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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-10 · Heft 1791 (10.2.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1791 (10.2.1924)
Date
1924-02-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1791 Wien, Sonntag -.. . ------ ' ' ... ■' ** -Ech« wegen Namensmißbrauchs vor Gericht laden. Doch der fremde Besucher beruhigte ihn bald. Er erzählte dein Schwarzwalddichter, er sei ein ausländischer Graf, der genau wie Eugen Baumann oder eigentlich Graf Eugen Falkenberg auf seinem Gute eine freie Volksschule gegründet habe, er sei selbst ein Dorfschulmeister geworden, der die Bauernkinder unterrichte, kurzum, ein wahrer Doppelgänger Eugen Banmanns. Der seltsame Besucher war — Graf Leo Tolstoi. S. M. Peter Attenberg und sein hebräischer Ueberfetzer. Von I. Tiger. Ms Peter Menberg vor etwa dreißig Jahreil feine erste Skizze „9 u. 11" schrieb, dachte er wohl kaum daran, daß diese Skizze und noch manch andere, die darauf folgte, dereinst ins Hebräische übertragen würde. Nun liegt vor uns eine ausgewählte Sammlung seiner Skizzen in der hebräischen Uebcrsetzung von G. S ch o f f m a n n, herausgegeben vom rühmlichen „Stybe l"-Berlag. Von dieser Uebersetzung ist ein stärkerer Einfluß der „Wiener Schule" auf die jung-hebräische Literatur zu erwarten, wiewohl auch schon früher deren Einfluß bedeutend war. Besonders die Bücher Artur Schnitzlers fanden Widerhall, wurden kritisch behandelt und fanden Nachahmer. Das „Süße Mädel", diesen Wiener Begriff, versuchte auch A. K l a t s ch k a (in seinem Buche „Frauen^ zu schildern. Es sind dies Studentenaufzeichnungen, die auf Wiener Boden entstanden sein dürften, Attenberg gegenüber verhielt man sich hingegen zurückhaltend: man verstand ihn noch nicht. In der jüdischen Literatur wurden schon früher einzelne seiner Skizzen (in der Zeitschrift „Neuland" von S. I. Jmber), dann auch ganze Bücher Übersetzt. („Wie ich es sehe," übertragen von M. Nadir, der ihn auch in seinem eigenen Schaffen nachzuahmen versuchte.) Mtenbergß hebräischer Ueberfetzer ist von unvergleichlich größeren Fähigkeiten. G. S ch o f f m a n n ist der bedeutendste Novellist der neuen hebräischen Literatur. Während sich sein Schaffen bis zu seinem Kommen nach Wien im russisch-jüdischen Milieu der Externisten, Emigranten und sonstigen Bohemiens bewegte, findet es hier seinen Abschluß und trägt fortan ein echt österreichisches Kolorit mit unverkennbar Altenbergschem Einfluß. Deshalb übertrug Schoffmann mit viel Geschick, ja geradezu mit Intuition, die Altenbergschen Skizzen. „So würde ich", „Meine Ideale" oder „Der Selbstmord des Buchhändlers Braud", Skizzen, die doch eigentlich wie Gedichte skandiert werden muffen, um sie ganz in sich anfzunehmen, haben nichts von ihrer Ursprünglichkeit eingebüßt, ja, durch die Ausdrucksfahigkeit des Uebersetzers. im neuen Gewände vieles gewonnen. Noch lange bevor das „Altenberg-Bnch" von Egon Friedell heranSgegeben wurde (1921), gleich nachdem die Parte erschien, die uns den am 9. Jänner 1919 erfolgten Tod Altenbergs anzeigte, hat Schoffmann in der von ihm damals geleiteten hebräischen Monatsschrift „Gewuloth" (Februar 1919) Altenberg einen Nachruf gewidmet, von welchem hier einige Sätze zitiert sein mögen: „Durch das Sterben Peter Altenbergs ist Wien mehr verwaist als durch den Tod Kaiser Franz Josefs, wenn auch schwarze Fahnen diesmal nicht gehißt wurden. Die Stadt des Dichters