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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-28 · Heft 1809 (28.2.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1809 (28.2.1924)
Date
1924-02-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Öfe.-1809 Wienev Morftettzeiiung 28. Febvwar 1924 Seite 8 Men, D«Me«St^_ Mzza und trat als deutsche Baronin Freiin v. Schat- ° tenheim auf, wurde jedoch auf Pariser Befehl am zweiten Tage ihres Aufenthaltes verhaftet. Mit bewunderungswürdiger Geschicklichkeit verließ sie aber innerhalb 5J4 Stunden das Polizeigefängnis. Die bisher verübten zahlreichen Hochstapeleien waren ihr aber nur Studier: zu ihrem späteren Wirken. Während des Krieges leistete sie den Franzosen in Deutschland Spionagedienste. Die Polizei kam chr aber auf die Spur und so wurde s'e in Berlin :>erhaftet. Der eine Beamte verliebte sich aber in seinen Häftling, half ihr auch zur Flucht, und verbarg sie zwei Rochen in seiner Wohnung. Jur Laufe der Untersuchung Pellte sich aber das Vergehen dieses Beamten heraus, der, vor ein Kriegsgericht gestellt, zum Tode verurteilt und hingerichtet Kurde. Vor zwei Jahren reiste die schwarze Drossel mit einem falschen Paß nach Bukarest. Zuerst trat sie in einem Var'ete als französische Sängerin auf, dann machte sie die Bekanntschaft mehrerer Leute aus Jasssy, mit denen fi-e ihre berüchtigte Fälsche-'bands gebildet harte. W:e „Ui tyetc?' berichtet, konnte bis jetzt nicht einmal die genaue Liste der Verbrechen der Bande festgestellt werden, denn Josefine Diirmand Leugner alle ihr zur. gelegten Verbrechen. Die Klausenburger Siguranca ging Lei der Verhaf-- taug auf Grund eines Steckbr'e'cs der Wiener Po lizei vor. Die junge Frau, die sechs Sprachen perfekt spricht, wird nach ihrem Verhör nach Wien gebracht werden, wo sie sich für ältere Sünden zu verantworten haben wird. Dar Heimweh de» Defraadanten. Kecskemethi redivivus. Wie der Bubapester „Az Ujsag" meldet, hat der größte Defraudant der Vorkriegszeit, Viktor Kecskemeth i, ein Lebenszeichen aus Buenos Aires von sich gegeben. Ein Brief Äecskernethis an einen BuoaPefter Verwandten wurde von der Zensur ausgefangen. Kecskemeth! war Rechtshörer und ein Führer oer antisemitischen Jugend. Er arbeitete gleichzeitig als Diurnist in der Hauptkasse des Bubapester Magistrats. Im Mai 1901 wurde Kecskemethi eines Tages in Begleitung eines Dieners zur Staatskasse geschickt, um dort 540.000 K. städtische Gelder einzuzahlen. Am Josefsring nahm Kecs- L-methi unter einem Vorwand dem Diener die mit Banknoten gefüllte Aktentasche ab und schickte den Diener mit einem Brief in ein Haus. Der Diener fand den Adressaten nicht, kam zurück, aber Kecskemethi war mit der Aktentasche u'lb dem Geld verschwunden. Die Verfolgung des Defraudanten war, obwohl die Kriminalbehörden der ganzen Welt in Bewegung gesetzt wurden, ergebnislos. Nur soviel gelang es festzustellen, daß Kecskemethi sich einige Tage in Genua aufgehaltekr hatte. In Genua ging seine Spur verloren. Nunmehr ist Viktor Kecskemethi nach 23 Jahren unvermutet aus der Vergessenheit aufgetaucht. In seinem von der Zensur aufgefangenen Brief teilte der Defraudant seinen Bubapester Verwandten mit, daß er in Buenos Aires als schwerreicher Mann lebe und Heimweh