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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-28 · Heft 1810 (29.2.1924) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1810 (29.2.1924)
Date
1924-02-28
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Wiener Är. m Möglichkeiten und Aussichten der Rohrzucker indnftrie in Palästina. . Von Mark Schwarz, "Tel-Wviw. Die BegrÄndung itttb Entwicklung ei««« Zuckerindustrie HeÄe k6 Me«, Freitag Die Mgkeit der Kreditgenoffenschasten. In der Vorkriegszeit toaV das Kr-cditgcuossenschaftÄvesen Int Lande aut schwach entwick-'ü, hingegen hat es in der Nach- Äiegszeit einen Aufschwung genommen. Es existieren acht Gen ossen-scha ften: in Iernsalanl, Tel-AÜviw, Haifa, Petach Tikwcch, Rechoboch, Rischon-le-Zion, Chedorah und Sichron Jakob mit 5683 Mitgliedern. VerfügbancS Kapital 68.000 Pfund. Davon entfallen 15.110 Pfund auf die Einzahlungen der Mitglieder, 31.337 Sparbeträge, 18-030 Depositen, diverse Einlagen 19.9A Pfund. Die Kapitalien lverden an die Mitgl'ieder in Beträgen bis Zu einer Höhe von 30 Pfund wetiterverli-hen. Aus dem Bericht der Genossenschaft Halvaa Wechis a ch o n in Tel-Awiw über das abgolaufene Geschäftsjahr ergibt sich, daß sie in den vier fahren ihres Bestehens die Zahl ihrer Dtttgl jeder von 453 auf 2601 steigern konnte. Diese Ziffer gibt sedoch nur ein unzulängliches Bild von der tatsächlichen Entwicklung des Unternehmens, da tvegrn der starken Verknappung des Geldmarktes jährlich nicht mehr als 500 neue Mitglieder ausgenommen wurden. Darlehen wurden während des abgelaufeuen Geschäftsjahres an 2376 Personen im Gesamtbeträge von 25.000 Pfund gewährt. Ungefähr dieselbe Summe erreichten die in derselben Periode neu zugeflossenen Depositen- und Spareinlagen. Der gesamte Geldumsatz belief sich auf 885.000 Pfund. lieber die allgemeine Situation der Kreditgenossenschaften Palästinas entnehmen wir dem Bericht folgende Bemerkungen: Es besteht in Palästina kein R-egierungsinstrbut, das eine Zentralstelle der einzelnen Genossenschaften dcnstellt und diesen dadurch ihre Tätigkeit erleichtert. Bor einiger Zeit wurde daher von amerÄanllsch-jüdffcher Seite (Brandeis-Gruppe) gemeinsam mit der Jca in Jerusalem eine solche Stelle unt>:r dem Ncnnen The Central Bank of Coopcrative Jnstttutions geschaffen. Ihre Kreditbedingungen waren aber so streng, daß es den einzelnen Genossenschaften nur in den seltensten Fällen möglich war, sich ihrer H ilfe zu bedienen. Aus diesem Grunde beschloß die Konferenz der kooperativen Spar- und Daolehensverbände von der neuen Bank eine Aenderung ihrer Kreditbedingungen unter Anpassung an die Bedürfnisse der Einzelgmossenfchaften nr verlangen. Eine Warschauer Gesellschaft für Handel und Industrie m Palästina. In W a r ich a u wurde eine Gesellschaft für Handel und Industrie in Palästina gegründet mit der Ausgabe, die Initiative von Einzelpersonen und Gesellschaften beznalich der landwirtschaftlichen, industriellen und kommerziellen Möglichkeiten in Palästina zu wecken und zu organisieren und eine zentrale Geschäftsstelle für die palästinensischen wirtschaftlichen Interessen in Polen zu schaffen. Die Gesellschaft, die bereits eine ganze Reibe von Vertretungen von offiziellen Institutionen und Finanzinstituten und verschiedenen Firmen in Palästina und anderen Ländern sich zu sichern gewußt hat, ist ein Privatunternehmen auf rein geschäftsmäßiger Grundlage. Plan einer Textilindustrie. Wb" bereits