Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1826 (16.3.1924)
- Date
- 1924-03-16
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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feilt!? Wlener Morgen ze? kn nü/ itf Marz *1951 Nr. 1SSS n 0 P I B f R I C H T €arreau ilt Trumpf. Muß man in der Mode immer wieder Neues erfinden? Kann man nicht aus einem gewissen Respekt für das gclvcsene Schöne es w'eder au streifen und durch moderne Ideen beleben? Nicht allcs, was or'g'.nell ist. muß wirken und sichdurchsetzen, darum wenden jene Modeschöpfer. die eine feine Spürnase für das Zugkräftige ha-ben, ihren Blick oft nach rückwärts. wo eine reiche Aus>beute Winkl. Das Carreandessin. das von vielen für abgetan gehaltene, ist wieder erschienen, mann.'^alt'g, variabel, reich an Verwendungsmöglichkeiten': Schon e n'ge Male war es da: vom kleinen, kindl'ch aumutenden Pepita bis;,u den kräftigsten Quadraten, besonders beliebt in schottischer Mischung, und boote — würde es gewiß altväteri'ch wirken, wollte man sich streng an die alten Linien und srarbcnz-usammcnstellungen halten. Aber wenn die Mede sich auch hie und da zurückwendet/sie macht nicht halt dabei, sie nimmt Urn Anregungen aus vergangenen Epochen, unk sie völlig selbstand'a umzugcstalll'n Man ist scheinbar übersättigt von den reichen, überladenen Ornamenten, die mit der Turanlihamen-Zeit aufaekommen sind, man ist müde von dem prunkvoll Dekorativen, dem durch die forcierte Pariser letzw fyasckinasme-de der sonst nüchterne Sinn des nordischen Menschen zum Opfer gefaben ist. Das Carream bedeutet also lebten Endes die Abkehr vom Orientalischen und eine Wandlung zum Norden hin, zu England und Schottland, zum primitiven M u st e r. Schon tanchl allenrhalben wieder der karrierte Rock auf. dazu eine einfarbige, evenrnell mit einem Ca r re au rin geputzte Jacke. Jür den Spori wählt man das Carreaumuster gern für d:e garv'c Dreß oder bl ß für den Reisernantel. beziehungsweise Roisecape allein, und man erinnert sich gern an die leider vergangenen Reisezeiten, aus denen fast n>"r die karrierten. sogenannten englischen Reiseplaids zu sehen waren; in weiterer Auswirkung wird das Carreau als Muster für das bestickte Kleid und — man läßt nichts aus — für das vielbesprochene und vielgelästerte Apachentuch dienen. Jür das Sommerkleid werden die bedruckten Marquisetren, Robseiden, Foulards und andere Seidenarten mit reichen Carrcauzeichnungen aufmarschieren; d'est werden auch auf den für den Hutaufputz verwendeten Bändern erscheinen, der Strohhut selbst wird.karricrt sein. Der karrierte Seidenschirm, der karrierte Shawl und — last, not least — der Trotteurstrumpf, der in der letzten Saison gestreiftes Muster gezeigt hat. werden die kommende Carreauorgie vollenden. Das Carreau selbst? Man wird bei den asketi'chen schwarzen Linnen nicht stehen bleiben, man wird es entweder einfarbig oder in reichen, ineinandergcis ^achtelten Farben verwenden, mehrfach gewürfelt bis ins Allerbunteste. da man sich doch nicht so plötzlich von der letzten buntfarbigen Mode losre'ßen kann, so daß der Geschmack rviedcr bei einzelnen Kleidungsstücken zum lieben alten Schottisch zuruckgekehrt seiu wird. Befreunden wir uns m't dem Carreau, Wahlen wir vorsichtig und ohne Uebertreibung; denn es wäre schrecklich. als wandelndes Carreaumotiv dur-b die Welt zu gehen. R. M e n czel. Die neuen Pariser F r iihj all rs-Mod eile ans den ÜSLuoerri PATOtr PEEMET IREIDFERISr 20 ^EUILLET j^-Nnsry PHILIPPE Sc OASTON 3VLXJLBPC SOETJÄS A<r03L^TlSrETJR etc. etc. sind ein ge troffen IDA REICII&BßUDER VI. Mar ahilferstrasse Nr 39 I. Kärntnerstrasse Nr. 19 (im Hause M. NEUMANN) tun \ Paris—Wien. Die Chefin des Modellhans r Jdg Reich d Bruder, soeben aus Paris znvückgekehrt. läßt eis Reih? der neuesten Jrühjahrstreat>ionen Revv passieren, von denen wir ein besonders avavte Modell in nebenstehender peichnnng heranSheben ist ein Complet, das beißt Kleid mit Jacke, v Jvoir-Wollmaroquin. Das Kleid selbst zeigt d» gerade, hemdartige Linie, die immer noch domm'er! der Rock sehr eng mit fünf schieslieaen-den. ebenfalb airste^-'nd gehaltenen Volan's. die durch die auS Lasso Bändiben gearbeiteten J-ransen noch mehr markier sind. Auch d''e Aermes steoen eng an. ebenfalls ml Fr"nsen ans Laise-°Bä"dchen aozi'rt. Vorne ar Dekolle'e eine Quaste ans fransen, die den Schinnersetzen soll. Die Jacke, re'ch mit FraU'en garniev ist durch den Stil des Kleides an die Gradliniaka» g 'bnnden. der Bertckluß läuft schief wie die Volant.' mst einem Po^menwvickuovf befestigt. Jum Klel passend ein Bretone-Hut aus komblni-ertri Material, die Krempe aus Ripsseide, der Kopf au Stroh mit ausserordentlich flotter Mersch« aus stcn geriwem Band: mm Kostüm vorteilhafter er kleiner Cloche-.^ut. oefloch'en gearbeitet, ml ei"em großen Bandflügel. Ein kur, gestielte Schirm mit karriertem Soidenüberzua macht d' gen;- Erscheinung reiwoll. — Die Kunst und d> Pflicht, fedc Dame individuell zu kleidm, hat sii d^s führende Modellhaus Jda Reich u Brnd r strt Prinzip gemacht. Dir erwähnen hierzu, daß beifvielk wüse die Bortraaskünstlerin Jranzi Ressel, die i> Leben wie ans der Bübne vom oenann'en Haus« g» kleidet wird, im Gegensatz zu ihren Koll-'-ginn-n ar dem Podium nicht in einem streunen Abendkl«!'. sondern entsprechend ihrem persönlichen Kleinkunst genre stets in einem intimen Kammerspie! Neid auftritt. r. m. Vas Modeaewerbe ans der Messe. Der Wiener Geschmack hat sich auch dorr, wo die Wiener Mode als solche noch nicht dnrchgedrungen ist, einen allerersten Platz erobert: deshalb hat unser Modegewerbe das Recht, innerhalb dessen, was dem Ausland an Eriengnissen des österreichischen Fleißes, Geschmackes und Erfiwdiingsgeistes auf der Messe geboten ward, entsprechend revräsentabel anfzutreten. Obwohl spenell auf dem Gebiete des Modegewerbes einzelne große, erstklassige Firmen als Aussteller fehlten, hat diese Gruppe immerhin genug Sehenswertes geboten und gewiß auch Gefallen und Abnahme gefunden. Di Vorstellung, daß eine Messe eine Schau sei. wurde glücklicher weise vermieden, alteingewnrzelte Vorurteile endlich über wunden und so die Messeabiichten voll erfüllt. Ein hervorragender Platz war der S t r i cf m o b c ein geräumt, die bereits, soweit es auf den täglichen Gebrauch an kommt, den Stoff zu verdrängen beginnt. Gestrickte Krawatte» farbig gemustert. Blusen, Jnmv-r. Jacken, salonfähig ge machte Kleider, in Ergänzung dieser Art die gesamte Wir! Warenmode haben sich mit geschmackvollen und gediegene! Erzeugnisien eingestellt. Sehr reich war die Sch'uhmod: SPITZER & MARKUS II. HOLLANDSTRASSE 1 ATELIER für feine englische Herren?arderobe vornehmsten Genres voniehineDatneninode Kostüme, Abendu. Strassen-K leider ta feinster Anslfihning . 4 I täglich Vorführung der neuesten *\ >r.. j=r~ -'** *Vi?cr«5 Frflhjahrsm o d e 11 e MpDENPAlAlS' KPlO" PN IK vorne^mef Kleidet, TO.KAIS ERSTRASSE 111-113MW «. . .. . . TELEPHON S2-4-02 Ko$tU1Yl€ U» Mäntel VB.PURGG.5 m HUURA «OuiSWüStS, Zum Sakkoanzug der elegante Brogue-Schuh DAHENWESTEN Stückwaren, Wirkwaren u. Sportartikc) in grosser Auswahl |lav CA|yA» II- (SlockcngaiM Q K*lGMk «CliVl Telephon 48-808 m« er w> runz CDamenhüle 1. Wahterstnsse i C. BOJKO ABEND- U. BALLKLEIDER TEEKLEIDER, KOSTÜME WIEN, I. 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