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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-12 · Heft 1793 (12.2.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1793 (12.2.1924)
Date
1924-02-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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m. 1733 3Fi«t, Diensiag BrieMsten der Stedoktion. (Anonyme Anfragen werden nicht beantwortet.) D. I« B.» Wien. Tiefe Anreoung kannte nur im Ein- »ernebmen mit der Sammelstelle des Notionolfondö ersoloen, au die Sie sich gefl. wenden wollen. — B. V-, Silvio. Läßt sich im Briefkasten nicht beantworten, da 3» Ausführlich Bitte Rückporto beileaen! — Dr. I. K., Biala. 1. Zewifb Colonistt'on Assoziation, Paris. 2. London, Great Riisiellstreet 77.— H. G., Win. 1. Direkt bei der Redaktion in Praa. 2. Ja. — S., Zuzcrsdors. Eine solche Schule ist ujtS nicht bekannt. Wien, 12. Februar. , ' „Habe die Ehre, Herr Kommerzialrat!" Lawineirartig fdjiüiltt dieser Grnß an, auf der Du atze, in der Trarovay, im Kasseehaus. ES ist einfach herrlich, wie großzügig die Republik sich in dieser Beziehung zeigt. Immerhin ist'da noch vieles nachzuholen. Bitte, neulich sitzen da uin eine erstklassige Kartenpartie herum zehn Herren. Auf eiumal kommt man da« rauf, daß zwei davon noch keine Kommerzialräte sind. Allerdings war der eitle Direktor seines eigenen Unternehmens, in denl außer ihm noch eine alte Anfwaschfrau tätig ist, und der andere irgendein telepathologi cher Professor. Ueberhanpt Direktor! Jeder besser« Stammgast erhält vom „Ober" bitf-wt Titel taxfrei. Denn wenn der Mensch einen Charakter hat, nmß er auch einen Titel haben. Die Hauptsache ist, daß die Titel meistens zutressen und das ist meistens der Fall. Wirtschaftsrat ist einer, der das Geld verwrritcha'tet. Aufsichtsrat einer, auf den man aufpassen muß. Natürlich wird man auch Berwaltungsrm nicht so mir nichts .dir nichts, sondern da muß man schon anständige „Verdienste" haben. Um Kommerzia'rat zu werden, muß man schon einen großen „Anteil" an der Regulierung der Preises nach oben oder nach unten?) haben. Bei uns in Oesterreich ist man wenigstens wer. Da heute schon jeder Lehrbub Betriebsrat ist. kann natürlich der Wächter eines Material-und Schneehaufens (Eigentum der Gemeinde Wien) sich unbedingt Inspektor nennen. Wenn der Abbau zur Sanierung gehört, macht man ihn wenigstens durch den Titolaufbau angenehmer. Und ist es nicht wirklich ein Hochgenuß, wenn es einem überall möglichst laut entgegen tönt': „Habe die Ehre. Herr Kommerzialrat!" * Empfang bei Bürgermeister Seih, ftüt gestern nach, unttaczs hatten der Bürgermeister und seine Frau die in Wien akkreditierten Gesandten zu einem Tee geraden. Es waren anwesend die ganze Diplomatie auch mit Frauen, der Bund es p r ä s i d e n t samt Frau, die Präsidenten des Nationalrates und des Buudesrates, die Mitglieder der Bundesregierung, die früheren Bundeskanzler, der L a n 0 e s h a u pt m a n n v 0 n Nieder 5 sterreich, die Vorsitzenden des Wiener Landtages und Gemein d e r a t e s, die am t s f ü h r e n d e n S t a d t r ä t e, die Rektoren der Wiener Hochschulen, die Präsidenten der Obersten