Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1823 (13.3.1924)
- Date
- 1924-03-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1628 ***~«**- Men, Dcmnersfag Mo^ckenzesiun^. ■'~7 13. Mary 19*2? '^EWWWKW""'^ GM g Memel und gaworina. Entscheidungen des Völkerbumdes. Gens, 12. März. (Schweiz. Dsp.-Ag.) Der VölLerhutt-brct erörterte lhe-ute vormittags in öffentlicher Sitzung die auf das Gebiet von Memel bezüglichen Fragen. Die Angolegen!he!it war bekanntlich teo-it der Botischaisterkonferenz dem Volkerbundrate zur Negelung übertragen Wörden. Der Präsident der Kommission Norman Davis (Vereinigte Staaten) unierdreitet-c den Bericht der Kommission. Er wies auf die mannigfachen Schtvierigkeiten hin, die die Kommission infolge des von Litauen kommenden Widerstandes zu überwinden -hatte. Nichtsdestoweniger sei es der Konuliissivu gelungem, einen Konventionseutwnrf ausguarbeiten, der die ^Verhältnisse in Memel sowie den T ra ns i tv e rke'h r auf dem Njemen endgültig regeln soll. Der Vertreter Litauens war nicht erschienen. Der Rat ^beschloß daher auf Vorschlag Hamotaux die Erledigung der Fragen auf eine spätere Sitzung zu verschieben. Sodann behandelte der Rat die Fesösetzung der Grenze zwischen Polen und der Tschecho-Slowalei in dar Gegend von Jawortna. Der Bevtrsber Spaniens Qmnvues de Laon referierte. S k i r m unt (Polen) und Dr. Benasch lTscheche-'Slowakci) erklärten, daß sie mit drn Vorschlägen der Ko-lumission, einverstanden seien. Der Rat beschloß deshalb, die von der GreWberichtigungssommission festgesetzte Grenze anzuerkennen. Quinones de Leon sprach bei dieser (Gelegenheit den Vertretern Polens und der Tschecho- Slowakei den wärmsten Dank aus für den Geist der Versöhnlichkeit, den sie während der Verhandlungen an den Tag gelegt hatten. Damit wurde endgültig über das Schicksal der Iawoxim zugunsten der Tfchecho-Slowakei entschieden und durch diese denkwürige Sitzung vvscheiilt das Kapitel der polnischischechischen BerhanÄuugen abgeschlossen. Neuorganisation der polnische» Heeresleitung. Warschau, 12. Aiarz. (Del. der ,Mr. Morgerdzeitung".) Ter Mmistervat beschäftigte sich in feiner letzten Sitzung mit den: Entwurf einer Neuorganisation der 2 b e r st e u Heeresleitung. Nach denl im Prinzip angenommenen Entwurf ist der Präsident der Republik zugleich das Oberhaupt der Armee, der Minister für Heevesongelegenheiten ihr verantwortlicher Leiter in Friedensze-rten. Ferner wird die Schaffung eines La ndes v c rteidigu ngsra tes und des Postens .ines Gcneralinspektors der Armee ins Auge geiaßt. Wechsel im Presseamt des polnische» Außen- Ministerin««. Wersch«, 12. Mürz. (Del. d. ,Miener MoDgenzeiLung".) Die Ihr Korrespondent erfährt, scheidet demnächst der Leiter der Presse- und Progogaüdarefevats im Ministerium des Aeußem, Herr Natansohn, von seinem Posten. Sei«! Nachfolger wird der Direktor der Dcmzfger Auswandererbank, B at o r. Mit Natansohn verschwindet eine m der jüdischen Bevölkerung Polens höchst mißliebige Täufimgsftgur aus dem öffentlichen Dienste. Sfe 8emeindewahlen i» Markenbad. Prag, 1L. März. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung*) Bei den Gemeindewahlen in Marienbad entfielen auf die deutschen Parteien 30, auf die Tschechen 3 und auf die jüdische Partei 3 Marckale. Der Führer der Sozialdemokraten Dr. Stark ist unterlegen. Die Tschechen bekommen auch ein Stadtratsmandat. Boi den Gemeindevatswahlen in Kaaden erhielten die Tschechen 2 Mandate. Die Sozialdemokraten verloren sämtliche 16 Mandate, die sie bisher hatten. Zugoflawieu« parlamentarische Lage. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitmig".) Belgrad, 12. Marz. Da die Regrevung die Gewißheit erlangt hat, daß trotz der Verifikation der 20 Mandate der Rädic-Albgeorduetien -ihre parilamentavische Lage noch nicht erschüttert -ist, weil ihr noch eine kleine, wenn auch unsichere Majorität veMeibt, beschleunigt sie uunmohr die ErledvM-ng gowisser populärer innrer- und a-ußelvpolitischer Fragen, um für jeden Fall bei einer etwaigen Neuwahl wirksame Agitatrons mittel in der Hand zu haben. Es handelt sich hierbei unter anderem um das Jnvalidcngesetz, um die Gesetze über landwirtschvtfliche Kredite, um das Gesetz über die Privilegierte Äomdeshandwerkerbank, ferner über die Agrar- und Ansforstnngsgeisetze. Für alle diese Ges-etzesvorschläge wurde die Dvmglichkett angenommen. Vas mue griechische Ministerium. Athen, 12. März. (Agence d'AtheneS.) Das neue Kabinett ist nunmehr endgültig gebildet und setzt sich wie folgt zusammen: Papanastasin — Vorsitz, interimistisch AeußereS und Finanzen, General C o n d h l i 8 — Krieg, Linienschiffskapitän hadschikyriakos Marine, AravantinoS — Inneres, B a k a l p a s s i — Ackerbau, I s s a i a 8 — Verkehr, M i t s o t a k i 8 — Wirtschaft, P a z i 8 — Soziale Fürsorge, TRAGET Ständiger Messestand : jjtfeue Burg Nr.4083 ÖEk Ständiger Messestand; KeueEurgNr.4083 SCHUHE!' Stamuli 8 — Justiz, Lymperopulos — Unterricht. Da8 mue Kabinett hat bereit8 den Eid abgelegt und wird sich der Nationalversammlung am 17. d. vorstellen. Antrag aus Verbot der Hetzsagden in England. London, 12. März. (Tel. der „Wiener Movgenzeitung".) Mehrere liberale und Labonrabgeordnete haben dem Unterhaus einen Gesetzvorschlag unterbreitet, wonach die Hetzjagden hinterher Meute arff Füchse, Hirsche und Hasen in England verboten und rmtrr Strafsanktionen gestellt werden sollen. # Dieser Gesetzentwurf wird zweifellos leidenschaftliche Debatten im Unterhaus und in der Oefsentlichkeit entfesseln, da die Fuchsjagden hinter der Meute als englischer Nationalsport gelten. Re letzten DeviseMrse. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London. 12. Marz. (Radio.) Devisenschlnßkurse: Prag 148,50 Rew-York Paris 108,75, Brüssel 123,50, Nom 101,625, Zürich 24,895, Madrid 34,64, Amsterdam 11,545, Kopenhagen 27.825, Christiania 31,855. Stockholm 16,356 Helstngfors 171,25, Berlin 19,50 Billionen, Men 304.50V. New 2)ork, 12. März. (Radio.) Devisenschlußkurse: Taggeld 41/«, Wechsel auf London 4,297/3<>, 60 Tage-Wechsel 4^/„, Paris 4.12, Amsterdam 37'/4, Prag 92'/« Berliner Schlußkurs 22V* bis 22l/2, Silber 647«. Paris, 12. März. (Radio.) Effektenichüchkurse: Banque de France —, Credit Lyonnais 1690, Soeiete generale 752 Metropolitaine 533, Thompson Houston 751, Raffinerie say otb. 3060, Russe cons. 4*/0 2565, Russe cons. 3°/. 1891/94 1722, Russe cons. 3% 1896 1680, Russe cons. 1760, Russe cons. 57. 1906 2955, Russe cons. 4'///« 1809 2015. Serbie 47. 1895 —. Dette Ottomane 47«. 6340, Ottomane 57. 