Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1840 (30.3.1924)
- Date
- 1924-03-30
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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SJt. 1840 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung. 30. März 1924 Seite 13 Beuden Sa ins tag Paul E l a u b c. if öü „Ai ittag 8 to c n d c" w'Wt Erstaufführung. Ter neuengagierte Regisseur Hans Brahm stellimg des Burgtheaters unter Mittvivkung von Kräften der ,L>taatsopor angesagt war, wurde auf den Herbst n e i schöbe n. Das Blindenheim für israelitische Mädchen veranstallete im Festsaal der Schwarzwaldschen Schulanstalten ein Ko,l-.ert, bei dem hervorragende, in Wien beliebte Kiünstiler mitw'Uten. Der 7>mge. über eine sichere Technik verfügende Geiger Fritz No t h sch i 1 b spielte mit erlesenem Stilgefühl eine Viol>nfonate von Beethoven; Viktor Heim, der ernste Künstler, sang mit starker Gestaltungskraft Lieder von Schubert; Sophia M nute ann brachte nebst Liedern von Franz Mittler, der 'die Mabierbegleitung aller Borträge übernommen hatte Lieder von Brahms and Schubert zu Gehör, und die ausgezeichnete Pianistin Helene La inpl - E i b e n s ch ü tz bot mit d?r Wiedergabe von Chopinschen.Aaviersti'icken Probeil ihrer kristallklaren Tongebung und ihres sicheren Einiührunqsvevinögens. Da die Veranstaltung ausgezeichnet besucht war, dürste dem wohltätigen Zwecke eine ansehnliche Summe zugesührt worden sein. Salzburger Festspiele 1924. Wie wir van der Festspielhcius-- gemeindc erfahren, wird bei bmt S n lzünrger F e st s p i e« len 1924 unter der Regie Pros. Max Reinhardts oin Zyklus von Lustspielen Shakespeares, Calderons und Goldonis im ^Salzburger Stadttheater zur Aufsühruug gelangen. Was den -musikalischen Teil des Festprogrammes betrifft, ' besteht der Plan, unter anderem aud) die „A l p e n s hmphoni c" von Richard Strauß zur Feier seines 00. Geburtstages aus dem Domlp'latz nlit dem vollständigen Orchester der Wiener Philharmoniker aufzuführen. Demonstration in Linz gegen Smetana. Ans Linz wird gemeldet: Bei einer gestern abends vorn hiesigeil tschechoslowakischen Vizekonsulat veranstalteten Gedenkfeier des 100. Gebllrtstages S m e t anas kam es zrl G e g e n d e m o nstrationen jugendlicher Elemente. Die Partei schritt ein und zerstreute die Demonstration, vor: denen einige verhaftet wurden. Ein Thcaterbrand in Barcelona. Wie „Le Journal" meldet, ist das P a l a c c - T h e a t e r irr Barcelona während der Vorstellurlg durch Kurzschluß in Brand geraten und in wenigen Stunden v o l l st ä il d i g rl i e d e rgc br äunt. Das Publikum hatte Zeit zu fliehen, immerhin Nnlrdeil im Gedränge zwei P e r f o n c u totgetretcrl mW zahlreiche v er wrl rldet. Eine französische S au geriu v e r• b r a n n t e in ihrer Garderobe. Der Schadcil beträgt 300.000 Pesetas. Matter Parrat gestorben. Der bekannte englische Komponist Sir Walter Parrat ist int Alter von 8-i Iobren in Windsor gestorben. Als Organist war er der Liebliugskünstler der Künigin Viktoria, er bekleidete die Würde eines Gcneralvnaster of Mnsic. Deutsche Uraufführung einer modernen italienischen Oper. Sonntag findet im Aachener Stadttheater die deutsche Uransführmlg der sieben musikalischen Bühnenszenen des I. Mi ein es Mabpiero ,-Sette canzoni" statt. Die vor zwei Jahren in Paris erfolgte Uraufführung erregte ungeheures Aufsehen, weil das Werk mit allen alten Gepflogeicheiten des bisherigen Opern,schasftns bricht und bewußt das Ideal des neuen mnsikallischeu Bühnenkrmisttverkes ausstellt, Zugleich mit dieser Oper ge'ht 'Alexander v. Zemlinskys ,/Floren tilli sch e Tr agödie" in Szzene, die auch an der Wiener Staatsoper gespielt wurde. Vorlesung Uriel Birnbaum. Sonntag ben 13. April, halb 8 Uhr abends, liest int großen Saal des Ingenieur- und Architektenvereins, 1. Bez., Cschenbachgasfe 9, Uriel Birnbaum aus eigenen Werken. Das Programm umfaßt Vorlesungen aus den Bänden „In Gottes Krieg", „Leben in Liebe" sowie biblischer Sonette. Karten bei R. Löwit, 1. Bez., Rotcnturmsträße 22, Richard Lautst. 