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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-14 · Heft 1824 (14.3.1924) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1824 (14.3.1924)
Date
1924-03-14
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite l-2 Wien, Freitag Projekt einer Palästina- Anleihe?) Von E. Bermann. Es scheint mir nicht erst einer besonderen Beweisführung su bedürfen, daß der Keren Hajessod in den nächsten drei bis ner Jahren nicht in der Lage sein wird, größere wirtschaftliche Äründungen durchzuführen, bezw. solche finanziell zu stützen — mch den Fall angenommen, daß sich eine Steigerung der gegenvärtigen Einnahmen auf das Doppelte erzielen ließe. Die Zionistische Organisation kann mit dem Keren Hajessod alle ruderen Arbeiten leisten, die grundlegenden wirtschaft- ,ichen Gründungen müssen ans anderen Mitteln in anderer Art geschaffen werden. Daß sie auch rasch geschaffen werden müssen, ist wohl aus der politischen Situation des Zionismus ohne weiteres klar. Als ein Weg zur Beschaffung größerer Mittel schiene mir sie Aufnahme einer langfristigen (15 bis 20 Jahre), f e ft verzinslichen Anleihe, Me durch Garantien Prioater gedeckt werden soll. Im Nachfolgenden will ich den mir vorschwebe »den Gezanken genauer skizMren, die Ausarbeitung eines wirklichen Finanzplanes — falls der Gedanke an sich diskutabel erscheint — muß ich berufenen Fachleuten überlassen. Vor allem: Ans den Geldern der aufzunehmenden Anleihe sollen nur produktive, schon jetzt zu bestimmende, durch Erfahrung in aller Welt bekannte Gründungen (Hafenbau, Hypothekenbank, Häuferban, -Slektrizitätsprojekt usw.) geschaffen werden. Nach der Seite der Geldgeber: Es sollen, wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt, mehrfache Garantien geschaffen werden, aber Sicherheiten können gar nicht genug sein. Von vornherein werden Finanzleute in jeder Investition auf palästinensischem Boden ein gewisses Risiko sehen. Es muß also dafür gesorgt werden, daß die Gelder nur in Gründungen angelegt werden, sie in der ganzen Welt Lurch Erfahrung bekannt find. Ein Elektrizitätswerk beispielsweise gilt nirgends als spekulative Sache. Noch der Seite der Garanten: Die Garanten sollen damit rechnen, für die ganze Dauer der Anleihe die Zinsen selbst tragen zu müssen. Es ist aber sicherlich nvrweitdig, wenigstens nach Möglichkeit dafür Sorge zu tragen, daß nicht auch das Anlagekapital gefährdet ist. Bei produktiven, nicht spekulativen Grinwnngen ist zu hoffen, daß auch im ungünstigsten Falle nur ein geringer Prozentsatz der investierten Werte verloren geht. Wie soll garantiert werden? Jeder Garant gibt: <i) ein Garantiepapier (Wechsel oder ähnliches) in der Höhe der von ihm garantierten Summe (50, 100, 1000 Pfund). Die Art, wie diese Papiere beschaffen sein müssen, um .zweckmäßig in jeder Hinsicht zu sein, muß gesucht werden;. b) für jedes Jahr der Anleihedauer ein ähnliches Papier, das für die Zinsendeckung bestimmt ist, falls in irgend einem Jahre die Unternehmungen die Zinsen nicht bezahlen. Während der geplanten Anleihedauer muß mit einem 'Prozentsatz von Insolvenzen und Todesfällen gerechnet werden. Es dürste möglich sein, hierfür eine obligatorische Haftpslich tsvers icherun g für Kapital und Verzinsung in Verbindung mit einem Konzern erster Weltversicherungsgesellschaften zu schaffen und dürften die Kosten verhältnismäßig geringfügig fern. Ten Versicherungsgesellschaften müßte selbstverständlich dar Recht aus Ausscheidung ihnen zweifelhaft erscheinender *) Das Projekt des Autors, welches feine Eliminierung ses Keren Hajessod beabsichtigt, sondern neben diesem die Etablierung von Kapitalien in sicherer Form, berührt sich nchaltlich