Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1830 (20.3.1924)
- Date
- 1924-03-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. WM tficn, Dminerklaz 26. März 1924 Seite 7 nig.u.i Alaimund im Brngtheatec. Im B n r a t li o o \ -> ^»gt ntot#et». um 7 Uhr -das roman:ijch>.komischL £ Z'aubersprel „D e r Alp c u t i n i o, nnb der Ai ensch e ufeind" in zwei Aufzügen von Ferdinanv Rannnckd zum erstenmal zur Aussührnuft. Sechzigster TvdrStkg bsK Komponisten der „Jüdin". Bv'vgesterÄ waren es sechzig Jahre, daß der Komponist, ftrr auch heute nach auf dem Repertoire der großen Opern figurierenden Oper „Dir Midi'?'. Jactzues Hirlevy. mit seinem oürpe / chen Namen Ei> F r v m e n '. a l, in Paris gestorben ist. L...E) .wurde 1799 in Paris wo er auch das Konservatorium, deren Schüler er^ von 180p bis 1819 war absolvierte. IM letzten Jahrgang seiner Studien gewann er mit seiner Kantate ..Herm r nie" d-n Preis von R>'m. Seinen ersten größeren Erfolg erziclle Halevh mit s-eiuer Oper „Claire", Äe 1829 im Theatre Italirn zur Rran'führung gelartsstt. Hierauf -folgte das BaNn „Manon LeseautI das *'m Jahr spätlkr jdjoit bei der G'vtzen Ope>- UnwrtUnst ftnd. Seinen Weltruhm jedoch begründete „Die Jüdin«, die 1835 zum ersten Male angeführt wurde, seiner späteren Produktion konnte bloß die lusttgc Oper „L'cclait" annähernd den Zeichen Erfolg verzeichnen, Halcvv fand noch y Lebzeiten die Anerkennung seiner Zeitgenossen, er intr*r Miststied der franzvsiscl'en Akademie und Prost stör dB Konservatoriums. Er hintetl'.eß insgesamt 36 Opern, abgeschcn davon, daß er. die von Herold unfertig hinterlesteue Oper „Lvdvvic^' vollendete ferner zusammen mit Gide die Balletiopcr „La Tenwtivn" schrill und zur Eröffnung der Opera Na icn-rl gemeinsam mit Adaür, Auber und Carasii die Oper „Les Premiers Pas" kompvmerte. In seinem Näch'äß fanden sich auch noch zwei Werke: „Noe" ktib ,.Vamna d'Ornana. Das leßqeuännte Werk hat dann sein Schwieger vbn Biz^t vollendet. Äußer seinen Opern schrieb Halevh e:m ganze Ansäh! von Kantate«. Männerchören, Romanzen und vierhändsiM Klav'erjonäten sowie Mehrere müsittheoretische W-.rke Ha'evp war auch der Autor des niner dem Numen Eherubini erschienenen Werkes Wer den Kontrapunkt und die Fuge. Jüdisch? Künstler in Palästina. Aus Jerusalem schreibt man uns: Der Maler H. Be ha in ist aus der Tschecho-Slowakei hier eingetrosten Seine Reise ist ein Erfolg der Propaganda von Pres Schatz. Ferne ist der Maler Benzion Zuck er mann h>e angeiaug», um. wner sag:, „etwas von der Luft und der Sonn«' Palästinas auf di? Leinwand zu bannen". Zuckermanos Pilse: haben' auf Ausstell',ng.n in Paris, Moskau, Perlin u'W. viel Arertennnng gefunden. Er bereitet gegenlvtirug eine Ausstelir n.-g seiner Gemälde irr Jerusalem vor Eine Pariser musikalische Nraussikhrung. In der Große« Oper in Paris findet d.e'e Woche die UraussühruW einer -u,* oiafTict^rt Oper „D i e Glitt er sind tot" van Eugen Berreux, Musik von Karl To\ o m .’ m ir e, statt. Der Oper folgt eine D a n zp a u tgm' m? „S i ang Sin", ein neues Werk des Komponisten Georg Hu e, dessen Buch Peter I o b b e - T n v a! versaßt hat. W lener Jödlui?h<*r G'#sani?v<&relt« , __frirtUonii Örclj» «** t - •- Zonnw? dcu ‘23. i\v’rr 8 Uhr abends «»«»1 in m RN ««T«s in sürtitlicbeh f?äiimsri der Omip -ä-Sa‘e, I. Rotoasse Karten zii t< 30.009 bei löw't, kartenHursao „Aid,v, Cafe Atlashof. Sekretariat der Hak iah und bei ä'l;n Mitgliedern des veranstaltenden Vereines 'UHnaan«gBiMSm«Mc^ Aus heti Mratrm. B ö k k s ö d e r. Heut« dir komisch; Over „F ü t ft \ it *t a n n p t nu. Samstao, ‘ , 9 i'br nachmittags, zugunsten des Fußballieum? der Wiener BLihuenkiiuftler F e st a i a b e in i e. Es wirken n. a. mit: die Damen Mader-Ärzengrnber, Pfister- Lax, Nest«l utid WerkmeiAr sowie die Herren Gla'er. Grosave-tttr. Hanst", Leovokdi, Nenber mld Nälikberaer. Das il^ogrgmm der Akademie entbäst bumrrlsilstie und Gestua-'vdrirägs, Eöuplets. Arieit und Opern. Tan?duetle und moderne Tänze. Iin D e n t s ch e n B v l i 8 t b t « t e r shieli in der Tvreiiaa-Ilustübruna von. SäPuberrS ..E r d e" mit Tr. Tudalf T v r o l t als Erutz Frl. Hanna Helmer vom NeWästter Tbeater in Tresdrn die Meng, nur den erkrankien Herrn Rowvtiist ststell Hem Bebak die Rost« des Eisbofbcmerleir.s. Samstag Tbomas Komödie „W o r a l", Sonntag Schon‘ errS „E r d t'\ beide mit Tr, Rudolf T y r o! t. Sonntag nachmittags „K t i 1 e « f!! i c b t r". In den K a m m e r s v i e l e it sind zu den vier gc'chlosieuen Vorstelinnaeü von fsrank We^estnds „S o n n e n l v e k t r u in" und „D er K n m m e i t fi n t< c r" rer grösste Teil der Einladunam bereits vexaristen. Tie Dire'jian^knuzlei verfügt «ur meür Über einige wenige Einladungen, die täglich in den Kammer- Wielen ausaefolgt lverd'N. Im SU i num b » $!i « (? i e t stiel Eilten Kl 8 vfer in dem Schaust!el ..E i n B o l t § f c i n b" bie'cit -vre'tag?ttm ersten Make den Tr. Tdoma^ Stotkmdnn. Engen Klopfer wirb nur kurze Zeit diesmal in Wen tätia sein, da er aus gesundheit-- lichen Rüch'ichteN einen läi-geren Erbolnnasurlanb antritt. Earl- Theater. Moraen, 7 Äbr abends, sünszigste Aussührüng der Titinerfche« Oncretle ..Die s i l^b e r n e Tänzers n" und 1 g"-rd Oefwi^ und Lea Seidl. Samstag, V28 Uhr unchmitingsgastiert das Ensemble der Vo'kkoper (mit Orchesters „D e r Barbier von Sevilla" bei er* mäßigten Preisen. Saüntgg, Vs3 Uhr nachmittags, zugunsten des Ferialforids der Orchesternntgiieder des Earl-ThraterS „Der R a. st e I b i u d e r". I 0 li r. 11 n Strauß-Theater. Sonntag, und Dienstag als piachmittagSvorftelluug „D i e F ö r st e r ch r i f . 4 Alle Arten von Bankgeschäften KonftffiändftB dör Kroatischen Eskomptöbank, Aoram Wien, I. Seftzergane 4 Telephone: 60 4-82, 604-93, 634-6). 6«442 68-4-78. 