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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-22 · Heft 1803 (22.2.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1803 (22.2.1924)
Date
1924-02-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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«M % ' Pfm, vie Jfohrfofe Mutter. w©oJ Arbeiten ist mir ja doch nicht mehr so leicht wie früher einmal," gesteht uns leise die alt« Frau und sieht der» legen und ein bißchen beschi'mt vor sich hin. Sie sucht nach Entschuldigungen. Ist 7k Jahre alt und sucht nach Entschuldigungen, weil sie nicht mehr wie einst die Wäsche waschen, die Böden reiben, auf die Leiter klettern und unter die Betten kriechen kann! Das heißt: alle diese Arbeiten führt sie immer noch au-. Aber eS braucht doch länger als früher einmal, bis sie fertig wird, sie kann nicht mehr so flink über die Treppen lausen, sie ist nicht mehr im Nu mit dem Scheuern fertig, und er kommt sogar vor, daß sie sich, mitten im Fest des „Großgründlichinachens", für fünf Minuten auf den Kückensessel seht, richtiger sich fallen läßt, weil sie einfach nicht weiter kann. Mehr, weit mehr als ein Menschenalter steht die Frau am Waschtrog, fegt, scheuert, putzt, schleppt Koh'r oder Master, macht Botengänge im SchnrllzugSlemvo und führt auch sonst das Leben einer der vielgenannten jüdischen Faulenzerinnen. Sie hat mit dieser Arbeit ihre Kinder ausgewogen, nachdem der Mann, ein Tapezierermeister, gestorben war. die „beiden Einzigen", die ihr von fünsen blieben. Zwei Kinder mit der Arbeit ihrer Hände groß zu ziehen, das war auch in der Friedenözert für eine Frau keine leichte Aufgabe. Aber die Witwe murrte nicht. Geduldig trug sie ihr LoS, rackerte sich ab, in der sicheren, der fröhlichen Zuversicht: meine Kinder werden eS mir bezahlen. Die Kinder wuchsen heran, waren genau so klug, brav, schön und ausgezeichnet wie seit Menschengedenken alle Kinder einer jüdischen Mutter gewesen. Nur blieb die kleine Susanne zart «nd schwächlich, auch als sie schon längst keine „kleine" Susanne mehr sein sollte und seit Jahr und Tag im M -csalon saß, um Lutz für die glücklicheren Schwestern herzustellen. ES brauchte >ann nicht viel, daS flackernde Lichtlein auSzubkasen. AlS sie >om Friedhof heimgingen, da mag sich die Hand der Mutter rm die Hand ihres Letzten gekrumpft haben. Den mutzte ihr >aS Schicksal lassen, den einen. Der Krieg hat ihr auch den Sohn genommen. Er ist verchollen, niemand kann der Mutter und der Fran sagen, was mS ihm geworden ist. Die Alte spricht niemals von ihm. Zragt jemand nach seinem Schicksal, so erzählt sie einfach, daß ie seit dem 16. Oktober 1916 keine Nachricht von ihm erhalten tat. Und ihre Augen betteln: nimm mir nicht die letzte Hoff- »ung, sprich das furchtbare Wort nicht aus... Cs gibt vieleicht Augenblicke, in denen die Frau der Wahrheit ins Gelcht sieht. Aber dann tröstet sie sich wieder mit allen Geschichten von der fröhlichen Wiederkehr Totgeglaubter, die sie je gehört oder gelesen. Und glaubt mit dem unerschöpflichen, mit »em heiligen Glauben der Mütter an das Wunder. Es ist still geworden um die alte Frau. Sie. die den L^rm »er Werkstätte, das fröhliche Treiben der Kinder, das Lachen unger Menschen um sich gewöhnt war, sie sitzt letzt, wenn sie eine Arbeit finden kann, stundenlang still auf ihrem Küchenessel, in eine Decke gehüllt und starrt vor sich h>n. Ein Wolleibchen, das eine mitleidige