mit den Vorschlägen Dr. Ch. Arlosoroffs in dessen Buche „Die Kolonisationsfinanzen der Jewish Agency". Zar „Hüfte!" in Tel-Awitv. Die Wienerin, Frl. Dr. Nelly Schur, die seit einiger Zeit in Palästina tätig ist. .hat der Organisation zionistischer Frauen in Wien den folgenden Bericht übermittelt: Wenn von Frauenarbeit in Palästina gesprochen wird und immer wieder das Hostel in Tel-Awiw als das schönste Werk dieser Arbeit genannt wird, so sollten unsere Frauen ein genaueres Bild von der Organisation und der Bedeutung dieses Institutes haben. Es ist mir eine Freude. es»en solchen Bericht aus Gmnd eines längeren Wuches uno eingehender Informationen geben zu können. Was ist das Hostel? Man weiß nicht viel in den Kreisen unserer Frauen darüber, man begnügt sich damit, es auf deutsch „Mädchenheim" zu nennen und hat dann eine ebenso vage Vorstellung davon. Das Hostel ist nicht ein Heim für Jnimtzrantinne», die noch keine stabile Arbeit gefunden haben, sich, wie man hier sagt, „noch nicht eingeordnet haben", obwohl es manchtnal auch das ist; es ist keine Schule, m der die Mädchen, fern von den Bitternissen und Härtan des Lebens hier, geruhsam und geschützt ihre Arbeit erlernen, obwohl es wiederhin auch das ist. Das Hostel ist ein Heim! in des Wortes schönster und wirklichster Bedeutung; es gibt aber den Mädchen nicht nur, sondern es fordert auch, es fordert die volle Verantwortung, die volle Arbeitskraft und Hmgäbe jedes einzelnen seiner Mitglieder; es ist eine Schule, in der gründlich gelernt wird, aber d-ie Schülerinnen verwenden ihr Könne t sofort im Dienste der Anstalt, und sind mit ihrem Maß von Verantwortung hinausgestellt in den Kamps des neuen Jischuw in Palästina. Dies geschieht durch die enge Verbindung des Hostels mit der Arbeiterküche des Hapoel-Hazair in Tel«Awiw. Unsere Chaluzoth können gewöhnlich nicht kochen; wenn sie es vom Hause h?r können, so ist es gewöhnlich nicht das, wag das Land, was eine Arbeiterwirtfchaft erfordert. Doch nahmen sie die Verantwortung und Arbeit mit der gleichen Bereitwilligkeit auf sich wie die ebenso unvorbereitete «Ldaiuzim die ihrige. Die Folgen dieses unklugen, wenn «ttch rührende» Idealismus waren in beiden Süllen sehr _Wiener Moraenzeitung._ Garanten zustehen. Durch den Abschluß mit einem solchen Konzern hätte jedoch die ganze Anleihegarantie einen anerkannt tragfähigen Boden erhalten. Auf internationalen Plätzen ist natürlich mit Papieren aus 60 oder 100 Pfund Sterling nichts anzufangen. Abgesehen davon wäre eine Evidenzhaltung der Garanten von London ab« New-Pork ans kostspielig und mühevoll. Ich glaube, daß z. B.' Wiener Großbanken die Garantiepapiere aus Oesterreich, die ja rückversichert wären, ohne weiteres gegen billige Entschädigung übernehmen und hierfür ein gleichlautendes eigenes Papier auf die Gesamtsumme ausgeben würden. Die Bonität österreichischer Kaufleute kann natürlich von hiesigen Banken leicht geprüft werden. Solche wenige Papiere erster Wiener, Warschauer, Londoner, Chicagoer usw. Banken sind sicherlich aus dein internationalen Finanzmarkt unterzubringen. Stehen doch als Deckung zur Verfügung: a) Die tatsächlichen Gründungen.: b) Private, deren Bonität geprüft wurde: c) ein Konzern erster Versicherungsgesellschaften; d) die Großbanken der einzelnen Staaten. Nachdem so viele Faktoren daran interessiert sind, daß die aufgenommenen Gelder auch wirklich ihre bestimmungsgemäße Verwendung finden, wäre vielleicht ein Komitee, zusammengesetzt aus Vertretern der genannten Gruppen, der Zionistischen Organisation und der palästinensischen Regierung empfehlenswert. , Ein für die Artleihe besonders günstiges Moment: Tie Garanten sind in der ganzer: Welt verstreut — jeweilige nu günstige