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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-16 · Heft 1826 (16.3.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1826 (16.3.1924)
Date
1924-03-16
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Teile 10 Wien. Sonntag sidcnten der Dorvater jüdischen Gerneinde, in welcher er schilderte, welch niächtigen Einfluß der Verein auf die Hebung des Selbftl>ewußtfeins der fast assimilierten Dorpatcr Juderrschüst hatte. In der Festsitzung wurde beschlossen, ein gerneinsames Komitee für Estland, Lettland und Litauen zur Förderung der hebräischen Universität und der jüdischen Nakiona!-- bibliotihe? in Palästina zu gründen. Sie Seeleufanlenmg. Hofrat imb Tittenamt. Ich ernurerc mich an eine Versammlung, in der die Vorschläge des gesunden ^Menschenverstandes ab gelehnt wurden und einer der Rückschrittler frohlockend ausries: Die Hostübe sind in der Majorität! In unserer Republik scheinen sie leider in der Majorität geblieben zu sein, obwohl sie numerisch eine gewaltige Minorität ansmachen. In der Monarchie war der Hofrat ein Herrgott, vor dem man zitterte, der tun tonnte, toi8 er wollte. Damals nützte er seine Macht nicht so aus wie setzt in der Republik. D>er Fall, der sick dieser Lage abgespiel: hat, erscheint ganz unglaublich und wird auch dadurch nicht verständlich, daß ein R-egicnmesrat als Assistent fungiert hat. ©mt Hofrat, der seine Unteruririerin aus der Wohnung herausdrängcn wollte, denunziert sie bei der Sittenpolizei, ein anderer Hofrat setzt sich mir com Borftand-S, ttlvcrtreter des Sitteivamtek, Regierungsrar Dr. Gel lue r, in Verbindung, das Mädchen wird schäftet, ausgewiesen — die einsächsle Lösung für jemanden, der das von dem Mädchen bewohnte Kabinett vermieten will —, soll nach Klagenftu: abgeschoben werden und nur einen; Zufall verdrntt sie, es, daß sie sich nicht zwischen Kabinen und Küche aufl'ävgen muß. Sie klagt den Hofrat, einen „Schriflstellcr" Frenz Wolfs. Jimmermannplatz 10 — diese Wohnung wirs sich der Lener des Wohnungsamtes, Stadtra; W e b e r, \m inerten müssen, -w ein Ehepaar allein keine Achtzirnmrrwohnuug brauch; —, weil er sie in Briefen an Dr. GaUner der g e h e i m e n P r o st 1 i u-- tion beschuldig; hatte. Er gibt eine Ehrenerklärung ab und d-as Psychisch gebrochene Mhdchen zieht die Klage zurück; obzwar mar; in einem solchen Falle leinen Ausgleich schließen dtnch. Hofrat i. R. Wolfs geht ruhig nach Haus-e ur:d Dr. Gellner ist weiter der Stellvertreter des Dr. W-.'inber^r. Die Oeftemirchkeit bcrichigt sich und morgen ist die Sache vergessen. Man erinnert sich ihrer erst wieder, wenn ein ähnlicher Fall austanchr, der vielleicht traurige Folgen nach sich zieht. Diese Angelegenheit darf nicht so spurlos von der Tagesordnung verschwinden. Zn verschwinden hat jemimb anderer, das ist Regier nngsrat Dr. Gellner, und nur unter einer Bedingung kann er sich rehabilitieren. wenn er gegen Hosrat d. N. Wolfs die Klage wegen .Irreführung der Behörden durchsetz:. Wenn er es nicht tut, wird dies hoffentlich om anderer ittit In unserem Strafgesetz befindet sich eine Bestimmung, daß jeder, der von einem Delikt Kemwnis hat, die Anzeige zu erstauen hätte. Diese Bestimmung will man aber nur gegenüber Frauen, die der Abtreibung der Leibesfrucht schuldig werden, anwenden und eventuell noch gegenüber den A-erzten! Gegenüber einem Hofrat! Unmöglich... Das Ganze ist symptomatisch für den jetzigen Zeitpunkt und der schlagendste Beweis für die Behauptungen des gestrigen Artikels, daß die Verwaltung in Oesterreich viel eher den Getteralkommisiär braucht als die Finanzen. Wer trägt die Schuld an all