Frau schenkte, muß den Winternantel ersehen. Früher wäre ihr das Jäckchen sicherlich zu klein jewesen, jetzt kann sie bequem d'e Aermel über die blaujefrorenen Hände ziehen. Denn sie ist kleiner geworden, kleiner md magerer. Ein vertrocknetes Gesichtchen siehe unter dem -unkten Kopstuck hervor mit brennenden Augen, die nach ein «ißchen Mitgefühl juchen. Selten genug sinder sie diese- Miticfühl. „Sie geht ein, die Frau Rosenleld," sagen die Lente. jleichgültig, wenn sie zufällig die Beränderung bemerken, und «rgünzen ebenso gleichgültig: „Na ja, sie wird auch nicht ünger". Das ist so ziemlich alles, was gutherzige und wohlwollende Renschen zu dieser Tragödie des Alterns zn sagen wisien. Sie tehmen es hin wie etwas Selbstverständliches. Diese- Alter, chne Hilfe, ohne Trost, ohne die Stühe von Kindern, Freunden, lrtgenoffen, dieses Atter drr jüdischen Proletarierin. Frauen, äe ihrer alten Mutter zu Hause nicht genug der Liebe und tzorgsalt widmen können, und die hoffen, dereinst von dank- «aren Kindern denselben Licbeszoll zu ernp'angen, gehen dertändnislos an dem Schicksal dieser Schwester vorüber, fühlen •ie Pflicht nicht, die ihrer da harrt. Die große Einsamkeit sinkt langsam auf die fl7tc Frau «runter. Stundenlang sitzt sie still und allein in ihrem Eämmerchen, in dem sie sckläft, kocht, ißt, wenn eetwas zu ochen und zu essen gibt. Niemand fragt nach ihr, niemand srrzt ihr die langen Stunden, niemand hat ein halbes Stund« hen übrig, mit ihr von der Vergangenheit ru pland'rn. Ihre )ugendgeiährten deckt alle sch"n der Nasen. Sie nur »st „übrig jeblieben", wie sie es nennt. So sitzt fte in der kalten Kammer md wartet. Auf den verschollenen Sohn, aitt den Sommer, »ielleicht auf den Tod. Wenn der Abend anbrickt, wird d'e tllte unruhig. Denn dann k>-mmt der „Zimmerherr" nach )ause, der seine stolze Bezeichnung dadurch verdient, daß er «as Bett m der Küchenkammer gemietet hat. Cr ist ein grober, närrischer Geselle, der der alten Frau eine ständig wachsende lngst einjagt. Sie fürchtet sich vor ihn und kann ihn doch Nicht öS werden, weit er sonst obdachlos würde und dakann sie nnem „jüdisch Kind" doch nicht „antun". Vielleicht will sie ihn mch gar nicht lowerden, ist er doch der einzige Mensch, der p ihr kommt, sein Pechen an der Tür daS einzige, auf das sie rechnen kann, sein mürrischer Abendgruß der einzige, der ihr irklingt. Das Leben der Menschen währet siebzig, wenn eS hoch ommt, achtzig Jahre. Und ist es ein glückseligegewesen, so st eS Müh' und Arbeit gewesen. Müh' und Arbeit, sie hat »ichts anderegekannt, die Proletarierin, nicht in der Jugend md nicht Im Alter. Aber von Glückseligkeit weiß sie nicht allzu »iel zu jagen. Sie glaubt nicht daran, daß sie von hinnen soll, chne eine ^»tzte Freude erfahren zu haben. Es kann nicht möglich fei». Und sie wartet. Darauf, daß die jüdischen Schwestern, mögen sie auch durch Bildung, Wissen, LebenSgewohnheiten, noch so weit von der Arbc'terin getrennt sein, sich ihrer Plicht gegen die kinderlose Mutter. erinnerir. K. M. Me trat M der Faürzay nnk»r drr Aektrlschrn zu benehmen? Eine Anfrage an die Direktion der Straßenbahnen. Unter de» verstaubten Erlässen, welche die Direktion der Straßenbahnen znm Gebrauch parat hat, mutet am altmodischesten die Vorschrift an. die kundtut, daß der Schaffner bei UnglnckSfällen den Tatbestand aufnrhmen muß und sich jedes sonstigen Eingreifens zu enthalten hat. Praktisch hat sich diese Verfügung