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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-07 · Heft 1817 (7.3.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1817 (7.3.1924)
Date
1924-03-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Kr. TS17 Wien, Freilag Diese Matznahnie ist auf dve von sozialdetnokra tischet- Heile betriebene Agitation zurückzusühren, die -in EröS .einen Gegner des Bveittverschen Fiskalismus haßt. Es entspricht dem geistigen Niveau der Sevtt-PartÄ, daß ihr das Anstvieisen, also di« höchst« Emanation der Polizeikunst, als zulässiges Mittel erscheint. Brot und Weißgebück teurer. Der Laib Brot mn 100 K., das Kleingebäck um 20 K. Bei der Errechnung der Gestehungskosten wurden für die nächste Verbrauchswoche nachstehende Verkaufspreise erstellt: Normallaib 7100 K. (bisher 7000 K., Erhöhung 100 K.), Extrabrot pro Kilogramm 6600 K. (bisher 6200 K., Erhöhung 100 K.), weißer Wecken 3400 K. (bisher 8900 K-, Erhöhung 100 K.), Kleingebäck 480 K. (bisher 460 K., Erhöhung 20 K.). Die Preiserhöhung wird, wie uns auS den Kreisen der Broterzeuger mitgeteilt wird, mit dem leichten Anziehen der Meblpreise und der Auswirkung der 5% Lohnerhöhung der Bäckeraehilfen motiviert, die bei den vorgestrigen Verhandlungen ttber die Forderungen der Bäckerarbeiter zugestanden wurde. Nu Radiogesetz I« Ausarbeitung. Aeußerunge« des Generaldirektors Hoheisk. Der Generaldirektor des Postuttd Telegraphenwcsctts Hoheisl erklärte einem unserer Mitarbeiter gegenüber über die Radiofrage und die neue österreichische Radiogesellschaft „R a d a g": Ich werde in den nächsten Togen der Presse eine Mitteilung über die dem Kreditinstitut für öffentliche Arbeiten erteilte Konzession zur Gründung einer Gesellschaft bchufs Errichtung und Betrieb von Radio-Sende- und Empfangsanlagen übermitteln. Darin wird dargelegt sein, welche Rechte diese Gesellschaft besitzt, und es wird ferner das Auflichtsrecht des Staates, der mit 20 Prozent beteiligt ist, erörtert werden. Die Telegraphsnverwaltuwg hat keinen Einfluß aus die interne Bildung dieser Gesellschaft zu üben und es üand dem Kreditinstitut frei, in die Gesellschaft Unternehmer nach seinem Belieben cmfzunehmen. Es ist richtig, daß einige Rodiofabriken sich der Gesellschaft nicht angeschlossenhaben. Auch dieser Umstand hat die Generaldirektion des TelegraphenwesenS nichts anzugehen, die die Intereflen deS Staates zu wahren hat und jetzt das Telegraphengesetz ausarbeiten ließ, das Bestimmungen fürTelephonwesenundRadio enthalten wird, da die bestehenden Verfügungen für den Radioverkehr nicht mehr ausreichen. Es ist richtig, daß die neue Gesellschaft die HauptkonZession für die Errichtung von Sendestat tonen besitzt mW daß speziell in Wien mit Vorsicht bei Gewährung der Errichtung von Sendestationen vorgegangen wenden wird. Die Besprechungen über das Telegraphengesetz sind unter meinem Vorsitz mit sämtlichen interessierten Zentralstellen erfolgt. Es ist unser Bestreben gewesen, eine Gesellschaft zu schassen und durch die Zentralisierung die in Amerika und England begangenen Fehler zu vermeiden. Mit der Verteilung des zukünftigen Aktienbesitzes hat die Staatsverwaltung nichts zu tun. Wenn diesbezüglich