dem? Der Nationalrar, der sich um gar nichts kümmert .Harzl fühlte sich in seiner Ehre gekränkt, wagte es doch Perl sogar, seine Ehrlichkeit beim Wägen in Zweifel zu .Flehen. So etwas ’butfte er sich nicht gefallen lasten, Seine -Hals- und Stirnabern schwollen plötzlich an. Das Blut schien aus den Poren dringen zu wollen. Und unter dein Aufgebot aller feiner Stimmittel hob er -den Powidlschöpflofsel aus dem Faß, warf ihn aufs Pult, -daß Gesicht und Kleider der Umstehenden doll bespritzt waren, und fchrie: „Aber jetzt Hab' ich genug. Perl .Kropp. Jetzt. . und Reo Harzt zitierte wortwörtlich das Zitat von Gotz. verwechselte jedoch in seiner siuwlcfen Wut Subjett und Objekt, so daß aus dem Zitat anstatt einer Beleidigung ein tosendes Gelächter unter den Anwesenden entstand. Perl Kropp sah daß heme mit ReL Harzl nichts auszurichten sei und zog ab. Ich wartete noch immer. Nach einer Stunde ungefähr war der Rummel vorbei. Reb Harzl 'warf sich erschöpft aus eineu Sestel und die gewohnte Ruhe und .Herzensmilde kehrte allmählich wieder in seine Brust ein. Er besprach mfa seiner Frau Jetts die Vorgänge am Vormittag, erkundigte sich, ob alle Schulden eingetragen wurden, und ließ alles, was sich im Lause der wenigen Stunden im Geschäft ereignet hatte. Revue passieren. In diesem Augenblick geht Perl Kropp an dem Geschäft vorbei. Reb -Harzl schmunzelte. Er erinnerte sich an die Szene mit dieser ewig keifenden Frau. Plötzlich springt er von seinem Sitz auf, drängt mich zur Tür hinaus und schreit: Locher, halten Sie Perl Kropp ans!" Ich rannte der Frau nach; im ersten Moment dachte ich, daß Reb .HarF chr aus einen Diebstahl gekommen sei; doch als ich sie zum Stehenbleiben veranlaßt und Reb Harzl sie erreicht hatte, schrie er sie triumphierend an; „Sie, Perl Kropp, das, was ich Ihnen im Geschäft gesagt habe, gilt nicht, nicht ich Sie. sondern Sic mich! Verstehen Sie? Pfui sollen Sie tvcrden." Und er -spi« vor ihr aus. Jetzt erst konnte ich das wieder aufgewarmte Mittagnrcchl einnehmen. So vergi-rrgen die Dienstage irmner unter Aufregungen. Das Freitag-essen galt überhaupt nicht als normale Mahlzeit in der Judengaste. Es lvar mehr eine Vorspeise für die lommen'den Sabbatrnahlzeiten. Dem Bachur lohnte es sich nicht recht, wegen eines solchen frugalen Mittagmahles, wie etwa Gansgrie-beu mit Erdäpfelsterz. zu antichambrieren m\h der Köchin schön zu tun. Der Freitag war eben der Vorbereitung der Seele und des Maaeitt rftr die Sabbatsveuden gewidmet. _Wiener Morftenzeitung. und sich mit Kleinigkr^st.'it beschäftigt. Wir Töuu::i n'.wr kmflon, daß der Nrniauaü.ai ’lsiuio: all;in her sei und Falle a in Wvlsf unmöglich mach!. Ader wir verlangen, daß sich der Nationalrat mit einer solchen Angelegenheit, wenn sie auftaucht, beschäftige und dadurch Personen, die in ihrem Macht dunkel Privatinteressen verletzen, zurechtweise iutb ihnen die Scheu vor einer Ilaberschrcitung ihrer Machtsphäre beibringl. Doktor Gellner sckxint von den Hofräten irvegeführt zu sein. Es ist dies eine Enlschuldignng, aber eine sehr schwache. Für den Hofrat Wolsf gibt es keine Entschuldigung. Er wird diesmal daran glauben oder Minister Dr. Frank kann mit seiner ganzen Justiz einpacken. Dr. Fritz Tauber. Die Wische Abteiluv» der WmMchen Bibliothek iu Nrw-Wrk. Aus Ncw-Aort wird uns geschrieben: Zum Nachfolger des im vorigen Jahr verstorbenen Leiters der jüdischen Mtcilung der öffentlichen Bibliothek von New-Uork, Abraham S. Freidus, wurde Tr. Josua Bloch, ein bedeutender Gelehrter und Publizist, ernannt. Dr. Bloch ist erst 34 Jahre alt, kam im Jahre 1907 aus Drobian, im Kolonoer Gouvernement, nach Amerika, wo er am Rabbinerseminar