Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1806 (25.2.1924)
- Date
- 1924-02-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980889--17933-3004962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wien, Montag Wiener Moraenzeitung. 25. Februar 1924 Nr. 1806 » «elte t ^- * Medizknalrat Dr. Max Hein gestorben. Nach längerem schweren Leiden ist in der Nacht zum Sonntag wieder ein Veteran der Rettungsgefellschast, Medizinalrat Dr Max Hein gestorben. Hein, der im 69. Lebensjahre stand, ist schon vor 87 Jahren in die Freiwillige. Rettungsgejelffchati eingetreren wrfb hat in den guten und schlechten Zeiten, die dieses Institut durchgenracht hat, in immer gleich gewissenhafter Weise den aufreibenden Dienst des „Rettungs-ArzieS" dersehen. Auch er hat an allen großen Aktionen der Rettung)- geseNschaft mit aller Selbstaufopferung, die ihre SlorjU ausycidjnct, leilgenommen unb gegen sich selbst keine Schonung gekannt. In den letzten Jahren leitete Dr. Hein die Filiale der Rettungsgesellschafl am Mariahilfer Gürtel in muster- Mliger Weise. Im Sommer vorigen Jahres trat Dr. Hein in den wohlverdienten Ruhestand, dessen er sich leider nicht lange erfreuen biirftc. Ein quälendes Leiden, das schon vor längerer Zeit aüfgerreren war, hat ihnnun dcibingcrafft. * Das Befinden des Ehepaares Max Linder. Die Besserung im Befinden des Filmschauspielers Max L-inder und seiner Gattin, die infolge einer schweren Veronalverxnstung ins Sanatorium Offer gebracht werden mußten, hat weitere Fortschritte gemacht. Frau Linder wird bereits heute vollständig wiederhergestellt sein, während Max Linders Genesung in zwei bis drei Tagen zu erwarten ist. Linder erklärt, daß von einem Selbstmordversuch keine Rede sei. * ..Er und Sie". Bon Hugo Betiauers neuer Wochenschrift „Er und Sie" ist soeben die zweite Nummer erschienen, die unter vielen anderen Beiträgen enthält: „Die kalte Frau" von Frauenarzt D-r. Frist, den Beginn der fortlaufenden ..Erinnerungen einer Hebamme", „Eine W)eschnduna im englischen High Life" und den neuesten Roman von Hugo Vertaner: „Die lustigen Weiber von Men". Kleine Chronik. * Die Stadt der großen Zahlen. Nach Ansiveis der letzten Volkszählung besitzt London 7»/, Millionen Einwohner. Die dem offiziellen Bericht belgeqebeuen statistischen Aufstellungen weisen 21.274 Polniüeu und 2090 Feuerwehrleute auf. Die Straßen haben eine Länge von 8540 Kilometern und das Straßeribabnnetz mißt 563 Kilometer. In London verkehren 3300 Autoomnibuffe und über 7000 Autodroschken. Man verzeicknete im Jahre 1922 27.000 Straßenunrälle, darunter 700 mit tödlichem Ausgang. London zahlt 30 Museen, über 20 Gemäldegalerien. 42 Theater und Singspielhallen, 430 Kinos, einen Zoologischen Garten, drei Botanische Gärten/ zahlreiche Konzertsäle, 16 öffentliche Musikkapellen. die während des Sommers allabendlich in den öffentlichen Parks konzertieren, und endlich 48 öffentliche Ballokale, ganz zu schweigen von den unzähligen Klubs, in denen nicht minder eifrig getanzt wird. Parks und öffentliche Sckmuckplatze bedecken eine Oberfläche von insgesamt 17 Ouadratkllometern. Die Metropole besitzt ferner 770 Tennisplätze und 77 Plätze für andere Sportspiele. London ist nicht nur die größte Stadt der Welt, es bat auch den größten Hafen. Seine Docks dehnen sich über 355 Hektar Land und die Ladestraßen erstrecken