1. Bez.. .Kärntnerstraße 44, und im Karten bureall Basar, 1. Bez., Rotenturrnstraße 19. „Der Gong", das neue Figurentheater, gibt seine öffentlichen Vorstellungen voll nun ab in der Hofburg Grillparzersaal (Eingang in der Michaelerkuppel). Es gelangen zur Ausfi'chrung:' Mittwoch den 2. und Sonntag den 6.'April: „Ein GcMmis"; Freitag den 4. April: die Oper „La Serva Padrona". Beginn halb 8 Uhr. Kartenvorverkans bei Heller. Moderne Kammermusik. Das „Collegium musicurn" der Freiburger Universität veranstaltet unter Leitung von Dr. Hermann Erpf Vorträge über zeitgenössische Kammermusik mit Vorführungen. Bela B a r t o k s zweites Streichquartett, eine Trio-Serenade von Zoltan Koda ly mit Alma Moodie als Primgeigerin, eine Cello-Solosonate von Egon Wcllesz, gespielt vom ausgezeichneten Bochumer Cellisten Franz Faßbend-er, eine Satzfolge für drei Streichinstrumente von Hermann Erpf, ein Trio für Flöte, Geige llild Bratsche und fünf Lieder für Alt und Solobratsche von Hans Schröder wurde zum Vortrag gebracht. Kleine Künstlernachrichten. Der berühmte Berlrner Bildhauer August Kraus hat dein vorige Woche verstorbenen Ber- Iliucr Gesandten der tschech o-slowakischen Republik Blastinril T n s a r die Totenmaske und die rechte Hand in Gips abgeformt. — In der Base l e r K n n st h a >1 l e wurde eine v a u G o g h- Ausstellung eröffnet, die 80 Gemälde und Zeichnungen des Künstlers vereinigt. — In einem Teile des früheren Be rl itl er Kunstgewerb emu seu ms wird demnächst eine .Ausstellung historischer südamerikani-scher Werke eröffnet. — Das k u nsth i sto r i sche Institut in Florenz veranstaltet im Laufe des Monats April einen größeren Vortragszyklus, zn dem namhafte Gelehrte ans Deutschland ihre Mitwirkung zngesogt haben. A«s den Theatern. V u r g t h c a t c r. Morgen, 7 Uhr abends, „D i e r o t e fjt i't h l e". Dinrstag, 7 Uhr abends, „Torquato T a s s o". A k a d e m i e t h e a t c r. Dienstag, J/ss Uhr abends, „D i e k l e i n e K o n d i t o r e i". VolkSoper. Heute, 2 Uhr, „Der Trompeter v o n S ä k k i n g e n". 7 Ahr äbends „Die schöne H el e n a". Im Deuts chenBolkstheater ist für Samstag den 5. April die Uraufführung des dreiaktigen Lustspieles „W e g e n a ch R o m" von Rudolf E g e r angesetzt. Regie: Doktor S ch u l b a n r. In den Kammerspielen wird heute, 7 Uhr abends, Edlvard §knoblauchs Komödie „D e r F a u n" mit Ralph Arthur R o b e r t s in der Titelrolle zum letzten Male gegeben. Montag den 31. d. und Dienstag den 1. April gehen unr 7 Uhr üücht um 10 Uhr) im Rahmen geschlossener Vorstellungen Frank Wedekinds Idylle „S o n n e n s p e k t r u m" und „D er Sa m m c rf ä il n c r" in der Besetzung der Premiere in Szene, da die Zensurbehörbe noch zwei geschlossene Vorstellungen bewilligt hat. An diesen beiden Tagen entfallen die N a ch t v o r st e l l u n g e n. Donnerstag den 3. April, 10 Uhr abends, findet die Erstaufführung von Berneuils Lustspiel .D e r F r e ch d a ch S" mit Maria O r S k a in der weiblichen HMptrolle statt. I o s e f st ä d t e r T h e a t e r. Das bei bei*' Eröffnung ,Ml»-AM erstmalig zur Aufführung gelangende Lustspiel von ii.wt««.