Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1831 (21.3.1924)
- Date
- 1924-03-21
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sekte 10 Men. Freitag Wiener geschchen mache, (ir wird vielmehr verpflichtet, den oberen Teil seines Daches mit im Lande erzeugten Dachziegeln zu decken. Ein zweites Urteil des Obcrrabinats besagt: „Wir stellen fest, daß die Pflicht, sich ausschließlich der Landesprodnkte zu bedienen für alle Bedürfnisse unseres Landes, eine allgemeine wichtige Verpflichtung darstellt, die keine Ülusnahme zuläßt. Da der Angeklagte sein Dach mit Schindeln aus dem Auslande gedeckt hat, dies jedoch entsprechend den Weisungen eines Architekten und nicht mit Vorbedacht getan hat, ist er als ein solcher anzusehen, der irrtümlich gehandelt hat, und es märe nicht gerecht, ihm großen Schaden zu verursachen. Da er jedoch nach der Warnung durch das Komitee zur Förderung der Landesproduktion mit der Unterbrechung der Arbeit gezögert hat, haben wir beschlossen, ihm eine Buße von drei Pfund für Wohltätigkeitsztvccke aufmerlcgen." Kufvhr uns Produktionsmöglichkeiten. Welche Möglichkeiten im Lande für Handel und Industrie besteben, gebt aus den folgenden Ziffern, dem Zollamts cm?weiS von Oktober 1923 entnommen, hervor. In dielen Monat kamen nach Palästina folgende Waren: engl. Pfund Gemüse (meist aus Syrien, Erdäpfel aus Frankreich) 4.101. Hier l 111.509 Stück). 300 Tabak .13.468 Milchprodukte (Butter. Käse, Kondensen) ..... 4.051 Schokolade und Kanditen.. 3.322 Fische . 1.609 We n, Alkohol .. 8.904 Mehl ..15.155 Konfektion (Kleidungsstücke) . .. 20.3*26 Wälche, (Socken, Strümpfe). 8.188 Schuhe .... i .... ... . 2.601 Seidenware. . - 6.318 Wolle und Leinenwaren ..57.854 Möbel. 2.572 Dachziegel und Mörtel. 925 Seife und Toiletteartikel. 6.199 Felle und Schläuche . 5.119 Bürsten, Gold- und Silberwaren, usw. 8.076 Oeleu. a. ........ ...... 7.232 Tie gesamte Importziffer beträgt 182.324 englische Pfund. Die genannten Ziffern entfallen auf einen schwachen Importmonat. In Wirklichkeit betrifft die Einfubr fast da8 Doppelte, da der Jahresimvort 5,000.000 englische Pfund jährlich betragt. Tie Zählen geben eine Uebersickt der Produktionszweige die im Lande erwünscht sind und welche die Landessabrikation. wenn sie die gehörige Qualität zu bieten imstande wäre, leicht beschäftigen könnten. Nach dem offizielleil Bericht über den Außenhandel im Jahrs 1923 (ficke Artikel über die Handelsbilanz Palästinas nn Jahre 1923, „Wr Morgenzeitung", Hauptblatt vom 14. März) betrugen die Importe im genannten"Jahre 4,935.265 englische Pfund. Davon entfallen 1,123.541 oder 23 Prozent ans Großbritannien. Aus England wurden importiert in ägyptischen Pfund: Baumwollwaren 300.217, Kleider 71.790. Tabakfabrikate 44.011, Wollwaren 41.500, Lebensmittel 40.000, Kohle 27.006 (7671 Tonnen), Regierungs- und Militärgüter 384.408. Die Einfuhrzölle Palästinas. Der allgeureine Tarif für Importwaren beträgt 11 Prozent ihres Wertes, für ägyptische Waren 8 Prozent. Niedrigere Zollsätze (3 Prozent) genießen Baumaterialien aus Holz, Eisen. Fensterglas, Ziegeln, Zement, Asbest usw.. ferner Kistenbreiter sowie Biel). Vom Einfuhrzoll befreit sind landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Maschinen für Molkereibetrieb, Brutapparate, Oelpressen usw., Kunstdünger; ferner Bücher, Drucksachen, Photographien. Einfuhrverbot besteht für Waffen u. a., Dynamit für Sprengungen bedarf besonderer Erlaubnis, ebenso Waffen zu Sportzwecken (Polizeibowill-igung). Opium und Medizinalieu, die gefundheirgefährdende Beigaben wie Kokain, Morphium enthalten (Bewilligung des Sanitvtsamtes). Die Bewilligungen für die Einfuhr der genannten Waren hat der. Importeur einzuholen, -eine offizielle Kopie der Bewilligung ist der Ware beizugeben. 