Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1840 (30.3.1924)
- Date
- 1924-03-30
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980923--18371-3005434- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
©eile W Wen, Sonntag Miene« Morgenzeitung. 30. März 1924 Nr. 1840 Die Landung in New-Zort. Wie uns die hibsige Repräsentanz der Cunard-Line mitteilt, ist wohl vor einiger Zeit die Landung in New-Aork erschivert gewesen, indem, tvic wir vorgestern meldeten, auch die Passagiere 2. Klasse sich nach Eltis Island begeben mußten, doch sei diese Erschwerung vor 1-1 läge wieder aufgehoben worden; die Passagiere 2. Klasse aus . den großen Danrpferu der Euitard-Ane werden bei der Landung wieder auf den D a m f c r n abgeferrigt und müssen sich nicht nach Ellis 'Island begeben. Verheerende WrbeWrme in Amerika. In Shaw nie (Oklahoma) wurden infolge citteS Dirbelsturmes acht Personen ge tötet und 70 verletzt. In Gar.[.is sind 200 Häuser cingcftürjt. Die Katastrophe Don Amaifi. Rom, 29. März. <Tcl der „Wiener Morgenzeitung".) An der Küste von Str.talfi sind n eu e Erdrutschungen erfolgt. M e h r e r c © ä u } c r io u r i> e it verschütte!. Die Zahl der O p s e r i st aus 10 5 # c jt i c g e u. Man hat die Grabunge n zur Bergung von Opfern eingestellt. Die Soldaten der Hilfskolonnen beschranken ihre Arbeit darauf, den Verkehr ans dem Landwege zu ermöglichen und Lebensmittel nach den abgeschlossenen Ortschaften zu schaffen. Auch die Regengüsse mähren fort und richten weirer großen Schaden an. Das Luna-Hotel in Amalfi, in dem Ibsen seine „Nora" beendet hat, mußte zum größten Teil nieder gelegt tverdcn, um den Wassermassen freien Abfluß zu verschaffen. Die lleberschwemmang bei Warschau. Warschau, 29. März. (P. T. A.) Der Eis da mm, der sich bei Rejszow gebildet und die Uebcrschwemmung der Warschauer Borstädte sowie zahlreicher an den Usern der Weichsel gelegener Dörfer verursacht hatte, hat sich in Bewegung gesetzt, so daß die Lage in Wloclawck, Plock und Nowydwor besonders ernst erscheint. Eine Anzahl von Dörfern in der Nähe von Sochatsche w stcht unter Wasser. Der Eisenbahnverkehr zwischen Warschau und Lemberg wird über Krakau geleitet. Zwischen Rozwadow und Kempa ist das ü'iseubahngeleise beschädigt worden. Der Hochwafferftaad. Seit ungefähr einer Woche sind die Zuflüsse in bi« Jciwitt so stark, daß der Wasserstand unausgesetzt ansteigt.?le Ursache ist in dem Plötzlich crngetreteven Tauwetter;n suchen, das, in manchen Gebieten noch mit starken Regen- Tüfjcic verbunden, die großen SHneemertgen in Wasier verwandelt. So verzeichnete die Donau am 22. d. noch einen Wasserstand von 90 Zentimeter unter dem normalen Ausnaß, während gestern bereits 2,20 Meter über dem normalen Stand gemessen wurden, so daß eine Steigung von mehr als drei Meter eingetreten ist. Nach den Hochwasserberichten ans den hauptsächlichsten Zufl-ußgebieten der Donau ist wohl ein« Keine Äbnähme der Steigerung zu verzeichnen, immerhin dürfte sich noch heute der Stand der Donau auf 2,35 Meter über das gewöhnliche Ausmaß erhöhen. Seit Gründung der Donauregulierrrngskommission war der höchste Stand der Donau am 18. September 1899 mit 5,60 Meter über das normal« Maß, ohne daß damals die Stadt Wien ernstlich gefährdet gewesen 'wäre. Die Donau 'könnte also noch