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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-07 · Heft 1817 (7.3.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1817 (7.3.1924)
Date
1924-03-07
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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iö Men, Freitag Sie Wischen GewerWaften Amerikas für Palästina. (Sin Brief und ein Aufruf.) Vor drei Jahren fuhr eine Delegation der jüdischen Ar- , Kötterschaft Palästinas nach AmeviLa, um die dortige jüdische Oeffentlichkei-t, beismrders aber die jüdische Arbeiterschaft für die jüdischen ArbeiterInstitutionen Palästinas *zu interessieren. Diese , Unternehmung hatte einen gering fügt geil Erfolg, die jüdischeil . Arbeiter Amerikas waren nicht zu gewinnen und die Gewerkschaftsführer standeil allen Palästina-Fragen durchaus kühl, viele sogar gegnerisch gegenüber. Ter Briefwechsel zwischen jener Delegation und dem seither verstorbenen palästinensischen Arbeiterführer A. D. G o!vdon, von dessen Inhalt man ein BW aus Gordons Briefen gewinnen kann, welche nunmehr der ,Hapoel Hazair" veröffentlicht, zeigt, welche ablehnende Aufnahme bei Amerikas Arbeiterschaft die Anfforderllng fand, für Palästina tätig zu sein. In einem dieser stir Gordon besonders charakteristischen Briefe, welche zn bcn letzten Gordons gehören, heißt es unten anderem: „Nur nicht Selbstentäußenmg vor den Amerikanern! Wir mit allen unseren Mängeln sind nicht ärger als sie. obwohl wir in ihren Augen als Schnorrer erscheinen, wir sind reiner und stärker als sie. — Wir brauchen ihnen gegenüber nicht stolz zu sein, aber sie haben gewiß keinen Grund dazu. — Sei stark und gefaßt, Hab' keine Angst; das ist Deine Nolle, die Rolle der Delegation aus Palästina. Trage die Fahne Palästinas hoch! Nicht mit Ueberhebung, nicht mit Donner und Blitz, aber mit Mut und in der Erkenntnis des Wertes der Schritre. die Ihr zu tun nn Begriffe seid. Weder Ihr noch wir sind Schnorrer. Ihr seid nicht gekommen, von ihnen Spenden zu erbitten. Ihr seid gekommen, um sie an bcm Aufbauwerk von Volk und Land zu beteiligen, in ihnen den Geist Israels zu wecken und sie der Lebensarbeit in Palästina zu nähern. Es ist kein Wunder, daß sie Euch nicht verstehen und daß Ihr in ihren Augen klein erscheint, denn sie sind ferne von Euch, denn Großes kommt Ihr von ihnen zu verlangen, zu Großes für ihr gegenwärtiges Niveau. Und Ihr sollt wissen, daß darin Eure Kraft liegt — daß Ihr Großes verlangt. — Fürchtet nicht, endlich wird die Anerkennung kommen, wenn Ihr nur verstehen werdet. Eure Sendung zu ehren, die Schritte zu ehren, die Ihr zu unternehmen im Begriffe seid. Tenn es waren Tage, und sie sind nicht tveit, daß wir mit allen unseren Taten in Palästina nicht nur in den Augen Amerikas klein erschienen, sondern auch in den Augen der ganzen jüdischen Welt und selbst Palästinas." Gegenwärtig gebe es noch Feindschaft, aber die jüdischen Arbeiter zunichte zu machen, sei unmöglich. Es sei selbstuerständlich. daß es in Amerika nicht so rasch gelingen werde, den reckten Weg zu finden. Aber dies werde den Seudlingen Palästinas endlich gelingen, wenn sie verstehen werden, alles „ohne Verzweiflung und ohne Selbstentäußerung" enrgegenzunehmen, in der Erkenntnis, daß es in Amerika nic6t anders sein könne. * Die letzten Vorgänge in Anrerika bezeugen, daß G o?d o n richtig vorausgeschen hat. Die vereinigten jüdischen Gewerkschaften von New-Iork haben einen eindringlichen Appell an ihre Mitglieder erlaflen, den Institutionen der organisierten jüdischen Arbeiter zu Hilft zu kommen. Der Aufruf weist daraus hin, daß dft palästinensische jüdische Arbeiterorganisation