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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-16 · Heft 1826 (16.3.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1826 (16.3.1924)
Date
1924-03-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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9h. 1m Meid, Smurtag Wiener Mor-enzeitnnz. Gerte 8 10. März 1024 Ae Silans der 28. BMerbimdmIsfitzmg. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Gens. 15. März Der Völkerbundrat hielt heute Mi geheime uitt) Mi öffentliche Sitzungen ab. Um 15 Uhr wurde die 28. Tagung gvschlossen. Den letzten Punkt des Programms bildete die Frage der deu' fch e n Ansiedler in Polen. DaS Resultat der Tagung ist diesmal ein äußerst zufriedenstellendes. Die Iaworiuasrage ist aus der Welt geschafft. Oesterreich legre Rechenschaft über seine rekonstruktive Tätigkeü ab. Es muß nach dem Ansspruch des Völikevbundrates seine übernommenen B c p s l i ch t u n g e n auch weiterhin erfüllen, wie dies bisher geschah. Der Rekonstruktion Ungarns ist zugestimmr worden. Die Streitfrage über M c m e l durchlief bei dieser Sitzung die letzte Phase. Dieses Gebiet gelangt nunmehr unter litauische Oberhoheit. Der Völkerbund ernannte den gewesenen Minister R ojetti zum Präsidenten der Donaukommission. Der Beginn der nächsten Session des Völt'orbnndrates ist auf den 11. Juni festgesetzt worden. Der tschechisch-franx-isische Vertrag vor dem Völkerbund. Prag, 15. März. Der französisch-tschLcho-slotvakische Vertrag wurde heute dem Völkerbund zur Registrierung VüvgelegL. Amerikanische AestechungsaWen. Berlin, 15. März. (Tel. d. „Wr. Morger-zeirnug".) Nach einem New-Norker Destqrarnnr des „Lria Anzeigers" erklärte ein früherer Ageur der politische n Pol i'z e i. er habe 100.000 Dollar von dem japanischen Vertreter der M i t s n i - F l u g z e u g g e s c l l s ch a f i erhalten, die für Be st e ch u n g s z w e cke besti-mint arireren feien. Tiefes Geld habe er dann an Jassir S m i t h abtzeliefert, einem Freund und Vertrauten des Genoral staats anw a l t s. Weiter sagte er aus, er habe im Aufträge des verstorbenen Präsidenten Harbin,g insgeheim D o n ghcrty überwachen lassen. Der KalonienmiMer 8ber den Wii vr« Beamten in den RavdeiÄänSer«. London, 15. März. (I. T. A.) Auf eine Anfrage des Leutnant-CalonÄs Howard - B u r y am 10. d. inr Untcrhanfe gab der Koloniemminister Mr. I. H. Thont a s die folgende Auskunft: Außer £::> durch Streichung ihrer Posten oder durch Versetzung aus Palästina scheidenden Beamten sind kürzlich vier weitere Beamte in Palästina und einer in T r a n s j o r da n i e n zurüügetreten. Die Gründe des Rücktrittes sind persönlicher Natur. Bei dieser Gelegenheit wolle er sowohl den ans der Verwaltung ausscheidenden Beamten als auch allen übrigen Mitgliedern der Palästina-Vernvaltung die Anerkennung der Regierung für ihre treuen Dienste aussprechen. Lar zaris'We MimMamkostto i« Paris. Berlin, 15. März. (Del. d. „Wr. Morgenzeitung".) Nach einem Pariser Telegramm des „Berliner Tageblattes" ist zwischen P o i n c a r e und dem russischen'General Ignatiew ein merkwürdiger Rechtsstreit im Gange. Jgnatiegv, der während dos Krieges Militärattache bei der ruffischen Botschaft in Paris 'war, hatte ben Auftrag, die russischen Bestellungen ans sranM.sche Munition zu überlwachen, mit der Vollmacht, die für die Beschaffung der Mumtion nötigen Mittel aus chucni eigens dazu errichteten Konto bei der Bank von Frankreich zu entnehmen. Das Konto bestand aus monatlichen Krediten in der Höhe von 126 Mll-wnen Fmuken, die Frankreich an Rußland zum Zwecke der Munitionsbe-schaffung gab. Das Konto wurde ausdrücklich aP E i a c u t n m der r u s s ischeu R e g i e r u n g anerkannt. Nach dem Ausbruch der Revolution erführen die Almachnngen keine Veränderung. Ignatiew bezog weiter sein Einkommen von der .Zaristischen Negierung, obwohl diese Negierung nicht mehr existierte. Die von chm gokauste Munition wurde dem General Wränge! und den an Rußland grenzenden Staaten zur Verfügung gestellt. Jetzt -hat Poincare das Konto Jgnatiews zum 1. März sperren lassen. Ignatiew will diese Entscheidung nicht anerkennen und hat durch der: Notar de Monzie^R-echtseinwand erheben lassen. Wrangel blcwt irr Jugoslawien. Belgrad, 15. Marz. „Breme" meldet aus Neusatz, der Stab Wrangels habe mitgeteilt, daß er sich auch weiterhin aus -dem Gebiete de's .Königreiches S. H. S. aufhalten werde. Zweikammersystem in der Mrkei. Konstantinopel. 