Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-02-10 · Heft 1791 (10.2.1924) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1791 (10.2.1924)
Date
1924-02-10
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980874--17751-3004765
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Jfa 1791_Wien, Sonntag „Bringen Sie etwas über die Teuerung," sagte mein Ehyf einmal. Ich schrieb einen Artikel, begründete die hohen Austernpreilse, beklagte, daß sich nicht jeder einen S adtpelz kaufen könne und daß französtche Parfüms anfingen, unerschwinglich zu werden. „Machen Sie nur so weiter!" zischte mich mein Vorgesetzter an. „Aber wenn Sie für Vornehmheit eine solche Schwache haben, dann interviewen Sie doch einmal einen Börseaner." Ich ging hin: „Was halten Sie von — '?" „Mein Lieber," antwortete der Fachmann, noch ehe meine Frage zu Ende war, „zum Verzweifeln ist noch ke'n Grund vorhanden, zuletzt ist bei uns noch immer alles gestiegen!" Dann gab er mir einen guten Typ. ,Jausen Sie Ravag, die werden bestimmt in die Höhe gehen." „Was ist das Ravag'?" „Rattenvertilgnngsaktienaeiellschaft." ,llnd wenn sie nicht steigen sollten'?" „Hab' ich mich höchstens geirrt!" Ich kam damit zum Chef. „Mit Ihnen ist nichts anznsangen; wiren Sie was, versuchen Sie eS einmal mit einem Theaterreferat. Heute ist die fünfzigste Aufführung der Operette „Der leere Diwan". Schreiben Sie einige Zeilen, aber sachlich." Ich brachte mein Referat kurz und objektiv. „Die fünfzigste Ausführung verlief glanzvoll. Der Diwan (von der Firma Liege zu Hause) ist noch wie neu. Die Kostüme lieferten die Fabrik „zum Strumpfparadies" und das Wäschehaus „zum Spitzenhöschen". Die Operette entspricht dem Publikumsgeschmack und leitet eine neue Aera ein." Der Chef tobte. „Herr!" schrie er (ich erkannte an dem Worte, daß alles aus sei) „Herr, Sie sind total verrückt geworden und dabei inserieren diese Leute nicht ernmal bei uns!" Mein Schicksal war besiegelt. Ich flog hinaus. Ein Freund, der den Begriff „Ware" besser verstanden hatte, machte mir einen Vorschlag. Wir gründeten die Heirats-, Scheidungs¬ und Gevichtssaalzeitung. Die Sache geht nun schon einige Jährchen glänzend. Ich bin ein Verdiener geworden. Maser Tage war mein ehemaliger Chef vom „12 Uhr-Blatt um Mitternacht" (erscheint aber bereits um 6 Uhr) bei mir. „Ich Hab' es immer gewußt," sagte er, „daß auS Ihnen noch ein tüchtiger Zeitungsmensch werden wird." Er machte mir den Vorschlag, mich mit seinem Blatt zu fusionieren. Ich werde mir die Sache noch überlegen. A. Sch. Die Rationale Festwoche in Fernsalem. Frühling in Erez Israel. AuS Jerusalem schreibt man uns: Die Borbsreittmßen für die Nationale Festwoche in Jerusalem, welche zu Pessach stattfludet, machen Fortschritte und alle Anzeichen deuten daraus hin, daß man auf eine nicht unbedeutende Beteiligung von Gästen rechnen kann. Die Gelegenheit ist Heuer besonders günstig: da wir ein Schaltjahr zählen, werden wir voraussichtlich zu Pessach die Regenperiode hinter uns haben und können ans die schönsten Frühlingstage rechnen. Der ernste Besucher des Landes, der Wochen im Lande derweilen und es gut studieren will, wird gut daran tun, schon vor dem Pessachfest hierher zu kommen. Zwischen Purim und Pessach ist ein mehrtägiger Aufenthalt -in Tel-Awiw, der ersten modernen Mischen Stadt in Erez