Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1790 (9.2.1924)
- Date
- 1924-02-09
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Tttk 8 Wien, Samswtz Wiener Morgenzeitn«-. S. Februar 1924 Nr. 1786 zionistische Nrauenorganisation VI.—VI1I. Bezirk aeilte Samstag den 9. d. um 8 Uhr abends im Bezirksheim, v 8. Bezirk, Bennovlatz 1 Gesellschaftsabend mit Tanz Programm: Älavi»»: Mareo volditk Gesa««: Freue vifinger Rezitation: Bert! Hammer Violinkonzert: Magda Szemerr Humoristische Vorträge und Tang Gerichtssaal. Las Urteil km Proreffe Wetz. Zwei Jahre Kerker. Gütern wurde nach fünftägiger Verhandlung das Urteil im Prozeß Wetz gefällt. Wetz wurde in fünf Punkten sreigespwchen. in den übrigen schuldig erkannt und wegen Betruges und Veruntreuung zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Die übrigen drei -Ange-klWten wurden freigesprochen. Am Donnerstag hatte Wetz vor Einvernahme feiner r^schiedenen Frau einen NervenanfaN erlitten, so daß die Verhandlung auf eine halbe Stunde unterbrochen werden mußte. Zur Urteilsverkündigung mußte er von Spitalsdienern auf einem Lehnstuhl in den Saal getragen werden. Er nahm das Urteil ruhig entgegen. Der Verteidiger meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an und bat mit Rücksicht auf das schwere Herz- und Nierenleiden des Wetz um dessen Enthaftung. Der Gerichtshof beschloß, den Wetz in den nächsten Lagen einer ärztlichen Untersuchung unterziehen zu lassen. Ike doppelte AuchWhnmg km Safe Wlmttkr. Der Eigentümer des Cafe Atlantis, Philipp Ferber, Lessen Stellvertreter Rudolf F r e i h a r t, der Pächter des Etablissements Max Aczel und der Buchhalter Adolf Fuxhuber waren vor dem Schöffengerichte wegen Betruges angeklagt, weil sie durch eine doppelte Buchführung die an die Gemeinde abzuführende Speise- und Getränkeabgabe sowie die Luxusabgabe gefälscht hatten. Nach Len Ergebnissen der Verhandlung war neben einem Hauptbuche, in welchem die Bruttoeinnahmen richtig verzeichnet wurden, ein zweites Buch geführt worden, in welchem der Buchhalter Fuxhuber diese Abgaben um 8vbis40 Prozent gekürzt hatte. Es wurden in der Verhandlung vor dem Schöffengerichte Aczel zu fünfzehn Monaten und Fuxhuber zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt, während die übrigen Angeklagten freigesprochen wurden. Gestern verhandelte der Oberste Gerichtshof über die Nichtigkeitsbeschwerde des Aczel und Fuxhuber. Der Vertreter Fuxhubers führte unter anderem aus, sein Klient als kleiner Angestellter habe unter dem Zwange der drohenden Arbeitslosigkeit Lun müssen, was sein Chef von ihm forderte. Er habe dabei nur gedacht, daß er vielleicht bei einer Steuerhinterziehung mittätig war, aber nie dachte er, gegen das Strafgesetz zu verstoßen. Soll jetzt der arme Buchhalter, das Werkzeug der „großen" Männer, die sich in Sicherheit zu bringen wußten, allein büßen? Ter Oberste Gerichtshof verwarf die Nichtigkeitsbeschwerde mir der Begründung, es habe sich n i ch um eine Steuerhinterziehung, sondern um einen Betrug durch Aufstellung falscher Listen bei be Führung eines gefälschten Buches gehandelt. Kommandite der Kroatischen Eskomptebank. Agram Wien, I. Seitzergasi e 4 Alle Arten von Bankgeschäften Telephone s 60-4*82, 60*4-93, 63*4*85, 64-4-42, 68-4 78. 69-4-82 (Ecke Bognergasse beim Graben) Kredituna Warengeschäfte 10465 Telegrammadresse, Frapobank Volkswirt. Gestempelte Krone ----- 9.0081V, Sen«««, «uszvhluus Me« ----- 8.8881 Senil««. 