Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1819 (9.3.1924)
- Date
- 1924-03-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980902--18088-3005130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wien, StonuH'tfl Wiener MorsenLeiLurig. Ludendorff und das Jentru b (Von unserem Münchener Berichterstatter.) -W Herr Ärdendovff Tjo-t die antistmitsche Einheitsfront gestört. Es ist Sachverständiger auf diesem Gebiet und hat im Weltkrieg eine Menge von Offensiven geleitet, die alle für seine Partei schlecht endeten und ihr die schwersten Verluste brachten. Er hatte vor dom Volksgericht die Aufgabe, deu geistigen Inhalt der von ihm geführten nationalpolitischen Bewegung klarzulegen und die Augen aller Ritualmordpatriotcn waren auf ihn gerichtet. Aber er brachte ihnen bittere Enttäuschung, indem er zwei Gegner des arisch-germanischen Volkstums konstruierte und sie mit dem Anstand angriff, den er hatte, als er's Licht noch sah. Es sind dies der jüdische Marxismus und die ^katholische Politik. Das Judentum ist solche Dinge gewöhnt und fühlt sich noch nicht herabgesetzt, locmt ein Marschall, der sonst nichts Rechtes gelernt hat, die Lefefrüchte aus den Protokollen der Weisen von Zion ansbueitet. Aber die katholische Politik! Ihre Organe erheben schärfsten Protest, die Zentriunsredner nenyen Lndendorff einen Landesverräter, die deutsche Rcichsvcgicrnng und nach ihr die bayrische Regierung haben dem päpstlichen Stuhl ihre Entschuldigung vorgetragen. Die Stimmung in diesen Kreisen ist verständlich. Nichts empfindet man so schwer wie deu Verrat des Freundes. Dir haben die katholischen Politiker den Nationalsozialismus mit heller Freude begrüßt, tveil sic in ihm einen willigen Sturmbock gegen den jüdischen Marxismus und das marxistische Judcntum sahen. Ta haben sie alle Tollheiten und Verbrechen unter ihren Schutz genommen und speziell in Oesterreich ein inniges Bundesverhältnis znm Hakenkreuz hergestellt. Es war jeden,, der in diesen Dingen nur halbwegs Bescheid weiß, klar, daß einmal ein anderer Tag kommen müsse. Der konfessionelle Einschlag in der Hnkenkrcr,zlerei war niemals zu verkennen. Sie hatte sich eine germanisch-arische Religionsllx'orle zurechtschreiben lassen, die in den wichtigsten Punkten auf das Handeln eingerichtet war. Die radikale Anschauung, für den Hausgebrauch bestimmt, führte auf Wotan, Thor und Freya zurück, wußte aber schon mit Loki nichts anzufarrgen. .Immerhin war es eine wetterfeste Religion mit blauen Augen und blonden .Haaren. Semitisches war ferngehalten. Die Opportunisten akzepticrieu Christtis, den sie schlankweg zum deutschen Burschenschafter erhoben. Sie übten Bibeltririr, wol>ei sie alles, was nicht ins Germanische Paßt, als jüdisch ablehnten. Hier mußten sie vi.1 einiger Konsequenz in Widerstreit zum offiziellen Ehristcntnm geraren und dieser Widerstreit schlug sofort ans dem Politischer, Gebiet ans. Die feste katholische Weltorganisation hielt anfänglich diese Tendenzen für das Spiel unreäser Jungen, das man gewähren lassen kormre, solange die Aktivität sich ungeschwächt gegen die Juden entlud. Freilich hatten die denkenden Kreise des katholischen Zentrums, das man niemals mit den österreichischen Christlichsozi«alen identifizieren dach, schon seit langer Zeit Bedenken gegen die Agitation, die den