Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1812 (2.3.1924)
- Date
- 1924-03-02
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980895--18011-3005046- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wfe 13 Wien. Sonntag Wiener Mor^ensreiittn^. ' s. mvi 1054’ M. 1811 nOPIBE RICHT mm Der Herr neben der Dame. Linie und Farbe im Raum — das bedeutet in der )rode die A b st i m m u n g der Silhouette zum Milieu, in dem die Dame sich bewegt. Der Stil als solcher kann allein nicht gelten, er verschafft sich seine Wirkung erst durch die Harmonie mit der Umgebung, im praktischen Fall — die Dame neben dem Herrn oder umgekehrt muß eine geschlossene Einheit bilden. Hat man erst einmal dieses Prinzip der modischen Notwendigkeit begriffen, dann wird man auch der Herren mode den Gr gebührenden Platz anweifen und besondere Sorgfalt der Ausgleichung der Herreumodelinie an die der Dame angedeihen lassen. Das Gesellschaftrbild verlangt eine solche Harmonie mit zwingender Notwendigkeit. Für den Abend beziehungsrveise für das Tanzfest im wei'.eten Sinne besteht sie schon aus Grund konventioneller Ge'etze: der .Herr im Frack, die Dame im „großen" Abendkleid ist zur Norm geworden. Mer hierbei darf die Modeentwicklung nicht stehen bie'ben. Der verfeinerte Geschmack, der Sinn für harmonische Entfaltung auch im Alltag, auf dem Kc-r'o, im Salon, im Theater, in der Sporthalle, auf der Rei'e, setzt sich immer mehr durch und erweitert de Möglichkeiten für die Kunst des Modeschöpfers, der mir dem Zeitalter Schritt halten will. Für bre Uebergangszeir wählt der .Herr einen P aletot einfach im Schnitt, dazu einen grauen mit schwarzem Band garnierten Hut, rückwärts mit einer Schlupsma^che; als notwendige Ergänzung B r o g u e - S ch u h e, das sind Schuhe mit Doppel sohlen, gelöchert. Zu diesen Schuhen empfiehlt es sich. Socken oder Strümpfe in Wolle mit Seide oder in Wolle allein zu tragen. Als Handschuh nimmt man den dünnen Mocha in Grau oder den gelben, schwarz gesteppten Reh^ederhandschuh. Neben dem mit ganz kurzen Aermeln versehenen Nachmittagskleid der Dame erscheint vorwiegend in lichten Farben der Sakkoanzug. Er ist stark tailliert, vorne mit drei Knöpfen, von denen nur der mittlere zu schließen ist; die Weste ziemlich hoch geschlossen, d'e Hose nach amerikanischem Schnitt, unten schmal, mit Stulpen, allmählich sich erweiternd. Weiter dominiert das gestreifte Zephir- oder in dezenten Farben gehaltene Seidenhemd, der stufe Kragen mit abgerundeten oder spitzen, auseinailder lau'enden Ecken. Neben der etwas in den Hintergrund getretenen gestrickten Seidenkrawatte machen sich die französischen Mo'iree-Seidenkrawatten bemerkbar. Das große, ärmellose Abendkleid mit dem starken Decollete und Schlepve verlangt als Nachbarschaft den stark taillierten Frack mit we'ßer Seidenweste, steifem Pikeehemd aus Rawbatist und niederem Stehkragen mit ein wenig umgebogenen Ecken. Zu den Hackpumps trägt man nach wie vor schwarze Seidenstrümpfe mit Zwickel. Für ganz exzeptionelle Festlichkeiten wirst man eine schwarze Pellerine um, dazu Zvlinder. schwarzen Ebenholzstock mit Elsenbeinknovs und we'ße, schwarz gesteppte Handschuhe. Neben dem kleinen dunkel gehaltenen Abendkleid der Dame behauptet sich der Smoking mit schwarzer Seidenmasche, Crepe de Ehine-Tascheutuch in der linken Brusttasche und Lackhalbschnhen. SPITZER & MARKUS k II. HOLLANDSTRASSE 1 ATELIER für feine englische vornphineDamPTimofle Herren Aerobe aSt^iiddl vornehmsten Genres in feinster Ausführung ^|ii11in11111 mhi'mi um1111min m m 111m i n iimintitiiiuii1 Cp . oL ariser odelle KLEIDER0 BLUSEN feinste Massarbeit in bester Ausführung. Massige Preise! P R E S S B U P G E R; S: " "2 0 DAMENWESTEN Striekwaren, Wirkwaren u. Sportartikel in grosser Auswahl |jav CäBVOP tt. GBockengasse Q _ ndA Telephon *e.