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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-24 · Heft 1805 (24.2.1924) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1805 (24.2.1924)
Date
1924-02-24
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Gerk 14 Wie«, Sonniag Schnitzer. Koinertdirekt'ivn Melly W e i ß, 7. Bez., Burggasse , Nr. 22. Tel. 88.366. . Das lebende Buch verlangen Sie van Heller -Bukum) Bauernmarkt kostenlos! Keren Kaiemet l'gkrael (Mischer Mtkonaisou-r). Ausweis Nr. 8 vom 18. bis 20. Februar 1924 8,876.069 Kronen: bisherige Gesamtsumme l88.429 488 K. — 1. Bez.: Josef Rottenberg 1,62". - 2. Be,.: Beth Israel 498, Dir. Bela Steiner s. H.rbert Steiner 299. — 9. Be, : Dr. Ludw'q Riest s. N. Jakob Engelbardt 491, Dr. I. Sadger 109. BetbouS Cbewra Betli Harfilah: Dr. Leo Goldbammer 109, Kegler 109, Schmerler 59. — 10 und 11. Be,.: Temvelver. Humboldg. 189, Sandor Löwenstem 1,990; Büchen d. Steiner: 516. Naab 68, Löwenstein 59, Trebitscb 60. — 13. Bez.: Leon Stein 100« Akademischer Landesverband: Z. A. B. Bar Kochba: Julie Lewinsohn 59. Katz-Barenblüth 89, diverse 55, Z. M. B. Massadab: d. Weinstock 59, Hechawer: Verb. russ. Stnd. Büchsen r 148 S. Blatt 55; Blau-Weiß: Smlg. Mabrer b. Generalversmlg d. Makkab' X 168, Erez Israel: Schneeweist 50; Ahaw'th Zion: Smlg. Bernstein '1, Smlg. Hauser 51, Kulturgruppe XX (Lacher) 185, d. Frl. Blum-Lacker 69 d. Segall-Feilich 116, Sektion Prater: Melech Alster 5", Kwuzab Cbawerim 168, Smlg. b. Generalversmlg. Esra 86, Minsan Gerstl (Kampfer) 249. Vereinheitlichung der Preise der Tpendenzweige. Da die Verschiedenheit der Preise der Spendenmittel in den einzelnen Ländern zu Ungerechtigkeiten führte, hat das Direktorium des K. K. L. beschlossen: Mit 1. Tischri 5685 (29. September 1924) werden festgesetzt: für d?e Eintragung ins Goldene Buch 29 Pfund, für die Baumspende 6 Schilling. Als Aebergangspreise werden für die Zeit vom 1. März d. I. bis 1. Tischri 5685 (29. September 1924) bestimmt: Für die Eintragung ins Goldene Buch 19 Pfund, für die Baum» spende 3 Schilling. Für die laufenden Golden»Bucheintragungen gilt: Bis *unt 31. März können alle Eintragungen noch zum alten Preis komp'ettiert werden. Für alle am 1. April d. I. nicht komplettierten Eintragungen gilt automatisch der neue Preis. Für nicht voll eingezahlte Spendenmittel wird das Direkterium die Durchführung verweigern. Gerichtssaal. AeKinderpeitsch« vor Gericht. Die Affäre Kadinec. An den drei letzten Tagen dieses Monats wird das Schöffengericht unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Hofraws Tr. H a b i t e i i n e k sich mit dem Prozeß gegen die angebliche Sprachtehrerin Jda Edith Kadinec beschäftigen, die sadistische Vorführungen in ihrer Wohnung veranstaltete. Die Mündel der Kadiwcc, Grete Pilz, war bekanntlich aus dem Haufe 'der Kadinec entwichen, von der Polizei aufgegriffen wvr- '.-en und hatte dort die belastenden Angaben gemacht. Iba Kadinec hatte tatsächlich aus dem Sadismus, dem sie selbst ergeben war, ein Gewerbe gemacht und in ihrem Salon vcr- Lhrrcu Persönlichkeiten aus den besten Gesellschaftskreisen. Vor diesen Herrschaften wurden Kitt'der, darunter auch die Tochter der Kadinec, auf den nackten Rucken mit Peitschen, Ruten und Stöcken geschlagen. Nach Abschluß der polizeilichen Recherchen wurde gegen die lösährige Jda Kadinec, den 28jährigen Harrdelsangeftellten Walter Taussig, den 39jährigen Teppich- Händler Paul K o t a n y i, den 36jähr-igen Universitätsdozenten Dr. Ernst Bach stelz, die 39jährige Private Eugenie Degrassi, den 52jährigen Statchaltereisekretär a. D. Leopold