1914 3450. Rio Tinto 3520, Schneider u. Cie. 1705, Baku 2895, Royal Dutch 39.500, Shell 483. Steauna Romana 590. Las Kalifat. Eine Botschaft Abd ul Medschids. Territrt, 12. M-ä-rz. Der Kalif empfing gestern die Sonderberichterstatter des Wollffchen Bwevecvus, des Rvutevschen Bureaus und der Agenoe Haivas. In einer kurzen Ansprache erAär-te der Kalif, daß er sein Schicksal m die Hände aller Muselmaue« lege. Er überreichte den drei JllMvM'listen eiine Botschafl an die muselmanische Welt, im der gegen den Beschluß der tüEschen NattomaDversanmrlung, das Kalifat alguschafsen, als mit dem Geilst des Islams und mit den Gvum>dbedrnWngen, unter denen die Wahl der Nationalvevsammibuing durch die türkische Nation erfolgt fei, unvereinbar, Protestiert wird. Der Kalif erachte diese Maßnahme «te null und nichtig. Es fei ausschließlich Sache der mvhmmnedanischen Welt, in voller Antoritäl und in voller Freiheit «über dies« Frage zu entscheiden. Er lade daher die bevollmächtigten Führer und die ganze muselmanische Welt sin, ihm in Wr^estsr FM Lonkwte Anträge für den Zusammentritt ciwes großen islamitischen W e l t k o n g r e s s e 's zukommen z« lassen, den er einz-uberufen gedenke. Di^ Stellung der indische« Mohammrdnner. Delhi, 12. März. (Reuter.) Dar Führer der indischen Mtohammedaner, M e h m e d A l i, erMrte in Erwiderung ans ein Trilegramm des Kalifen, die indischen Mohammedaner stien «ttschlossen, das heilige Kalifat aufrechtzuerhalten, wenn sie auch nicht wünschten. sich in rein tüMifche Ängelegieu'heiten eintzumischen. Eine Mitteilung des obersten muselmanischen Notes. London, 12. März. Aus Jerusalem wird gemeldet, der Ob e rst e Rat der Muselmanen hckbe mitgetellt, daß das Kalifat dem König Hussein unter der Bedingung angeibodon worden fei, daß er sich bemühe, allen Ländern avabischsr Zunge eine unabhängige verfasftmtzSnlvßige Regierung zu geben. Die Angova-Reftieeung gegen das Grosteabbinat. London, 12. März. Nach einer Koustaniinopler Meldung der ,Mor.n>lng Post" verlautet, daß dem öAmeitischen Patriarchat und dem Großrabb i nat da'S gleiche Schicksal droh« wie dem Kalifat. Türkische Prinzen in Bu-apest. In Budapest sind letzten Samstag drei Mitglieder htt türkischen kaiserlichen Familie angeLmmnen^ welche, wie sic Mpgeben-, ohne vorherige VeHtänldigMyg gegwunge» wurden, binnen 48 Stunden die Dürkev zu verlassen. -Dem Kallfen wurden für die Abvelise fünf Stunden für die Vorbereitung gewährt. Der intevessanteiste von den drei Pvi«- zen 'st der zweite Sohn des früheren Sultans Abd ul Hamid. Abd ul Kadir Efendi, der mit seiner Frau M a dj i d j e und drei Kindern zivisrljen 6 und 12 Jahren vervannt wurde. Md ul Kadir erhielt einen Reisepaß bis Budapest. Er will in Budapest eine Billa kaufen, um bessere Zeiten abyuwarten. Inzwischen iwlt er sich als M ech a n i 'k e r ^betätigen, da er, wie er Pressevertretern mrtteilte, sich drunten am Bosporus mit Vorliebe mit Mechanikeraröoiten Leschüftigte und es darin zu einer großen Fertigkeit brachte. Außerdorn sei er in seinen Kreisen Äs G e i g e n k ü n ft I c r bekannt ge'wesen. Die anderen zwo: türkischen Prinzen sind N i h a d, ein Enikel des Sultans ZHurad, mtd Wassiif, ain Sohn Nihads. Die Enthüllungen der „Hnmanite". Paris, 19. Marz. (Tel. der ,Mr. MvrgenMuing".) Freitag wird der hier mit großer Sp-ammng erwartete Prozeß beg>in'nen, den eine Reihe toott Zeitungen und Journalisten gogen die ,^H u m a n i t c" >wegen ihrer bekannten Euth-ällu!Ngen