Israel, anznraten, wo ein großer Jahrmarkt mit industriellen Ausstellungen (Palästina-Messe) und anderen Veranstaltungen den Besuchern ein Bild von den Anfängen industrieller Tätigkeit in Palästina geben wird. Alle Makkabi-Gnrppen und Sportvereine in Städten und Kolonien häben mit den Vorbereitungen für die sportlichen Veranstaltungen begonnen. Ein schöner Sportplatz in dem jungen Jerusalemer Staidtviert-el Beth Hakerem, mit natürlichem Amipli'itheater, wird für das Sportseft hergcrichtet. Der Sportplatz ist durch eine gute Automobilstraße mit der Stadt verbunden. Die Ausstellungen in Verbindung mit der Nationalen Festwoche werden sich auf verschiedene Punkte der Stadt Jerusalem verteilen. Die Ausstellung des Jüdischen N a ti on also nd s wird voraussichtlich mit dem landwirtschaftlichen Mus.nm in Verbindung stehen. Das Landeskomitee des Keren Hojessod hat mit den Vorbereitungen für eine Keren Ha , esl od - Au 8st e l l u n g begonnen. Besonders reich ist das Material, das Uns re Künstler zu zeigen haben. Die allgemeine Kunstausstellung!m Davidstnrm wird durch eine zweite Kunstcrusst.'lllung in der Bezalolschule (auch für .Kunstgewerbe) ergänzt werden. Das Unterrichtsdepartement der Zionistischen Exekutive wird in einer reichhaltigen pädagogischen Ausstellung dem Publikum zeigen, was in wenigen Jahren für die Entwicklung der hebräischen Schulen geleistet wurde. Auch auf die kleien Anfänge d:s großen Werkes der hebräischen Universität soll daS Publikum aufmerksam werden. Die Ausstellung der medizinischen Organisationen Hadassah wi-rd uns ein Bild vom segensreichen Wirken dieser Organisation Eük die Sanierung Jrez Israels geben.. Eine Reihe von grundlegenden Vorträgen über verschiedone Fragen, wurde in das Festprogramm ausgenommen, die die berufensten Kenner des Landes halten werden. Spezielle Neiscermäßigungen gewehrt der Lloyd Triestino allen Besuchern, die von Triest nach Erez Israel reisen werden, „nd zwar eine allgemeine Ermäßigung von 30 Prozent -des Fahrpreises in der Reisezeit vom 1. April bis 16. Mai. Ganz besonders möchten wir hier aber auf das folgende Angebot d s Lloyd aufmerksam inacben: für eine Sonderfahrt von Triest nach Haifa, hin und zurück, inklusive koscherer Verpflegung: dritte Klasse 6 Psd. St., zweite Klasse 28 Pfd. St. Diese Sonderfahrt kann aber nur bei einer Beteiligung von m i n d e st e n s 300 Personen zustande kommen. Wir raten daher sämtlichen Inioressenieu, sich sofort uri-t dom nächsten Palast ina^Ann in Verbindung zu setzen, welches dann du An- Wierrer Mörgenzeitung.__ gel-'genheit mit dem Palast im-Amt in Triest (Via M Monte 7) arrangieren wird. Visa für Touristen mit dreimonatiger Aufenchaltsbewilligung ln Erez Israel werden spezielle Kommissionen in Verbindung mit dem Pälästina- Aem-tern unter gewissen Bedingungen besorget». Das Zentralkomitee der Nat-iynälen Festwoche: I"sef Gläser, Dr. I. Lurie, Jerusalem, Pob. 92. Das Mnzenmuseum in Frmsalem. Die Sammlung Rafaelis. Im Dezember vorigen Jahres starb, wie damals berichtet, wurde, in Jerusalem Samuel Rafaeli, der wegen seiner kostbaren Münzensammlung berühmt war. Viele Ton«, risten, die nach Palästina kamen, versäumten es nicht, diese seltene Kollektion zu besichtigen. Rafaeli befand sich in.den letzten Jahren seines Lebens in so schlechten finanziellen Verhältnissen, daß er sich gezwungen