Chlumecky und den 43jährigen Schauspieler Hermann R o m b e r g die Anklage erhoben. Sie lautet auf die Verbrechen der Schändung, der Verführung zur Untzucht und auf das Verbrechen der Unzucht wider die Natur. Gegen einen achten Angeklagten wurde das Verfahren ausgeschieden, weil das Oberlandesgericht seinem Einspruch gegen die Anklage Folge gegeben har. Tie Anklage wird Staatsanwalt Doktor Ä a d e c i a verrreten, als Verteidiger fungieren Regrerungsrat Dr. Sieger, Dr. Alfred Kramer, Dr. Richard Preßburger, Dr. Wolfgang Polaczek, Dr. Hugo Schönbrun u, Tr. Gustav H a r p n « r, Dr. H >rrdegen, Doktor Eisler'und Tr. Prem inger. Tie Neugierigen tverden bei dem Prozeß nicht auf ihre Rechnung kommen, da die Berbandlung geheim dnrchgesührt wird. Auch in Sesterreich werde» Hypothek«« vsloristert. ' Ein bemerkenswertes Urteil. Fum ersten Male hat mit eitlem Urteil das Wiener L<inaesg.'r:cht, im Anschlüsse an die deutsche Judikatur, auf Valorisierung einer Hypothek erkannt. Die Eheleute Timon und Helene Ra bi haben von Johann Adolf T r i s ch e k im Jahre 1918 ein Haus gekauft und sind einen Restbetrag von 79.000 Kronen schuldig geblieben, den die Schuldner dem Gläubiger in entwerteten Kronen rück^hlen ooilten. Ta der Gläubiger die Annahme des Betrages verweigerte, erlegten die Schuldner den Betrag bei Gerichts woraus der Gläubiger die Balorisationsklage beim Zivillanbesgerichte anstcengte. Ter Gerichtshof hat den Rechtsanspruch dks Klägers auf Valorisierung als zu Recht bestehend errlärt. In der Begründung wird ausgeführt, daß die Stuiid u n g des Kaufpreises lediglich im Interesse der Schuld-nerc erfolge sei, und daß es bei einer hypothekarischen Sicherstellung nicht angebe, nicht einmal den z e h n t a u s e n d st en Teil des gesicherten Betrages zurück zu epalten. Es dürfe nicht übersehen werden, daß bei einer etwaigen neuerlichen rapider! Entwertung der Krone etwa nach Art der reichsdeutschen Mark, eventuell ein derartiges Mißverhältnis herauskommen könnte, daß Beträge bis zu 59.090 Kronen nicht mehr bezahlt werden können, weil solche geringfügige Noten nicht mehr im Umlaufe wären Der Verkäufer habe den Anspruch daraus, den Gegenwert zu erhalten, den oeide Parteien bei Abschluß des Vertrages im Auge hatten. Wieder ein verurtciller Apotheker. Vom Bezirksgericht Fünshüus tourte der Besitzer der Dreifalt igteitsapothete in der Meriahilfelstrasze 195. Tr. Ludwig Gärtner, zu einer Million Kronen und zum Kostenersay von einer halben Million verurteilt. weil er Vaselin, das Petroleum enthielt, bei Zubereitung, beziehungsweise Verabfolgung einer nach Rezept vorgeschriebenen Salbe einer Pa'ienti-n verabreicht hatte. Diese die nach Benützung der Salbe Verbrennungen dritten Grade-i erlitte«. VSUntt WoieiitnttHnwt,____24. .FcSvum 1924 I «\m P Alle Arten von Bankgeschäften Kommandlte der Kroatischen Eskomotsbank. Agram Wien, I. Seitzergasse 4 Ecke ß3s:ner^as8e beim Graben) Kredituna Warengeschäfte Telephone s 60-4*82. 60-4*93. 63-4-85, 64-4-42. 66 4-78. 69-4 82 10465 Telegrammadresse - Frapobank Volkswirt. foifole Bmrteratwfrlft. Bm Dr. Michael Sxssan. Ter Streik der Bankbeamte» hat plötzliich die A-ufmetebsamkert auf die sozialen Krisen geten'kt, welche sich jetzt immer ftär.'er bemerkbar machen. Er ist -s'rne einzelne Erscheiinuing. NÄeu den Lohnlstveitigjke-iten -im Barrkgewe-rlbe kaufen Parallel auch Lohn-diisiferenzen in anderen Prcdutt-.ons-tde-i.gen. Jmensivi-e'ru-nlg der Betrielbe, Abbau unproduktiver Industr: Stätten wie bei der Mpinen, Erlangung 'der Konikurvenzsahi-Zkert auif -dem Weltmärkte und infolgedessen HMgevr Pro.d-ult.o-n sind em-iM der Gründe, welche soz'ale Streitigkeiten in der letzten Zeit in stärlkeve-m Maße a-uslösten. Der Banlenstreik hat die Krankheit, die sich bisher nur i-m Jniwrn -des WirtschaftskövPers a-bspielte, nach außen Pa krasser zum Ausdruck gebracht. Sie ist e'i-ue A-eußerung des s-oz:a'len F.