verwegensten Ansprüchen an' Expropriationspolü-ik entspricht. Die von den Ludendorsf-Lenten betriebene Außergesetzstellung der Inden erweckte schmerzliche Erinnerungen an die Bismarck sche Kulturkampszeil. Insbesondere war es der Münchner Kardinal F a u l h a b e r, der sich der wüsten Hetze enigegenstellie und der protestantisch-politischen Seite des Kampfes sich ividcrsetztc. Ter Reichskanzler Marx, der dem Zentrum cmgehörtL, nahm Gelegenheit, seine>r Widcrtvillen gegen den Nationalbolschewismus zu äußern. Aber all dies geschah verbindlich, mir geschmeidiger Höflichkeit. Lndendorff hat diese Leisetreterei satt bekommen und so geredet, wie ihm und den Seinen um das von Patriotismus, Dentschtnn, und Antijudentnm geschwellte Herz ist. Jetzt versteh, die Kurie .leinen Spaß nrehr und sie wird es sicherlich utstreben, Lndendorff zu einem Widerruf zu bewegen. Er kann so, aber auch anders. Ein Ehrenwort mehr oder weniger spielt keine Rone. $ Bayern entschuldigt sich. München, 8. März. (Südd. Korrespondenzbureau.) Amtlich wird mitgeteilt: Die bayrische Regierung hat unmittelbar „ach der Verteidigungsrede des Generals Lndendorff dem apoitolischen Nuntius in München, Monsignore Pacelli, mündäch ihr lebhaftes Bedauern über die in dieser Rede gegen den Heiligen S,uhl gerichteten Angriffe zum Ausdruck gebracht und hierbei betont, daß sie diese in jeder Hinsicht unberechtigten '"".griffe außerordentlich peinlich und schmerzlich emp- )de. Der Hitler-Prozeß. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) München, 8. März. Zu Beginn der heutigen Dormittags- -erhandlung wurde zunächst Oberst Etzel in geheimer L i tz n n g vernwmmen. Nach .Wiederherstellung der Oefsentlichieit gab Ludendorss eine Erklärung ab, daß er sowie die rbrigcn Angeklagten nie die Absicht gehabt hätten, gegen die Reichswehr, in der sie die Fortsetzung des alten Heeres erblicken, aggressiv vorzugehen. „Win arbeiten nicht gegen die ll eichswehr, das Palladium des schwarz-weiß-roten Gedankens. Wir ^ehen nicht gegen die Reichswehr, nicht gegen die Offiüere derselben vor, aber wir Angeklagten haben das Recht, zegen einzelne PeIönlichkeiten unsere Interessen geltet,- zu nachen." Hierauf wird General Tiechowitz von der Jnfcmwr'reiefjute’ vernommen. Er protestiert gegen verschiedene Vehaupfungen, die Angeklagter Leutnant Magsner in seimr Venteifignngsrckoe ausgestellt hat. Dann trat General EPP als Zeuge vor. Er spricht zurachst über die Protokollangelegenheit, dann über seine Ansprache an die Münchner: S t u de n t e n s ch a f t und sag!: ^Zch habe die Vertreter der Stndentcuschast nicht eingeladen. Es kamen einige Herren zu mir und baten mich, durch eine Ansprache die erregten Gemüter etwas zu beruhigen. Diesem Ersuchen habe ich stattgegeben. Es war nicht meine Absicht, als Konkurrenzredner jener Elemente anfzutreten, die sich seinerzeit in dev Universität breit ge macht haben. Ich habe nicht die Aussage der Fähnriche der Jnsanlcrieschule verlesen, sondern nrw einige Ausstihrnngen daraus." Justizrat Kohl behauptet, Epp habe in dieser Versa,„mlung gesagt, daß Hitler sein Ehrenwort gebrochen habe. Epp behauptet, sich au diese Aeußerung nicht erinnern zu können. Hierauf beginnt die Vernehmung des Generals H i l d ebrand, eines Freundes des Generals Lndendorff. lieber die Vorgänge