der Gewerkschaftsnrternationale in Amsterdam angeschlossen ist und daher einen anerkannten Teil der internationalen Arbeiterbewegung bildet. Es wird aus die bisherigen Schöpfungen der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina sowie aus die Schwierigkeiten hingewiesen, welche sich dem Ausbau der industriellen und agrikultureilen Kooperationen entgegenstcllen, und der Mut gerühmt, welcher aus dem Pionicrbewußtftin komme, Zehtausenden von heim- und existenzloftn Juden den Weg zu bereiten. Die vereinigten jüdischen Getverksch asten von New-Aork, Chicago und Philadelphia haben auf einer Konferenz beschlossen, eine Kampagne einzuleiten, um den Betrag von 160.000 Dollar auszubringen, welcher der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas überwiesen werden soll. In dem zu diesem Zwecke eingesetzten Komitee sind die Vorsteher aller jüdischen Arbeiterunions vertreten. Der Aufruf dieser Gewerkschaften betont, daß cs ge^nwärtig, da sich die Tore aller Einwcmderungsländer schließen wollen und zahllose Juden infolge des Krieges aus ihren ökonomischen Positionen geworfen wurden, die h e i l i g st e Pflicht eines jeden einzelnen sei, di« jüdischen Positionen in Palästina zu kräftigen, .gleichwie man sich auch zum Zionismus stellen wolle. Der flammende Appell, der die Unterschriften der namhaftesten Führer der jüdischen Gewerkschaftsbewegung Amerikas trägt, ist ein hocherfreuliches Zeugnis, 'daß auch die amerikanisch-jüdische Arbeiterbewegung sich eines besseren besonnen hat und am 'Ausbau Palästinas werktätiges Interesse zu nehmen beginnt. Am 14. Februar fand zu diesem Zwecke die erste öffentliche Versammlung der vereinigten jüdischen Arbeiter Amerikas statt, in welcher namhafte Führer der jüdischen Gewerkschaften das Wort ergriffen. Die Wirtschaftsinstitlüionen der Mischen Arbeiter. Zur Erhaltung und zum Ausbau der Position der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina wird gegenwärtig in verschiedenen Ländern eine Mion unter, vom men, welche der Kräftigung der Arbeiterbank und des Palästina- Ar b e i t e r s o n d s dient. Die mit Hilfe der Zionistischen Organisation 1631 geschaffene Arbeiterbank hat bisher sehr segensreich gewirkt. Ihre Kredite ermöglichten dem Misrad l'awodoth ziburioth (Amt für öffentliche Arbeiten), dem größten Bauunternehmer im Lande, Tausende von Chaluzim beim Straßenbau zu beschäftigen, ebenso dienten sie den landwirtschaftlichen Kwuzoth und den neuen Siedlungen int Emek, beet Konsumgenossenschaft „Hamaschb-ir" und der Arbeiterkrankenkasse als Stütze. Die Kredite fließen rechtzeitig wieder ein, so daß die Bank völlig ökonomisch gearbeitet hat und bereits als ein wichtiger Faktor des palä- _Wiener Morftenzeltung. _ stinensischm Wirtschaftslebens anznsehm ist, von dessen Mitteln die Entwicklung der jüdischen Arbeitsposiklonen wesentlich abhängt. Dem P a l ä st i n a - A r b e i t e r s o n d s ist u. a. die Gründung der obcrgaliläischen A-vbciterkolonicn Tel Chaj, Machnaim, Ajeleth-Haschachar und Kfar Gile« adi sowie der Kwuzäh Tirah bei Haffa zu danken. Verschiedene gewerbliche Genossenschaften (wie die Tischlerei Karmel und die Maschinenfabrik Amal in Haffa, die Druckerei Achduth iu Jaffa) sind seine Gründungen. Außerdem sind die Airsänge gewerkschaftlicher und Selbst h i lssorganisaticm der Arbeiterschaft und die Gründung der ersten gartenstädtischen Arbeitersiedlung „'S ch ch u n a th, B o r och o w" seiner Initiative zu danken. Der Fonds gewährt in vielen Fällen Kredite und übernimmt Garantien, im lausenden Geischäftsjahre mußte er dein Amt für öffentliche Arbeiten einen langfristigen Kredit von mehrereil tarisend Pfund als