-c-bers. das seit eän'iger Zeit in den Ädern der österrcichisch-cn Wirtschaft tobt. Es ist vielleicht zu eruftitia, dem einen oder anderen Faktor einzig uub olle n die Schuld an dieser Evschewung zuzuschveiben. Es ist verfehlt, nur die Begehrlichkeit der Arbeitnehmer und den Bossecha-ratter der Arbeitgeber, wie er sich im klassischen Lar-de de- Ausnützung der menschlichen Ardsitslvast, in Amerika, äußert, als die einzige Ursache hterfür anzuschen. Im i'sterrei^schen Wirtschaftsleben find die sozialen Gegensätze i-nsolg. der Revol-ution stark gemildert worden. Das B^chäUniS zwischen Artbsitgeber und Arbeitnehmer hat feir-e 'Ltehärse gegenüber der Vorkriegszeit teilweise abgewetzt. Das Unternehmertum wäre unvernünftig. wenn cs m Vhii Scharfmachevallüre die Aibeiterfckiaft allzu stark reizen würde. Es steht hier einem festen Block de's Großteils der österrcichischen Bevölkerung gegenüber. die in d:n g"s.'tzgcbenden Kerscischafteu gut vcr« treten ist, dort rnaßzobenLen Einflntz bositzt und auch sonst vermag, le'cht jeden provozierten Angriff abzuwehren Es mag wohl sein, daß sich in -manchem der Unternehmer die Vorkr^egsmentalitat des starnen kapitalistischen BeschlShabers regt, der mit Hilft des VoEr'iegsmMärs seinen Willen durchsetzen konnte. Doch sind vere-inzelte Erschei-n-ungen nicht der Erwähnung wert. Heute ist ein solches Beginnen unsinnig. Das weiß die Mehrzahl des Unternehmertums und infolgedessen versucht sie jede bewußte Provokation zu meiden. Und denncch kommt es setzt zu Streiks. Aussperrungen und ähm'ichrn Erschcruurgen, die uichts anderes als Wunden am sozialen Körper der Wirtschaft bedeuten. Die Ursachen liegen dieK-eicht tiefer, als man sie -teil ciber.Mchlicher Betrachtung d.'rmuten kennte. Sie sind nicht die Folgeerscheinung der Regeneration der ostevreichlschen Wirtschaft aus -den Kriegs- und NachkriMZerscheinungen. aus der Jusla-ti-onswirtschaft und dem Versuche, diese zu sanieren. Gbervft wie die Sanievung dsr Staatssmanzen eine Krise der Privatwirtschaft natuvnotwendig herdcrrufen mußte, wsi-l die Anpasiung aus der inflationistischen Wirtschaft m die stabilen WLHruniAsverhältnisse nicht reibunMos vor sich gehen konnte, ebenso sind die sozialen Erscheinungen nichts anderes als die Aeußerung der Sanier»ngskrise auf sozialem Gebiete. Beide Krisen gehen miteinander Hand mHand. Schon seit einiger Zeit küigen Oesterreichs Wirtschaft und Jn'dustr-e über ungeheuere Absatzschwierigkeiten i-m Inland und noch mehr aus dem Weslimarkte. Die österreichische Jwdu-strie ist nicht k-onburvenzfähig, trotzdem der Ledensmittelindex Oesterreichs wait unter,dem Weltstan-dard steht und damit auch die Löhne noch lange nicht die Höhe der Meltmarktsöhne erreicht haben. Sie können sicher nicht die Ursache für die allzu teuren Produkte der östervsichikchen Industrie ft-m. Es ist seit jeher ein Krebssehter der österreichischen Industrie ge'wcsen, daß si-e mit der Zgit nur in wenigen Fällen Schritt gehalten hat. Die Eta-'blissoments sind Är vielen .Fallen noch nicht enHsprechend modern emzerichtet, um die menschliche Anbeitskvast, die -den wertvollsten ProdEionsfaktor bildet, entsprechend verwerten zu können. Während der Inflation, als ter Währungsverfall einen lbilligen Absatz ermöglichte, wurde die Rückständigkeit >der österreichischen Produktion niicht