um 3,40 Meter steigen und würde erst dann dem vor 25 Jahren erreichten Höchststand gleichkommen, Es kann daher gegenwärtig hon einer rrn-- mittel baren Hochwassergefahr für Wien nicht gesprochen werden. Die Gemeinde 'hat aber alle Vorkehrungen getroffen, um für alle Fälle gei it ft c t zu sein. So wurden die Hochwafserfchleußen der Kanäle Floridsdorfs bereits vorgestern geschlossen und die Zur Abfuhr der Kanalwässer dienenden Abwasserhebewerke ht Betrieb gesetzt. Auch die Zeutralkömmission für lieberschionnmungsangelegenheiten würde erforderlichenfalls sofort zusammenberufen werden, um die notwendigen Anordnungen zu treffen. Bürge vmeister Seitz besichtigte eingehend die AbsperWorrichtung für das Hochwasser in Nrchdorf, die ebenfalls bereits in Tätigkeit ist, und di« be-wi-rkt, daß der Wasserstand im Donaukanal bedeutend niedriger ist als im Donaustrom. Er besichtigte sodann die Nußdorstr Schifffahrtsschleuße und gab den Auftrag, alles vorzukehcen, damit im Falle ungünstiger Wi tterungsderhaltnisse, die em weiteres Steigen der Donau herbeiführen könnten, die nötige >r Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden Vnnen, Am Mikiarveuspende der Handelskammer. Ausgestaltung des technischen Versuchswesens. Die Handelskammer hat anläßlich ihres 75jährigen Gründungsjubiläums eine Milliarde Kronen zur Förderung und Ausgestaltung des technischen Versuchswrstns bestimmt. Es wird nunmehr der Technischen Hochfrfjit-fc möglich sein, einen Apparat für rontgenographischshe mische Untersuchungen anzukanftn, der bisher im Gegensatze zu fast allen ausländischen technischen Hochschulen in Wien fchlte. Es werden ferner Spezialapparate für wissenschaftliche Forderungen im Zellulosefach wird auf dem Gebiete des Papier-Jngenieurwestns, ferner solche für die Messung hoher Temperaturen u. dgl., angeschW werden. Einer Reche von Ve rsu ch sa nstall ew, wie der Versuchsanstalt für Textilmdttstrie, der Versuchsanstalt für Krafffahttvrsen und jener für Müllerei, Bäckerei und Hefter;:ngnng. wird der Anlauf wcrwoller Spezialappara-e ermöglich!, ' . Ms ist's mit der Sommerzeit? Wie Mit vorigen Jahre ist auch heuer in industriellen und Handelskreisen das Bestreben vorhaatdcn, die Reglerrmg zur Einführung der Sommerzeit zu veranlassen. Sic würde vorr großem Vorteil für die städtische Bevölkerung sein, die zwar um eine Stande früher mit der Arbeit beginnen müßte, aber dafür um eine Stunde früher als jetzt die Arbeit beenden konnte. Di« Aussichten für die Einführung der Sommerzeit sind sehr gerntg, ixr sich die Landwirte mit aller Energie dagegen strauben. Wie dort der Wiener Handels>- u nd Gewerb c-- Jamitter nntgeteilt wird, hat sie am 12. Februar 1924 im Einvernehmen mit dem Gremium der Wiener Kaufmannschaft, dem Niederösterrerchischen Gewerbeverein, dem .Haupwerband der Industrie und der Wiener Magistratsdirektioir das Handelsnrinisteium in einer neuerlichen Eingabe ersucht, in Angelegenheit der Einführung der Sommerzeit eine Sitzung der Vertreter der großen Korporationen rrnd des Staates cinzuberufen, damit nicht wieder, wie in den früheren Jahren, erklärt werde, daß das Ansuchen um Einführung der Sommerzeit, zu spät cmgelangt sei. Bon der Regierung ist keine Antwort erfolgt. Es wurde mm vor kurzem ein« neuerliche Eingabe an das Ministerium