8./L 7./L 0.0081V» 0.0081*/, 0.0081 0.008125 16.66«/» 16.65*/, —.— 215.70 216.— 573.50 574.- 24.82 24.81 26.62 26.75 25.17 25.20 6.80 L.8V 2.92 2.S5 4.25 4.20 oio20i 0.0205 —V— I« Zürich notierte die Lsterr. gesiemvelie Krön« . V» » die österreichische Krone die tschechische Krone ....... die Mark ...... pro Milliarde Holland New-Aork... London Paris.. Mailand Belgrad Bukarest .... Costa Budapest Warschau Sesterrekchksche KatkonMank. Wettere Abnahme des Barschatzes. — Zunahme des Banknote numkaufes und des Wechselportefeuilles. Nach dem letzten Jänner-Ausweis der Oesterreichischen Natronalbank hat der Barschatz eine Verminderung um 82 Milliarden Kronen erfahren urrd beträgt nunmehr 3102 Millionen Kronen. Hingegen hat der Banknotenumlauf eine Vermehrung um 385 Milliarden Kronen aufzüweisen und beträgt nunmehr 6735 Milliarden Kronen. Ebenso hat das EskompteportefouiKe eine Vermehrung um 76 Milliarden aufzuweisen. Der Gesaniteskompte beläuft sich aus 1251 Milliarden Re deiMe CtoUmotatML Ritteilvngen des Präsidenten Dr. Schacht. Königsberg, 8. Februar. (Tel. der ^Wiener Mo-vgenzeilnng".) U-eber Ke Stellung des Auslandes zur deutsch e n Goldnotenbankund über seine Verhandlungen int Sachverstandigenausschuß der Reparation's- -konrmission berichtete Reichsbaukpräsident Dr. Schacht auf der landwirtschaftlichen Woche in Königsberg: Bei den DerharMrugen i-n London und Amsterdam habe er 'den Eindruck gewonnen. daß alle Länder^ die mit Deutschland im Wirtschaftsverkehr stünden, die Notwendigkeiten der Errichtung einer -deutschen Goldbank in ihrem eigenen Interesse einsehen, daß auch ein gewisses Interesse vorhanden sei, Deutschland bei tzt« Errichtung der Goldnotenbank zu Helsen. Jan Pariser Expertenkomitee habe er mit seinen Darlegungen teils lebhafte Zustimmung gefunden, . teils wurde ihm entzgegengchalten,'daß es nicht genüge/ eine GlDbank zu schaffen, man müsse Vielmehr eine definitive Goldwährung in Deutschland einfühven. Er habe den Herren darauf erwidert, er fei mit ihnen grundsätzlich darin einig, daß Deutschland einmal eine Goldwährung erhalten müsse, und er würde sich freuen, wenn sie ihm zu einer solchen Lösung verhelfen könnten;, er wolle auch gern glauben, daß das Komitee in wenigen Wvchen zu einem abschließenden und einheitlichen Votum in dieser Richtung gelange, unv an die R-epavationskymift fron entsprechend berichten werde. Es sei aber die Frage, was dann aus diesem Bericht würde. Nach den bisherigen Erfahrungen, die Deutschland in den ganzen Repavatisusverhand'lungen machte, müsse er annehmen, daß es nicht Wochen, sonder» Monate dauern werde, ehe aus dem. Bericht der Sachverständigen ein einheitlicher Beschluß tter alliierten und assoziierten Regierungen hevauskäme. Bis dahin könne aber Deutschland nicht warten. Starke Steigen«« des tnmMchr» Rote« Umlaufes. Berlin, 8. Februar. ,-Ertrotze Preß" meldet aus Paris: Der Banknokrmmlauf der Bank von Frankreich betrug aru 7. d. 39.174,000.000 Franken oder um 310,000000 mehr als in der Vorwoche. Der Goldbestand ist in dieser Zeit auf 5.640,000.000, somit um 76.000 Franken gestiegen. Cleartogfeorse der Österreichischen Hationalüank vom 8. Februar!924. tlngüMgkeilsertiönmg einer durch Splrttistttts erzwungene« She. Der ,Geisterseher als Ehestifter. Tie WirtschaftsbesitzerswchtLr Anna Brand st ärter brachte gegen ihren Getreu eine Klage auf Ungültigkeitserklärung chrer Ehe ein, da ihre Einwilligung zu dieser Ehe durch eine begründere Furcht erzwungen