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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-19 · Heft 1800 (19.2.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1800 (19.2.1924)
Date
1924-02-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M. TOTO ' Ä, D?öMatz s I Eta Roman aas der jfioisclien Gesellschaft Bndape;!5 g iDieHelmatlosenl g von Wilma v. Vultelich =§ S Zwei Dinar vor allem laffen bitfen Roman bemerk,nüwrr, und fesselnd M M au« der Reibe der vielen hervsrlreten: die überraschende Kraft, tn i der S5 £• da» soziale Bild einer Zeit und elnr» Kreis,S gegeben und die unbetümmerl, « 3 Jfütintjeii und erschütternde Ehrlichkeit, mit der sein Gegenstand gebracht ES as ps^d. „AVtw Freue11 ss M Praia gehettot K 48.000 In Halblolnwand K 58.000 s M Za beziehen durch jode Bnchhandlnn» oder direkt vom Verlag SS =3 Dentscli-OesterroichiRchcr Verlag, Wien, I. Fische,»liege 3 £5!!!!!!! Bühne und Kunst. Bollsovrr. (Gastspiel Walter Kirchhofs.) Der bekannte Wagner-Sänger von der Berliner Staatsoper sang den Siegmund in der Walküre. Ein stark intellektueller Wagner-Sänger, ein treuer Hüter der Baireuther Tradition mit seiner scharfen Phrasierung und musterhaften Tertaussprache. ein Sachverständiger für die Zusammenhänge von Wort, Ton und Geste, die er überaus deutlich, mitunter übertrieben deutlich, formt. Mit seiner großen, nrehr durch ihre Wucht als durch ihre Modulatiarissähigkeit imponierenden Tenorstimme ist er noch immer jc«dem Ansturm des Wagner- Orchesters gewachsen. Prächtige Stimmittel, aus denen sich bei richtiger Anleitung noch mehr machen ließe, offenbart Frau Gelter als Sieglinde, eine stattliche Göttermutter Fricka ist Fräulein Schimon, mächtig und streitbar genug, um gegenüber dem schwachen Wotan des Herrn K r i c n e r, dem überdies die Erzählung viel zu tief liegt, einen leichten Sieg zu erringen. Markig Herr Kaplan als Hmrding, Fräulein Rantzau durchaus keine heldische Walküre, doch eine immer sichere Sängerin, statuenhaft im Gesang und in der Erscheinung. Der Abend brachte vorwiegend vorzüglich« Gsiangskräste und doch keine recht« Ausgeglichenheit, keinen echten Wagner-Stil. Es fehlt eben an der Bolksoper der führende Mann, der sich der werdenden Künstler annimmt. Im Orchester waltete Dr. Kaiser voll Eifer seines 2tmte§. flb. Wieder ein Zensnrverbet. Das Polizeipräsidium hat das Bühnenwerk „Poshrwara" („Das Haus der Laster"), ein Spiel in drei Verwandlungen von Dr. Hans B a ch, da es die Verantwortung bezüglich der Entscheidung wegen Aufführung dieses Stückes nicht allein tragen will, der Landesregierung zur weiteren endgültigen Begutacksiunn übergeben. Die Landesregierung hat nunmehr die Aufführungsbewilligung von dem 'Gutachten des Zensnrbeirates abhängig gemacht. Cs ist Mer Wahrscheinlichkeit vorauszusehen, 'daß dieses Gutachten nn aiinsriges sein wird, da das Werk in Berlin, Hamburg und zuletzt in'Wiesbaden überall mit großem Erfolg „in Szene sing Die Premiere am Modernen Theater ist für Freitag den 22. d. in An sicht genommen. Gesamtkündigung an den Grazer Bühne«. Das gesamte Personal der Grazer Bühnen wurde am 15. d. davon verständigt, daß die laufenden Verträge nicht pro- : o n g i e r t werden. Von der Arbeitsgemeinschaft der LühneuaugestMen und vom Kartellverband deutscher Bührenangehörigen wurde über die städtischen Buhnen in Graz sie Engagements- und Gastspiels per re verhängt. Hugo Wolfs „Corregidor" gelangt am 19. d. im Stad t- : h e a t e r S t. G a l l e n unter' musikalischer Leitung Othmar