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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-21 · Heft 1831 (21.3.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1831 (21.3.1924)
Date
1924-03-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wiener Morgerizeiturrg. 21. März im Seite I M. Wh Men, Kverta- Die Vorsitzende, Frau Dr. P o st e Iber g, betonte ht Äjver Eröffnungsrede, daß es die Pflicht der Ettern sei, eMich ans ihver passiven Haltung herauHMeten, damit Äie BAbungSstätten für ihre Tochter erhallten Milben. Senats rat König verwies in seinem Referate auf die Gefahr des materiellen Zusammenbruches der Mädchenmittölfchulen, es müssen alle Mittel aufgeboten werden, um ihre Weiterexistenz zu sicher». Trotzdem deren Erhaltung mn drei Milliarden erfordere, sollen sie ein Opfer der Sanierung werden. Schließlich wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der es unter anderem heißt, eine weitere Drosselung würde nichts anderes bedeuten, als das Abschnüren des Lebens dieses schwächsten Zweiges unseres Untervichtswesens. Die Versammlung wünscht, daß zum Zwecke einer eingehenden AuÄ/Prache die sofortige Einberufung aller maßgebenden Personen unter Zuziehung von Delegierten aus den Mädchenmittelschuilorganisationen im Bundesmiiristerium für Unterricht erfolge. Die Vevsanrmlung fordert: 1. Sofortige Flüssigmachung von Subventionen, wie sie den seinerzeitigen bostimmt gemachten Zusagen entsprechen und wie sie zur Deckung der Bedürfnisse und Writerführüng der Allstalien ausreichen. 2. Sofortige Weiterfuhr u u g d e r U e b e r n a h m e von h a n p t sächlich b e f ch ä f t i g t e n L e h r k r ä f t e n an der: Mädchenmittotschulen und systematisch fortlaufende Durchführung dieser Aktion. Verbilligung der Insulins. Die Herstellung des im Physiologischen Institut zu Toronto zuerst erzeugten Insulins, das sich als Heilmittel in schweren Fällen von Zuckerkrankheit bewährt hat, ist rrun auch bei der chemisch-pharmazeutischen Industrie Oesterreichs soweit fortgeschritten, daß der Inlandsbedarf nicht mehr auf die ausländischen Produkte allein angewiesen ist. Wenngleich die Herstellung dieses Heilmittels noch immer mit ganz unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden ist, hat die Jnlaudserzeugimg doch eine ganz bedeutende Herabsetzung des Erzeugungs- Preises zur Folge gehabt, so daß sich die Detailpreise der verschiedenen Packungen zwischen 150.000 bis 200.000 Kronen bewegen. Im Hinblick auf die Notwendigkeit, dieses Mittel möglichst vielen Schichten der Bevölkerrmg zugänglich zu machen, wurden auch die Detailverkausspreffe irr sehr ermäßigten Grenzen gehalten. Temveralnrznnahme. Gestern blieb es in Oesterreich vorwiegend heiler. Stach Mäßigem Morgenfrost ist die Temperatur allgemein über plus 8 Grad gestiegen. Die Luftbewegung. war schwach aus östlichen Richtungen. Der Weiterbestand ist möglich, aber nicht gesichert. Voraussage: Kurze Störung des Schönwetters in tat nördlichen Alpenländern wahrscheinlich, dann bei südlichen Winden Temperaturzunahme. Sie Lebensmittelmarke. Die gute Belieferung Wiens mit Vieh und Fleisch hält lttr, namentlich Schweine Lammen in großen Mengen an. Trotzdem blieben die Preise für Fleisch aller Gattung ebenso die Fettpreise vollkommen unverändert. Die Witterung ermöglicht vorläufig noch die Aufbewahrung der lagernden Mengen. In der Großmarkthalle langten gestern wieder 16 Waggons rm, außerdem waren die Achszufuhren besonders günstig. Die Beschickung der Grünwarenmärkte leidet noch immer snter der ungünstigen Witterung. Die Preise sind daher un- »erändert hoch. Auch für Eier sind keine Preisnachlässe eingetreten. Wien, 