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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-08 · Heft 1789 (8.2.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1789 (8.2.1924)
Date
1924-02-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Men, Freitag Wiener Mornenztzeitnns. 8. Februar 1924 Seid! » -Wie*, 8. Februar. .* D«r Frieden komutt! Die Zeichen vwbreu. sich. Die Minister halten wieder Exposes: „Unsere Beziehungen ,>u ecu Nachbarstaaten sind die herzlichsten ..unsere Freundschaft zu vertiefen, Und das Gleichgewicht Europas zu erhalten..." (wozu natürlich der Ausbau der Wehrmacht und die Vermehrung der Kriegsschiffe gehört). Auch bei uns werden wieder die guten alten Schlager und die stets erprobten antisemitischen Wendungen frank hervorgeholt. Der Jud' soll froh fein, daß er schon langsam alles wieder. Wir haben nur die Großen sind zu allem fähig, nämlich zu allen kostspieligen Dingen. Auch von den Großbanken heißt es. daß sie zu den rein bankmäßigen Geschäften zurückkehren wollen, doch wird für diese Meldung jede Verantwortung abgelehnt. Und die Kleinbanken? Was kann da schon passieren? Aus den Tsckecherln wurden Transitlager und Banken, aus den Banken wieder werden Tschecherln^ Die liebe Zensur meldet sich wieder. Der Sah eines GcrichtsdienerS: „Was, auf mein Lohn soll i' warten bis Mittwoch, die Krone is eh nix wert", wurde aus einem Stück gestrichen. Wir müssen gestehen, die Aeußerrmg ist im höchsten Grade aufreizend und staatsgefährlich. Sie könnte geradezu die Sanierungsakrion verhindern. Auch das Wetter scheint sich der Friedenszelten zu zinnern und gehl uns anständig in die Füße. Die schöne Friedensarie „Ein Schwipserl möcht' ich haben" wird wieder fleißig geübt. Warum die Räusche am Samstag häufiger sind als Mittwoch? Sehr einfach. Mittwoch ist der gute Mann vom Räuschen ausgeschlafen, er kann also wieder langsam anfangen, und Samstag ist dann der Höhepunkt erreicht. Das war im Frieden ebenso. Wenn noch zu alledem die Stadtbahn verkehren wird, dann ist wirklich, der wahre Frieden da! Aber, mir scheint, das werden wir noch lange nicht erleben! * Sterbefalle. Am Montag ist in Floridsdorf Frau Rosa Riesenfeld geb. Glaser, die Gattin des Majors d. R. Max N i e s e n f e l d, gestorben. Die Beerdigung har Mittwoch nachmittags auf dem jüdischen Friedhof in Floridsdorf stattgesundew Die Verstorbene, eine durch Liebenswürdigkeit und herzensgute ausgezeichnete Dame, hat als junges Mädchen durch ihr resolutes Handeln viel Aufmerksamkeit erregt. Sie Mar mit Herrn Riesenfeld, damals Leutnant in einer kroatischen Garnison, verlobt. Beide waren arnr und konnren die zur Heiratserlaubnis notwendige Kaution nicht aufbringen. Fräulein Glaser ging deshalb, ohne jemanden von ihrer Absicht zu verständigen, kurz entschlossen in die Hofburg und bewarb sich um eine Audienz beim Kaiser Franz Joses. Sie wurde imcf) vorgelassen und trug dem Kaiser die Bitte vor, ihr und ihrem Verlobten die Heirat mit Nacksicht der Kaution zu gestatten. Der Kaiser hörte das junge Mädchen, besten Herzensiwt chn rührte, freundlick an und versprach ihr, sich über den Kzu unterrichten. Tatsächlich erhielt Fräulein Glaser einige später aus der Kabineitskcmzlei die Verständigung, daß ihr' Gesuch