worden sei. Sie habe in ihrem Heimatsorte ein Verhältnis mit einem Spiritisten unterhalten, der im Rufe stand, Umgang mit der Geisterwelt zu haben und der sie öfter als Medium benüme. Im Traneezustand habe er sie zu bestimmen gewußt, ihre Einwilligung zur Eheschließung mit | ihrem jetzigen Manne zu geben, dessen Bewerbungen sie wiederholt ausgeschlagen habe. Der Geisterseher habe ihr nämlich gedroht, er werde durch seine Verbindungen mit der G e i st e r w e l t' bewirken, daß ihre Eltern sterben, wenn sie diesen Mann nicht heiraten werde, der ja ganz gut zu chr passe. Sie habe diese Drohung durchaus ernst genommen und um nicht den Tod ihrer Eltern herbeizuführen, habe sie ihre Zustimmung gegeben. Noch am Altäre habe sie mir dem Ja- Worte gezögert und sie hätte es noch in diesem letzten Momente verweigert, wenn ihr der Geisterseher nicht einen Blick zugeworfen hätte, so daß sie es nicht mehr wagte, mit dem Jawortzurückzuhalten.. Durch ihren Aufenthalt in der Großstadt sei sie aufgeklärter geworden, erst jetzt wisse sie, daß es keine Geister gibt. Die Erhebungen ergaben, daß der Spiritist, besten Name nicht bekannt ist, verschwunden war — wie das schon Geisterart ist. Der Gerichtshof sprach die Ungültigkeit der Ehe aus wegen Mangels der wirklichen Einwilligung, da man bedenken müsse, daß das Ganze sich in einem entlegenen Gebirgsorte abitzielte, wo der Glaube an die Geister noch bestehe. Der vom Eyebandsverteidiger eingebrachten Berufung wurde vom Oberlandesgerichte nicht statt ge geben und das erstrichterliche Urteil bestätigt. Gross - Steuerpflichtige Achtung! Sie können Ihr srscaaes Elnkozamea und Erwerbatäne* »uf ein Minimum rcänsferen, wenn Sie sieh bei einem Bau bet eiligen. Sie erkalten dadurch beinahe geeehenkte Hfeuaer und antorderungairaie Wohnungen. Auskunft erteilt B&ugeeellschait, Orten. I. Eliaabetbstrasa« 1. ' 602« Devisen (Schecks und Auszahlungen) Amsterdam f. 7 holl. Gulden . 2öW\_ 2£«no.-. A*ram I!«<?. Kronen .... pf.—?46.- Fei«r*d t Wnar ...... P<i. -?4°>. - Rerlln'' 1 deutsch« Reichsmark . 15.M 16.10 hrflssei | belgische Francs . . £9C<1. - 29?!.- Pndanest I nne«rf*che Kronen . 2.43 '».SS Bukarest 1 Lei. 3*1.— 366.— Christian!» 1 norwm». Kronen » 9.W».— 9120.— Knnenhairen 1 dhnlsche Kronor . 1163».— 1167n.~ London t Pfand Sterling . . . 36600',.- 307^".- »4adrkd I Peseta». 8936.- 8"70.~ Mailand i Lire . ..3m.- 317.6.- New York 1 Dollar.71136.- Parfa 1 Fmncs.32»7.- 3W,« Pra«» 1 tscherho-slow. Kronen , 2M0.- 2nfi0.— Sofia 1 Lewa . M«?.- «22.- ^focltfiolm I schwedlscheKronor , 18370.— Warschau** 1 polnische Mark. . Zürich 1 schweizerische Franc» . 12385.— Noten Amerika». Noten v. 3 Dollar autv. VWo.— . . kleinere ... 707*1.— Belgische Noten 100 Francs . , 2870.— Balgarische Noten 20 inoo Le»a . 498.— . . . im . . . . kleinere. . . 4^6.— Dänische Noten 100 Kroner . , 11400.— Deutsche Noten*15.10 0 , g 109 . « . — — . , kleinere* » . . 14.70 j F-ngl. Noten von 5 Llvrest. aulw. 3<»<70o.— Sfl^fioo,. I . „ kleinere. 304OTO.- *-“*«- FranzHslsche Noten TOO Francs . 32^7,— Holländische Noten IM Gntden . 26300.— italienische Noten v. 100 Lire sutw, 3110.— . , kleinere , . . 308o,— ingoBl. Noten ungest. an HW» Dinar 839. - » . im . . , . kleinere . , Norwegische Noten 100 Kroner « Polnische Noten w*. „ „ kleinere** . . . Rumänische Noten 2« 1000 u. SOOLel , kleinere . . . Ruas. Noten (Roman.) «u 5M Rubel O * V 1^-0 0, v u kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs. Spanische Noten 100 Pesetas . . T^checho-alow. Not. v.lOOOautw, «, „ kleinere Vogar.Noten (neue Em.1 zu lOCOKr p .zu IO.OCO Kr. ... kleinere - .... 