21. März. * Der Frühling ist da! Diese Feststellung wird bald ein üffernmäßiaes Jubiläum feiern, um das sie die neuesten Operetten beneiden könnten. Nun konstatieren die Kalendermacher: Der Frühling ist da! Unerbittlich, ob schön, ob Regen. Immerhin, für Winter ist es schließlich warm gemlg, und den wohligen Zustand in dem sich die Mchrzahl der Zeitgenossen so seit der Herbstmesse befindet, wird man eben Frühlings-' schnupfen nennen müssen. Wie lange kann es denn wirklich noch dauern? Nach Ostern wird es sicher anfangen aufzuhören, kalt LU sein. Ha, wird das dann ein Vergnügen sein, Maischneeglockchen zu pflücken! Uebrigens ist es in der Frühe zwar noch ziemlich frisch, dafür wcht aber nachmittags em kühler Wind; allerdings gegen Abend wird es dann sehr angenehm im — Kaffeehaus. Wenn schon die Jahreszeit damit zögert, so fangen wenigstens die Menschen au, das Frühlingsfleib anzuziehen. Mögen die Gebeine auch klappern, daß die faschen Zahne ins Schleudern kommen, der Stadtpelz bleibt tat Versatzamt, was bet den reduzierten Zinsen und dem hohen Frankenkurs zu verstehen ist. Und streikt die Natur mir den Frühjahrsmanövern, werden sie eben von den diversen demokratischen Staaten vorgeführt, während, statt Amsel, Drossel, Fmk und Star, der Paziftstenchor jubelt: der Völkerfrühling rst da! . ' a. s. * Lebensmüde. Gestern früh versuchte sich der 60jährige Kaufmann Leon Alton in einem Hotel der Inneren Stadt wegen finanzieller Schwierigkeiten durch eine ätzende Flüssi-gkeit zu vergiften. Er wurde ins Spital geibracht. * Von der Straßenbahn gestürzt. Gestern stürzte der Lehramtskandidat Josef Fried von einem fahrenden Straßeubahnzug ab und erlitt mehrfache Verletzungen. Er ließ sich bei oer Rettungsgesellschast verbinden. * 68 Milliarden Gas- und Stromvorauszahlungeu. Der >SchutzverÄtmd der Ga§- und Sttomabrrehmer hat beschlossen, in der nächsten Zeit eine energische Aktion wegen der Vorauszahlungen für Gas und Strom einzuleiten, da diese Porauszahliunigvn 68 Milliarden ausmachen und der Stadtsenat bezüglich >der Rückzahlung bisher noch keinen Be» schluß gefaßt hat. * Der Dieb der Millionenbriefmarkensammlung verhaftet. Der wegen Diebstahls einer Briefmarkensammlung im Werte von 70 Millionen in Graz verfolgte Täter wurde gestern nachm ilags über Veranlassung eines Briefmarkenhändlers in Mitteilungen ans dem Publikum. Parfümerie „LORR/HN** Savontierie Führende Marken: Eau de Cologne Russe Eau de Cologne Chypre Creme Lorlgnon Creme Lorignon-Chypre Lorrain-Toiletteseii’e, Badeseife, Speikseifc Alleinerzeaser der RasieraeHen in Stangen bestbekannten 9>OnwflT\IH uod Würfeln . Wien, XX. Taborstrasse Nr. 98 der Wollzeile, dem er die Sammlung verkaufen wollte, in der Person des 24jährigen beschäftigungslosen Franz T e s a r z verhaftet. Er würde dem Sicherheitsbureau überstellt. * Wo Friedmann jetzt zu finden ist. Gestern fand rm Extrazimmer eines Gasthauses im 1. Bezirk eine „Massenversammlung" des österrcichichen Bürgevvevbandes gegen die Brotteuerung statt, die von ganzen 28 Personen lbesucht war. Dort wurde auch Max Friedmann. der ehemals den Natiouailrat veritnzierte, gesichtet. Die übrigen Teilnehmer waren Untermouarchisteu. * Mazzothbezug für Arme. Die israelitische Kultusgemeinde Wien wird an Arme, die nicht in der Lage sind, sich Mazzoth zum normalen Berkausspre^e zu beschaffen, diese zu ermäßigten Preisen abgeben. Ansuchen unter Vorlage von Dokumenten und Erlag von 1000 K. für Porto und Manipulationsgebühren werden in der Zeit vom 23. bis inklusive 27. März 1924 wie folgt entgegengenommen: 2. Bez., Tempelgasse 3, von 8 bis 12 Uhr vormittags und vor: 2 bis 6 Uhr abends; 6. Bez, Schmalzhofgasse 