Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1795 (14.2.1924)
- Date
- 1924-02-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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-VW trau mm, DonueMag Unsicherer Wettercharakter. Oester«ich liegt im Bereich der Polarfront der Grenzfläche zwischen kalten un>d warmen Winden. Nach'8 hat die Polarfront bis -n den Alpen voregstoßen. bei Tag hat sie sich wieder nordwärts zurückge-og?n. Die unbede>ut«nden Schwankungen. welche im Grenzgebiet bcheutende Aenderungen des Wettermit sich bringen, lassen sich nicht vorauSbesmnnmi, besonder-, da keine Meldungen aus Italien, Ungarn und dem Balkan vorliegen. Mittags war das Wetter in den Nord« alpen heiter und föhnig (warm), am Ostrand der Alpen trüb. Voraussage: Wettercharakter unsicher. __ Wien. 14. Februar. * Personalnachricht. Prof. Dr. Ludwig Braun, y Bez., Liechtensteinstraße 4, zeigt seine neue Telephonnummer 19-4-40 an. (Entgeltlich.) * R. Chajim Moscheh Eljaschar gestorben. Am 4. d. ist in Ieusalem der Talmudgelehrte und Führer der sephardischen Judcnschaft N. Chajim Moscheh Eljaschar gestorben. Der Verstorbene war «in Sohn des ehemaligen palistinensischen Chacham Baschi. * Atteniatsplane gegen Großindustrielle? Die Polizei erhielt Kenntnis davon, daß der 26jährige Hilfsarbeiter Johann Simpler sich geäußert habe, er wolle gegen einige Industrielle und Bankleute, die er an der Notlage für schuldlrugend halte, Attentate verüben. Es wurden Erhebungen eingeleitet, die zur Verhaftung de- Mannes führten. Bei ihm wurde tatsächlich ein Revolver gefunden. Die Nachforschungen ergaben aber, daß das Gerede über die Attentatspläne, die sicb insbesondere gegen den Präsidenten der Unionban?, Herrn Basel, richteten, durckauS nicht ernst zu nehmen feien. Eine Untersuchung des Geisteszustandes auf der psychiatrischen Klinik endete aber mit der Feststellung, daß Simpler keineswegs a^s geisteskrank zu betrachten sei. Nunmehr wird die Polizei gegen den Hilfsarbeiter, trotzdem sie seine Drohungen nicht für ernst halt, die Anzeige an das Landesgericht weiterleiten. Simpler soll, wie behauptet wird, Mitglied einer nationalsozialistischen Terrorformation sein. * Kranzablöse für das Jüdische Blindeninstitut. Familie Seemann, Wien, spendet als Kranmblöse für-Frau Frledrrike Krämer 260.000 K. dem Jüdischen Blindeninstitut, Wien, Hohe Warte. * Der Blindensammeltag. Der am 11. und 12. November abgehaltene Blindensammeltag hat 1,9 - M i l l i a r d e n Kronen ergeben. 5b Prozent werden zur Gründung einer Einheitswerkstätte für Bürsten, und Korbmacher, 30 Prozent für die Krankenfürsorge. 10 Prozent für die geistiger. Bestrebungen, 8 Prozent für ein Blindenerholungsheim und 6 Prozent für «inen Neservefonds verwendet werden. * Zwei neu« Straßenbahnlinien. Anfangs März werden die beiden neuen S-raßenbahnlimien über die Schmelz und nach Jnzersdorf dem Berkehr übergeben tverden können. Die Linie über die Schmelz wird di« Zahl 9 erhalten und von der tief zur M-ariahilf-erstraße henmiergezogeuen Schleife am Neubauflürtel. bis zur gegenwärtigen Endstation der Linie B in der Hormayraaffe von der K^uzaasse führen. Die Linie B wird über die Hernasser Hauptstraße bis zum Straßenbahnhof Herno-lS weitergcführi. Die neue Linie ist ein- Rundl'une, für die der allgemeine Straßenbahntarif gilt. J-m Frühjahr soll mit dem Bau der 778 Meter langen Verlängerung dieser Linie nach Gersthof besonnen werden. Die zweit« neue Sin« führt eingeleisig über die Triesterstraße bis zur Gemeinde, grenze und wird di« Zahl 165 erhalten. Für diese Linie soll der Sondertarif gelten mit einem Fahrpreis von 700 Kronen, so daß «Ine Föhn von Jnzersdorf bis zu einem beliebigen Punkt« de- StraßenbabnneheS 2400 