Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1794 (13.2.1924)
- Date
- 1924-02-13
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1794 Wien, Milttvoch Äientv Mtwüelrzertulrsu 13. Febmar 1924 Seite s rach § 96 des PersonalsdeuerHesctzes nicht vovzuschrekben. Da die Reserve aus der Ausbuchung resultiert, war sie nicht w besteuern. Abgeordneter Dr. Ellenbogen erklärte sich von dieser Antwort nicht befriedigt und verwies darauf, daß bei -er Eröffnung der Gestion der Anglobank die V e riffe n tl i ch ü ng einer A n fa ngs b i la n z zum Unterschiede von der Länderbank nicht erfolgt ist, so daß a’Ifo die Art der Vornahme der Aufwertung -und der Teilung nicht übersehen werden konnte. Nach dem bereits vom Finanzminister zitierten Gutachten war ein Verlust der j Anglobank im Btt rage von 313.000 Pfund zu verzeichnen, dem aber stille Reserven im Betrage von 1825 Millionen Kronen gegen über stehen. Es wäre sehr interessant, das Bilanzkonto der Anglobank von damals durch'Usehen. Weiter macht Redner darauf aufmerksam daß am 1. Juli 1922 eine Verordnung dcö damaligen Finanzministers zugunsten der Länderbank und Anglobank erschienen ist. die das Verhältnis speziell der Anglobank zu den Pfundglärbigern in einem für letztere ungünstigen und vor allem dem Gesetze widersprechenden Sinne interpretiert hat. Da es sich bei diesen Pfundgläubigern um ö st e r r e i ch i s che Interessenten, und zwar um die Spinnereifabrikanten handelt, so ist das keine gleichgültige Angelegenheit. Es scheinen sich.hier ebenso wie bei der Erstellung der Eröffn ngsbilanz und der Frage der Steuerfreiheit doch englische Einflüsse geltend gemacht zu haben. Kienböck erklärte, daß nach ihm gewordenen Ptitterlungen die Anglobank mit den Interessenten in Verhandlungen eingetreten ist. die zum größten Teile zu einem beiderseits befriedigenden Abschluß geführt haben. Ob es bereits zu einer vollständigen Bereinigung in dieser Entschädigungsfrage gekommen ist, wisse -er Minister gegenwärtig nicht. DK deutsche Goldnoteubank. Erklärungen des Reichspräsidenten Schacht. Berlin, 12. Februar. (Wolfs.) Wie den Blättern mitgeterlt wird, hat sich Reichspräsident Dr. Schacht über seine Besprechungen mit den Sachverständigen dahm geäußert, daß den Mitgliodern der Ausschüsse großer sächlicher Ernst, unermüdliche Arbeitskraft und der dringende Wunsch nach einer vernünftigen Lösung ihrer Aufgabe nochgerühmt werden müßten. Diese Aufgabe war. die deutsche Währung einer endgültigen Sanierung zuzuführen. Er selbst habe immer die Errichtung einer Goldbank im Auge gehabt, die das totliegende Dev isen-kapital für die Wiederaufrichtung der Wirtschaft nutzbar machen könlNte. Eine solche Bank sollte nie eine Währungsbank fein? Allerdings fostte' sie Banknoten ausgeben, üm dadurch Devisen oder Götdverpflichtungen für die Bank wieder hereinzubringen. Dicise Goldnoten sollten aber n i e-- mals Währungsgeld werden. Die Sachverständigen wollen eine definitive Lösung ebenfalls auf dem Wege einer Bank. Das gesamte Deutschland umlaufende Gelb soll auf einer einzigen Goldbasis vereinigt werden. Sicherungen, die die Unabhängigkeit der Bank von