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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-16 · Heft 1826 (16.3.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1826 (16.3.1924)
Date
1924-03-16
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1826 Steit. Doautast Es war ja schr schön, •? Eriotg kolossal. „dir Be sie - wurden evwrilerr \i.:o u.-ne angesttitpft. es g'd Nachfragen, sogar aus HinstrM'eritz und von den Buschmännern", der Wiener kam, sah und konsumierte, aus den Kopf der Bevölkerung enlfieien so und soviel Paar Würstel (wer hat meine gegessen?), aber. aber, ich bin nicht zufrieden. Nein, ich bin nicht .zufrieden. Es gab ja wunderschöne Dinge zu sehen, a'ber das Neue, das Originelle, was uns zmn heutigen Leben in Schule uud Haus, in der Welt und aus der Bülhn-e, in der Politik und den anderen Spwlereien un-bedingt not tut, was unser Dasein erleichtert und fordert, was jeder braucht, Kinder und Militär vom Feldwebel auf- und abwärts, das habe ich, man verzeihe nur 'ws harte Wort, vermißt. Wo war zum Beispiel der sinnreiche Apparat halb llevolver 'halb Muiltistischr Snggcstionsuiaschine. deren Anwendung meinen Chef in uuwidevstchlicher Weise zu :iner ausgiebigen Gehaltserhöhung gezwungen hätte? Wo murde jene unvergleichliche Erfiuduug dern-onstriert, die es Mittelschülern und älteren Semestern ermöglicht, an der Börse zu operieren und doch reich zu werden? Fanden etrva .wohlmeinende Freunde der Meirschhi.it die Belehrung darüber: „Wie nehnte ich 1000 vont Huu-derr, ohne das; Ä die Nachmittags'blälier erfahren?" Okirgends wurden die höheren Töchter aufgeklärt: „Wie schütze ich mich vor deur oittenamt?" Bei welchem Stand konnte man die „Kunst Vm freien Meinungsäußerung ohne Gefahr der Ausverjüng" erwerben? Ich erkläre, die Mesie war nicht modern genug. Für Industrie, Handel und Gewerbe fehlte unbedingt der große rchlager: Die doppelte Buchführung a's wirksamstes Mittel regen Breitner, Erfolg garantiert. Wer hätte ein solches System nicht gerne erworben? Oder „Leichter Verdienst, in Provisioilssy'ste-in für Nichtärzte'" Ich glaube, das batte nchr interessiert, als irgend eine komplizierte Maschine ür Steckna-delk-öpst. Für die Notwendigkeiten des Fa-milieulebeirs fand ich mch gar nichts. Umsonst suchte ich das Verfahren: „Wie ag' ich's meiner Schwiegermutter, ohne daß sie mich megen hhrenboleidi-ssung klagt?" und „Wie fange ich es an. ohne >aß meine Frau drauf kommt?" Mit mir fühlen diesbezüglich viele Leidensgenossen. Wo wurde die „Kumt. Memoiren zu drucken, ohne Ringer, Boxer. Fußballer wer geschlagener General zu sein", gezeigt? Mein Freund, »er berühmte Operettenkomponist, suchte umsonst ein cmsprechendes automatisches Klavier und wird 'weiter nühstlig alte Meisterwerke produzieren müssen. Auch die Baumesse hat mich nicht befriedigt. Ein. System „Wie baut man -das Staatsgeibäudc ohne Zimnterman?" hätte so manchen interessiert, nicht wahr, Herr Bundeskanzler? Das sind nur die Umrisie dessen, was dieses mal iehlre. hoffentlich werden weine Anregitngert nächstens beherzigt werden. In diesem Sinne wird künftig „meine" Messt sicherlich einen grandiosen Erfolg aufweisen. a. ö. mumsmmt A u s der Serie „Schwindende G h e t t vg e st a l t e n" Von Jakob Krausz. 