«,»»“ s Alle Arten von Bankgeschäften Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Wien, I. Seitzergasse 4 Ecke Bognergasse beim Graben) Kreditum Warengeschäfte Telephone: 60-4-82. 60-4-93, 63-4-85, 64-4-42. 68-4-78, 69-4-82 10465 mauia Telegrammadresse: IPrapofcank lmtrbe für diese Ausfülirung mit musikalischen Einlagen versehen, die zum Teil aus tvenig bekannten 29erken Mozarts stammen, zmn andern Teil völlig unbekannte Weisen zu Texten von dem Wiener Singspieldichter K ü r z - B e r n a r d o n sind, deren Herausgabe der Literaturhistoriker Akax P i r k e r und der Musikliistariker Robert Haas gegenwärtig vorbereiten. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Direktors des „Mozarteums" in Salzburg Tr. Bernhard P ä u m g ä r t n e r. Tie Tänze hat Maria L e y einstudiert. Im Carl-Theater gelanat. heute, ll,'6 Uhr nachmittags, bei ermäßigten Preisen, die Lanner-Stern'sche Operette „A l t - W i e n" zur Anfführung. Allabendlich, 7 Uhr, geht die Bittner'sche Operette „Die silberne T ä n z e r i n" in Szene. . . Ioha n n S t r a u ß - T b e a t e r. Heute nachmittags „T i e F ö r st e r ch r i st l" mit Rnoul Slslan. Im L u st s v i e l t h e a t e r aastiert Samstaa den o. und Sonntag den ll. April Charlotte A itber in der Komödie „D i e innere Stimm e" von Dario Riccodemi. Am 16. April beginnt Toni Impekoven vom Frankfurter Schauspielhaus sein Gastlviel ist dem Volksstück „H um 111 i m Krähwinke l" von Toni Impekoven und Carl Aiathern. A v o l l o t h e a t h e r. Im Nahmen der klassischen Overettenvorstellunaen heute, 3 Uhr nachmittags, „Der Vogelhändler". Die Kursürstin singt Frl. Mizzi S t a r e k vom Slm-fütlicatcr in Zürich als Gast. 7 Uhr abends „Ein B a l lr o ui a n". Wiener K o m ö d i e n b a u s. Vom 1. bis 8. April findet das Gastspiel von Bukovic?, Wittels, Bonn. Jensen, Shall, Wyß in „Liebe und T r o m p e t e n b l a s e n" von H. Sturm und Bachwitz statt. Wochensvielvlan der Volksoper. Viontag, Vfi Uhr, „D i e M e i st e r s i n g e r von N ü r nb e r g". Dienstag den 1. April, V-8 Uhr, „R i g o I e t t o". Mittwoch, 7 Uhr, „T a n n h ä u s e r". Donnerstag, '/,8 Uhr, ..Cavalleria r u st i. c a n a", „Der Bajazz o". Freitag, 7 Uhr, zum ersten Male, „C o s i f a n t n t t e". Samstag, 7 Uhr, Festvorstellung anläßlich des 50. Jahrestages der Fledermaus-Premiere „D i e F l e d e r m a u s". WochenspielplandesDeutschenVolkst h e a t e r s. Sonntag, »/,3 Uhr, „Kettenglieder", 7 Uhr, „Erich XIV.". Montag, 7 Uhr, „E r d e" (Der alte Grutz: Dr. lliudolf Tyrolt). Dienstag, 7 Uhr, „E r i ch XIV.". Mittwoch, 7 Uhr, „Die Journalisten". Donnerstag, 7 Uhr, „E r d e". Freitag, 7 Uhr, „E r i ch XIV.". Samstag, 7 Uhr, zum ersten Riale: „Wege na ch R o m", Lustspiel in drei Aufzügen von Rudolf Ege r. W o ch e n s p i e l p l a n d e 8 R a i m u n d - T h e a t e r S. Sonntag, 3 Uhr, „Bruder Martin", 7 Uhr, „E i n Volksfeind". Montag, 7 Uhr, „E i n V o l k s f e i n d". Dienstag, 7 Uhr, „M i ch a e l Kramer". Mittwochs 3 Uhr, „E u l e n s p i e g e l", 7 Uhr, „Ein V o l k 8 f e i n d". Donnerstag, 7 Uhr, „Ein V o l k s f e i n d" iletztes Gastspiel Eugen K l ö p s e r). Freitag, 7 Uhr, zum ersten Male: „Sechs Personen suchen einen Auto r". Samstag, */,3 Uhr, Vereinsvorstellung: „D e r v e r l o r e n e .S o h n", 7 Uhr, „Sechs Personen suchen ein enAuto r". Wochen spielplan desModernen Theaters. Sonntag, 11 Uhr vormittags, „Die Wölf e", 7 Uhr abends „I n g e b o r g", 10 Uhr abends „D e r C a i d". Montag, 7 Uhr