bewilligr worden sei. Zur gleichen Zeit wurde in Agram der Leutnant Rtesegfeld durch seinen Regiments- Kommandanten von der Entscheidung.des Kaisers in Kenntnis besetzt. — Bor kurzem verschied in Störozhnetz /Bukowina) nach langem, schwerem Leiden die Mutter des Buckdruckereibesitzers Fosef Lippa im Wer von 72 Jahren. . * Erbe» gesucht. In der ^Wiener Zeitung" vom 7. t>. erdas Bezirksgericht L^op-oldstadi einen Aufruf -an,die unbekannten Erben und Gläubig»? r des am 2. Mai, 1923 jhi. Wien erstorbenen Privaten Joses G e m i n d e r, geboren in Iadwwv. zuständig nach Dembica. Die Ausspruchs an die Berlaffen- 'chafj. sind Äs 15. April d. I. 'bei dem Gericht arrzumeDen. Di« Schließung des Bankhauses TUtmann. Wie seinerzeit berichiLt wurde, hat die WiriischaftspcklMi denn Ersuchen der GläMgerschast des Bankhauses 11 li tu a mt. 9. Bez., WäWn- ^erstraße 60, zu,gestimmt, durch einen Sackiversiändigen eine Auifstellunq der Aktive:: urck Passiven des BcmchcmftÄ vuruehmen rllfälligen Zahlungsistocku'Ng zu machen.. Dadurch^ fallet: die stvafpwzeffuMn Gründe für die weitere Aufrechterhaltung der i^eschäftssperre fort. Die Amtshandlung selbst wird auf Grund vorliegenden Status wettevgssiihvt. Die Banknoteirrauber von Mm und Prag. Gestern Md' bei der Wiener Polrrsidirektion die BflSer und Fingerirbdruckskavten der drsi in Prag und Gmünd verhafttten Bankstorenräuiber Cenf.i, Ferrara und Ronchi eftrgetroffen. Obwoftl die Täterschaft der Drei und des in Wie»: verhafteten Latilli auch bei der Beraubung des GeschÄf-tsdienvrs AdaljlLpt.Marrsch ohw'hin faststeht, werden mit den PhotogvMften llMosgiertmgsverstiche nnternotwnnm werden. Von den rtalietrischeu Behörden werden wichtige Gusschlüste über das Borldbeu tsv vier verhafteten. Bauknolrnränber erwartet. , Di« falsch« 500.060 - Kronen - Rote. In ein Geschäft u: Favoriten kam vorgestern uachnifttagtz ein etwa Wsäbriäer, iniitelgroßer, kräftiger. Sar-tloscr Mann mit schmalem Gesicht iMd'Äyndem Haar.' bekleidot mit dunllom Nobervock und. i»unklsm Hui. Der' Mann machte rmeu Enckanf und Vezahlis mit 'Liner M.OOV-Kvouetd-Nvte. Auf den ersten Blick wurde sie. wenig gelungene Note <M falsch erkannt. Als der Man« neckte,, daß mau Mißtrauen schöpfe, flüchtete er unter RÄckastmrg der Note, die auf stärkerem Papier gedruckt ist und trauen Farbton hat. Unveränderte KanalrimMUimsgebühren. Für den AdonaL Febmav bleiben die Kanalräumungsgebührenk unverändert. Sie setratzerr daher das Ztvanzigfache des Miechinfes, bar >im .'lugwst' 1914 bezahlt wurde. Rumänische Assentierung. Die Assentier ung her runmniichen Staatsangehörigen, die sich auf dom Gebiete der österreichnÄ-en RepM'rk befinden, findet m der Zeit vorn 5. bis '5. März l. I. in der Kanzlei des Militärattaches, 4. Bez., NsMederegast" 34, von 10 bis 1 Uhr statt. Zur Assentierung oaben zu erscheinen: 1. Der Geb:rrtsiahrga?ng 1903, 2. diekenigLn. die, im vergangenen und bowergauaenen Jahre wogen Arperlicher Schwäche oder ans Familiemsicktsichten zurückgestellt -vurden. 