Gerichtshöfe und der wirtschaftlichen Korporationen und Institute, wie Handels- -und Gewerbekammer, Arbeiterkammer usw. Auch die Vertreter der ausländischen und der Wiener Presse waren zahlreich erschienen. Die Veranstaltung bot Gelegenheit zu einem regen Gedankenaustausch zwischen dem Bürgermeister sowie den Vertretern der Stadt und den geladenen Gästen. * Der Kampf gegen die Lustbarkeitösteuer. In diesen Tagen wird eine Entscheidung in dem Kampfe der Wiener Theater gegen die Lnstbarkeitssteuer erwartet. Tie Operettentheater beabsichtigen, die Verträge mit den Mitgliedern, dte mit 31. August ablaufen, nicht mehr zu erneuern. Das Theater an der Wien Kat lvrrns mit der teilweisen Kündigung begonnen. Die Kündigungsbriefe in den Ov?retrenlc,ea.ern sollen schon heute den Angestellten zngehen. Die Arbeitnehmer haben erklärt, daß sie, im Falle die Direktoren nicht die Vertrage mit mindestens 80 Prozent des künstlerischen und technischen Personals erneuern, mit gewerkschaftlichen Mitteln Vorgehen werden. * Tausendfacher Friedenszjns. In einer Hausbesitzerversammlung des 9. Bezirkes erklärte der Vizepräsident des Zentralverbandes der Hausherrenveeeine Gerhold, daß an eine grundlegende Aenderung des Mietengesetzes nicht zu denken sei. Es müsse eine Neuregelung der Zinsbildnng angsttrebt werden. Redner glaube, daß der tausendfache F r i e d e n s z i n 3 für Erhaltungskosten genügen würde. Die Hausbesitzer müssen auch eine separate Bergütuncz für die Hausverwaltung verlangen. Es werde hierfür der zweihundert fache Friedens; ins vorgesch^agen. Gerheld vergaß zu erwähnen, > e Hausherren die beabsichtigte Erhöhu"g des!•' haltungsziuses auch für Reparaturen zu' verwenden gesonnen sind. * Der erhöhte Geschastsschrch. Eine Versammlung von Delegierten aller Geschäftsbräuchen des 3. B e z i r k e 8,. die im Saale des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft stattsand, beschloß, sich für die unbedingte Erhaltung des gegenwärtigen Standes der polizeilichen U e b e r w a ch u n g sorgane auspisprechen und um Ausdehnung des schon im 1. Bezirke an Stelle der Gewölbewache, ferner im 6,7., 8. und 0. Bezirke eingerichteten erhöhten Geschäftsüberwach u n g s d i e n st e s, auf den 3. Bezirk beim Polizeipräsidenten Schober anzusuchen. * Der falsche Kardinal verhaftet. Schon seit geraumer Jeit wurde über' die Gaunerstreiche eines Hochstaplers berichtet, der sich sowohl in Deutsch'and, vornehmlich in Bayern, als in der Schweiz und in Liechtenstein herum trieb und im Habit eines Geistlichen Gaunereien verübte. Er kam mit Vorliebe in $ r a it e n f I ö ft c r und Anstalten, gab sich für einen P r l e st er ans und nahm kurzen Aufenthalt, worauf er gewöhnlich nach Verübung von Diebstählen verschwand. Er gab sich bisweilen für einen „Kardinal Delni", für einen Bischof oder einen bayrischen Prinzen aus. Kam er in ein Kloster, so las er die Messe, hielt Predigten beim G 0 t t c s d i e n st oder hörte sogar die Beichte ab. Im Gespräche ließ er bisweilen durchschimmern, daß er dem Papste nahestehe. Im Sicberbeitsbur"«« ist czestern die Mitteilung ein getroffen, daß der falsche Kardinal m Ludwigshafen verhaket‘ wurde. Er ist der pensionierte Vo.ksschuuehrer Josef Memmel ans Bayern. *. Das Glatteis. Die Kälte, die den Tag über, wenn auch aetchwacht, anhielt und die Gehwege und Straßen mit einer spiegelnden Schichte von Glatteis überzogen hatte, brachte mfolge des Glatteises eine große Anzahl von Unfällen mit sich, obwohl die Hausbesorger zeitlich in der Früh bereits die Gehwege bestreuten und die Hauptstraßen durch die Straßenpflege nach Tunlichkeit gleichfalls mit Kies und Sand überschüttet wirrden. Die Rettnngsgcsellschast mußte bei zahlreichen Unfällen erste Hilfe leisten. Eine Frau stürzte derart unglücklich, daß sie eine Gehirnerschütterung und eine Rißwunde am Hinterhaupt davontrug.. * Gefahren des Wintersports. Zwei Brüder HSpliny e r aus .Hallstatt hatten am SamStag eine Skitour auf die Ticrgartcnhöhe unternommen. Auf der Rückfahrt fuhr oer ältere von ihnen jo uiiglücklich an einen Baum an. daß er t 0 t liegen blieb. Menei* _ Mitteilungön aus dem Publikum. Tffoöeffßaus prrtsxe ökkaston in tim ttmesfen Wärmt fMo'hHen ksj&aborstr. 1 Wien» //. ‘Gaborstr. 1 .......- GEBRÜDER ÖOlt MEBEK INSTALLATEURE 3. Bez.. Ungargtsse 47 Telephon: 1040 n. 1553 Spezialisten für: Badezimmer, Waschtische u. Klosettanlagen REPARATUREN SOFORT M ARIDA WW Bannen' n Steppdecken, 0 ta- ITlrii Lin 1 oilili manen, Diwans, PolstermSbei Re is.inger-Un gelin I V., Johann Straussgasse 41 Wiens billigste Bettwaren- und Tapezier er-Werkstätten Umarbeitung Kamt Reinigen »nt Krampeln d. Füllung: 1 Matratze, 3 Teile, 1 Steppdecke K 60 000, Diwans, Ottomanen von K 75.0C0 aufwärts. 2? „Wienea“ 2: 78» **ll. OBERE OONAIKTRASS"! 91 Gtfisstes streng -ilP3*I*e*taurant unter Aufsicht rt*s fr>rw tfaHhwats der 5ch ffcchul 12. F'htmar 1W4 __^Sette Gemeinde von Tanger die Errichtung einer j üdischei Universität in Marokko unter der Oberanfstcht der Oberrabbiners der jüdischen Gemeinde in Tanger. * Der Lieblingsgondclier Richard Wagners ist dieser Tage, 82 Jahre alt, in Bencdrg gestorben G a n a s s e t t e, nw seinem richtigen Namen Girolamo Revisan, gehörte zu der volkstümlichen Figuren vcc Lagunenstadt und war in ferner* jüngeren Jahren ein Meister der Gondelführur g, der bei der jährlichen herkömmlichen . Gondelregalien zahlreiche erste Preis« gewann. Der wackere- Gondolier war bis an sein Lebensende stolz dorousi daß er viele Iabre hindurch in dm Diensten des Meisters der modernen Musik gestanden ist nrd daß Wagner sich gleichfalls zu ihm hingezogen fühlte. Walter lenkte die Aufmerksamkeit des Nlalers Jan Kojsw auf den charakteristischen Kops Ganasiettes und Kojsty malte ein äußerst gelungenes Porträt des populären Gondoliers Währ nid der letzten Weihnachtslage, d'e Wagner in engem??amiNenkreiie in Venedig feierte, war Ganasiette Gast der FantiUe. Nach dem Fest brachte er Wagner von seiner W"bnnng im Palazzo Bendramin in das Theatr'o Venice, wo der Meifter Mozarts ..Zanberflöte" d'rigierte. Im Februar 1883 machte Wagner in Bca'eitnna der'Frau Eosi'ma seine letzte Spazierfabrt ans der Gondel Ganasiettes über den Kanal Unterweas wurde Wagner v"n einer Ohnmacht befallen, Gauassetti brachte itzn rafch nach Hause, wo Wagner w"bl noch zum Bewußtsein