gerneldet, befindet stch sei: -Aich-r Zeit der „Gerer" Rabbi mit oiner orthodoxen Reisegesellschaft in Palästina. Räch einem Berich» eines R>cffe° teilnehmerS sei auf einer Konferenz der RMeteil-nehmer beschlossen worden, cine Textilfabrik im Lande m errichten. Nähere Da»en liegen bisher nicht vor, so daß man mit dem Urteile zu-rückhalten /muß. — In bezuo auf die Aussichten der Textilindustrie in Palästina verweist das Communigue der Zionistischen Erebu-tive in Jerusalem darauf, daß die Textffieninchorte 1,300.000 ägvvtilch' Pfund jährlich betragen. Schafwolle findet sich in Palästina wie in den Nachbarländern in großen Quantitäten. Aegypten und der Sudan produzieren Flachs. Dm Import von Leinenwaren nach Palästina sind über dreißig Länder beteiligt. Aegypten, welches selbst Leinen von der besten Qualität produziert, wo i'doch die Ware nicht fein auscfearbeütrt wird, muß selbst Lein-rnwaren um 12 Millionen Pfund importieren. Teppicherzeuxnrrg. Vor kurzem wurde m Amerika eine Gesellschaft zur Forderung der Herstellung von Teppichen in Palästina gegründet. Eine Tevpichwerfftätte namens Harwadiah bestand bereits m Jerusalem, ist ftdoch eingegangen. Laut den vorliegenden Meldungen soll es gelungen sein, zu . diesem Zweck in Amerika 50 000 Dollar aufzubrmgen. Die neue Werlstätte, für die ein großes Gebäude im Zentrum von Jerusalem erbaut werden soll, wird den Namen Nou-Harwadiah führen. Bevorstehend« Aushebung des Einfuhrzolles auf Maschinell. Wie aus sicherer Quelle verla-utn, hat der Mviisory Council der palästinensischen Regierung den wichtigen Beschluß gefaste für eine Reihe sür den Aufbau des Landes wichtiger Maschinen den bis setzt bestehenden Einsuhrzoll in der Höhe von 12 Prozent aufzuheben. Es ist anzunehmen, daß das betreffende Gesetz in nicht allzu ferner Zeit nach Bestätigung durch den High Comm/issioner kundgemacht werden wird. Handelsbeziehungen Attischen Palästina und Rußland. Die anglo-russische kooperative Gesellschaft „Areos" hat eine Zweigstelle in Tel-Awiw errichtet. Diese Zweigstelle wird Orangen. Del usw. nach Rußland ausführen und Bauholz, Zement. Petroleum, Benzm, Weizen, Kartoffeln und Spiritus einführen. Die erste Wagenladung nach Rußland soll nächstens abgehen. Saloniki-Palästina Bank- und Handels-A^-G. In Saloniki ist unter dem Nanren „Saloniki - Palästina" ein« Aktiengesellschasl gegründet worden, um Bank-, tanbei-, Industrie-, und Transportaktionen Vovzunehmen. Das apital beläuft sich auf eine Million Drachmen, die in 10.000 Aktien von je 100 Drachmen eingeteilt / sind. Bisher sind P00.000 Drachmen gezeichnet. Zu de.« Gründern der Get-ellgehören die angesehensten Mischen Kanfleute in Saloniki. Registrierung der „Pica". Die Palestine Jewish Colonffation Association, die palästinensische Abteilung der Jca, ist bei der palästinensischen Regierung unter dem Namen ,.P:ca" eingetragen worden. Sie wird unter diesem Namen Aufbauarbeit leisten. Die „Pica" wurde vor kurzrm in Paris gegründet. Die Initiative gatb Baron Edmond de R o t hschrld, der auch ihre Arbeit finanzieren soll Durch ihre Palästina-Abteilung verwaltet oie Jca alle dem Baron de Rothschild gehördenden Bositz.Mg:n in Palästina. (I. T. A.) Hebräisch« Buchführung in den Bankanstalten. Nach den teih- und Sparkassen ist nun auch dir Anglo Palatine Company zur hebräischen Buchführung übergegnngen. Den „beiden Brandeis-Instltnten bleibt die. fremdsprachige Buchführung Vorbehalten. in