gerichtet, warum keine Antwort erteilt werde, «da die Ocssentlichkeit ein Interesse an der Erledigungder Angelegenheit habe. Auch das G r c nr i u in der Wiener K a « f m a u nschas: hat eine Eingabe an das .Handelsministerium um Einführung der Sommerzeit gerichtet. Außer den L a ud w ir t eu sind jedoch auch die Banken nicht für Die Einführung, die sich bereits vor zwei Jahren aus das entschiedenste dagegen ausgesprochen haben. In Arbeitcrkreist'tt wird darauf verwiesen, daß die Etnsührung eine Mehrleistrtng für die Arbeiterschaft bedeuten würde,, da die Arbeit wohl eine Stunde früher beginnen, jedoch nicht früher beendet würde. Deshalb hat die Arbeit« rk a nt m e r im vorigen Jahre ein« ablehnende Haltung eingenommen. Antrag auf Einführung der Sommerzeit für den Bereich der Gemeinde Wien. In der Sitzung der Bezir-ksvertretnug Alsergrund vont 26. d. stellte Bezirksrat Tr. Georg Weiner (Jüdische Wahlgememschaft) den Antrag, den Bürgermeister aufzitsordern, für den Bereich des Laitdes Wien die Sontmerzeit «inzuführeii. Er verwies darauf, welch großen Nutzen die Sommerzeit für die arbeitende städtische BevöWentng bedeute und daß die Durchführung für den ganzen Staat lediglich an dem Widerstande der agrarischen Kreis« scheitere. Es bestehe jedoch kein Hindernis, die Sommerzeit für den Bereich des Landes Wien d-urchzusirhren. Daß die Bahnen weiter mtd) mitteleuropäischer Jett Verkehren würden, sei kein Hindernis, da sich die mtelligente Wiener Bevölkerung sicherlich schr schnell an diese Divergenz gewöhnen würde, wi« ja auch seinerzeit zwischen der mittelmrvpässchen und der Wiener Ortszeit ein« Differenz von sechs Minuten bestanden habe. Der Antrag wurde von der Be- MSVerttttimg einstimmig angenommen. Der JtamM gegen die Wohnungsnot. Stur Mitteilung des Wohnungsawüs. Gegenüber dem Jahre 1923 ist in den letzten Monaten die Zahl der dringlich auf eine Wohnung beim Wohnungsamt Vorgemerkten -gestiegen. So waren am 31. Dezember 1923 in Wien zusammen 21.368 Personen als dringlich wchnnngSbednvftig wwvgemerkt. Am 1. d. dagegen 22.970, darunter 1000' als Notstandsfälle. Im >Jahre 1923 wurden 6014, im Jahr« 1928 dagegen 9662 rechtskräftige Woihnuings anforder nutzen durchgeführt. Dieser groß« Rückgang von mehr als 3500 Anforderungen ist auf das seither verschlechterte Anforderung sg «fetz zuruckzuführen, das eine Anforderung lwegen beabsichtigter Aufgabe der Wohnung und bei Wohnungsverikauf fast unmöglich macht, während mch der früheren Wiener Anfovderungsvevovdmtng dazu die Möglichkeit gegeben war. Zu den 6014 angefovderten Wohnungen kommen im Jahve 1923 noch 2175 Wohnungen, die von der Gemeind« in, muen -Häusern errichtet worden sind, und schließlich wurden mit Unterstützung der Gemeinde rund 660 Siedlerhäuser gebaut. Ir^gesami hat das Wohnungsamt 7337 vorgemerkten Parteien int Jahre 1923 zu gewiesen. Darunter befanden sich 1909 Notsta ndsfälle. Es bestsht kein 'Zweifel, >daß durch die Möglichkeit, jede Wohnung ohne Altgabe von Namen und Adresse zum Tausch antzubieten und sogar ein« Ablöse zu verlangen, der Schleichhandel mit Wohnungen außerordentlich gefördert wird. Das Wohnungsamt bezeichnet es als Pflicht aller, nicht nur der 2Lohnungsbedürftigen, der Genre inde dalbei zu helfen, die Gesamtheit von der Wohnungsforge teilweise