kam, fdoch sechs Tage später verschied. In Tränen atisgelölr f"brte Ganasietti aus seiner Gondel den Sara Wagners zum Balmhof, von wo er nach Deutschland überführt wurde. Gana'fette erzählte zahlreiche Anekdatm und mehr oder weniacr wabre Geschichten von Wagner und wttrde von Touristen büufio anf-! gesucht und über iene ^eit, die er zu den herrlichsten seines! Lebens zahlte, ausgefragt. * Kultur- und InaendverLand der siidi^cken Vereine für Ollslovensko und Karpathorußland.?um?wecke der Veretnhemichuna der kuI^trÄen T^gk-eit der mdischen Ver^-ne m Ost-flovensko und Karpatzhorußlcmtz. Förd-cru"^ der indsich-m Kunst, Literatur wie amch He!bräistl?nMg der Inymd und Hebung des '-üdvschan Sel'bstbezvnßtf''ins w-"rd-e bei em'r in Kesiee ab^encilte^'en Tagung, an ivelch'w Dll!scnerte fast sämtlicher indischen V reine von Ostflovensko ttnd Karsta-thornßland teilnahmen. ein Ku^NT- und Iuaenidv-evbaud der jüditchrn Veroi-ne begn"'ndet. In die Leitung wurden gÄvühlt: D"? or Karl Ferbstein sBres-w'». Inm Goldb'r-aer (Kosiee), Dr Wilhelm S t e r n b a ch (Minik^ccivv), Leo Spielberger lKc/ice), Seit eure ick (Bardiov). Teüd^ AlNnann s-Kosice), Pollak s-vumene), Garfein sB-^rdiovi, Szekely <K-gzmarok), David.ovies (Pre-so-vV Schoschanah Deutsch lMunkaoovo) und Weingarten (Munkacevo). * Bauwettbewerb für Haifa. Der Verband 'üd'iscber Ingenieure und Techniker teilt uns mit. daü des Prvwkotl des Preisgerichtes für dett Wettbewerb -nr Erlmv^'na v"N Entwürfen für den Bau eines Bustn^ß Gent re 'n H a i f a ema-lanat ist und von B-^rbandsmiüa'-iedern -be'-m Prr'stdinnr des Verbandes (Architekt Otto Kol lisch. 7. Bez.. Sicbensterngasie Itza) e'naesehm werden * Banditenüberfalle in Palästina. Nach einem Bericht des Jerusalemer Korrespondenten des „Dailv E^vreü" bat die palästinensische Regierung den Dorfbewohnern im Distrikt von Hebron Waffen aeaebcn, dawit sie sich gegen die diese Gegend bennrnhigenden Ränberbanden wehren können. Wie das Blatt weiter berichtet,^ balu>n Räuber einige I"den in der Nahe von Jaffa überfallen imd verwundet, seriwr einen Jude n in der Näbe von Tiberias und eine Jüdin in der Näbe von Haifa ermordet. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor. * Todesfall. Am 10. d. starb, in Wien Herr Nathan Reiß im Alter von 96 Jahren. Er war in Fünfhaus seit vielen Jahrzehnten allseits bekannt und geachtet. Das Begräbitis findet heute Dienstag am.halb 11 Uhr vormittags am Zetttralfriedyofe, israelitische Abteilung, erstes Tor, statt. * Die Entwürfe für die Wohnhausbaute». In dieser Woche findet heute um 10 Uhr vormittags eine Sitzung des Stadt senats statt. Ter Gemeinderat wurde für Freitag den 15. d. um 4 Uhr nachmittags eiubernfen. Auf der Tagesordnung steht die Vcrhandlnug der Entwürfe für die Wohnhausbauten ausdem'Alsergrund, in Favoriten und FünfhauS. Es handelt sich um die Errichtung von 416 Wohnungen und einer Anzahl Geichäftslokale mit einem Kostenaufwande von 41,8 Milliarden Kronen. * Derkehrsunterbrechung im Gesanse. Am' 8. b. ist um 10 Uhr vormittags die große Tamischöach'urml-awine abgepan'gen. wodurch der Gesamtverkehr zwisch-en Hieflau und Gstatt-erbodan auf unbestimmte