politische Situationen können also nur einen Teil der Garanten treffen. Sollte Palästina arrch nur cm: halbwegs günstige wirtschaftliche Entwicklung nehmen, ist zu hoffen, daß nach Ablauf dieser Anleihe eine zweite, zu weitaus günstigeren Bedingungen ausgenommen werden könrrte. Mit Rücksicht daraus, daß jeder Garant eine ziemlich bedeutende Verpflichtung auf lange Jahre eingehen würde, meine ich, daß alle Zeichner, die Summen garantieren, derer: Verzinsung mindest so hoch fft als ihre gegenwärtige Keren Haiesfod-Leist'.ma, vort letzterer befreit werden müssen. Jüdische Arbeiter in den alten Kolonien. Ter Versuch der jüdischen Arbeiter, in die Kolonien einzndviugen und alte Arbeiterzrveige in jüdi che Hände überzuleiten, indem sie sich kleine Wirtschaften in den Kolonien errichten („Wr. Morgeuzeitung" vom 22. Februar 1924) hat nun feste Formen angenommen. Die Chawura (Gruppe), die sich bei P e t a ch - T i?- w a h angesiedelt hat. zählt gegenwärtig schon 135 Genossen. Mehrere Baracken und 30 Zelte dienen als Unterkunft. Kolonisten, die nie jüdische Hände beschäftigt hatten, geben nun Arbeit, welche aus Akkord übernommen wird. Die Kolonisten kommen langsam zur Einsicht von der Notwendigkeit der jüdischen Arbeit, die verläßlicher und ohne Auffeher geleistet wird. Der Unterschied der Lohne für jüdische und arabische Arbeiter wird durch die Qualität der jüdischen Arbeit und die Eutbehrqlichkeit der Aufseher aufgehoben. Die Gruppe hat für sich 30Dunam Gemüse gepflanzt, jetzt will sie 50 Dunam Sommersaat säen und auch Sommergetreide pflanzen. Die Kuldurkommiffion der Arbeiterorganisation und die Versuchsstation der zionistischen Organisation haben ' Mendvorträge. über verschiedene Zweige der Landwirtschaft unter Leibrng eines Agronomen veranstaltet, welche sehr stark frequentiert werden. Der Wille der Chawurah ihr Eifer ist so groß genug, um alle Arbeitszweige erobern zu können. Im Jemenitenviertel m Rischon-le-Zion Schiwath Zion wurde im Beisein von Lady Samuel die neue Jemenitensynagoge eiivgeweiht. Die Synagoge wurde von zwei Philanthropen aus Singapore gestiftet. Die Preisentwicklung in Palästina im Jahre 1923. Während des vergangenen Jahres kam es aus mannvgsachen Gründen durchwegs zu einer Abschwächung der Preise. In erster Linie machte sich die gegenseitige Konkurrenz stärker fühlbar, schwere. Wer einmal einen Tag in so eilter „Kwuzah" ver- | bracht hat, kann, den Eindruck nie vergessen, den diese halben Kinder machen, wenn sie von einer ungenügenden, schlecht zubereiteten Mahlzeit aufftehen, ihren jungen Körper mit Oliven und bestenfalls Orangen betrügen und lächelttd und sorglos an ihre schwere Arbeit gehen. In richtiger Erkenntnis dieses Uebelstandes organisierte Frau Hanna M ai sel-Sch och at vor drei Jahren Kochkurse für junge Mädchen, die üit die Arbeiterküche des Hapoel-Hazair angegliedert wurden. Diese entwickelten sich sehr günstig, da nach einem Uebereinkommen mit der Ziotlistischen Organisation die Jinmigranten in der Küche verköstigt wurden. So konnten die Kosten dieser Kurse binnen kurzem gedeckt werden und es wurde bald der Stolz einer Kwuzah, ein Mädchen aus der Hanna Maisel-Schule zu haben. Aber die Ausbildung dieser Mädchen war nicht vollständig, wenn sie nicht auch in einem geordneten Haushalt die planvolle Führung einer Wirtschaft, Geflügelzucht uno Gartenbau lernten. Hier griff nun die Weltorganisation ziiomiftischer Frauen (W. I. Z. O.) ein, indem sie das Hostel errichtete. Die Ausnahme der Mädchen erfolgt nach sorgfältigster Prüfung; gewöhnlich haben diejenigen den Vorzug, die schon im Lande gearbeitet haben und sich ihrer Mängel wohl bewußt geworden ftttb. Eine gewisse Kenntnis der hebräischen Sprache