4. Trenstaz und Freitsg. Dienstag und Freitag war Wochenmarkt in der Stadt. 8s waren kritische Tage ersten Ranges für die Kaufleust, über mehr noch für ihre Frauen und Aitg-estellstn. Die Stadt, in der noch tags vorher das Leben ruhig und genessen dahinplätscherst, ist über Nacht von einer Bauernmbasion iibevfluttt worden und bot das Bild einer belagerten Festung. Auf den großen Plätzen au den Enden der Stadt stauten sich die Waren der Bauern und kleinen Kaufen st der umliegenden Dörfer zu unüberwindlich scheinen- »en Barrikaden. Die Bauern brach'en Landesprodukst, klr'u- und Federvieh in die Stadt und tau'chstn sie hier 'egen Kolonialwaren, Kleidungsstücke oder landwirtschaftiche Geräte ein. In den Straßen flutete eine bunte Menge -on Bauern und Bäuerinnen in ihren vi-elfavbigen Trachen. viele brachten auch ihre Kinder mit, die sich an solchen sagen an billigem Zuckerwerk, au „Ziehe ibisch" und ähnichem Tand gütlich tun durften. Pferdegewieher, Weiberekreisch, Ferke-gequietsche und das Heulen der Kirrder, dw n dem Wirrwarr von der Mutter getrennt wurden, erfüllte!i* Luft, und über all dem dröhnten die saftigen magyarisch-- iorvakischen Flüche der Bauern, die ihrem Unmut darüber lus'druck ga-lien, daß die Bäuerinnen die Rangen in die ätadt Mitnahmen und mm selbst sich vergafften, anstatt ruf re nervös gewordenen Kinder aufzupassen. In der Straße der Kaufleule herrschte unruhige Gehästigkeit. Die Kau.fläden, besonders die Kolonialwaren-- eschäfte, Kurzwarenhandtungen und, Gawnieriewarenwen. waren von Käufern überfüllt, uud die längs der straße Postierten Krämer, die ihren Kram von bunten 'üchern und billigem Taind auf dem Boden ousgebreitet atten und mit lärntenden Aupreisnngen feilboten, hatten vllauf zu tun. um die Kunden zu bedienen uud dabei m:t laufend Augen" aufznpassen, daß sich das Zigounerlvel'b, as sich um den Kram zu schaffen machst, nicht ttnentge-ltl-:ch r -den Besitz einer der Waren sehe. *) Siehe „Wr. Margensti'iii::g" vom ~‘l. 2. und , März. MM MM. Wiener Movaenzeituntz. Ein Mastetll-esuch. Ge21U letzten Messetag tyvtiüy.e. in aU:a Ansstelluuge>i eilt s ehr reges Treiben. Tie Rotunde hatte eilten M affe:candrang von ernsten Känferu zrr verzeich nen. Allgemein wir!) von einem Erfolg dieser Messe g^ sprechen. Der letzte Tag wird als bownders günstig für die Arttvindustrre, Motorräder -und Lebensmittel bezcichriet. Für die Radwindnstrie war die Messe ein Ereignis, die Einführung In die Wirifchaft. Es wurden nicht nur eine Unmenge Apparate umgesetzt, sondern die Messt trat auch in ihrer Fnnklion als Vermittlerin der verschiedensten an die-sem wachsenden Industneztveig beteiligten Brancheu voll in Erscheinung. In der Hofburg hat dir Schuhwar-ttnndrrstrie schr gnr albgoschnllteu. I-m Mesjapalast wurden gestern noch schr viele Geschäft, besortders in der Ledergülantcrie- und in der Spiekvarenbranche, gatätigr. In Uhren tvuwen Gsschäfkr mir Ungarn, Tichecho-Slowaken, Jügvsictbxn, Engländern und Aegyptern abgeschlosscrr. Auch ans Palästina tiefen A n sträge ei:i. Um 12 Uhr wurde der Einlaß in die Ausstellungen geschlossen. Uw. 2 Uhr hatten alle Besucher die Räumlichkeiten verlassen. Die Anleihen der Stadt Preßburg im «Melalter. In der Budapesrcr. Akademie der Wissenschaften hielt