Palästina wäre sür das Land von enormem Werte. Diese Industrie ist eine der lveuigen, welche sich den Landesverhältnissen leicht anpassen Wnnen, und ihre außerordentlichen Vorteile lassen sich kaum übersehen. Schon der Beginn oiner solchen würde tausenden Arbeitern BÄvrenftmögttchkeiten bieten. Die Rohvzuckerindustrie bietet besorrdere Vorteile: DaS Land kann das erforderliche Rohmaterial erzeugen, sie bedarf keiner qualifizierten Arbeiter und der Zucker, em tägliches Nahrungsmittel, bedarf keiner Schutzmarke und ist auf keinen .besonderen Markt angewiesen. Die Rohrzuckerindustrie fft mit der Landwirtschaft innig verbunden und würde diel dazu beitragen, die landwirtschaftlichen Arbeitsmethoden zu verbessern. Ebenso würde sie die Aktivität der Handelsbilanz bedeutend fördern, wobei bemerkt wird, daß Palästina schon heute für ungefähr 2 Millionen Dollar Zucker jährlich importiert. Da» Rohmaterial. Zucker wird hauptsächlich aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben erzeugt. Bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts galt dar Zuckerrohr als hauptsächlicher Süßstoff, währenzu Ende des Jahrhunderts di« Rüben zuckerinidustri« die Rohrzuckerindustrie um «in Drittel ü-echotte. Deren rasche Entwicklung ist zum großen Teil der Konstruktion entsprechender Maschinen zu danken, mittels welcher aus der Rübe die größte ZuckerauS-- beute geholt werden konnte, während die Rohrzuckerproduktwn auf ihrem primitiven Stande blieb. Als später die Rohrzuckerindustvien die Gefahr erkannten und neue Methoden eirrffchrteu, sahen sie sich vor der neuen Gefahr der von den europäischen Staaten den Rübenzuckerindustriellen gewährten Exportprämien, welche geeignet waren, die koloniale Rohrzuckerfabrikation trotz deren Billigkoit im Krmkurrenzkarnpfe zu erdrücken. Nach der Brüsseler Zuckerkonvention (1908), welche zu einer Einstellung der Subventionen führte, erholte sich die Rohrzuckerindustrie zusehends, so daß sich die Weltproduktion folgendermaßen gestattete: 1919 biß 1914 Rohrzucker 9,821.413 Tonnen, Rübenzucker 8,875.918; 1919 bi» 1920 Rohrzucker 11,8)8.678, Rübenzucker 3,845.606. In einem Lande, wo Rohr wie Rübe gleichmäßig gedeihen, «ist das Rohr vorzuziehen, da die Durchschnittsausbeute pro Acre bei Rohr 8400 Pfund Zucker, bei Rübe 9027 beträgt und außerdem die Herstellungskosten für Rohrzucker bedeutend geringer find. Die Zuckerrübenfitltur für Palästina wäre auch darum nicht ratsam, weil das Saatgut zu hohen Weltmarktpreisen eingeführt werden müßte, die Zuckerrübe gwße Mengen von Wemikalien erfordert, die aus dem Ausland bezogen wenden müßten, und die Rüb:nzuckerhersiellung großer Quanten von Brennmaterialien bedarf. Außerdem wird Zuckerrübe infolge des erforderlichen Saatwechsels nur einmal in vier Jahren angebaut, weshalb die nötige Bodenfläche vervierfacht werden müßte, und schließlich fft Rübenzucker tm Rohzustände nicht genießbar und es bedarf sehr teurer Anlagen, um ihn gebrauchsfähig zu machen. Das Zuckerrohr erfordert keinen Samemmport, der chomffche Dünger kann durch Gründünger ersetzt werden, fremdes Brennmaterial fft nicht erforderlich, da die sogenannte Bagasse aus dem Rohr hiezu verwendet werden kann, Rohrzucker kann unraffimert gebraucht werden und die Kosten der Raffinierung sind gering. Palästina bietet dank seiner geographischen Lage und seinem Klima für die Zuckerrohrkultur große Möglichkeiten. Dieses gedeiht in jedem tropischen oder subtropischen