empfunden. Heute sieht sie es ftlbst ein und will nunlmohr den Foodevu-nge-r der Zeit gerecht werden und billiger zu produzieven versuchen. Es lbeg-in-yrn die I n t e n s i v i e r u n g s -b e st r e b u n g e n, die gleichzeitig mit einer Verneinung der der Teuerung entsprechend erhöhten Loihnf^rderungen Hand in Ha>nd gehen./ Bei den Danken spielen Ebenfalls JnflaOo-nsmoment« mit. Zur Zeit der Inflation, als -das Bankgeschäft ungeahnte Fornren annahm, als der Prozeß der Wähvungszevrüttung .dem Bantge-schäft geUxÄtige Gewinne einbrachte, La wunde mit dem Personal nicht gespart. Ter Zuzug zu den Banken war geivaltig. Es 'wurde nicht an die mtensive Ausnützung «der emzelnen Bankkraft gedacht, woil die immens-en Ginkünfte die Personatentlohnurig leicht tragen konnten. Jetzt erst, bei der Rückkehr zu ucr-maten Geld- und Kreditvcrhältu'ssen. bozimU auch hier die Einsicht wach zu werde^ daß die Intensivierung des Geschäftes Platz greifen müßte. Tie Erhöhung der Arbeitszeit ist bw Forderung, Altbau einer größeren Anzahl vcn Beamten, weil sie für den fetzigen Ce'chäftsumftng nicht wehr not« wendig ist, ist ein wichtiges, vovlänsig vm Hintergrund stc-hendes Moment. Soziale Reibungen, di« durch den Versuch zur Rückkehr zur normalen in-temiven M-irtschrft goken-nzeichnet sind. Der Getwvi-lkcmmisiär Dr. Z i m m «r m a n hat in seinem letzten Peucht die Rücktehr zur novmaien Wirtschaft und die Einschränkung des allzu großen Ken.su.mS verlangt. Er hat nur eine kleine nebergeerdnetv Wirkung der San-ierung auf einzelnen Gebieten gestreift. Das groß« Probten» hat er keine-r Erörterung ulrter'zcg'en. Es fft dies di« Frage der sozialen Angleichnng an d'.-e fttziZ-e Sanier»ugslvirtschaft. Kämpft allein, Gefechte allein können da nicht die Regelung bringen. Hi.er ist eine gewiss« Entwicklung notwendig. Das Kompromiß, das sowohl aus ftiten der Arbeitgeber als auf seiten der Arbeitn'ehme'r i-r Anwendung «komnten muß, kar..n nur den Ausweg aus dieser soziaten Krift weisen. Daß auch dann nich viel« Verletzte auf dem Schlachtfeld bleiben werden, ist gewiß. Sie fin4 nicht das Opfer der Kämpft, sondern das seziate Opfer de' Wirtschaftsentwicklung. Ar unoarische zwanqsanlrllje. Budapest, 23. Februar. Wie in informierten Kreisen der» lautet, beabsichtigt die Regierung aus der Zwangsanleihe einen Erlös von 1200 Milliarden Kronen zu erzielen. Das Defizit im Staatshaushalt beläuft sich derzeit auf 15 Millionen Goldkronen im Monat, was auf vier Monate umgerechnet, 60 Millionen Goldkronen, rund 1200 Milliarden Papierkronen, entspricht. Reduktion der Borsentag« in Budapest. Berichten aus Budapest zufolge hat in den letzten Tagen -der Verkehr an der Börse mit Rücksicht aus die Panikstimmung sehr zugenommen. Dos Girvinstitut ist derart mit Arbeit überhäuft, daß es nunmehr ganz ausgeschlossen erscheint, den dieswochigen Kastetao ohn-e Schwierigkeiten abzuwickeln. Die Leitung des Giro» instituts seht alles daran, domit die Arbeit erledigt werbe, doch sind bereits so große Restbestände, daß deren Ausarbeitung mehrere Tao« erfordert. Das Giroinstitut ersuchte ^unm.'hr den Börsenrat. daß entweder der Kassatag verlegt oder aber vorübergehend die Börsentage reduziert werden, und zwar sotten einige Zeit hindurch wöchentlich bloß zwei bis drei Bövsentag-e statt der bish-rioen vier abgehalten werden. Die Poldihütte und die Ungarische allgemeine Kreditbank. Berichten aus Budapest zu'olge boabsichügt die Ungarisch« allgemein« Kreditbank, die Ungarischen Stahlwerke A.