Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1842 (1.4.1924)
- Date
- 1924-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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Dien, Drensstig Me 8. An» Den Theatern. Volksover. Heute „Riflolett o* mit Wenny Rowak tat der Titelpartie und Frau Linka Wtsel-Polla vom Natwnalüheater in Agram alS Gilda. Den Herzog sinst .Herr Groiaprs««. Mvrgen „Tannhauser* mit Hubert Leuer als Gast in der Titelrolle. — Für die Erstauffübrung von Mozart-- »Eosi fan t u t t «*, die unter der Leitung des Direktors Felix Weingartner Freitag (Anfang '/,8 Uhr) stattfindet.: sowie für die Festvorstellung der „Fledermaus*, Samstag den b. d.. anläßlich dr8 bvjährigen Jubiläums dieser Straußschrn Oper, bat der Vorverkauf begonnen. — Die Volksoper -bereitet eine Neueinstudierung von Kienzl» Oper „K u bx 11 fl e at* vor. die Sonntag den 13. d. in Szene gebt. — Das einmalige Gastspiel des italienischen Bariton- PaSquale Amato als S.carpia in „T »Sc a" findet Samstag den 12. d. statt. Deutsches Volkstheater. Dr. Tyrolt spielt morgen, den Schmock in Gustav FreytagS »Die Journalisten" und Donnerstag den alten Grutz in Schönherrs „E r d e". Sonntag, nachmittags 7,3 Uhr, Paul Wertbeimers „Menschen von heute" in der Besetzung der Uraufführung., . In oen Kam nt erspielen wird als nächste Abendrrovität 'das dreiaktiqe Lustspiel „Domino* (Ce qu« semme veut) veu Etienne Rey und Alfteb Savoir, deutsch von Berta Zuckerkärrdl, vorbereitet. Jur Raimund-Theater verabschiedet sich Eugen Ä lö v's e r beute als Michael Kramer, morgen und Donnerstag als Dr. Stockmann in Ibsens »Volksfeind*. Freitag deutsche Uraufführung der Groteske „Sechs Personen suchen einen Autor" von Luigi Pirandelle. ä tt a i f f it tt c c b ü & n e. Heute, 1,8 Uhr, Uraufführung'des dreiaktigen Schwankes »B a r o n i n F r i tz i* von Emil und Arnold Goft. Gerichlssaal. Ser antisemitische Südbahnieamte als Setetttti. Anzeige« au den Vizekanzler und den Handelsminister. Der Revident der Ssidbatzn,. Gottfried S1 r a u ch, hatte am 7. August vorigen James an den Vizekanzler Dr. F r a n? und später auch an den Handelsminifter Dr 2 ch ii r f f ein Schreiben gerichtet, in dem es unter anderem hcißt: „Im Verfolg eines sozusagen praktischen Anii^ semitrsmus habe ich, w i e s -i e wisse n, es mir zur J u fgäbe .gestellt, unsre jüdischen Direktoren bei dcr Süd bahn in ihrem Tun und Handeln zu ü o c r m a che n. Dabei Hai sich nun eine Tatsache ergeben, die außerordentlich kennzeichnend und für den Präsidenten der Gencraldirektion. Dr. Fal l, schwer belastend erscheint. Bei den Verhandlungen über die Südbahn in Rom hat Präsident Doktor Fall, seiner Neigung folgend, sich in Rom um etwa 45-900 Lire antike ivärbel und Bilder gekauft. Diese Kunstgegenstände ließ er nach-Wien bringen, wo versucht wurde, die Zollfreiheit für diese Gegenstände zu erringen. Erreicht wurde die'e dadurch, daß ein Beamter der Südbahn (es war dies der Inspektor Klei n> rm Finanzministerium unter Vorweisung d's Transportschaines persönlich vorsprach und vom dortigen Referenten Dr. Wolf unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen, daß es sich um Möbel aus dein ehemaligen österreichischen Betriebs- :n.spc.ktsrat Triest handle, die im Laufe der Verhandlungen von der