Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1826 (16.3.1924)
- Date
- 1924-03-16
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1ffc.""J.82b Bonniag * Die Kursaison in Franzensbad. Aus Franzensbad wird geschrieben: Seit dem Jahre 1914 ist die Anzahl der Anfragen Lei der Kurverwaltung wegen Kuraufenthaltes nicht so zahlreich wie im heurigen Jahre. Besonders gras; ist die Anzahl der Anfragen aus ton Nachfolgestaaten. Die Stadl gemeinde hat fiir die Zeit vom 15. April bis 91. Mai für jedermann die Bäderpreise ebenso die Kurtaxe fast zur Hälfte crmäßigt, so das; es auch den Minderbemittelten und den Bewohnern von Ländern mit schwacher Lalutu möglich ist, im heurigem Jahre der Wohltaten der Heilmittel von Franzensbad teilhaftig zu werden. Die Kurverwaltung von Franzensbad versendet über Verlangen kostenlos eine von hervorragenden Aerztcn Franzensbads verfasste Broschüre über die großen Erfolge einer Franzensbadcr Kur bei Herzkrankheiten, Frauenleiden, Kinderlosigkeit, Blut crkraukun gen, Gicht, Rheumatismus usw. Kleine Chronik. * Die ersten Msolventen des Wilnaer Mischen Technikums. Vor kurzem landen die ersten Schlußprüfu n gen «t dem, vor drei Jahren cröffneten Wilnaer jüdischen ^u m erhielten Abgaitgsnugnisse lß Mechaniker und 12 Elektrotechniker. Aus diesem Anlas; fand 'm Beisein einer großen Isnzabl jüdischer Führer und Auachöriger der Intelligenz eine solenne Feier statt. (I. T. A.) * Kino aus der Eisenbahn. Ans London. 15. d„ wird uns gemeldet: Der sogenannte Schottland-Expreß der Great Northern-Eisenvalm führte gestern zum ersten Male in England einen Kin »Waggon mit. in welchem wäh'-end der wurdenFahrgäste Films vorgeführt * Ein liidlsches Dorf in Polen. Auf polnischem Territorium besteht eme blühende j ü d i s ch e B a u e r nkolonle, tvelaie dw Eignung der Juden für Landwirtschaft vollauf erweist. Es handelt sich um das Dorf Jezierzany an der rns,r,chen Grenze, das a n s s ch l i e s; l i ch v o n j üd isch e n Ba n e r n bewohnt ist. deren Vorfahren zur Zeit des Zaren Nikolaus des Ersten dort anaesiedest worden sind Diese indische Siedlung kann als ein Muster für aan; Polen angesehen werden. Sie macht äußerlich einen sehr' wohlhabenden und saubereu Eindruck. Die Häuser sind geräumig und sauber gehalten, ebenso die reichen landwirtschaftlichen Gebäude Die Gemeinde unterhält einen Rabbiner und eine hebräische Schule. In der letzten Zeit haben sich ehemalige zaristische Offiziere eines Teiles des Dorfhodens bemächtiat, ohne daß die Behörden eiugeschritten sind. Am des Friedens willen und mit Rücksicht ans die Nähe Rußland diesen Einbruch geschehen. (I. ü ließen die jüdischen Bauern A.l * Eine Rabbiner-Abordnung nach Amerika. Die amerikanisch-jüdischen Organisatiouen People s Relief und Cetnal Relief haben im Zusammenhang mit der Liquidation des Joint und dem Wiederei'nsetzcn der besonderen Hilsslätigkeit der einzelnen Komitees einige hervorragende Rabbiner nach Amerika eingeladen. Es sind dies der Jerusalemer Rabbiner' K o o k, der Rabbiner von Slobodka M. M. Epstein und der Kownoer Rabbiner Schapira. Der Zweck dieser Beratung ist die Festsetzung eines Plans der kulturellen Tätigkeit in Europa und P a l ä st i n a, die nach Meinung des Central Relief in der letzten Zeit sehr vernachlässigt worden ist. Rabbiner Epstein befindet sich bereits in Amerika. Qberrabbiner Kook Ist. wie schon gemeldet wurde, bereits aus Jerusalem obaereist. Mitteilungen ans dem Publikum. Seppichhms Oftobdkaus o/o/ekelrv> ffklefont 63 SSOt/erie 'ZülenX93atiepnmarkii2'i4: ÜFelne Filialen m w/enI