3, dort 3 bis 6 Uhr abends; 9. Bez., Seegasse 9 (Israel. Bsrsorgungshaus), von 2 bis 6 Uhr abends: 10. Bez., Humboldtgasse 27, von 3 bis 6 Uhr abends: 15. Bcz., Turncrgasse 22, von 8 bis 3 Uhr; 16. Boz., Hnborgasse 8, von 9 bis 12 Uhr vormittags; 18. Bez., Schopenhauerstraße 31, von 3 bis 6 Uhr abends; 20. Bez., Ktttckhgasse 11, von 2 bis 7 Uhr abends; 21. Be.;., Holzmeistergasse 12, von 9 bis 12 Uhr vormittags. * Der internrbane Telephonverkehr. Seit 15. d. ist der Verkehr zwischen Wien und Jaworzuo unbeschränkt, vom 20. d. an der Verkehr zwischen Wien und Debreczin sowie Miskolc; beschränkt auf die verkehrsschwache Zeit nach 18 Uhr mgelassen. Die Sprechgebühr für die Einheit des gewöhnlichen Gespräches beträgt mit Jaworzno 350 Cent in Gold (derzeit 50.400 K.), Debreczin 225 Cent -irr Gold (derzeit 32.400 K.), Miskolc; 200 Cent in Gold (derzeit 28.800 K.h * Die Kinderrettungswoche 1924. Der städtische Wohlfahrtsreferent Professor Tandler lud gestern die Bezirks- Vorsteher, die Obmänner der Füsorgeinstitute und der Hausbesorgervereine. Vertreter der großen Fürsorgeorganisationen und oer Presse in das Rathaus, um die Durchführung der Kinderrettungswoche, welche zu Ostern stattfindeu soll, zu sichern. Der erste Versuch einer solchen Kinoerrettungswoche wurde im vergangenen Jahre gemacht. Es wurden mehr als zwei Milliarden Kronen eingenommen, womit rund 4000 Freiplötze für erholungsbedürftige Kinder veralten werden konnten. Bund und Gemeinde haben je zwei Milliarden Kronen dem Jugendhrlsswerk für dieses Jahr bereitgestellt. Ueber die diesjährige Sammlung berichtete der Leiter des Wiener Jugendhilfswemes D. B r e u n l i ch. Die Sammlung wird vom 6. bis 21. April in den Häusern stattfindeu. Lokal- und Straßensammlungen werden nicht abgchalten. Für 700.000 K. kann einem Kinde ein fünfwöchiger Landaufenthalt geboten werden. * Die Möbeln des Exkronpriuzen. Wie aus Amsterdam gemeldet wird, brachte der Verkauf der Möbel, die der deutsche Exkronprinz während seines Aufenthaltes in Wieringen benutzt hatte, 1000 holländische Gulden ein. Die meisten Käufer waren Frauen von der Insel Wieringen. Sein Bild in Husarenuniform mit eigenhändiger Unterschrift wurde mit nur 0,3 Gulden bewertet! * Steckbrief nach Prager Bankiers. Aus Prag, 19. d., wird uns berichtet: Wie „Der Sozialdemokrat" erfahren hat, sollen gegen die Inhaber des Bankhauses Fischer. Krasa und Comp., Ing. Fischer und Steinreich, die gegenwärtig in Wien weilen, Steckbriefe erlösten worden fein. Das Bankhaus steht bekanntlich wegen Baissespekulationen gegen die ffchscho-flowcckische Krone in Untersuchung. * Tanziustitut Herma«» Brau», 14. Bez^ Reiudorfgaste 42. (EntgeMch.) Vereine, BortrSge rmd Versammlungen. Freie Vereinigung für technische Volksbildung. Morgen */»& Uhr nachmittags im Hörsaal VIII btt Technische« Hochschule. 4. Bez., Karlsplatz IS: „Die Erforschung des Größten und Kleinsten in der Natur", I. von Prof. Dr. H. Mach«. — Der Verein Jüdische Kinderfreunde veranstaltet am Sonntag den 23. d. um */,4 Uhr nachmittags km Souterrainlokale der Scholle, 2. Bez., Lilienbrmmzasse (5 o el Dianabad) ein Kinderpurimfest. Restliche Karten im Sekretariate, 2. Bez. Obere Donaustraße 91 und an der Kaste. TechnischeSMuseum. Morgen, 3 Uhr, Führungsvortrag von Kustos Dr. Ing. F. S e d l a c e k: „Kunstseide". — Sonntag. 