ist auch Vorbedingung der Aufnahme. Das Ideal der Mädchen ist, sobald als irgend möglich zur Geflügelzucht und besonders zur Gartenarbeit zu kommen, aber sie müssen vorher ein. Jahr oder, wenn Le sehr tüchtig sind, etwas weniger in der Küche arbeiten. Eines der Mädchen ist einen Monat hindurch für den Haushalt im Heime selbst verantwortlich. Sowohl in der Küche als im Hause unb im Garten arbeiten die Schülerinnen unter fachkundiger Leitung; sie lernen nicht nur die Arbeit, sondern auch ihre Oekonomie und verständige Einteilung; müssen in Buch- und Kassaführung darüber Rechenschaft ab legen. Allerdings ist'die Leiterin des Heimes, Frl. Miriam Gerzon, überlastet durch die Verpflichtung, jetzt auch die Küche zu -führen und dort den Unterricht zu erteilen. Ueberhaupt könnte diese schöne Anstalt besser und gedeihlicher geführt werden, wenn mehr Ao- 14. März 1924 Nr. 1824 die eine Anpassung der Preisbewegung in Palästina an die Bewegung der Weltpreise erzwang. Jlt derselben Richtung wirkten auch Gründe lokaler Natur, besonders der Mangel an Bargeld unb die Kreditknappheit, die Verkäufe zu niedrigeren Preffen verursachten. Zum Teil wurde die Abwärtsbewegung durch bett Rückgang der Frachtsätze uub Leichtergelder gefordert. Diese lokalen Gründe hoben in manchen Fällen den Einfluß der Situation des Weltmarktes ans und bewirkten z. B. bei Woll- und B a u m w o l l w a r c tt und auch bei B e k l e i d u n g §• ge g e nst ä u d e n einen Preise » ckgang zu derselben Zeit, zu der in Europa eine A.ufwärtsbewcgnng stattfand. Im Großhandel war das Preisniveau im Jahresdurchschnitt 15,7 Prozent niedriger als tm Jahre r "J u: o 33,0 Prozent unter dem Durchschnittsuiveau des Wahres 1921. Vom Beginn des Jahres an fielen die Preise bis zum Jmü, blieben dann bis zunt Herbst ziemlich stabu und zogen daraus wieder leicht an. Die Preise für Nahrnngsmittel und Brennmaterialien waren am niedrigsten in Safed und Nazareth und am höchsten in Berseba und I e r i ch o. Auch I e r u s a l e m und Jaffa wieselt hohe Preise aus. Die Preise der Jnlandsprodukte sind am niedrigsten alt den Produktionsplätzen selbst, lvo sie in größeren Mengen vorhanden sind, dagegen sind Importwaren am billigsten :>t Jaffa, Haifa unb Jerusalem, den Haupthandelszentren des Landes, die auch die Preise für Auslandswaren in den anderen Städten stark beeinflussen. Palästinas Handelslage im Jänner 1924. Char-atteristisch für den Monat Jänner waren die großen Transaktionen in G o l d »n ü u z e n. Der Goldpreis ist in den letzten drei Monaten um 10 Prozent gestiegen; am 1. November betrug er 4,5 Pfund pro Unze und am 31. Jänner 5 Pfund. Das Gold wird in Forilt von Münzen gehandelt, von denen der größte Teil aus Syrien stamnt:. Da der Export von Gold aus Syrien verboten ist, wird es nach Palästina geschafft, von wo es hauptsächlich nach bctt Vereinigten Staaten von Amerika verhandelt wird. Im Berichtsmonai betrug der Export aus ganz Palästina 322.878 Pfund, der höchste bisher ie erreichte Betrag. Das ständige A-ailoit der französischen und syrischen Währung hat den Handel mit diesen Ländern recht reae gestaltet, UM da nt an bereits drei bis vier Monar-e vorher französische Ware bestellt hatte, brachte der Knrssall # bat Importeuren einen be trächtlichen Prosit ein. Exportiert wurde aus Jaffa für 163.254 Pfund, aus Haifa für 117.501 Pfund, aus Ludd für 7182 Pfund, aus Jerusalem für 4938 Pfund. In Ze reaUeit war die Lage in Jerusalem, äußerst flau. Der Import aus Transiordanien war wegen der Pflüge>ai'on und der schweren Regen nur unbedeutend, während die Preise hochstanden. Eine Chose; Chaim-Stadtsiedlung. Am 15. Sch'wat wurde ein Kaufvertrag auf 100 0 Dun am Boden in Jczer, in der Nähe des Haifa er Hafens, unterzeichnet, wo auch eine städtische Siedlung errichtet werden soll, die den Namen des berühmten Rabb'h Chose; Claim führen soll. Als Käuferin fungiert sine Gruppe, welche irt der zu gründenden Ortschaft eine Jeschiwah gründen will, die unter der Patronanz der Jeschiwah öait Radin (Polen) stehen soll. James de Rothschild Lorsiizender der paläst inen suchen Jewish Colonisation Association. Der in Ae,Zopten weilende Baron Edmond de Rothschild hat den zu seine". Begrüßung nach Aegypten gereisten Dertcn.'