selbst kann Hildebrand nichts anssagen, da er nicht bei der Versammlung im Bürgerbräukeller anwesend war. Er hat lediglich einige Tage nach den Vorfällen des öfteren mit General Lndendorff über den Abend im Bürgerbräukeller sowie über die Schießerei in der Feldherrnhalle gesprochen und behauptet heute, daß General Ludendorss fest davon überzeugt gewesen wäre, daß Kahr er n st l i ch m i t m a ch c u würde. Er behauptet ferner, daß der Eindruck des llmfallcs 5lahr sowie die folgenschweren Ereignisse auf Ludendorss eine furchtbare Wirkung cmsgeübt hätten. Justizrat Kohl tritt den Ausführungen Epp§ entgegen, indem er bemerkt, Epp habe beispielsweise Hitler Ehrenwortbruch vorgeworfen nrw außerdem Obevlrutuant Roßbach angegriffen. Er sei aber stolz darauf, daß sein Sohn bei der Besprechung im Namen der deutschen Studentenschaft erklärt habe, die deutsche Studenten sch,fi stelle sich nicht hin ter einen Mann, der sein Wort gebrochen habe. Generalleutnant Hildebrand bekundet loeiter, Ludendorfs habe an das Wort Kahrs geglaubt. Ms in den Morgenstunden des 9. November die Anzeichen sich verdickst,eten, daß Kahr seine Ansicht geändert hätte, habe Lndendorff in dieser Handlungsweise einen nachträglichen Umsall gesehen. In gleicher Weise habe Lndendorff das Wort Lossows gewertet. Jedenfalls sah Lndendorff darin, daß ihm Kohr -und Lossow von ihrem Umsall nachträglich keine Mitteilung machten, einen Verrat a„ sich m,d an der Beweg,,,ng. Ltcdendorff habe ihm gesagt, er habe sich entschlossen, der völkischen Bewegung die Treue zu halten, und er würde ein gemeiner Schurke sein, wenn er Hitler in dieser Lage verlassen hätte. Es habe den Zeugen am meisten überrascht, daß Ludendorss von einer weiß-blauen Gefahr gesprochen haben sollte,, wo er (Zeuge) doch tvußte, daß Lndendorff vollkommen sich, eins wußte in der höchsten Verehrung für das Hans Wittelsbach. Was die Aeußemmg Ludendorffs über I eine katholische Gefahr betrifft, erklärte Zeuge Hillebrand weiter, er habe kaum eine Rede von Lndendorff gchört, in der er nicht von Gottvertrauen gesprochen habe. Lndendorff habe aus christlichen Gründen niemals die Katholiken hinter die Protestanten gestellt. Der nächste Zeuge Oberleutnant Bcrchen, K,mrmandeur des 1. Bataillons des Infanterie-Regiments Nr. 19, wird zunächst unvereidigt einvcrnomnwn. Seine Angaben widerlegen ,die Behauptung, daß Braun den Leutnant Easella erschaffen habe. Berchen bezeichnet eine solche Behauptung als Verleumd,Nig, wogegen Justizrat Schramnt protestiert. Der Zeuge erklärt weiters, es sei ihm durchaus ferne gelegen, Lndendorff Ehren Wortbruch vorzuwerfen. Der Befehl von, 9. November, das Jener zu eröffnen, falls von der anderen Seite geschossen würde, sei von Goncral Danner gegeben worden. Der Befehl zur Wegnahnre des Wchrkreiskornmandos sei gegeben worden, aber die Ausführungsbestimmungen stammten seines Wissens von General Danner. Leutnant a. D. Hecker, der in der Nacht zum 9. November im Wehrkreiskommando aMoesend gewesen pft, bekundet, er habe sich aus Beranlassung Kriebls in die Kaserne «begeben, um mit Lossow zu sprechen. Dieser habe erklärt, es sei das Wort gebrochen < worden und infolgedessen keine lveitere Verständigung mehr möglich. Dem Zeugen sei dann verboten worden, aus der Kaserne wegzugchen. Hieraus wird Polizemnaijar