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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-10 · Heft 1791 (10.2.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1791 (10.2.1924)
Date
1924-02-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 Wien. Sonntag Der Zertrümmerer der Rasseuiheorie. Nicht ganz 70 Jahre alt, ist der berühmte An ihm-, PoLvAe Felix v. Luscha n in Berlin, wo er seit 1904 Direktor am Malstmn für Völkerkuirde war. gestorben. Die Anthropologie verliert m:l Lufchan einen ihrer bedeutendste u Vertreter. Seine Reisen in V'-rdevasien und Nord-' asrvLa wurden für die Völkerkunde von llnacheurer Bedeutung; die Ausgrabungen bei dom syrrsckx'n Orte Sendschirli, die er noch in den Achtzigerjahren des vovigen Jahrhunderts begann, lenkten seine Aufmerksam-« reit aus die Kultur der Hettiter, die bis dalun völlig mtbekannt war. Ln'chan hat d'ases laug verschollene Volk geradezu neu entdeckt. Die Ergebnisse seiner Fovschmnaen Wer die Hethiter machten ihn baÄ bevühmt. Heute sind seine ursprünglich viel umstrittenen Darlegungen über Kultur und Geschichte des Hellitewolkes wissenschaftliches Gsmsinyut der Volke rckunde. In späteren Jahren hat Lnschan auch Reben nach Südafrika und Polynesien unternommen -und unter seinen vielen wissenschaftlichen PuUKationen auch em: anchropologiisch sehr aufschlußreiche Arbeit über Polynesrsche SchDsl bevöfstn-tlicht. Ms die verschiedenen Rassentheorien austnuchten. hat Vuschan deren Gmudlage einer genauen wissenschasMchen Uobevpvüsung unterzogen. Das Ergebnis war für die Raffenlheovetiker niederschmetternd. Lu'chan führte den Nachweis, daß die a n t h r o pologischen Grundlagen der Rassentheorien unhaltbar seien. Seine Schriften über die Nasse ns rage, besonders sein Werk Molker, Rassen. Sprachen", in, welchem er nicht mir den Dilettantismus der anthropologischen, sondern auch der sprachlichen Beweise der Rassencheorie aufdeckbe, haben der.Rasier:theorie viel von ihrem Nimbus genommen und sie in den Bezirk der Afterwisienfchast verwiesen, so daß sie heute, um so mehr, als die Schriften von Fi not, Semon u. a. auch die Theorie von den erblichen Rasieneigenschrften zum Zusammenbruch gebracht haben, nur an Hakenkreuz- Hochschulen ernsthaft diskutiert urld verwendet werden kann. Es sei übrigens bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß Lufchan vor einigen Jahren in Wien einen Vortrag hielt, in welchem er gegen die für antisemitische Zwecke mißbräuchlich vevtvendeten Theorien von der semitischen Raffe und ihren Eigenschaften den Nachweis führte, daß die Juden, die als die prvnoncierten Vertreter der semitischen Rasie hingestellt ' werden, anthropologisch nicht als Semiten angesehen werden können. Luschan war' in O e st e r reich (in Oberhollabrünn) gebürtig, studierte in Wien Medizin und stäter in Paris bei Broca Anthropologie. Nach kurzer Tätigkeit in Wen wurde er im Fahre 1885 nach Berlin Hemsen. An der dortigen Universität hatte er. die Lehrkanzel für Anthropologie und Völkerkunde inne. Seine Forschungsreisen fanden reichste Unterstützung der deutschen Negierung und der wissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands. Dies wäre heute nicht mchr möglich, denn im heutigen Deutsch- - Vnt> ist der Sinn für reine Wissenschaft geschtvuriden. Geist und Geister. Von Robert Duldner. Vor kurzem .sprach Uu uersiiätsprofeffor Karl ilamillo Schneiden im neuen Saal der Hofburg über die Stellung der Wisse ns chast zum Okkultismus. Seine Ausführungen fanden in dem zum größten Teil aus Frauen aller Jahrgänge bestehenden Publikum sehr reichen Beifall. Sie gipfelten in einigen Forderungen: zum Beispiel müßten wir den durch die K-ulturentwicklung verloren gegangenen Sinn für Symbolik, der alles .Lobende durchzieht und sich bei den Wilden auch vorfindet, wiederzuerlangen trachten, weiter das energetische Prinz'p, das die im Okzident heimische kausal? Auf» sasiung darstellt, auf einer höheren Stils? zusammeubringen und zu einer übergeordneten Einheit mit dem orientalischen Pantheismus verschmelzen, denn nur von dieser, im Sinne des Grafen Hermann Kayserling gelegenen Entwicklung fei das Heil der Welt zu erwarten, nur sie bietet uns die Möglichkeit, okkulte Vorgänge zu verstehen. Die Stellung der Wissenschaft zum Okkultismus, ob sie ihn anerkenne oder die Realität der Erscheinungen besiveite, überging der Vortragende mit der Bemerkung, daß ein sinzÄner Schwindel Nichts beweise, da7 es nur darauf ltnikomme, ob nmn prinzipiell geneigt sei, daran zu glaWen. Ls ist nicht weiter verwunderlich, daß Albert Einstein obenso herhalten mußte wie die Ergebnisse der neuesten kltomphhsik, und daß Freud und Schopenhauer im Verlaufe zwe'er Stunden auftnavschierten, wobei die in den Höhlen Südfronkveichs ausgefundenen. aus der Steinzeit hervührenden Tierzeichmtngen zur Belustigung des Auditoriums sichtlich viel beitrugen. Jnr Nachfoilgenden soll der Versuch einer Klarstellung soweit es die Dunkelheit des Gegenstandes zuläßt- —-• gemacht werden, es soll gezeigt werden, was für und was ßegen die Echtheit namentlich der „letzten Schaffungen" auf diesem Gebiet spricht. Das Gesamtgobiet des Okkultismus teilt man sin in Psych/che Erscheinungen, wie Hellsehen Lud Gedankenübertragung, und Physische Phänomene, wo ans vornehmlich Telekinese, mechanische Fernwirkung und Levitation, das Schiveben des Medittms in der Lust, fre* Wiener schäftigen wird. Wenn auch bis zur endgMgmr KlarsteNurrg des ersten Teiles unserer Aufgabe r»ch viel ernste Arbeit wird geleistet werden müssen, so dwsen wir doch schon heute die Tatiache der G e d a njenübe r t r agung besahen. Zahlreiche Untersuckungü. hei denen Schw'ndol und Irrtum nach menschlicher Erkenntnis auszuschließen sind, bewiesen, daß das Medüm im Trancezusta^rd Dinge aopziH-sben wußte, die i^n bervußt un>beü:nut sein ' müßten. Auch zeigte sich, daß nur solche Kenntn'sie auftauchten. die einer der Ktzungsteilnobmer wenigstens im Unterbownßdsei'u innehatze. Viele Erscheinungen lassen sich mit der ungeheue" gesteigerten Empftndsschftit einzelner Oraarre, wobei alll anderen Sinneswahrrrehmunpen ausge'chaltet tverden, im Trancemstand oder in der Hypnose erküren. Sa vermochte eftt Hypnotisierter die Besitzer cn'^ölrwr Ha-ndschihe mi^elst des Ge-» ruäi'innes in einer Gesellschaft van l'vchvg Personen zu eruieren, während ein anderes Medium imstande War, in oinem Buche zu lesen, das sine gegenübevsitzendc Pensen vor sich hielt," daß es aiffo anfchemend Buchrücken und Buchdeckel und soundso viele Blätter zu dnrchbllcken vermochte. Eine Binde vor den Augeu des Mediums oder der lesenden Person ließ den Erfolg auMeiben. Es zeigte sich, daß das Medium die sich in den