1923 wurden Abgaben eingesührt: auf De- 8 Piaster, Zucker 1 Piaster, Benzin 4 Piaster, alles pro Kilogramm Liköre 60 Prozent, Champagner, Bier Wein 20 Prozent, Parfüm 25 Prozent, Schokolade und Zuckerwaren 20-Prozent. Schutzzoll obet Freihandel. In der in Tel-Awiw erscheinenden „Mischar Wetaassia" (Handel und Industrie) erörtert Dr. I A l o n i (Sosnitzky) d'e Frage von Schutzzoll obm: Freihandel vom Standpunkt Palästinas. Palästina sei heute eine autonome Kolonie, die das Recht hätte, über chren Handel und Export, über Industrie und Wirtschaft allein zu entscheiden, daher müßte die Regierung diese Fragen ernstlich mit RückLht auf die inneren Verhältnisse des Landes behanoeln. Es könne kein Zweifel obwalten, daß dem Freihandel der Vorzug gebühre, wie aus der Geschichte hervorgehe. Der Autor bespricht das Prinzip des Freihandels und betont, Palästina müsse wieder ein b i l l i g es Land werden, wie dies vor dem Kriege der Fall war. Eine Verbilligung der Lebensbedinaungen wäre auch der Anfang der Prosperität. In einem Lande mit wenig Naturprodukten und ohne Kohle könne die Entwicklung der Industrie nur durch billige Arbeit gefördert werden. Für den Anfang werde ein kleiner Schutzzoll, eine Art von „Erziehnngszoll" nötig sein als Stütze und Ansporn für die Industrie, später aber werde sie die Kraft zur Konkurrenz durch entsprechende Qualitäten mtb Preise aufbringen müssen. Orthodoxe Initiative. Wie das Bulletin der Agudas Iisroel mitteilt, hat die Palästina-Reise des „Gever" Rabbis und seiner Reisegesellschaft praktische Resultate gehabt. Es wurden mehrere tausend Dunam Boden angekauft. der Striekower Rabbi allein kaufte für seine Chrvssidim 1600 Dunam Boden. Die Reisegesellschaft konstituierte sich als eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von N).(M Pfund unter dem Namen „Mat wes", die in Tel- Ä w i w eine große Weberei errich:en wird. Auf dem Platze, oen der Garer Rabbi während seines Aufenthaltes vor drei Jahren gekauft hat. wird zu Beginn des Frühlings mit dem Lau von Geschäft shallen begonnen werden. Malters wird eine Bierbrauerei in Haifa und eine Zigarettenfabrik m Tiber i öS errichtet werden. FabrikSgründuna eins großen polnischen Tabakgesellschast. Die Bcswcr der „S u k: a «"-Tabakgesellschast in Wilna, eines der größten Ko>uzerne dieser Art in Polen, reisen nach Patästma. um dort um fitofct Tobatfabril #» gründen. Geistiges und gesellschaftliches Leben. Zur Illustrierung des regen geistigen Lebens in Palästina genügt «s, an der Hand der Landespresse ein Bild der kulturellen und sozialen Tätigkeit eures TageS zu geben. Wir wählen einen Samstag der letzten Zeit in Tel-Awiw — Jaffa. „L'm a a u." In der Kommission zum Schutze der Landesproduktion um 10 Uhr abends Sitzung über die Veranstaltung der für die nächste Zeit geplanten Ausstellung. — V o lk s h o ch i ch u lku -r s e. Von 6 bis 7 Uhr Vortrag Doktor Mossiufohn, Direktor des Gymnasiums „Herzlijah" in Tel- Awiw: Einführung in das Alte Testament. Sonntag, 7 Uhr, Fortsetzung des Vortrages Dr. Trablus über Malaria, Hr Wesen und ihre Betkämpfung (mit Lichtbildern). - Mädchen- Vereinigung. Auf den vom Verein veranstalteten Abend zugunsten dar Kindergärten gewann H. W i t t m a n n einen mit Handmalerct verzierten Tonkrug. — Kulturgruppe. Halb 9 Uhr abends Konzert Dich rin mit Klavierbegleitung Herschkowitz. Leiesaal täglich von 3 Uh^nachmitwgs bis 11 Uhr abends offen. Tabellen mit genauen hebräischen Erklärungen über Schlosserei und ihre Geräte sind erschienen. — V o r t -r ä g e. Im A r b e i t e r k l u b in N'weih-Schaauou- Biertel, Dr. Kaplan' Die Landeskrauk-heiten und die Mittel für deren Verhütung. Sams'aq im Klu-bheim Akademie mit