Einflüssen des Auslandes und des Inlandes gewährleisten, seien ins Auge gefaßt. Diese definitive Währungsbank der Experten, soweit sie den technischen Aufgaben des Repavationsprogramms dienstbar gemacht werden soll, werde einer Hilfe von außen nicht entbehren können. Die Sachverständigen hoffen, daß die Reparationskonnnission in wenigen Wochen die Zustimmung der beteiligten Regierungen werde erlangen können. Wenn ba'S nicht möglich wäre, haben die Sachverständigen volles Verständnis dafür gezeigt, daß der Plan einer vorläufigen Gold bank weiter geführt werde, soferne dadurch der endgültige Währungsplan nicht verhindert werde. Eine Einfügung der vorläufigen Bank rn die definitive wüvde später leicht möglich sein. Die Besprechungen, die am 18. d. in Paris fortgelsetzt werden sollen, ließen einen befriedig enden Verlauf erhoffen. Nach den Blättern ist an der heutigen Berliner Börse diese Nachricht vom Vertreter der Neichsbank dahin ergänzt worden, daß es sich um die seit dem Jahre 181.1 bestehende Bankfirma „Leopold Seligmann" in Koblenz handelt. Ferner wurde mitgetcilt, daß die gleichen Maßnahmen auch gegen die „Köpenicker Bank" ergriffen worden sind. Außerdem schwebt ein Ermittlungsverfahren gegen zwea weitere Berliner Bankfirmen, von denen die eine sogar Mitglied der Berliner Stempelvereinigung äst. . Bei der heutigen Devisenzuteilung wurden die Anforderungen jener Firmen, gegen die das Ermittlungsverfahren entweder noch, schwebt oder bereits abgeschlossen ist, fl' cht berücksichtigt. Panik auf der Warschauer Schwarzen Börse. Veräußerung von Valuten. Warschau, 12. Februar. (P. T.-A.) Infolge des Verzichtes der Regierung auf den Kredit bei der polnischen Emissionsbank macht sich im ganzen Lande eine massenhafte Veräußerung fremder Valuten geltend. Auf der sogenannten Schwarzen Börse herrscht Panik und di? Dollarkuvse sind seitdem an dieser Börse zu wiederholten Malen bedeutend niedriger gewesen als die Notierungen an der offiziellen Börse. Die polnische Darlehenskasse hat diese Konjunktur benützt und ihren Dollarbestand um weitere fünf Millionen vermehrte Schwere Bestrafung eines Devisenhändlers. Warschau, 12. Februar. (P. T-A.) .Das- Urteil in dem Prozeß gegen Adolf Slückgold, der der Nebcrlretung des Gesetzes betreffend den Devisenvorkchr an geklagt war, lautet aus zwei Jahre Gefängnis, 47 Milliarden Geldstrafe, im Falle der Nichtbezahlung dieser Geldstrafe auf weitere zwei Jahre Gefängnis, ferner aus Berlnft der bürgerlichen Rechte und Entziehung der Befugnis, während der nächsten drei Jahre Handel' zu treiben. Cle^rinflkurse der Österreichischen Natlonalbaak vom 1 Föbnmr 1924. Devisen (Schecks und Aus» Zahlungen) Amsterdam , holt. Ouldelt; AprnnO hi". Kronen . . . , Pe'^fnn h nlnhr . . . V , PprUff* I rfentsehp , UrOefpi 1 hetnri««.iip nr«r»r* .. f t M""ar!nche Kronen *, r,ihnrpst? I.eJ.. 1 nOHVPfT. VriMlOf, t-, Knn«ntiftoen 1 d!inl»r'-tz Kronor. London i ps„„d Sterltne: . . . M 1 P»«*>tnR ...... Mp 11 and t HrP . . . * . , , Vt’.M’ vnrV i Dollar Pn*.»s I PranC« ....... Pr*" 1 t«»hppho«*1ow. Kronen , i I pv>n ........ ' RCliw»'U«rlieJfrnnor ,1 Warschau'** t noln>srhr Merk. . Zürich I splm'p?7»rt*che Prancs ’ Noten Amerknn. Noten v. S Dollar sufw, « . V*rl”»rP ... Uetpl«chp Noten 100 Prnnr*. . , Bulgarische Noten 7.11 1000 lieva . . „ tno . . . „ kleinere... Dftnleche Noten 100 Kroner , . Deutsche Noten*. . . . m 100 . . , . kleinere* . . , Rn«l. Noten von 5 f.lvrest. autw. . . . k’pinere . . . . . Prnnzflslsehe Voten 100 Prancs . Hrii'flnd Ische Noten 100 Dulden . Italienische Noten v. 100 l.lre aulw, , kleinere . . . Jngosl. Noten ungeat. zu 1000 Dinar . . . 100 . . „ . kleinere . , Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten **.. . . . . . „ . kleinere**’ . . , Rumänische Noten 7.Hl000u.5Q0!,.e1 : . , kleinere . . . Ruas. Noten (Roman.) zu 500 Rubel . . . . '00 . ., . . .. kleiner« . . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Franca. Spanische Noten 100 Pesetas . . Tscliccho-aiow. Not. r.lOOOaufw. , , kleinere Ungar. Noten (neue Em.) zu lOOOKr. . .zu 10.000 Kr. . . . , . kleinere-. * Für 1000 Id.-Mark. ** Kura vom 12. Febr (leid Ware Oeld Ware sflon- 940.^0 ' 6^9:50 14.20 rs,t. o <2 5-4.51 Y'tl. IliSo.- 304 kV», - filto.- 70011.- ' 2041. - *',>S.- i 18570*.- 2S73l... 26070.- P51.50 R40 - (»52 50 11.8 28 ö,- *>,S2 •»6t 50 9120.- 11120.- 30M,v\- 3 Siso- 8020.- funo,_ 8111.- Siny. 7ms.- 700^5. _ 706ii- ’?rRo.- r, 2.- 518.- 18610.— 18570.- P40. -. 17.95 28". 2.42 '01.- owt.- im.— 26770.: 8'2. - 85»!.- 14.55 . rs46... 2.52!»07.. 8410. IIO'O.- 30<14'O.- goio.- 3121.- 711»5.- 7C72 — 502.- 1865».- 13335.— 12375.-!?3*5.— 12395.- 71260.- 71110»- 28-5. 504.- 71767.- 70360.- 7r7-n._ 71169.- 7^7 «n.- 2771. - 28"».- 2 95, - 505.- 514.- ' m- 48s!- 40,'.- 476i- II24V- 11320.- 11)00.- 1390 14.50 |i.90 »r7n 14.30 13.70 302*00. - ahn oo.- 3*36 V). - 302?™. - 3gv)on.- 3:3400.-??0',. - 3??5.- 3215.— 2K*?0.— 266?).- 26470,- 3P\- 3120.- 3Jo5.— 307o.- 3090.- 3075.- 842.- 843.- 846.- m.- - 8?3.— 8?6. - 92?o.- 9340.— 9260.- 71.- 81.- 75.- 66.- 76.— 70.- 358.— 362.- 358.- ' 338.- 342.- 333.— |8W,— IK460.- I83®<,— 12321.- 12400.- 12230.- 8760.— 8840.- 8760.- 2042.- 2053.- 2r5r>. - 2037.- 2053.- 2045. - 1.25 1.35 1.25 1*40 1.30 1.20 für 10.000 jjoln. Mark. 14.50 14.*3ft 3'»15.- 2«670>- 3I’5.- 3095.- 852.- 842*.- 9340.- 85.- 80.- 362.- 342.- 18160,- 12310. 8810.- 2166.— 2061. - 1.45 Steigerung der ungarischen Nntennmlanfes. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest. 12. Februar. Der Staatsnotenumlauf ist bis zum 7. Februar um 33,7 Milliarden auf 1118 Milliarden gestiegen. Der Staat nahm eine weitere Anleihe von 28 Milliarden auf, wodurch das Staatsdefizik auf 554 Milliarden erhöht wird. Die Privatkredite^ erreichten eine Höhe von 660,4 Milliarden. ' . Die ArrangemiintMnteilUna an" der Wiener Börse für die Monate März und April würde in folgmrder Weise festges-eht: März: 3. Kassa und Aufgabe; 5. Meldungen; 6. Eff-ekten-Einreichung: 10. Kasi<l' und Aukga^be; 12. Meldunoen: 13. Effekten«>Ginre’ichung; - 17. Kaffa und Aufga^be; 19. M ldnngen; '20. Emkten-Einrsichring; 24. Kassa und Aufgabe; 26. Meldungen; 27. Effekten-Ginreichnng; 31. Kassa und Aufgabe. April: 2. Meldungen; 3. We-kten^Einveichung; 7. Kassa und Aufgabe; 9. MMungen; 