Augen seines Gegenübers kaum, ein Zehntolmillüneter gr^ß spiegelnden BnMtabe» erkennen und zuisanmeenfügsn konnte. Nicht minier reicht eine solche Erklärung aus; doch ist heute der Gedanke au eine. Uobertragung psychischer Energie und Aufßingen durch ein ,/rbgcüiilnmtes" Nervewsystenr. ähnlich wie es mit elektrischen Wollen geschieht, nicht mchr ganz von d'r Hand zu weifen. Hier dürfen wir Aufschlüsse von der m dernen Psychiatrie erwarten, die den gvobnrater'lalistischen Stamdpuirkt bereits überwrunden hat und sich zur Annahme einer nicht näher bekannten Energieform, der ,pis p'ychiea", entschlossen hat. Sehen wir uns nun in: Gebiete des Physischen Okkultismus'um. Zum Verständnis für den Leser sei gleich bemerkt. daß alle d ose Versuche im Halbdunkel vovaenommen werden, weil ,/das helle Licht dem Medium schaden" würde. Um die- Aufmerksamkeit des vielleicht kritischen Beobachters zu ermüden, d.rnert es einige Stunden, bis die Vorstellung beginnt. Auch während das Medium den „Geist" empfängt, muß-die Unterhaltung im Flüstertöne Weiterae führt werden. Wenn es gut geht, zeigen sich dann Es'orcszenzen, Leuchterscheinungen, das sosenanute weiße „Teleplasma", das imstande ist. Gegenstände aufzuheben, andere durch die Luft fliegen zu lasten ukw.- Das mer-lwürdioste daran ist allerdings die Fbrgchabn des geworfenen Gegenstandes. Nach den.Gesetzen der Mechanik müßte sie eine Parabel fein; diese Geisterftugbahn aber verläuft geradlinig, um ibnapp vor dem Ziele steil.abzufallen. Diele Material'- sationserscheinunaen wurden auch photographiert. Allerdings erfolgen diese Blitzlichtaufnabinen nur dann, :omn das. Medium es wünscht. Zn Unrechter Zeit erftl-gte Aufnahmen ergaben mitunter sehr bemerkenswerte Ergebnisse: an Stelle der Hand des Mediiuns lag eine Papierschablone auf dem Tisch und die rechte Hand „war dem Geiste geliehen". In Paris trat vor einigen Jahren ein Medium auf, das im Trancezustand Teleplasma ans der Hand austreten ließ und damit auf dem Tisch befindliche Gegenstände aus einer Entfernung von etwa 20 Zeirtimeter bewegte. Diese Plasnraerschrinungen wurden auch photographiert und zeigten sich als Weiße verschwommen ©e* bilde. Zwei Journalisten, die den Vorführungen beiwohnten, stellten den auf. „Unendlich" hergerichteten Apparat auf die Entfernung der zu erwartenden Plasmaströme ein und ‘— diese entpuppten sich als sehr irdische Baal'Mwollfäden mit wunderschöner Fadenstrucktur. In der ungeheuer reichhaltigen Jitcmiur gibt es kaunr ein Medium, das nicht beim Schwindeln erwischt wurde. „Tut nichts," versetzten die Gläubigen, „das Medium half , eben nach da seine Fähigkeiten zu versiegen drohten." Und die Fälle, bei denen unlautere Macherstckaften nicht nach- . gewiesen werden konnten, führen weiter ein fröhliches Dasein in den Kövfeir auch ernster Wissenschaftler. Wie 'berichtet, hat sich eine Anzahl Wiener Universitätsprofessoren, darunter der Psychiater Wagner-Jauregg imib der Physiker Ehrenhaft, erbötüg gemacht, Willi und Rudi Schneider aus Braunau in Oberösterreich, die auf noch nicht bekannt gewordene Art und Weise in der Luft bis zur Zimmerdecke aufsteigen (entgegen der Schwerkraft, von Gei-storhänden getragen!) und anderes vorführen, zu untersuchen und eventuell die Echtheit der - Erscheinungen zu bezeugen. Es bleibt abzuwarten, ob' sie sich den' Prüfern stellen