Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1826 (16.3.1924)
- Date
- 1924-03-16
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. im Wien. Sonntag Wiener Modenzeitung« 16. März im Seite 13 Wo bleiben denn Glucks komische Opern? Wo Marschners ..Bäbu". um nur zwei Beispiele ans der deutschen Opernliter,w„r anzuführen. di. Die Internationale Gesellschaft für neue Musik veranstaltet in diaem Jahre außer dem alljährlichen Kammermusikfest in Salzburg (Anfang August) ein Musikfest in Prag. Ivo am 31. Mai, 1. und 2. Juni drei grölst Orchesterkonzerte stattsmden. Bon Wienern gelangt in Praa Karl Horwitz mit seinem symphonischen Tonbild „Vom Tode" für Bariion und Orchester, in Salzburg Ernst Kanitz mit Astern und Egon Welkes; mit einer Tanchritc zur Anfsührnng Von Komponisten des Auslandes, die in Prag und Salzburg gespielt werden. erwähnen wir den Russen Strawinski mit seiner Blase rsvmphonie und einem Mäscroltett. die Polen Szvman o w s k i und Kami n s k i, die radikalen Franzosen M i lhau d. Po ule ne, Satte. Honegger und S(n 11 c, den Ungarn Kadalh, die Engländer Bax und Ireland die Italiener Malipiero. Pi zeit i und R i e t i. die Deutschen Schulhofs. Erd mann. Krenek. ferner Ernest Bloch mit einem Psalm für Bariton und Orchester usll Jur gleichen Zeit findet unter Zemlinskys Leitung im Deutlichen Landestheater die Uraufführung von Arnold Sch ö nb^ergs. Monodram ,.Tie Erwartung" statt und das -vlchechische Nationaltbeater bereitet Aufführungen der Smetana-Operu „Zwei Witwen", „Der Kusz" und „Das Geheimnis" vor. . Neuer Wiener Orchcsterverein. Dieser junge Verein veranstaltet Donnerstag den 20. d. im Neuen Saal der Hofburg um halb 8 Uhr abends ein Symphvniekonzert. Dirigent: Gottfried Kassowitz. Mit wirkend: Maria Mansfeld, Brvgramm: Beethoven: Erste SNmPbonie: Reger: Orchesterlicdcr: Bruaner: Vierte (Romantische) Symphonie. Neue jüdische Musik. Das Arbeistrhoim Borochow veranstaltet Sonntag den 28. d., halb 1 11 hr nachmittags, ent Konzert im kleinen Konzerchanssaal. Es g'lariaeii ausschließlich Werke neuer indischer Tonkunst zur Ausführiing. Tie meisten N^^wptern des Progvrnnms Iverden in Wstu znm erstenmal .nir Kussührilng aebrache. Es ivirken folgende Künstler iwst: Korina ch w a r z (Gesang), Stephan B e v gnkan u (.Klavier), R'stelf -poll) ch (Violine), Erich Kramer «Bioline), Adolf * 0c-‘ tUr ^'ol'nc), Joachim Stu 1 schewsk y (Cello) und Prof. Viktor Pollatschek (Klarinette). Kleine Kunstnachrichten. Der Verein Berliner Kunltler veranstaltet vom 15. d. bis zum 19 April eine l-r ch w a r z - W e l st - A n s st e l t u n a, in welcher Harrd- .ZLichnim-gen, Graphik und Kleinplaitik gepeiat wird. Ihrer anderen werden Menzel. Ska-vbina. Franz.Krüger und Sreffeck vertreten Hu. — Das Prawr Rndoksin u in hat eine n-nlfangrcrche Pcchstcin - Ausstellung ailgeknildi.gr. — Das berühmte Mnicn-m in V o st o n bat zwei Hauptwerke der deinscben Graphik (Dürer und S ch o n g a n e r) als Geschenk nnes Bostoner Burgers erhalten. — Im Laufe des heurigen Sommcrs wird m Stuttgart