MaJamstagta hLs ßkä&d&geQffael. Rosa Kurz Menasse Horowätz empfehlen sich als Verlobte Wien, im März 1924 Therese Goldstein Emmerich Kohn Eisenstadt Budapest empfehlen sich als Verlobte Eisenstadt, im März 1924 vorine Kassner Isidor Artmann Rozniatow Verlobte Rozniatow, im März 1924 Wien Der Akad.Vereinjüd. Mediziner in Wien gratuliert seinem 1 Vize-Obmann, Herrn Markus Pfeffer, Abs. d. Med, zu seiner heute, Sonntag, stattfindenden TRAUUNO mit Frl. Betty Smarak aufs herzlichste. Möbelfabrik J. Spira Feine °>- WiCD. III.. MMWM 1~3 Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse) TEPPICHHAUS URACH & Co. Vl.f Marlahllfarstralle 79 IM Siels größtes Lager in Teppichen, Vorhängen» Tischdecken# Bettvorlegern sowie echte Knilpf- und Smyrna-Tepplcne »nnimi* wimen—b»mmm»wp«pa— fi«*Mua«B Sfilcwey MvrRenAeltunA. — —. i -nr-nirm-niifTiia—u Neuheiten Ms feinen W®iSitOff@1% flf DAAltA Wl! »SM im flfofmagaxiffi in grosser Auswahl!» In folge der minimalen Regien unvergleichlich billige Preise -!. 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März 1024 Seite 11 Eigene orthodoxe WLV Fabrik unter Aufuicht des ehrwürdieen Wiener orthodoxen Rabbinates der israelitischen Kultusgemeinde Erzeugt die vortrefflichsten Nazzoth 10537 Wiens Garantiere nur mit meiner Stampielie versehene Packung für Qualität und ryHtJO Nur eigenes Fabrikat Versand nach allen Staaten I. V ortreiflich Mazzofffiffabrik Wien, 2. Bez'rk, Obere Augartenstrasse 52 Telephon Nr. 45621 Telephon Nr. 45621 * Konferenz der tschecho-flowakischen Keren Hajessod- Zeichner. Aus Prag wird uns berichtet: In ihrer letzten Plenarsitzung hat die Zentralkommission des Keren Hajessod für die Tschecho-Slowalei beschlossen, zu Beginn des Herbstes eine Konferenz Von Delegierten aller Ische cho-slowa-- kischen Keren Hajessod-Zeichner abzuhalten. Aufgabe dieser Konferenz, die im größten Nahmen gedacht ist, wird es sein, eine sämtliche Zeichner repräsentierende Körperschaft zu wählen, welche die Tätigkeit des Keren Hajessod in der tschecho-flowakischen Republik leitet und die Richtlinien für die Arbeit festzusetzen, damit die tschecho-slowakischen Keren Hajessod-Zeichner im allweltlichen Council des Keren Hajessod entsprechende Vertretung finden. * Das Recht auf Schlaf im Parlament. Lord C u r z o n war, wie Londoner Blätter zu melden wissen, in einer der letzten Sitzungen des Unterhauses, eingelullt durch das gleiche tönige Plätschern des Redestromes, eingeschlasen, zum großen Aerger seiner Kollegen, die in dem Nickerchen des Lords einen Verstoß gegen die Würde des Hohen Hauses zu sehen vermeinten. Einige Abgeordnete forderten deshalb auch den Sprecher energisch auf, dem schlafenden Lord einen Ordnungsruf zu^ erteilen. Der Sprecher zeigte sich diesem Verlangen aber gänzlich abgeneigt; er konnte sich dabei auf die Geschäftsordnung berufen, die den Abgeordneten nicht verwehrt, zu schlafen, vorausgesetzt, daß sie nicht schnarchen und dadurch die Debatte stören. Da Lord Curzon nicht schnarchte, durste er weiterschlasen. * Wie man sein Leben um zehn Jahre verlängert. Einen neuen Beitrag zu den .Hausmitteln", wie man am 'besten s<-m Leben verlängern könne, hat «der Nachlaß.des vor 20 Jahren verstorbenen 'Komponisten Ernest Guirand geliefert. ,b:r erst vor einigen Tagen durch Aurelieux Scholl im „Matin" veröffentlicht worden ist. Er erzählt darin, wie er es zustastde gebracht habe, sein Softem um mindestens zehn Jahre, zu verlängern. Er habe näiEch niemals einen Brief gelesen! Man hart in der Tat nach Gu-irands Tode 2000 uneröffnete Briefe gesunden. Unerösfnct