mutet jetzt an, als hätte man in ihr neuerdings die. Beleuchtung eingeschränkt... Er war der Dichter Wiens..." „Alle die Mädchen, die vorzeitig gepflückt und in Animierlokalen zertreten werden, mitsamt den feuchten Blumen, die man dort in späten Nachtstunden verkauft, — ihre Berwaistheit war nicht so furchtbar, so lange ihr Dichter lebte. Und jetzt?..." Wiewohl Schoffmann als eine abgeschlosiene künstlerische Persönlichkeit nach Oesterreich kam, formte ihn Menbergs Einfluß derart um, daß seine später entstandenen Arbeiten ein rein österreichisches Gepräge tragen. In den Straßen Wiens und den Gauen der Steiermark spielen seine Geschichten und die steiermärkischen Bauern und die Dorfintelligenz sind deren Helden. Während des Weltkrieges sagte Mtenberg in einem seiner „Splitter" ungefähr: „Mögen sich die verschiedenen Skribenten Bon K. JasiukajtiS. Die Elektrische blieb bei der Brücke stehen und wartete, bis der Gegenwagen die Brücke passiert hatte. Ich saß heim offenen -Fenster in Gedanken versunken -und ein kalter Wind «wehte mir ins Gesucht, ein Herbstregen rieselte in kleinen Tropfen hernieder. ,Musen Sie Zündhölzer!" unterbrach -meine Gedanken plötzlich eine zitternde, schwäche Stimme. Unwillkürlich griff ich in die Tasche, zog aber ans derselben eine fast noch volle Schachtel Zünder 'hervor. „Ich brauche keine", erwiderte ich und schüttelte gleichzeitig den Kops. Vor urir stand ein kleines, abgerissenes Judrnmädchen, schwarz wie die Erde. Ihr Gesicht war von kleinen Runzeln durchfurcht, die braunen, tiefl'icgenden Augen -waren ohne Leben; lediglich Kälte und Not spiegelte sich in ihnen; unter dem durchlöcherten Tuch, das der Wind jeden Augenblick in die Höhe trieb, lugten Büschel schwarzer, zerzauster Haare hervor. „Kaufen Sie Zündhölzer!" sagte sie wieder, mich mit ihren erschrockenen Augen flehend ansehend. „Sobald ich aber noch habe ..." „Lassen Sie mich etwas verdienen . . . Ich möchte gerne essen . . sprach sie, den Mick wie verschäntt Air Boden senkend; „kaufen Sie wenigstens eine Schachtel", und sie schob mir mit der vor Kälte und Wind zitternden, mageren, schmutzigen Hand einige Päckchen zu. „Verdienst du viel im Tag?" fragte ich. „Mel . . . viel . . . wenn ich den ganzer: Tag hevumlaust, ein Pfund schwarzes Brot . . . oft nicht einmal das . . . denn ein guter Herr kaust . . . doch ein anderer M Woß.: M DM MM"-., Wiener Morgenzeitung. 10. -Februar 1924 Serte 1 Das Original. „oft es denn nicht ganz gleichgültig, wo mau solch' ein Modell kaufte" Es ist nicht ganz gleichgültig! Wenn jemand ein neues Modell erfindet, wird es natürlich bald rrachgeahmt. Jedoch der (M^tSev arbeitet weiter, verbessert das Modell, verwertet in. jedem neuen Zuschnitt seine neuen Erfahrungen und während sich die Nachahmer erst bemühen, da» älteste Modell zu kopieren ohne recht zu verstehen, worauf es eigentlich ankommt, hat der Erfinder an deinem neuen Zuschnitt schon wieder einige Berbeffornngen durchgefiihrt. So ist daS Original den Nachabmungen stets weit voraus! „Ja, Du Haft recht! der Mode gibt es ja eigentlich keinen Stillstand! Also, wenn Du so lieb sein willst, begleite mich in die Tanzpaar - Mieder - Niederlage, damit ich mir den neuen trägerlosen Büstenhalter „Doll p" nnd den neuen „Ge m m a" Schlanksonner anschaffe. „D o l l y" K. 65.000, ..G t ui in n" ohne Rückenschnürung kostet K. 380.000, 380.000, 100.000 und 460.000; „Exzessiv r" K. 170.600 und 200.000; ,.H e r a" (Langschlußl K. 320.000; „Schlupfe r" K. 190.000Büstenhalter „Xenia" aus Trickot K. 30.000 und 45.000; „A i d a" an« Tüll K. 40.000. Briefliche Anfragen unter Berufung an die „Wiener Morgenzeitung" nur an die Wiener Tanzpaar-Mieder-,Zeulale, Wien, 8/„ Tanzpaarhof. Diese Modelle sind nur erhältlich in den Tauzvaar-Mieder- Verkaufsstellen: Kärntnerstraße 9, Taborstraße 45. Landstraße Hauptstraße 9, Pilaramgasse 8, Schönbrunnerstraße 88, Mariahilferstraße47. 