nach Ungarn habe. Die Zensur hat den Brief Kecskemethis der Staatsanwaltschaft übergeben. Die ungarische Regierung wird von der argentinischen Regierung die Auslieferung Kecskemethis verlangen, wobei es aber noch dahin steht, ob das Verbrechen Kecskemethis nicht»— verjährt ist. Die von Kecskemethi defraudierte Summe entspricht in Papierkronen dem Betrage von 10 Milliarden, i etromtol. In einer Sitzung der Gesellschaft für Gesundheitspflege sprach gestern Universttätsprofessor Dr. Stephan Jellinek über Klinik und Verhütung des elektrischen Unfalls. Noch heute geht vielfach die Meinung dahin, daß Ströme erst mit einer Spannung von einigen hundert Volt gefährlich werden. Ebenso sah man 6,1 Ampere Stärke als tödlich an. Aus seiner großen Praxis führte der Vortragende einige Fälle an, in denen durch Spannungen von 50 bis 80 Volt der Tod herbetgeführt wurde: Eine Frau griff eine ausgc schaltete Lampe cm, die außen feucht war. Der Strom, der durch den feuchten Boden zur Erde einen Weg fand, tötete die Frau auf der Stelle. Der Schreck spielt für das Eintreten des Todes eine jeir große Rolle: dagegen sind, wenn der Stromkonrakt erwartet wird, selbst große Stromstärken manchmal nicht sofort tödlich, wie die Mißerfolge der'elektrischen Hinrichtung in Amerika beweisen, bei denen 1000 bis 2000 Bült bei 10 Ampere Stärke verwendet werden. Der Tod tritt bei Unfällen mit noch so hohen Spannungen niemals sofort ein; in zahlreiäjen Fällen zeigte Och, oft allerdings erst nach stundenlanger Bemühung, ein Erfolg durch 2iiustl ich e Atmung, wenn auch weniger erfahrene Acrgte Len Betroffenen aufgegeben hatten. Eine ungeheure Gefahr kiekst in jeder nicht sorgfältig gearbeiteten Lichtanlage. Eine stromführende Verbindung zur Erde, wie beispielsweise das Sitzen in der Badewanne, kann auch durch Berührung eines einpolig ausgeschalteten Systems den Tod herbeiführen. Die Untersuchung nach verschiedenen Unfällen ergab, daß auch vurch feuchtes Mauerwerk der Strom von einem .Kabeldefekt im .'Heller den Weg bis in die Mansarden fand. Gerade in modernen Betonhäusern ist diese Ableitungsgefahr bedeutend erhöht; ebenso können die Schuhe, namentlich maschinell durchgenagel.tr, Todesursache sein. Angeführt sei noch die vielleicht verwunderliche Tatsache, daß auch die schwerer: Verletzungen durch den Strom schmerzlos sind und ohne chirurgischen Eingriff am besten verheilen, ohne bedeutender^ Narben zu Sie zustande in den Etaatstheatem. in der Oper eine doppelte Direktion. Gestern beendete der Buldgetausschuß die Erörterung des Kcllrirels „Staatstheater" des Bnndesvoranschlages. Abg. Älöckel bemerkte: Wir haben es glücklich so writ gebracht, daß die S e n s a t i o ne n der Bundesthecuer sich nicht mehr auf der Bühne entwickeln, sonder n hinter den Kulissen Lud in den verschiedenen Ministerialbureaus. Gerade das abgelaufene Jahr ist ein sehr unrühmliches für diese Bühnen gewesen. EL wäre sicherlich gelungen, Ordnung zu schaffen, hätte man nur dauernd den starken Willen gehabt, alle Nebeneinflüsse auszuschalte n. Wenn man sich an die vergangenen Jahre erinnert, so muß Uran zugeben, daß sich das künstlerische Niveau weit über das Maß der' Krie-gsreit gehoben hat. Die Reibomensäle. das Madrmiecheater wurden verwertet, die Reirchardi.