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Wiener Morgenzeitung · 1924-03-02 · Heft 1812 (2.3.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1812 (2.3.1924)
Date
1924-03-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung. M. 181H 2. März 1924 Ile „Protokolle der Weisen von Km". Je» Generalsvion Ratschkowrky. tettumg der Depositenbank, wegen der Bedeutung dieser Einrichtung für d« Abwicklung des Marktvevkehres und im Interesse der Approvisioniernng Wiens die Fortführung der Geschäfte durch Freigabe der Beamtenschaft ermöglicht. Gestern ist an den Bürgermeister der Stadt Wien ein Schreiben der Streikleitung abgegangen, tooru: mitgeteilt wurde, daß infolge der Streik-verschärfung diese Konzession nicht weiter aufrecht erhalten werden kann. Bei der Zentralstreifleitung liefen im Lärche des gestrigen Nachmittags telegraphische Meldungen aus allen Provinzbankplätzen ein, daß dort gemäß den ergangenen Weisungen um 1 Uhr mittags die Angestellten sämtlicher dem Banken verband angeschlosserren Banken inden Streik getreten sind. Die Leitung der Oestc r rcrch i s che n Nationalba n k ist an die Zentralstreikleirung mit bem Ersuchen heran grtrten, vier Angestellte zur Durchführung der Borarbertcn für die an: 15. d. stattsindende G e n c r a l v e r s a m m- I i: n g f r e i z u geben. Mit Rücksicht auf die oiu-getretene Streikverschärfung konme diesem Ansuchen nicht entsprochen werden. Gegenüber den Mitteilungen, wonach der Notdienst der Banken klaglos funktioniere, wird festgcstellt, daß bereits bei mehreren Instituten Kommittenten, welche Abhebungen von ihren Einlagenkonti durchführen wollten, abgewiesen wurden. Begründet wurde diese Ablehnung damit, daß die mit der stlbhebuug verbundenen Buchungsarbeiten nicht durchgeführt .werden können. Diese Maßregeln der Banken richten sich bedauerlicherweise vornehmlich gegen kleine Kommittenten, denen andere Rcssnrcen zur Befriedigung ihres Geldbedürsnisses nicht Utr Verfügung stehen. Solidaritätserklärurrgen. Der Zentralstrcikleitlmg des Reichsvereins der Bank- und kparkassenbeamten Oesterreichs sind verschiedene Solidaritätskundgebungen zugekommen, so von der Gewerkschaft der unteren Beamten des Postsparkassenamtes, von den Oberbeamten und Prokuristen der Zentralbank deutscher Sparkassen und der Boden-Kreditanstalt. Der Bund der Jndustrieangestellten erklärt in eitler Zuschrift, daß er gegebenenfalls auch durch aktives Eingreifen seine Solidarität bektlnden wird. Die Vereinbarungen mit den Privatbanken. In den zum Abschluß gelangten Kollektivvertragsderhandlungen zwischen den Privatbanksirmen und den vom Reichsverein der Bank- und Sparkasienbeamten vertretenen Angestellter: wurden nachstehende Bestimmungen über die Arbeitszeit au§ den früheren Vereinbarungen teilweise übernommen, teilweise neu festgesetzt: Die tägliche Arbeitsieit beträgt für Beamte siebeneinhalb Stunden, für Äankgehilfen und Jugendliche acht Stunden, an Samstagen für Beamte 5 Stunden und für Bankgehilfen und Jugendliche fünfeinhalb Stunden. Diese Arbeitszeit kann je nach den Betriebsbedürsnisicn nach Wahl der Firma geteilt oder ungeteilt sein. Ueberstunden sind nach Möglichleit zu vermeiden, können jedoch bis zu einer wöchentlichen Äesamtarbeitsleistung von 5 6 Stunden im Einvernehmen uit dem Btriebsrate in Anspruch genommen werden. Die Entohn'.ntg für Ueberstunden erfolgt in der Weise, daß die erste ru die normale Arbeitszeit