Differenzen vorliegen, so hat die Staatsverwaltung hier nichts dreinzureden. Wir sind für Erleichterungen gegenüber den Radioamateuren. Daß auslätrdische Apparate nicht eingesührt werden dürfen, entspricht den Zollvorschriften und ist nicht aus eine besondere Verfügung der Generatdirektion des Post- und Telegraphenwesens zurückzuführen. Dr. R i n t e l e n ist durch die S t e i r e r b a n k mit der Gesellschaft verbunden und Dr. C z e i i a ist der Vertreter des Kreditinstituts für öffentliche Arbeiten. Auf die Frage, ob die neue Gesellschaft das Radio nicht für politische Zwecke mißbrauchen rönne, erklärte der Generaldirektor, daß ja das A u f s r ch 18 r e ch t d e s S t a a t e s bestehe. Da er aber hinzufügte, daß die Sendestation die chr erteilten Aufträge durchzuführen habe, so ist wohl jedermann klar, daß es von den Machthabern dieser Gesellschaft jederzeit abhängen wird, wie sie die ihnen erteilte Befugnis ausnntzen wollen. Der florti auf der Landstraße. In der Mordtat an der Pensionistin Maris Eberl wurde gestern die verdächtige Bekannte der Toten Franziska Pru scha eingehend verhört. Sie verwickelte sich in Widersprüche, wobei festgestellt wurde, daß die bei ihr Vorgefundenen 3,3 Millionen Kronen nicht ihre Ersparnisse sind. Die Pruscha ging keiner regulären Beschäftigung nach und lebte von Gelegenheitsverdiensten, wie zeitweiligen Ausraumearbeitcn bei der ermordeten Frau Eberl. Es wurde von einer Zeugin angegeben, daß die Pruscha noch vor kurzer Zeit ihr gegenüber geäußert hatte, sie sei in Geldverlegenheit. Tatsache ist, daß die Pruscha in der letzten Zeit wiederholt geklagt hat, daß sie kein Geld besitze, während doch bei ihrer Anhaltung ein Betrag von 3,3 Millionen Kronen vorgefunden wurde. Die Pruscha trägt gegenwärtig einen Ring am Finger, der aus dem Besitz der Ermordeten stammt und den sie von d-er Eberl als Geschenk zu ihrem Namenstag erhalten haben will. Der Namenstag fällt übrigens erst auf den 6. d. Trotz aller Anzeichen, die auf einen Raubmord hinlveisen, dürften Eifersucht und M ä n n e r n e i d als Be- Iveggri'mde des Mordes mitspielen. Die Pruscha scheint der Frau Ebers wegen des Studenten Me i che, dessen Rolle übrigens sehr unklar ist, und der sich auch in Haft befindet, gram gewesen zu sein. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Die Lebenrmittelmärkte. Die gute Belieferung der Großmarkthalle mit Fleisch hält an. Per Achse waren wohl die Zufuhren auffallend gering, per Bahn kanten aber wieder 21 Waggons an. Da sich noch immer nicht der entsprechende Absatz eingestellt hat, stauen sich auf dem Zuschubgeleise bereits die Waggons mit Fleisch. Wleiie« MoLaenzeikiMS._ Mitteilungen aus dem Publikum. partümerie „LORR/IIN** Savonnerie Führende Marken: Eau de Cologne Rasse Eau de Cologne Chypre Creme Lorignou Creme Lorignon- Chypre Lorrain-Toiletteseife, Badeseife, Spelkseifc Alleinerzenaer der C. ilB iflRH RasierseMen in Stangen bestbekannten jjOrl 13 fl l\IH und Würfeln Wien, XX, Taborstrasse Nr. 98 Die Preise sind aber noch immer nicht nennenswert zurückgegmrgen. Auf den Märkten herrschte gestern früh im Großhandel Knappheit au Eiern, die aber bald wieder behobelt sein wird, da große Sendungen votl