«90 W 7 j.mrnmmmmmtmmmmmmmmmmmmmBmmmmmmmmßammmmmmMmmm Der Reiseanzug ist ein Kapitel für sich. Man bevorzugt Pumphosen ans englischem, ge'pre.l"ei!em Homespun-Stoff, ziemlich bequem, mit diver'en Taschen, dazu englische Strümpfe mit Vorfuß, gelbe Schuhe, ähnlich den Brogueschnhcn. Statt eines Hu'es tvählt man wegen ihrer Leichtigkeit die Kappe. Das Hentd besteht entweder aus weißem, gestreiftem oder ganz weißem Oxford mit weiche» engen Ilmschlagmanschetten; zum Kragen nimmt man eine bunte Fowlardkrawatte, andernfalls e'ne weiße Reitkrawatie. Das sind allgenteine Richtlinien, die erkennen lassen, daß auch für den.Herrn die Mode Schönes und Geschmackvolles bielen kann. or. Nnf dem Korso. Nermcl oder keine? Die*e Frage wird in Modek eisen keine Revolution Hervorrufen, denn sie beweist in sich schon, daß eS m der Mode keine abstrakte Formel gibt. Die. ä rmellose Mod« war letzten Endes nur eine Fortsetzung vom Gesetz d«3 möglichst weitgesteckien Tecollcles, dem sich der edel gebaut« Körper gern gefügt hat. Und weint fetzt wieder neue Modelle mit Aermeln zu sehen sind, so kann d'eS nicht anders als eine Abwechslung, nicht aber als Dilemma gewertet w--den. Das Verführerische der Aecmrllosigieit muß durch die Verhüllung nicht aufgehoben werden. Die Aermel können so eng verwendet werden daß sie wie eine zweite Haut erscheinen. Was das Nachmittagskleid anlangt, wird es bestimmt niit und rh'w Aermel getragen werden. Des hängt vom Milieu ab, iit das man sich begibt. Wenn bisweilen auch schon enge Aermel aufgetancht sind, so hat sich die Richtung weder für das AermellcEe noch für den ganz/ engen Aermel eutsch'eden. Jedenfalls kann die straff spannende Linie entweder beim Ellbogen, oder beim Handgelenk unterbrechen werden, nicht nur mit Rücksicht auf das Praktische, sondern zum Teile um die Linie zu beleben. Einige Pariser Modeilhäuser versuchen, die Aermel bei der Schulter bauschiger zu gestalten, eine Modernisierung des bekannten Gretchenkostümtyps. Ma« darf nicht vergessen, daß die Schönheit der Aermellosigkeit an den schönen Arm geknüpft ist; aber auch d'e Dezent.heit des Aerrnels hat ihren Wert, da er auch einen nicht vollendet geformten Arm in der Linie ausgleichen kann, und dadurch das Problem „Aermel oder keine?" der einzelnen Frau«» individualität zur Lösung überläßt. or. z Erstklassige Schneiderin, die bei der Firma Drecoll z z in Paris—Wien gearbeirer. empfiehlt fich für £ z franzLsitche Lletder, Kostüme und Aenderungen : z Mäßige preife ^J)/LciVißVl.tttiUergaße 33,Iürg z ^iiii111m11 ui1111u n n 11 ii 11 m111 ii i ii111 mm111 n111 iiimnininf ketzie pariser Neuheit. Btstite Jäckchen K 325.000 3« Rvsenberg, 6. B zirk, Mariahilferstraße 8(?i8 (^otel Mllnchnerhof) Filiale: 4. Bezirk, Lavorstenstraße 27 LÜ&.E Ykadon In das zarte Grün des Frühlings tverden sich die bunten, dabei diskreien Farben des Frühjahrskoiftüms sehr gut einsügen. Da es in der Mode keine starren Gesetze, sondern bloß allgemeine Richtlin'en gibt, kann sich auch im TrottttirkMrn der persönliche Geschmack der Wienerin ausleben. Wir empfehlen beispielsweise ein Trotieurkostüm in indischroter Farbe mit einem charakteristischen Stehkragen, vc>rn mit Volantplisse, im Plisse schick angesetzier Tasche, wobei die Aermel beim Handgelenk ebenfalls in Dolantplisse gearbeitet sind. Besonders pikant erscheint die Weste, die auf weißem Seidenrips mit roten und goldenen Perlen bestickt ist. Sehr elegant wirkt der schmale Aermel, der Rock fällt in gerader schmaler Linie, zeichnet sich rückwärts durch ein verkehrtes Plisse aus, während er vorn apart kuvriert ist. Der Gesamteindruck ist vor allem für die zur Mollertheit neigenden Damen günstig. Neben dem Trotieurkostüm der Dame erscheint für die Uebergangszeit der Paletot des Herrn, im Schnitt dem normalen Mantel verwandt, aus Ratinee in verschiedenen Farben mit Bevorzugung von Grau. Hiezu ein grauer Hut mit schwarzem.Band garniert, rückwärts mit einer Schlupfmasche versehen. Das bunte TrotteurkostÜm und der graue Paletot ergeben eine vortreffliche Harmonie im Stadtbild. * Kostümmodell aus dem Maison Many L e w i t 1. Bez-, Wildpretmarkt 2. Uebergangspaletot von Gottfried Malowan 1. Bez., Opernring 81. r -r» C. 601X0 ABEND- U. BALLKLEIDER TEEKLEIDER, KOSTÜME WIEN, I. KARNTNERSTRASSE Nr. 34 Eingang Maysedcrgasse tsa nur im Stock (Lift) VD.PURGG.5 «SIMMS KM (MXtn vOUOTrtjaVft. Zum Sakkoanzug der elegante Brogue-Schüh Grösste Miswaht im Wtrkwaren-Spazialhaus ,ZUM LÖWEN', IX, Porzellangasse 52, Tel. 5088/Ih jjVienJ. JDüdpretmarht 2} 1 KJ sen tJfled^les zJflaW<£jäRHt flebens. K&stumcAJflante jeagowns et Pourrurqß gegründet 1884 .ROTENTI1DMSTO Telefon, C5373. 3) ie neuesten Modelle in grossen Slbend- und Stilkleidern Erzeugen als Spezialität Mieder, Gürtel und Büstenhalter aus Gummi,Trikot und feinsten frans- Stoffen