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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-25 · Heft 1806 (25.2.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1806 (25.2.1924)
Date
1924-02-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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HnzelmmmerKttOO Wien- Zum Abholen in Her Expedition, lT„Tshorstr. 1 -3, oder meiner Versehleirntelle (Trafik) monati. K 35.000 Strassen verkauf in Wien durch die Kolnorteure der Firma Oo!H«chm?edt, I. Bez„ WolFzeüe tt. Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl, K 35.000 Tscheeho-S! owa k e i: Mon. K 1R. luoroslawien: Mon r>inar60. P o 1 e n: Mon. 3*/»'Zloty, Deutschland Mon. Goldmark 4, F rank r., Belgien; Mon. Frcs. 12 MP Nach* ahlaa?cn "WW bei PreiaerholiunreB «orbehatteo Wiener oratmcitutm »WMNWWWWWWM Nr. 18(16 Men, fiaittna, 25. Februar 1924 n POrfflipoU.ZOOOOO Italien: Monatl. 12 1 .ire, Rumänien Mon. 130Lei, Bulgarien Mon. 30 Lewa, Schweis und das übrige Ausland monatlich Fres. 4 Redaktion u. A tfministratfon Wien, n„TaborstrasBel—3 Telenhone: 44*0«3R,43-3«19( ab 6 Uhr abds. 19-483,25-232 TeL« Adr.:„Morsrenze!tun« *' Wien Oösterreichisches Postspar hassen «Konto Nr, 150.69 8. siatzrsang Ettesemanns Dummheit. Seine Reichstagsrede ei« bedauerlicher Fehler.—SuttSnschnns in Paris. Paris, 24. Februar. Die Agenee Havas meldet: F» hiesige« maßgebenden Kreisen halt man in dem Augenblicke, wo Frankreich sich bemüht, seine Anschauungen jenen Deutschlands anzunähern, die vorgestern im Reichstag vom Minister des Aeußern Stresemaun gebrauchten Worte sür besonders bedauerlich, in denen er die Nationalisten ermutigte und in kriegerischem To» verkündete, er achte die Liebe der Deutschen zu ihrer Armee, ihrer ruhmreichen Flotte und ihren Kolonien, auf die sie vor -er Welt ein Recht haben. Paris, 23. Februar. (Havas.) In osfi ketten Kreisen wird die Erklärung Strescmanns bestätigt, in der er mitteilte, die französische Regierung habe dein deutschen Botschafter von Hoesch die lebte von ibm am fViai d'Orsay überreichte Note betreffs der Pfalz ohne Antwort zu ruck gesandt. Die« Tatsache sei in Paris geheimgehalten worden, um auf diese Weise zu vermeiden, daß man ihr einen nnsreriridlichcn Charakter beimesse. In Wirklichkeit sei bereits früher auf mehrere andere Noten, die den gleichen Gegenstand behandeln, eine Antwort erteilt worden. Eine neuerliche Antwort hätte nur zur Fortsetzung einer unnützen Kontroverse führen können. Aber diese Note sei der deutschen Regierung in der höflichsten Form und ohne die Ab'icht, sie zu beleidigen, z"rückg<andt worden. Poinrare habe damit bloß anZeigen wollen, daß er, nachdem er bereits alle wünschenswerten Erklärungen gegeben hatte, nichts weiter hinzufügen Zu müssen glanbie. Re Ansicht der Pariser Presie Paris, 24. Februar. (Havas.) Die Blatter halten die vom Ne'.chsminisier des Äeützern iw Reichstag und in Dresden abgegebenen Erklärungen zumindest für bedauerlich. Mit Bezug aus die von Stresemann gemachte Aeußerung über die Pflicht der Deutschen, sich L'ebe zu erwerben, sagt „Petit Parisien", mit solch ungeschickten Manövern nnd ungerechtfertigten Angriffen werde Stresemann dieses Ziel nicht erreichen. * „Oeuvre" schreibt, Stresemann habe keinen Sinn für das Lächerliche, scheine aber denjenigen für Herausforderung zu besitzen. Man^ könnte sagen, er suche im vorhinein das von den Sachverständigen ausgearbeitete Uebereinkomrrien zunichte zu machen. Stresemann gieße Oel in das Feuer, das die ganze Welt loschen möchte. Der „Matin" betont, Stresemann laste seinen R a ch e g e f ü h l e « gerade in dem Augenblick freien Lauf, wo Europa aus eine Regelung der Reparationsfrage