Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1829 (19.3.1924)
- Date
- 1924-03-19
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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' 'nn 1 v ... r t . i *«* »4■‘•4t. ...... r ■!, ' -1 ' ’4 1 ,’; 4/; "■K- V-tte 6 Men, Mittwoch wrachfolgevde Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" find entgeltlich.) * X«ttjtnfHtai Hermann Brom». t4. Bez., Retudorfaafse 42. * Alle Haustrauen rufen im Thorr .Die beste Seife ist Kagor." die Preise für Lrinenwanii im W a r e n b a n? B r - d 11 G ch i f f in a n n. 2. 5? t j., £ « b o r ft r a j; * 48. Webe.m Meter 10.500 Ä. 8.500 K. ttliiffo».öto Meter 18.500, 11.000 „ 0.800 , StreifflvaM.vro Meter 10.800 „ 17.500 „ Damast.vro Meter 22.800 „ 18.500 „ oniet.... . vro?Reter 14.800 „ Molino...- . . .vro Dieter 8.900 „ Bettzeuge ... •.. vro Meter 15.90l) St. 12.800 „ Batistchiffon.. ...... pro Meter 15.000 „ Matratzengradl.vro Meter 80.000 K. 24.000 , Bettücher'. 26.500 „ 19.800 „ Tischtücher . 48.000 „ .v f a ff * c ft o r i r» t \ i v e n.. . 98.000 „ Olliiferiücher. 8.000 * Wiener MtetMäkche-Arrftott, Eien, XX., Wallensteinviatz 7, Tel. 42.125, liefert leihweise bngieniick gereinigte Wasch« an Bureau?, Fabriken und <v5eTchcift-?fiaufer. giouiftischr Vc;irk?sektton Leovoldftadt. Settvr % Hruvr MN«och den 19. d. M.. präjile 8 Ubr ab'nd». im Taf° Kaiser Jo slf, r. Bezirk. Hrinestraße Rr. S> '' ■■ Plenar-Yeriammlung - .«=■■: - i. Gei^-inderel L. Li«>cht,»: .Aas dem Gemetaderat an» deeKaktttsstnsa", r. Herr Joski Brenner: ^rganUitiionSfragev",?> Vevl de» Tk?«t»a»''chvi'''i4. Jeden MlNvock jwapgfeie Iriiammenkün.tt mir B»Nräo»n. Vereine, Vorlrirse und Brrssmmlnnse». Akademischer L a n d r « v e r b a n d. Die antzeküudigtr Sitzung findet nicht heute, sondern Mittwoch den 26. d. statt. -- Soziologische Gesellschaft. Womit bett 20. d. spricht Tr. Gallon Roffenftein über das Thema: Zur Psychologie undGoziologie de8 politischen ParreilebenS. Ter Vortrag findet um 7 Uhr cfieubs int Hörsaal 33 der juristischen Fakultät an der UniveriitLt statt Md ist allgemein zugänglich. — Verein " ik w a th I ehn d a, 8. Bez., Bennovlatz 1. Heute um 8 Uhr abends P u r i m s e ft. Gastspiel der Jüdischen Bühne: >- «■$«* odiittibat als Gemeind erat". Komödie in einem Akt von M. Richter. 2. «Der zweite Haman". Ein Singspiel in drei Ausrüg««. 3. Humoristischer Monolog ..HakoaÜ—Ravid" mit Sr Nachbar. Anschließend Vurimball. — B n o tb I e h ud a, 'l. Brr.. Trahtgaffe 4, 4. Stock, Zimmer 3. Heute -um 7 Uhr abends Vortrag Dr. Zoses L ö iv e n st e i n: , Kinderpädagogik'. — Zionistische F r a >r e n o r g a n i s a t i o n. Dir für heul« angekünditzte Veranstaltung im Kunst!alon Ackermmm findet wegen de- PirrimSfriertageZ nicht statt. — Zionistische Sektion Z w i s ch e n b r ü ck e n. Heute um 7 Uhr abendim Verein-lokale, 30. Bez., Allerheiltgenplatz 17, Megillah-Borlsfung und Bortrag von Herr» C. Zeugt Purim als Feiertag der Juden. Gäste willkommen. Jüdischer Verein Nord-Ost". Wien, S. Bez., Taborstraße 21 a. Htu^e um 8 llbr abends int VerewSlokale Vortrag 21. Schwertfinger über ^Amini". Anschließend H u m o r i ft i s ch e Vorlesung von Schriftsteller Josef Grob. Gäste willkommen. * Radioionzert der Seickestatiou „Radio-Hekaphon". Programm stir heule, '/,5 bis 6 Ubr abends: 1 Strauß, Ouvertüre zur Operette „Der Zigeunerbaron". 