10. Bez., Favoritenstraße 91, 18. Bez., Währingerftraße 117/119, 19. Bez. Gatterburggasse 18. „Gemma-, ges. geiäi., der Echlantformer ohne Nmtenverschlnß. mit allerhand Konjunktur-Themen siegender Völker abgeben, ich bleibe beim Thema „Frau", das auch nach dem Kriege aktuell bleiben dürfte." Just zu dieser Zeit erschien eine der glänzendsten Novellen Schoffmanns: „In Tagen großen Mordens." In Tagen gräßlicher Morde fiel ein von einem Zivilisten aus seinen Freund im Hinterlande abgeseuerter Schuß, der im Seelenleben tiefer begründet war, als sämtliche Schüsse kleinen und großen Kalibers, die während des Weltkrieges an den verschiedenen Fronten abgefeuert wurden. Der Todesgefahr setzen sich zwar nur die „Tauglichen" aus, aber auch den glücklichen „Untauglichen", die im Hinterlande Zurückbleiben dursten — auch denen ergeht's nicht gut, sehr nicht gut. Nicht das Kukuruzbrot ist es, oder der schlechte Kaffeersatz, die einem das Leben verleiden, sondern die Erkenntnis, daß mau wirklich „untauglich" ist.... Die Parkanlagen sind voll junger Mädchen und schöner Frauen, deren Männer im Kriege sind, und man ist so unfähig wie damals, als noch die Gesunden Konkurrenz boten.... Die Pein des Nichtkönnens ist es, die einem die Waffe in die Hand drückt, um den glücklicheren Kameraden niederzumachen. ... In den Kriegsnovellen Schoffmanns finden urit eine getreue Spiegelung des österreichischen Hinterlandes. Alle gehen an uns vorbei: Die fremdländischen Revolutionäre, die ihre Kameraden verrieten, jedoch vom traurigen, aber gerechten Schicksal auf Wiener Boden erreicht wurden; die Kriegsflüchtlinge in ihren verschiedenen Metamorphosen, der Umsturz, die Heimkehrer, die soziale Umschichtung, der gehobene Fremdenverkehr mit der festen Valuta, die aus die Moral der Wiener Mädchen zurückwirkten. Unter den vielen Uebersetzungen aus fremden Sprachen, die jährlich nach Oesterreich eingeführt werden und hier guten Absatz finden, dürfen gewiß auch die Novellen G. Schoffmanns, zumindest diejenigen, die in Oesterreich spielen, nicht fehlen. Denn sie sind ein Stück österreichischer Literatur. Ins Russische wurden sämtliche Novellen Schoffmanns von der russischen Schriftstellerin Szirkowa (bekannt unter ihrem hebräischen Pseudonym „Elischewa") übertragen. Auch für die deutsche Literatur wäre eine gute Uebersetzung kein geringer Gewinn. „Und wo wohnst du?" „Wo ich wohne? . . . wo es sich gerade tvdfft; nmnchmal schlüpfe ich auf irgend einen Hof, manchmal nimmt mich ein mitleidiger Jude in seiner Stube auf, oft gehe ich in den Purk, von dort vertreiben einen jedoch die Wächter, die schlecht sind und mit Auslieferung au die Polizei drohen." „Haft du denn keine Eltern?" Sie heftete ihre Augen Vevwuude.rt ans mich, als hörte sie das Wort „Eltern" zum ersten Mal in ihren: Leben. Nach kurzen: Schweigen flüsterte sie «endlich undeutlich: „Weiß ich es? — vielleicht hatte ich gar welche . . Ich nahm eilte Schachtel und gab ihr sechs Groschen. Die Augen des Mädchens' leuchteten