italienischen Regierung freigegeben worden waren, die- .Klausel, enthaltend die Ermächtigung der ZoMeihevt, erlangte. - ' Referent Dr. Dosis hat entweder unter Mißbrauch seiner. Amtsge-Ivalt oder - aber in einem unfaßbaren sträflichen Leichtsinn aus die Rückseite des Transportscheines eine KlausÄ mit der' Anweisung für die Zollsreiheit dieser in Awölf Kisten verpackten Gegenstände an das Zollamt Favoritenplatz geschrieben. Diese TUaustl wies weder eine Zahl noch eine amtliche Stampiglie des Finanzministeriums auf." Der Ministerialrat des Finanzministeriums Doktor Franz Wolf erhob nun gegen Strauch die ChrenbÄeidigungsklage und stellte fest, daß er von Klein irregofuhrt worden fest, der bebauptet hatte,' daß es sich um Regiegur der Südbah» handle, während Brivcvrgut des Präsidenren Dr. Fall vorlag? Ter Angeklagte gab an, daß er die Sache auch dem Evsparungäkommissär l Hornik angezeigt habe. Die ordentliche Zollg.'b-irhr., habe 7,5 Millionen betragen und die beantragte Zollnrüft'gegen 50 Millionen Kwnen. Klein sei, weil tt ohne Wen Auftrag gehandelt habe, eine Rüge im DisziplS naroer,fahren erteilt worden. Ter Kläger legte dar, daß er alles dazu beigstrageq habe, damit die Sache möglichst genau untersucht werde. Der Beklagte Hab: eine Ehrenerklärung abgebsn wollen, die jedoch, nicht genügte. Der Kläger führte weiters aus, daß er vollkommen. korrel: bei der Ausstellung vorgegangen sei, und daß die B r i' üizung -einer Zahl oder einer Stampiglie, zumal es sich um eine Erledigung brnuen weniger Mmivten gehandelt habe, nicht notwendig war. D.r.als Zeuge vernommene Ministerialrat Dr. Franz Höser, welcher Stellvertreter des Klägers im Departement nir ZcAangel.egenheiten ist, betätigt die Angaben des Klägers. Verteidiger Dr. Riehl versuchte darzulegen, daß sei« Klier: ^:n Brief an den Minister als Mitglied der Parteii c * t-:t -.\;g btt aroßde utschen Partei vertraulich ge- -■ civricbsti habe. Jrrr Einvernckhme von Zeugen, darunter des Frnanztuiumers und. des Er-kparungskommissärs sowie des Inspektors Klein würde die Verhandlung vertagt. Die Einteilung fremdznständiger Offiziere «ch Unteroffiziere. in die Wiener Garnison. Der Wiener Staidlfenat als Land.sregierung hatte beim Verwaltungögerichlsbof eine Betchwerde erhoben, weil das Bundesministerium für Heerwesen nick: :a Wien heifrmtberechtigte Offiziere und Unteroffiziere in Truppenköwrr des Wi-mer Wahlbezirkes emgeteift hatte. Gestern wurde nun dos Erkenntnis des Berwaltungsgerichtshofts vcrkünhet, wonach die angefochtene Entscheidung bqzüAich der Uutewfjkziere als gesetzlich nicht b e gründe t aufge^ hoben, bezüglich der Offiziere aber die Beschwerde als unzulösti-z, wail verspät:; ei-.'.gebracht, zurückgewiesen wurde. Wiener Mor»enzel1nnft. 1. April 1924 «r. im a mhs! v '■-■•'ag^yi'^.-rnmiaaMCTBiKWMuiiiwii,iMiir'iiwu..»Jwna»»cras: Alle Arien von Kommandite der KroatischenEskomptebank. Agram Kredit-«na Bankgeschäften Wieit, I. 4 ^uS“ Warengeschäfte Telephone: 60-4-82, 60*4-93. 63-4*85, 64-4-42. 68-4 78, 69-4-82 1046.3 Telegrammadresse: Frapobank Volkswirt. Herz und Hand für die Mir. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Solche Worte lassen sich hören; es tut oridemtlich wohl, wenn Akzente angeschlagen werden wie jette, dt« der Herr Fmanzmmister in der Debatte der Natimvalvcifamnrluug vom 27 März gtisuniden hat, als bei dei Beratung über das Buidgetprovisorium die Frankeufpekulatiou und die Böv enderoute aufs Tapet gebracht wurden. Der Minister nahm sich kein Blatt vor den Mund. Selten ist von offizieller Stelle ein derart freimütiges .Bekenntnis zur Mie abgelegt worden. Die Botschaft übersprudelte nur so von frohen Verheißungen, daß es einem fast den Atem verschlägt, sie rasch nacheinatwer aufzuzählen. Man höre: Die Aktie befruchtet das Wirtschaftsleben; sie hebt die Frnktifizierung des Sparkapitals; sie zieht d'ie Gelder des Auslands heran. Die Abkehr von der Aktie ist verdammenswert, verwerflich, daher die fremde Balutenspekulation nur ein Gebot, sich der Aktie vertrauensvoll wieder zuzuwenden, sich an Aktiengesellschaften zu beteiligen; der Entwertung der Aktie vorzubeugen; ihre wahre Bewertung sicherzustellen; ihre Dividetrden zu verbessern; ihre Ucbersteuerung abzustellen; daher die Steuern zu vermindern; zu guter Letzi den Fehler gutmachen, der durch die Ueberschraubung der Effektenumsatzsteuer an ihr begangen wurde. Fällt aber der Herzog, muß der Mantel nach und mit der Herabminderuug der Umsatzsteuer müssen die Bankansätze für Courtage und Provision, müssen die Seusalengebühren, die Arrangemcntspesen herunter. Jedes Wort ein Schlager, jeder Ton eine lockende Musik. Man merkt: Der Jinanzminister hat Herz und Hand für die Aktie; ein warmsühlendes Herz, das an der Aktie als gewichtiger, ausschlaggebender Faktor des Wirtschaftslebens und seiner produktiven Stärke hängt; eine offene Hand, die sich gern auftut, um ein willkommenes Maß von fiskalischen Gaben über sie auszustreuen. Natürlich und folgerichtig wird die Valutenspekulation ordentlich verrissen; man hört zwischen den Roden den Sinnspruch heraus, daß auch die Spekulation wohl daran, täte, im Lande zu bleiben und sich redlich an der Aktie zu nähren. Es geschieht ihr schon recht, wenn sie von dieser Spritzfahrt mit blutigen Köpfen heimgeschickt wurde. Die Aktie aber ist Trumpf, und damit ihre Atouts um so sicherer stechen, muß ihre Dividende a-ufgefüttert werden, muß sich ihr Besitz, auch wenn die Kursbewegung nicht mehr die großen Stiefel anhat, auch in der Rente lohnen. Dem Finanzminister gilt die Aktie als produktivsö.rdernder Einschlag, als unentbehrliches Reguisit der Kapitalsbildung; allein auch ihre richtige Bewertung, womit unverkennbar auf die Umwertung an ge spielt .wird, ist von größter wirtschaftlicher Tragweite, weil sie das Pertraum nährt und auch dem fremden Interesse als Stützpfeiler dient. Ein solches Sitten- und Wohlverhaltungszeugnis hat die Aktie, dje sonst so gern geschmäht und in den Kot gezerrt wird, auf parlamentarischem Boden noch nicht gehört. Da darf ihr vor Stplz das Herz im Leibe hüpfen und die Hawd mag nach diesem Attest begehrlich greifen, um es sich selbstbewußt auf dm Hut zu stecken. Ein solcher Leumund ist für die Aktie um so werwoller, als er ihr just in bösen Tagen ausgestellt wird, da ihr Ruf beträchtlich gelitten, Enttäuschung und Mißachtung ihre Position erschüttert hat. Das ist ein Trost für die Aktie; daraus kann sie wieder Mut und Zuversicht schöpfen; das träufelt Balsam in die offene Wunde, an der ja auch ihr Markt so furchtbar krankt, daß da^.Herz des Finartzministers für die Aktie schlägt und seine Hand sich schützend über sie breitet. Sie SeiAnnnsen auf Sic polnische tzunsstoru' bank. Die polnische Gesandtschaft teilt uns mit: Vom Ministerp^Ddium, dcm Finanz- und Handelsministerium in Warschau kamen vorgestern der Gesandtschaft Nachrichten zu, die den vollen Erfblg der Zeichnungen auf die zu gründende polnische Emissionsbank meilden. 