auswärts bereits avisiert und unterwegs sind. Immerhin haben die Produzenten mit dem Zurückhalten der hiesigen Ware erreicht, daß gestern Eier aus den Märkten im Kleinhandel 1000 K. pro Stück kosteten. Gestern gab es auf dem Naschmarkt die ersten italienischen F v iihkartosfel n, die im Großhandel 500C, im Kleinhandel 6oOO Krotten kosteten. Trotz des verhältnismäßig billigen Preises fanden sie wenig Absatz. Etwas Mer. In Oesterreich war es gestern vielfach heiter. Nur Nieder öfter re ich halte trübes, nebliges Wetter mit tiefer Wolkendecke. Semmering war wolkenlos. Nur höher gelegen ■ Gebii esstatiionen hatten Morgensrost, ntittags war es im Westen Oesterreichs etwas kälter, int Osten wärmer als vorgestern. Wien hatte 6 Grad. Voraussage: Meist bewölkt, leichte Niederschläge nicht ausgeschlossen, etwas kälter. Wien, 7. März. 1024. * Die neuesten Heiligen. Atrs Paris wird uns gemeldet, daß zwei Journalisten Aussicht hätten, heiliggesprochen zu werden. Es isl zwar ein langer Weg, der nach ÜHont führt, denn zwischen deui Tod und der Seligsprechuti-q müssen 25 Jahre verfließen und nach dem gleichen Zeitraum gelangt man dann zur Heiligkeit. Aber schließlich, wenn einem kein Bein mehr weh tut, kann man ja warten. Die Verdienste der beiden sollen sehr groß sein, der Verfasser voit „La garconne" befindet sich nicht darunter. Allen Ernstes, man sollte diese schöne Sache auch bei uits in Oesterreich einführen. Ich selbst habe zwar gar keine Chancen mehr, überhaupt seit ich es mir mit den Hakenkreuzlern total verdorben habe, aber neugierig wäre ich doch, wer voll unseren Auguren in Betracht käme. In erster Linie natürlich die Propheten der „großen Zeit", die so viel sündige Menschen in den Himmel befördert haben und auch heute ttoch täglich ihre Wiener Stimmen erheben, um die Seelen zu retten. Der heilige Funder wäre mach 50 Jahren (von jetzt ab gerechnet) nicht ohne und ein seliger Benedikt wartet schon auf den von ihm gepredigten Seelenaufschwung, der auch ihm die Heiligkeit bringt, die sein Name erheischet. a. s. * Probevortrage. Heute um dreiviertel 6 Uhr und morgen um halb 9 Uhr vormittags finden im Leopoldstädter Tempel, 2. Bcz., Tempelgasse 3, Probevortrage des Herrn Oberkatttors Mano Abrahamsohn aus Budapest statt. * Erledigte Schulleiterstellen. Der Stadtschulrat für Wien hat vierzehn erledigte Lehrstellen zur Besetzung ausgeschrieben. Es gelangen vier Direktorstellen für Volks- und Bürgerschulen, die Stelle eittes Sonderschnldirektors, drei Oberlehrerstellen und sechs Oberlehrer- oder Oberlehrerinnenstellen zur Besetzmtg. Die Gesuche der bereits im öffentlichen Schuldienst in Wien stehenden Lehrpersonett sind bei der Schulleitung einzubringen. * Greisen- und Kiuderselbstmorde. Gestern wurde der 70jährige Pensionist Edmund Rößner im Hernalser Friedhof^an einer Holzplanke erhängt ausaefnnden. — Aus unbekanntem Grunde stürzte sich die 72jährige Private Johanna M a ch a t aus einem Fenster ihrer Wohnung in die Tiefe. Sie verschied noch vor Eintreffen der Rettungsgesellschaft. — Der 14jahrige Realschüler Frauz Oberauer jagte sich heute aus Furcht vor einer zu gewärtigenden Strafe ans dem Revolver seines Vaters eine Kugel durch den Kopf und wurde