Lande, tvenn der Boden über genügende Feuchtigkeit verftigt, sei es durch Regen oder durch künstliche Bewässerung, in welch letz nein Falle das Zuckerrohr viel besser gedeiht. Kennern der Wirtschaftsgeschichte fft bekannt, daß' Syrien, Palästina und Aegypten während des ganzen Mittelariers bis zum Ende des 15. Jahrhunderts in der Rohrzuckererzeugung führend waren; erst nach der Entdeckung des Kap der guten Hoffnung und nach der Landung Baseo di Gamas in Indien begannen die Portugiesen billigen Zucker aus Indien zu importieren, und um diese Zeit hörten Syrien und Aegypten auf, in der Zuckerindustrie führend zu sein. Aegypten allein konnte sich dank seiner Lage und den vorzüglichen Häfen sowie infolge der natürlichen Mbewäsferung einigermaßen behaupten. Es unterliegt daher keinerlei Zweifel, daß Palästina heute für die Schaffung einer Rohrzuckermdustri« int besten Möglichkeiten bietet. Die MarttanSficht««. Palästina könnte ein Zuckerpwduktionszenffmm für den ganzen nahen Orient werden, da die ganze ehemalige Türkei Zucker überhaupt nicht Produziert. Außerdem verbraucht Palästina allein schon gegenwärtig jährlich zirka 16.000 Tonnen Zucker und mit dem Wachstum der Bevölkerung fft natürlich eine bedeutende Steigerung des Verbrauches zu erwarten. Die Gestchungskoften des Rohrzuckers ft»Ä>, was die industrielle Seite betrifft, bei einem modernen Betrieb fast überall dieselben. Unterschiede können bloß von der landwirtlschaftlichen Sette kommen, bedingt durch die Bcdenbeschaffenheit und die Arbeitslöhne. Um «ine Berechnung anzustellen, muß man Läwder mit Zeichen klimatischen Bedingungen zum Vergleiche heranziehen. Zum Beispiel das R io'Grande-Tal in Texas, wo das Wasser mittels Pumpwerks bezogen und durch Kanäle über die Feld.'! vertritt wird. Die Kosten einer solchen Pumpstation stellen sich für die ersten lausend Acre auf 42.000 Dollar, für wettere 500 Acre aus 18.000 Dollar, die Installierung einer Puvrpstatiml sür 1500 Acre samt dazu gehörigen Kanälen usw. auf tiiik - iMO Dollar. Die «nSWobo» ffir ome ZmßAroo^- Pflanzung betragen Pro Arve 60 Dollar uns den gllrichen fft trag kann man für Palästina ansetzm. Im Mo Grande-W variiert die Ernte pro Acre zwischen 20 bis 48 Tonnen, M Differenz, welche verschiedener! Bedingungen lokaler Natur zvi zu'jchreilben fft. Versuch« der palSstinenstfcheu Experimeutalstaffon bei Doge, «iah in den letzten Jahre» brachte» ein Ergebnis von 50 W 80 Tonnen pro Acre. Bei vorsichtiger Schätzung sind affo 30 Tonnen pro Aer^ cher zu niedrig als zu hoch angenommen. Bei dieser Schätzung betragen die Kosten der Ernte und Verladung biß zur Fabrik 37,60 Dollar Pro Tonne. Alle Spesen zusammen ergebe» 97,80 Dollar pro Acre oder 8,25 pw Tonne fürs erste Jahv für daS zweite Jahr (Entfall der Kosten für Rigolen, Furchen' zrchen, Stecklinge iffw.) 60,50 pro Aev» oder t Dollar pri Tonne bis zur Fabrik. Gewinnschätzung. Bei vorsichtiger Schätzung des Zuckergehaltes mU ni„ 10 Prozent — die Versuche der Experimentalltation ergäbe» bis 16 Prozent Zuckergehalt — ergeben sich fürs erste Ich? prc 80 Tonnen pro Acre eineinhalb Tonnen Zucker zu 96 Grad und nach den! Wettmarktpwse von 8 Cent' pro Pfund: 90 Tonnen Rohr — I V, Tonnen Zucker . . . . 180 Dolla» abzüglich Anbauspesen und Verladung bis zur Fabrik 97.60 , Reingewinn pro Acre im ersten Jabre.. 