und au der Universität von Cincinnati das Doktorat und das Diplom eines Rabbiners erhielt. Nach dem Tode Freidus' wurde Dr. Bloch zun; Provisorischei; Leiter der jüdischen Abteilung ernannt und da er sich in dieser Eigenschaft außerordentlich bewährte, wurde seine Bestellung nunmehr definitiv. Die diew-Vorker öffentliche Bibliothek hatte schon zur Zeit ihrer Gründung cttva 1600 Bände in hebräischer und 900 Werke jüdischen Inhalts irr an.deren Sprachen Heute besitzt die jüdische Abteilung bereits 30.000 Bände. Diese Erweiterung war durch eine Spende von 10.000 Dollar, die der verstorbene Jakob H. Schiff im Jahre 1897 zum Ankauf semitischer Literatur für die öffentliche Bibliothek gewidmet hatte, möglich geworden. Schiff knüpfte an diese Stiftung die Bedingmig, daß die gesamte, in der öffentlichen Bibliothek vorhandene Literatur über das Judentum in einer eigenen Abteilung zusümmengcsaßt und vor: einem eigenen fachkundigen Bibliochckar geleitet werde. Die Prager Stziriius- und AengKMre. Bekanntlich halle die Prager Zeitung „Pravo Lidu" erklärt, daß der Verband der Spiritusbrenner aus seinem Dispositionsfonds etwa 30 Millionen Tschcchenkronen zu Bestechungszwecken aufgewendet habe, die an verschiedene politische Persönlichkeiten zur Verteilung getaugten. Die Untersuchung bewegt sich null nach der Richtung, alle jene Unternehmungen zu ermitteln, die an der V e r w e nd u n g dieses „Fonds" und an anderen Spiritusgeschäften besonders interestiert waren. Augenmerk wird vor allem den Spiritusunternehmungen der Firma August Lederer, insbesondere den Geschäften der Inn gbunzlauer Spiritusrafsinerie, die bisher in der Tschecho-Slowatei nicht nostrifiziert worden ist, zugewandt. Der Spirituskonzern der Firma K ö n i g st e i n, Starke und Comp, hatte nicht weniger als sechs Millionen tschechische .Kronen aus seinen Riesengewinnen unter die politischen Parteien der Tschecho- Slowakei verteilen wollen, mußte aber das Geld schließlich verschiedenen neutralen Vereinen Zufuhren, da die Sozialdemokraten Lärm schlugen. Noch weitere Kreise zieht die zweite Angelegenheit, die Benzinaffäre. Der Direktor der Legionsdank, K h Y n, der gleichzeitig Aufsichtsrat der Naphthakompagnie ist, wurde verhaftet. Der Direktor des Weinberger Stadtthertcrs und frühere Dramaturg des Nationaltheaters Kdapil wurde gestern zur Polizei vorgeladen. Er wird beschuldigt, in der Benzinaffäre ebenfalls eine Rolle gespielt zu haben. Nv Raubmord «ach einem Fahr anfgeklärt. Eine Frau angeschossen und in die Donau geworfen. Dem Wiener Sicherheitsbureau ist es gelungen, einen Raubmord an einer Kaffeesiederin in Hernals aufzuklären, von dem eigentlich niemand eine Ahnung halte und bei dem über die 2l b g ä n g i g k e i t trotz der großen Spanne Zeit von keiner Seite bei der Polizeibehörde eine Anzeige erstattet worden war. Vor einigen Tagen brachten Kriminalbeamte in Erfarhung, daß die 45jährige ehemalige Kasfeesiederin Karoline Koch, die seinerzeit Inhaberin des „Wiener Spoct-Cases" in der Hernalser Hauptstraße 200 war, seit zirka Ende Mai v. I., nachdem sie das Kaffeehaus um 80 Millionen Kronen verkauft und das Kompagnieverhältnis mit dem 46jährigen abgebauten Staatsbahnadjunkten Lorenz Wald aufgegeben hatte, verschwunden sei. Wald hatte nach den; Verschwinden der Frau ein Delikatestengeschäst um 20 Millionen gekauft und für weitere 20 Millionen das Geschäft ausgestaltet. Er hat einen Ziehsohn, den 20jährigen Otmar Fuchs, bei sich ausgenommen, der stets über die Strenge des Ziehvaters klagte. Infolge der sich immer mehr verstärkenden Verdachisgründe wurden gestern Wald und Fuchs verhaftet. Wald leugnete. Fuchs