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal. Lichtbildervortrag von Vorstand Ing. E. Stelzer: „Anwendungsgebiete der Radiotechnik". Mit dem Vortrage ist eine radiotelephonische Musikaufnahme der Sendestation „Hekaphon" der Firma Czeija, Nißl & Co. und I. Kremenetzky, Wien, verbunden. * HebrLtschKrir». Die Zionistische Frauengrnppe der Be-> zirkSorganisrtion lX hat einen Hebrakschkurs für Erwachsene eröffnet. Beginn Montag, 24. d., 4 Uhr nachmittags, im Vereinslokal, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11 Anmeldungen zu diesem Kurse werden dortselbst noch entgegengenommen. Kinderfeft. Die hebräische Schule der zionistischen Sektion Prater, 2. Bez.. Jungstraße 8, veranstaltet Sonntag den 23. d. um 6 Uhr abends einKinderfest. Die Eltern sowie Gäste willkommen. Zehnte Klaffe«! otte ie. Bei der am 20. d. abgchalteneu Ziehung der »V. Klasse'gewannen: 80 Millionen Kronen das Los Nr. 98.247, 30 Millionen Kronen das Los Nr. 53.373, 20 Millionen Kronen das Los Nr. 86.731, je 10 Millionen Kronen die Lose Nr. 18.268 und 38.587, je 5 Millionen Kronen die Lose Rr. 57.902, 68.712, 79.712, 81.373 und 95.712, je 3 Millionen Kronen die Lose Nr. 2;'.955, 26.420, 26.744, 28.249, 96.108, 70.744, 72.164, 76.603, 93.420 und 94.247, je 2 Millionen Kronen die Lose Nr. 49, 5164. 8712. 14.731, 20.247, 23.712,37.744, 43.439, 45.744, 46.651, 54.420, 60.373, 61,651, 63.955, 64.049, 66.247, 78.203, 82.902, 89.587 und 97.268. l'luöcvbent wurden 1960 Gewinne zirWeu einer Million :md 3'X>oo-t Kronen mrsgelost. Mhne md Kunst. „kiner von unsere Leut!" (Roland-Bühne.) Bergs Alt-Wiener Phrlo-sernitischeL Volksstück ist eine sehr angenehme Wrederbegegnung. Nur sei verziehen, wenn wir die Einschränkung machen, daß uns just — noch deutlicher: just uns — die faustdick aufgetragene judenfveundlichs Tendenz nicht dreimal angenehm ist. Dieses Stück, das im Bormärz spielt, hat die Qualitäten jenes Spätmärz an sich, in welchem der Geist des Liberalismus «den „Verein zur Abwehr des Antisemitismuz" zeugte. An gewissen Stellvn. da das Judentum ver^ »teidigt wird — es ist gar keine Verteidigung, sondern die Bitt-e um Ditldung —, möchte unsereins am liebsten unter dem Sitzplatz verschwinden. Aber die angenchme, absolut zotensteie Heiterkeit des alten, braven Stückes, die Erinnerung an Wt- Wiener Gemütlichkeit und Einfachheit, vis hübsche Jnszenierung, die Gesangseinlagen und dic treffliche Darstellung machen btefcit Zlbend sehr erquicklich. Sigi Hofer als Isaak S^rrn, urtvüchsig, gemütvoll und — cm seltener Vorzug — geschmackvoll, ist auch als Spielleiter der int! großen: Beifall aufgenommenen Reprise sehr verdient. Neben ihn: sind noch die Damen K o s s u w und F r a n k, die Herren Strehlen, Heim, Be raun und Sch ich besonders hervorzuheben. A. Maria Nemeth und die Staatsoper. Maria Nemeth, die Brtdapester Opernsängerin, welche au Stelle der ungetreuen Jeritza au die Staatsoper kommen soll, wurde in Budapest bestürmt, an der Budapester Oper zu bleiben. Es wurden der Künstlerin derart günstige Bedingungen gestellt, daß ihre Gewinnung für Wien in Frrge gestellt war. Nun hat sich Maria Nemeth einem Interviewer gegenüber geäußert, daß sie sich unter a l l e n Umstände n durch ein gegebenes Wort gebunden fühle und im Herbst ihr Wiener Engagement antreten werde. Kleine Kunstnachrichten. Der Direktor des Wiener Kunsthistorischrn Musknms (GemÄdeigalerie), Prof. Gustav Glück, har an der Wand eines Treppenhauses der Wiener Hofburg ein Original des Bel^squez entdeckt, das sein-erzeit offenbar durch ein Versehen der kaiserlichen Kämmerer oder Galerieiuspcktoreu aus der Santmlung entfernt worden war. Bisher hatte man in der Gemäldegalerie irrtümlich als das Original des Bebasquez jene Kopie gehalten, die der Nachfolger des Velasqilez im Hofmaleramt bou Madrid, Don Juan Carreno, gemalt hatte. — Die für das Publikum lange Zeit gesperrt ge-wesme venezianische Abteilung der Galerie des K u n st h i st o r i s ch e n Museums und die mittelalterliche Abteilung