die seit län-aorer Zeit geplante '^eerrwlndausstellnng „Die Form" staltsinden, die ans Stein, Edelstein, Holz, Metall. Keramik. Glas und (Hfrivfam gearbeitete Erzeugnisse unter Ausschluss aller ein Ornament tragenden ,vormen umfassen soll. — Gestern wurde unter dem Titel „Deutsche Kunst der Gegenwart" vom Prager Kunstverein „M a n e s" die Ausstellung einer Kollektion hervorragender Werke der deutschen Kunst eröfmet. Versteigerung der Bibliothek des Dichters Josef Kitz. Josef Kitz wurde bis zum Einzug Horthys nach Ungarn als der grösste magyarisch' Dichter geehrt und gefeiert. Da er die Unvorsichtigkeit beging, bis in den christlichnationalen Kurs .)» leben, mußte er in Elend und Not sterben. Die Nassenschüpler erinnerten sich plötzlich, daß Josef Kiß der Enkel eines eingewanderten russischen Inden war. Die ungarischen Inden taten nach dem Tode des großen Dich'ers sehr stolz. Werl er Jude war, aber so lange er lebte, kümmerte sich niemand darum, daß er seine letzten Iabre in schwerer Not und Krankheit hatte verbringen müssen. Sein Tod bereitete auch der Negierung große Verlegenheiten und es hat schwerer, komplizierter diplomatischer Verhandlungen bedurft, bis es gelang, die Sache so beizulegcn, daß daraus kein europäischer Skandal wunde und die Negierung vor den Erwachenden Ungarn sich rech'fertigen könnt«. In noch w'derlich-mer Form wiederholte sich dieses Schauspiel, als im vorigen Jahr das Wohnhaus des Dichters mit einer Gedenktafel versehen werden sollte. Nun folgt der letzte Akt der Tragödie des jüdischen Genies, das für ein fremdes Volk arbeitete und schuf: seine Bibliothek. die, wäre Kiß noch vor dem Zusammen brach des Liberalismus gestorben, sicherlich der Nationffstilll'ostek einvcrleibt worden wäre, wird H. und 15. d. öffentlich versteigert werden. Die Bibliothek besteht ans 1300 Bänden, hauptsächlich mmarischen und deutschen Klassikern. Werken der schönen Literatur und auch einer großen Anzahl wissenschaftlicher und knnsthistorischer Arbeiten. Jeder Band enthält ein Exlibris des Dichters. Groß ist auch die Zahl der Widmungsexeniplaue. Ein Baal-Machschowoth-Komitee in Berlin. Wie I. T. A. meldet, ist in Berlin ein Baal-Machschowoth- Komitee gegründet worden, dem die folgenden Herren angehören: Ch. N. Bialik, Bergelson, Prof. Dnbnow Frau Tr. Eliaschesf, S. Friedmann, S. Kalmanvw. Prof. Koigen, I. Lescstnsky. Nomberg. Dr. M. Soloweitschik, Dr. Schrtlowsky, Dr. A. Sstinberg und N. Stif. Das Komitee hat sich ' zur Aufgabe gestellt: 1. Herausgabe einer Sammlung der Schriften Baal-Machschowoth. 8. Herausaabe seines Brief-- wechstls. 3. Herausgabe eine Biographie. Dos Komitee wendet sich in einem Aufruf an alle Freunde und Anhänaer des verstorbenen Schriftstellers. an der Sammlung der Briese. Materialien, Erinnerungen für dre vorbereitete Ausgabe mitzu- Helsen. „Hinkcma-nn" auf der Indischen Bühne. Ernst Toller? Tragödie des Arbeiters, welcher entmannt asts dem Wel'kr'eg heiinkrhrt (sie wurde durch eine ansge^eickne!