10. Effekten-Einreichung; 14. Kassa und Aufgabe; 16. Meldungen; 17. Effekten^inreichung; 24. Kassa und Aufgabe; 28 Meldungen; 2>9. Cfffkten- Einwichuna. Mai : 5. .Kassa und Aufgabe. Neuerliche össerreichisch-jugosiawlsche Verhandlungen. Aus Belgrad, 12. d., wird telegraphiert: Da eine Ministec'alkom'mission festgestellt hat, daß dir zwischen Oesterreich und Jugoslawien nn Vorjahre abgeschlojsene Konvention über die Begleichung der Schulden und Forderimqen zwischen österreichischen und jugoslawischen Sti^saiigehür'aen sich bezüglich jener Forderungen und Schulden, die seinerzeit in fremder Vüluta oder in Goldkronen zustaudcgekommm sind, als unzulänglich erwiesen hat, ist beschlossen worden, daß alle auf fremde Valuta oder auf Goldkronen lautenden privaten Forderungen und Schulden festzustellen und neuerlich Verhandlungen mit Oesterreich einznleiten sind Kapitalsvermehrungen. Zerkovits Bandspitzenfabrik A.-G., Prag, von 3 auf 6 Millionen t>'chech. K. — Metallurgische Werke und Maschinensabriks-A.-G. von 500 Millionen auf eine Milliarde. Wiener Börse. Befestigt. Zum ersten Male nach längerer Zeit zeigte die Börse am gestrigen Tag ein entschieden freundliches Gepräge. An Stelle der forcierten Abgaben traten Memun^skaufe im Hinblick auf Nachrichten von einer bevorstehenden Einbringung der Aufwertun>gsvorla'ge. Die Kontermine suchte sich glattzustellen. Ferner fanden größere Käufe für Budapester Rechnung statt,' so daß im Eröffnungsstadium ganz ansehnliche Knrsbesserungen in die Erscheinung traten. Nebst den ungarischen Papieren, fanden auch Bankenwerte mehr Beachtung. Die Erhöhungen beivegten fich’zwischen 10.000 b's 40.000 K. Wenn auch im weiteren Verlaufe des Verkehres sich die Umsätze verringerten und ein Teil der anfänglichen' Er-, Höhungen durch Gewinnsicherstellungen - verloren ging, war ein ausgesprochen fester Grundton des Marktes nicht zu verkennen.^ Es. waren gegenüber dem letzt gemeldeten Stand ganz ansehnliche; Knrsbesserungen zu verzeichnen. So stiegen Bankverein um 8000 K., Britisch-ungarische Bank um 5000 K» österreichische Kredit um 11.000 . K., ungarische Kreditbank um 54.000 K.,'Unionbank um 6000 K., Staatsbahn um 15.000 K>, Alpine um 20.000 K., Felten um 50.000 K., Krupp um 13.000 St., Rima um 4000 K., Waagner um 12.000 K., A. E. G. Union um 8000 K., Siemens um.14.000 K., Timbcr-Hold'ng um 29.000, Trifciler Kohlen um 25.000 K., Brunner Ma°> schinen . um.47.000 Karpathen Petroleum um 18.000 K. und. Semperit um 11.600 K. ' - Im Schranken waren die Umsätze zwav noch geringfügig, ein fester Ton jedoch vorherrschend. Von den fließenden Schvankenwerten gewannen Dampfschiff 20.000 K., Allgemeine Ban 40.000 K-, Aussig chemische 37.000 K., Berg und Hutten ,100.000 K., Hutter u. Schrautz 43.000 K., Prager Eilsen L5.000 Kt, Oberungarifche Hütten 86.000 K.'» ' üichar. lallgem. Kohlen 140.000 K.. Urikany 70.000 K., Lepkam Josefs* j thaler 27.000 K..'Fonto.140.000 K., Schoetter Jrcker 90.000 K., 'kroatisch-slawon. Zucker 64.000 K., nnaar. Zucker 120.000 K. ttmd cst.'rreich'ische Eisenbahnverkehr 70.000 K. Auch die.zu sEinlhei'skursen gebandelten Papiere wiesen Avancen