Sch o eck 8 mi ersten schweizerischen Aufführung. Uraufsühnma einer komischen Oper in Königsberg. Die Königsberger Komische Oper brachte die Nranfführun-g einer heiteren Oper. „Der Schelm von Bergen", von Erich Hesse heraus. Der Komponist, ein Humperdinck-Schüler. der 5us Hamburg stammte, ist im Kriege gefallen. Dem W rke liegt als Dichtung das gleichnainiae Lustsipiöl von Otto R oquelle zugrunde. Es erfreute sich einer beifälligen Ausnahme. Paul Graenrrs Oper „Don Juans letztes Abenteuer" kommt am Den sichen Opernhaus in Berlin zur Aufführung. Der Perez-Verein in New-Ior? gibt die Merke Vaal- Machschowoths heraus. Wie I. T. A. ans New-?)ork meldet, beschloß das Komitee des Schriftstellervereins Iehuda Leib- Perez die Werke des verstorbenen jüdischen Schriftstellers und Literaturhistorikers Baal-Machschowoth. seinem letzten Wunsche gemäß, gesammelt herausmgeben. Der Verein geht daran, hierzu einen besonderen Fonds zu schaffen. Aus den Theatern. Morgen Mittwoch, 7 Uhr, „A gneS Morgen Mittwoch, '/-8 Uhr, Burqtheater. Jordan". Akademietbeater. „Hochzeitstage". Volksoper. Heute „F ü r st i n T a n a g r a . Morgen Mittwoch setzt Kammersänger Walter Kirchhofs als Gast als Siegfried in der gleichnamigen Over sein Gastspiel fori. Donnerstag den 21. d. verabschiedet sich Alessandro B o n c i als Richard im „M a 8 l e n b a l l". - Im Deutschen B o l k 8 t h e a t e r wurde für morgen Melchior Lengyels Scl'müpiel „T a i s n n" angesetzt. Donnerstag den 81. d. gelangt Schnitzlers Komödie „P r of e s s o r B e r n b a t b i" neu einstudiert zur Aufsübrung. Für Freitag den 22. d. wird Franz Di'olnars Kkomödie „D e r Gardeoffizier" neu einstudiert. In der Rolle der Schauspielerin tritt Frau Traute C a r l s e « ihr Engagement an. In den K a m m e r s p i e l e n gebt heute, 10 Uhr, zum ersten Male mit Maria O r s k a als Effie Frank Wedekinds Schauspiel „S ch l ö ß W e t t e r st e i n" in Szene. Im Raimund-Theater sinket morgen Mittwoch die letzte Ausführung des Lustspiel» „Die Dampfmaschine" mit Max Pallenberg statt. Donnerstag ist Premierenabend. ES gelangt das Lustspiel von Jacques D e v a l „A r m e r K l e i n e r . . mit Max Pallenberg, Nora Gregor und Hans Ziegler in der Inszenierung durch Karlheinz Martin zur Darstellung. _ ImTheater an bet Wien wurde die Premiere der Emmerich Kalmanschen Operette „Gräfin Mariza" nunmehrfür Donnerstag den 28. d., \U7 Uhr abends, 'festgesetzt. Johann S t r a u ß - T h e a t e r ü e r ch r i st l" (\\'M Raon! Mr-ii i t igfUcwey Gerichts-alll. I Sie Namvimethoden roter Ä»Itusbe«tea. Dr. Plaschkes gegen den Haupthetzer der Kultnsbeamten. Gestern vormittags hat der für zwei bis drei Tage anberaumte EhrenbeleidigungSprozeß des Gemeinderates Doktor Plaschkes gegen den Beamten der Israelitischen Kultusgemeinde Kaiser wegen der von dem Angeklagten bei einer Versammlung gemachten Aeußerung, Dr. Plaschkes habe den Vorwurf der Lüge auf sich sitzen lassen, begonnen. Den Hintergrund des Prozesses bilden die öfteren Lohnforderungen der Angestellten der Israelitischen Kultusgemeinde, die nach Behauptung des Angeklagten von Dr. Plaschkes nicht unterstützt wurden. Beide Teile haben ein umfangreiches Beweismaterial vorgelegt, das nach einer Aeußerung des Vorsitzenden 160 Zeugen enthält. Der Privatkläger ist von Dr Israel Waldmann, der Angeklagte von dem konfessionslosen Rechtsanwalt Dr. Oskar T r e b i t s ch vertreten. Den Vorsitz führt Oöerlandesgerichtsrat Dr. Bene sch. Aus der gestrigen Verhandlung ergab sich bereits, daß