694-82 10165 Ecke Bognergasse beim ürabcti) Kreaituna Warengeschäfte Telegrammadresse Frapobfink Ä'«S»0 Der als Zeuge öenloautwite Tnekior 'beft Wiener ititätswerkeS Eugen Karel erklärte, daß. bevor der Klägct der amtlichen Bewilligung zum Bäu und Delrieb der U-ebnlandf,enlmie Ebenfurlh chicrcstimnit hatte, i-attOvießi^ Per-- Handlungen lvegen Verkaufs der Grundstücke und ll berlassung der Mass-err-rchde stal-tfan-drn, bei dirneil ausdrücklich beveinbewt wurde, daß die Ueberlandze«trale mit Jillingsdorfer Kohle btz» trieben werde. . ... Die Sachverständigen Ader die' Ränchfräge Saiten ihr Tu:-- achtelt dahin abgrgebtti, daß sie keine Nauchentwicklun-g in d-rm Mäße beobachtet hätten, daß übermäßige Asche oder Ruß-- masten eine« Anllurschaden anrichten komrten. Das ^Gnt-achten der l an dw rr t sch ü ftlich« tt Sach der st ä. ndigen besagte, daß nicht nur eine Schädigung der Ern e, sondern auch eine dauernde Schädigung von Ärmch und Boden eingettetett feit W Smhhwstäit'digen ves flsorsisaches erklärten, daß auch die Jorsibdstäude durch die.änt» geströmte schweseliff? Säirre sästvere MrÄKchrMn erirtten h.-.bem ' Der Klagev^rtrclsr erhöhte infolge dieser Gutach'en das Klageörgchren aus 425 Millioti n KroKeii. Der ^eklaMn- Ver rerer teilte mit, daß die Gemeinde Wien öereit.wär mit? Noch bereit sei, dem Kläger andere GruMte zur Verjü-ching?,u stelleil, welches Anbot fedoch abgekehnt worden fei. Der Vorsitzende gab sisträuf bekarinr^ daß das Urteil artf schriftlichem Wege bekanrnsssgeben werde. Wrrrtt wir tü ltriM'tt Mttck! Das ßmi...4eW Jochim W Hole! Erzhk-tzöq Karl än^esiellte Stttvmj-LiHrü Anna L. trci+ beim. Strafbezirtsgericht i als Privasktägerin Kg:il H.ch in B'tdapesi wohnhaften Nechtsanwalt Dr. Schärt Gergelh ans. Wie in der Klage älisgefiiyri würde, hätte der Sefchiildigte, der Ende Jebruar im Ho el logierte..- während seines Aufen'haltsS eines Tarves der Klägerin, mft^er-erlt, daß ihm irn M Kmichschadm durch die Üedertaud« jrUtrals in 8be«lurth. Cbrk Senat des Jivsillaii-deWrichtH^ beschäftügke sich WerÄ 4iif einer Mage.' /die Besitzet der Herr-chaft Ebeitfrirth (Baron) Johann Batist Mösler.gegen tue Gem-esiLe W'wn auf Zahlung eines Schadenersaybe rages von .Al) ÜDii!* li 0 ne « Kronen aygestrerrgt hat. Dch Klage w.rch damit l>e^ grüiiÄt, daß durch den Berrixb der u c b e r l a n d z t n t i ä l k in Eb'eiifurt y mit Ziltingsdorjet Kohle eW derer iste R-aüch-cn winlnM ünd gifli-ge Gase verbrciwt wurlftNi daß inr S''.'b-?nmci8ch»eü heiüt ft eberziehen der Bet' decke die sft r t a sch e, .dir jedoch ..nahezu g a.r kein Geld, en-hielt.. Sie welo-he' i'orört den ^nnd der §oi'e'T!:rek>ioft und übergab VW Brief'asche dem Dr. Geraely. als dieser ins How.i zurüöki'hr'»). Dr. Ger.oclv bebonp-e e, -böß aüs der Brieftcks<*-e ein Betrag von toOOM) K. sthle. ünd beschülviate das Stubenmädchen, diese,: Bstrsta ans Lac.Btieftäschentwendet;jj haben. Das Stnb-'nmäd'cherr wchr'e sich entschieden steaen die Zumutung des Dirbstah-s und wies aut ihre langiabriae Dniak'rt im Hostk b'n. Dr. Ges-oesh. soll n"n d>r Klareren l-^ut scbrei'"d zürwrns-n. haben' ,,S'e. fr«& die D'ebitt, w ev. u .w rt i n. II naa rii Wären. w üHU rch säkö n, wasi ch n, i i Ihnen i u n n? ü r b est- Das Stubenmädchen erhob weg'n der Dw.bst^h!sb-:sch'.;!di-7"nä dir K!o-ge w"?en D'lwr Gergelv.?.