>e e»inmalige Ansführnng des Raimund-Theaters dem Wiener Vubnkilln vermittelt), aelanme mir großem Ersola an dem Jüdischen Knnsllhe-astr in New-Pork in jüdischer IlebeAraanng zur Ausführung. Die Bühnendichtung wurde unter dem Tftel „Das blutige G e l ä ch t e r" und dem Untertitel „Hinkcmann" angekündigt. In den Hauptrallen feierten Moritz S ch w a r tz, der Direktor des Theaters, und Frau Sn i e g o w große Trimnvhc. Jüdische Musik. In Wen weilt gegenwärtig Herr Doktor O. Dralicz aus Berlin, Vertreter des hebräischen Verlages „Dwir" (Jerusalem--Berlin > und des Verlags für jndißhe Volks- und moderne Musik „Inwal" (Berlins beide repräsentiert durch „Ewer", Gesellschaft für Buch- und Kunst bandet. Dr. Dralicz beabsichtim, ln Wen eine arößerc Aktion für die Verbveftiing des hebräischen Buches und der jüdischeri Musik zu irnstrn"hl>icn. _ So-s Mton»vr»l:7MM bes BurMeate». Der nächste Vremlerenabend des Buratbeaters lFreltaq den 91. dp ist Raimund tz ..A l p e n k ä n 1 g u u d M r usche n s e i n d". Am °9, 5). findet d'e E'-twnfiübruna von Pirrre Tr o n l> a l n S Kor"''die ,55 I n n n e C « ti lt e" statt. Eine reu enststidierte Anssübrnng von Hebbels „ft 11 o b r* § " n d M a r i a tn tt e" ist für den 5..Avril auaesttst. — Die nächste V'-eniiern am A k a d e m i e t b e a t e r r>*rb E l a i»- dels ,.M i t t a a s w e n d e" lein. D^e Reaie fübrt der nenenaaolerte Svstlleiter >oa"tz B r a b m. ^da llt a l a n d steKrt die .^mrvtrolle. Eine Woche, water getst Rndolf (feer* Drama ,.D i e rechte und die linke Hand" in Siene. Da« B',rajbeater bat da« eben naflendete neue Bübnenperk Wtbur Schnitzlers Der N e r f ü b r e r", eine drelaktiae Komödie,?ur Aufiüliruno erwogen. Die Vstemiere Instd vo^an^fichtlich?u Benin" der nächsten Svielreit erkolaen. - Zur Auffübrnna für das Schönbrunner S ch l o ß t b e at e r wurde Georg T e r r a m a r e s „Erfüllung" angenommen. _ Aus den Malern.?m B u r o r b e n t e s wielr heute Sonntag für den erkrankten Herm Arndt den Bolonins in ,.H «title t" Herr Otto Löwe, der fe»t dem t.Wür-demBilratheateran-- o e b ö r t. Morgen 7 Uhr abends. ..A lt t o n i u 8 und C l e o v a t r a". tzKein Kartenverkauf). Dienstag, 7 Uhr abends, „D i e L i e b e io a st t".?l k a b e m i e t b e a r e r. Dienstag, Ubr abends, „W ö l s e i n d e r N a ch t". B o l k s o p e r. Hcuin. »^3 Ubr nachmittags, ,.L a T r av i a t a". 7 lU't abends „D i e F l e d e r m a u s". Morgen Alontag „T r i st a n und I s o l d e". Jur Deutschen Volkstheater gebt Savastag den 22. d. Strindberas .in Wien bisber nob nicht aufoeführteS Schauwiel aus der fchwedifcheu Olesthick'te „K r i k XIV" unter tstituna Direktor Bernaus zum ersten Male in Szene. Die Titelrolle fvielt Iawb F e l d b a m m er. In den K a m m e r s v i e l e n wird ab Dienswa den 18. o. im Rabmen der Nachtvorstellungen Berneuils Lustwiel „K a r n l i e l l" mit Maria O r s k a als Charlotte wieder \n den Svielvlau aufoenomnicn. I o b a n n S t r a u n - T b e a t e r. Dienstag gen 25. d. aelanat „M a r i e t t a". Operette in drei Akten von Robert Bodanstv und Bruno Hardt-Warden (Gefanasterte von Willi Koll), Musik von Walter K o l l o, zur Erstaufführung.. A p o l l o t b e a t e r. Allabendlich, 7 Ubr, geht die Overette „Ein 55 a II t » nt n n" in Szene. Sonntag, 3 Uhr nachmittags. „Der V o g e l h ä n b l e r". Jüdische B ü b n e. Heute, Ubr abends, wird ,.S u l a m i t h", bistorische Operette von Goldfaden, aufgefübrt. Sulamith — Frau Lea Weintraub-Grast Abfalom — Herr Isaak Deutsch. Spielp'lan des Deutschen Bolksthearers: Sonntag, halb 3 Uhr, „Großstadtluft" (Dr. Crusins: Dr. Rudolf Tyrolt), abends 7 Uhr, „Moral" (Beennanu: Dr. Rudolf Tyrolt). Montag, halb 8 Uhr „Das vierte Gebot" (Der alte Schalanter: Dr. Rudoüs Tyrolt). Diensicrg, 7 Uhr, „Man kann nie wissen". Mittwoch, 7 Uhr, ,Er d e" (Der alte Gruh: Dr. Rudolf Tyrolt). Donnersta-g, 7 Uhr „Moral" (Beerinann: Dr. Rudolf Tyrolt). Freitag, 7 Uhr, ..Erde" (Der al-te Grutz: Tr. Rudolf Tyroli). Samstag. 7 Uhr, Zum ersten Male: „Erich der Vierzehnte", Schauspiel in vier Akten von August Strindberg. Wochen spiel plan des Raimund-Theaters- Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „G a s" (1. und 2. Teil), 7 Uhr abends, „M i ch a e l Kramer" (Engen Klopfer). Von Montag bis Mittwoch, 7 Uhr abends, „Michael Kramer" (Engen Klopfer). Donnerstag, 7 Uhr abends „Gas" (1. und 2. Teil). Freitag, 7 Ubr, Znm ersten Male: „Ein Volksfeind". (Eugen Klöpfer). Samstag. 3 Uhr, .Iphigenie auf Tauris", 7 Uhr abends, „Ein V olksfeind". Wochenspielplan des Modernen Theaters: Sonntag. 7 Ubr, „Der Vertrag von Nizza", 10 Uhr „Der Gaid". Montag, 7 Ubr, zum ersten Male „Alles um Geld", 10 Uhr, „Der Gaid". Von Dienstag bis Samstag, 7 Uhr, „Alles um Geld", 10 Uhr, Der G a i d". E i n Tanzdrama zu Tschaikowskvs Synlpboniepatb^tigue. Am 86. b. findet im großen Saale de? K o n z e r t h a » s e s im Rahmen eines Tan?- abendes Bala More die Uraufführung eines Tanzdrama? „D a 8 b r e n n e n d e M ä d ch e n" von Emanuel Saint-Dve? statt, dem T^cboikowskvs VI. Svmpbonie m Grunde liegt. Die Distlrolle gibt Vala SPlero. Weitere AuSsührende sind der Solotänzer der Staatsover Rubi F r ä n z l, Andreiew I e r s ch i k vom Ronacher-Dbeater. Maler W a c i k und Bildbauer Bock non der Sezession. Hilde H e l a e r und Grete Gert von der Sckmle Bodenwieler imd zwölf Tänzerinnen und Tänzer. Da? Svmvbonieorcbester diri»'ert Kon>ertdirektor Andre Hummer. Der Derverkouf für dielen inlereffanten Abend hat bereis an der Konzertkassa G u t m a n n begonnen. Die nenln'zenierte „Afrikanerin". Freitag den 21. d. findet unter der Leitung de? Kavellniciste''tz .Klemens K r a u ß und Obe^realffeur? Josts T u r n a u die Reninszenieruna und Neurinsiudiemng von M e v e r b e e r s „A f r i k a n e r i n* im O v e r n t b c a t e r statt Die Selica fingt Frau Helene W i l d b r n n n als Gast. Die Kostüme find getreu nach dem Vorbild der ersten Wiener Anfiübrnng am 27. Februar 1866. uni» zwar nach den im Archiv der Staatsover noch vorbandenen alten französischen Oriainal-Figurineii von Allred Albert in der Werkstätte der StaatSover beraestellt. Entwurf