K. beim Schaffner und 2300 K. im Vorverkauf kosten wird. * Verhaftung eines Oesterreichers in Genua. AuS Genna wird gemeldet: Die Polzsi verhaftet den Oesterreicher Benjamin Friedmann, der seinen stänl?n Wohnsitz in Kanada hat. Fricdrnann bat einen Kassier deS Kasinos in Monte Carlo um 100.000 Franken bc. trogen. Bei dem Verhciftetn wurden 15.000 Franken und ein Kreditbrief, lautend aus 500 Dollar, beschlagnahmt. Friedmann wird nach Monako ausgeliefert. mrnih Wiener Mornerrzeltuns. Mitteilungen aus dem Publikum. Wäsehesalon fet Augenfeld T«to|*o. MO« jetat L»r.«k V LIK IRobmetis prasse Okkation fn den neuesten Pariser ^Modellen » %alor$tr. 1 Wien, //. %aborstr. 1 GEBRÜDER MEDEK INSTALLATEURE 3. Bez.. Ungargasse 47 Telephon: 1040 ». 1658 Spezialisten für: _ Badezimmer, Waschtische u. 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Jonas aus Plymouth (England), Fahre 1810 foitte schon 4>-t erste Gottesdienst an den indischen Feiertagen abgchalten werden, und »m.Fahre 1824 wurde die B'nai B'ri'h-^Kon.areqation gegründet mi.t Herrn IonaS als Präsidenten. Die Gemeinde wuchs dann von Jahr zu Jahr und besitzt jetzt eine der prächtigsten Synagogen Amerikas. * Tanzinstitut Hermann Braun, 14.Bez„ Reindorfgasse 42. Heute moderne Perfektion. Beginn halb 7 Uhr abends. (Entgeltlich.) teilte, SortrSse und Versammlungen. Zioniltische B e z i r k 8 s e k t i o n XVi/XVH Heute. 8 Mr abends, im Heim, 8. Bez.. Bennoplatz 1, Vortrag von Dr. Bach: „Jüdische Geschichte". Fräulein B a ch r Resilatiou. K o a a n r Gesanasvorträoe. — Zeirei Misrachi, 2. Bez., Proterftraße 48, Tür 18. Heute, V*8 llhr abends, im Festsaale deS Hotels Bar^^^ak. Wien. 2. Bez., Große Ecbiffaasse Nr. fl. Dortrag von Dr. Wolfgang W e i s l r „Wir und Palästina". Gäste willkommen. Jsraelitikcher Temvelverekn für die Velden Gemeinde« bezirke Mariabilf und Neubau in Wien, 6. Be».. Schmafchofgasse 8. Die Temvelseier des 70. Geburtstages des Präsidenten, Herrn Dr. Jakob Engel, findet SamStag den 10. d. um 9 Uhr vormstwos im Temvel stnit. Ern jüdischer Kriegsinvalide, der Frau und Kind früher als Hilfsarbeiter redlich ernähren konnte, aber durch im Kriege erworbene Krankheit arbeitsunfähig geworden ist, lebt mit seiner Familie in größtem Elend. Invalidenrente erbält er keine, da er als Ausländer behandelt wird Seine Lage ist verzweifelt. Speriden, welche dem bedauernswerten Manne und seinen Angehörigen über die bitterste Not hinweghelfen könnten, nimmt die Administration der „Wiener Morgenzeitung" entgegen. Mil »ionMibe Be .irkrsettion LeovoMM Heue« Donnerstag den 14.d., vräzise 8Uhr abends, im Wiener Bürger-Caf^, tt. Praterstraße 11 Stoffyßf) Lr.Pa«!Dramaut: „Mische Hrlvatbriese aas tw 17. ZahrhunLrrt" Jeden Touuer-tag zwanglose Jusammenküuste mit Vorträgen Voranzeige! Am 21. Februar Vortrag Siegmund Haber 14. Februar 1924 " " Seite 5 Bühne und Kunst. Nrnp Vertriine mit den Lirektoren der Ttaatsbüfmen. Franz Herterich — definitiver Direktor des BurgtheaterS. — Der neue Vertrag mit Richard Strauß. Franz Herterich, der bisherige provisorische Direktor des Burgthcaters, wurde, wie wir erfahren, zum d e f i n itiven Direktor dieser Bühne bestellt. Herterich hat sich in der provisiorischen Zeit zweifellos bemüht, die künstlerische Arbeit am Bnrgtheater zu intensivieren. Es ist ihm auch gelungen, zwei wertvolle Kräfte, Frau Jda Roland und Willi T h a l l e r dem Vurgthcater zu gewinnen.?lnch ist festzustellen, daß die so nötige Ruhe im inneren Betrieb des Burgtheaters wieder hergestellt ist. Der neue Direktor hat jedenfalls Anspruch darauf erworben, in seinem schwierigen und wichtigen Amte ernst genommen zu werden. Freilich wird er sich als definitiver Leiter dieser bedeutenden Bühne zu bewähren