Dr. Plaschkes als Mitglied des Vorstandes der Kultusgemeinde die Forderungen der Angestellten stets unterstützt und auch für ihre Gleichstellung mit den städtischen Angestellten bezüglich der Gehälter eingetreten war und nur, als sie'30 Prozent mehr als die städtischen Angestellten verlangten, sich mit dem gesamten Vorstand der Kultusgemeinde dagegen autzsprach, jedoch dafür einirat, daß ihnen statt dessen Zulagen von insgesamt 200 bis 300 Millionen für Ostern gewährt werden, was auch geschah. Im Dezember 1922 drohte der Ausbruch eines Streiks, als die Angestellten der Kultusgemeinde die Gleichstellung mit den städtischen Angestellten verlangten. Damals war die Kultusgemeinde nicht einmal in der Lage, ihnen die bisherigen Gehälter voll auSzuzahlen und mußte ihnen bis zu 70 Prozent des Monatsgehaltes schuldig bleiben. Dr. Plaschkes und die zionistischen Vertreter im Kultusvorstand setzten sich für die Gleichstellung ein, obwohl sie die Minderheit bildeten. Die Mehrheit wollte demissionieren. Dr. Plaschkes hielt die Mehrheit von der Demission zurück, verhandelte mit den Atlgestellten, die damals vom Sekretär des Bundes der öffentlichen Angestellten, Gemeinderat Schneider, vertreten waren, und brachte einen Ausgleich zustande. Vis zum Streik der Angestellten im Mai 1923 vertrat er die Interessen der Angestellten. Ta sie damals die erwähnte LOprozentige Forderung aufstellten, die auch von sozialdemokratischen Funktionären als unpassend bezeichnet wuvde, hat er sie nicht befürwortet. Die gestrige Verhandlung, die vom frühen Vormittag bis spät Nachts währte, nahm folgenden Verlauf: Der Angeklagte bekannte sich nur zum Teil bezüglich des Ausdruckes, Dr. Plaschkes habe den Vorwurf der Lüge aus sich; sitzen lassen, schuldig, und bot hierfür den Wahrheitsbeweis an. Das Zeugenverhör begann mit der Vernehmung des Lehrers Moritz F i g d o r. Dieser gab an, die Angestellten der Kultusgemeinde hätten sich dem Terror des sozialdemokratischen Gewerkschastssekretärs Schneider fügen müssen. Der Sekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Fuchsgelb sagt aus, daß die Angestellten der Kultusgemeinde nach der Gleichstellung bester gestellt, waren als die der Gemeinde Wien md daß Dr. Plaschkes stets,, bis auf die Forderung der 30 Prozent, die Gehaltssorderungen der Angestellten unterstützt habe. Die Klausel, daß die Kultusgemeinde nur insolange die erforderlichen Mittel es vertragen, die Gehälter zahlen werde, stamme nicht von Dr. Plaschkes, der sich sogar dagegen ausgesprochen habe. Die zweite Klausel, daß die Kultnsgemeinde die Gehälter gleich denen der. Gemeinde Wien zahle, ohne jedoch eine rechtliche Verpflichtung zu übernehmen, stamme von dem Vorstandsmitglied Rechtsanwalt Dr. Adolf Ticho, während Dr. Plaschkes auch dagegen war Dr. Plaschkes habe bei den Beratungen diese Klauseln für überflüssig gehalten und sie' s erklärt, das Geld für die Angestellten müsse beschafft werden. Auf den Einwand des Verteidigers, daß Dr. Plaschkes und seine Verwandten Streikbrecherdienfte - anläßlich des Streiks im Fähre 1923 geleistet hätten, erklärt der Zeuge, daß alle Mitglieder des Vorstandes mitgearbeitet haben, damit man die Toten begraben könne. Bezüglich der Emolumente, das sind die Trinkgelder des rituellen Personals, teilt der Zeuge mit, das; Dr. Plaschkes gegen die Trinkgelderwirtschaft gewesen sei, so wie jedes Mitglied des Vorstandes. Der Obcrrabbiner Chajes hat vertragsmäßig aus alle Emolumente verzichtet und steht diesbezüglich auf dem ablehnendsten