« der Gestrigen Berh"ndftrüg war der Deichukh^re n'ch' erschienen. Nachdem. Mei ^ä'4'n die Anaiben her Klaae bestäbich hatten,- Verurteilt det dichter d'tr BrsHülditztew iit e-ntumaeiam zu einer G e 1 b st rase von drei M i l l: 0 n c n Kronen, tven.'uell zn d rei T6 gen Arr est s. Nnrrh?rt« ^resstrerherei eines EHÄkfftnrs. .E'nc PflaMin wollw am stä^.n Abend ihre 'n Breitrn'ee wohnhafte Schwester in das Atlgeme'nr .fbranker-ha,'- tränbportierön lasten, Wo sofort e'rte Blinddarmopera.ion Vvrgel'vrnmen jv-evden soltte. Der Ehausfenr Josef Cchnabel, den sie Ht der.L-an-'Laass^ in Anspruch nahm, verl-an---'e für die Jahtt nach Breiten kee >ind 3 ii r u ck? n nt A l k si < ht e: it c rt Krünkeiih a « s Kn horrenden Petrag von 800.000 K.. beit ihm d'e Pfleadrirt üot<» aedrnna.ül bezab'e-n mußte'. Gesttrii hast« sich der Chchtffeür vor dem SerarbezirkZaerichie we-n'ü . Pr e 's 1 r e i 6 e r e t zü voran'wor'srr. Er gab zu, se'neni Dienstherrn n"r so viel abgeführt zu haben, als der T-oxäme^ ^e'gtc. Der ssticbter verurteilte best Chan - enr -za acht Tagen 7l r r 0 st s nird höb hervor, daß der a-efvrdcr-P ftzahrprkis eine cktverhörr? Wtti^-erei darstellc, und daß dd, obwohl es sich um iin'n Krankenrmnsporr.. Handelte, die ftn>dn«S!<,v*e der Psietterin ausgenützt Hobe. -Der siaa'sanwaltfchaftl'che Funktionär inrldete wegen zu geringer Strafe b i e Berufung äh. . Einer, der „mit GervaK" sitzett will. Wenn man bis W noch üb-- die Zustände in unseren Gistawänissen gewisse Bedenken Hegen kannst'! sie sind schlaa-eud widerlegt. Es, muß dort geradezu idv.stijch znczehen. sonst Hätte sich der KeLner An'on Mi'jchl nicht darum ger'.sstn, Hineinz-uaelanch'u. und K e t ln er sind bekan'Üch. I e' n 1 ch m c <k e r. JmmerH-.h ein komischer Kauz dieser Me ich! Auvrre siehstr jahiclän-g ntit eül-em Just im..LottS-es-''er!chs und siverteil sichirnmer wieder Heraus, der Mann da wird wegen einer lst'berlretüüjg 4» einer Arreststrafe bstnriceilt. und kann es nicht erwar'Lir, sie cmmst'e-'eü. Wer nicht bi nein wist ist manchesma-l fch^il-er drinnmls er glaub', unser Kelstrer ober g-aö sich redliche MsiHe und konnte nicht H-nein. Er fönt acocit 6 Uhr abends. Di« An-nw.stuügen werben aber mir. bis 6, Uhr nachntittggs...änäenvtnmen. fv-ahrsche'nlich, weil der Andrang so groß ist. WciK Wunder, daß M-ichl grob, wird: ...Jetzt bin ich einmal bä ütid blvi'b' i'cqr n da! Mich krie.qt'8 ä i ch st mehr hstxa« s, meine Straf' m ü ß ich a n t r c t -e ft!" Kaum ist ifric dar Gefan-eneriaufsther tosgoDorden, komm! er wieder: „Ä n ft n> a ch c n R 0 tz b >t b, ich w e rd' Ihnen schon d e st Herrn zeigen!" Zwei W-achleust müssen d"n Janattker mit Gewalt äns dem Hause schäften. Di« Amts-khrestbeleidchmg Wwmehrt feine Straf« um fünf Tage. Hosfenstich wird es.ihm endlich gelinsten, in den Arrest zu kommest Ob der güst Mönit sich Nicht vielst'-cht niir darum so hiit-eindrän-gi. M dort Meinoireu schreiben zu können? __ _ __ ........ . .nersatz^ Anspruch ein-ge-ive-irder, daß eine Haftttnck für den Kstuchschadelt nur dann existieren würde, wenn di« Ranchwassen btzr Be'rieb Äcs Werkes das gewöhnliche Aföß ütz.