werden, oder ob die Anwesenheit so vieler Skeptiker „die Geister vertreiben" wird. Ein positives Ergebnis würde nur beweisen, daß sich auch die Gelehrten düpieren ließen, wobei sie allerdings auf die Gesellschaft erster Wissenschaftler aus allen Kontinenten rechnen können. Nur noch kurz einiges aus anderen Gebieten: Das Medium erhält zwei zufamimengebundenc Tafeln, zwischen denen ein Griffel liegt,' in die unter dem Tisch befindlichen Hände. Man vernimmt Schreilgeräufche und nach Beendigung des Versuches findet man Mitwiluugen von /Misterhand". Ern Akitglied der Londoner „Society for Pfychicäl Research", etwa Para psychisches Institut,' erllernte diese Fähigkeit bei — einem Taschenspieler und trat als Medium, auf. Der richtige Sachverhalt kam evst nach seinem Tode'' -durch die Ve-rüffentlichrrng eines eingeweihten Freundes auf. Das Tischrücken entsteht nachgewiesenermaßen' durch die gesteigerte Tätigkeit deS Unterbewußtst ins, bas daraus'wartet', daß der „Tischgeis^ einen geo- .-m von sich geben wird. Hier setzt -der ,Mist" ganze Sätze in der Meise zusaurmen, daß das ganze Alpha- 10. Februar 1924 M. 17N) bot hergesagt wird, und beim richtigen Buchstaben da „Tvsch^ris^ klopft. Am Anfang eines Wortes geht es'läng sam und oft mit Fehlern, aber wenn man eimnal zun Beispiel die Buchstaben „erhe" hat, wird b. e. n, welche dai Wort erheben" ergeben, mit ,/untrüglicher Sicherheit vom Geiste angegeben. UsbevMcken wir das Gehörte: Für Geister ist neber dem Menschengeist kein Platz auf Erden! 22.188 Friedenspläne. Die Entscheidung über den jüdischen Friedenspreis in Amerika. Bor einiger Zcrt ging durch die Presie der ganzen Welt die Nachricht, daß ein reicher j ü d i t ch e r K a u f m a n n in Amerika e-inen Preis von 50.000 Dollar -für den besten Plan für die Sicherung des Weltfriedens und der endgültigen Verhinderung weitever Kriege ausgesetzt habe. In der -dainails mit* geteilten Fovm ist diese Nachricht nicht ganz richtig. Der Friedenspreis des jüdischen Kaufmannes Edward W. Bock aus Philadelphia beträgt 100.000 Dollar. Er ist jedoch in ,pvei Hälften gtterlt: 50.000 Dollar erhält derjenige, dessen Plan -von dom zur Begutachtung eingesetzten ftomitee als der beste und praktischeste bezeichnet wird. Dieser Wan wird dann in den amerikanischen Zeitu-ngen v.'lwfstntlicht und zur Abstimmung unter der gesamten Bevölkerung der Vereinigten Staaten gestellt. Wenn diese Abstimmung die Annahme des Planes ergibt, erhält der Gcwinnor die zweiten 60.000 Dollar. Die Entscheidung des Komitees ist, wie die anlerrkanischen Blätter melden, bereits gofallen. Es gab nicht weniger als 22.165 Einsendungen. Uüberdies erhielt Bock, beziehungsweise das Komitee, tausende von Briestn, in welchen verschiedene Plän-e zur Sicherung des Weltftiedens entwickelt wurden. Das Komitee hat beschlossen, bis nach der Durchführung der Volksabstimmung über den von ihm erwählten Wan den Namen des Gewinners gehoimzuhalten. Nun soll die öffentliche Meinung darüber entscheiden, ob der ausgowählte Friedensplan ihr entspricht. Wenn dies der Fall ist, so soll dahin gewirkt werden, daß die Re."i ruug der Vereinigten Staaten sich ihn zu eigeu mache und auf seine Durchführung hinarbeite. Uober deu Inhalt des Friedensplanes, dessen Verfasser die Hälfte des Bockschen Prcifts schon bereits zur Verfügung gestellt wurde, tollen