.u der I c n inilgeteilt, sein Sohn James de Rothschild übernehme. den Vorsitz in der ..P' c a" -(Palestme Kolonisation die palästinensische Abteilung der Jca). Der Automobilverkehr. Die vermehrten Ausgaben flu den Antomobilverke.hr haben die palästinensische Negierung veranlaßt, die Lizenzgebühr für Privatautomobile zu erhöhen. D i t Zahl der Privatautomobile in Palästina beträch gegenwärtig 600. Palästina-Spende eines südafrikamschen Zionisten. De> südasrikauische Zionist Mr. I. C h a n o ck erbot sich, zitm Andenkat seines verstorbenen Sohnes in Palästina ein Haus für ChMtzün zu ervichtm. Er fpendow für diesen Zweck 500 englische Pfund, die 'dazu Verwender werden, >nm ein Heim für eine Anzahl von Landarbeitermneu im Anschluß an eine 'Schulfarm mtf Sdalionalfomdsland zu 'be.gründen. Die Handelsbilanz Palästinas im Jahve 1926 behanoe, ein Aufsatz unseres Korrespondenten im Hauptteile unsere; Blattes. Leitskräfte wäreit und nicht an allen Enden gespart werdet! müßte. Detut der Zuschuß der W. I. Z. O. zu beit Bei Iriebskosten ist sehr gering uitb die Einkünfte des Betriebes selbst sind in letzter Zeit sehr geringe, weil infolge der Arbeitslosigkeit uitd der geringelt Einwanderung der Besuch der Küche erheblich gesunken ist und der Garten natürlich im ersten Jahre kaum viel Ertrag bringert kann. So hängt jede Jnstittttion mit der allgemeittcn Lage zusammen rmd nirgends empsiudet man. diesen Zusammenhang lebendiger als hier. Wie schön und freudig und gern hier die schivere Arbeit verrichtet wird, von der Leiterin angesangen, die von 5.30 Uhr morgens bis spät in die Nacht auf den Füßen ist, im Hause und in der Küche, über beit Büchern oder "-unterwegs, in Angelegenheiten des Heimes, bis zu dem jüngsten Mitglied, kann nur derjenige erfassen, der, tme ich, die Freude gehabt hat, einige Tage m diesem wahr hast fröhlichen Kreis zu leben. Es ist unmöglich, den Geist der Arbeit, der frohen Gemeinschaft und des selbstlosen Glückes restlos zu schildern, der hier waltet, und unvergeßlich bleibt der Eindruck, den ich hier empfangen habe von der Arbeit, dem Leben und der schönen, jngettdlichc.it Freude eines improvisierten Chanukkaabendes, wo nach der schweren Arbeit mit Begeisterung gesungen und mit Leidenschaft getanzt wurde bis in die späte Nacht. Am stärksten aber wirkte auf mich die Selbstverständlichkeit, mit der jebt Last an Arbeit, insbesondere von der Leiterin^ der Anstalt, auf sich genommen wird. Nur -eines tut diesem Glücke Abbruch: Die Sorge, die Unsicherheit, die Unmöglichkeit, noch mehr, noch bessere Arbeit zu leisten. Alle Verantwortung will sie gerne tragen, nur nicht die, den Betrieb einschrän??en zu müssen, oder nicht zu wissen, wie weiter zu Wirt" schäften. Deshalb wird alle organisatorische Erfindungsgab« ausgeboten, um neue Wege und Möglichkeiten zu suchen, um diese hohe Schule der Arbeitertuneit Erez Israels auf der Höhe zu halten. Die Wiener Frauen haben es vorläufig unternommen, der Mädchenfarm in Nahalal zu halfen; laßt euch das schöne Gelingen des Hostels in Tcl-Awiw ein« Ansporn sein, mitzuwirkeu a>- dem Ans'o.tu der Schlvesteo anstatt in Nahalal.

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