3. Jelsel, .. itrühling m Japan", ffh^fternück. 3. Grlcmgtzvortrag: Herr Brand von der Wiener Bolk-oper. 4. Verdi: Phantasie au« der r^ver „Traviata". 5. Vortrag: Herr Pranger vom Burgtheater. 6. Steffen. Walzer aus der Operette „Agri". 7. Gesangßvortrag: Opern,'Lngeriri Christi Paulsdorf. Am Klavier! Dr. Günrburg. * Blauw: .Die Spieluhr". Cbarakterstück. 9. Grieg, „Im >lahn< Gesang: Heck Srlving. 10. R. Falt, „Oh! Katharina", On«-«tep. Konzert: Das Ouartett Silving. Die Leitung des Bundes jüdischer Jrmgtoanderer teilt >nkt, daß NeuaufnaHmen in Len Bund derzeit jeden Mütwoch von o vis 7 Uhr abend-, 2. Bsz.. Taborstra.ße 59 1. Stock. vorgLnommen werden. Der Bund bezweckt die Pflvge de8 Vanlderns und anderer kvrpevs>poMcher BetätMNgen u-ttier den jüdischst Jugendlicheir, fotobe insbesondere deren moralische Ertüchtigung durch entsprechende Erziechuna. Es rücken wöchentlich je einmal e'nstündrgL geeignete Umler^ltungen und Belehrungen sowie alljonnläghich Wanderungen für See in Zügen nach Grfclzb'cht und Alter gesonderten MKendlrchen statt. Aufgenomimn werden Knaben und Mdchen von 9 6tS 16 Jicchnen; die Einschreibgebühr beträgt 3500 K. Pnrim-Akademie der Zionistischer! Bezirksselfion 2«oholbst»dt. DÄ Zionistische BezirkSsebtion Leopoldstadt nenrnstalket morgen um 8 Uhr abends in den Olmichiasolnt. I. Böz., Notgasss, lim Puvim-?lkabemie mit anschstetzende-m Tanz. ES wncken zahlreiche hervorragende .Kunstkräfte mit. Die Musik besorgt die Kapelle Geiger. Zahlrdiche BÄustigungeu und Ueberraschunfnnt sind vorgescheit. DÄ restlichen ÄÄrie,t stick echäMtch bei Brüder Schiffinann, 2. Bez., Ta^orstrage l8. im Sekrewriat der Sek-tio-n, 2. Bez.. Taborstraße ')h\ 20 a. bei -den Kom>itrcmWl!:dern und in der Administraiton der „Wiener MorgeNMtnwg". Für die WWen Minden. Der lang anhaltende und harte Winter hat dÄ ohnchin große Rvi unter den jüdischen Blinden um ein.Bed-ruteickss verschärft. Die gefertigte Berrinsieitnug musste i'.icht nur mit MmiurrrstühitNigen. soickernauch nstt Brenn- Materialien helfend cingteisen. wodurch sich ohnehin ge- . in.o? BereiusvevmöMtt derart euschöpst hat. daß taffen 2!?sit«rtsttand fast in Frage gefielst >izt. Die schwittige Lage unserer Blinden uick der Umstanih, daß wir vor den OsterfriertagM ftchou, zu welchen wir dock) wieder die Bsdürftigen unteriiüheu müssen, zwiu-gen uns, an die jüdische Bevölkerung die mg-.'orust-. Bil-te nm HrssL zu richten. W-ir bauen auf di<: Xstlfslr..'