- Gastspiele zustande gebracht. Man mag über Neinharbt denken, wie man will und verschiedener Meinung über seine Tätigkeit sein; daß er aber eine erste Kapazität ist mit eigenen Ideen, mit starker Energie, ist ckbwlut nicht zu bestreiten, und es ist ganz zweifellos.'daß Reinhardt in Wien einen Boden für seine Tätigkeit finden muß. Abg. Glöckel zählte hierauf sämtliche Mißgriffe auf, die seit der Aera Beiter bei den Bundestheatern gemacht wurden. Jede Woche ist eine Rettungsaktion cingefeiet und sofort wieder aufg-choderc worden. Frau Jeritza wird gerade einen Tag. bevor sie nach Amerika abdcnnpite, Ehrenmitglied. Dadurch wird wieder eine Reihe von Künsifci'U auf das schwerste gekränkt. Frau Jeritza ist unstreitig eine große Künstlerin und ihre Mitgliedschaft ist in de, Oper außerordentlich erwünscht. Aber das muß man ihr doch einmal sagen: Unersetzlich ist niemand und auch Frau Jeritza nicht. Der gottähnliche Wahn der Frau Jeritza wirkt heute schon lächerlich. Frau Jeritza soll sich einmal entscheiden, ob sie den Großteil ihrer Krafr in W i e n verwenden oder ob sie uns Gastspiele leisten will Sie wird immer bei uns freundlich ausgenommen werden Aber daß mau einfach mit dem Titel eines Ehrenmitgliedes der Oper nur zum Ausdruck bringt, daß es uns immer eine Ehre sein muß, wenn sich Frau Jeritza herMäßt. in der Wiener Oper, der sie ihren Ruhm verdankt, zu aride», scheint nicht am Plane zu sein. Endlich kam e8 zu dem Appell an die industriellen Kunstmäzeue dieser Stadt. Redner bittet d?n Minister, einen Ueberblick über alle Projekte zu geben, die sich auf die Bundestheater beziehen. An den Bundestheatern sind Leute interessiert, die weniger das Interesse an der Kunst ails ihr persönliches Interesse in den Vordergrund schieben. Wir haben Beide Direktoren sind ganz außerordentliche Qualitäten. Wir müssen aber hier den Mut haben, es auch diesen hervorragenden Leuten zu sagen — daß die Oper längere Zeit hindurch Doppelwaise' gewesen ist, daß überhaupt kern Direktor da war. Ist es möglich, daß ein Institut, das eine so hohe Tradition verkörpert, durch eine längere Zeit führerlos sein kann? Sind die beiden Herren so entbehrlich? Ein geradezu klassisches Bei piel für das, was man heute in der Oper den Wienern zu bieten vermag, ist der 24. Jänner. Da wurde „Othello" gegeben. Angeküudigt war Herr Slezak. Am letzten Tag wird er vom Programm gestrichen und P attiercr sollte ihn ersetzen. Als es zur Ausführung kam, war Herr R i i t e r s h e i m von der BoM"per der• Othello. Um " die Rolle des Jago zu besetzen, mußte mau Herrn B n r g au§ Dresden holen, weil sämtliche Baritvnisten der Oper nicht verfügbar waren. Das ist doch die offenkundige Krise, das ist Disziplinlosigkeit, das ist Führerlosigkeit. Die Liste der Künstler, die an der Oper engagiert sind, zeigt eine stolze Reihe außerordentlich klingender Namen. Aber diese künstlerischer. Werre stehen uns nur bu5)Halter?sch zur Verfügung, aber nichr auf der Bühne. Wenn die Direktoren hier nicht die st a r k r Hand haben, so müßte die Regierung e ingreifen, um zu verhindern, daß zu viel gleichartige Kräfte gleichzeitig beurluabt werden. Wir waren bisher gewöhnt, in dein Künstler zum großen Teil auch einen Idealisten zu ehren, und da müssen wir auch den Künstlern