anschließende Halbstunde nicht entlohnt wird. Die Teilung der Kassastunden ist bei den Privatbanken seit langem eingeführt; der Kollektivvertrag )at an diesem Zustairde nichts geändert. Pragmatisierte Beamte Die bei den Großbanken gibt es bei den Privatbanken nicht; :hr Rechtsverhältnis ist durch das Angestelltengesetz geregelt. iichkeit erfüllten „Kuß", „Das Geheimnis", das bereits im Anfall verblaßt, und die romantische „Teufelswand". — Seine Opern sind durchwegs der Geschichte und Sage seiner Heimat entnommen. Wie Wagner in die Tiefen des Mythos hinabsteigt, so blickt Smetana auf Böhmens große Vergangenheit zurück und ersehnt eine noch größere Zu- *uuft. Einfache und doch eindringliche Gestaltung, heimische Tänze und Volkslieder, Naturfreude und idyllische Heiterkeit, volkstümliches Kolorit und romantische Sehnsucht und i>or allein der starke Glaube an ein unabhängiges Vaterland ermöglichen es ihm, in kurzer Zeit aus kleinsten Aw- -äi'.gen eine in. Stoff, Material und Technik, nationale "per zu schaffen. Mit dem Erfolge wächst seine nationale Zuversicht, und der Komponist, der die Welt kennen ge- 'erut hatte und von Franz Liszt um seines Genies willen verehrt wurde, lehnte einen Vorschlag, die Ahasversage »pernmäßig zu bearbeiten, mit dem Hinweis auf seine Abneigung gegen „ein kosmopolitisches Libretto ab, da ja ne Chöre der Juden oder Römer sich nicht in tschechischer Weise durch führen ließen". Als geeignete Komponisten rmpsiehlt er „die forschen Jünglinge Dvorak und Fibich", die mit ihm gemeinsam als glänzendes Dreigestirn am tschechischen Komponistenhimmel weiterleuchten werden. In seinem tragischen Schicksal erinnert der alternde Smetana an den einsamen Beethoven, gleich diesem ist er durch fein Gehörleiden von der Außenwelt abgeschlossen, er lebt in seinen Skizzenbüchern und Konversationsheften, verkehrt durch Zettel mit seiner Umgebung und meint, „in der Kunst müsse man inmtt und überall kämpfen. Die rinzjgartige Tiefe und Universalität Beethovens ist ihm natürlich versagt und frohe Heiterkeit — auch noch während seiner Krankheit — tritt bei chm an Stelle von Beetz» Hovens grimmigem Humor. In der musikalischen Weltzeschichte wird er als beachtenswerter Komponist köstlicher heiterer Opern wohl rroch längere Zeit fein Plätzchen behaupten, doch für seine donkdareL Landsleute, in deren Herzen er sich ein dauerndes Deabwrl gesetzt hat, bleibt rr der Beethoven und tas EBoyttet, du Mozart und der qfeeta* Us tefowfltow , jfltanto tzMrr, Das niederträchtigste und plumpste Pamphlet, welches Judenhaß und Politische Scharlatanerie je hervorgebracht haben, sind die zur traurigen Berühmtheit gelangten „Protokolle der Weisen von Zion", welche sehr viel Staub iu Europa und Amerika ausgewirbelt und m Rußland unzählige Opfer an Gut und Blut den Juden gekostet - haben. Diese Bidets verbohrter und skrupelloser Antisemiten der ganzen Welt ist jetzt in bezug auf Ursprung. Verfasserschaft und Zweck lückenlos ansgeklärt und auf ihren ivahren Wert zurückgesührt worden. Wir besitzen heute volle Klarheit darüber, wo und aus welchen Quellen dieses Ungeheuer entstanden, von toi und zu tvelchvm Zweck es auf die Judenheit los gelassen worden ist. Es war ein glücklicher Zufall, der zur Aufdeckung dieser grotesken Fälschung und zur Feststellung, daß sie nicht nur eine Fälschung, sondern zugleich ein erbärmliches Plagiat ist, führt«. Ein nach Konstant-iuopel emigrierter