!'schast unserer Mitbrüder und hoffen auf zahlreiche Stpenr i, welche mi dir Redaktion dksek Blattes, art unser Post« ir^rl>'sa-'Kontp t)lr. 133.213 aver direckt an das BereiUv- 'ttrittariat, 9. Bez., BerMisst 7, zu pichten sind. Im Namen Bliribm Mnfcn 'ton für die Keirrste Äpende. sDer HW-- '" °''! inrstH-n ÄlmdL", WEN. st. Bez.. Berggasst 7. isrnwi Wiener MorgenzettunE. Böhne und Kunst. .Mes um Geld". Modernes Theater. Man vergleiche Herbert EukenbergS blmtde, ciu.sach>chetteve, ja recht häufig „süffige" Essays Md Feuilletons mit diesem dunkel dialogisierten Mnsakter. Man vergleiche lieber nicht! D!e>se bizarre Atchuachtmg, di-ese Holzschnittimanier paßt dein Nheiuländer schlecht zu Gestchs. WaS bei Strindberg oder Wedekind wesenhaft ist, mutet hier gewollt an. Siehe die süffigen Feuilleton-! 9i\ratnt findet man sich in diesen so leicht zurecht? Warum hat mau hier schwere Not, sich Mecht zu fircken'? Ich fürchte, Eriteubexg hat sich'S leicht gemacht — uns die Sache schwer .zu nmchen. Kleinmütig gestehe ich, daß ich wicht allen Sze'.wn gewachsen bin. llud diejenigen, welchen alleö fonnenAar ist in diesen langen fünf ÄEten, uwchte ich nicht ins Verhör nehmen. Das Opus hat natürlich Qualitäten. Vinzenz, der verschuldete Romantiker, ist von allen Hunden gelhetzt. Ter reine Tor, von Schn und Tochter geliebt und verehrt, von fZeld^'bern -und Prrzeutejägern uingarut, liot einen ergebenen, ach, allzu willenlos ergebenen Vasallen. Der geht rnit chm durch das Iniscrno, das der Dichter in einer Flucht unzujammeui'hangeuder, kaleidoffopartig (also wie durch den Zufall -de« Schüttelnd enk standen er) Bilder ausmalt. Einige Szenen und Menschrn, i-n dieser Tragödie des Goldes leuchten auf. Die ergreifende Gestalt des .Knaben, der, auf Krücken durch diese Welt humpelnd, für den Vater kämpst, bis ihn Hunger und Fieber niederstrecken und die 'herrliche Totel'.blage, das herrliche Tokewopstr des Vaters. Der fette, Vers resse um Börsewineufch Hilarius, der sich daran ergötzt, den Knaben zu quälen, die rührende, von einem Dichter gesvvnite Figur der alten Frau Ursula — und der Held selbst, Vinzenz, der phantastische Geldjager, der in seiner Leidenschaft ein Gdelmewsch 'bleibt. Die Moderne Bühne hatte einen Fvstabelck, den ersten, der hosfentlich nicht der einzige bleiben wird. Die' Aufführung, dem Fritz S ch r e ck e r mit künstlerischem Verständnis geleitet, ist sehr geglückt. Emil Ritter m der Hauptrolle überrascht -durch hinreißendes Temperament und weiß durch eine wohltuende -Herbheit den Ue'berfchwaug bcftim-mter Svenen zu dämpfen. VerehrungSwürdig M.ice Bach in der Roll« des Knaben und außerordentlich, mit unge'tröhnlicher geistiger Beherrschung feiner Rolle spielt Eugen Jen-sen den ,/feiten Bvrseumenschen", die charäkteristifchcfde Figur des Stückes. Voll Verdienst Alaria G u t-ma n u (nur spielte sie weit 'besser als sie sprach), und in einer Reihe von Mriisoden hervorstecherck die Herren Zetenius, Schall, SHrecker, Wittmann wnd ganz besonders Maja S « r i n g. O. A. 19. März 19§4 Nr. 1889 Nur de» Aeister». . Fiinszigjahrseitt der „Fledermaus". Johann Strauß' Meisterwerk „Die Fledermaus" begeht am 5. April den sünfstgsten Jahrestag