60 Prozent des Gründungskalpitäls firld durch die inländischen Zeichnungen bereits gedeckt, und da statutenmäßig die Regierung mit 40 Prozent an du Emissionsbank beteiligt sein kann, ist deren Gründung auch ohne Teilnahme der oberschlesischeu Industrie vollständig sichergestellt. 'Nebrigens sind heute Vertreter dieser Industrie in Warschau eingelangt, um bei der Regierung zu erwirketr, daß durch die Zeichnung von 10 Millionen Schtveizer Franken die ober- Meisrsche' Industrie im Verwaltungsrat der polnischen! „Wiener Mor-euzeitung" 1 Emissiottübcm'k einen Sitz erlange. Die JnbetriebsrtzMg der Bank ist aber von der Erledigung dieses Anliegens der dberschlesischen Industrie vollkommen unabhängig. Seblfen« trab finltttettfittfe. (Mtgeteilt von der Oesterreichischen Nationslbank.) Vista Ani?«prrtani >. i holl. Qtilden Aprnm l >«". «Tonen . . . ‘ Pet'-^'t 1 Oliior ...... Pfrtir" 1 dpMectip l?elrfi*tnartc Pr"««?’ 1 Keii-siotie Franc« . Rtwtanpal t tm<»arfsefie Kronen P«Varnat t l.e*. Hirt^r’ant« I norwet'. Kronen , t>'pn»ptino'«»n I «tn«lsrtip KtonOf . ( nnf’oo t tv-nnrt Sterling ... ^'»r*'' 1 Praetas ...... Molt/inrf i f.lra ....... *Vv* Vortr 1 Hollar. P-rl8 I Fnnr« ....... Pr"" 1 t«n<ipr!i©-s1ow. Kronen .?0°n t T MV'0 ....... stnpi-i-oit*-1 acli*,*',l!s'*l’e^rnoof . Wararlmti** t ootnlarhp Mark. .?nrfcfi t crliwe-rerlsehe Frnnes , Moten American.!■)oten v. A Ho'lar aulw. Heinere . » , Pelelrche NoCen IM Prnnr* . , Hnlfrariselie Noten zti totn |.ev« . . 100 B t tflelnrr« , , , OHntarhe Noten 100 Kroner . , Deutsche Noten* . . .... . . 100 ... „ „ kleinere* . . . Engt. Noten von t 1.1 vre*!, nntw. „ „ Kleinere. Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Milden . Italienische Noten v. lOOl.lreaufw. . . kleiner-» . . . tncos!. Koten imRest. zu toonDinar „ 100 „ „ . kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten **. „ » kleinere** . . . Rumänlsclie Noten zuHJOOii. SOOl.el , , kleinere . . . Ross. Noten (Roman.) wi!*V» Rubel . 100 . „ . . kleinere . . Schwedische Noten tOO Kronor . Schweizerische Noten 10>> Francs. Spanische Noten 100 Pesel»* . . Tschecho-slow. Not. v.1000 atrtw. „ „• kleinere Ungar. Noten (neue Ent.) eu lOOOKr. . . zu 10.000 Kr. . . . „ . kleinere. * FLr 1000 «.-Mark. ** A. Mrz 28. Min Oeld Ware Celd Ware 263*».- 2640f»;- 2SMI.- 26400.- P74.— R 8.- f««.- S7S.— PT4, - m.~ 8«S. - 973.- tMO '6. - 1« 48 16.05 3044. - 3038.- M9 3031.- n.92 1.02 0.91 1.01 36?.- •*8,_ _ 368.- wn. _ ofiio.- v5tzn. - Op,0.- t14S0,- Itsm.- 11m- 11220.— 3T4en- 30-50^. - - AM00.- 95«n._ P3 9 9120.- <n74,— 30«R.- 3oiW.- -79.- 700^._ 7t 1*6.- 7lV7S.- rii^.- 3«92.-?9n9,- 301?.— 7918.-?!2V- 21K*.-?m.-?FS3.— M'l — 5,4.- "St.—?08.— lFRloI— 18960.- IPflßn.- 18880.- 12380s- 12895’- 12345!” 7^713.- 71110.- 70767.- 71160.— 70010.— 71610.- 7866*.- 71*60.— 3W.- 3^50,— 2970.- 300«.- 476.— 495.- 419.- 487.- 47*7*- 4S9*.- 457'.- 11340.- 11427 - HI3o.— 15.10 15.70 I5J0!5i9» h!<k» f5?50 „ 15!” 