-G. ihrem Konzern anzugliedern. Di« Ungarischen Stahlwerke und ein« der bestsundierten unaarischen Gesellschaften. Die Majorität der Aktien befindet sich zu 80 Prozent in Händen der Poldihütt«. Die Fabrik erzeugt Spezialsabrikate und nimmt daher eine bevorzugte Stelle in der ungari'chen Industrie ein. Die Kveditban-k bftibsichtigte bereits vor einiger Zeit, dieses Unter* ternehmen ihrem Eisenfabrikskonzern anzugliedern, doch scheiterten die diesbezüglichen Versuche cm dem Wid"rstand der Pokdihütte. Die Kreditbank ließ nunmehr im Laufe der letzten Wochen die auf dem ungarischen Markt befindlichen Äktien der Stahlwerk« unauffällig au'kaufen und beabsichtigt, mit einte namhaften Minorität in Händen, die Fusioni-erunosverhirrdlungen mit der Divektiost der Stahlwerke, respektive der Poldi- Hütte auszunehmen. Die Kursschwankungen des Dinar. Zur Letzten Kurssteigerung des Dinar wird der „Eeps" aus Belgrad oem'ldet: Das Ansteigen des Dinarkurses ist zum Teil auf wirtschaftspolitische Momente, zum Teil auf di« Stabilisterung des jugoslawischen Finanzwesens zurückzuführen. Di« Prophezeiungen der Regierungskommiffion von Finanzsachverständigen, welche den Wert des jugosiawischen Exports bis zum Jahresende mit 8 Millvavden Dinar schätzten, eine Angabe, die in nranchen Kreiq'en mit gewissen Zweiftln ausgenommen wurde, sind durch die Tatsachen gerechtfertigt worden, da sich di« Ausfuhr in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres bereit auf 7,4 Milliarden stellte. Im Budget für daS Jahr 1924 bis 1925 wird mit einte Dermchrung der Einnahmen gerechnet. In Börsenkveisen ist men allgemein der Ansicht, daß der rasche Anstieg des Dinarkurses Wohl ein« natürliche Reaktion im Gefolge haben dürfte, daß sich der Dinarkurs jedoch daun stabilisieren werde. Zwei neue Konzessionen in Rußland. Der Rat der Volks.- kommissär« des Sowsat'bundes ganehmigte. wie der Tst-^xpveß meldet, den Koidzessionsvertrag mit dem amerikanischen Staatsangehörigen James Wint. wonach dieser das Recht erhält, die Goldvorkommen im Flusse Semirtak im Amurgebiet auszubeuten. Der Konzessionär ist verpflichtet, das Konzessionsgebiet spätestens bis zum 15. Juli 1926 mit Goldschaufeln und anderem Arbeitsgerät in einem für «ine 20jährige Ausb-..utnng ausreichendem Umfana zu versehen. Ferner verpflichtet er sich, jährlich mindestens 75.000 Kubikmeter $» durchschürfen. Er entrichtet an die Sowsetregierung. die sich das Vorkaufsrecht ' auf das von ihm gewonnene Gold vorbehält, außer einer besonderen. nach Deßjcrtinen berechneten Gebühr noch eine bestimmt« Abgabe vom Werte der gesamten Goldgewinnung. Als Kaution hinterlegt er 35.000 Goldrubel. Die Dauer der Konzession beträgt 26 Jahre. Gleichzeitig genehmigte der Rat der Volkskommissare des Sowsetbun'des einen Konzesiionsantrag zwischen der autonomen Republik Karelien und den finnischen Staatsbürgern Erkki, Ma>kkonen und R. Daraste über die Nutzung der an den Müssen Tuulioki und Lieksa gelegenen karelischen Woldbe-zirk«. Das gefällte Holz soll auf der im -Sommer 1924 zu errichtenden Sägemühle ain Pielisiaronisee in Finnland bearbeitet werden. Ferner verpflichtet sich di« karelische Cewjetregierung, von der Ausbeute ihrer übrigen Wälder jährlich 6000 bis 7000 Standard der genannten Sä gemähte zur Bearbeitung zuzuleiten. Die Konzessionär« zall)len der karelischen Republik 50 Prozent des Nettogewinnes vom Mvonu'nen Sägeholz, wobei dieses Holz nicht unter dem jeweilig?» Londoner Marktpreis verkauft werden darf. Ferner gewähren die Konzessionäre der karelischen Sowsetregierung Kredite. Der Konzessionsvertrcig. der für den Fall von Streitigkeiten «m Schiedsgericht Vorsicht, ist aus zehn Zähre aÄMjchlosjeK» *

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