russischer Gutsbesitzer, der einem gewesenen russischen Offizier der Ochrana die kleine, längst in Vergessenheit geratene Schrift des ftauzösischen Advokaten Maurice Joly, Genfer Ausgabe von 1864, welche ein Pamphlet aus die Politik Napo- >beons des Dritten darstellt, abgekauft hatte, ist denn Durchblättern darauf aufmerksam geworden, daß viele Sätze in diesem Büchlein mit Stellen der französischen Ausgabe der „Protokolle" eine frappante Aehrrlichkeit habe::. Bei weiterer Untersuchung kam er zu der Ueberzeugung, daß die „Protokolle" in ihren: wesentlichsten Teile aus dieser Schrift plagiiert sind, zum Teil sogar eine direkte Paraphrasierung deren Inhalts bilden. Die Schrift Jolys *) ist in Form von Dialogen» welche in der Geisterwelt zwischen den: Geiste Maechiavellis und dem Montesquins geführt werden, abgefaßt, worin Macchiavelli (Napoleon) den heimtückischen Plan der Demoralisierung und Zerstörung der Gesellschaft durch eine fadenscheinige, heuchlerische Demokratie mit dem Zweck, auf -deren Ruinen eine neue Despotie aufzurichten, entwickelt. Die Verfasser der „Protokolle" tun nun nichts anderes, als daß sie die Gedanken und zum Teil auch direkt die Worte Maechiavellis in den Mund der ,Fersen von Zion" legen, welche auf macchiavellische Art die Zerstörung der christlichen Gesellschaft durch Reüwlutiou und Demokratie vorbereiten sollen, tun auf deren Trümmern die Weltherrschaft der Juden, onsgeübt von einem jüdischen Meinherrscher und Despoten, aufzubauen. Der Rufst teilte senve EutdeMng dem Konstantinopeler Korrespondenten der ,Aimes" mit, welcher sich auch vom Plagiat überzeugte und dessen Verdienst es war, daß er zuerst die Wahrheit über tote „Protokolle **) der Welt verkündete und fesfftellte, daß ,-der Autor, welcher Nilus mit den Quellen versehen hat, ein unverschämter und skrupelloser Plagiator war". Es war ferner das Verdienst der Fürstin Radgiwill, einer zur höchsten russisch-polnischen Aristokratie gchörenden, nun in New-Nork lebenden Dame, welche die ehemaligen ruffischen Hofkreise Ms eigener Anschauung genau kennt und über viÄe Fragen des russischen Lebens geschrieben hat, daß sie in der „Revue Mondiale", wie auch in Vorträgen und Interviews die Genesis der Idee der „Protokolle" und ihren Werdegang schilderte und zugleich bekundete, zu welchem Zwecke sie verfaßt wurden und wer die Versaffer waren. Nach Aussage dieser kompetenten Zeugin ist die teuflische Idee der Herstellung eines Dokumentes zur Bekräftigung der Lüge von der jüdischen Verschwörung gegen die «bestehende Gesellschaftsordnung und namentlich gegen Monarchie und Rechtgläubigbeit in Rußland im Kabinett der russischen Geheimpolizei (Ochrana) in Petersburg entstanden, ihre Ausführer, also die Versaffer der „Protokolle", waren Agenten dieser Ochrana, welche ihre „ehrenvoll^ Arbeit in Paris, die dortiger: Bibliotheken benützend, unter der „fachmännischen" Leitung des damaligen Ehess der ruffischen Geheimpolizei in Frankreich, des' in Rußland sattsam bekannten Generalspions und Superprovoiateurs Ratschkowskh, zustande brachten. Einer dieser Agenten, welcher an der Arbeit beteiligt war, ein russischer Edelmann namens Golowinsky-, verkehrte im Hause der Fürstin, welche zu jener Zeit ihr Domizil in Paris hatte — die Fürstin wußte es ■ natürlich nicht, daß er Geheimagent war — und hat auch dort das fertiggestellte Manuskript der ,-Protokolle", auf das er sehr stolz war, vorgezeigt. Der