Gesang, Deklamation und Musik. Vereinigung der orthodoxen Arbeiter: 4 Uhr nachmittags, Vortrag Ch. L. C h a r i f a i: Prinzipien der Arbeit nach den alten Hebräischen Quellen. — L e r s a m m! n n g e n. Arbeiterverein Achduth-Haawodäh: Berichterstattung der Delegierten über die letzte Konferenz in Jerusalem. Samstag, 8 Uhr abends, im kleinen Saale der großen Synagoge in Tel-Awiw Generalversammlung der allgemeinen Zionisten. Tagesordnung: Stellungnahme zur Sitzung des Aktionskomitees in London. Arbeiterverein ,^>apoel Hazair": Versammlung. Tagesordnung: Berichterstattung. Referenten: Chaufch. Dr. Katzenelsohn. Klub der „Poale Zion": Versammlung. — Ein Vortrag der Frau Pewner-Schatz über „Die Renaissance" wurde von dem kleinen Auditorium mit größtem Interesse ausgenommen. Die weiteren Vorträge worden von der Entwicklung der Künste und der Künstler selbst handeln. — Stadtrat. Sitzuna des großen Wand um 8 Uhr abends Eintritt nur für geladene Gäste, welche die Führer der Partien miibnngen dürfen. — A k t' v i st e n. Eine Gruppe junger Leute, meist akademisch gebildete, hatte sich zu einer Orgruiscitwn der „Aktivisten" zusammengeschlossen. Ta viele junge Manschen-, die im- Gallith in der Bewegung sehr tätig waren im Lande passiv und apathisch werden, weil sie den Kontakt mit dem neuen Milieu nicht finden können, nachdem sic ihre Arbeitsgcnosstn vom Galuth verloren haben, erfolg'« dieser Zusammenschluß, um aktiver nwd intensiver arbeiten zu können. Die öffentlich abgchaltene Diskussion erweckte großes Interesse und gewann ihnen viele neue Genossen. ZI Beth Sefer Reali Ibri Haifa Hebräische Realschule in Haifa Mittelschnlerzieliung in Verbindung mit technischer Vorbereitung (Metallarbeit, Tischlerei. Buchbinderei für Knaben, Hauswirtschaft für Mädchen) Internat für Knaben und Mädchen Körperliche Ausbildung ° Gesundes Klima Sport Anfragen sind zu richten an den Leiter der Schule Dr. Artur B1 r a m. Haifa, P. O. B. 202 3h den neuen Siedlungen. Kfar Milel (Errief). Dieser Kolonisationspunki, den früher eine Kwuzah bearbeitet hatte, hat nun feine Form geändert. Es wurde tzeschloffen, die Kwuzah aufzulösen, Boden und Inventar unter alle zu verteilen und zur Form eines M o s ch a w überzugchen. Jedes Mitglied hat einstweilen 30 Dunam Wintergotreide gesät und nächstens wird jeder 6 Dunam mit Weinstöcken bepflanzen. Eine Anleihe der Palästinensisch-Kwnistischen Exekutive wurde zum Einkauf von Inventar, Bieh, Geflügel verwendet. Auch Bienenzucht wird getrieben, welche große Möglichkeiten hat, ebenso Tabakpflanzung. Jeder Genosse hat Arbeitsvieh, ein bis drei Milchkühe und Geflügel. Die Geflügelzucht hat große Aussichten. Die größeren Geräte, wie: Mähmaschine, Eggen, Traktor usw., sind gemeinschaftlicher Besitz geblieben. Die Krankenkasse Hot eine Apotheke eingerichtet und eine der Genossinnen ist Achoth (Krankenpflegerin). Mit Hilfe der Zentral- Bibliothek wurde ein Lesesaal eingerichtet. Die neue Siedlung Hogiwah bei Haifa orMvickotzt sich gut. ES wurden bereits einige HMhäuftr für die Arbeiter strbiggestellt. von denen jedes ficken Zimmer enthält. Die KwMch betreibt hauptsächlich Getreidebau. Schomrijah, eine neue Kwu>zäh-SrMung aus der Stwatze zwischen Haifa und Nazav ch. ist hn Aufblühen begriffen. Es wurde mit der Milchwirtschaft begonnen, die besondns gepflegt werden soll. Die Siedlung Nahalal liegt auf Boden des Jüdischen Nationalfonds, umgeben von Orten historischer Bedeutung (Ajaloth, Giwatah, Tel-Schamem, Guroh. Mahlul). Hier befanden sich viele Quellen und bildeten überall Sümpfe, welche wahre Krankheitsherde darstellten. Nun ist es den Arbeitern gelungen, die Sümpfe in Segensquellen umzuwandeln, ohne daß es ein Opfer gekostet hätte. Die Beduinen und Araber der Gegend sehen trotz ihrer widerwilligen Haltung das Heil der jüdischen Arbeit und leben mit den Arbeitern in guten Beziehungen. Wenn ein Arbeits- oder Weidevieh plötzlich ver,chwinr>K, melden dies die Dorfältesten den jüdischen Arbeitern. Madchen.Kwuzoth. Eine Mädchengrttppe hat sich allein ein Mädchen-Kwuzah gegründet (in Nachlath-Jehuda), ihrem Ükifeitii ßoltzj» «hu andere (BorochovÄm»! Mi LeL-AtvÄv). 