angestrerrgt haban. Die ,Huimamte" hatte ein Preisausschreiben für diejenigen veranstaltet, die die Zeitung, den Journalisten und den Parlanientarier errieten, die anr meisten Nutze« von der z a r i st i s ch e n F r e i g e b i g k e i t gezogen hätten. Als die- (enigen, die den größten Nutze« gezogen hatten, wurden schließlich geuanntt die Zeitung ,/D e r T e m p s", der Journalist Calmette und Senator Perchot. Die ,Humanite" kündigt an, daß sie den Tag der Prozeßeröffnung rmt weiteren Enthüllungen feiern werde. Der amerikanische Selskandal. Paris, 12. März. Nach Meldungen aus Washingt o n hat der Vorsitzende des Untersuchnugsausschusfts für die Petroleumkouzessionen, Senator Lonroot, aus Gesundheitsrücksichten seine Demission gegeben. Er soll durch den Senator Ladd ersetzt werden. Nach einer Meldung des „Matm" aus Wa.shington soll die Nachprüfung der Bücher der Bovsenagenten ergeben haben, daß kein Mitglied der jetzigen Vevwaltu'Ng mit Ausnahme von Daugherth und Senator Elikins <m der Börse in Smolair-Mtien spekuliert habe. Der neue ungarische Zuftirmiuifter. Budapest, 12. März. Nach den Blättern stehe die Ernennung des AbgeolÄneten und Bi^ePräsidenten der Nationalversammlung Pest Hy zum Justtzminäster mMÜttelbar bevor. Das Geschwür am Körper der Ration. Budapest, 12. März. (U. T. K. B.) In der heutigen Sitzung der Natiomollversammluug wurde die Debatte über den Kronenschutz-Gesetzentwnrf fortgesetzt. Am Schlüsse der Sitzung wurde oin Antrag auf dringliche Verhandlung der Ärrlage eingebvacht. Hierauf wurde eine -Reihe von Interpellationen unterbreitet, darunter eine des Abgeordneten Homon«ay (chrWchfoKial) in der Angelegenheit des Umsichgreifens der Duell Manie. LaM'sveriEgMgsmirttister Gms Csakh «Märt, eS scheine sich hier um ei« Geschwür amKörperderNationzu handeln, das eine Operation notwendig erscheiMN lasse.. Es urrte-Äiege keinem -Zweifel, daß es mvr ckuerlai Ehre gebe, nicht aber eine bürgerliche und eine LWziersehre. Im Justtzministervum sei eine Gesetzesvorlage über den Schutz der Ehre in Borberoittmg, durch die auch ritterliche Affären zwischen bürgerlichen Perfouvn aus friedlichem Woge werden beigelegt werden Wunen. Die BAkerbuMelegation studiert Pferdezucht. (Ggendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 11. März. Die Mitglieder der in Budapest tveiiLnde» Delegation des Völkerbundes statteten Sonntag aüf Einladung der ungarischen Regierung dem Staatsgostüt von Babolna einen Besuch ab. Die ausländischen Gäste wurden von der GestütÄcituug in zehn mit Lipizzaner sch im me ln bespannten Viererzügen von der Dahn abgeholt und in das Gestüt geleitet, wo den Gästen ein Diner mit rein ungarischen Gerichten sewiert wurde. In feiner Begrüßungsrede verwies der Sektionsra: des Ackerbauministeriums ScitovSzky darauf, daß die H itntten Attilas und die alten Magyaren auf ihren berühmten ungarischen Pferden die Armeen des W.ftens angegriffen hätten rmd daß Stephan der Heilige, der erste König Ungarns, dic ungarische Reiterei organisiert habe. Der holländische Delegierte Bon H a m e l erwiderte aus diese Begrüßungsrede und unterstrich, daß das Ausland die Reit er tagenden der ungarischen Nation mrd das hohe Niveau der ungarischen Pferdezucht durchaus anerkenne. Schafwollrips f Sir Kleider f u. Kostüme § W1&N.UAOtER«A54Kg-A STOFFf || SETDfc