Zweck, welcher mit dieser Sache verfolgt wurde, war nach Meinung der Fürstin ein doppelter: den Inden und dein Liberalismus zu Leibe zu rücken, beide zugleich in den Augen des wankelmütigen Zaren zu diskreditieren und ihn aus sie scharf zu machen. Wie später einwandfrei erwiesen wurde, benützten die Versaffer der „Protokolle" zum Aufbau ihres Werkes außer den genannten Dialogen vor: Joly auch Schriften einiger russischer reaktionärer Politiker, wie Pobjedonoszew und andere, welche sie ihrem Zwecke aupaßteu, noch anderes direkt judenseiMiches Material, das sie aus verschiedenen literarischen Stinkgruben zusammentrügen. So die Schriften zweier obskurer klerikal-reaktionärer Franzosen: Gonge not des Mousseanx, des Vaters der Idee einer jüdrschfrermaurerischen Verschwörung gegen die christliche Welt, und seines Schülers Abbe Chabauty, des Entdeckers einer geheimen jüdischen Ueberregierung mit den: Sitze iu K o nstantinopel, die Werke des bekannten französischen Indensressers Drnmout sowie das phantastische Kapitel aus dein 1868 erschienenen Kolportageromans „Biarritz" von den: *) „DiaIogu«3 aux enfers entre Machiavol et Monlesquien ou la politique de Machi&vel au 192 si6cle.“ **ä »The truth, aJbout tfce pvotoools.“ , deutschen Polizeispitzel Gödsche -- Retclifs, in welchem geheime nächtliche Versammlung der Repräsentanten der zwölf Stämme des Weltjudentums, das nach ihm noch immer fo» die biblischen zwölf Stämme Israels eingeteilt ist, auf dem alten jüdischen Friedhof ju Prag geschildert wird. Der im Jahve 1897 stattgefundene erste Zionistenkongreß in Basel wird wohl die schlauen Burschen von der Ochrana aus die pfiffige Idee gebracht haben, ihr Material in Forn: von Protokollen, ausgenommen in den Geheimsitzungeu der „Weisen von Zion", zu ordnen, oder, was am wahrscheinlichsten ist, das bereits früher fabrizierte „Dokument" gegen die Juden ergänzend in solche lnnzuämdevn, um den: Werke mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Daß dev Zionistenkongreß in aller Oeffentlichkeit und in Anwesenheit von Vertretern auch der christlichen Presse vor sich gegangen "war, genierte die Herren natürlich nicht im geringsten. Nun ist dieses gottlos-freche Lügengewebe, eigenste? Fabrikat der ruffische:: Geheimpolizei, wie bekannt, der breiter Oeffentlichkeit durch den Russen Sergius Nilus zugesührt worden. Die erste Ausgabe der „Protokolle" erschien 1902 als Beilage zu seiner mystischen Schrift: „Das Große im Kleinen und der Antichrist als die nahe politische Möglichkeit," worin er die unmittelbar bevorstehende Ankunst des Antichristen, eines Sprößlings vom Stamme Davids, der bereits vor den Toren Konstantinopels stehe, verkündete. Das jüdische Volk, heißt es dari:^ vom internationalen Frei mau rer tum unterstützt, stehe im Begriffe, die ganze christliche Kultur und sämtliche Monarchien der Welt zu vernichten und die Monarchen auSzurotten, un> nach geschehener Umwälzung ihren eigenen König aus den Weltchron zu setzen und zugleich die grausankste Despotie einzuführen. Jrn Vorwort zu den „Protokollen" teilt Nilus mit, daß die Person, welcher er die französische Kopie verdankt, diese von einer Frau erhalten habe, welche ihrerseits dieselbe in einem französischen Dorfe einem Freimaurer der höchsten schottländischen 33. Potenz g e st o h l eri haben soll, um dadurck chveu: Vaterland einen Dienst zu erweisen. Nilus, der Lebemann. Nachdem jetzt der