Standpunkte. Der Zeuge gibt schließlich an, daß ein der Gemeinde Wien nachgebildetes novelliertes Pensionsinstitut bestehe mtb erklärt, die Klausel sei deshalb ausgenommen worden, um die Kultusgemeinde vor einem eventuellen Konkurs zu bewahren. Die Gemeinde Wien erhalte einen 50prozentigen Zlkschuß vom Staate und habe infolgedessen eine solche Klausel nicht notig. Oberinspektor der Bundesbahnen G'rünseid sagt aus, daß der Angeklagte in einer Versammlung am 11. Oktober erklärt habe, Dr. Plaschkes habe den Angestellten gegenübersein Work nicht gehalten; weiters habe der Angeklagte erklärt, Dr. Plaschkes habe den Vorwurf der Lüge auf sich ruhen lassen. Er, Zeuge, könne sich jedoch nicht mehr daran erinnern, ob er auch „infamer, gemeiner Lügner" gesagt habe. Dr. Jakob Ehrlich, Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde, gibt gleichfalls an, daß Dr. Plaschkes die Forderungen der Angestellten befürwortet habe, bis auf die der Erhöhung um 30 Prozent. Die Aussage des Zeugen, die eine eingehende Fragestellung durch Dr. Plaschkes und seinen Vertreter zur Folge hatte, gipfelte in der Erklärung, daß die übermäßigen Forderungen im Mai 1923 auch in gewerkschaftlichen Kreisen mißbillig: wurden, so selbst von: Ge.meinde.rat. Schneider und der Gemenrderätrn- Meischner. D.' -' j Verteidiger stellt fest, da'' S ch n e i df rvan den. V ' Ir " " ' 19. Mvnttv 192'4 __ beschuldigt wurde, sie nicht pflichtgemäß vertreten z» haben und deswegen feine Stellung als Gewerkschaftssekretär aufgeben mußte. Der Vizepräsident der Kultusgemeinde, Rechtsanwalt Dr. Defider F r i e d m a n n, gibt über die Haltung des Doktor P l a s ch k es bei den Lohnkämpfen gleichfalls an, daß er sich stets für die Forderungen der Angestellten, mit Ausnahme deS einen Falles bezüglich der 30 Prozent, einsetzte, obwohl er der Wortführer der Minorität war; für die Durchsetzung des Trinkgeldannahmeverbotes hat er sich ebenso wie alle anderen Mitglieder des Vorstandes eingesetzt. Es sind wiederholt Klagen der Parteien über das überhandnehmende Trinkgelderunwesen eingelaufen, weshalb das Verbot der Trinkgelderannahme assichiert wurde. Eine ganze Reihe von Beamten hatte nach der Gleichstellung Bezüge, die sie, im Falle sie bei der Wiener Gemeinde angestellt wären, nicht erlangt hätten. Verteidiger: Wie waren die rituellen Funktionäre bezahlt? Zeuge Dr. Friedmann: Sie waren schlecht bezahlt. Bezüglich der erwähnten Klauseln teilt der Zeuge mit, daß sie' deshalb ausgenommen wurden, weil der Vorstand nicht wußte, ob er damals die Kultusgemeinde erhalten könne. Nach seiner Erinnerung sei die Klausel nicht aus Dr Plaschkes zurückznführen, sondern aus Dr. Josef Ticho. Der Zeuge gibt weiters an, daß bezüglich der Ablehnung der 30prozentigen Forderung ein einmütiger Beschluß des Vorstandes vorlag, was auch den Beamten mitgeteilt wurde. Dr. Plaschkes: Erinnern Sie sich, -daß ich bei dm Schlußverhandlungen überhaupt nicht mitgewirkt habe? Zeuge: Die Schlußverhandlungen haben Dr. Landau und ich geführt. Dr..Plaschkes: Erinnern Sie sich daran, daß ich in einer Vertretersitzung erklärt habe, daß ich der Beamtenschaft diese Streikbedingungen nicht, gestellt hätte und daß dies auch in Zeitungen veröffentlicht war? Zeuge: Ja, in der „Wiener Morgenzeitung", wo zu lesen, war, daß die Beamtenschaft schlecht geführt war. Dr. Plaschkes: In der „Arbeiterzeitung" wurde ich als Lohnsklavenhalter bezeichnet. Der Verteidiger erklärt, die Gleichstellung mit den städtischen Beamten sei nicht gegeben, weil schon