sich über 49 Kilometer. Im Jahre 1922 kamen in London 18.614 Dampfer an und 18.450 liefen au8. DaS telephonische Netz der Stadt hat "ine Lange von 237.303 Kilometern. * Eine Aktion gegen di« Fremdenzimmekabgabe. Die Hoteliers haben eine P r o t e st a k t i o n gegen die F r e mdenzimmerabgabe eingelertet. Hierüber wurde uns berichtet: Die, Hoteliers betrachten die Fremdcnzimmerabgabe als eine große Schädigung ihres Betriebes und verlangen eine Ermäßigung dieser Steuer. Die Regierung hat nach Mitteilungen aus Hotclierskreisen eine Herabsetzung der Fremdenzimmerabgabe geplant, doch hat die Gemeinde dagegen Stellung genommey, da sie auf diese Einkünfte nicht verzichten kann. Das Gremium der Hoteliers hat in dieser Frage bei der Regierung vorgesprochen. Die Verhandlungen sind bisher zu keine m Er g eb n i s gelangt. Das von den Hoteliers eingesetzte Aktionskomitee verhandelt weiter und hofft, bis Donnerstag zu einem Abschluß gelangen zn können. * Freundschaft nnter Tieren. Die zoologischen Gesellschaften Londons beschäftigt setzt ein interessanter Fall von Freundschaft und Hilfsbereitschaft unter Tieren. Vor einiger Zeit kam ein Grubenarbeiter in Cardiff nach Feierabend in seine bescheidene Wohnung und sah, wie zweiRatten nebeneinander ruhig durchs Zimmer marschierten und einen Strohhalm zwischen den Zähnen hielten, der sie wie ein Faden miteinander verband. Der Arbeiter erschlug in seiner Aufregung mit dem Stock, den er in der Hand trug, das eine der Tiere. Zu seiner großen Ueberrralchung jedoch blieb das andere Nagetier, immer noch den Strohhalm zwischen den Zähnen haltend, auf seinem Platze stehen. Seine Neugierde war erwacht und er ergriff das Tier, das sich .gar nicht 'scheu zeigte, und stellte zu seinem großen Erstaunen fest, daß es sich um eine blinde Ratte handelte, die ihres Kameraden und Fübrers beraubt, unfähig war, ihren Weg allein sortzufetzen. Die zoologischen Gesellschaften stellen nun Beobachtungen an, um festzustellen, ob es sich hier um einen Fall von hoher Intelligenz oder um eine andere Ursache handelt, weshalb die beiden Ratten durch einen Strohhalm miteinander verbunden waren. «rieftaste» der Redaktion. ** Ma' kaesevo. Diese Kategorie unterliegt der Quote. — SNvps L. 1924. 1. In unserer Freitagbeilage „DaS neue Palästina". S. AuS technischen Gründen: wird aber in einiger Zeit wieder erscheinen. — I. S., Wien und Medlevs. Nichts gezogen. — S. D., Czernvwty. Die nähere Adreffe ist uns nicht bekannt. _ Schach. Grünfeld — Sieger im Schachturnier in Meran. Der Schlußstand des Meraner Schachturniers ist folgender: Grünfeld 10.6, Spielmann 8,6, Rubinstein 8, Selesnieff, Przepiorka 7,5, Takacs 7, Opocenskh, Steiner, Colle 6,5, Doktor Tarrasch 6, Koltanowski 5, Patay, Roselli iß, Miliani 2ß. Der Internationale Schachkongreft in Meran. Vor wenigen Tagen begann in Meran ein internationales Schachturnier, an dem folgende Spieler teilnehmen: Grünfeld, Spielmann, Takacs (Oesterreich), Doktor Tarrasch (Deutschland), Rubin st ein, Przepiorka (Polen), Patay, Steiner (Ungarn), Selesnieff (R»ß« land), O p o c e n 8 k i (Tschecho-Slowakei), Colle, Kolla» nowski (Belgien) und Miliani, Roselli (Italien). Die Teilnehmerliste weist die Namen von vier Groß-, meistern der Schachkunst auf: Grünfeld, Rubinstein, Spielmann und Dr. Tarrasch. Namentlich die Teilnahme Rubinsteins