aick. So profitierten Nordbalm Wo.ooo K., 0)öllesckauer 150000 K., , Perlmooser,120.000 St., Pilsner Brau 300.000 K. Auch Eisen- Werte waren anbal'eud begehrt und hi'b'r. Van den Petro- .lenmwrrten erhöhen sich Apollo um 40.000 K., Galicia um!450.000 St., Naphtha um 20.000 K. un^ Sämdnica um 10.000 K. V e z ug b r e ch t e: Zentralbank deutscher Sparkassen 3000, Depositenbank 25,0 bis 356, Inaoslaw'.säie Bmik 2000, Galicia 13,650.060, Naph'ha 1.460.000. Sascha 2000. Auf dem Anla gemarkt waren Gold- und Silberrenten beaehrt und höher. Von den Eroten nok^rien: Esscsf 42.000 b^s 42.500, Erdöl 85.000 bis 37.000. Jriag 230.6-60 bis 262.000, Holzverband 21.5.M bis 22.000, Mroznica 170.200 bis 176.000, Schubert u. Co. 18.500, Tepeae 34.00,0 bis 98.000, Universale 52.000. bis 57.500. Wiener Warenbörse. (E-genbenchr der „Wiener Morgenzeitung".) Am Hamburger Markte wurde Aetznatron reichlicher aus* geboten. Die Fordernnaen lauten auf 8 bis 8.10 Dollar pro 100 Kiloaramm netto inklussive Trommeln, Zoll und Etnfubrgenebmiaunaen. Aetzkali und Kalilouae lagen ruhig. Gefordert wurde für Aetzkali 12 Dollar und für Kalilauge 7.50 Dollar pro 100 Kilogramm netto erklufioe Leibeisenfäsier. Das Geschäft in Soda kalziniert war ruhia. Als Balls für prompte Ware inklusive Zoll und Einfuhrgenehmigung wurden 3.25 Dollar pro 100 Kilogramm genannt. Zn Farbe n, wie Lithovone, Zinkweisi und Bleimennige bestand weiterbin gute Nachfrage, ftiir Wasserglas wurde 9.50 Mark pro 100 Kilogramm bezahlt. Für Glaubersalz forderte man 4.90 Mark pro lOO Kilogramm. Die Preise für Säure ließen nach. Salzsäure notierte mit 1.70 Mark pro 100 Kilogramm in Leihkesselwagen ab mitteldeutscher Station. Oxalläure wurde reichlich zu nicht einheitlichen Pressen angeboten. Kleesalz kostet 120 Mark pro 100 Kilogramm. Die Lokovartien in Essigsäure war ziemlich geräumt. Die Werkspreise stiegen um 175 Mark, wogegen im steten Handel zu 145 Mark pro 100 Kilogramm zu - kaufen ist. Da8 Exportgeschäft war äußerst ruhig, Bittersalz erfuhr eine weitere Preissteigerung. Gefordert wurde 2 Pfund 10 Schilling pw 1000 Kilogramm. Für Wasserglas bezahlte man 4 Pfuno 15 Schilling pro 1000 Kilogramm. An der gestrigen Warenbörse herrschte ziemlich lebhafter Verkehr bei genügendem. Ausgebote in Chemikalien zu teils herabgesetzten, teils behaupteten Preisen. Au 8 geboten wurden: Netznatron zu 6300 K. transit Wien, Alaun in.Stücken zu 3400 K. transit Wien, Bittersalz zu 750 K. transit Wien,. Bleizucker krist. zu 15.800 K., Borax zu 9400 K.. Cblorbariüm krist. 96/98 zu 4600 K., Chlorkalk zu /26F.0 K.. chlorsaures! Kali zu- 7300- K. - transit Wien, ChroMkali zu 16.500 K. transit Wien, Cbromnatron zu 13.800 K. Glaubersalz krist. zu 1100 K.. französisches Harz W. N. zu 6400 ÜL, Milchsäure Vel. techn. 