auf, ihr Antlitz strahlte, als wären ihr unerwartete Reichti'viner int den Schoß gefallen und der bittere Hunger und die unbarmherzige Kälte für immer in den tiefsten Abgrund versunken, von wo sie nimmermehr zurückkchren tverden, sie zu quälen. Cs war ihr froh zu Mute, weil sie ihre Ware fo gut verkauft hatte. Sie hielt das Geld fest in der Hand und wartete, oh nicht noch jemand Zunder kaufen, mcht noch jemand sie viel, Viel . . . verdiene!: lassen würde. Die geldgierigen Menschen würden eher ihre Seele!» und die Seelen ihrer Nächsten verkaufen, ails einen Groschen lhergaben; uuuuierbrochLn grübeln sie darüber nach, wie man Geld verdienen,''viel Geld verdienen könnte, Tag und Mcht sinnen sie darüber nach, um den: Munde des Schwächeren den letzten, mit Tränen benetzten Bissen Brot zu entreißen; uni) ein heimatsloses Kind möge sterben auf dem Pflaster, niemand wird nach ihm fragen! ... O, wie schrecklich sind die Menschen! Mit welcher Verbissenheit zerfleischen sie schamlos, einander! . . . Das ist, sagt man, der Kampf i nms Dasein ... -- Privatlehrerlos. Bon Klara Mautner. Die. Zahl der Privatlehrer Wiens verläßlich festzustellen, ist « '«her noch nicht gelungen. Denn nicht Jeher, der Unterricht erteilt, fühlt sich als Privatlehrer, und durchaus nicht jeder, der sich als Privatlehrer fühlt, ist auch gewillt, sich in dieser Eigenschaft Behörden, Kollegen, die eine Statistik aufnehmen, imb ähnlichen Prüfern vorzustellen. Man ist also mehr oder minder auf Schätzungen angewiesen und diese Schätzungen schwanket!, je nach Temperament und Laune des Schatzmeisters, so ungefähr ztvischen 2000 und 30.000. Wenn aber nicht einmal annähernd die Zahl der Privatlehrer ermittelt werden kann, so läßt sich schon aus dieser Tatsache erkennet!, wie schwierig, um nicht zu sagen, unmöglich, es ist, die Gesamtheit oder doch die Mehrheit dieses Standes in einer Organisation zu erfasset!. Hoffentlich wird der neueste Versuch, die Gründung einer Gewerkschaft, gute Ergebnisse bringen. Ter Zusammenschluß der Privatlehrer wird immer durch die erbitterte Konkurrenz hiutertriebeu werden. Diese Konkurrenz scheint sich nicht zu mildern, sondern immer schärfere Formen anzunehmen. Sie tobt am heftigsten in der Mittelschichte der Lehrerschaft. Die „staatsgeprüfte" Sprachlehrern!, die vielleicht ein Paar Monate „im Lande" gewesen ist, der Musiklehrer, der gerade nur die Akademie absolviert hat, ohne die geistigen nnd finanziellen Mittel zu einer Virtuosenausbildung zu besitzen, der Literatnr-„Professor" ohne Mittelschulaichnng, sie müssen einen erbitterten Kampf um jede einzelne Lektion führen und nlüssen sich oft genug Bedingungen aufzwingen lassen, die sie selbst als unwürdig empfinden. Voll beschäftigt ist heute nur der ganz „große" und der ganz „kleine" Lehrer- Mir Beide ist der Mindesthonorarsatz gegenstandslos. Der Clitelehrer, der gerade in Mode ist, kann von seinen! Publikum eigentlich jedes beliebige Honorar fordern, und der kleine Lehrsklave muß sich mit jedem zuftieden geben, das ihm geboten wird. Es ist oft wahrhaftig niedrig genug. Denn die „Dreißig-Kreuzerlektion" der Vorkriegszeit hat ja nur scheinbar aufgehört. In Wirklichkeit besteht sie weiter, wenn auch jetzt ein paar Tausender aufgezählt werden. Lektionen zu zehn, acht-, sieben-, ja, sogar zu sechstausend Kronen sind keine Seltenheit. Wer diese Schundlöhne annimnrt. Ach, es sind durchaus nicht nur die „Nicht-diplomierten", ist nicht