31'. März 1924 Nr. 1881 Obwohl sie technische Schwierigkeilen zu überwinden Hatzen, erzielen sie schöne Erfolge, die Begeisterung erwecken. Sie haben eine Orangerie von 50.000 Stöcken in Töpfen, von denen sie schon 40.000 überpflanzt haben, die fast alle gedeihen. Auch mit Milchwirtschaft, Bienen- und Geflügelzucht beschäftigen sie sich tüchtig und der Ertrag ist sehr zufriedenstellend. 424 Palästina-Einwanderer im Februar. Wie die palästineusische Telegraphenagentur erfährt, sind während des Monats Februar 424 Einwanderer nach Palästina gekommen. Palästina und die Wiener Messe. In der palästinensisch jüdischen Presse finden wir einen Hinweis auf die Wiener Messe. Palästina müsse trachten, billige Waren einznkanfen und Märkte für die eigenen Produkte zu erobern. Wien sei wieder eine internationale Stadt, deren Geschmack eine starke Anziehung ausübe. Der Polästina-Orangenexporj nach England. Tie Ende Dezember mitcelciltc Besserung int palästinensischen Orangen- Handel hat auch weiter angehallen. Die Bersch ifsumzen patzten sich besser der Nachfrage au, was auch dazu beitrug, daß die in England erzielten Preise sich in st ä n d i g aufsteige nder Linie bewegten; sie betrugen in Liverpool für erste Sorte im Jänner 14 Schilling bis 14 Schilling 3 Pence, Mitte Februar 14 Schilling 6 Pence bis 15 Schilling 6 Pence, in der letzten Februarhälfte bereits 17 Schilling 6 Pence bis 18 Schilling 6 Pence und in den letzten Tagen konnten sogar Preise bis 20 Schilling erzielt werden. Ter Umschwung ant englischen Markte wurde zum großen Teil durch das Verhalten der spanischen Exporteure veranlaßt, die 'ihre Sendungen nach Liverpool stark c-inschränLN'U, angeblich um dadurch eine Ermäßigung der Verkanfsprovisionen zu erzwingen. Auch der englische Dockarbeiterstreik, durch den nrnfang'.ieiche Sendungen dem Markt serngel-alten wurden, hat zur Befestigung der Preise beigüragen. Die englischen O-bstmaller äußern ihre Befn-ediaung darüber, daß es' ihnen gelungen ist. für die palästinensischen Orangen einen immer größeren Absatzmarkt zu gewinnen. Kalkerzeugung. Eine Gruppe von zwölf Arbeiter-n hat einen ileuen Arbeitszweig im Lande „erobert"; die Kalkb e r e i 1 u u g. Bisher waren die Araber die Spezialisteu, die den zu Bauten nötigen Kalk bereiteten. Die Arbeitcrgrnppe traf aus viele Schwierigkeiten. Tie um Rat befragten Araber führten sie absichtlich'irre und störten sie auf alle mögliche Weise. Aber trotz Geldmangels brachten sie es trotzdem zustande, und nun ist der von ihnen sertiagestellte Kalk oftmals besser und feiner als jener der Araber und wird ziemlich gerne gekauft. Es kamen Fälle vor, daß die Araber sogar von den jüdischen Llrbeitern Kalk gekauft haben. Man beabsichtitzt nun, an allen Stellen, wo sich Kalksteine finden, Kwnzoth für Kalkgewinnung zu schassen. Kunstdüngererzeugung. Ein Äunstdüngersabrikant . aus Südafrika, der gegenwärtig in Tel-Awiw weilt, ^unternimmt in Palästina Schritte, eine solche Fabrik zu eröffnen. Die Knochen liegen in Tel-Awiw und überhaupt^im Laude haufenweise ungebraucht und erzeuaen bloß Schmutz. Der neue Interessent rechrwt darauf, aus 300 Tonnen Knochen 270 Tonnen Dünger zu produzieren. Der Verdienst würde schr beträchtlich sein. Die Kerzensabrik „Sahar" in Tel-Awiw hat ihre Arbeit mit neuen Maschinen aus Europa begonnen