Dauer unterbrochen ist. Umstoiqvcrkchr derzeit nicht möglich. * Der pEise Ueberseedienst. Während der zwei letzten Fahrten von Cherbourg noch New-s^ork legte der C".nard- Dampfer „Agnitania" die 8000 Meilen betragende Strecke, dttrch einen eigentümlichen Zufall in genau derselben Zeit, nämlich 5 Tagen, 15 Stunden, 60 Minuten, mit einer durchschnittlichen Geschwindiakeit von 23 Knoten zurück. Dieser Zufall ist umso merkwürdiger, da dir verschiedenen Wetter- Verhältnisse tm Atlantischen O^ean in Betracht gezogen werden müssen. Zu verschiedenen Malen hat die Dauer der Reise nur um wcmge Minrtten differenziert, aber es ist wohl noch nie vvrgekommen, daß die Regelmäßigkeit und. Genauigkeit des Cnnard-ExpreßdiensteS zwischen Southampton, Cherbourg und New-Aork ein so denkwürdiges Beispiel gesunden hat. * Fauche Nachrichten über eine EinwanbernngSm?g»*chkekt nach Kanada. Von drei Schiffahrtsgesellschaften ist eine Notiz „Arbeitsgelegenheit für Oesterreicher in Kanada", beziehungsweise ■ „Gesicherte Beschäftigung für österreichische Landarbeiter in Kanada" veröffentlicht worden, laut der in den Einwanderuttgsbestimmungen für Kanada eine Aenderung insoferne eingetreten sein soll, als nach dem 1. März 1924 von Europa abrcksende österreichische Landarbeiter, wenn sie im Besitze einer Fahrkarte bis W:rnipeg sind und 30 Dollar vorweisen können, ohne Affidavit in Kanada mgelassen werden und nach ihrer Ankunft Beschäftigung durch das Labonroffice (Arbeitsvermittlungsamt) erhosten. Demgegenüber festgestellt, daß alle derartigen Mitteilnngen falsch sind und vor der Einwanderung na ch Kanada n a ch d r ü ck l i ch st gewarnt werden muß. * Vünditenübersall aus einen Wunderrabbi. Aus Czernowitz berichtet I. T. A.: Dieser Tage drangen zwei Banditen in das Haus des in Chassldim-Krcisen bekannten Wundcrrabbis von Stesanestie ein. Während der eine der Baitditen dem Rabbi die Mündung eines Revolvers vor die Stirn hielt, und ihm mit Erschießen drohte, wenn er um. Hilfe ticfef raffte der zweite Bandit eine große Summe Geldes und einen wertvollen Iuwelenschatz zusammen. Die Banditen sind unerkannt entkommen. * Flecktyphus in Budapest. Vorgestern sind zwei weitere «Pylonen, im ganzen somit vier Personen, an Flecktyphus gestorben. * Eine jüdische Nnstrersitat in Tanger. Alts Philadelphia . meldet I. T. A.: Nach einer Mitteilung des Vorstandes der 1 Dropsie-Schule« Dr. CyruL Adler, plant die jüdische * ^traüenran^r geben oeraubtes iü^isK-rs Alnwsengeld zurück. In New-Park bat sich, wie I/ T. A.,^erichtze>. folgende mtevesiante Be^benheit zugetragen: Ein iudifchor Philan'hrov. Harrv Brikman. fuhr in seinem U.nw"^bil,vmr ehrr Armenratssitzvng rnch Hause u>nd 16.000 Dollar jüdischer A r m e n a e l d a r bei sich. Plö^lich wurde das Antamgbil von zwei Männern anaehalf"n, die Bri5man mit v"rcrebältenem R-evolver zwangen, das Geld heransmgeb'n. Der vebersallene beteuerte, es bandle sich um Gelder für arme Frauen und Kinder. Die Rä-ulber wallten ihm om'anas keinen Glauben schank"n, als er ihnen ^Wf) die Dr»lnmente vvrw'es, erstatteten ne ihm nicht allein bloß das geran'b^e Geld «''rück, sondern einer der Bandi'en legte noch