gestand nach längerem Verhör, daß Wald die Frau nach Teutsch-Altenburg gelockt habe, Wald habe ihm erzählt, daß er mit der Koch, tvährend Fuchs sich im Kaffeehaus in der 7iähe befand, bis an das Ufer der Donau gegangen sei. Er habe rasch den Revolver gezogen und gegen seine Begleiter in einen Schuß abgestuert, anscheinend aber ohne zu treffen. Als die .Kafseesieoerii; um Hilfe schrie und davoirlausen wollte, päc? t e er sie und st ie tz s ie in die Donau. Da die Unglückliche jedoch noch im Wasser Lebenszeichen von sich gab, warf er noch große Steine nach ihr, bis fU i« den Wellen verschwand, Ihr 16. März 1924 _Nr. Hauemschchen, daß er vermutlich vorher seines Geldbeträge! euneert hatte, tvars er gleichfalls mit einem Stein beschwert it bcii- Wasser. Fuchs sah auch bei Wald das Geld, das diesem der Frau abgenommeu hatte. Bon diesem Gelde habe er, Fuchs nichts erhalten. Wald blieb bisher hartnäckig bei seiner Am gäbe, von der ganzen Sache nichts zu wissen, nicht in Deutsch Altcnbnrg gewesen zu sein und versucht, die ganze Sache am seinen Stiefsohn zu schieben. Wärmer! In Oesterreich ist das Weller im Westen heiter, im Oster trüb. DaL vorgestrige Temperaturmittel in Wien war mr 7 Grad nnternormal. Die gestrigen Mittagstemperaturen lagen nur wenig über dem Nullpunkt. In den Karpathen schneit cs. Voraussage: Zeitweise bewölkt, Temperaturzu nähme. Ein Zyklon in Indien. Delhi, 15. März. (Reuter.) Durch einen Zyllon wurde ein E i se n b a h n z u g in dem Augenblick umgeworfen, als er über die B r ü ck e bei Bareillh fuhr. Fünf Waggons stürzten in den Flu ß. F ü n f z i g P c r s o n e n w u rd e r; getötet und 53 verletzt. Wien, 16. März. . * Einberufung des Zionistischen Parteirates. Das Zioni> stische Landeskomitoe teilt mit: Sonntag den 30. d.. 3 Ulp nachmittags, findet in; Saale der Hakoah (Atlashof), 1. Bez.^ Wiesingerstraße 6, die Sitzung des ordentlichen Parteirate'- statt. Die Delegierten, die ihrer Keren Hajessod-Pflicht nich' nach gekommen sind, werden aufmerksam gemacht, daß sic ba; Recht auf die Teilnahme am Partcirate verwirken werdew wem; sie nicht vor der Verifizierung der Mandate durch dal Parteigericht, ihre Keren Hajessod-Pflicht erfüllen. — Mor. gen Montag, 7 Uhr abends, findet eine Sitzung des Landeskorwitees statt. -- Die Beschlüsse des 13. ZionistenkongresseS, in einer Broschüre zusammengchaßi, sind it deutscher und hebräischer Sprache beinr Zionistischen Landesk-omitee, 2. Bez., Taborstraße 20a, zu haben. * Zionistisches Lokalkomitee. Da§ Zionistische. Lokal lomilee teil: mit: Heute Sonntag, 11 Uhr vormittags, jiubc' eine Sinnng des Lololkomirees statt. * Llrbeistag für den Palästina-Arbciterfonds. Ans Ber lin meldet I. T. A.: Das Zentralkomitee für das arbeitend.' Ere; Israel, in lvelchem alle an dem Aufbau Palä stinas interessierten Kräfte organisiert sind, hat den 17. ck zum Arbeitstag für den Palästina-Arbeitersvnds proklamiert. In dem Ausruf wird gesagt: „Der Tag, an dem unsere Arbeiter bei der Verteidigung der genossenschaftlichen Kolonie Tel-Chai gefallen sind, soll den tonds gewidrnet sein, der den Grundstein gelegt hat.;u Tcl> Hai und seinen Schwesterkolonien Ajeleth-Haschachar, Machna im, Kser-Gilcadi, dem Fonds, der dem Ausbau neuer Po^ sitionen der befreiten jüdischen Arbeit dient und das In. strument der schöpferischen wirtschaftlichen und sozialer Jniative der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas ist." All: diejenigen, die den Aufbau Palästinas wünschen, werden ansgefordert, den gesamten Verdienst des 17. d. dem Pa-> läftina-Arbeiterfonds zuzuführen. Unterschrieben ist der Aufruf von Vcrttetcrn der Allgemein jüdischen