die amerikanischen Maller mit, daß er zunächst den Beitritt Amerikas zu dem Haager Friedcnstribunal vorsieht, welch's unter der Aussicht des Völkerbundes konstituiert wurde. Dieser Beitritt soll unter bzn Bedingungen erfolgen, welche Staatssekretär H u g h e s und der verstorbene Präsident H a r d i n g noch in: Februar 1923 gest.'llt haben. Ferner soll nach der Ansicht des Verfassers dieses Frieden splaues Amerika, wenn cs auch nicht Mitglied des Völkerbnnd's wird, darauf hinarbeiten, mit dem Bolkerbund-e in imnwr innigerem Kontakt zu konrmen -und mit ihn: zu-' saMmelmrbeiten unter der Bedingung, daß beide, der Völkerbund und die Vereinigten Staaten, keinen militärischen und - ökonomischen Druck, sondern einen m 0 ral: schen Druck auf die öffentliche M'inung der deu: Bölterbuinde a-ng-ehören-den Staaten in: Falle von Verletzungen der Vöikerlnindpakte a-usübe; stvner, daß die Monroe-Doktrin unberührt bleibe und daß Amerika keine B e r p s l i ch t u n g >t n aus dem Versailler Friedensvertrage auf sich nehme, wofern der Kongreß nicht seine Zustimmung dazu gibt; schließlich soll allen Nationen die Möglichkeit gegeben sein, dem Völkerbund beizutreten. Amerika soll dahin wirken, daß die Paragraphen 10 und 26 der Völkerbundve:7assung, welche den Gebrauch von Waffen bei internationalen Streitigkeiten aussprechen und die nach der Msicht des Verfass.'rs des Friedens- Planes von Amerika nicht anerkannt werden dürfen, aufgehoben werden. Der vom Preiskomitee ausgewählte Vorschlag (der sich allerdings wenig von den in Anrerika herrschenden Ansichten über die FriedenspoMU unterscheidet und keine bedeutenden Neuerungen bringt) trägt die Nuimner 1169 des Einlaufe?. Ob er bei der sogenannten Volksabftiminung die Billigung der Mchrheit der Amerikaner finden wird, bleibt noch abzuwarten Wer ist Eugen Baumann? Eugen Bmrmann heißt eigentlich Graf Eugen Falkeuberg. Er ist fürstlicher Herkunft und ein höheren Idealen zustrebender Mann. Er hat sein altes Leben von sich geworfen und ein neue? begonnen. Er ist von der Höhe seiner fürstlichen Macht niedergestiegen in die „Beschränkung der Bauernwelt" und ist ein Dorsschulmeister geworden. Auf abenteuerlichen Umwegen ist er,zu dieser Misiion gekommen. Er, der gewesene Iesuitenschüler und chemalige Offizier, schließt sich :m Jahre 1848 den badischen Fveischaren an. Er gerät in Kriegsgefangenschaft. Es gelingt ihm, vor seiner Verurteilung zum Tode zu entfliehen. Da trifft er in einem Dorfe ein Schulmeisterltzin, Eugen Banmann mit Namen. Und es trifft sich gerade, daß unser Schulmeisterlein europamüde ist und nach Amerika auswandern möchte. Der Graf gibt ihm die Mittel dazu, indessen er selbst als BaumannS „Tauschmann" in Europa zurückbleibt. Graf Falkenberg nennt sich fürderhin Engen Baumann und wird ein schlichter Schulmeister, der an seineO-Sel-sterziehung und an der Erziehung des Baucrnvolkes Mühselig arbeitet. Eugen B-a-umann -ist der Held einer Erzählung von Bert- , hold Auerbach. Die Erzählung heißt „Neues Leben" und ist 1861 erschienen. Zehn Jahve nach dem Erscheinen dieser Erzählung trat eines Tages ein Fremder in Auerbachs Zimmer mit den Worten: „Ich bin Eugen Baumann." Berthold Auerbach erschrack ein wenig, denn er dachte, ein > Mann, der im wirklichen Leben Eugen vaumann hieß, wolle

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