15. März. (Tel. d. „Wr. Morgen- Zeitung".) Nach Meldungen aus Anoora beabsichtigt die 'türkische Regierung, das Zweikamniechystem einzuführen und neben der Nationalversammliung auch einen Scua: zu gründen. LUatwSsr Erssoager Damu« Hobe, CtrfL&tor der Likörmarko Hobd und einziger T*8#«r den UftBa«n« Dzunto HobL. Prunelle Noisette Maraschino Punch ü FAnonns Creme de venilte Ängostura Bitter Eckt nur in dieser runden Flaechenform! : Wien, 1. Srillpanerstrasie Hr. 14. Tei.24229 ooystm \D Lk Mastafa Kemal lehnt ein MMrbiiadnis mit Horchtz ab. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitmrg".) Konstantinopel, 15. März. Vor kurzem kam, mit besonderen Vollmachten von Horthy ausgestattct, der Imam der Budapest er türkischen Gemeinde, Abdul Latif Efendi, zu Mastafa Kemal Pascha, nur ihm den Abschluß eines Militärvertrages zwischen Ungarn und der Türkei vorzrrschlagen. Horthy ließ durch seinen Delegierten der Angora-Regierung erklären, dwß der Abschluß eines solchen Bündnisses ein großer politischer Erfolg für beide Staaten wäre, der die Stellung beider Regierungen festigen und auch auf das internationale politische Leben nachhaltig einwirken wrüde. Mustafa Kemal hat jedoch, wie Ihr Korrespondent erfährt, dem Abgesandten Horthhs deutlich zu verstehen gegeben, daß er zwar für ein Freundschaftsverhältnis mit Ungarn sei, militärisch jedoch kein Bündnis eiugrhen wolle. Die Politik der Türkei, erklärte Mustafa Kemal, sei eine mehr ihrer orientalischen Umgebung a n g e p a ß t e und tendiere gegenwärtig nicht nach Europa. -i: Konstantinopel, 15. März. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Die Nationcllversannwlnng von Angora hat den Freundschaftsvertrag zwischen der Türkei und Ungarn, wodurch die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten wieder ausgenommen werden, angenommen. Die letzten Devisenkurse. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Ae«-B»rb, 15. Marz. (Redio.ä Devisemcklußkurie: Tagf*cib nominell, Wechsel cmfLondon4,28,63, 60 Tage-Wechsel 4.2-V>7, Paris 4 67, Amsterdam 37,01, Prag 289, Berliner Schlußkur? 22V« bis 22,50, Silber 63,75. Der GenervltommWr Kr Ungar«. Die Genfer Protokolle. (Eigendienst der „Wiener Morgenzemmg") Genf. 15. März. Die ungarische Kommission des Völker-- lnrndes hat, wie scholl bekannt, imch dein Vorbild Oesterreichs auch für Ungarn zwei Protokolle ousgearbertet. .In dein erstell, bem politischen, anerkennen die Kredilslaaten England, Frankreich, Italien, Rumänien, - Jugoflawieu und die Tschecho-Slowakvi (unter Gegenzeichnung Ungarns) die te rr ü t o r i a l e Integrität und Souveränität Ungarns, das stmerstsis die Verpflichtung auss-prichl, den Frieden von Trio non Ar allen Bestimmungen ein zu halten. Jln zweireu Protokoll verpflichtet sich die ungarische Regierung. in Verbindung mit der Delegation des Bölkerbundrates ein P r o g r a ui m für bei: finanziellen und wirischaflbichen Wiederausban anszuarbeiieu, das vom 30. Juni 1926 ab den Ausgleich im Budget auf sicherer und geuaucster Grundlage gewährleistet. Die ungarische Regierung wird voin Parlament die Vollmachten zur Durchführung dieses Programms verlangen. Die ungarische Regierung wird oin Aule h c n in der Höhe v o n 250 M i l l i o n & n G o l dk r o it e n aufnirdmen, das zur Deckung der Defizite während der Wiederausbauperiode dienen soll. Dir ungarische Regierung garantiert di-ests Anlehen mit den Zollei n nah men, der Zucker sie na., den Einnahmen aus dem Tabakmonop o l nnd dem S a l z m o n o p o l. Ungarn stimmt der Ernennung des G r n c r a l k o m nr i ssärs durch den Bölkerbundrat zu. Dieser Generalkommissär wird in Budapest seinen Wohnsitz nehmen. Seme Mission be» steht darin, bic Durchführung bc$ Resorinprogramms zu über- ' wachen. Irl Lerbindnng mit der VölLerbrlnddelegation wird eine zweite E m i s s i o n s b a n t geschaffen, deren Statute» die absolute Unabhängigkeit -er Bant' gegenüber der ungarischer Regierung ftsvsctzen werdet!. Der Genaralkonlinissär wird einer Berater für diest Ban? Vorschlägen, der vori der Ungarn scheu R>egürilng zu ernenueu ist. Ae Leiche de» KmlsmMue« Szantv M> gesunden. Budapest. 