sah, sich dieses seltenen Besitzes zu ewtäußwn. Er verkaufte die ganze Sammlung der palästinensischen Regierung, jedoch mit der Bedingung, daß sie in Palästina vwbleibe. Welchen Wert diese Sammlung repräsentiert, geht aus den Brief "hervor, den der Direktor des Regierungsdepart-ements für die Erha-ltnng der Altertümer in Palästina an' die Witwe Rafaelis richtete. In diesem Sckroibru beißt es unter anderem: „Rafaelis Sammlung alter Palästina-Minzen wird ein ewiges Denkmal bleiben für den Verstorbenen, der ihr so viel Mühe,, Kenntnisse und Spezialwissenschaft gewidmet hat. Es ist nur ihm zu danken, daß Palästina jetzt eine Sammlung besitzt, die ihresgleichen nur im British Museum hat. 'Dankbar gedenken wir auch, daß er noch kurz vor seinem Tode ein wisseufchastliches Verzeichnis aller in der Sammlung befindlichen Münzen angefertigt hat." Dr. Weodar Sonnenschein Morden. Am 7. Februar ist in Troppau Dr. Theodor Sonnenschein im 71. Lebensjahr gestorben. Mt ihm verliert d'e Iudenhoit in den Sudetenländern einen Mann der alten Geirera-tion, der für die Zeichen der Zeit höchstes Verständnis besaß und sein Wirken danackt formte. Dr. Sonnenschein stammle ans der liberalen Zeit und wirkte in diesem Sinne; aber sein Bestreben ging stets dahin, nach seiner Auffassung dem Judentum zu helfen. Einige Jahre vor dem Umsturz arbeitete er an der Zusammenfassung und Organisation derjü bischen K u l t u s g e m e i nden in der alten Mouarchie. und seine Unterhandlungen mit dem damaligen Unterrichtsminister H u ssarek waren knapp vor dem Umsturz bis fast zur Vollendung gediehen. Das Werk wurde durch die politischen Ereignisse zerstört und Dr. Sonnenschein mußte, als die Zusaimmenfassung sämtlicher Kultnsgemeinden der tschechosolwaGschen Republik ans den inneren Verhältnissen heraus unmöglich wurde, sich mit der Organisation der schlesischen Kultusgemeinden begnügen, nach deren Bovbilde auch die mährischen Kultusgemeinden einen Landesverband schufen. MS der Urnftutg kam, war Dr. Sonnenschein der erste, der die Parole gab. daß die Iudenhert als Volk seine Rechnung präsentieren müsse. Dieser Mann war trotz seines hohen Atters sofort dazu bereit, als er das Wohl des Judentums darin erkannte, seine bisherigen Anschauungen zu korrigieren, und es ist sein Verd enst daß in Mähren und Schlesien der jüdische Volksgedanke so schnell allgeinein Wurzel faßte' und zuerst die Stadt Troppau, dann der schlesische und schließlich der mährische Landesverband der KtEusgemeinden sich für jüdischnational erklärten. Freilich konnte der jungen Generation das alte System nicht Passen und es kam wie es kommen mußte. Die Zionisten in Troppau zogen tn die Kultusgemeinde ein und Dr. Sonnenschein. der Vertreter des altert Systenrs, mnßte tveichen. Aber nie galt der Kampf seiner Persönlichkeit; die Zionisten bewiesen es ihm auch, als sic seine Kandidatur rn die Gemeiudevertretirng der Stadt Troppau auf die jüdische L i st e setzten. Tr. Sonnenschein wirkte auch als Vertreter des.jüdischen Volkes b's zu seinem Tode in der Stabtgemeind e. Dein Andenken dieses Alannes von persönlicher Prägung gebührt Ehre. Mische MllerbnMioa. In,den nächsten Tagen trifft Dr. Leo Motzkin, Generalsekretär des Comite des Delegations juives und Präsident der Exekutive der Jüdischen Wclthilfszentrale, in Wien ein und wird auf der Samstag den 16. d. um