Betriebskapital für öffentliche Arbeiten gewähren und sein Werkzeug- «und Maschinenlager, hauptsächlich von einer amerikanischen Aktion herrührond, ist für die 'Arbeiterschaft unentbehrlich geworden. Seit kurzein ist der Palästina-Arbeiterfonds ein gemeinsames Institut aller im Komitee für das arbeitende Palästina" vereinigten Institutionen, welch letzteres nunmehr in verschiedenen Ländern darangeht, dem Fonds neue Mittel zlizifführen und neue Aktien der Arboitcvbairk zu plaoieren. Diese Aktionen verdienen, wie ans dem Gesagten herv org eh t, die en er g isch este Fordern n g a l l e r a n d e m A n s b a u P a l ä st i n a s intetess irrten Kreise ohne Unterschied der Richtung. Sur Hebung der Landesproduktio». Bor kurzem fand in Tcl-Awiw die erste Landeskonferenz zur Behandlung der Frage der Landesprod u k t i o n statt, an der viele Vertreter der Städte und Dörfer teilnahmen, ferner die Vertreter der Zionistischen Exekutive, des Waad Haleumi, des Landesverbandes, der Histadruth- Haowdim (Arbeiterorganisation), Merkas baalei mlachah (Zentrale der Handwerker), Organisation der Lehrer und Schriftsteller, der Anglo-Palästina-Bank und andere Vertreter verschiedener Finaiiziiistitutioneii. Tie Konferenz behandelte die Fragen der Förderung der Produktion des Landes, der Absatzregelung uird des Schutzes gegen die Konkurrenz. Sie nahm eine Reihe von Beschlüssen an, unter denen wir die folgenden anführen: Die Negierung in Anbetracht der negativen Handelsbilanz aufzufordern, der Landesprodnktion mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden und mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Produktion des Landes zu fördern und zu erleichtern; der Kongreß wendet sich an alle Stadt- und Dorfräte mit der gleichen Aufforderung; er fordert die Z i o n i st i s ch e Exekutive ans, eine landwirtschaftliche Bank zu gründen und das Versprechen betreffs Gründung einer „Arbeitsbank" und einer „Bank für I n d u st r i e" einzulösen. Auch sollen Darlehensnehmer verpflichtet werden, die Landesproduktion möglichst zu benützen; die Produzenten werden aufgefordcrt, für Geschmack mrd ästhetische Verfeinerung ihrer Ware und für k o nk il r r c n; f ä h i g c Preise zu sorgen. Ter Kongreß hat nach genauer Prüfung der Aussichten für städtische Produktion int Lande viele Möglichkeiten festgestellt und wendet sich an die jüdischen Industriellen aller Länder/ sie mögen nach Neberprüsung der Ortsverhältnisse ihre Produktion iiach Palästina überführen. Der Kongreß sieht in der Schaffung von Garten- und landwirtschaftlichen Vorstadt e,l eine Möglichkeit zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion (Gemüse, Geflügel, Milch) und fordert die Nationalfondsleitung und die Zionistische Exekutive ans, an deren Schaffung heranzutreten. Der Kongreß wird der Entwicklung der Klcinindustrie sein Augenmerk znwenden und trachte,!, diese Bestrebungen mit der neuen Einwanderung in Verbindung zu bringen. üUte V e rl a g s u n t e r n e h m u nge n werden anfgesordert, ihre Tätigkeit ins Land zu verlegen. Der Kongreß wählte eine Kommission zur Ausgestaltung iber Produktion, welche für die Hebung des Geschmacks sorgen soll, er beschloß weiters öfter Ausstellungen zu veranstalten, eine Propaganda zu entfalten, auf die Erziehung in >den Schulen in diesem Sinne einzuwirken und zu diesen Bchufen eine stän- 6etk 8eker keali Ibri Haifa H ebf äi sch e Rea 1 sc h u 1 e in Haifa MiMscMerziehimg in Verbindung mit technischer Vorbereitung (Metallarbeit, Tischlerei, Buchbinderei für Knaben, Hauswirtschaft für Mädchen) Internat für Knaben und Mädchen Körperliche Ausbildung ° Sport Gesundes Klima Anfragen sind zu