abends, „I n g e b o r g", 10 Uhr abends „D e r C a t b“. ArWssaal. Der Freispruch des Dr. Aachstetz rechtskräftig. Die von der Staaisanwaltschast gegen den Freispruch des Dozenten Dr. B a ch st c tz im . Prozesse K adivec ergriffene Nichtigkeitsbeschwerde wurde zurückgezogen, so daß der Freispruch des Dozenten Vachstetz nunmehr in Rechlskraift erwachsen ist. Prristrribereiauklase gegen den Lbman« einer Znvalidenorgamsattvn. Eine seinerze-it vielerörterte Angelegenheit gelangte gestern vor dem Landesgerichte Salzburg zum Abschlüsse. Angeklagt waren der ehemalige Obmann der Invalidenorganisativn Franz Witsch und der Wiener Kaufmann Robert Landau und Friedrich Egger wegen Vergehens der Preistreiberei. Die Anklage legt Witsch und Egger zur Last, sie haben unter dem Vorgeben ' einer Lieferung für die Jnvalidenorganisation Sallzburg int Dezember 1922 eine Einfubrbewillignug für 350 Mäntel der Firma Landau beschafft, wobei diese Mäntel nicht für die iJnvalidenorganisation bestimmt waren. Der zwischen der Invalidcnorganisation und Landau geschlossene Vertrag enthielt die Klausel, Landau könne die Mäntel (deren Einfuhrbewilligung die Jnvalidenorganisation erlangte), zu einer BekleidungsaEtion für Angestellte der Wiener Ministerien verwenden, falls die Organisation sie nicht verwerte. Sämtliche Angeklagten wurden mit der Begründung fr e i g e spro ch en, daß das Geschäft mit der Jnvalidenorganisation allerdings ein Scheingeschäft gewesen sei, das abgeschlossen wurde, um Landau in die Möglichkeit zu versetzen, die Mäntel für Ministerialangestellte zu liefern. Mein eine Vermttreuung der Mäntel sei hierdurch nich t ein getreten und es fehle daher der Tatbestand einer Preistreiberei. Ob ein unreelles Vorgehen und eine Schädigung des Auffichtsrcchtes des Staates vorliege, sei eine andere Frage. Ein unredlicher Stetreramtsdirektor. Der Steueramis- Direktor Josef Ebeseder wurde vom WieneEeustädter Schwurgericht wegen Amtsveruntreuung zu 18 Monaten s ch w e r c n Ke r'k c x s verurteilt. Er hatte Empsangsbestätignngen für Arbeitslose gesälischt. wodnrcb der Staat einen dm, ftR jrff+t BolkswM. Sie Zukunft der fmnMchen Franken. Ansicht des bekannten englischen Wähvungssachmanne- Maynard Keynes. An die Frage, wie sich der französische Franken nach' der erfolgreichen Stützungsaktion weiter entwickeln wird, knüpft sich heute ein großes, nicht nur europäisches, sondern internationales Interesse. Wird die Stützung ein dauernber Erfolg sein oder in absehbarer Zeit wieder einem Kurssturz weichen? Die Frage sucht John M a y n ar b Kc y ne s im Hamburger Wirtschaftsdienst zu beantworten, indem er die Gesichtspunkte darlegt, nach welchen sich die Bewertung des Franken richtet. Maßgebend ist nach Keynes einmal die Kredit- und Budgetpolitik des französischen Schatzamtes, dann aber auch das Maß des Vertrauens oder Mißtrauens, das das Publikum in die Aussichten des Frankenwertes setzt. Der englische Finanzkritiker stellt fest, das; die Menge von Franlcnnoten und Frankenwechseln und anderen kurzfristigen Anlagen in Frankreichs selber ungeheuer groß ist — weit über das Mindestmaß hinaus, das für die bequeme Durchführung des Geschäftes erfordert wird. Wenn der Gedanke in die Köpfe der Franzosen Eingang findet, daß ihre staatlichen Zahlungsmittel und Forderungeir, die auf solche Zahlungsmittel lauten, ein sich entioertendes Aktiv um darstellen, dann ist dem Stande des Frankenwertes keine nahe Grenze gesetzt. Denn in diesem Falle werden sie chren Besitz an solchen Aktiven verringern; sic werden weniger Noten der Bank von