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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-26 · Heft 1807 (26.2.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1807 (26.2.1924)
Date
1924-02-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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»Wtottv »_ 5u-fcl», LIINTSWg Dkm glaubt. daß Hitlers Gesinnuligsgenossen sich angesichts dieser Vorsichtsmaßnahme i e d e s Störung s- Versuches enthalten werden. Die Dauer des Prozesses ist auf drei Wochen veranschlagt. Es jiub 150 Zeugen borge laden. -lls Angeklagte gelten: Hitler, Lude ud orfs, P o e h n e r, F r i ck. Hanptmaun R o c h n, W ag n e r, Brückner, Oberstleutnant Kriebel und Per net. Es wird behauptet, Ludendorff habe seine Verilerdigungstaktik vollkominen umgestaltet. Er wird nicht mehr gegen Kahr, Lossow und S e i ß e r sprechen, sondern sich auf ihr Vorgehen berufen und ans deren Verhalten den Grundsatz anfstellen, das; er ebenso wenig strafbar sei wie diese, zumal ihn erst die Obgenau n t e n in die ganze Angelegenheit hinein g ezogen haben. ßfa SorfDiel zur Hitler-Komödie. München, 25. Februar. (Süddeutsches Korr.-Burcau.) Der Vizepräsident des Landtages, der foMdemokvakrsche Abgeordnete A u e r, hat für heute eine V o r l a d u u g vor den Vermittlnwgsrichter erhallten. Die Vorladung ist Mt der Angabe erfolgt, daß Aller von den P u t s ch a bsi ch t e n am 8. und 9. November vorigen Jghves Kenntnis gehabt, jedoch die Behörden davon nicht verständigt habe. Abg. Auer hat bcikanntl-ich in den Purschta^n Atünchen verlassen. (Diese Meldung des Süddeutschen Korr.-Bureau's ist dahin richtig zu stellen, daß Auer von;>cn Putschisten verhaftet und verschleppt wurde.) Knilling erholt sich während des Prozesses. (Eigendieust der „Wiener Morgcnzeitnng".) München, 25. Februar. Das Gerücht, daß Ministerpräsident v. K n i l l i n g bald zurücktreten »verde, u»trb als unrichtige Kombination bezeichnet. Knilling fei vielmehr lediglich zur Erholung von feiner Bronchitisertraninng nach Garmisch-Partenkirchen abgereist. Iie englische Palastina-PsliM. Eine neue Bekräftigung der Regierung. — Erklärung des KoLonienministers. London, 26. Februar. (Wolfs.) Der Staatssekretär für die Kolonien Thomas erklärte im Unterhaus auf üne Anfrage über die Politik der Regierung mit Bezug aus die Zukunft Palästinas, die Regierung habe nach sorgfältiger Erwägung aller Umstände beschlossen, an der Politik der Verwirklichung der Lrklarung Lord Balfours vom Jahre 1917 iestzuhalten, m der sich Großbritannien verpflichtete, die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zu fördern, wobei vorausgesetzt werde, daß nichts, zetan werden soll, was die zivilen oder reli-, ziösen Rechte anderer Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte. Wie das Haus wisse, sei diese Politik in dem vom Völkerbund gebilligten Mandat für Palästina enthalten. Revision der Fnedensverlrage. Eine Rede Henderfons. CEigendienst Der ..Wiener Modenzeitung".) London, 24. Februar. In der Wahlrede in Cournley führte Minister Henderson (wie im gestrigen Mittagsblatt bereits kurz gemeldet), aus: Die Aufgabe M a c Donalds und seiner Regierung sei, zu verhindern, daß der bisherige wirtschaftliche Ruin weitere Fortschritte mache. Die Aufgabe 'der Regierung fei, einen wirklichen Frieden zu schaffen, Mitteleuropa wieder infzürichten, und auf so feste Grundlagen zu stellen, daß die Zivilisation niemals wieder voll ähnlicher: Gefahren bedroht werde. Alle müßten Mitwirken, nur ein internationales Zusammenwirken zu erreichen. Tie rascheste Ueberprüfung des