und wird fortan auch feine T o i l e t t e s e i f e n erzeugen. Die orthodoxen Institutionen bedroht. Das Joint hat die Subventionierung der orchodoxen Erziehungs- und Wohltätigkeitsanstalten, die ihnen in einer Höhe von 36.000 Pfund Sterling zuteil wurde, eingestellt. Diese Verfügung hat die betreffenden Anstalten und hunderte Familien schwer getroffen. Auf Drängen der Betroffenen hat sich Oberrabbiner Kuk entschlossen, nach Amerika zu reisen, um die dortic-.e Orthodoxie zur Erhaltung der orthodoxen Anstalten zu veranlassen. Die Kampagne der jüdisch-sozialistischen Gewerkschaften Amerikas zur Schaffung eines 150.000 Dollar-Fonds für die jüdischen Arbeiterinstitutionen Palästinas breitet sich über ganz Amerika aus. Das Komitee versendet ein eigenes Blatt, welches über die jüdischen Arbeiterinstitutionen und deren Tätigkeit informiert und über den Fortgang der Sammlungen berichtet. In der jüdisch-sozialistischen Presse Amerikas hat eine lckhafte Diskussion eingesetzt, in welcher sich die Führer der jüdischen Gewerkschaften mit ihren kommunistischjüdischen Kritikern auseincmdersetzen und die Pflicht der organisierten Arbeiter begründen, dem Merk ihrer Brüder in Palästina zu helfen. Für die amerikanische Kolonie „Herzliah", deren Grün düng gegenwärtig in Amerika lebhaft betrieben wird, haben sich bereits 50 Familien als Kolonisten vorgemerkt. Im ganzen soll die Kolonie 100 Familien umfassen. Die Kandidaten verfügen sämtlich über gewisse Geldsummen und rechnen damit, sich mit .Hilfe deS die Gründung der Kolonie betreibenden American Zion Commonwealth eine gesicherte wirtschaftliche Existenz schaffen zu können. Felix Marburgs Eindrücke. Der Vorsitzende drs Joint Distributions Committe^s Herr Felix Marburg hat sich in einem JnterviÄv mit dem Haifaer Vertreter der palästinensi-- schen Telegraphenagentnr über seine Eindrücke in Palästina in folgender Werse geäußert: „Ich glaubte, ein Land von Schnorrern aiMtreffen, doch statt dessen sehe ich ein schwer arbeitendes Volk." Herr Warburg erklärte noch, es sei bre Pflicht d c r amerikanischen Iudenheit, an dem Palästina-Aufbau mitzuwerken. Die Unterrichtssprache am Haifaer Technikum. Bor kurzem wurde gemeldet, daß das Kuratorium des Technikums in Haifa nicht die Absicht habe, das Hebräische als cinzigo Unterrichtssprache zu erklären, und daß in Palästina bereits eine Protestbeivegung eingsetzt hat. Wie nunmehr aus eine»: Schveiben des Kuratoriums des Technikums an die Zioniitische Exekutive hervorgeht, geht jene Bewegung aus eine t v rige Annahme zurück. Das Kuratorium hat sich nnbc dingt für das Hebräische als Unterrichtssprache ausgesprochen, es hält alles aindere für unmöglich und unzulässig und hat daher auch für die Besetzung der Divektvrsstelle die gute Kenntnis des Hebräischen zur Grundbedingung gemacht. Nur m Ausnahmsfällen (Gastvorlesungen eines bedeutenden auslän dischen Gelehrten usw.) solle der Gebrauch einer anderen Sprache, und dies aus Grund einer speziellen Entsch idung des Kuratoriums, gestattet werden können. Alle a-ndcren Auslc - gunKLn seiner Ha-ndlungsweise weist dos Kuratorium energisch zuruck. Eine Tckuristensondcrnummer des „Palestiue Weekty". Der in Jerusalem erscheinende „Palestine Weekly" hat als letzte Nummer eine „Special Tourist Number" erscheinen lassen, die der Informierung der jetzt so zahlreich erwanieten Palästina-Besucher dient. Es ist dies dem „Palestine Woekly" sowohl durch die zahlreichen Photographien von Palästina als auch durch die aufklärwtden inhaltsreichen Artikel ausgezeichnet gelungen. Eine palästinensische Musik- und Gesangsvereinigun-. Eine Versammlung von Musikfreunden in TebAwbv beschloß die Gründung eines allgemeinen MusikittVb Gesangvereins für ganz Palästina.