Arbeiterorganisa^ tivn Palästinas, der Weltorganisation Hechaluz und dev zionistischen Arbeiterorganisationen. * Dr. Stephan S. Wise 50 Jahre alt. Aus New-Aott! berichtet I. T. A.: Am 17. d. feiert der bekante New-Torke. Rabbiner Dr. Stepheu S. Wise seinen 50. Geburtstag. Andiesem Anlaß werden an drei aufeinanderfolgenden Sonn tagen, beginnend mit Sonntag den 16. d., besondere Feierlich keilen crbgehalten werden, die von den Mitgliedern der Zen tralen Synagoge und der Freien Synagoge,'an denen Doktor Wise als Prediger wirkt, arrangiert werden. In d'ese Tag: fällt auch der dreißigste Jahrestag von Wiscs Rabbin.ettätigkeil * Das Ende des holländischen Hilsswerkes in Wien. Da; holländische Kinderhilfswerk in Wien (Llugartcnpalais) beschlos nach. mehrjähriger überaus erfolgreicher und dankenswerte- Asibeit feine Tätigkeit. Die Leitung des Hilsswerkes wird am' diesem Anlasse ein Memorandum mit einer Schilderung seine: Wirksamkeit heronsgeben. * Der Millionendiebstahl in der Zentralbank deutscher Sparkassen. Wie berichtet, wurde am 13. d. dem Sk'y-ntister Steinhauscr der Wa-renkommissions-'A.-G. in der sttaßc 1. im Kasstnranm der Zentralbank deutscher Spevkasser sin Betrag von 50 Millionen Kronen gestohlen. Die Warenkwnmissions.gesellfchcrsr hat aus die Zustandebri>ngwng des gestohlenen Geldes eine Belohnung von 20 Prozent ausgesetzti * Der angekündigte und ausgesiHrte Selbstmord. An; MvtNvoch 'hätte sich beim Strafbe-zirksgericht 1 der Privatbeamte Wilhelm Schalter weaen eines eigenartigen Betruges, boganqen durch Irreführung de? Wohnungsamtes, verantworten sollen. Es wurde ^dom Schaller zur Last gelegt, daß er im Vorjahre die auif den Nt,men seiner Frau Christine Schal ler lautende Wohnnna ans seinen Namen umschreiben ließ, und zwar zu einer Zeit, da sein-' seht gänzlich erblindete Frau schwer krankem Spital lag. Schaller Halle dann die auf feinem Namen u.nrgeschriebene Wohnung in Abwesenheit seiner Frau samt Cinrichtnng an ein-cn Gastwirt verkauft. Die Verhandlung wurde, da Schaller nicht erschienen war. auf kurze Z.ett vertagt, Freitag langte im Landesgerichte ein Brief des Wilbelm Sch aller ein. in welchem er nvittecite. daß er. wenn dieser Brief zu Gericht gekommen sein werde, nicht mehr an; Leben sein werde. Gleichzeitig erklärte Schaller in dem Briefe, daß er sich nicht wegen der Strafsache bei Gericht -erschießen werde, sondern deshalb, weil er durch seine Frau schwer krank geworden sei. Der Richter ließ den Brief sofort der Polizeidirc-ttion zur eventuellen Verhinderung des angekündigten Selbstmordes überbringen, doch war es bereits zu spät, da Schaller am Donnerstag im Rathausvark durch einen Revolversck)uß seinem Leben ein Ende gemach t ha tte. * Organisation fcet Wiener Presse. Die diesiahrige ordentliche Ge'le.ralverßammlnug der Organisation der Wstnoe Presse findet am Samstag den 29. d. um 3 Uhr nachmittags -im Sitzungssaale der Hande>ls- und Gewerbekammer, 1. Bez., Sluöenring 8. statt. * Der erste Frühlingsbote. Die Frühsahrsausgabe der Eins-Zwei-Drci-Fahrpläne mit Gültigkeit vom 10. d. ist erschienen. Die enthält alle Zugsverbindnngen vo>; Wien, Niederösterreich und. Burgenland und die Fernanschliisse sämtlicher Bahnen. Auch die grünen Fahrpläne, ganz Oesterreich (ohne . Wien, Niederösterreich iiub Burgenland) mir allen direkten Z u g s p e r b i n d u i; g e n werdan durch G r a t i s n a ch t r ä g e zur Gültigkeit vom 16. d. angesangen richtiggcstellt. Das Kursbuch ist iu allen . Buchhandlungen, Vahnhöfen, Trafiten, Pa'pierY-ndlmrMr oder beim Berlage I. Rameß!. B?-., Grabe-.', 28, Tel. 68-201, erhältlich.

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