Vertrages von Versailles fei eine ebenso unbedingte Notwendigkeit, wie die Lösung der Frag« der umstrittenen Wiedergutmachung. Der Premierminister versuche, die emiprechende Stimmung zu schaffen, und er hoffe, daß Schritte durch eine Weltkonscrenz oder durch den Völkerbu n d oder durch beide unternommen würden, um zu dem Standpunkt zuvückzükommen, den der verstorbene Präsident Wilson im Gegensatz zur Politik der alliierten Staatsmänner in den Jahren 1915, 1916 und 1917 eingenommen hatte. Anfragen im Unterhaus. Im Unter Hanse fragte LlohdGeorge den Premier- ,minister, ob seine Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der dom Minister des Innern Henderson in Burilley gehaltenen Rede gelenkt worden sei, in der Henderson zürn Ausdruck gebracht habe, daß es die Absicht der Regierung sei, Schritte zu tun, um den Vertrag vor: Versailles iu verschiedenen Hauptpunkten albzuändern, ob diese Erklärung die Politik der Negierung darstelle, und wenn ja, welche Schritte die Regierung zu unternehmen beabsichtige, um diese Politik durchznsühren. u,nt> ob sie ihre Absicht'en den anderen Unterzeichnern des Vertrages mitg.uilt Hobe. Mac Donald erwiderte: Die Haltung und die Absichten der Regierung sind in der Erklärung, die ich dem Hause abgegeben habe, zum Ausdrucke gebracht worderr, und es ist keinerlei Veränderung darill eingetreten. Ter frühere Unterstaatssekrotär des Aeußer.n, MacNei l l, fragte hieraus, ob die voll Henderson abgegebene Erklärung einen Beschluß des Kabinetts darstelle, oder nur eirre private Ansicht sei. Der Premierminister antwortete: Es gibt keinen Beschluß der Regierung, der nicht m Uebereiusti in in u u g m it de r E r k l ä v u u g gefaßt worden wäre, die ich abgegeben habe. Wiener Morgenzeitung._ Anttag auf Verstaatlichung der englischen Sanken. London, 25. Februar.' (Wolfs.) Nach den Blättern soll Unterstaalssekretär für Lttstla'arive'en L e a ch in einer Rede die Verstaatlichung der B.mk.'n gefordert, haben. Das Bankgeschäft müsse, sagte 'Redner, vom Staate kontrolliert und die Bankbetriebe, den Mnuizivalitäten übergeben werden. IerAuruahiuszustaud in Deutschland Keine generelle Aufhebung? Berlin, 25. Februar. Bis jetzt ist es noch immer z w e i f e l h a f t, ob der A u s n a h m s z u st and am 1. März generell aufgehoben wird oder ob in der Form eines zivilen Ausuahmszustandes gewisse Einschränkungen bestehen bleiben. In dieser Frage ist heute beim Reichspräsidenten eine Konferenz der dafür zuständigen Ressort m i n i st e r zusammengetreten. J'»l Verlause der Besprechung mit dem heute in Berlin eingetroffenen s ä ch s is ch e n Mi n i st e r p r äs i d e nten und dem sächlsffcheu Minister des Innern wurde die Lage in Sachsen erörtert, weil die aus Südweftsachfcn entlaufenden Klagen über die Fortdauer der kommunistischen Unruhen es bedenklich erscheinen lassen, in Sächselt die vollziehende Gewalt wieder vollkommen in die Hand der Zivilbehörden übergehell int lassen. Sie Saiftöetftönöinen. Paris, 25. Februar. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Das Komitee Da wes hat heute vormittags eine Plenarsitzung abgebaltcn. um den Bericht der Bndgetkommission über die Ordnung des deutschen Reichshaushaltes int Budgetjahre 1924-1925 anzuhören. Am Nachmittag hat die Bud^erkonnuisfien von neuem verlhandelt, um die deutschen Budgets von 1924 bis 1930 zu prüfen. Die Baiuken'kolN'M'isswn hat sich mit der Möglichkeit beschäftigt, die R e i ch seif e it b a h u e n als G a r a nt i e für die interuaiiouale?l n l e i h e zu verrveniden. N'.rn glanbt j-etzt, daß die Sachvcrständigenkoruitees a nfa ngs