zu befreien. In diesem Jahr« wird die Gemeinde Wien rund 1000 Siedlungshäus-er fertigstellen und 4584 Wohnungen in Hochhäusern neu erstellen. Aus dem Wohn^bauprogranw für das vergangene Jahr sind noch rund 1600 WchnunM im Bau, di« gleichfalls in diesein Jahve fertig wenden. Die Forderungen der Wüsche« Angestellten. Kein Anschluß der Bundesangeftellt-en. Gestern veranstaltete der Verband der st ä d t i scheu Angestellten vor dem Rathaus« eineKundgebung zugunsten der neuen, dem Gemeinderatsprüsidium überreichten Lchnfordevungen, die eine 15prozentrge Erhöhung dev bisherigen Bezüge betreffen. Die Redner wiesen darauf hin, daß die Mion, mit den Bundesangestellten eine Einheitsfront zu bilden, gescheitert sei Nur die technische Union habe sich bereit erklärt, die Forde . ruygeK W^Mrnchmen. Die Nu «d e.s.^ng e tz e L jlze g vermeiden cs, jetzt Forderungen aufzu< stellen. i In einer Resolution wird Stellung gegen den^ GeneraAommisiär genommen und weiters verlangt, daß die Abhängigkeit der Gehastsregulierung der städtischen An» gcstellteit von einer oventuellett GehaltSveMlievung der Bundcsangestellten aufgehoben werde. Bis zur endgültigen Regelung der Lohnfordemugert werden die bereits fällig gewordenen Verwendungszuschläge bis Juli einheitlich für alle verlangt. _ Sin anseblicher Gistmordversuch. Gestern wurde ein interessanter Fall bctaitutt, den die Polizei bisher zu verschweigen sich bemüht hatte. Es handelt sich um beit angeblichen Mordversuch der Baronin Leoitline P u t tlaitm an ihrent Gatten, dem Präsidenten der Landwirtsch-aftsstellc und Gründers der chrPlichfozial-gr-oßdeutschen Bauernbank, Albert Geßntann, einem Sohne des ehemaligen christtichsozialen Führers, Ministers a. D. Dr. Albert Geßntann. lieber die Angelcgeicheit wird von der Polizeik-orrejpondeuz mitgeteilt: Slnt 25. d. erstattete ein Wiener Uttiversitätsdozent bei in Polizeikomutissariat Landstraße die Anzeige, daß er am 20. d. zum Gutsbesitzer Albert Geßmann berufen worden sei, der plötzlich von derart heftigem Brechdurchfall befallen worden war, das; der Verdacht einer Vergiftung Vortag. Der Inhalt einer am Tische stcheitden Kaffeekanne ttnd Tasse wurde daraufhin chemisch ntttersucht und ergab, daß in dem Rest der Tasse Arsen ein- 'lußtofKt rtachgcwi«.sen, wurde. Die sofort eingeloitetett Er- HZMtgett «rgabctt, daß der attgenscheinlich Vergiftete, der vo>t seiner Gattin seit elf Monaten getrennt lebte, die Gemeinschaft wieder am 16. d. aufgenommeit hatte. Am 19. d. waren abends die bcideit Ehegatten int War!et« Ronacher gewesen, kehrten um 11 Uhr nachts zurück, weilten bis 12 lihr nachts im Wohnzimmer und begäben sich bamt zur Ruhe. Gegen 1 Uhr früh stellten sich dann die Folgen einer Arseubcrgiiittitg bei dem Gutsbesitzer ein. Die Erhebungen d«s Kommissariats Landstraße ergabett weiters, daß die Gattin des Gutsbesitzers, ttoch che sie das Ergebnis der chemischert litttersttchung wußte, am 26. d. vormittags beim iKommissariat ihrett Reisepaß zur Prolongation oingebrachi hat. Am nächsten Tage schickte sie ihre Freuttdin, die Paßanwe.isung abzuholen, doch wurde dieser Paß tritt Rücksicht auf die bereits eingeleitete Amtshandlung nicht ausgefolgt mtf» die Frau arifgefordert, sich im Kommissariat einzuflnden, was sic auch tat. Bei ihrer Einvernahme gab