seiner Urausfübrung. Tiefes Werk, das den internattmtaleu Ruhnt des großen Wiener Tondichters auch auf dem Gebiete der Operette begrüudet hat, ging am 5. April 1874 im Theater an der Men zum ersten Male in Szene. Juughebräischer Abend in der Urania. Donnerstag den 13. d. fand tu der Urania im Rahinen eines Zyklus über moderne Dichtung ein junghebräischer Abend statt. Cr wurde durch rin Referat Dr. .Hugo Knävfmachers eingelcitet, der die Entwicklung der "neichÄbrädschen Literatur von der Mendelsslchnschen Zeit an in großen Linien verfolgte und Men-- dele, Bialik und DschernichcütvNki als ihre Hauptrepräsentantcu feinfinnia charakterisirrte. .Hieraus rezitierte Frau Miriam Schnaval-Höflich «ine größere Zahl von Gedichten: von Bialik „Ein Winterli-ed", J$n der StM des Mordens", „Ein Worr" und einige lyrffche Stucke. Rach den triüvetzse zorneSwuchtigen, tsllwetse gefühlvoll slagitschsn Versen Bi-rliks, für welche die Vortragende starke um innige Töne fand, brachte sic die eigenortigc Dichtiuivg: „Der Messias" von F r i s ch m a n n und hierauf Gedichte vmr Ti ch r r« nichowSiki zum Vortrag: ,-Bor der Statue des Apollo", „Tage der llrzc'it", „Tick des Tmnmus" und .zwei Lwbcs- 0. TschernichowSki hat bekanntlich in die w-cksrtte n ein hellenisches, sinneutfreudiigsS Element hmeingetragen, das in den formvollendeten Aebertr-agimgen von Hans Kahn und Htcho Knüpfmacher der temperamentvollen Interpretation der Vortragenden vvrtrsfslichm Ausdruck fand. Plan einer Mischen Oper in Pole». Me I. A. C. aus Warschau metdet. trifft dort der frühere RLgisse,nr der Wilnaer Truppe, Herr David Hermann, dar auch senwrzeit in Bevl-iu der t-ünsklerische Leiter best /JtrMschett KünsKarchvaterS war, Vovberattunlgcn für eine Serie jüdisch«r Opern» aufführnugen, die der Ausga-ngspEt für eine ständige jüdische Oper in Polen sein soll. Die jüdischen Maler mck Musiker in Warschmr stehen in reger Mitarbeit Herrn Hermann zur Seile. erschisnene Marzheft „D a 8 ttea: i *» aualytiker Prof. Freud, einen Aufsatz von Margit Orätst e i n üiber Ioief Popper - Lyn k e u s und einen von Leo Feld über den jüngst verstorlbeuen Pr^ff. Richard Robert, iämlliche mit Bildern. Kalmer und Bcaunom stellen ln Hand eines großen, vorzüglich anWsührtett JllnstrationsnratermlS di« jüdischen Künstler K i e 8l i n g und Eli R adelmann dar, Felder spricht über jüdisch- Musik und Musikerpflegr, Margit Mechner über jüdische Franensech.' und Polisarbeit und Prof. Eisler stellt nr einem iltnstrierten Aussatz die schöne Wohttniva, die Arbeit jüdischer Innenarchitekt teu, dar. NriberdieS enthält das Heft ntckst mehr ails 30 Illu stvaliottcit literarische Beitrüge von Hedwig Ca sparst, Ernst Wa lidi n g e n rnch eine große Novelle von Eugen Höflich sowie die Rubrik: Buch, Kunst und Künstler. Büttners „Kiudertonzert". Gemrralmusikdivcktor Fritz Busch hat mir der Dnesdemr Uraufführung von Paul Büttners „Ä i n d e. r k o n z>er 1' für €rchester, Bolo und Knabenckw' ein-ru durchschlagenden Eiuttn luttett. Dem ubonvvrk Fagüspief aus „3>£ Knaf^.