und Alalerei der Dekorationen stammen von Robert K a u t s k y. V nnzrrknachrickten. (Die nachstehenden Ankündigungen sind entgeltlich.) Mittwoch den 19 d.. v„nki 7 Ubr abenvs im großen Säalü des Konzertbausts Kon?,e»t des Wiener Orchesker- 'oereinS« Dirigent: Julius L e b n e r t. Der fitoctirtTf^e Bsanilt Nnbcr! Goldsirnkd feiert am 22. d. im Tempel, 15. Bez., Tnrnergassr, seine Barmizwah-Feier. Errichtssaal. An Wachmann tocBen SlittanWung eines ZwiNsten bedingt verurteilt. Ein neuerlicher Fall von Polizeiwillkür. Landesgerich'srat Dr. Arie (Strasbe-zirksgericht 1) har den Oberwachmann Franz Brandt, der angeklagt war, am 26. August v. I., nachts, aus der Wachstube den Hausbesitzer Rudolf K o m a r c k aus S t o ck e r a u durch Schläge ins Gesicht und durch Fußtritte mißhandelt und leicht verletzt zu haben, zu einer W^oche Arrest bedingt, mit einiahrio-er Bewährungsfrist, verurteilt. Komarok hatte sein mitgenommenes Bargeld in der Höhe von 200.000 Kronen für sich und seinen <^ohn verbraucht, und da kein Zug mebr nach Stockcran aing und er nicht genügend Geld für das'Hotel hatte, auf der Wachstube um Zuweisung eines Lagers gebeten. Ein Oberwachmann hatte ihn in ein anderes Zimmer geführt und ihn dorl mit den Worten: „Nach Wien fährt man nicht ohne Geld", ge ohrfeigt nnd^ihm Fußtritte aus das Schienbein versetzt, so Zaß.er nmfiel. Komarek rief um Hilfe, doch die Passanten die seine Rust hörten, wurden nicht in die Wachstube eingelassen. Er wurde ins Arrest gesetzt, geschlossen und auf die Pritsche geworfen. Jkach einigen Sunden wurde ihm mitgeteilt, daß er zu einer Strafe von 200.0 0 0 K r o n^ n verurteilt werde, weil er geschrien habe. Am nächsten Tage, nachdem -er seine Beschiverde vorgelegt hatte, wurde, er znm Bahnhof von einem Wachinspektor begleitet, der sich weigerte, ihm den Namen des Oberwachmaunes zu nennen.. Der Angeklaate gab an, daß er den Kläger, der berauscht gewesen sei und sich sehr renitent benommen habe, nicht angerührt habe. Die als Zeugen vernommenen Wachorgane sagten zugunsten des Angeklagten »ns. In der Begründung de» Urteils wird erklärt, daß die Aussage Tomate!i, der den Eindruck eines sehr friedliebenden und ruhigen Meni'chen mache, vollkommen glaubwürdig erschien und den Angaben der Zeugen kein Glaube beigemessen werden könne. Das Vorgehen des Angeklagten war besonders verwerflich und verdammen's wert. Mit Rücksicht am die Unbescholtenheit des Angeklagten und dessen belobte Dienstführung war das Gericht der Anschauung, daß dst Strafandrohung genüge, weshabb von der bedingten Verurtchlung Anwendung gemacht wurde. Als erschwerend kam in Betracht, daß Komarek als Hilfesuchender auf der Wachstube mißhandelt wuvde. Der Verurteilte meldete gegen Schuld und Strafe die B e r u f u n g an. Die Fälle von Polizeiwillkür mehren sich. Es wäre daher angezeigi, sie gerade im Interesse der anständigen Polizeiorgane strenger zu behandeln, da das Gros der Polizisten, die sich in Wien eines großen Ansehens erfreuen, nnt den Vorgehen derartiger Wildlinge wohl