v. Im hoff einvcrnommen, gegen dessen Vereidigung Reckstsanivalt Roder ini-t der Begründung Einspruch erhebt, daß dieser Zeuge in erster Linie als Mittäter in Betracht komme, wenn,hier von Hochverrat gesprochen werden üxitue. Das Gericht faßt nach kurzer Beratung den Beschluß, Jmhoff zu vereidigen. Polizeima-jor v. Jmhoff führt an der Hand von Aufzeichnungen aus, Oberst Banz er habe in der Osfiziersbefprechung bei der LaudespolUzei München am 8. November sestg stellt, für die Landespolizei gebe es nur die Pflicht: sie müsse gegen alle Umsturzversuche cinschreilen. Außerdem habe Ba-nzer damals angeovdnet, daß in diescnr Sinne auch die Verbände belehrt werden sollten, und daß dadurch den abeymals. kursierenden Gerüchten entgegenzruroten sei. In der Hauptbespvechmrg bei Oberst v. Scisser am 8. November habe dieser gesagt, Hitler und Lndendorff strebten die Bildung eener nationalen Raichsregierung in Bayern an, wobei Herr v. Kahr niemals mit tun würde. Ludendorss habe sich verpflichtet, nichts' zu unterwhnwn, was ihn' in einen'.Konflikt mit ■ ku Landes- , Polizei oder der Reichswehr bringen könne. Hitler habe erklärt, ' y. März 1924 _ Nr. 1819 er tvürde nichts imternehinen ohne vorherige Verständigurrg feef Gcuci'a!jiaaistoiinnissariats. S.'isser habe noch belM, sollt« Wider Erwarten der .Kanipsbund doch losschlagen, so' Wisst er. daß die Landespol'izei il)re Pflicht t»m iverde, so schwer es ihr auch falle. Darüber seien auch die genaimten Herren nicht im geringsten im Unklaren gelassen tvorden. Außerdem habe Seisser erwähnt, daß die Namen v. Kahr, v. Lossow uud v. Seis-- ser für ein FKugblatt nrißbranckst worden seien. Der Zeuge kommt sodann auf «die Ereignisse am 8. November zu sprechen. Ans die Nachricht von dem Usbcrsall im - Bürgerbrä-nkeller habe er die Landespolizei alarmiert miSb aus eigene Verantwortung die Besetzung der Hmlptstadt und des Telegraphenmntes veranlaßt, um die Fernleitung ° in den Händen .zu haben. lD habe den Ereignissen mit innevem Maßtrauen gegenübergestanden. Seisser habe sich in der Türkenkaserne u. a. geäußert: Das war ein zweiter Ka pp-Put sch, aber noch schlechter als der erste. Der Zeuge schildert sodann die weiteren Vorfälle Nach 3 Uhr morgens sei ein Albgesandier des Gem-eralstaaiskomnlissariats gekommen, 'der den schweren Auftrag zu der Ver-. hastnng der Herren Pöhner und Fr ick nberbrachte. Auf die Frage der Verteidigung, ob sich Pöhner als Polizeipräsident vorg.stellt habe ilnd ob beide Herreic nach Auffassung des Zengerl vorher von den Ereigrrissen Kenntnis gehabt hätten, erklärt der Zeuge, er habe keinen Anlaß, dies zu bejahen. Angeklagter F r i ck bestreitet sodairn, daß er mit Pöhner die Einsetzung, eines Standgerichtes besprock-en habe. Auf eine weitere Frage erwidert der Zeuge, cs sei ihm nicht bek a n n t, daß Kapitänleutuarrt Erhardt einen Ausweis ansgestellt bekommen habe, daß er im Dienste der Polizei stehe. Jmhoff bestätigt auch, daß durch die Landespolizei der Befehl zur V e r h a f t un g L n d e n d o r f f § gelaufen fei. Der Staatsanwalt macht hierbei die Feststellung, eS sei kein Geheimnis, daß er der Verfasser der Anklageschrift sei. Jnthoss erklärt weiters auf die eine Frage Hitlers, er habe den Eindruck gehabt, daß Seisser die Ereigirisse im Bürgerbrciukeller ablehne. Er habe den