verleiht dem Turnier großes Interesse. Der Ausstieg dieses Meisters war ein einzigartiger. Im Jahre 1906 erstritt er die Meisterwürde, im Jahre 1906, in seinem ersten Meisterturnier, gelangte er unter die Preisträger, und das zweite Meisterturnier, in dem er mitkämpfte, sah ihn bereits zusammen mit Dr. Bernstein als Sieger. Und noch im gleichen Jahre übertrumpfte er diese Leistung, indem er in Karlsbad trotz des Mitbewerbes eines Schlecht t e r und M a r o c z y alleiniger Erster wurde. Im Jahre 1998 wurde der Schachwelt eine Sensation zuteil. Der damalige Weltmeister Dr. L a s k e r nahm nach langer Pause wieder an einem Turnier teil. Der sieggewohnte Meister gewann Partie um Partie. So bewies er wieder seine alte Ueberlegenheit allen gegenüber — mit Ausnahme Rnbinsteins. Der zwang ihn in einer grandiosen Partie nieder und am Schluß deö Turniers teilten beide Meister mit großem Vorsprung vor den übrigen den ersten Preis. Das Jahr 1912 gestaltete sich sodann für Nubinstein zu einem in der Schachgeschichte einzig dastehenden Triumph. Aus vier Turnieren ging er als Sieger hervor! Mit diesen Erfolgen stehen die späteren Leistungen des Meisters nicht mehr im Einklang. Nur in Wien 1922 erstrahlte sein Genius im alten Glanze. Hier wurde er wieder Erster, ohne eine Partie zu verlieren. Wird es jetzt ihm wieder einmal gelingen, seine alte Kraft zn zeigen? In einem solchen Falle wäre das Turnier bereits entschieden. Da aber dies alles eher als sicher ist, so sind für den Sieg zwei Anwärter vorhanden, die gewiß mit allen Kräften auf'den ersten Preis lossteuern werden: die Wiener Grünfeld und Spielmann. Grünfeld gilt als der größte Variantenkenner der Gegenwart. Dieses ungeheure Wissen, gepaart mit Umsicht und einer bei den nervösen Schachkünstlern seltenen Ruhe macht ihn zu einem der gefürchtetsten Turntzwspieler der Gegenwart. Das gerade Gegenteil bildet S p i e l m a n n. Unter beit Wagemutigen der Wagemutigste, unter den Nervösen der Nervöseste, ist bei diesem Meister alles von seiner momentanen Laune und Disposition abhängig. Ist sein Stimmungsbarometer günstig, dann - streckt er auch die Größten nieder — und gerade Rubinslein mußte dies in seiner größten Zeit häufig erfahren. Es wäre als große Ueberraschung zu werten, wenn der Sieger außerhalb des Kreises dieser drei Meister zu finden wäre. Denn Dr T a r r a s ch, der zur Zeit seiner Vollkraft mit keinem den Vergleich zu scheuen brauchte, ist heute über 60 Jahre alt und schon deshalb gegenüber den anderen schwv' benachteiligt. Aus btt Schachsektion Hakoah. DeretrrswettLLmpfe: Hakoah 2 — Arbeiter schach« klub 2 7 r 4. (Eine Hängepartie). Von der H a k o a h siegten folgende Spieler rGroß, B. Horowitz, Lazarowitz, Platzner, Spitzer, Taubmann und Ing. Wahle. Hakoah 1—Straßenbahn 8‘/,Hier gewannen ihre Partien die Herrenr A l st e r, A u st e r l i tz, Dr. E b e rstark, Ellenberg. A. Engel, Joseph, Doktor Liebermann unb T. Schwarz. Unentschieden erzielte Herr E. E n g e l. Cr6pe de Chine in allen Farben 1118111 WICN.I.ADIERGASSC » Telefon Nr. 702.