haben. Er trägt fortab die Verantwortung dafür, daß empfindliche Lücken im Ensemble und — im Repertoire ausgefüllt werden, das; die beiden K a m m e r s p i e l h Ü u s e r des BurgtheaterS, das Akadcmietheater und das im Mai wieder zu eröffnende Schönbrunner Schloßtheater, zweckmäßig benützt, und das; die künstlerischen Kräfte von Bedeutung und Cntwicklungsmöglichkeit nicht verloren gehen. Mit dem.Direktor der Staatsoper, Herrn Dr. Richard Strauß, wurde ebenfalls ein neuer Vertrag abgeschlossen, der den Tondichter für fünf weitere Jahre der Startsopcr verpflichtet. Richard Strauß, der bisnun alljährlich nur vier' Monate in jedem dlpieljahr an der Oper tätig war, ist jetzt vertragsmäßig verhalten, sich durch fünf Monate alljährlich der Wiener Oper zu widmen und in dieser Zeit vierzigmal zu dirigieren. Herr Dr. Strauß erhält eine Monatsgage von 40MillionenKronen. Mach Wismonn unD Ihr Ensemble. Der absolute Tanz. Mit dem Namen Rudolf v. Laban, d:m Leh-rev Mary W i g m a n n s, ist die Loslösun-g des Tanzes von der Bereinismng mit andren Künsten und die Vergeistigung der Form ohne ihreJn.t.'llektualisieruug enge vevknüpst. Um bis zur Form des absoluten Tanzes dnrchzu.dringen, hat Laban in Verwertung der anatomischen, physioilogischen mtb. biologischen SZesetze se'nen Schülern eine technische Grundlage geschaffen, die alle Bewogungssormen umfaßt. Dar Körper w-ird zu einem 'beit tänzerischen Anforderungen willig nachaeberden Instrumente umaebildet, dtsien Ausdruckskraft alle Spannungen und Entspannungen mit stärkster Intensität erfüllt. Hat der Tanz bisher nur eine flächenhafte Erscheinnngsform gewonnen, so kommt chm jetzt dais infolge der starken Bvwegunosenergien 'hervorbrechende Raumgefühl zugute, er findet seine Neuorientierung in der Abgrenzung und Austeilung des Raumes nach den Gesetzen innerer AusdrucksnoÄvendigkeit. Mary Wigmanns Cinzeltänze haben bereits gezeigt, in weilchem unermeßlich reichen Geftchlsgebiete tänzerische Möglichkeiten vorhanden sind und wie alles rein Menschliche die ebenbürtige Formung in ihrer Auedrucksgewalt findet. Für die Shlmbobisierung des Religiösen und Heroischen hat sie einen Ucberschuß a>n tänzerischen Einfällen auszuiweisen, die aus systematischen BLwegungsimPulfen erblühen deren Klarheit in d.r Konzeption nur mit analogen musikalischen Gebilden zu vergleichen ist. Ihre GMp- Peirtänze, die sie diesmal in Wien vorgeführt hat, haben bewiesen, daß sie mit der Stärke ihrer tänzerischen Phantasie auch eine Schar von individuell gearteten Mädchengestalten zu einem einheitlichen Kunstmaterial formen kann, ohne zu mechanischem Drill Zuflucht nchmen zu müssen. „Neun Szenen aus einem Tanzdrama" bilden eine locker« Folge von Tänzen, die symbolische Titel tragen. Im „Ausruf", dem formal die „Diagonale" beim Ausmarsch der Tänzerinnen zugrunde liegt, sehen wir die Loslösung der einzelnen Gestalt von der Gruppe und ihre Vereinigung mit der Gesamtheit, die mit hocherhobenen Armen zum Himmel das Gebet ertönen läßt. Die „Wanderung" wird aus der Variation des Treischrittmotivs ausgebaut. Das Vorwärtsdrängen des Körpers, beim dritten Schritt immer nachgebend, erfaßt alle Gruppen und empsängt eine neue Beleuchtung durch das Auftreten der Solistin, die die Geaenbew-egung zu den wandelnden Scharen bringt. Der Ausdrucks reicht um der Gebärd?- und Händesprache, die dem feierlichen Zuge einen religiösen Charakter verleiht, erlischt bei der Bildung und Auslösung der Gruppe, um beim Niederluien in Vierev- GEORGSBAD (CLUSIUSBAD) IX., Clusiusgasse 12 nar neueröffnet tw Dampf- und Wannenbfider Ruwischet Dampfffead (einzig in Wien) umgebaut u»d neu eingerichtet für Damen sind die russischen Steinschwitzbäder jeden Donnerstag nachmittags geöffnet