zu hoffen beginne und Frankreich jede Aeußerung nnterlasse, I die eine Entmutigung der Sachverständigen zur Fotze! haben könnte. . ,• ....... Der Bankbeamtenftreik. Vor einer Verschärfung s 7 Im Falke e§ heute im Bankbeamtenstveik nicht zu einer bedeutenden Annäherung kommt, ist eine Verschärfung zu befürchten. Der Streik der Bankbeamten dauert bereits eine dolle Wache und vorläufig läßt sich noch absolut nicht doraussehen, wann er beendigt werden wird. Während des gestrigen Sonntags fanden keine gemeinsamen Verhandlungen statt, sondern bloß interne Beratungen der beiden Parteien, um über die weitere Haltung schlüssig zu werden. In den Hauptfragen ist u och keine Annäherung zu verzeichnen und es wird zunächst von den gestern gefaßten. Beschlüssen des Bankenoerbandes und des Reichsvereines der Bankbeamten abhängen, ob die Bermittl-ungsaktion von Erfolg begleitet sein wird. Mit Rücksicht auf die große Anzahl der Streitpunkts ist selbst im günstigsten Falle kaum vor M i t t w o ch oder Donnerstag ein positives Ergebnis der Verhandlungen zu erwarten. Der Zcntralverband der ReichSvereme der Bank- und Sparkaffenbeamten rmb die engere Streikleitung sind gestern vormittags unterdem Vorsitze des Präsidenten E p st e i n zu einer gemeinsamen Stellungnahme zur Streiklage zusammengetreten. Nach einer kurzen Mittagspause wurde die Konferenz nachmittags fortgesetzt, die in später Abendstunde noch nicht beendet war. Die Konferenz wurde sür st r e n g v c r t r a u l i ch erklärt und über deren Inhalt keine Mitteilung gemacht. Die für gestern einberufene Versammlung der Obmänner der Betriebsräte der' Bankan-- geftellten wurde abgesagt. Trotz des Sonntags halten auch Msjenu vor den Banügebäuden Streikposten Aufstellung genommen. In, einer Samstag abgehaltenen Versammlung evklärte Nationalrat Allina: „Mit allem Nachdruck muß daraus hingewiesen werden, daß wir es nicht buübeR werden, daß sich etwa die Banken, die ihre Angestellten ansgesperrt haben, ihrer gesetzlichen Verpflichtung entziehen und den von ihnen aiusgesperrten Angestellten ani 1. März die ihnen gebührenden Gehalte nicht ausbezahlen. Wir werden die Regierung dafür verantwortlich machen, wem: in. dieser Ar.gelegerchoit nicht rechtzeitig die nötigen Maßnahmen gervosfen werden. Wir lohnen jede Bermrt-- wortung ab/wenn sich die ohnehin herrschende große Erregung durch eine einseitige Partöina'hnre zugunsten der Unternehmer ins Maßlose steigert." Die neuerlichen Vechandlu-ngen in-der BmtdeÄkngkei 'bogimren, wie angekmvdigt, heute um halb 4 Uhr nachmittags. Die heutigen Bemtungen dürften für den Verlauf der Einlgrmgsaltton von' entscheidender Bedeutung sein. Die. Bankbeamtelr haben bisher folgende Konzessionen gemacht. Umänderung von drei FeArta-gen in normale Arbeitstage sowie Verlängerung und eventuelle Verlegung der Kassastunden um eine Stunde. Der Kampf geht jetzt vor allein mn die 15prozcniige Erhöhung und die Frage der PvagmatiisieMi'Ng der Pertragsbeaniten. ii^>ii ...— Arinnd Kr einen recken Frieden mit Deutschland. Eine sensationelle Wahlrede des ehemaligen Ministerpräsidenten. Paris, 24. Fckbruar. Brianhielt bei einem Baniett der sozialistisch-radikalen Partei in C a r c a s s o n n e eine Rede. Er stellte fcft, daß die Spannung in den Wechselkursen plötzlich zum Stillstand gekommen sei, da die französische Regierung bereit sei, auf der Grundlage der Arbeiten der Sachverständigen zu verhandeln. Das Vertrauen werde wiederkehren, sobald die Besprechungen wieder ausgenommen werden. Man müsse eine Atmosphäre der Sicherheit schassen. Deutschland müsse fühlen, Hatz die wiederajsoztterten europäischen Länder ihm einen reellen Frieden anserlegen werden. Frankreich, stärker