richten an den Leiter der Schule vr. Artur B 1 r a m, Haifa, P. O. B. 202 7. März 1924 Nr. IM dige Organisation Lemaan Tozereth Haarez (für dir Landesproduktion) zu schaffen. Schließlich sollen in Palästina und dem Nuslande Kommissionsgeschäfte eröffnet und Jahrmärkte veranstaltet und Vorsorgen getroffen werden, daß Produzenten, welche jüdische Arbeiter beschäftigen, stets der Vorzug gegeben werde. Die Jugend soll im Geiste der eigenen ökonomischen Pro-« duktion bcemflußt und zur nationalen Produktivität erzogen werden. Die Exportfrage. Im jüdischen Viertel von New- York ist das erste Geschäft von Palästina-Produkten eröffnet worden. Das offizielle amerikanisch-zionistische Organ „D j idis che Folk", welches diese Tatsache registriert, tvech cmf die Möglichkeit hin, einen Markt für die palästinensischen Produkte in Amerika zu schaffen, wie z. B. die amerikanischen Italiener, Griechen u. a. Produkte aus ihrer alten Heimat um viele Millionen Dollar importieren. Man könnt« gegenwärtig aus Palästina Oel Honig, Mandeln, Nos inen. Feigen, Schokolade, Seife, Konfekt, Halwo und namentlich Tabak nach Amerika importieren. Dies aber, wäre nur aus einer gesuden Basis möglich und di« Kolonisten Palästinas müßten den Verkauf entsprechend in di« Hand nehmen. Die Kolonisten haben Ms Palästina «inen Delegiertes mit Vollmachten nach New-York entsandt, welcher Schritte unternehmen soll, um den Absatz palästinensischer Waren in die Wege zu leiten. Das oben Gesagt« gilt natürlich nicht allein für Amerika. Leider ist bisher auf dem Gebiete des Palästina-Exports nicht alles Nötige geschehen. Eine regelmäßige Veröffentlichung der Preise, Verkaufsbedingungen, Frachtspeftn, Zölle, Warenqualitäten lfftv. für palästinensische Produkte wäre jedenfalls geeignet, auf diesem Gebiet« größere Klarheit zu schaffen und der Produktion in Palästina neue Impulse zu geben. Besuch des High Commisiioners im Nationalfondshanptbureau. Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Mittwoch den 27. Februar stattet« Sir Herbert Samuel in Begleitung von Frau mb Sohn sowie seines Aid de Camp Moncton dem Hauptbuveau des Keren Kajemeth einen offiziellen Besuch ab und brachte schon dadurch die Wertschätzung zum Ausdruck, die er dieser für das Aufblühen Palä-< stinas so wichtigen Institution entgegenbringt. Die vier palästinensischen Direktoren und die.Mitglieder der Honhala des Keren Kajemeth enchsingen die Gäste im Sihungszrmmew. Der Vorsitzende des Direktoriums Herr Ussischkin hielt eine hebräische Ansprache, in der er zunächst die Ausgabe und die bisherigen Leistungen unseres Volksschatzes schilderte. Die Uebersiedlung foe§ Hauptbureans nach Erez Israel habe zu einer bedeutenden Steigerung der Einnahmen, um 65 Prozent von 1922 zu 1923, geführt. Er gab dann den Beschluß des Direktoriums, bekannt, Baron Edmund Rothschild als letzten in den zweiten Band und Herbert Samuel als ersten in den neu zu eröffnenden dritten Band des Goldenen Buches einzntragen. Herbert Samuel dcunkte >in englischer Sprache für die große, ihm erwiesene Ehrung, die er um so mehr zu schätzen wisse, da sie ihm zugleich mit jener des großen Wohltäters zuteil werde. Die ihn, dargereichten Alben mit Diagrammen und Photographien von den Nationalfon>dssiedlung«n nehme er mit großem Jntereffe entgegen, da er sie fast alle schon besucht habe. Er glaube, sageil zu können, daß das neue P a l ä st i n a i m Werden sei. Die Gäste besichtigten sodann die beiden Bände des Goldenen Buches und machten einen Rundgang durch alle Räume des Bureaus, wobei sie sich die Beamten vorstcllen ließen. Beim Tee im Sitzungszimmer wurden noch weitere Daten über die das Land