15. März. (Tel. der „Swuev Morgcnzeitnng"?, Wie seinerzeit gemeldet, ist im Dezember vorigen Jahres der pensionierte Marktkasselldirektor S z a n t o in Budapest spurlos verschwunden. Dieser Vorfall hat nngehenre Erregung hervorgerufcn, da mall annahm, daß Szanro wahrscheinlich das Opfer eines „nnveranwvrtlichen Detachements" geworden sei und daß seine Leiche lvahrscheirtlich in die D o n a n geworfen wurde. Nun wurde heute die Leiche SzantoS bei Harkany ans der Donau gezogen. Aeirßcre Mcrkntale von Gewalt sind angeblich nicht wahrzunehnlen; es wird angegeben, daß Szantv Selbsünord verübt habe. „Griechischer Staat." tEigeudienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Ache»:, 15. März. Die Bezeichnung ,Mm-greich Griechenland'" wird durch die Bezeichnung „Griechischer Start" erKtzr. Sämtliche Do-kumente werden von heute ab di-ese Bezeichnung tragen und die öffentlichen Beamten werden von nun ab im Namen des Ba1erlan-de8 und nicht mehr im Namen des Königs amtieren. Dia Rechtsprechung wird im Namen des Staates Griechenland erfolgen. Ser Fürst von Monteuevoso. Rom. 15. März. (Stesani) Tor König hat d'Annunzio zum Fürsten von Montenevvio ernannt. Re SejmbeschMe rnm Friedensvrrttas von Saint-Grrmain. Warschau 15. März. (P. T.-A.) Im Zusarttmetchang mit der Ratisikatwn des Fricdensverträges von S a i n t - G e r rn e> i n beschloß der Seim, die Negierung avfZ'Ufordern, in Ausstihrrtng der Bertragsbeistunmungeu die in Poilcv gelegeneit Güter der Habsburger zu übernehmen. Weiters wurde die Ha-ndols- und Schifffahrtskorrveution mit Japan ratifiziert. Sodann wurde der Beitritt Polens y.i den -Haager Konventionen bezüglich des Ge-toohnheitsrechtee im Landkriege sowie der Rechte und Pflichten der nsutralen Staaten und Bürger im Falle eines Landkrieges und bei der Eröffnung der Feindseligkeiten beschlossen. Endlich gelangten - der Gesetzentwurf betreffend de-n Beitritt Polens zur internat'ionalen Vereinbarung tvegen Schaffung eitles Anites zur Bekämpfung der Tierseuchen sowie das Gesetz bezüglich des Beitrittes Polens zur Konvention betreffend den Austausch von offiziellen Do k u m e n t e n und wissenschaftlichen sowie literarischen Arbeiten Uw Annahme. Sie polnische kmiffionsvanl. Warschau, 15. März. (Tschecho-flow. Preßbur.) Im Fiimnznlinrster'mm fand utlter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten G r a b s k i eine Konferenz statt, in der über die Zeichnung der Aktien der neuen Emiffiousbank Beratungen gepslogert wurde»:. Der Ministerpräsideitt wies hierbei auf den schwachen Erfolg der bisherigen Zeichnungen hin tmd erKärte, die Regierung sei bereit, für die Einzahlung der Zn zeichnenden Betrage Erleichterungen zu getvähren. Wie in der Konferenz mitgeteilt wurde, sind bisher 37,5 Prozent des twtwendigen Kapitals eingezahlt worden. Die Anleihe in Italien. Rom, 15. März. In Ergänzung der Meldungen über die Modalitäten der italienischen Anleihe au Polen wird bekannt, daß bic Banca Eornmercia-le d'Jtalia 300 Millionen. Live der Anleihe gesperrt übem-imntt, mit der Befugnis, weitere 100 Millionen Lire zu übernehmen, rrnh diese Suimne im Inland in Titres zum Nominale von 500 Lire, zählbar in 30 Jahren und zum Kurse von 7 Prozent, placieren Iverdr. Der Uebersall s«s KomMmienrat FrSskel. Arber verurteilt. Mgendrenst der „Wiener Morgenzeitung"..: München, 15. März. Das Schöffengericht in München verhandelte gegen den Nationalsozialisten Christian Weber wegen seiner Betrilignna an dem Uebcrsall auf den Konunerzienrat Frankel nnd dessen Angehörige. Weber hüte sich bei der Verhandlung gegen die übrigen Beschitlbiotcit wegen Krankheit entschuldigt. Jetzt brachte er zu seiner Rechtfertigung vor, er sei durch Acußerungen des jungen. Frankel gereizt worden. Als diese Verteidigung durch die Bclveiserhebungen widerlegt wurde, beantragte Weder, ihn ärztlich aus seinen Geisteszustand rm'-effuchen zu lassen, denn er habe eine derartige Idiosynkrasie gegen Inden, daß er sofort, wenn er einem Juden begegne, ihn Niederschlagen müsst. Das Gericht hatte für diese „Krankheitserscheinung" nichts übrig und verurteilte Weber zu einer Gefängnisstrase von! 16 Tagen. SchafwolIrtosüSS; »2 o CO WICN.L. AOCERC ASic Ä> 052 542^9065

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