sie an, daß sie vor gwei Jahre tt eine Zeit hindurch infolge ihrer Magerkeit Arsenitrjektionen bekommen habe und nachher auch noch eine Arsenkur gemacht habe. Am 31. d., also einen Dag nach dem Vorfall, reisten di« Ehegatten auf ihr Gut in Niedervsterreich, wo sie bis zum 25. d. allein verblieben. Am 36. d. nachmittags teilte Geßmann seiner Frau das Ergebnis der chemischen Untersuchung in Gegenwart eines ihm besteundcten Ingenieurs mit. Die Gattin war darüber schr bestürzt. Seicher hatte sie ihren Gatten nicht mehr gese>h«n und er wußte auch gar nicht, wohin sic chr Gepäck hatte bringen lassen. Sie war nach Rücksprache nvit ihrem Rechtsanwalt in eine Wiener Pension übersiedekt. Auffallend ist nur, daß allein in der iKasfeeschale Ars en n a ch-- gewiesen wurde, wahrend der Kaffee in der Kanne einwandfrei war. Auch die Milch >und der Würfelzucker waren zweifellos nicht vergiftet, da das Dienstpersonal beides ritt den 'folgenden Tagen verzehrt hat. Die Gattin des Gtttsbesrtzers wurde im Einvemchmen mit der Staatsanwaltschaft dem Landesgericht eingeliesert. * .. Die gewesene Baronin Putt kam er entstammt einet reichsdeutschen Grafenfamilie und leibt seit vielen Jahren in Wien, wo sie in der Gesellschaft schon durch ihre äußerliche Erscheinung eine Rolle spiest«. Diese Rolle hätte allerdings «inert eigenartigen Don, da man Wer die Baronin allechand munkelte und ihr insbesondere gewisse abnormale- Veranlagungen, die schon äußerlich in Kleidung und Benehmen der Frau zum Ausdruck kamen, mit aller Bestimmtheit nachsagte. Die Frau soll sich, als ihr ihr Gatte das Evgebetis der chemischen Untersuchung mitteilte, ivi« eine Tobsüchtige benommen, auf dem Boden getvä'lzt und unter hysterischen lKvämpfen ihre Ilnschwld -beteuert haben. Dann, als 'der Anfall vorbei war, spielte sie die Gekränkte, packte wortlos ihr« Sachen und verließ die Wohttun-g. Bon .anderer Seite wird erklärt, daß Gutsbesitzer Geßmann zum dritten Mäle heiraten wollte und daß di« Angelegenheit, gar nicht geklärt fei, da bisher nicht festgestellt ist, wie das Gift in den Kaffe« gekommen sti; denn Frau Geßmann habe sich gar nicht im Zimmer befunden, als der Kaffee hmeiitgebracht' wurde. Es werden daher derzeit auch die Angaben des Herrit Geßmann genau g«p r ü f t, da seine Aussagen und sein Verhalten nicht gan'z klar sind. Auch wird wohl «ine c i ngehendere Vernehmung der Wirtschafterin nötig sei,,/ die beit Kaffee zubereitet und auf dett Tisch gebracht habett soll. In der Ehe waren seit längereim Zwistigkeiten entstanden, die die Frau vor Iahresfoist veranlaßt hatten, den gemeinsamen Haushalt anfzugeben. Dr. Geßmann verhaftet. Spat nachts wird uns gemeldet: Die Erhebungen haben 'hn Laufe des Nachmittags Ata» ment« ergeben, die die Einvernahme Dr. Gehmonns zur Aufklär,mg einiger Punkte erforderlich machten. Dr. Geßmann konnte nun einzelne Momente nicht genügend aufklären und entschlug sich bei arideren wichttgeu Momenten unter Hinweis ^darauf, daß er der Gatte sei, jeder Aussage. Im Laufe dieser Erhebungen ergab sich mm ein gewisser Verdacht, daß Geßntann vielleicht selbst das Gift in die Akafstesichale gegebm habe. Nachdem dieser Verdacht durch die Einvernahme Dr. Gefmanns nicht entkräftet werden konnte, wurde' er nach mehrstündigen Verhören in B c: wahr u n g 8 Haft