15 M 30'700.- 704710.- 307200.- 3o4«ao.— 3 25 0.- 304100.— 3ot»oo.- 3fM60ö.— 3075.- 3005.- »85.- 3915.- 26100.— 26700.- 2«1oo.- 28.7-N.- 3080.— 3,00.- 3*70.- 30°0.- 3057.— 357».- V4X- 3080.— 87!.- 877.- 867.- 873.- 861,— 867.- «57.- 863.- 94'».- 9540.- 946».- 9840.- 75.- »3.- 73— 83— 68.- 78.- 68.- 78.- .158,- 36>.- m- 384.- 338.- 342-- 348.- 344.- 1861»!- 18710.- »«410.- I8TI0!- 12225,- 123"5.- 12»*.- 127«'!.- 9150.- 9240.- 8960.- 9040,- 209».- 2108.- 2037.— 2073.— 2087.- 2103.- 2962— 9068.— LSS 0.95 ».88 o:96 also "Ö!m »'«r ^sri für 10.000 poln. R«k. Der Wiener Geldmarkt. Der Ultimo brachte große Geld* ansprüche des Handels und der Industrie, doch hat der Zinse«, satz gestern keine weitere Erhöhung erfahren. Im Efifektmhand'l war Geld leichter echälltilich. Es notieote 0,76 Prozent pro Woche, eine Erscheinung, die allerdings nicht vevwmrdem konnte, nachdem am SamStag der GülÄbedarf der Börse voll« Befriedigung gefunden hatte. Der Finanzminister muß wieder «tau seiner Maßmchmm ander«. Me umsichtig der Finanzminister gerade in bezug «rif die österreichischen Wirtschastsverhältnisse vorgeht, zeigt nicht nur das Beispiel der Effektenumsatzsteuer, die von einer aus die andere Woche geändert werden mußte, sondern auch di« Maßnahme des Finanzministeriums bei der Emission van Aktien. Bekanntlich hat das Finanzministerium anläßlich einzckner in der OeffeuAichkeit erhobenen Klagen ftinerzeit noch die Verfügung getrosftn, daß, wenn Neuaktien emittiert werde«, diese nicht unter 75 Prozent des vurchschnittlichen Kurswerteden Beziehern cmgeboten werden dürfen. Durch diese Praxis fft es so weit gekommen, daß in den letzten vier Monaten omititievte Aktien den Emissionskurs stark unterboten haben, so daß tat wetten Kreisen des Publikums gegen die Emissionen sich Abneigung zeigte und niemand mehr neue Emissionen übernchmen wollte. Dies hat auch das Finanzministerium eingesehen und hat die Verfügung evlassen, daß eS von nun an genüge, wenn der Emissionskurs nicht niedriger als die Hälfte des Durchschnittskurses der betreffende n Aktie sei. Er hat als« Ermäßigungen um ein ganzes Drittel zug.standen. ES wäre dies alles nich! notwendig gewesen, wenn schon stinevzevt dieser tieft Kurs dnrchschniit fixiert worden wäre. Die Uebernehmer der Emissionen wären vor Schaden bewahrt worden und dir emittierten Aktien wären weiter begehrenswert geblieben. Fnrnkenkontermine und der Budapester vervmarkt. Berichten aus Buidaprst zufolge ist auf dem dortigen Geldmarkt der Zusammenbruch der gegen de-n französischen Franken gerichteten Kontevmine sehr fühlbar. Die Kon er mmcmre sind bestrebt, Bargeld zu mMIisieren und toetv’v große Effekteinnasftn auf den Marckt, um auf bisse Weift d zur Deckung ilhrer Engagements notwvnldigen Geldmittel an zitbringen. Dies hat natürlich eine bedeutende Abschwächu.- der Börse zur Folge. Es winde die Wahrnchmnng gemach;, daß der Direktor einer Budapester Bank in weinigen Tagen Effekten!m Werte von 1,5 Milliarden Kronen auf den Pdavkt warf. Biele Konterminieurc, deren EngagenwutS erst tmt Mai und Juni fällig werden, wart:« mit der Beschaffung der notwendigen Geldmittel. Jnso-lge di« es Umstandes ist aus dem ungarischen Geldmarkt ziemliche Knappheit wieder Ar verzeichnen. Das Kostgeld wird von Tag zu Tag teurer. Die 8985296829885975