Ö«* Konzerte. Nun haben auch die Philharmoniker ihren Bruckner geftvevt. Die „Erste" in C-Moll und die „Neunte" in Beethovens D-Moll standen ans dem Programme des Festkonzertes, das von Franz Schalk — neben Löwe der berufenste Kenner Brucknevscher Wesensart — mit der ihm stets eigenen Gründlichkeit geleitet wurde. Anfangs unter der Einwirkung der kaum überstandenen Krankheit anscheinend noch erschöpft, fand er in der „Reimten" sich und damit die religiöse Feierlichkeit der Brucknerschen Symphonik wieder. Welch' mächtige Entwicklung von der ersten Symphonie des in kleinen Verhältnissen lebenden bescheidenen Linzer Doniorganisten, der schüchtern an seinen Theorielehver Otto Kitzler die bange Frage stellte: „Wann werde ich denn freigesprochen?" bis zu der „Neunten", welche der mehr als sielltzigsäthrige Wiener Professor und Ehrendoktor dem lieben Gotte widmete. Freilich wartete der liebe Gott die Vollendung dieses Opfers nicht ab, sondern berief seinen lieben Bruckner schon nach Vollendung des himmlischen Adagios zu sich in den Himmel. Die „Unvollendete" nennt man Bruckners „Neunte" gleich Schuberts H-Moll-Symphonie, als ob es für uns Nachgebovene eine ergreifendere Krönung des Brucknerschen Schaffens geben könnte als dieses sehnsuchtsvoll rührende Adagio mit denn verklärten E-Dur-Abgesang der Geigen und Tuben, in dem sich gleichsam der Himmel öffnet und die Engel selbst mitmusizieren. Es ist ein altösterreichischer Himmel, in dom Beethovens breite Adagios jubilieren itttb ein blumiger Pfad von Schuberts ländlichen Tänzen, Walzevn und Ländlern weg über Bruckners bäuerische derb heitere Scherzi zu Gustav Mahler hinführt, ein Himmel voll trotzigen Bauernstolzes und frommer. kirchlicher Demut, welcher dem . ganz anders gearteten Norddeutschen noch immer verschlossen ist. So weit auch der weltfremde bäuerliche Mystiker Anton Bruckner von dem frohen eleganten Diesseitsrnenschen Richard Strauß verschieden ist, so ist doch 'beiden die süddeutsche melodiereiche Musizierfreudigkeit gemeinsam. Strauß ist nun längst ein „Arrivierter",. seine Musik hat Oper und Konzertsäle erobert und ein gui Teil .seines Schaffens kann bereits mit historischen Brillen getzvüjt MödW fefe iß Überhaupt in unserer rajchledigtz WBmasmBaBm^SmaBBBBBSSBgBSBBSSBSmSBSBSSSSSSS. musikalischen Gegenwart das Gesetz der Wandlung und die Umwertung der musikalischen Werte sich weit rascher vollziehen, als in den vorangegangenen Epochen. Gar bald meint man heute zu erkennen, welche Werke ms historische Mirsikmuseum gehören, welchen der Eintagsruhm des Modekitsches und welchen das Immergrün einer kürzeren oder längeren Ewigkeit gebührt. Derlei Gedanken drängten sich auch gelegentlich des letzten Richard Strauß-Konzertes aus, in welchem der Komponist unter Mitwirkung des philharmonischen Orchesters eigene Werke cmfführte. Ein starkes Stück ist die Burleske für Klavier und Orchester, deren Solo von Alfred Blumen, dem ständigen Bundesgenoffen der Philharmoniker, mit hinreißendem Schwünge gespielt wurde. In dieser genialen Arbeit eines 21jährigen tritt uns der fertige Richard Strauß mit seinen Eulenspiegeleien und seinen Rosenkavalierspäßen bereits entgegen. Nicht mehr recht jugendlich erscheint uns hingegen seine viersätzige symphonische Phantasie „Aus Italien", die Frucht seiner ersten italienischen Reiise: Auch hier ein reicher farbiger Orchestevklang trotz relativ kleiner Besetzung, ein großartiges artistisches Können, doch nur eine recht oberflächliche, wenig inspirierte Einfühlung in Vergangenheit und Gegenwart des Landes unserer Sehnsucht. Den Schluß des Konzertes machte die „Symphonia domestica", das