52.50 Dolla» im zweiten Jahre nach entsprechenden Berechnungen 70.76 Doll« Industrieller Gewnm. Die Kosten de? Errichtung einer Rohrznckerjabrik wrrdeai mit 1000 Dollar pro Tonne pro Tag augefttzt. Da -etz sich nicht eurpsichtt, eine Fabrik mit einer gevmgen Kapazität ckt* 1000 Tonnen Rohr pro Tag zu errichten, betragen die Kosten 1 Million Dollar. Nach vorliegenden Informationen dürste sich jedoch dve Errichtung einer Fabkik bloß auf ungefähr 600.000 Dollar stellen. Bei einer Anbaufläche von nur 2000 Acre auf der Basis von zirka 30 Tonnen pro Aene Wird dir Fabrik 60.000 Tonnen Rohr in 60 Tagsn zu verarbeiten haben. Die Zuckerausbeute wird betragen: 6000 Tonneü oder 600.000 Dollar in Geld, davon wird bi«; Hälfte als Abzahlung fü.!' das Rohr an die Pflanzer abgezogen, verbleibt sohin ein Bruttoeinkommen von 800.000 Dollar. Produktionskosten: 10 Dollar pro Tonne Zucker.. . . 60.000 Doll« Administration, Zinsen usw. 50.000 „ ' Amortisation für investierte! Kapital . . . . . 60.000 , Zusammen. . . 170.000 Dollar Daher ergibt sich bei der Erzeugung von nur 6000 To«-: neu Zucker em Nettogewinn'von 190.000 Dollar. Investitionen: Pumpwerk für 2000 Acre.. 80.000 Dollar Landwirtschaftliche Maschinen Md lebende! Inventar . 40.000 v Investiertes Fabrikskapital ... . 600.000 „ Summe. . . 720.000 Dollar Gesamtreingewinn: Landwirtschaftlicher Reingewinn von 2000 Acre für daS erste Jabr k 52.50 Dollar. 105.000 Dollar Fabrikationsreingewinn.. . 130.000 Gesamtreingewinn für da! er st e Jahr.215.000 Dollar Alle bisherigen Berechnungen beruhen daraus, daß da! Endprodukt Rohzucker ist. Dieser wird in allen Rohzucker produzierenden Ländern bei verhältnismäßig geringen Ausgaben W foftenaf!tnfc!m (Maschinen sür 16.000 Dollar) Weißzuckei verarbeitet, welcher einen Mehrgüwnm von 1 Cent pro Psund gibt, also 120.000 Dollar für 6000 Tonnen Zucker. Rechnet Ulan mit enwm Schwund von eimm halben Prozent m Zucker, so kommt man zu einem Mehrgewinn von 90.000 Dollar. Zusammen mit deur früher angegebenen Reingewinn von 235.000 Dollar ergibt sich eine Summe von 325.000 Dollar oder 46 Prozent vom investierten Kapital bat 720.000 Dollar. * Die Begründung der Zuckerrndustrie in Palästina wäre für loas Land von unschätzbarem Werte: Große Geldmittel würden im Lande bl-eibcu, die Handelsbilanz verbessern, der Geldknappheit entgegenwirken; große Ber- ^di-enstmöglichkeiten für zahlreiche Arbeiter würden sich ergeben, die Einwanderung würde belebt und die Nebrniprodukte würden Viehzucht und Milchwirtschaft beträchtlich fördern. Der Anbau von Zuckerrohr würde große brachliegende Flächen rasch der Kultur erschließen und hunderten neuenS'iedler eine gesunde Basis schaff:n, was bei dem sonst schleppenden Gang der landwirtschaftlichen Kolonisation von größter Bedeutung wäre. Die Durchführung dieses Projektes, welche «inen Markstein für die wirtschaftliche Erschließung des Landes bedeuten würde, müßt« aber Hand in Hand gehen mit der nationale» Sicherung der Arbeit. Eß nmßte vorgesorgt werden, daß Produkt io»sformen geschaffen werden, welche di« Beschäftigung jüdischer Arbeiter von vornherein garantieren. Auf solche Meise könnten tausende jüdischer Arbeiter tatsächlich kolonffiert werden und bei einer Zutveisung von einigm Dunam Boden an den Arbeiter könnte dieser in den Stand versetzt Werve:r. mittel! Verwendung der wertvollen Abfalls^ Produkte Gemüsebau un d Viehzucht zu betreibein, wak seinen Unterhalt zn gutem Teile decken könnte, so daß ihm der ArbeitSgewmu al! Reingewinn verbliebe.

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