50°/,. zu 13.200 K., Natriumsulfit zu 4200. K.,. Oxalsäure zu 14.800 K., Salzsäure 20/22 . techm zu 1109 K.. Schwefelnatrium ‘60/62 zu 4600 K. transit Wien, Schwefelsäure 66° B4 zu 1725 K., Soda-Ammoniak 96/94 zu 3000 K.. Soda bic. B. zu 4000 K., iul. Terpentilöl zu 24.800 Kronen. Cüinawachr zu 31.000 K., Japanwachs zu 32.500 K., Weinstein'änre zu 37.000 St, Ameisensäure zu 14.200 K. Ware inkl. Emb. O e l e und Fette. Die Tendenz ist unverändert, nur Schweinefett ist um 100 bis 200 K. billiger, Faßvackung notiert 23.1PO K.. in Kisten 23.300 K. Ausgeboten wurden Fatbacks (Rückenspeck) 12/14 zu 27 Dollar und Clear Bellies (Bauchspeck) 20/25 zu 28 Dollar waggonstei Triest. Außerdem waren noch erhältlich Dorschlebertran zu 14.600 K., brauner Fischtran zu 12.700 K., gebl. Palmöl zu 14.900 K. sowie boll. Leinöl zu 16.400 K. prompt und zu 16.100 K. pro September-Dezember. Kolonialwaren. Tee, Kakao und Gewürze waren zu unveränderten Pressen erhältlich. Kaffe Santos Prime und Rio VN Iobnston befestigten sich um je 500 K. auf 44.40 K., resv^ 87.500 K. ab Wien. Italienischer Reis ist um 50 K. höher, Splender ss notiert 6800 K. und 6 a 6500 K. Zucker ist andauernd fest lowohl für alte als auch fiir neue Ware. Kristall notiert 4.40 tichech. K., Würfel 4.70 tschech. K. prompt ab Grenze, ferner 4 50 t'chech. K., resp. 4.85 tschech. K. pro März-3lpril ab Grenze, sonst 11.900 K., resp. 12.800 K. stachtfrei Waggon Wien und ab Lager Wien. Portugiesische Sardinen befestigten sich um 50 K. auf 5950 K. Zum öffentlichen Verkauf gelangten laut Art. 343 des H.-G.-B 200 Kisten Vollmilch zu 3650 K. und zu 3550 K. pro Dose. , Zum öffentlichen Verkauf gelangten laut Art. 311 der H.-G.-B 3510 Türschließer zu 130.000.000 K. Zum öffentlichen Verkauf gelangen heute am 13. d., 12 1lhr,-3 Waggons Eschenpfosien, am 14. d.. 11 Uhr, ein Auto, und am 1b. d., 1 Uhr, 9 Säcke Anis trausit Wien. Die Warenmärtte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Chemikalien. Der Themikalienmarkt zeigte in der abgelaufenen Berichts* woche durchwegs feste Tendenz und ist insbesondere in einzelnen Wachswrten eine ganz erhebliche Preissteigerung zu verzeichnen. In Paraffin hat entgegen der um diese Iahreszeit^ immer einsetzenden Erleichtemng in der letzten Woche eine Auswärtsbewegung der Preise eingesetzt und ist auch nicht abzuiehen, z« welchem Zeitpunkte diese Preisbewegung zum Stillstand gebracht werden wird. Die Notierungen in Ceresin mußten sich den erhöhten Rohstoffpreisen anvaffen und hat die allgemein steigende Tendenz auch ein Anziehen der Presse für Bienenwachs/ Japanwachs, Karnaubawachs und Chinawachs bewirkt. Plötzliches starkes Anziehen der Presse setzte in Montanwachs ein, hervorgerufen durch die Erhöhung der Werksvreise und die gleichzeitig eingetretenen Abverkäufe der noch aus früheren Lieferungen stammenden billigeren Bestände.! : Der Markt in Terpentinölen hat sich ebenfalls weiter befestigt und sind die amerikanischen und französischen Notierungen stejgend. Wiener-Neustädter Terpentinöl hat eine verhältnismäßig kleine Strigenmg erfahren, während in russischen Terpentinölen durch die ganz bedeutend erhöhten Produktionskosten und Transportspesen eine schärfere Anfwärtsbewegung festgestellt wird. - Schellak wird rückgängig gemeldet, doch ist am Wiener Platz noch mit einem Abschwächen der Preise momentan nicht zu rechnen. ' Befestigt haben sich Bleiglätte um 100 K. auf 11.900 K., Eisenvitriol um 50 K. auf.1100, K. und Minium Bleiberger Um 700 K. auf 13.200 K.