgett aber auch nicht an einer ent^gengesetzten Richtung — vom wiedernstanderien Bolero abgesehen' —, die die Taille a fo. Directokre propagiert. So erschien kürzlich eine bekannte Schauspielerin tat Theater deö Champs Elhsees in einem «reuen fashionablen Kleid, dessen Taille . . . an der Brust anfing. Natürlich war diebloß eine Extravaganz, die sich eine populäre Schauspielerin Xetfiert kann, fitr die Rich-mna aber «nrnerhin charakteristisch. Im allgemeinen wird der Untergang des nackten Armes voranHgesagt, wenn man auch dem ärmellosen Kleid noch ze-itwerlig bsgvgnet. Das ist zum Teil auf das Bedürfnis nach Nehrungen zurückzusühren, zum Teil auch auf moralische Bedenken gewisser Mode-äscheten, die den nackten Arm auf der Straße nicht schön finden. Doch darüber läßt sich verschieden urteilen. Der letzte Cri soll entweder ein ganz enganbiageltaer Aermel sein, der die Handlinie genau ausprägt, oder ein breiter, transparent gemachter, wodurch der Reiz des schönen Armes zwar diSkvster» aber nicht minder effektvoll zur Geltung kommt. MS ein Kompromiß Ware die Sck-opfung des Hauser Molyneux zu nennen, das einen kombinierten Aermel hevauSgebrücht hat. Wahrend der Oberarm unbedeckt bleibt, wird der mvbere Teil desselben mit einem schmalen, vom Ellbogen biS zum Gelenk reichenden Aevmel verhüllt. Das könnte eine aparte, reiKwll wirkende Neuerung lverden. Interessant ist die Beobachtung., daß Seide nicht mehr dominiert. Stoffe in allen Arten haben dieses Gewebe fast zur Gänze verdrängt.. Madekünstler, wie Radier und Meyer, haben Stoffe von einer derartigen Feinhvit, Musterfülle und Schönheit hevcmsgebvach», daß man sich nicht mehr wundem muß, weim Kleider aus diesem Material so wundervoll wirken. Fm übrigen muß darauf aufmerksam gemacht werden, vaß es in Paris neben den Schneidern hervorragende Stofffchöpftr gibt, denen zum großen Teil Paris seinen Ruf als Modezeutmm der Welt zn verdanken hat. Rips und Crepe br allen LETZTE PARISER KREATIONEN mm i bezirk » PERMANENTE foHAMEsS 8 AUSSTELLUNG Neueste Pariser Frtthjalirsinodelle im ModeHhausMaReich&Bruder "Wien, VI. Mariahilfersirasse 39 I. Kamtlierstrasse 19 (im HauB® Neumann) VIII. Josefstädterstrasse 1 (lckkt Reich) VttPURGG.5 «owtee km «cmovl vouc^Ajna. Zum Sakkoanzug der elegante Brogue-Schuh DAMENWESTEN Strickwaren, Wirkwaren u. Sportartikel in grosser Auswahl Mav ll. QlocltengassQ lTEC9A tf^SBAd Telephon 45-GOS 8V2 araffsawaM^jBCTB'w»Hm«Bwp»ro^^ möglichen Nuancen, wie Crepe Maroquin, Cvsvelin, Crepela, Popelin und Reps, sind die deurigen Frvorits, und jede Dame, die auf Eelegcmz und Stil hält, wird ein Kl<"d aus einem dieser Stoffe in ihre Garderobe aufnehmen müssen. Im Hochsomer werden wiederum Crepes Maroquins getragen werden. Zwar hat Tuiankhamen viel von feiner Aktualität verloren, aber di« Motive holt man immer noch aus denr Osten; man ist bis Persien und Indien vorgedrungen und «tf den Stoffen glänzen die buddhistisch-mystischen Zeichen verschollener Jahrhunderte, als wäre diese Welt heute noch lebendig. Ja, dve Mode ist ist m allen Bereichen zu Haars«. Der moderne Frühjahrshut. i’uU a« 'vV' V «✓ mm ■‘m wm 'PJLrl. Pagode: In Weiß und Not -geflochtene Strohborte mit rotem Korallendach und rotem Sämischleder« band. T r o t te u t : Schwarze Pedalform mit buntgestreifter Masche und ebensolchem Passepoile. Bacchant: Große Cloche ans holzbraunem Taft mit besonders apartem Raftarand und reichem Fvuäst.