wieder einmal am Montag abends „bewährt", als bei der Universität eine Frau, vielleicht durch eigenes Verschulden, vom Trittbrett deS Triebwagens alstürztr und unter brtt Beiwagen geriet. Ta ereignete sich nun folgende Szene: Paffanten stürzen herbei. Der Schaffner: „Wer hat daS gesehen? Wer kann Zeugenschaft oblegen?" Die Frau, deren Kopf unter dem Wagen hervorschaut, schreit um Hilfe. Der Schaffner wiederholt seine Frage, ohne der Fran zu helfen. Die Paffagiere sind empört und verlangen vom Schaffner Hilfe für die Frau. Der Schaffner: „ES iS eh um die Rettungsgesevschast — vielleicht sagte er Feuerwehr — geschickt." Da niemand kam, bemühten sich die Passanten, den Waggon zu heben und die Frau hervorzuzerren, wobei ihnen schließlich auch der Schaffner half, trotz drr „Vurschrist". Ein vorbe fahrendes Privatanto wurde angehalten urrd die Frau, die an den Füßen verletzt war, in die Unfallstelle deS Allgemeinen Krankenhauses gebracht. Warum durste der Schaffner nicht helfen? Er mußte sich an die Vorschrift Hallen. „Vurschrist ist Vurschrist" sagen alle Beamten, wenn sie auf irgendeinen Blödsinn aufmerksam gemacht werden, wenn z. D. die Briefmarken bei dem einen Schalter auf der Post gekauft werden müssen und, nachdem man dort eine halbe Stunde gewartet hat, man eure weitere halbe Stunde bei einem zweiten Schalter wanen muß, um den Brief rekommandiert aufzugeben. Ter Amtsschimmel ist leider nicht abgebaut. Die Frau mit dem unter der Elektrischen hervorschauendrn Kopf, die warten muß, bis der Tatbestand ausgenommen ist, könnte das Thema für eine Groteske von Courteline abgeben. ES fragt sich nur, wie sich der Passagier bei solchen Fällen benehmen soll? Soll er etwa einen Wagenheber bei sich tragen, um den Wagen selbst in die Höhe zu heben? Vielleicht bringt der geehrte Direktor der Straßenbahn solche Wagenheber in Verkehr. Oder soll er, der Verunglückte» um sich über die-unangenehme Situation hinwegzuhelfen, einen Radioapparat bei sich tragen, damit er während dieser Zeit wenigstendaS Radickonzert anhören kann? Oder ein drahtloses Telephon, um die Rettungsgesellschaft selbst herbeizurufen? ES wird wohl nichts übrig bleiben, als daß der Direktor — ist eS etwa der Direktor Spängler, von dem alle diese konfusen und unvernünftigen Vorschriften stammen? — ein Vademekum für verunglückte Fahrgäste herausgibt. Verlegen kann er es in seiner Druckerei, d. h. in der Dru ckere i des Amtsschimmels. Es wäre nöti.z, daß sich die Vorgesetzten des Herrn Direktors der Straßenbahn mit der Angelegenheit befaffen und der Bürgermeister hier ein Machtwort spricht. Wir hoffen, auf die Sache nicht mehr zurückkommen zu müssen. Nur Arbeitsgemeinschaft für Mische Krankensürsorge. lieber Initiative deS von Gcmeinderat Dr. Plaschkes geleiteten Fürsorgekomitces für die jüdischen Pfleglinge in den Wiener Humanitätsanstalten fand am 16. b. im Sihungssaale der Kultusgemeinde eine Besprechung der in der Zusammenschluß zu einer Arbeitsgemeinschaft die Fürsorgeräte drr Bezirke 2 und Lv statt, um durch organisatorischen Zusamenschluß zu einer Arbeitsgemeinschaft die Fürsorgearbeit rationell auszugestatten. Nach einem ausführlichen Referare von Tr. Plaschkes wurde der Beschluß gefaßt, im Nahmen der Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge mit dem Sitze 1. Bez., Seitenstettengaffe 2, Tür 22 eine Arbeitsgemeinschaft zu begründen, die den Namen „Israelitische Krankenfürsorge-ÄrbeltSgemeinschaft" führt und den Zweck hat, arme jüdische Kranke in den Wiener Heil- und Hnmanitätsanstalten ohne Unterschieb ihrer Heimat',uge- Hörigkeit,'ferner, soweit cS ihre Mittel erToitbe«, auch in häuslicher Pflege befindliche jüdische Kranke zu besürsocgrn uud sie durch Wiederherstellung ihrer Gesundheit wieder der produktiven Arbeit zuzuführen. In den Zentral<>«»lzsuß wucken gewählt t'e Herren Geme'nderat Dr. Leovold V l a s ck k e S mm Präsidenten, £?