pflegte er die Briefe iit ein Schubfach zu legen, war dieses holl, wänderte sein Inhalt in eine Kiste, von da karrenweise in fim Kammer., Guirand war übrigens ein äußerst begabter Musiker,^ dessen Kantate: ,-Basa^t und der Flötenspieler" mit dem Römevpreis' ausgezeichnet wurde. * Der Mensch im Fahre 2424. Im „D a i l tz E x P r e ß" entwirft der englische Prof.I. B. L a w ein Bild des Menschen, wie er nach 600 Jahren, also im Jahre 2424 aussehen wird. Er geht davon ans, daß in den letzten 500 Jahren der Mensch sich "sehr geändert hat. Seine Physische Kraft ist kleiner, seine Sinne sind stumpfer geworden. Auf, Grund .dieser Voraussetzung kommt Law zu dem Schlüsse, das; 5Y0 Jahre später der Durchschnittsmensch Physisch noch schwächer sein wird als jetzt, allerdings glaubt er, daß ein großer Unterschied nicht bestehen wird, da der menschliche Körperbau sich nur im Verlaufe von vielen tausend Jahren ändert. Der Mensch wird nastirlich bemüht sein, seine körperlichen Mängel durch mechanische Werkzeuge wie scharfe Brillen und dergleichen zu verbessern. Seine Kleidung wird bequem aus emem Stück gearbeitet sein. Auf seiner Glatze — daß alle Menschen in 500 Jahren glatz' sein werden, hält Law für selbstverständlich — wird er steis eine Kopfbedeckung tragen. Im Essen wird er nicht wählerisch sein. Er wird nur einmal täglich verschiedene Präparate und Extrakte aus Fleisch und Pflanzen zu sich nchmen. Die Füße werden atrophisch werden, da er sie wenig benutzen wird. Die betveglicheu Trotieure und die Verbreitung der Radiotelegraphie und -Telephonie werden das Gehen überflüssig machen. Der BiUiungsgrad der Menschheit wird größer als jetzt sein. Das Geistige wird die Oberhand haben und Dinge, welche brutale Kraft erfordern, werden nicht geübt werden. Der Mann in 600 Jahren wird znr Frau ein ganz anderes Verhältnis Haben, weil die Franen bis dahin einen ganz anderen Bildnngs- und Entwicklungsgang genommen haben werden und die Konkurrenz mit dem Mailn auf Schritt und Tritt hervortreten wird. Das menschliche Leben wird dann viel komplizierter sein als jetzt. Die Ueberträcmng von Gedanken und Gefühlen von einem Menschen zum anderen wird wissenschastlich erforscht sein, und dies wird den Puls des Lebens in der Welt verstärken. * Ein Duell um Pharao Tniankhamen. ShalabY Bcy. em in Kairo lebender ägyptischer Rechtsanwalt, hat. w:>e aus London gemeldet wird, ein-m britischen Journa'listen eine Duellsordernng zugehen lassen. Den Anlaß bilden die Streitig-- köi'ten zwischen der ägyptischen Regierung und Lady Earnavon sowie ihrem Beauftragten, Howard Cart-er, über die Oefsnnng des Sarkophags von Tniankhamen. Eine Londoner Wochen-- schrift hatte sich bei Besprechung des Falles Mt schweren Beschimpfungen der ägyprsickien, Regierung chinv^ißen lassen. Der nMonälistisch gesinnte ägyptische Rechtsanwalt hatzt-e den Bericht, der in ägyptischen Blättern abgedruckt worden war, gelesen und an die Adresse des Londoner Verlegers den folgenden, an den Verfasser des Artikels gerichteten Brief geschri-eben: „Um Ihnen Anstand dei-.zubringen und Ihre Beleidigung in Jchwm Blut adzuwai<l)en, fordere ich Sie hiernvit zum Dl'.eü. Durch eine Ablehnurtg meiner Forderung würben Sie sich in meinen Äugen als Feigling zu erkennen Jeden. Wenn Sie ein Mann sind, werden Sie sich stellen. Ort und Zeit des Darclls zu beisti-inmen, bleibt Ihnen überlasstn. Ich meinerseits glaube, daß ber Ehrenhandel am besten in der Nähe voit Paris ausgefostiten wiyd." Es wird nicht gesagt, ob und was der geforderte Journalist dun ägyptischen Heißsporn geantwortet hm.