der Plastiksammlung wurden Montag den 17. d. wieder eröffnet. — Die Vereinigung Donau ländisch er Künstler eröffnet am komntewden Sonntag im T h e s e u s t e m p e l (VoKs-garten) eine Kollektivausstellung des Bildhauers E. Moiret. Protest gegen dir Verurteilung des Zeichners Groß. Der deutsche republikaniich» Jugendhund in Berl i n veranstaltete gegen die Verurteilung des^ Zeichners George Groß wegen seiner „Eccc Homo"-Mappe eine würdige und eindrucksvolle Protestkundgebung, bei der Alfred Äerr, Julius Bab, Arrur Holitscher und andere wirksame Reden hielten. Fritz Kortner rezitterte'satyrffche Gedichte Wüdekinds, die sich als höchst aktuell erwiesen. Großes Aufsehen erregte die Mitteilung Msred Kerrs, es bestände in Berlin eine geheime Zensur, welche unter anderem veranlaßt, daß Hermann Essigs Dramu „Ueberteufel", tvelches bei der Premiere im Staatstheater großen Erfolg hatte, p<l ö tzl ich vom Sp i elPla n verschwand. Eine neue Oper Janaeeks. Leo Janaeek, dessen Oper „I e n n f a" soeben an der Berliner Staatsoper unter der Leitung des Generalmusikdirektors Erich Kleiber mit starkem Beifall zur Ausführung gelangte, hat eine neue Oper „D a s k l u g e Fuchs lern" beendet, in der Tiere die Träger der dramatischen Handlung sind. Die Uraufführung findet tu Prag statt. Gegenwärtig arbeitet er an einer neuen Oper „D i e Sache M a k r o p o l u s", einer Vertonung des in dieser Saison auch in Wien aufgeführteu Schauspiels von Capek. Zwei Jugendwerke d'Alberts. Das Baseler Stadttheater veranstaltete einen d'Mbert-AbenId, an dem die musikalffchen Lustspiele „Flauto solo" und „Die Mreise" zur Ausführung gelaugten. Diese zwei Jugendwerke des ausgezeichneten Musikers sind aus dem Spielplau «durch die auf krassere Wirkungen cmsgchende Oper „Tiefland" verdrängt wordeir. Der Abend hatte starken Erfolg. Eine orchestrale Liedersuite. Ochmar S ch o e ck s „Elegie", ^ine Lrederfolge nach Gedichten von Lenau und Eichettdorfs, wurde bei ihrer deutschen Uraufführung im Konzert der ltcitgegründeten Leipziger Ortsgruppe der Internationale'.: Gesellschaft für neue'Musik mit großem Beifall ausgenommen. Das abendfüllende Werk ist für eine Singstimme und Kammerorchester geschrieben. Dem ausgezeichneten holländischen Bassisten Thomas D e n i j s war die Wiedergabe des gesanglichen Teiles anvertraut, der Kompo.nüt selbst leitele den aus 16 Solisten des Gewandchausorchesiers zusammen gesetzten Jnstrumentalkörper. Eine neue Tanzpantomime. Fritz Fleck, der bogalne junge Komponist, hat ein Tanchramo „Bathyilus" gcschr'iÄben, in den: auch der rmrsiAose Tanz zur Verwendung kommt. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, „Dei Alpeukönig utt1 der Menschenfeind". " Akademietheater. Morgen, 7,8 Uhr abends, „G efpensterso nate". Volksoper. Heute „Tristan und Isolde" mit Herr» Hubert Lener a. G. Beginn 6 Uhr. Morgen „M adameButterflh". Kammersviele. Im Rahme« der vier geschloffenen Nachtvorstellungen von Frank WedekindS „S o n n e n s p e k t r u nt" und ^DerKammersanger" wird Anton Kuh die Conference halten und im Stück selbst die Rolle des Dichters spielen. Raimund-Theater:Heute, 7 Uhr.Erstaufführung von Ibsens „Ein Volksfeind" mit Eugen Klöpfer als Dr. Thomas Stockmann. Carl-Theater. Infolge technischer Schwierigkeitere muß die für morgen den 22. d., nachmittags von der Aolksoper geplante Ausführung des „Barbiers von Sevilla" bis auf weiteres verschoben werden. Heute,? Uhr abends, findet die50. Aufführung derBittiwrschenOperette „Die silberne T änz e rin" statt. Die Vertrage mir Kammersänger Aagard Oeia'i-f und Lea Seidl wurden bis 27. d. verlänaert.

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