nä cf)ft c r W gche ihre Berichte fertig ansgearbeitet habeil irerixnt. $fe SSlicrnntrettrSse verlöniert. Tüsscldors, 25. Februar. (Wolff.'i In der hernigen Besprechung der Lachversländigenkninnission des Bergbauliche n B e r e i n e s mit der M i c u m wurde bezüglich der Reparationsleistungen in Kohle der bisherige Zustand. bei dem jede Zeche 27 Prozent ihrer Nutzförderung abzuliefern hat, bis znm 31. März verlängert. Der Antrag der Sechserkommission, die Kohle n st c ii c r für die Ausfuhr auf; ritz eben und für den JnlandsabsiM zu ermäßigen, wurde von der 'Di tarnt abgeleh n t. CP'ersuchen Sie unseren seidenen 3dealstrumpf m l. TRAT!NERHOE 2 (Graben Nie wieder Krieg. Trotzky über den Zweck der Industrie. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Moskau, 25. Februar. Der sechste Jahrestag der Gründung der Noten Armee wurde diesmal in bescheidenerer Weise gefeiert als tu früheren Jahren. Die Aufmerksamkeit ist absorbiert durch den Gesundheitszustand Trotzkhs. Es wurde ein Bulletin des behandelnden 2lrztes veröffentlicht, wonach auf eine Besserung im Befinden des Kranken geschlossen werden kann. Die Heilung wird noch einige Wochen erfordern. Trotzky ist a u ß e r Ge f a h r. Er hat für den Jubiläwmstag einen Artikel verfaßt, der in allen Blättern veröffentlicht wurde und worin Trotzky zur eifrigen Arbeit an der E r n e u e r n n g der I n d u st r i e ansfordert, denn die Macht der Armee beruhe insbesondere auf den Vorbereitungen aus dem Gebiete der L ll f t s ch i s s a h r t u u d der Ehe nr i e. Die ruffische Wehrpflicht. Der Berliner „Lokalanzenzer" meldet, das Präsidium des ssimtralepcklltivkonlitees der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken habe beschlossen, rm Frühjahr die im Jahre 19 02 gebornen Bürger auf dmt gesamten Territorium der Union zum aktiven Militä rd i e n st ei uzuberufen. Rusfisches Hartgeld. (Eigcndicnst der „Wiener Morgenzeitnng".) Moskau, 25. Februar. Heute wurde ein Dekret veröffentlicht, womit Silber- und Kupfermünzelt in Verkehr gesetzt werden. Daß Silber besteht aus einer Legierung von 900 Tansendteilen. Die Rnbelwünizen wiegen 40 GranlM und haben einen Durchmesser hon 33 Millimeter, der halbe Rllbel wiegt 20 Gramm und hat einen. Durchmesser von 26 Millinteter. Ans allen Münzen befindet sich die Inschrift: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch." ' 26. Februar 1924 Nr. 1807 Keine Revolution in Bulgarien. Erklärungen des bulgarischen Geschäftsträgers Dr. Stoilow. Zu den geistern verbrnteten Nachrichten, daß eine kommnnlstischc Revolution in Bulgarien ausg-ebvochen sei, teilt uns dcr hiesige bulgarische Geschäftsträger, S t o i l o w, mit. Es ^handelt sich um Tendeuzmolldlmgien, die jeglicher Grundlage entbchren. Die gegenwärtige Sofioter Regierung besitzt das Birtrauen der Bevöllerung und die jetzige Stiininung im gangen Land zielt auf Ruhe und Frieden hi n, ein Erfolg der Friedenspolitik des Min.sterprändl'r.ten Z a n k o w. Seit eimgen Wochen loerden von einer bsstimmten Seite zu ganz brsiiimmten Ztreckeu solche erfundene Meldungen in Umlauf gesetzt. Diesmal war eine in Sofia vor vier Tagetl stattgefundeue u>nd von der Polizei ausgehobenc A n a r ch i st e n v c r s a in m l u n g der Anlaß für die Bulgarien feindlich gesinntstl Kreise, eine kommuuistifche Revolution anzusageir. Ich kann aber versichern, daß in Bulgarien vollkommene Ruhe herrscht. „Als wenn nichts geschehen wäre." Eine Sitzung der albanischen Konstituante. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") Paris, 25. Februar. Die albanische Gesandtschaft stellt die römischen Meldungen richtig, wonach der albanische Millisterpräsident Ahmed Z o g u durch ein Attentat an Händen u-nd Beineil verletzt worden sei. Es sei richtig, daß der Ministerpräsident aut Samstag, als er den Sitzungssaal der koustituierendell Versammlung in Tirana betrat, mit R e v o I v e r s ch ü s s e n empfangen w u r d e. Doch traf ihn keines der abgefeuerten Geschosse. Der Attentäter konnte sofort verhaftet werden. Die Versammlung hielt ihre Sitzung ab, als wenn nichts geschehen wäre. Auch in der Stadt ist die Ordnung nicht gestört worden. Sine lebhafte Debatte. Belgrad, 25. Februar. (Tel. der „Wiener Morgen» zeitllng".) Während der Budgetdebatte machte der radikale Abgeordnete Sreckpvic heftige Ausfälle gegen den denlokratischen Abgeordneten Prof. A g a t o n o v i c. Agatonovic griff hierauf den Redner unter Beschimpfungen tätlich an. Sreckovic zog aus dem Gürtel einen Dolch Ulld einen Revolver, um sich gegen Agatonovic zu wehren. Herbeieilenden radikalen Abgeordneten gelang es, die Streitenden zu trennen. Sreekovic ergriff daun einen Stenographen tisch und wollte ihn gegen Agatonovic schleudern, wurde aber von den Abgeordneten daran gehindert. Nach einer Weile eilte Sreckovic, der sich inzwischen losgemacht hatte, zur Bank des Abgeordneten Agatonovic und zog abermals den Revolver gegen ihn. Auch diesmal gelang es, ihm die Waffe;u entwinden. Der Vorsitzende mußte die Sitzung unterbrechen. Der italienisch-jugoslawische Handelsvertrag. (Eigendienst dcr „Wiener Morgenzeitung".) Verzögerung in den Verhandlungen. Belgrad, 25. Februar. (U. T. K. B.) Der italienisch» jngoslalvrsche Handelsvertrag hätte gestern von den: ersten Unterkomitee in Beratung gezogen werden sollen. Diese tvnrde jedoch verschoben, weil der jugosiawisch-' Z o l lt a r i f e ll t w n r f noch nicht fertiggestellt ist. Wie die „Novosti" berichten, wird diese Fertigstellung zumindest einen Monatin Anspruch nehmen. Der Eisenbahnverkehr Zagreb—Fiume. Belgrad, 25. Februar. Aus Zagreb wird gemeldet, daß voll morgen an der E i s e n b a h n p e r s o n e n v e rkehr zwischen Zagreb und Fiume eröffnet werde'' wird. _ Die Grenzreguliernng im Banat. (Eiaendleng der „Wimer Morgenzeltung") Bukarest, 25. Februar. In Belgrad wurde das rum3» n i s ch - j u g o s l a w i s.ch e Protokoll betreffend die G r e n regulierung im Banat unterzeichnet. Sine Biilierbunddeleoation siir das ungarisch» Bndaet. Genf, 25. Februar. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der Völker» bnndsrat hat eine Delegation eingesetzt, die beauftragt ist, mit der u n g a r i s ch e n 5Rjc<ji<cr!Uitt<i an der Aufstellung eines B ll d g e t r-e s o r m p r o j e k t e 's zufamnuen Zll arbeiten und andere, für die Jukraftseüung 'des Projektes betreffend den sinantziellen Wiederaufbau Ungarns uotlvendige V o r b e r e i t u n g s m a ß l> a h ln e n zll treffen. Gegen die nngarischen Finanrmaßnahmen. Budapest, 25. Februar. (Tel. -der „Wiener Morgen» zeitung".) Dcr Landesverband der ungarischen K a n fleute hielt gestern eine von zirka 5000 .Kauflenten besuchte Monsterverfanlinlnug ab, in wacher gegen die g e p l a n t e Z w a n g s a n l e i h e lind die Valorisativ nsa nle ihe dcr Regierung Protest eingelegt lvurde. Im Verlaufe der Versammlung kam cs zu st ü rm i s ch.e n K u n d g e b ll n gen gegen den Halldels. minister Val k o, dessell 9! ü ck t r i t t gefordert wurde. Die Bersalmukuillg nahm schlileßlich eine ResMüon an., in welcher uilicr anderem ausgefiihrt lvird, daß an dem Bev fall der ungarisch«^ Krone in erjter Lvn>le die

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