von der Rettungsgesellschaft in schwerverletztem Zustande in das Wiedener Krankenhaus überführt. * Ein mysteriöser Unfall auf der Straßenbahn. Am 4. d. gegen halb 8 Uhr abends wurde der Kaufmann Abraham Zewinzier, 2. Bez., Arbethsbosergasse 10, in der Währingerstraße, in der Nähe des Chemischen Instituts, auf dem Fahrvantm liegend bewußtlos mit einer Schädelverletzung aufgefunden. Der alte Mann wurde von der Rettungsgesellschaft auf die Unfallstation gebracht. Er erlangte wieder das Bewußtsein und gab an, er sei auf der rückwärtigen Plattform eines durch die Währingerftraße fahrenden Straßenbahnzuges gestanden und plötzlich von Mjitzigkeit befallen worden. Er müsse, ohne daß es zentand bemerkte, auf die Straße gestürzt sein. Das Kommissariat Alsergrund ersucht alle diesenigen Personen, die sachdienliche Angaben über den Vorfall machen können, sich unverzüglich beim Kommissariat Alsergrund in der Boltzmanngasse zu melden. * Konkurs Elise Veesei-Hallan in Semmering. , Die „Wiener Zeitung" brtttgt die Melduttg über die Eröffnung des Konkurses über das Vermögen der Frau Elise Vecsei- H all an in Semmering, Pächteriu des Sanatoriums Doktor Vecseis W a s s e r h e i l ä u st a l t S e ui m e r i n g, derzeit u tt» bekannten Aufenthaltes, zuletzt itt Semmering, vertreten durch den Kurator Dr. Hacker, Rechtsanwalt in Wiener-. Neustadt. Kontürskommissär Oberlaudesgcrichtsrat Dr. Kolaezy, Vorsteher des Bezirksgerichtes Gloggnitz; Masseverwalter Doktor Max Covler, Rechtsanwalt in Gloggnitz. Erste Gläubigerversammlung bei dem genannten Gerichte am 18. b. tun 10 Uhr vormittags. Anmeldefrist bis 7. April. Prüfnngstagsatznng bei obigem Gerichte am 23. April um 10 Uhr vormittags. * Sonntagsverkehr auf der Wiener Stadtbahn- und Westbahn-Nahstrecke. Zur Bewältiguttg des starken Andranges von Reisenden ttntf) der Nahstrecke der Westbahn an Sonntagen wird der von Swckcrau kommende, um 8 Uhr 30 Min. vom Hauptzollamt abfahrende und in Hütteldorf-Hacking utn 8 Uhr 24 Min. eintrefsendc Verbindungshahuzug an Sonntagen bei günstiger Witterung von Hütteldorf-Hacking nach Tullnecbach- Preßbanm weitergeleitet, so daß bei diesem Zuge an Sonntagen das Nmsteigen in hütteldorj-Hacktug entfällt. Ferner wird an Sonntagen bei günstiger Witterung der Zug Alscrstraße ab 7 Uhr 49 Min., Stadtbahnhaitestelte Westbahnhof ab 7 Uhr 56 Min., Hütteldorf-Hacking an 8 Uhr 18 Min. bis Neulengbach (an 9 lUir 30 Min.) verkehren. An Sonntagen nachmittags werden bei günstiger Witterung der Personenztig Alferstraße ab 13 Uhr 15 Min., Stadtbahnhaltestelle ~~ 7. Mar- TSR SM B f)oj ab 18 Uhr 22 Min., Hütteldovf-Hacking ab 18 Uhr 47 Mn. ttach Reckawinkel und in den Abendstunden nach Bedarf de» sondere Einschubzüge in der Richtung nach Wien ein geleitet werden, deren Berkchrszeiten in den einzelnen Stationen zu erfragen sind. * Das Leopoldstädter GemeindevermittlungSamt. Iw Jahre 1923 verzeichnete das Gemeindcvermittlamgsamt für den Miten Bezirk 2166 Eh re nbeleidigungsklagen, von denen 137 ausgeglichen und 109 vor der Verhandlung zurückgezogen worden sind. Die übrigen IM Klagen mtrßten entweder wegen Ablehnung des Sühneversuches oder weil die Parteien zur Sühneverhandlung nicht erschienen sind, an