Frankreich in ihren Brieftaschen und in ihren Geldschränken halten, werden ihre Bons de tresor liquidieren und ihre Renten verkaufen. Kein Gesetz und keine Ver-i ordnuirg wird sie wirksam davon abhalten. Ueberdies wirb^ der Prozeß kumulativ sein; denn jede Liquidation von Frankenaktiven und ihre Ueberfnhrung in „Sachwerte" wird, dadurch, daß sie einen weiteren Fall hervorruft, die Voraussicht derer zu rechtfertigen scheinen, die zuerst aus dem Franken flüchteten, und wird so einem zweiten Ausbruch des Mißtrauens den Weg bereiten. In diesem Falle wird der Sturz des Franken auch nicht durch ein reformiertes Budget oder einen günstigen Ausfuhrüberschuß verhindert' werden. Denn es würde für die Regierung nötig werden, die überschüssigen Banknoten und Frankenobligationen ausznnehmen, die das Publikum nicht länger halten möchte — eine Aufgabe, die unvermeidlich die Kraft der Regierung übersteigt. Es liegt die Erfahrung vieler Länder vor, die zeigt, daß unausgeglichene Staatshaushalte die Anfangs- Ursache eines Zusammenbruches sind, daß aber die wirkliche „degringolade" erst eintritt, wenn das Vertrauen des großelt Publikums so sehr unterminiert Ist, daß es beginnt, seine Bestände an Zahlungsmitteln zu verringern. Die zentrale Ausgabe der französischen Regierung im gegenwärtigen Augenblick ist also, das Vertrauen zum Franken in den Köpfen der weitesten Kreise des französischen Publikums aufrechtzuerhalteu. Denn es ist das Versagen dieses inneren Vertrauens und nicht Spekulation von Ausländern (obgleich Ausländer und auch Franzosen aus einem Zusammenbruch' der Währung große Gewinne ziehen könnten), das sein Verderben besiegeln würde.; Nun aber ist es der Hauptzweck der meisten Be4; stimmungeu des Herrn de Lasteyrie, die Freiheit der Frankens besitzer bei der beliebigen Verwandlung in andere Wertformen zu beschränken. Weit davon also entfernt, den Franken zu schützen und seinen Kredit wieder herzustellen,! sind sie direkt geeignet, das Vertrauen zu erschüttern unbj seinen Kredit zu zerstören. Eine hinreichende Anzahl von> Bestimmungen würde den Wert irgendeiner Währung eines! Landes zerstören, weil sie ihren Nutzen zerstören würde. Sobald ein Zweifel entsteht, ob Franken (oder Bons de trefot)' ein wirklich liquides Aktivum darstellen, hören diese Jnstrumente auf, den Zwecken zu dienen, für die sie gehalten werden, und ihre Inhaber beeilen sich, sich ihrer zu entledigen, bevor der Zweifel zur Gewißheit geworden ist und noch weitere Hindernisse ihnen in den Weg gelegt sein können. Gerade so, wie ein Mann seine Depositen von der, Bank aühebt, gleichgültig, ob er das Geld braucht oder nicht, sobald er Grund zu haben glaubt, das; es ihm später nicht mehr freistehen wird: so ziehen, das große Publiknm und die Finanzkreise gleicherweise ihre Mittel ans .:iner Währung, wenn sie eine Beschränkung ihrer künftigen Bewegungsfreiheit befürchten. Was für einen Weg also sollte das französische Schatzamt jetzt im Angesicht der Gefahren einschlstgen, die es umgeben? Erstens muß die Regierung ihre finanzielle Lage, so stärken, daß ihre Fähigkeit zur Beherrschung der Geldschöpfung außer Zweifel ist, eine Notwendigkeit, die schließlich zugestanden wird. Zweitens, und besonders während der Zeitspanne, die vergehen muß, bevor die erste Kategorie von Maßnahmen in volle Wirksamkeit gesetzt werden kann, muß die Regierung so vollständiges Vertrauen in die Freiheit des Franken wiederherstelleu, daß es niemand der Mühe wert erachtet, sich der Vorsicht halber, auf Frarrken-< ,tzßMch etytttaften,. btt nicht unmttteLkur kttWNb