halb 8 Uhr abends im Niederösterreichischen Gewerbeverein, 1. Bez., Eschenbachgasse 11, stattfindenden Versammlung über die Ziele und Zwecke einer jüdischen Gesellschaft für den Völkerbundgedanken referieren. * Eine PMitiim-AuriMimn in London. In den Monaten April und Oktober findet die British Empire Exhibition statt. Ein eigener Pavillon dieser Ausstellung wird der jüdischen Industrie in Palästina gewidmet sein. Die Zionistische Exekutive in Palästina trifft schon jetzt intensive Vorkehrungen, um diese Ausstellung so interessant und aufschlußreich als möglich zu gestalten. Da es Wohl zahlreiche Inden in Oesterreich gibt, die gerne die Empire-Ausstellung besuchen würden, wäre es der Londoner Zionistischen Exekutive nicht schwer, für die österreichischen Aussteller und Besucher besondere R e i s e b e g ü n st i g u ngen bei den Eisenbahn- und Dampfschiffahrtsgesellschaften zu erlangen. Voraussetzung hierfür wäre die Anmeldung einer X Anschriften an die Redaktion sowie itnvc'l ngt etnlarrgenöerr Manurttripre« wolle man stets Rückporto verlegen, da sonst eine Beantwortung, bezirhungsweise Rücksendung nicht ersolgen tan»». 10. Februar 1924 Seite 9 größeren Anzahl von Allsstellungsbesuchern aus Oesterreich. Die Reiselustigen mögen ihre Adresse schon jetzt dem Zionistischell Landeslomitee irr Wien, 2. Bez., Taborstraße 20 a, bekanntgeben, welches mit der Durchführung dieser Aktion von der Zionistischen Exekutive in London betraut wurde. AWnna der Warreavreiie in Sicht! Gute Einnahmen der Tabakregie. Anläßlich der Erhöhung der Zigaretieupreise am 12. November v. I. wurden die Zigarren von der Preiserhöhung ausgenommen. Wie man hört, wird jedoch jetzt die Erhöhung der Zigarrenpreise für unausbleiblich gehalten und in kurzer Zeit zur Tatsache wevden. Das Ausmaß der zu erwartenden Preiserhöhung wird ans 20 bis 30 Prozent geschätzt. Der Konsum an Ranchmaterial ist konstant im Steigen begriffen. Der Dezember 1923 brachte der Tabakregie einen Gelderlös von nicht weniger als 19 9 M i l l i a r d e n Kronen, wozu allerdings das Weihnachtsgeschäft besonders beitrug. An Zigarren wurden in dem genannten Monat allein 21 Millionen Stück verkauft. Trotz des gesteigerten Konsums ist vorläufig an eine Wiederaufnahme der abgebauten Arbeiter in den Tabakfabriken nicht zu denken, da seit Neujahr an Stelle der bis dahin bestandenen Kurzarbeit wieder die Vollav'beit getreten ist. Seit einigen Tagen ist die Sportzigarette (300 K. pro Stück) wieder allgemein erhältlich und die schlechte Jusuff (350 K.) auf den Aussterbeetat gesetzt. In ungefähr 14 Tagen gelangt eine zweite Sorte Sportzigaretten (mit Goldrand) zu 350 K. zur Ausgabe. Die ausgegangenen Dramazigaretten werden in verbesserter Qualität wieder eingeführt. Als billige Volkszigarette ist die Filmzigarette zu 200 K. in Vorbereitung. . ’ Angesichts der großen Einnahmen der Tabakregie ist es nicht verständlich, warum die Erhöhung so notwendig ist, die man bei einem Mmderkonsum begreiflich finden würde. Der Schatz des Rauberkmnvtmanns Grafel Bei Zlabings aufgefunden. Vor 100 Jahren wurde in Wien der Räuberhauptmann Georg Grafel hingerichtet, der in den böhmischen Wäldern eine Räuberbande organisiert und die Bevölkerung Jahre hindurch terrorisiert hatte. Um Grasel und seine Bände spann sich eine Sage, die besonders das Moment betonte, daß