das Bezirksgench tzurückgeleitet werden. Außerdem wurden 35 Klagen von Hausgehilfinnen eingebracht, von denen mit einer Ausnahme alle vom Amte erledigt wurden. Stattgefunden haben 27 Sühneverhandlungen. Die Sühnegelder wurden zum größten Teil für die Barmherzigen Brüder und das Leopoldstädter Kindcrspital verwendet. * Die große Biicherlottsrie. Mit 6111 Treffern ist die große von der Organisation der Wiener Presse veranstaltete Büchorlotterie aus gestattet. Für sämtliche Treffer sind durchwegs gute Bücher in bester Ausstattung vorgesehen, deren Ladenpreis zumeist den Planmäßigen Tvefferwert weit übersteigt. Der erste Treffer ist mit einem Werte von 20 Millionen Krotten eingestellt. Dem Gewinner sicht cs frei, sich hierfür eine Bücherei in diesem Werte nach eigener Wahl liefern zu lassen oder den Barbetrag nach Abzug der 25 Prozent Gewrnstgebühr und 10 Prozent zugunsten des Wohltätigk.eitszweckes auszah'len zu lassen. Da die Ziehung bereits am 3. April stattfindet, versäume man die günstige Gelegenheit tticht, mit geringem Einsätze ein wertvolles Buch zu erhalten. Lose zu 2000 K. sind in den meisten Trafiken zu haben und können auch von der Kanzlei der Organisation,. 1. Bez., Elisabethstra^e 9, bezogen werden. * Die Zeitnngskatalöge erscheinen wieder. Seit etwa zehn Jahren beklagte man den Abgang einer bewährten Kraft, die namentlich in den Kreisen der Industrie und des Handels, aber atlch in allen Wirtschaftsgebieten besonders beliebt war. Man bewunderte an ihr besonders den Umfang und die Genauigkeit des Fachwissens, au das sich jeder um wertvolle Ansküufte und Zuverlässigen Bescheid wenden konnte. Der Vermißte war offenbar wegen der drückenden wirtschaftlichen Verhältnisse verschwunden. Um so größer ist jetzt die Genugtuung, ihn wieder au feinem allen Platz zu sähen und sich seiner zu wertvollen Ratschlägen bedienen zu können. Es ist der tteue Z e i t tt n g s k a t a l o g der Annoncenexpeditionen Bt. Dukcs Nachf. A.-G. und Haasensteiu und Vogler A.-G.. >der mit Hilfe der bekannten internationalen Verbindungen dieser Häuser wieder das unerreichte Muster eines solchen Kalaloges geworden ist. * Kanzelreden über jüdische Kunst und Künstler. Der Lemberger Oberrabbiner Prof. Dr. S ch o r r hielt letzten Samstag in seiner Synagoge eine Predigt über jüdische Kunst und jüdische Künstler. Die Synagoge war bis auf das letzte Plätzchen besetzt und unter den Zuhörern befanden sich sehr viele Studenten. Künstler und Schriftsteller. Die Predigt war ein historischer Rückblick über die Beziehung der jüdüschen Religion zur Kunst in den verschiedenen Zeiten. Prof. Schorr hob unter anderem hervor, daß zum Beispiel die Griechen ihrett Gott nach den Menschen schufen und ihm in ihren Kunstwerken menschliche (Mtalt liehen, während die jüdische Genesis lehre, daß der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Darin liege der Hauptuntersckicd zwischen der Auffassung der Juden und derjenigen der Nichtjuden. Auch heute wolle der Jude aus der Kunst keinen Götzendienst machen, aber er will, wie seine Vorväter, schaffen Mr Ehre des jüdischen Namens. Die Kanzelrede erweckte großen Eindruck. Prof. Schorr will seine nächste Vredigt der Besprechung der Beziehung