vor dem 1. Jänner 1923, von welchem Tage an auch den Gemeindebeamten die Einkommensteuer abgezogen wurde, die Angestellten der Kultusgemeinde die Einkommensteuer zahlen mußten, ebenso den , Quittungsstempel und den Dekretstempel. Zeuge Josef Pick gibt an, es sei ihm nichts davon bei könnt, daß Dr. Plaschkes sich den Forderungen der Angestellten widersetzt habe. Da er sich in eine Kontroverse gegenüber Dr. Plaschkes einläßt, macht ihn der Vorsitzende aufmerksam, vgß er nicht als unbefangen anzusehen sei, wenn er auf eine der Parteien hinhane. Zeuge erklärt, daß' er von Dr. Plaschkes in einer Zeitung „Heruntergeristen" worden sei. Dr. Plaschkes: Ich gebe die Erklärung ab, daß ich den betreffenden Artikel in der „Wiener Morgenzeitung" nicht geschrieben habe. Dr. Plaschkes stellt zur näheren Illustrierung der Glaubwürdigkeit des Zeugen fest, daß ihm Aktenentwendung bei der Kultusgemeinde vorgeworfen und der von ihm geklagte Redakteur der „Wiener Morgenzeitung", der den Wahrheiisbeweis erbrachte, freigesprochen wurde. Zeuge Siegmund Körn fein, Beamter der Kultusgemeinde, gibt an, daß sich Dr. Plaschkes über das niedrige Niveau der Beamten abfällig geäußert habe. Rechtsanwalt Dr. Josef Ticho, Vorstandsmitglied der Kultusgemeinde, sagt ans, daß Dr. Plaschkes niemals die Gleichstellung der Beamten, bekämpft habe und -daß er, Ticho» der Urheber der Klausel sei, wonach die Gleichstellung ohne Uebernahme einer rechtlichen Verpflichtung eingeführt werde. Dr. Plaschkes war gegen die Klausel. Er habe dem Dr. Plaschkes, der sich sehr für die Beamten eingesetzt habe, gesagt, er werde noch Undank für dieses Vorgehen ernten. Zeuge Dr. Ehrlich wird nochmals vorgerufen und gibt au, es sei nicht richtig, daß Dr. Plaschkes sich dafür eingesetzt habe, cs seien den Angestellten zwei Dienstjahre bei der Gleichstellung abzuziehen. Dr. Gottfried Freud mann, Beamter der Krlltusgenieinde, erklärt, früher sei Dr. Plaschkes auf seiten der Beamten gestanden. Er habe den Eindruck, daß Dr. Plaschkes dann gegen die Beamten war. Auf Befragen des Privatklägers gibt Zeuge an, daß ernur Volks- und Bürgerschule und ein Proseminar absolviert habe, worauf er ordentlicher Hörer an der Marburger Universität war und anderthalb Jahre in Bern studierte, wo er das Doktorat erlangte, das jedoch nicht nostrisiziert war. Dr. Plaschkes: Trotzdem sind Sie in der 6. Rangsklaste, das ist die Nüngsklasje eines Magisiratssekretärs. Der Sekretär de.s Bundes'der öffentlichen Angestellten D o w e r sagt aus, daß Dr. Plaschkes während des Streiks zu den Gegn.ern der Angestellten gehörte und eine technische Nothilfe inszenierte. Dr. Plaschkes verweist darauf, daß ein öOProzentiger Beitrag des Buitdes zu den Gehältern der Wiener Gemeindeangestellten geleistet werde, da sich sonst die Gemeinde nicht an die Beschlüsse bezüglich der Regelung der Gehälter gebunden > erklärt hätte. Z'.'irge Sekretär Fuchsgelb erklärt, die Durchführung der Bemntenernreihungen sei dom Vorstände als Tatsache mitacteilt worden und Dr. Plaschkes wäre gar nicht in die Lage gekommen, dazu Stellung zu nehmen. Börsenra t G! ü ck erklärte, Dr. Plaschkes sei Verfechter der A n g e st e l l t e n f o r d er u n g e n auch dann gewesen, als die Kassen der Kultusgemein-de leer waren. Allerdings habe Dr. Plaschkes das m:= j würdige TrrnkMlderwesen immer bekämpft-. Pör'e;n'<'! I fab >a ->n 'in'-.e -r '-ar E. '' - ' 532353535348230102022348235348230000000153482353484848482323532348

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