*nr G v l d s ck m i e d und NNckoel ® t e t n f e T b ,« Dizewäsidentrn. Rabbiner Bela Flicker und Fürwraerat Albert Rolenbaum zu Schriftführern, die Fürloraeräte Max S ch i f f m a n n und Sieamund H a b e r zu Kassieren, Julius Fritz, Füttorgerat Mar R a tz, Friedrich Stern, Marlu- B <i r t f e l d und Friedrich!>1 e i 8 n e r ni Revisoren, Fürsor^erat Tr. Samuel R o s e n t l» a l sowie Tr. Julius Flesch und Dr. Ln tvrq R t e s z in den ärztlichen Beirat, ferner Ne Damen Fra« Selma Klar, Regine K o h n. Helene K a n i tz. Henriette Schwarz, Sophie W a l t u ck, Lotte G o t t e r m a n n, Adele Scklesina « r, Salome Blankstein. Anna B e e r und I. D r e s; l e r. Für jüdllcke Krankenfütsoree in den städtischen Humanitätsanstalle« (Versorgung-Heimen), die Heilanstalt Am Steinhof und dem Spital der Stadt Wien wurde em auvier Herren und vier D »ru. bestehevles besonderes Kemitee gewählt 52 1024 ~ Nr. 1808 Die Arbeitsgemeinschaft wird über alle bedürftig» jüdischen Kranken Wiens einen genauen Kataster führen. St beabsichtigt, in allen Wiener Bezirken Krankenfürsorg, fcrtioncn zn errichten. Propagandavorträge werden über dd Ziele der Arbeitsgemeinschaft an'klaren. Mitarbeit an den Werke der Arbeitsgemeinschaft anS den weitesten Kreisen dv jüdischen Bevölkerung ist notwendig und daher drtngenk geboten. Noßltach nur Le ^cre'ich abqMafft. Der bekannte militirrischr Führer in dem Hitlev Putsch, der chcmal'ge preußishe Leutnant Gerhard Roß. bach. wurde gestern in Vegle'tnng eines Beamten de» Etaatspol';^ dem Siriirich^r de) Bett/ks.zerich'.eS 1, Ober« landesgericht'rat Dr. Sieber vorgeiührt, um sich wegen Falschmeldung und wegen Benützung einefremden Reisepasses zu verantworten. Der Angeklagte wurde in der Nacht vom 17. auf den 18. d.. während einer Straßenbahnfahrt van e'nem Kriminalbeamte» ernnnt und verhaftet. Roßbach hatte h er seit einigen Tagen im Hotel Hö.'l^r unter dem Namen Erwin Richter, Regisseur aus Graudenz, gewohnt, und war auch bei seiner Verhaftung im Bell.tze ei"es auf deu Namen Erwin Richter ausgestellten dentsche» Reisepass:;, lieber Befragen seine- Ver'e'diaers Dr. S p i e l v n g e l erklärte der Angeklagte, tfofc er für einige Tage nach W'en zu seiner Erholung gekommen sei und hier keinerlei vol-tisch: Zwecke verfolgt habe. Der Richter venrrte'lte den Angeklagten zu 48 S runden Arrest, welche Strase durch die Untersuchungshaft ver'üßt erscheint. Roßbach wurde sofort w'e er an die Staats pol'Zei znr-ickgeste.lt, die seine Abschaffung au- Oesterreich durchführte. General Fischer erkrantt. Der aus dem Kriege gegen Rußland als Verteidiger bet Bukowina bekannte General Eduard Fischer hat vor einigen Tagen einen Schlaganfall erlitten, der eine teilweise Lähmung zur Folge hatte. Inzwischen ist jedoch bereits eine bedeutende Besserung im Befinden des Erlrankten eingetreten. Die LähmungScrscheinnngen sind znrückgegangen nnd die Aerzte hoffen, Paß die völlige Wiedergenesung in absehbarer Zeit erfolgen werde. General