>..vder!-.?'.-.t" zugruM. N u r g t ft t a t e r. Morgen, 7 Mr (At&b9f höhten Preisen MvluarS rots Mühte. ALaderNietheatsr. Morgan, '/,8 Uhr «Lenbr daS Lustspiel „G i n wundervoller Tag". Operntheater. Frau Kammersängerin Wildbnnttt ist erkrankt. Sie muß ihr Gastspiel am OperUlheatei abbrech eu und eineu längeren ttriaub antreten. In der Ne», einstudienmg der „A f r i k a U e r i n" wird Fräulein Paale, die Rolle der Galtea tibentehmen. Int D e u t s ch e n V o l k S t h e a t e r muß wegvv Erkranstlng des Herr» F e l d b ci m ni c x die für GamStag den 22. d. ilnter der Leitung Direktor DernauS kurqesetzlt Erstauffiibrung von Strindberg? historischem Schauspte' ' r i ck X IV." um etwa eine Woche verschoben werden Dafür wird die für nachher aeplant gewesene Neueinstudieruu§ von Gustav FreytagS Lustspiel „Die I o u r n a l 1 st e n" mit Dr. Rudolf T n r o l t als Schmock vorgeschoben und findet in der nächsten Wocke statt. In den Ä a m m e r s p i e l e n wird in den vier geschlossrnen Vorstcllurigen von Wedekinds „KammersLnaer" und o n n c tt f p c f t r u nt" Lili Rkarbsrg vom Burgtheatn die Rolle der Helene Marowa darstellen. Volksover. Heute, „Margarete" (Faust) borgen „F ü r st i n T a n a g r a". — TiüBolkSopei veranstaltet SamStag den 23. d.. '/,0 Uhr nachmittags, im C a r I- Theater mit eigenen» Ensemble eine Aufführung bei .Barbier vonSevtll a". Johann Strauß-Theater. Dienstag den 25. b. Erstaufführung von Walter Kollos dreiaktiger Operette „M a r i e t t <t". _____ Gerichtssaal. Der «gliche S 144. Meder ein Arzt verurteilt. Die PsleHerin Rbp Z. war von ihrem Bräutigam, mit dem sie bereits oin Kind hatte, Verl affen wvvden, oÄvcchl fit sich zum zweiten Male Mutter zu ffttylett glaubte. In ihrer Bedränauis wandte sie sich au eine Hebamnte. Diese untersuchte sie, konnte aber eine Schwangerschaft nicht jeftstellen, rund schickte sie zu dem Artzt Dr. Kavk I. Der Avzt fand es für notwendig, der Frau «in Tampon einzusühren, da sie Blntnugcu hatte. Rosa S. hielt sich noch Avei Ta>ge bei der Hebamme aus und stihr dann wieder nach Haufe. Der Vorfall kam der Behörde zur Kenntnis und gegen die drei Personen wurde die Anklage wegen Berbnechenr gegen daß keimende Leben (§ 144) echvHen. In der HauptverhaMung gab Rosa B. M, in der Absicht, ein« eventuell vorhandsns Schwartgerschaft unterbrechen zu lassen, zu den beiden Mitangeklagten gekom-- men zu sein. Die böcksn Mitangeklagten bestritten jede SchuSd. Der gerichtSarztliche SachverstäM-ge Prc^. Dr. Haberda sagt«, daß sich nicht mit Sichocheit fchstellsn laste, cck etire Schwangerschaft vorlag oder nicht. Der Evstrichter sprach sämtliche Angeklagte frei mit der Begründung, eß li«>ge wohl der Verdacht des angeklagten Verbrechens vor, jedoch ksin zwingender Beweis. Ein Berust>ngs('enat unter dem Barsitz des Hasraies Dr. Jakob hob di« drei Freisprüche auf und verurteilte Rosa S. bedingt zu 14 Tagen st r e n g e n Arrests, die Hebamnt« zu zwei Monaten schweren Kerkers und den