das neugeivählw korrespondierende Mitglied, Franz Kava t s, svinrn Antrittsvortrag über „die Anleihen der Stadt Preßburg rm Mittelalter". Wie vielleicht keine andere Stadt har Preßburg fast sämtliche Akten über dir im Laufe der Jahrhunderte aufgerwrnrnenen öffentlichen Anleihert der Stadt in seinem Archiv wohl bewahrt. Im Mittelalter war Veit ungarischen Städten die Aufnahme von Anleihen im allgemeinen vevbotetl und konnte nur durch besondere Protektion nach langem Petitionieren erwirkt werden. Interessant ist. was der Vortragende, über die Gläubiger der Stadt Preßburg berichtet: Die Gläubiger wurden im allgemeinen in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe war diejenige der jüdischen K a u f l c u t e, deren Anleihen der Vortragende die Judenanleihcn nannte. Die zweite Gruppe war die Gruppe der christlichen Gläubiger, die, nach den Akten, sogenannte völlig z i n s e n f r e i e Darlehen der Stadt zur Verfügung stellten. Diese Zinsenfreiheit war jedoch ein Schwindel. Sie war nur dem Scheine nach, juristisch, vorhanden, denn in Wirklichkeit war bloß ein Fünftel dieser christlichert Anleihe frei von Zinsen, während vier Fünftel faktisch Zinsenib-elastet waren, itnd zwar unter Zugrundelegung eines nicht geringeren Zinsfilßes als die 'Anleihe der jüdischen Gmppc. Der Vortrag behandelt die Anleihert von 160 Jahren, im Verlaufe welcher die Stadt Preßburg 834.000 Goldgulden au öffentlicheit Arrleihan ausgenommen lxatte. In den ersten zwei Jahrzehnten wrtrden fast sämtliche öffentlichen Anleihen der Stadt von der jüdischen Gruppe gege- Bctt ttnd erst später, als die Stadt sich an die christliche ln. wcar; 2«« » Bürgerststaft «vendere, wurden die .Iilden bei öffentlichen Anleiy.'n kaum mehr herangezogen. Von diesem Zcitpuukte. an wurden nur R e n t e n a n l e i h e n gemacht.^ Die fo« geuaunte wriftlühe Anleche war Ist öeit ttteislett Fällen eilte Zn-a.rMttl.tt!)? fast ormt selben Typus, wie die jetzige uw garischc Zwangsaillcihe. Boi den Anleihe» halten die jüdischen Kauflome große Risren zu überuehmen.^Jit der Regel tvurden sie noch vor Tilgung der Älrtleihe zn starken Zinsen« r-.'dU'klionen veranlaßt. Die christlichett?ln!eihen waren, wie der Vorträgen^' l-ervorhob. Anleihen mit verhüllten Zinferr. Auf diese Meise sollte das Anleiheverbot im Mittel* alter umgangett iverden. Später waren die Kirchensond« die Anleihegeber. Eine andere Art dar Umgehung des Zin« fetiver-bores' lvar der W a r e u k r e d i t. Int Stadtrat saßen damals sehr viele Kauslrub', die es ditrchsetztett, das; die. Stadt ihren Kredit dort deckte, wo die .Kaufleute ihren Ksvdk halten. Ta nun die Kreditgeber der Kauflcute gleich« falls Kaufleittt waren, eiMvickelte sich der neue Typus der önerttlicher! 'Anleihen iit Form von Warenkrediten. Die Ware konnte jedoch ausschließlich aus fcinein Tltch bestehen. Die ungar-ischeit Könige des Mittelalters kauften häufig gleichfalls ganze Laaer von feinem Tuch zusammen uud bezahlten damit ihre Schulden. So wurde das Tuch gewissermaßen ein Zahlungsrrtittcl und arrs dieser Zeit ikmimt auch das ungarische Sprichwort: .Lein Geld und kein Titch." Der jMsch-akademWe Beredt in Dorpat. Vierzigjähriges Jubiläum. * 2iw dör cu::tiliriterfität in Dorpat fand Ende vor!» gen Monates eine