einmal sagen: In dieser Zeir, wo alle Stände Opfer bringen müssen, um diesen armen geguälr-en Staat über das ärgste hinüberzubringen, können wir nicht glauben, daß sich die' Künstler, die Wien io viel verdanken, zur Seite stellen wollten. Unierrichlsminisier Dr. Schneider bezeichnte die verschiedenen Profekre über die Bundestheater als unser r' g e Vorschläge. Die Fraae eurer Fusionierung mit dem Deutschen Bolkscheater sei über Gebühr ausgebanM worden. Die Urlaube könnten nur im Zusammenhang mit den Verträgen, die mit den Künstlern geschlossen wurden, beurteilt werden. Die Theatre pare-Aufführungen und die Opernredoute im Jänner waren nicht von Nachteil für die Kassen der Oper; im allgemeinen hält jedoch der Minister darirr, daß die Zeit, insbesondere der Theatre pares, vorbei i st. Nach längerer Debatte wurde schließlich das Kapitel „B u n d e s t h e o i c r" angenomm" n. Verkehrsbureau IX. Hörigasse Nr. 13 Telephon 16-2-20 gewährt Hypothekarkredite in jeder Höhe bilVgst und schnell auf Häuser, Villen, Landwirtschaften, Industrieobjekte etc., sowie Warenkredite an erstklassige Kaufleute Vorschüsse sofort 5015 Unveränderter Vrotvreis. Neuerliche Lohnforderungen der Backergehilfen Nach der gestrigen Errechnung der Gestehungskosten hleiben m der nächsten Verbrauchswoche die Preise für Brot rmd Kleingebäck unverändert. Wie wir erfahren, haben die Bäckergehilfen neuer- . kiche Lohnforderungen gestellt, die eine zehnprozentige Lohnerhöhung beinhalten, während der Februarindex nur zwei Prozent beträgt. Diese zehnprozentige Lohnerhöhung würde eine Erhöhung des Brotpreises um ungefähr 150 Krone» pro Laib erfordern. Wildwest mf der Wieden. Ei« verwegener Bankraubversuch. Gestern mittags wurde von zwei Burschen an dem Bankgeschäftsinhaber Jakob N e u b r u n n^ Wiedenergürtel Nr. 8, ein verwegener Raubanfall versucht. Die Burschen waren schon einigemale im Geschäfte des Neubrunn gewesen und hatten sich nach verschiedenen Valutenkurstir erkundigt. Mittags — der sechzig jährige Inhaber befand sich wegen des Bankbeamtenstreiks allein im Geschäfte — kamen sie wieder. Der eine von ihnen trug einen massiven Bamüusstock am Arm und fragte, ob 17 Dollars umgewechselt werden könnten. Während Neubrunn rechnete, spürte er Plötzlich, wie sich ihm eine Hand um den Hals legte und ihn zu würgen begann. Er rief laut um Hilfe und machte sich los, während die beiden Räuber infolge der Hilferufs das Weite suchten. Neubrunn hatte noch die Geistesgegenwart, auf die Straße zu eilen und Alarm zu schlagen. Es begann nun eine wilde Jagd durch mehrere Straßen, an der sich Wachleute und Passanten beteiligten. Mit Hilfe eines Autos gelang es, die Burschen, von denen der eine aus einer Repetierpistole einige Schüsse abgab, die glücklicherweise n'smanden trafen, in der Favoritenstraße feftzunehmen. Beide sind Italiener aus Trieft, ihre. Namen sind Lnigi Periz und Karl Battig. Intermtionaler SrzMcher Fortbildungskurs in Men. Die medizinische Fakultät der Universität in Wien hat vorn 11. bis 23. d. einen internationalen Fortbildungskurs über innere Medizin verairstaltet, der von mchr als 140 fremdere Aerzten aus 21 Nationen besucht wurde. An dem Kurse nahmen auch zahlreiche österreichische und Wiener Aerzte teil. Der Kurs wurde