als jemals, müffe seine moralische Macht als Land der Freiheit und der Revolution ansnützen. Eine schamlose Propaganda trachte Frankreich als militaristisch darzustetten, wahrend es im wesentlichen Sinne friedlich sei «nd die Emanzipation Deutschlands wünsche unter der Bedingung, -atz dieses sich der Freiheit z n w e n d e. Briand trat für die republikanische-heilige Einigkeit gegen den nationalen Block ein «nd schloß mit den Worten: Die nächsten Wahlen werden den T r i« m p h der Republik und die Vernichtung der Reaktion bedeuten unter der Bedingung, daß die Republikaner, Demokraten «nd Sozialisten sich einander zu naher« verstehen. Wenn nicht, werden sie besiegt werden. Henderson für die Revision von Versailles. London, 24. Februar. (Reuter.) In einer Rede, die Minister des Innern Henderson in Burnley hielt, empfahl er eine Revision des Friedensvert r a g e s v o n B e r s a i l l e §, da er mit den 14 Punkten Wilsons ln Widerspruch stehe. Zer englische Sockarbeiterstreik beendet. London, 24. Februar. (Wolff.) Eine Massenversammlung der Doekarbeiter von Hüll hat mit groster Mehrheit e r n e Entschlrestnrrg zugunsten der Annahme des Angebotes der Arbeitgeber angenommen. In Newcastle, Liverpool und Bristol haben die Arbeiter ebenfalls zugunsten der Annahme aestimmt. KuMng wird demissioniere». München, 25. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzü» tmvg".) In informierten politischen Kreisen bestätigt es sich, daß Ministerpräsident Knilling von seinem Posten zw. rücktreten wich. Er weilt gegenwärtig zur Erholung von seiner Grippe in Partenkirchen und wird voraussichtlich auch den Rest seiner Amtsdauer dort verbleiben. Da er bei den kommenden Wahlen auch Nicht mehr kandidiert, nimmt mon an, daß er sich jetzt vom politischen Leben ganz zurückziehen wich. «ttentat asf den olbmtWen Wfotfter« Präsidenten. Belgrad, 25. Februar. (Tel. b. „Wiener Morgenzeitung".'! Der albanische Ministerpräsident Zogirl wurde gestern von einem jungen Studenten beim Betreten der Nationalversammlung durch drei Schüsse leicht verletzt. D" Student wurde verhaftet. , 8in Attentatsversuch aus Trotzt«. Berlin, 25. Februar. Der „Montag" veröffentlicht tim Moskauer Meldung des Stockholmer „Tidningen", daß in Suchum in Transkaukasien, wo Trotzkh sich gegenwärtig aus- HAt, droi uni Revolvern und Handgranaten bewaffnete Personen versucht hätten, in die Wohnung Trotzkhs^ em-Z!wrm^> Bei ihrem Vorgehen seien sie aber niedergeschoffen worden. Zndien verlaust feine Autonomie. Delhi, 24. Febuitar. (Tel. der ,Mr. Movgenzeitnng.") Die indische Natwna-lversa>mmlung hat eine Entschließung angenommen, worin die sofortige Auto n o m i" für Indien gefordert wird. Von der Sekbstrcgierung wären nur das Heer nnd die auswärtigen Angelegenheiten an?- geschloffen. Gandhi wieder an der Spitze der Bewegnng. London, 23. Februar. (Tel. d. „Wiener Morger. zettung".) „Manchester Guardian" meldet aus Bombav. Ghandr habe die Führung der indischen NÄvegnn' wieder überuomnirn. Die inneren Unruhen — religiöse Kämpfe Delhi, 24. FeibruaL. (Del. der ,Mr. MovgenZeituarg".) In vielen Städten fanden anläßlich der religiösen Feste zwischen Akalis und Hindus heftige Kämpft um den Besitz von Tempeln statt. 'Dabei gab es viele Tote und Verwundete. Trotzdem die Regierung m suchte, die Frage über den Besitz dieser Tempel durch ge richtlich.e Entscheidungen zu losen, versuchten die AkaliS immer von uemm, sich aus eigemr Kraft v i den Besitz der Tempel zu setzen. Nationalistischer Wahlsieg in Aegypten. Kairo, 24. Februar. (Reuter.) Bei den Wahlen in de> Senat erhielten die Anhänger Zagluls 67 von 71 Man baten,

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