Arzt #tt drei Monaten fchw - ren Kerkers. Der verurteilte. Arzt, ein heute 68jähriger Mann, hatte seinerzeit eine gut« Praxis in Gmmvden. Er ülbersiedelt« dann nach Wien, wo es Lhm eine zeitlarrg auch sehr gut gurg, bis ihnr die Wohnung gsbünbigt wurde. Er geriet mi: seiner fünfköpfigen Familie in immrer größer-e Not. Er war schon einmal wegen des gleichen Deliktes verurteilt worden, die Strafe wurde ihm aber durch einen Gnadenakt des BundeSprafidenten erlassen. Der znbriugliche Bettler. Gilt hattr sich klirzlich vor dem Bezirks^ antworten. Tr ist kein .gewAbrrlichrr -T um ein Alntvsen bittet, er halt sich für berechtig:, zu fordern, und kanzelt die Hausfrauen herunter, das Essen nicht um 12 Uhr fertig ist. Eines Tagc.8 läutete er um HM 1 Ähr mtttmgs an einer WchnungSttrr etwas siürmisck^f als notwcudiN war. Die Mutter des Wäh-nungKmhabers öffnete und gab ihm einige 100-Krönetl«Scheine. bi« er wditer nicht beachtete. Gr sagte: ,$on beut Geld Hab' ich nichts, ich kricg' mein« SitPP'n.' mein Fleisch, meine Zuspets." Diese Worte wurden in lautem, foüderMn Ton gesagt. Die Frau war ganz ei-.dge.schücht«rt, merkte sie doch auch, daß der Bettler aw aeheit-ert war. Ma sagte: „Es tut mir l^td, aber das Esten rft noch nicht fertig.^ Dara-uf er ganz entMlet: „Was! Mw halb 1 Uhr ist das Essen noch nicht serttg- Erlaube« Sie da hört sich alleß auf! D<t9 ist ja ein« Sauwirtschaft bei tzhnen." In düster Lonart airia er «ine Weil« fort. Es wurde «in Wachmann auf den Bettler aufmeMam gemacht, und nunmehr hatte er sich wegen Bettelns zu verantworten. Bei Gericht gab er an. er sei ohne Arbeit und bekmttm« 114.000 K. pro Woche als Arbeitslosen- Unterstützung. Mit einem Teil hat er Schulden bezahlt, den anderen Teil vertrunken. Ein kleiner Rest svi ihm veMieben. Da der Mensch auch essen muß, hübe er um Essen gebettelt. Richter:'Wir können Sie sich aber erlauben, Personen, die Sie um milde Gaben ansprechen wollen, in solch frecher und gemeiner Waise atWWthen und sie durch Ihre Brutalität einsMchtern? Der Richter verurteilte den Bettler zu einem M o u a i Ar r e st, ida e8 sich bei der Vechaudlnng herausgLstellt hatte, daß der Angeklagte sein ganzes Geld vertrinke. Der fteigebige Ehemann. Belm StrüsbeziMgerlcht Fünfhairs war dtchr Tage ein MMaar wegen EhreMleidigung angeklagt. Dem Ehemann lag gur Last, daß er seiiue Wchmiugs nachbarnt im laufe eines Streites beschiurpst Hallen toll, der Ehefrau daß sie der Nachbarin bei derselben Gelegetchc.it eine hcft'igc Ochvfeige verseht hatte. Der Richter sprach dm Eheuwnn f xi I, ü e t ti 111 i 11 e jedoch dessen Frau wegen der Ohrfeige i,i eiltet Geldstrafe von 50.000 K., eventuell zu 24 Ddunden Arrcst. Der Chomann zog auö seiner Brieftasche eine 100.000-Kronen-Not« lhardor, überreichte sie dem Richter mit den Worten: „Da ihabeuS. Herr Richter, dar Geld, Sie brauchen mir nichts herauzuSgebenl" Au seiner Frau gewendet, bemerkte der Gl-emannr „Ietzt geh schneli zu Ihr: hiw und gib Ihr noch m«*, bi« ist eh scho« hezah'k.ttt'