von dem Dekan t BerbetAbonnertteufürdie i 1! „Wiener Morgeuzeitrmg" 1 der Wiener medizinischen Fakultät, Professor Dr. F i s ch e l eröffnet. Mehrere Kliniker, zahlreiche Professoren, Dozenten und klinische Assistenten erledigten die wissenschasilichen Arbeiten und lieferten eine Uebersicht der wichtigsten Zeit- und Streitfragen in der inneren Medizin, wobei die Fortschritte der Wiener Schule in der Diagnostik in der Behandlung der Brustbräune, der Herz- und Magenkrankheiten und einzelner NervernkranHeiien anregend erörtert wurden. Die Sanatorien am Semmering wurden besichtigt. Im Juni findet der 13. internationale Fortbildungskurs über Chirurgie, Orthopädie, Frauenhoittuinde, Geburtshilfe und Urologie statt. Segen die Sperrung des Nordwestbahnhajes. Eine Borsprache beim Bürgermeister. Gestern sprach beim Bürgernreister eine Abordnung von Gewerbetreibenden und Geschäftsleuten unter Führung des Bezirksvorstehers Berdiczower vor, rnn im Auftrag der kürzlich abgehaltenen Massenversammlung gegen die Stillegung des Nordwesivahnhofes zu protestieren. Die Abordnung übergab dem Bürgermeister die in dieser Versammlung beschlossene Resolution, in der ausgeführt wird, daß die Sperrung des Nordwestbahnhofes und die Umleitung der Schnellzüge der Nordbahn auf den Ostbahnhof ohne zwingenden Grund erfolgt ist und daß sie das Ende des Fremdenverkehrs für den zweiten Bezirk bedeutet. Dadurch werden breite Kreise der Erwerbswelt dieses Bezirkes Wirtschaftlich vernichtet, weshalb die chemöglichste Wiedereröffnung des Nordwestbahnhofes und die sofortige Wiedereinschaltung des Bezirkes in den Fremdenverkehr durch Abfertigung der Nordbahnschnellzüge am Nordbahnhof gefordert werden. Der Bürgermeister teilte mit, daß er sofort» als ihm dieser Plan bekannt wurde, bei der Regierung dagegen protestierte. Ueberdies habe er die Vertreter der Gemeinde Wien bei der kommisiionellen Besichtigung beauftragt, diesen Protest zu wiederholen und schriftlich an die Regierung weiterzuleiten. Cr sei auch gerne bereit, mit Rücksicht ans diese neuerliche Vorsprache und einen Beschluß, der kürzlich vom Gemeinderatsausschuß für technische Angelegenheiten gefaßt worden sei, abermals bei der Regierung zu intervenieren. Hiebei müsse man vor allem darauf aufmerksam macken, daß die Ablenkung der Nordbaynschnellzüge auf die Ostbahn schon deshalb unsinnig sei, weil die Reisenden dort in einen Stadtteil kommen, der mit den von ihnen abzuwickelnden Geschäften in gar keiner Beziehung stehe. Man mute den Reisenden zu, auf dem Östbahn- Hof anzukömmen und von bptt aus erst die ihnen seit Jahrzehnten gewohnten Hotels des zweiten Bezirkes aufzusuchen, was nicht nur eine Schädigung der Gewerbetreibenden und Kaufleute des zweiten Bezirkes, sondern vor allem auch der Reisenden und fremden Geschäftsleute und dadurch indirekt der Wiener Volkswirtschaft bedeute. Der Bürgermeister sagte zu, daß er alles, was in seinen Kräften stehe, aufbieten werde, um diesen Fehler gutzumachen, zumal von einer Ersparung bei beiden Maßregeln überhaupt keine Rede sein könne. Die Abordnung dankte dem Bürgermeister und gab der Hoffnung Ansdruck, daß wenigstens die Ablenkung der Schnellzüge wieder rückwirkend gemacht wird.

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