nur das Heer der Lehrer ohne pädagogische und Fachausbildung, sondern es sind auch gut qualifizierte Kräfte darunter, die unter dem Druck der Hungerangst stehen. Da ist die alte Erzieherin, die ihre Sprachkenntnisse ausnützen muß, um sich vor dem Verhungern zu schützen, da ist der Violinlehrer; der einmal — lang; lang ist's her! — irgendeine Adusikschule geleitet hat, und jetzt den hoffnungsvollen Nachwuchs der Greißler und Grünwarenhändler in die Geheimniffe der dritten Lage einführt, da ist die Witwe des geistigen Arbeiters, die nichts besitzt als eine ein bißchen ungeordnete und auf den Salongebrauch zugespitzte Bildung, und diese Bildung dazu verwendet, junge Mädchen aus dem Klavier klimpern zu lehren oder mit ihnen französische Konversation zu treiben. Es sind die Nichtals auch die „Staatsgeprusten" dabei, die alten Französinnen, die vier Jahrzehnte in Wien leben und noch immer nicht richtig deutsch sprechen können, die ein Mittelding zwischen Kindersräuleiu und Lehrerin darstellen, die „kleinen" Deutsch-Lehrer, die jungen Studenten, die Pensionisten, die zahlreichen Anfänger und die noch viel zahlreicheren Aufhörer. Sie sind alle leidenschaftliche Anhänger des kleinen Einmaleins und behaupten hartnäckig, daß sich das Unterrichten, die Stunde zu 7000 K., verlohnt, weil sieben mal acht doch noch immer 56 ausmacht. Zu diesem Preis kann man nämlich meistens seinen Tag immer noch voll besetzen, und wenn mau von halb 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends in Tätigkeit ist, dann hat mau ja auch wirklich so viel verdient, daß man nebst Quartier, Kleidung, Straßenbahn, Frühstück, zum Abendesien ein paar Schnittchen billige Wurst und eine Tasse Tee bestreiten kann. Daß die Einnahmen für ein ordentliches Mittagessen nicht reichen, schadet darum nichts, weil man ja ohnehin keine Zeit , hätte, es einzunehmen. Denn der Tag dieser kleinen Lehrer Die kttiu-e Händlerin verdiente nichts mehr; schon wollte sie weiter gehen, amt wieder mit der Mernden, schwachen Stimme zu rufen: „lausen Sie Zünder", als plötzlich zwei fremde., zerlumpte Burschen, wie ans der Erde Hervorgeschosstn, bei der Elektrischen erschienen. ,Hau zu!" ries .kr eine, und der zweite ließ einen durchdringenden Pfiff ertönen und schlug mit ganzer Kraft nrit der Faust aus die ausgestreckte .Hand des Mäfrcheus. Die Kupfermünze siÄ klingend aus das.Master und die Schachteln zersiweuten sich ringsum. Die Straßenjungen 'hatten im nächsten Moment das Geld gepackt, liefen davon und lachten laut. „.Ha, ha, ha . . . die Krähe! . . ." Das kleine Mädchen! 'stand dort imc in die Erde gewurzelt, mit herabhangender, schmerzender Hand. Mr Gesicht verzog sich vor inneren: Schmerz und sie begann leist, leist g>u weinen. Und sie weinte jäMnerlich, als hätten ihr diese Straßenjungen mit den Zündhölzern und dem GÄde auch ihr .Herz entrisien, als wären jene Zündhölzer uud die kleine Münze die einzige Freude, der einzige Trost ihres traurige!: Lehens gevresen. Noch vor einer Weile fühlte sie sich reich und glücklich, und nun, im nächsten MgeM-ick, war sie so elend . . . Sie wem-te nnd der düstere He vbstwmd stimmte in ihr Stöhnen ein ... Die Elektrische fuhr enidlich weiter, aber in meinen Ohren klingt es noch innner nach: „Pwl . . . viel verdiene ich . .. em Wund schwarzes Brot, wenn ich freit ganzen Tag hevurnlaufel.. . (Nach dem Litauischen von G r-tU We j! s eld.)

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