weiteren Eindruck gchalü, das; es Seisser vor allem daraus ankomme, unter allen Umständen auch die nötigen Machtnlittcl auch von anstvärts heraiczubringen. Rechtsanwalt Holl erklärt im Lause eines Dialogs mit dem Staatsantvatt, v. Kahr fc>i der Hanptzemge, er nrüsst am Montag vernonlmcn werden. Rechtsantvalt Götz überreichte einen Antrag aus Haftentlassung .des O'beramtsrates Fri ck, erneu gleichen. Antrag stellt Jnstizrai Kohl namens Brückners. Die Sitzung wi>rd dann aus Moickag vormittags vertagt. Aenderungrn auf höhere» Dienstposten in Polen. Lemberg, 6. März.' (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Nachrichten ans Warschau zufolge hat der letzte Ministerrat dem Staatspräsidenten die Ernennung des gewesenen Hofrates Zomny zrim Nachfolger des Woiwoden Grabowski in Lemberg in Vorschlag gebracht. Außerdem wurde der Präsident der Post- und Telegraphendirektion in Lemberg, B i e n i a w s k i, in den Ruhestand versetzt. Derselbe hat im Jahre 1919 mehr als 40 höhere und niedere Postfunktionäre, weil sie sich zur jüdischen Nationalität bekannt hatten, des Anttes enthoben. Das Postministcrium hat dann diese willkürliche Verfügung annulliert und sämtliche Gemaßregelien unter Rückstattnng der ausständigen Gebühren reaktiviert. Kongretz der jüdischen Kaufmannschaft in Polen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 8. März. Die Mische KaufmcvN'Nschaist Polens hielt in Warschau ihren dritten Kongreß ab, welcher der Bewtrmg u>nd Beha>nÄlu>ng ihver wirt-> fchaftlichetr und Standesfragen gewidmet war. Etiwa 250 Delegierte aus allen wichtigen Handelszentren von Kongreßp-olen, Galizien und den Randlander n, P o f e n, W i l n a, O b e r f ch l e s i e n ivaren bo'mr Kongreß anilvefend. Das polnische H a n d c l s m i >r i st er i u nt, der polnische Kaufmannsverband, der Warschauer Stad trat, die Steuepdireiktion u>nd andere Behörden hatten Vertreter eniistndet. Der Kongreß, dessen Beratmtgen drei Tage währten, befaßte sich mit Fragen der Steuerpolitik, über w-ol che die Abgeordneten Wy'szliciki und Eisenstein sowie Rechtsanwalt N a t a n s o n referierten. Jnslbös-ondere die Fragen der Vermögenssteuer, ferner die Verordnungen über Preistreiberei nrd Teuerung fanden bei den Vevabrugeu eingehenide Erörterung. Eiu spezielles Nesevat des Iugenicurs Stolz in a u it liv.r der Lage des j ü d i f ch e n K a u fm a n n s ft a u d c 2 in der P r o v i n z gewidnret. Der Referent wies darauf hvn, daß die Situatiorl der jüdischen Kaufbeut-e dortselbst geradezu katastrophal sei und dc.ß die Kanflente schutzlos der Willkür der antiseimtischen Boykottorgawtsaiivn „Nozwoj" preisgcge'ben seien. Uebergrcffe der lokalen Bvhöoden seien an der Tagesordnung. Der.Rcferent legte auch dar, daß die wirtschaftliche Situation der jüdischen Kausleute in der Provinz durch die schwierigen KrcditverhäItnisse ungünstig beeinflußt werde rmd regte die Schaffung e i n e s Kreditinstituts für die Prebmzbaufleute in Polen am Die Tagung schloß mit der Annahme einer Reihe van Anträgen, welche darauf abzielen, durch straffe Organisation b ic Lage des jüdischem Kailstnaltlisslalides in Polen M Wigeu. Unter den angeulomnienelt Refolutivnen befindet sich auch eine, welche ausJwicht, daß der Kongreß der jüdische u sbrufulaul'ijchaft in Polelt stch dem WuaMe mH eirvey