1.30 Kur* vom 7. Fd»’, Geld Ware Oeld War« astnn.- R40.- 84\- 15.5t) 2919. 266M.— 84«.- 344.- 16.10 2931.- 82».- 9266.- 73,— 68.- 356.— 336.— 1$160.— 12350.— 8810.- 3043.- 2037.- 1.35 2.43 2.53 363.- 365.- 94311.- *520.- 11580.— 115.26,— 3075M.— 8070.— 3114.- 3118.— 7M25.- 71115.- 3292.— 33'3.— 2042.- 2rt61^~ 520.— 524.— 18430.- 124(.L- 71261.- 71150.— 2010.— 506.— 486!— 11520.- 15.90 is!30 306600.- 30fivio.— 3315.- 2*500.- 3120.- 309».- 343.- 83s!— 9440.- 85.- 80.- m- 340.— 184^.- 18370.- 12415!- 12355!- 71m- 70960.- 71160.— 7T-700.- Rio.— 288\- 304.— 498.- 4m.~ 479.— 11570. - 114 in.— 15.70 15.30 15.30 14.70 305000.-: ZO51L"1.^. 304300.- i 3»15.- 3m— 26500.- 2630 O.-f 3130.— 3too.— 3100.— 307J.— 045.- 837.- 835*— 827!- . 9340.- 9360.- 83.- 75.— 78.- 70.— 360.- 356.— 340,- 336— tarnt24’0.- 8800.- 2058.- 2053.- 1.55 L5» » Für 1000 ** für 10.000 pvlu. meüv 12340.- 8810.- 2032.- 2027.- 1.50 L45 Mark. 1826».- 1242».- 839».- 2048^— 2043.— 1.76 lies Sie knMcklung der Holzbank. Keine Fufiourbeffreüuugr». - NuverSuderte Geschastrfühnwg. Vor einigen Tagen bvachten wir eine dsm markt", entnommene Nachricht über das Schicksal der Hohzbank, worin von F-ustonwrungsbestvöbnngen der HpltzbanE unb einsnr Wechsel im Aktienbesitz die Rede war. Wie wir erfahven, entspricht dieF nicht den TaÄsachen. Die Ho>lzba-nk Plant keine wie auch immer geartete Fulsionkrung und hat auch bisher an keine solche gedacht. Sie ist weder an ein. Bantinstit-ut, poch an emc Gruppe, noch an irgendeine Person mit einer dieFbeszügilichen Anregung herangetreten. Die MehrheitsverhaÜnisse der Bank haben keine Aendepun-g erfahren. Die Mleivmshrheit befindet sich mt Besitz eines Majori-tätssyndikats und ist diese für mchvere Icchre' gebunden. Die mcht gebundenen Aktien befinden sich zuw Großteil.ebenfalls im Besitz debsMen Majoritätsgruppe, welche sich aus den Gründern der Bank zuisanmiensetzt. Die Gerüchte, daß Herr Doregger die Mchriheit der Mkfien evworiben halbe, sind vollkommen unvichbig. D)s MasovitatSsyndikat hat auch umnaTs die Absicht gehabt, an Herrn Poregger oder an eine andere Person die M:enwchcheit zu überlassen. Eine solche Anregung ist Weder an die'VättKleitzuntz noch an das ShMkat gemacht worden. Die Gerüchte, welche awlätzlich des Ausscheidcus des früheren Direktors Bo mb ach von oiner vollftändigerr Neuorientierung der Bank un!d ihrer Gos-chäftsfichvung wissen wollen, sind völlig unizutrefsend. Die BanAeibung bealbsichtigt, das Geschäft lveiterhin wie bisher in konservativer Weife, gestützt auf den großen, in ihrem Besitz ibefindlichon HWonzern, zu führen und das Bankgeschäft sukzessive auszugestalten. GruMegenide Neuerungen, welche die Bank von ihrem uvpvünMchen Ziel irgendwie cvbbvingen konp* ten, kommen überhaupt nicht in Betracht. Nach dem Tode des Herrn Rodert Eißlerist se-m Aktienbesitz in die Hände seiner legitimen Ebben übergangen. Gbeniso ist im Mtienbositz der übrigen Chefs der Firma I. Gißler und Brüder keine B-evändevung vor sich gegangen. Es sind aill'o die Familienangeihövigen des . derstovbenen Eißler weiter an der Oesierreichsschen Holzbank in dem gleichen Maße wie zu Lebzeiten des Herrn C'.ß'er interessiert und wird diofes Interesse in der Äeitu.ng der H>oltzbank und der Konzerngesellschaifien durch die Eißle^ schon Angchövigen watzpgemMnen,