für die Geschichte der nationalen Wisder« bclAmng des jüdifchett Volkes wichtige Jubiläurnsfeier statt. ES sind vierzig Jahre hör, im Februar 1884, daß sich att dieser uralten Kulturstätte der Slk-adentifche Verein für jüdische Geschichte und Liter-aurr gebildet hatte. Es war zwei Jahre, nachdem i'.l Wien die Kadimah gegründet worden war. Ursprünglich ohne bestimmtes nationales Ziel, bloß als Abwehrorgan gegeti die rntter dem Schlagworte der Haskala und anderen Parolen propagierte Assimilation gedacht, wurde dieser Ber« ein allmählich das Zentrum der jüdischnati-onalen Bewegung unter der jüdischen Intelligenz des Ostens. Heute leben fast in allen Weltteilen Juden, die an der Dorpater Universität als Mitglieder des jüdischen akademischen Vereins studierten und sich dort für den Kampf um die Rechte des jüdischen Volkes ausgerüstet hatten. Ter Verein selbst hat im Laust der Jahre alle Schwirri^- Lerten jüdischer Verbindungen durchgemacht. Während des Krieges n:rd der deurschen Okkupation wurde 'seine TäiiSsrl nuterbrochen, um nach dem Friedensschluß mit um so größereul Eifer wieder zu beginnen. Zur Jubelfeier sind ehemalige Mitglieder aus den verschiedensten europäischen Staaten gekom-nren. Auch einer der Gründer des Vereins, der bekannte Zioniftenführer in Rumänien, Dr. Ksgan Bernstein, war erschienen. Zahllos sind die Begrüßungsdepeschen und Zuschriften, die auS Rußland, Palästina, Amerika und Polen eingelangt waren und in denen die Absender mit Dankbarkeit der Jahre gedenkest, die sie als junge Studierende im Verein verbracht hatten. Interessant war die Begrüßungsrede des Prä- Besonders lebhaft gM es bei dem Krmn der Mindel BoSk'vwitz ztl, die mit ihren 85 Jahren noch immer alle Konkurrenten überschreit und die Käufer amleckt. Sie vermag sich Bannt des Andranges >ber Karts- und Schaulust-igen z-u ertvchren. Plötzlich eurst-cht eine Panik in der Gasse: Einer Bäuerin, -die an einer Hand ihr kleines Töchterchen, a.rt der anderen ein mit einem dünnen Bindfaden an einem Bein befestigtes -Ferkel führte, riß das durch das Getü-munl erschreckte Tierchen aus. ein herrenloser Hund nahm die Jagd nach dem fremden Vierfüßler auf und nun setzten Ferkel und Kläffer unter ohrenbetäubendem Gequietsch, Bellen. Kreifchen und Fluchen über alle Kramstände hinweg, wuvderl dann auf dem Kraut der Frarc Mindel eingekreist, wo sie, als die alte Frau in Angst um ihre Schätze die Elle über die Ei-ndri-nglinge schlvang, so erschraken. daß den: Dorsteuviechcr-l gerade über eim-nt Haufett Klöppelspitzen etwas Schweinisches passierte und der Hund, empört über dert Undrrck 'der Menschen, sich hundertläßig rächte »nd sich aus dein Staub machte. Min-del tvar nahe daran, i-hrett Krärik-ergebsL aufzugeben, nicht so sehr über den Schaden, der ihr etwa zugestigt wurde, als vielmehr über das Hohrtgelächter der schadenfrohen Konkurrenz rings um sie. An diesen Tagetr nnarlsge'sttzter Nerdenkrisen 'waren die Häuser der Kaufleute, Krämer und Go-verbetreibenden für die Bachurirtt gesperrt. Es war abermals ein Zeichen der großen Gunst der Bovfehltug gegen m-ich, daß der größte Kolonia^warervhändstr der Stadt, Reb Harzl Ehrenhaft, darauf beftan-'d, auch am Dienstag einen Bachur bei Tische ztl haben. Er erfüllte darnit ein Gelübde, daß