- ttnd Blattvrnament. Modelthiite Blanche, 1. Bez., Icchannesgasse 3. fflTZERI MARKUS II HOLLANDSTRASSE 1 ATELIER für feine englische Herrengarderobe vornehmsten Genre« vornehme Damemao de Kostüme, Abend« u. Strassen-Kleider la feinster Aosffihranj r A TUOHHAUSzumHIRSCHEN MODESTOFFE LETZTE PARISER NEUHEITEN II. TABORSTRASSE 17 b ■J, ADLERGASSE 5 Toilettenschau in der „Kino- Königin". GWeriS Schlager wurde im Carl-Theater nicht nur musikalisch und szenisch aufg-.frischt, auch der Kostümfrage wurde besondere Sorg-alt zugewendet. Das Mvdellhaus Jda Reich u. Bruder hat em Paar gelungene Kostüme bergestellt, die der Operette den Charakter der Frichjahrsmode 1624 verleihen. Die populäre MW FreiharN trug drei entzückende Toiletten. em Kostüm aus Velour chlffon, Rock auS glattem, schwarzem, mit Afftnhaar besetztem Belourchisfon, dazu ein kurzes, um die Hüffe gewickeltes Jäckchen, das ein lMwdbödrucktes buntes Muster zeigt; eine Svireetoileite aus DiLberlame-Broche mit losen Flü-aeln am Vorderteil und einer langen Courschleppe; ferner ein Stilkleid im Stil des moyena,ge aus altrosa moiriertem Charmeuse, wobei oü vordere Bahn ganz in Volants auS echten Silbcrfpitzen läuft. In drei reizenden Jungmädchenkieidern präl-entierte sich die jugendliche Mimi Wese ly. Zunächst orangefarbener Taft in vielen Volants mit einer Bänderrosette auS kornblauem Velourchiffon inck Schluß. Besonders gut gefiel ein Nachmittagskleid in weißem Georgette, durchaus plissiert, mit reichem Valenciennespitzenarrangement. Als Ergänzung hier-- zu gab es ein einfaches Waschkleid aus crevettefarbenem Marquisette mit Verwendung des modernen Shawls auS gleichem Material, wodurch die Aktualität deö Ganzen deutlich hervorgehoben wurde. _ Reformgedanken in der Herrenmode. MSnnllche Mannequins. Wie französische Blätter berichten, scheiueu die großen Pariser Herrenschneider sich mit der Absicht zu tragen, das seit langer Zeit jeder Neuerung abgeneigte Costum detail, die Hose, zu reformieren. Die neuesten Hosenmodelle, die von der Bühne herab lanciert xu werden pflegen, haben das Bestreben, oben an Umfang zuzunehmen, während man früher sich bemühte, die Taille im Einklang mit dem Rock möglichst eng zu gestalten. Die eleganten Liebhaber der Pariser Revue- und Bonlevardiheater fühlen sich sozusagen als Mannequins ibrer Kleiderlieft rauten, deren Namen aus den Programmen gedruckt erscheinen und darum schon eine gewisse Bedeutung beanspruchen. Der Tailleur, der Hutschöpfer, der Schuhspezialist zahlt fast mit zn den Autoren des Stückes, er ist ein nicht mrweftntlicher Bestandteil der Regie geworden, als Autor der intimsten Toillettebehelft. Das neueste Hoftnmodsll zeigt zum Entsetzen jener Zuschauer, die so etwas wie ein Embonpoint besitzen, oben am Besatz mehrere eingelegte Falten, welche die Hose wohl noch nicht bauschig, aber doch schon viel weiter als bisher gestatten. Auch das Gilei war scheinbar resormbedürstig: es ist unten ganz gerade abgeschnitten, tni* tiefsitzenden, der Zahl nach genau reglementierten Knöpfen, bei den neuesten A ü e n d g i l e t m o d e l l -e n 1924 kreuzen sich unten zlvei klänge 'Spitzen und werden rechts und links nur mit je einem Knopf verschlossen. Das ziemlich lange, mit schnralerr Schößen ausgestattete Jackett, das man schon cnrss Aussterbeetat gesetzt hatte, will sich scheinbar von der tief eingebürgerten gestreiften Hose emanzipieren und als Begleitung einen gleichfarbigen Stoff fordern. Diese snobhusche Frage ist noch mcht definitiv beantwortet. täglich Vorführung der M DD£N PALAl Sv neuesten Frühjahrsm o d eile KRÜ PIVIK vornehmer Kleider, W.KAISERSTRA8SE tU*Ua*|«P rr ±» TUTj. t telephon 88-4-62 Kostüme u, Mantel KLEIDER0 BLUSEN feinste Massarbeit in bester Ausffihrung. Massige Preise! PRESSBU RG ER WR-20 * gegründet 1884 * I.ROTENTURMSTR. Erzeugen als Spezialität: Mieder, Gürtel Büstenhalter aus Gummi,Trikot und feinsten frsns« Zt-Esn UfTii'MirTnrriTniiinTnifiinivir * n r nnnni imnirrrinrri—rrm n~i‘ii -tu i t~~wrrrr ~rin—um,mni ■im i im i i i ..im «..rt\*o,-*v'?:v• . .» r, h«.•- 491847