Fischer war bei AnSbruch des Weltkrieges Gendarmerieoberst und hat in der Bukowina einen erfolgreichen Abwehrkampf gegen dae anmarschierenden russischen Heeresabteilungen organisiert. Mit den verhältnismäßig geringen Gendarmerie- und Grenzschutzabteilungen, die er durch mehrere Bataillone Fre' villiger verstärkte, konnte er beträchtliche russische HtereSteile binden und ihr Vordringen lange Zeit aufhalten. Seine persönliche Tapferkeit und die Umsicht, mit der er mit den geringen Streitkräften operierte, machten ihn so populär, daß immer mehr Freiwillige zu ihm stießen, so daß er schließlich über eine stattliche Armeeabteilung gebieten konnte. Um die Heldentaten der Landsturmabteilungen »eS Generals Fischer wurden förmliche Legenden gewoben. Die Universität Czernowitz ernannte ihn später zum Ehrendoktor. Rach dem Zusammenbruch wurde General Fischer, obwohl er durch die Abtretung der Bukowina an Rumänien rumänischer Staatsangehöriger geworden war, in Jassy monatelang interniert. Seit etwa zwei Jahren lebt er ständig in Wien. ßiti Todkranker der Autobus. Eine Auffehen erregende Szene spielt« sich gestern nachmittags auf dem Graben, in der Nähe des TrattnerhofeS ab. Eine etwa 45jährige, g'lt gekleidete Frau stürzte vor einem vom Ste^ansplatz herankommenden Autobus zu Boden. Der AnwbnS konnte nickt rasch genug znm Stehen gebracht werden und die Räder des schweren Wagengingen über den Kopf der lluglücklichen h nweg. Die Ucbcrfahrene war sofort tot. Bet der Toten wurde keinerlei Legitimation gefunden, so daß ihr« Identität noch nicht festgest:llt werden konnte. Die Leiche wurde in die Toter kämm«! des Kr^nkrnhonses gebracht. Durch di« Pokirei wirrde eine Untersnchimg eingeleitet darüber, ob ein fremdes Verschulden an diesem Unglückssalle vorliege. Ner kelbftmaed de? Anna Sit». AlS die grauenvolle Nackricht von dem Selbstmord dL?1nna Ing, jener llliährigen HilfSarbciterin, die ein „Büchel^ verlangte und für alle Fälle in den Arrest gesteckt wurde, in die Oeffentlichkcit gelang'«, wurde der Versuch gemacht, die unter Beihilfe t»*1« d^ei Zellengenosttnnen der Iug im Gewngenhattse verübte Tat in einen nna^ü^'chm Zn'all, ein Sr>iel oder einen Scker» nmrndenten: dietts Mittel übt ja auk das stets schwache sfsmle Gewissen der Oe^entlichk-it gewöhnlich d'e beabsichtigte Wirkung, dab man sich sagt: „Niemand trügt die Schntd und die Gesell^att am wenigsten." Diese BernbimmaSpille ist aber diesmal n'ckt wirksam: denn d'e Vallzci erklärt nun selbst, daß d'e d'-ei Zellen ge i-"siinnen der Ing, Anna Hudonitzky. Anna Babusckka und S'ephani- Pp'^ttska, ein^tttanden hab"n. sie hättn Ker-n'niS von der Absicht'der Selbstmörderin gehabt nnd bei der AnS'ührnng der Tat mgefeben Die Vyta^ska war der Unglücklichen behilflich, die Schlinge am Türrahmen -»» belestigen nnd. den Kopf in die Schlinge zu schieben. Die gerichtliche Obduktion der Leiche der Anna Iug ergab, daß der Tod ohne fremdes Verschulden ein« getreten ist. Die Pywlsla wurde dem Landesgerichte eingeliefert, die beiden anderen bleiben im Gefangenhause der Polizeidireklion. vke LebenrmIttelmSrtte. In der Großmarktyalle zeigte sich gestern im Großhandck eine weit bessere Nachfrage nach Fleisch als bisher, so daß trotz der guten Zufuhren — es langten 21 Waggon- Fleisch ein — die Preise für Fleisch steigende Tendenz zeigen. Heute gelangt in der Großmarkthalle argentinisches Gefrier-

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