- steigen. sten Drivttegtuin-i Da^ st e i r.s' ' ' - - - - - A'Wöüng eines füt . r . ... ..... Wiener Scholien st ft f t ix iS e.n st e i r.i s ch e S .S t r f i hatten seit iSlÖ auf Grund eirte: von fet Kaiser.« Clis-äösih auS^estcllren ilrkunde daS P r i V il e ß rü m, ä l l s etij kl ich SD Fuder Salz an» Hein Bergwerk HaUstadi zü empfüngetz- Diesei unenkgefttlich i Ea!zbezug würde Von IBIS bis 1920 umlti.erbrochen ofebnfirt. stuf Grund vts Gesehen Vom 2-1. März 1920 über die Aüshebün-g von Privilegien löhntze das Tserar den We'istrbezug äo. Das La nv-e 8 ger ich i tintzi da8 Obstrlü üdesgirich: wiesen dir Klaffe der beiden Stifte als n n f> c {i r ii ri b e t zurück.. Lies« fziben jedoch »ich. nach, sondern erhoben die -N.evistv.n beim O-brrsieü Gerichtshof, die nun gleichsalls a 8g e wie s-r n ,wurde.' rniit der düng, daß nach dem österrLichischen Persassnngscewt^ auch Etlteignnngen verfüg: wcrbi.-n,können., ohne iniß de->-. Cineigner-en elire Etrlschüdigung zu zagest wäre. Bolkswirt. ündapestrr WkrtlchMsdeE. Budapest, Mstw März 1924. Das fmanzministerlc-sc lland ist eine ebeusolche Ungarische. Speziälität Me die Devisenzentrale ohne Devisen. Seit deut Rücktritt Äoillähs sucht man den Mann, der es wagt, Ungarns Finanzverwaltnng zu übernehmen. Bisher hat sich aber niemand gefunden, und so rodelt denn bic ungarische Krone ohne sinaNMmisterielle Asiistänz abwärts. Inzwischen nützt der Staat attc möglichen und unmöglichen Geldquellen aus: Nach den ärarischen NutzbeWiligüngen (Zucker, Zigaretten- Papier und -Hülsen, SastMtin, Mineralöle, auch Petroleum Nlitiubegrisseir, Selbstzünder) wieder Erhöhung der Trafikprvise um IW) Prozent, Eisenbckhntariferhöhnng ab 20. März ün: 59 Prozent, wodurch die Fahrten in Personenzügen daS 4748fache, in Eilzügen das ölMsache und die Frachientarissätze das 12.0(Xlsache der Friedenspreise erreichten; außerdem werden lO Prozent als ,,-BeioeitraI" znrsschlagen. Mit dieser Tariferhöhung bleiben übrigens di« ungarischen Staatsbahnen nichr vereinzelt, indem, da das Beispiel ansteckend wirkt, Südhahit, Naab-Oedendurg-Edensurter und sämtliche ungarischen Bahnen in demselben Maße steigern. Die elektrische Straßeübahn darf sich nicht überklÄgeln lassen, weshalb 'hr Patron, die Gemeinde, um nicht beschämt dazustehen, eine weiteste 58vrozenrige Steigerung der Fahrpreise ab 23. März eintreten läßt; rrte Umsteigkarle wird 3700 K. kosten, entgegen den 1700 K., die dieses Vergnügen in Wien kostet, mit. dem Unter-- fchic-d, daß man hier wenigstens keinen Schwindel bekommt, da die Wagen aus Schritt und Tritt stehen bteiben ünd dutzendweise „sich anstellen". Im Magistrat haben die Ratsherrcn — wenngleich das Mandat des Munizipiums schock Ende des Vörjahreü a b g e l a u f e n ist, Äfb ohcke legale Berechtigung — die Preise von Gas, Strom fvwre die Wassergebirhren von neuem erhöht. Da sind sie überaus rasch; während das rechtsuchende Publikum fünft monatelang auf die Erledigung einer Eingabe zu warten Hai, passieren die Angelegenheiten der behördlichen Stoigerungeu stets außertourlich sämtliche