nickt einverstanden sein wird und sie sicherlich aus den Rechen der Wache ausgeschieden sehen will. _ Daloriflermm einer Hypothek znm Goldwerte. Ein bemerkenswertes Urteil welches die Valorisierung einer Hypothek zum vollen Goldwerte der Kronen aus spricht, hat der Richter des Bezirksgerichtes Josesstadt, Oberlandesgerichtsral Dr. Mühlpenzel, gefällt. Das Ehepaar Hölzl, auf dessen Realität ein im Jahre 1904 gewährtes Darlehen von 24.000 Kronen haftet und das infolge Weigerung der Gläubiger jetzt diesen Betrag bei Gericht erlegte, wu^e mit seiner Klage, die Gläubiger seien zur Ausstellung einer Löschungsqnittung zu verurteilen, abgewiesen. In der Begründung wird erklärt, das allgemeine bürgerliche Gesetzbuch bejahe die Frage, ob der Gläubiger von seinem Schuldner die Valorisierung der Schuld verlangen könne. Wenn dieses Urteil in den höheren Instanzen bestätigt wird, ist die Handhabe für die Gläubiger von Hypotheken gegeben, endlich die Valorisierung des seinerzeit in Goldkronen gewährten Darlehens z u e rreichen. Zu erwähnen ist allerdings, daß gerade in dieser Woche das Oberlandesgericht in einem bestimmten Falle gegen die Valorisierung von Hypotheken entschieden hat. Juwelier Better wieder angeklagt. Der Juwelier Jakob Vetter und sein Sohn Waldemar Better , hatten sich gestern wegen Verbrechens der Diebstahlst c i l n e h m u n g und wegen b r d e n k l ch c n Ankaufs gestohlener Sachen zu verantworte. Jakob Better war seinerzeit in den Vroz-eß gegen die Milliardendiebin M i: t r i n g e r und ihren Gelliobten Weinstein verwickelt, jedoch von der Anklage der DiebstahlSteilttehmung freige prnchen worden. Es wird ihm nn'er anderem zur Lost gelegt, daß er eine Brosche von einem Manne namens Weiß gekauft habe wobei mr Diamantenklnb sofort fcstaestellt worden war daß eine ganz gleiche Broscke als gestohlen ausge'chrieben sei. Better wußte, daß Weiß wegen Hehlerei zweimal vorbestraft war. Die Verhandlung wurde bis zum 10. April vertagt, um W c i ß, der sich in der S t r a f a n st a l t befindet. als Jeu gen vorzusühren und einen zweiten Sachverständigen heranzuziehcn. Bia zionistische Bezirkssektion Leopold Stadt veranstaltet ©©BIW®FSf30 ClGH 20a NSfZ um 8 Uhr abends in den Olympiasale n, 1. RotgasseNr 3, eine Purim-Akademie mit anschHessendem Täm Kapelle Geiger unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte Abendkieidung Es w’tLen u. a. mit: Herr Prof Fritz Wie-enthal, Herr Jacques Hotter, Herr Max Hansen. Herr Karl Ujvarl, Frl. Rose Berndt, Herr Norbert Meller. Herr Prltz Magldo Conferenciers Herr Friedlich Deutsch Zahlreiche Belustigungen: Jux-Basar — öchönheitspreis Tombola — Preistanzen — Konfetti — Serpentinen-Schtacht Da der grösste Teil der Karten bereits von Mitgliedern abgenommen wurde, sind nur wenige restliche Karten im Vorverkauf erhältlich: Brüder Schiffmann. II. Taborstrasse 48, Cafe Arlon, 1. Rothgasse b. Wiener Morgenzeitung, 11. Taborstrasse 1—3, Sekretariat der Sektion, 11. Taborstrasse 20 a, von 5 bis 7 Uhr nachmittags, und bei den Komiteemitgliedern