der verwegene Räuberhauptmann unermeßliche Schätze erworben und beseitigt haben müßte. Ein Stück der Räuberromantik ist nun Wahrheit geworden. Beim Wegebau im Herrschaftswalde Neuhns bei Zlabings fanden Deputatknechte der Herrschaft Böhmisch- Rudoletz unter Steinblöcken eine halbzerfallene Holzkistc, die über 14 Pfund Münzen in Gold und Silber enthielt. Die Untersuchung ergab, daß es sich um aus Sammlungen stammende Münzen handelt, die der Räuberhauptmann Grasel, dessen Unterschlupf, die sogenannte Grasel-Höhle, sich nahe dem Fundort befand, gestohlen und versteckt hatte. (Auch eine an der Thaya bei Freistekn liegende Höhle führt den Namen Grafel-Höhle. Die Red.) „Manna Donna" im Automobil. Eine Entführungsgeschichte, die sich zwischen Brünn und Wien abspiölte und wie ein Kinostück annmtet, hat in den letzten Tagen das Kommimriat Mariahilf beschäftigt. Der Beginn der Tragikomödie ist in Brünn, ihr Held ist der Kaufmann und Papiergroßhändler Ernst Stäuber Er war seit zwei Jahren mit der gleichfalls in Brünn wohnhaften 20jährigen Privaten Lily H. verlobt. Vor wenigen Wochen hatten die Eltern des Mädchens die Verlobung aufgelöst, da ihnen zu Ohren gekommen war, daß Stäuber einen leichtsinnigen Lebenswandel führe und sie für das Glück ihres Kindes fürchteten. Um unliebsames Aufsehen zu vermeiden und die Tochter aus dem Bereich des sich gegen die Auflösung der Verlobung auflehnenden Bräutigams zu bringen, brachten sie Lily noch Wien, wo sie Bekannte hatten, die Schauspielerin Zernitz und den Komponisten Robert Stolz. Der junge Stäuber drohte seinen Eltern, wen« die Auflösung der Verlobung nicht rückgängig gemacht werde, mit Selbstmord Die Eltern fürchteten, daß der Sohn die Drohung wahrmachen könnte und fuhren mit ihm nach Wien. Tatsächlich belagerten und beobachteten die Eltern und der Sohn am 6. d. von früh morgens das Wohnhaus des Komponisten Stolz, um dem Sohn die Möglichkeit zu verschaffen, die Braut wiederzusehen. Als sich keine Möglichkeit ergeben hatte, kam um die Mittagszeit der junge Stäuber auf den Gedanken, einen Selbstmordversuch vor der Wohnung zu fingieren. Er stürzte zusammen und mußte von der Rettungsgesellschaft auf ihre Filialstation gebracht werden, von wo er aber bald entlassen werden konnte. Vater und Mutter waren bei ihm und kehrten in einem Privatauto zum Hause des Stolz zurück. Frau Stäuber ging vor die Wohnung des Stolz, in der Lily versteckt war und begann vor der Tür mit Klagen, deren Grundton immer die Beschuldigung gegen Lily war, daß sie ihren Sohn in beit Tod treibe. Die Exbraut war eben im Bade. Sie liefe f i df; erweich e n, bloß mit einem Mantel bekleidet, zum Auto zu kommen, in dem der vermeintliche totkranke Bräutigam sitzen sollte. Als sic durch die Scheiben schauen wollte, zog sie der junge Stäuber in das Auto, wahrend die Mutter sich von Frau Zernitz die Kleider des Mädchens ausfolgen ließ. Sie brachte sic ra ch zum Wagen und das Auto fuhr davon. Auf Bitten der Braut brachte er sie zum Lerchenfcldergürtel. wo ein Verwandter wohnte Hier sollte er sie am folgenden Tage abholen. Ehe er aber seine Absicht ausführen konnte, wurde er verhaftet und wegen Entführung dem Landesgericht eingelicfcrt. Lily wird wieder in die Obhut der Bekannten gebracht, bis sie ihre Eltern Molen. * MW« mm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.