Instanzen von der Sektion angefangeck bis hinaus zu Sr. Exzellenz dem Herrn Minister. Auch die Äcksfordernngen Zur Zahlung der Zwangs-- anleihe sind rührend schnell, sofort nach Erscheinen der Verordnücka im Ämisblatte, deck Delinquenten, pärdon, Steuersubjekten, zügestellt worden. Auch hier wurde recht taktvoll vorgegangen: Äts Einzahlungstennin der ersten Rate war der 10. März angegeben mit der Drohung, daß bei Terminversäumnis 10 Prozent Verzugszinsen in Anrechnung gebracht werden; ckatürlich bemühte sich jedermann, den Termin nicht zu versäumen, selbstredend auch die Pribatangestellten. Im letzten Augenbliä! wurde dann in den Blattern die Nachricht lanciert, die Negierung werde ein Minimum festsetzen und diejenigen, deren Einkommen unter diesem Minimum ist. nämlich, die fixbesoidete Klasse, würden der Zwangsanleiheverpflichtung enthoben. Die kompetenten Kreise sind mit dem bisherigen Ergebnis der Zwangsänleihe. sehr zufrieden. Abgesehen davon, daß gegen einen verschwickdend kleincck Bruchteil der Sieuerbemessungen rekurriert würde, ist schon bis 19. März, bis zu welchem Tage der Termin für solche, die die Aufforderung verspätst zügestellk erhielten, hinacksgeschdben wurde, der überwiegend größere Teil der ausgeworssnen Beträge — es braucht Wohl nicht betont zri werden, von 8er städtischen Bevölkerung, haüptsächiich der Kaufmannschaft — ein gegangen. Der Staat hat aber airch großeck Geldbedarf; das Defizit von sechs Monaten wird mH 1213 Milliarden beziffert, es sind auch 19 MillionSn Schweizer Franken — darrinter nur für Schulden der Stäalsbahn 11 Mil-- lkoneü — zu bezahlen; insgesamt muß also für die Herbeischasfung von 1,7 Billionen gesorgt werdet!. Hier darf nicht vergessen werben, des Umstandes Erwähnung zck tun, daß der Bolkswohlfahrtsminister Bass sich auf viele Bitten und Drohungen der HÄuseigentiimet herbeiließ, den letzteren gegenüber deck Großmütigen zu spielen und ihnen ans Kosten der Mictparteien eine bis 1. April zu erfolgende övprozecktige Nachzahlung aus den Febrnar-Mietsbetrag zu bewilligen. Eine weitere Erhöhung für Mat und vierteljährig steigend bis November ft >5 ist schon sicher. Al! dies zieht natürlich rapide Erhöhungen sämtlicher Bedärfsartike! nach sich, was wieder eine allgenteine L>chnbewegung zur Folge hat. Diese machte sich hauptsächlich irck Fach der Eiseckun8 Holzärbeiter fühlbar, in welchen Indu-- striezweigen stellenweise auch Aussperrungen erfolgten, jetzt ist ckber döch eine Einigung zustande gekommen, inbSm bis Arbsiter eine Lsiprozrntige Lohnerhöhung erreichten, doch heben sie sich damit, wiewohl dies in der Maschinenbranch« älleur eine Mehrausgabe von 15 SlQilliarbcn Pro Woche bedeutet, nicht züsrieden, sbndorn setzen den Kampf um den'zur Selbsterhaltung nötigen Lohn sott. Auch andsre GesellschaftS^äiegotien klagen: Die Kartsrckunnschas; cknd Judrrstkie, da die Art, wie die Devisenzentrale die Anmeldungen um Zahlmirtel behandcli, noch immer viel zu wünschen übrig laß:, jo daß die angesk')ensten Kaufleute, Jnhabeuralter Firmen, gezwungen sind, sich 8er Hilje