er, als ihm sein Sohn starb, getan hatte, indent er es auf sich nahm, während des ganzen Trauerjahres zu jeder Mahlzeit einen Talm'Uidisten zu speisen. Der Herr Rabbiner 'hatte mich dazu ausersehen, als Werkzeug dafür zu dienen, daß Reb Harzl sein gottgefälliges Gelübde erfülle. Reb HarZl Ehrenhaft ivar ein bedeutender Talniudist und ^r atiFefchenste Kanf-' 'rnann >der Stadt. Sein Anfohen war so groß und seine Ausnahntsstellung so bedeutend, daß er 'der einzige war. der sein eigenes Bethans aut Haust hatte. Als ich mich Reb Harzl vorstellte, warf er mir einen dankbarert Blick zu und stellte bloß die eine Bedingung, daß ich am Dienstag mittags pünktlich um zwölf Uhr zu Tische erscheine, denn, sagte er, der liebe Gott habe dem Juden 'den Wochenmarkt dazu beschert, damit er sich überzeuge, wie schwer es sei, e.n Jude zu sein. Und in der Tat Reb.Harzl, das gutmütigste, liebenHwüvdigste Geschöpf in der Judenstadt, war am Dienstag u>n>d Freitag wie ausgewechfelt. Der Mann mit der sprichwörtlich gewordenen Seelenruhe, der nicht einmal, wenn er den Talmud studierte, laut lernte, schrie an den Markttagen wie besessen -in seinem Geschäft herum. Als wollte 'der ganze während der Woche in feinem Herzen unterdrückte Zorn über die Menschheit nach Ausdruck ringen, setzte es einen Hagel von Schimpfwörtern über Weib. Kind, Angestellte und über joden, der ihm in den Wurf kam. Als ich zum ersten Male am Dienstag zu Tische 'kam. war es dreiviertel 12 Uhr. Ich mußte im Geschäft warten. Der Geschaftsladen war überfüllt. Die Kunden überschvien einander, jeder wollte zuerst bedient sein mrd ihsiinfahren. Ich fand nicht recht meinen Platz und wurde bald von den zu den Pulterr drängenden Musern, bald von den rnnherraseiiden Kommis von einem Winkel :,tt den anderen gestoßen. Rcb Harzl bemerkt es und schreit: „Sie B-ocher, was stnppen Sie sich da herum, wie ein Knödel im kochenden Wasser? Ich halb' Ihnen doch gleich gesagt, wir essen um zwölf und Sie sollen pünktlich fein." Nächsten Dienstag kam ich nach zwölf Uhr, weil ich mir dachte, daß' da die Erregung im Haust Ehrenhaft sich bereits geleest haben werde, doch ich hatte mich getäuscht, denn schon bei meinem Eintritt rwpfi-ngen mich Reb Harzls Donnerworte: „Sie unverschämter Bocher, Sie, glauben Sic, wir können warten auf Sie? Wir hoben schon gegessen und jetzt stehen Sie da und Kotzen mich an wie ein Kapore-Hühndel." Nun wagst ich zu erwidern: „Aber, Reb Harzl, komm' ich' wn ein- Paar Minuten zu früh, schreien Sie; komm' ich etwas zu spät, schreien Sie auch, ich!weiß nicht mehr, was ich tun soll." ,/Schweigen Sie, ich Hab' Jil^en schon gesagt, Sie Mtsien pünktlich sein. 'Sie haben nicht zu früh und nicht zu spät zu tarnen. Einen anständigen Bocher nmß der Zwölferschlag bei der Tür troffen." Ich hatte nun zrun Schaden noch den Spott der anwesenden Angestellstu und' jüdischen Kunden. Aber den Frommen und Bedrängten rächt der gütige Bater im Himmel und noch am selben Tage halst ich meine Freude erlebt. Während Re>b Harzl mit mir herumschr'e, bedienst er die jüdische Landgreislerin Perl Kropp, eine wegen ihrer Znngensertigstit gefurchtest Frau. Was ihr Reb .Haitzl vorigst, mx ihr nicht recht und zu tette«, Nah

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