befruchtende Arbeit des Keren Kajemeth ausgctauscht. Der Besuch des HW. Commissioners im Hanptbnreau des Keren Kajemeth fft in allen jüdischen Kreisen des Landes mit besondersv Genugtuung vermerkt worden. Volksbildungsarbeit in Tel-Awiw. Di« Bildungsarbeit unter Erwachsenen, die früher von der Bildungssektion der Allgemeinen Arbeiterorganisation und dem Lehrerverband geleitet wurde, wird jetzt von einem mls beiden Organisationen gebildeteik geme in sauren Komitee besorgt. Sein« Tätigkeit umfaßt: 1. Abendkurse, 2. wissenschaftliche Vorlesungen, 8. Fortbildungsschul-e für im Beruf stehende Jugendliche. Die Tätigkeit der Abendkurse fand insofern^ eine Erweiterung, als außer den Abendkursen am Gymnasium und an der Mädchenschnle auch solche an der Handelsschule, im Nordan-Viertcl und in N'tvel schaancrn eröffnet wurden. Es lernen 785 Kursteilnehmer in 25 Klassen fünf Stunden wöchentlich. Die Schüler rekrutieren sich größtenteils aus Arbeitern. An den 5kursen nehmen auch 35 Araber (vorwiegend Mohammedaner) teil. Wissenschaftliche Vorlesungen wurden über Bibel, Palästinographie, Volkswirtschaftslehre, Geologie, Biologie und Philosophie vor durchschnittlich, 800 Hörern gehalten. Die Fortbildungskurse umfassen nicht nur die der Schule entwachsenen Jugendlichen, vielmehr auch Kinder im Schulalter, die schon verdienen müssen und keine Möglichkeit haben, eine Schule zu b es >l ch en. Es lernen 122 Schüler in fünf Klassen von 6, bis 9 Uhr abends. Bei dem Schülermatcrial, das, sich vorwiegend, ans Jmmi« grantenkilldern .zusammensetzt, die aus den verschiedensten Ländern Herkommen und dazu den ganzen Tag arbeiten nrüssen, #estaltet sich die Arbeit äußerst schwierig. Das Defizit des Bildungskomitees <150 Pftlnd Sterling monatlich) ist nur zum Teil gedeckt. Tie Stadtgemeinde subventioniert die Bildnngsanstalten mit 60 Pfund Stlerling monatlich. Die Heilquellen von TiberiüS. Laut „Doar Hayom" soll die palästinensffche Regierung mit einer nichtjüdisch e n syrischen Gesellschaft betreffs einer 75jährigen Konzession wegen der Heilquellen von Tiberias in VerhaMnngen getreten sein. Die!se Gesellschaft wolle in Palästina und Syrien Aktien herausgeben, um die nötige Summe für den Bau eines großen, komfortablen Sanatoriunrs, modernen Hotels und Parkanlagen in Tiberias^anszubringen. —Sollte sich die Nachricht bewahrheiten, so wäre dies wieder ein Beweis fiir die Notwendigkeit einer erhöhten jüdischen Jllitiative im Lande, welche nicht lange aufgeschoben werden darf! Ein neues Biertek in Jer,tsalem ans iber Anhöhe zwischen Sichron Moscheh und Rlachneh Jehnda ist gegenwärtig im Bau. Sieben Häuser sind bereits fertiggestellt, vier sehen der Vollendung entgegen. Im ganzen soll die Siedlung, tvelche nach modernem' Systeni gebaut wird und für jedes Haus die Möglichkelit der Arclage eines Gartens bietet, fünfzig Häuser umfassen. Eine Wasserleitung soll dort demnächst angelegt werden. Die Siedlung nennt sich Ruchamah. Ein Araber Mitglied des Stadtrats von Tel-Awiw. Ans einer der Sitzungen des erweiterten Waad von Tel-Llwitv wurde einstimmig beschlossen, den Araber Abdul R a ch m a n Dadschani als Mitglied zu kooptieren .Er repräscu'tiert die 60 arabischen Familien, die in dem Gebiet von Tel-Awitv wohnen. Autoverkehr Haifa—Bagdad. Der Autoverkehr Haifa— Bagdad ist seit einigen Wochen mit großem Erfolg von der Palästina-Admimstration «ingesührt worden. Die englische Post nach dem Irak wird von dieser Linft befördert. Sie konkurriert auch erfolgreich mit den: Flugdienst auf dieser Strecke, obzwar für diesen di« Gebührerl soft aus die Halste herabgefttit worden sind.

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