der jüdischen Gesellschaft zu den jüd'- scheu Künstlern widmen. Austritte aus dem Fudeutum. Hacker Irene, geb. 2. Februar 1880. Pinkafö, 16. Ve^. Degenoasie 29. Schlesinger Rosa. geb. M i h a l e k, geh. 10. Mai 1896, Brünn, Beamtin, 16. Bez., Hasnerstraße 27. Diamant Ioseß geb. 25. Mai 1873, Krems, 16. Bez., Schinagelgasse 6. S u r a n Adolf, geb. 26. Oktober 1869, St. Johann, Schlosser, 16. Bez., Hasnerstraße 96. Bloch Alfred, geb. 17. November 1874, Linz, Graveur, 7. Bez., Josefstädterstraße 11. Binder Blime (Blanko) geb. F e n ch tb a u m, geb. 16. Februar 1894., Sukoczojuza, 8. Bez., Blindengasse 39. N e u w a l d Leopold, geb. 27. März 1870, Damborle, Kaffeesieder, 2. Bez., Volkertstraße 8. Fuchs Wilhelm, geb. 2b. Jänner 1909, Wien, Zeichner, 16. Bez., Herbststraße 37. Dr. T h a l b e r g Oskar, geb. 24. Juli 1871, Wien, Rechtsanwalt, 8. Bez., Friedrich Schmidtplatz 7. T k> a l b e r g Hans, geb. 4. Mai 1916, Wien, 8. Bez., Friedrich Schmidtplatz 7. T h a l b e r g Maria Theresia, geb. 2. Oktober 1917, Wien, 8. Bez.. Friedrich Schmidtvlatz 7. W e i ß Hedwig, geb. 21. April 1893, Wien, Schneiderin, 18. Bez., Neumayergasse 26. N i s s e l S Betti, geb. 24. Mai 1897, Wien, 14. Bez., Grimmgaffe 4. Mire Josef, geb. 17. Juni 1901, Wien, Comptorist, 14. Bez., Arnsteingasse 35. P o l l a l Anna, geb. 18. September 1901, Wien, 16. Bez. Appenplatz 2. Kancrer Leopold, geb. 4. August 1902, Wien, 14. Bez.. Prehsingqaffe 35. Brauer Malwine, geb. 12. Mai 1304, Wien, Hilfsarbeiterin, 10. Bez., Ouellenstraße 35. _ Vereine. Vorträge «ud Bersammlunge«. » n o t i I « hud 1. 8ej, DEM- 4, IV. @t, Zimmer 3. Morgen, 7 Uhr abends, Vortrag Dr. Ben Schemr „Teile der jüdischen Psyche". — Bund gegen den Mutterschaftszwang. Sonntag den 9. d., 10 Uhr vormittags, im Zentralkino, 2. Bez„ Taborstraße 8, Lichtbildervortrag : „Geburtenbeschränkung — Mutter^ s ch a f t s z w a n g". Am Bortragstisch Schriftsteller Joh. Ferch. Regiebeitrag 3000 K. — Jüdische Bühne, 2. Bez., Taborstraße 12. Heute wird A. Wilenskis Lustspiel „Die klug» Frau" aufgeführt. — Zeire Misrachi, 2. Bez., Praterstraße 43/11. Morgen Vortrag des Herrn M. D. Größt „Pflicht unserer Jugend". Anschließend Heimabend. Gäste willkommen. — Jüdischer Wanderbund Blau-Weiß in Wien. Sonntag den 9. d., ''?8 Uhr abends, 1. Eschenbachgasse 11 (Gewerbevereiu), Jugendversammlung r „Die Rolle der Jugend im modernen Ziottistnus". Referenten: Dr. Walter Moses und Dr. Georg Strauß (Berlin). — Wiener I u r i st i s ch e G e s e l l s ch a f t. In der Mittwoch den 12. d. l/J Uhr abends, im Hörsaale 33 der Universität (Juristische Fakultät) stattfindeuden Vellversammlung wird Finanzrat Prof. Dr. Felix Koller einen Vortrag über die „Personalsteuerreform 1924" halten. Oe st erreichischeS Museum. 1. Bez.. Stubeuring 5. Morgen, Vsö Uhr nachmittags, volkstümlicher Museumskttrs, Professor Regierungsrat Dr. Emmerich Selch: „Technik und Geschichte der Keramik". V. Vortrag. Karten beim Portier, 1. Bez., Stubenring 5 und abends an der Kaffe, 1. Bez., Wollzeile 45. Leovoldstädter Volkshei m, 2. Bez., Zirkusgasse 48. Beginn des Sommerhalbjahres mit folgenden Kursen: anaawwim«:

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