geistvolle Straußsche Familienidhll des Konzertsaales, welchem in Strauß' neuer Oper „Internrezzo" das Familientableau auf der Opevnbühne — hoffentlich recht bald Nachfolgen wird. Rudolf NiliuS, der kunstvolle Mixer alter und neuer Musiktränke, führte im letzten philharmonischen Kammerkonzert in Franz MoserS C-Moll Symphonie eine recht schale Mischung vor. Das Werk des verdienten Philharmonikers, das nicht viel kürzer als Beethovens „Neunte" währt, erschöpft sich in umständlichen unbedeutenden Betrachtungen, die liebenswürdig einfältige Musik, die mit Humperdinck und Richard Strauß vertrauliche Beziehungen Pflegt und auch von manch anderen! Komponisten weitschweifig erzählt, führt ein ganz gesundes behagliches Altersdasein, das nur ab und zu durch Dissonanzitis übrigens hier kein organisches Nebel sondern nur eine eingebildete Krankheit— gestört wird. Das gleiche Konzert brachte die Uraufführung von Josef R i n a l d i n U Dasatiel's Tongornälde „Romantische Nacht". Keine tztzymelstürmende, doch eine Hvlich empfundene Musik voll schöner dunkel glühender Farben, welche ihr Versprechen hält: Nächtliche und romantische Jmpreffion, die von Tristans Nachtmusik und Debussys Melisandenklängen angeregt wurde. Nachdenklich erkennt man hier wieder einmal, wie eine Wurzel des Debussyschaffens trotz aller Wagnerseindschast tief ins Tristanerdreich hinabreicht. In den Arber tersy mph oniekonzerten, welche stets auf der Suche nach Neuem und Interessantem aus sind, hörten wir neben Dvoraks zweiter Symphonie die Erstaufführung einer etwa dreißig Jahre alten Kantate „Der Fußwandever" von Karl Prohaska. Es ist schwer heute festzustellen, ob das Brahms-epigonale Werk, das von Eduard Erhard mit schöner Innerlichkeit gesungen wurde, vor dreißig Jahren jung war; heute hat es der Zeit längst seinen Tribut entrichtet und nimmt nur mehr durch die Echtheit seiner Empfindung für sich ein. Der fürsorgliche Dirigent des Abends war Dr. Benno Sachs, ein trefflicher Musiker und muß wie so mancher andere Kunst- und Leidensgenosse in einem Verlage minderwertige Arbeit leisten. Wie sagt doch Strindberg in seinem „Traumspiel": ,-Es ist schade um die Menschen!" Eine Neuheit für Wien sind Lieder mit Stveichquartettbegleitung nach Christian Morgenstern-Texten von dem bekannten Iungwiener Tondichter Paul A. Pis k, welche bereits beim ersten Salzburger Kammermusikfest die Feuerprobe bestanden und nun durch Frau Nini Hnmau-Schulz und das Kolbe-Quartett in Wien zur Aufführung gelangten. Es sind geschmackvolle moderne Gesänge, in welchen trotz starker Lockerung der Maschen des tonalen Gewebes die Tonsprache durchaus verständlich bleibt. Die eigenartige Melodik der Singstimme ist voll herben Reizes und vereinigt sich mit dem bezwingenden Ausdruck de, eigenwilligen Streichinstrumente zu einem kraftvoller plastischen Klangbilde. Neben dem Kolbe-Quartett trat ba£ aus ehemaligen Sevoik-Schülenr bestehende Scvcik> Quartett mit Wevken seiner Landsleute Smetana Dvorak und Novak hervor. Mehr musikantisch als prazij erklang das frische Zusammenspiel, neben dem ernsten ener gischen Führertvillen des Primarius loben wir des Bassei GrunÄg'vwalt des Cellisten. Und schließlich noch ein Wort der Anerkennung für die junge Pianistin Linda G a i g her, welche ebenso hübsch und liebreizend spielt wie st cmssieht. Erwin Felder.