Schwindel mit den Protokollen der Weisen von Zion aufgedeckt ist, fragt es sich: Wer ist dem: dies-er Sergius Nilus, dieser geheimnisvolle Mann, von den einen als Profeffor, von den anderen als Heiliger genannt, welcher die Welt mit dieser Ausgeburt frechster Spitzbüberei und spitzelartiger Gewiffenlosigkeit beglückte, und auf welchem Wege sind die „Protokolle" aus den Händen der russischen Geheimpolizei in die seinigen gelangt, und warum gerade in die seinigen? Zum Glück besitzen wir auch hier einen authentischen, einwandfreien Zeugen, der uns vollständigen Ausschluß über diese Fragen gibt. Seine Aussagen, welche leider bisher nicht die Verbreitung gefunden haben, welche ihnen nach ihrer ermnenten Wichtigkeit zukommt, lüften das die Person von Nilus umhüllende Geheimnis und werfen zugleich ein grelles Licht auf die „Protokolle" selbst, deren Herkunft und Verwendung sowie auf das Jrrtriguenspiel am Zarenhof, zu dem auch sie ausgenützt worden sind. Dieser Zeuge ist Herr A. du Ehaillcla, «in mffisizierter Franzose, rechtgläubiger Dheologe und gewesener 'Kosakenoffizier, eine tiefreligiöse Natur mit einen: Hang zum Mystizismus. Von mystisch-rclia-iösen Gefühlen getrieben, 'begab er sich im Jahre 1909 nach dem berühmten Llptiner Kloster im Gouvernenrent K a l u g a, das in Rußland von jeher den Sammelpunkt für alle aus den gebildeten Schichten hervorgegangenen Fromn:en und Mystiken:, für die mit der Gesellschaft unzufriedenen, aus vieLbetvegtem prosaneu Leiben in mönchisch-religiöse Beschaulichkeit geflohene, gottsuchende Intelligenz bildete,*) und wo er fast ein Jahr zubvachte. In der Umgebung dieses Klosters wohnte auch Sergius Nilus, welcher sich als kirchlicher Schriftsteller betätigte, und Herr du Chaillela urachte dort seine Bekanntschaft. Dieser Bekauntschast verdanken wir nun die äußerst wichtige und in jeder Beziehung interessante Schilderung du Ehaillelas von Nilus und seinen: Verhältnis zu den „Protokollen", welche Schilderilng durch ihre leidenschaftslose Sachlichkeit und Schlichtheit unser vollständiaes Vertrauen gewinnt, und dies umsomehr, als sie eine gewisse Gewogenheit seitens des Verfassers den: Mystiker Nilus gegenüber verrät. Seine Erinnerungen an Nilus legte du Chaillela. nach den: Austaüchen des „Protokolle"- Skcmdals in der Presse in der in Paris erscheinenden rilssischen Zeirwng „Poslednija Nowosti" (1921) nieder. Aus dieser Schilderung sei hier das Wichtigste in aller Kürze wiedergegeben und erläutert. Sergius Nilus war ursprünglich Gutsbesitzer. Er absolvierte die Moskauer Universität, war gebildet und sprachenkundig, hatte aber immer seine eigenen „Schrullen", weshalb er als Sonderling verspottet wurde. Als er wegen seines schroffen Charakters seinen Dienst beim Gericht quittieren mußte, widmet« er sich philosophischen Studien, wa' Nietzscheaner, nachher theoretischer Anarchist und kam so zur Negierung der zeitgeuösii-sche,: Kultur. Dich Negierung hinderte aber den Anarchisten nicht, des Lebens frohe Genüsse stärk zu bejahen und dem Beispiel vieler anderer russischer Gutsbesitzer folgend, begab er sich, und zwar in Begleituug st'irrer Freundin Frau K. nach Paris und der Neviera, wo er ultter dem südlichen Himmel sorglos dahin lebt«, 'bis der Venvalrer sel««s Gutes eines schönen Tages ihm initteilte. daß er völlig «tut«: sei. Es kam dann für Nilus eine Zeit “TMswtt surtemeüe«

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