einen Hcrlbdollgr'chein hinzu. Mr. Brikman komtte se'ne F'hrt ungostövt for'setzen. *■ Die Zeitung der Bettler. Dos eigentümlichste „Fachblgtt" der Welt dürfte die Zeitttng .Der Bettler" sc'n, d'e in Paris erscheint. Sie bringt eine reichbaltige Liste aller L>ochzeit"n,.Kindtaufen und Beerdigunaen. die im Laufe der Woche in den Kirchen der Stadt vor sich gehen, wo die auf eine gute Ernte rechnen können. Weiter . teilt das B^att Adresien wohltätiaer Leute, ihre Empfanaszeit und andere zum „Fach" gehörige Dinge mit. * »Ei« jüdischer Antisemit." Die Bersrner ausiienntifche „G t n a t S b ü r a e r z e i t n n g" iift m it den den ückwöltt Berbänd-n unzufrieden. Diiefe find ihr nämlich w dok'rinär, indem sie auch getaufte Inden von der Mitglüid'chaft ansiMeß^n, ein Weg, welchen dir Blatt a's fahr fal'ch bezeichnet. Die Zeitung schreibt dazn: „Die schlimmsten Gegner der Inden in brr Vcvg-o-namOeit waren ge^onste Joden. Zur Zeit macht d-n Juden in Jerusalem der frühere Jude Dak'or de Haan viel zn schaffen. Er ist z,n d^n,Ara b e rn schav^eaauaen und bildet ihr Sprachrahr. In diesem Sinne schreibt er auch für die Londoner Zeitung ..Daifv Exprek". Inven znm Deutsch'um a's An'^emi'-n n^^b-n, wird ledi>asich durch die d-euts-chvölkische BlntschnüfrU w-liind'r^" Di« Annahme des Hetz blaues. >de wäre andem Judentum ausge'reten, ^'t natürlich dnrchanr iwia. He^r de Haan 'st n'cht nur Jude, sondern er gehört bekanntlich der or'bo>dor>'n Trenn-.tnarmch^ung. der Agudah, an. war Än sre'lich ui^'t bindert, eine Tä'w5ei' -zn entM'en. welche wobl oe>a-'n alles ZionM-l'ie Laichtet ist. aber gleich zeitig d"< feVt trifft. Die .Swats^nraerzeitnua" wa-r iu ibr<m Mrt'e'lungen über diese Pmön'lichkoit n-ickrt ganr tmt-'ruichtet. B^lle'cht lttckt -iber in der Iloberlckwift. mit welcher sie jene Glosie v^'s'i^t, und di« „Ein jüdischer Antisemit" Hautet, doch ei« Körnch'n Wahrheit. * Berühmte Schachfiguren. D.r Schoch'v'el, d->r Napoleon der Erste cwf all sein m langMvii^'n Krieasmilirren,m>it sich finhvte, ist kürzlich in London bon seinem Besitzer. Bitter Wahl-fuch, Ovidoin bekamnien rria'iiichl-n Schachspieler ans Manchester, ansgc-st.'llt wovten. Die Figinr-n sind ouk Metall eroberter bnitischer K»-n."nen gogosi-n. und die eine Bartei stellt Rapole-on alr Köniig dar. sowie fviaur-n seiner O0fi>)'.ere und Gardisten: bei der Gra'ripartei ütbevn-i-mmt die ftit'ur Frio> nichr der Großen die Stelle des Kän:as. wäbrettd alle aude-ren Fiwrren von preußiisckx'n Goatt'ist^n davgestell-t werden. Außer diesem m'evesianiten Spiel Napoleons d,-s Erstu, um faß: die kchachfi.gmretts'aitnmtl.nma Wahl'uiär noch 80 andere historische oder anderweitig merikwündiae Schackistäk-'e. Do? älteste ttnd vielleicht kostbarste ft ein lMernes indischer Schaäsviel, daß Äbrr 1000 Jahre alt ft. das jüngste «tn § '> ans dom Weltkrieg. dar im Schützettgraben m'i Gv"na:.-i! hcrgest'llt wurde. -Bon ganz besonderer Cckri'nltci't »ud hohem Wevt sind ein rvichgsschnitzter alter ntssischcr Spiel ruj Elfetchgiu, ein wundervoll geo-rbeiiteter chinesisches ein persische« B"--. «ul Mahagoniholz geschn'itzt.

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