3. divjenigen, welche aus verschiedenen Gründen bis!etzt noch nicht assentiert wurde»: Alle Obgenartnten haben sei der Vorstellung den Geburtsschein und die Studienz-eugtüste an Original vorzulegen. Diesemgen, welche «cknen Bruder in Ler vumänischen Armee als aktiv dienend haben, müssen die bezügliche Bestätigung seitens des zuständrmn EvMnzungsbezirkskommandos vorle-gen, Die Stelltlugspflichtigen rm Auslande, welche nicht die, Möglichkeit haben, persönlich bei der Assentierung zu erscheinen. sind verpflichtet, durch ein Mitglied der Familie sich bei der Astentievungskommission in Rn-- mäuien vertreten'zu lassen, welche vom 28. d. an bei jedem Erga-vstUMSbrzMommaydo amtiert. Alle disjeniaen. -die dieser Verpflichtung nicht Nachkommen, werden ein Jahr länger zu dienen haben; außerdem erhalten die Studenten reinen Studienaufschub. mehr. ßrinnerung! I« den letzten Wochen hat die „Wiener Morgenzeitung" einen erfreulichen Abonnentenz u w a chs zu verzeichnen. Diese Tatsache mutz für unser« Freunde ein Ansporn sei«, ihre Werbetätigkeit zu steigern. Jeder mache es sich zur Pflicht, in den nächsten zehn Wochen je einen neuen Abonnenten pro Woche der „Wiener Morgenzeitnnfl" zuzitführett. Bestellschein. Ich absunirre die „Wiener Morgenzeitung" für die Dauer und wünsche den Bezug Lurch die Trafik*. -- per Post.2 Rarrre: . st e i tt und O. Gi. nrburg -u Vizepräsidenten, die Herreis M. o. N e u g r ö s ch l und S. Reiß zu Kassiere», dt, Herren Frey und Dr. Horowitz zu Schriftführern. Dorlrag Frau Lenriette Weiß. Am 18. d. spricht Frau Henriette WA über „Mand und einschlägige Fragen^ im großen Saal des Niederösterreichischen Gewerbevereines, 1. Bez., Eschenbachgaste 11. Anfang 7 Uhr. . Adreste: * Nicht Gewünschtes fmsichen! Mitteilungen nur dem Publikum. Bei der am 5. Februar 1924 abgehLltsurn, von 49% Persour» besuchtcn Versammlung, der Einleger des Bankhauses $. Ulf mann wurde über einen aus der Mitte der Versammlung sponLan gestellten Antrag einstimmig folgender Beschluß gefaßt: „Die versamn:elten Einleger des Bankhauses S. Ulnnann sprechen Herrn DBrekfor Ultmann den «firmsten Dank für die bisherige erfolgreiche und uneigemitzige Geschäftsführung au§ und versichert: ihn auch für die Zukunft ihres uneingeschränkten Vertrauens. Die BersaUrmlung beauftragt das Gläubigerkomitee, die durch die unbegründeten öffentlichen Angriffe-verletzte Ehre des Herrn DirrttorsUltmann unverzüglich öffentlich wieder herzusiellen." Das Gläubigerkomitee ist der Meinung diesem Aufträge durch Veröffentlichung des vorstehenden Brschlnstes am besten nachzukonunen. Der Schriftführer: Dr. Hugo Strantz. (Nachfolgende Notizen bis z« dev Rnbrik „Bereine" sind entgeltlich.) * TmzzinfSiLn» MermaKtt 14. Brz«- Llsin- LorfgaNe 42. * Geficherie BeschLstig«»« f ii« Sfterre i ch is ch e Landarbeiter in Kanada. Wie uns die Schiffahrtsgesellschaft der White Star Line mitieilt. werden ab 1. März Landarbeiter, die ihre Reisen nach Winnipeg, Man. bezahlen Mb 30 Dollar LandunaLgrld vorzeigen können, auch ohne Affidavit in Kanada zugelasien und erhalten turajihrer Ankunft durch das Laüour -Bureau (Ärbeitsvermittlungsamt), Beschäftigung Angewiesen. DirSdezngliche Auskunft erteilt bereitwilligst die Whire Star Line, Wie«, -4. Bez., Wiedner Gürtel 8, ZLgenüvet Ost- und Sübbahnhos.' Telephon Nr. 38-5-37. * Das altbekannte LapeziererntSbelhauS M. Weiß verkauft sowohl im Hauiptgssichüsil, 2. Be^., Dsvwiidgasse 98, Äs auch in dev Filiale, 5. Bez., Arbeitergaffe 87, erstklassige Tapezierermöbel aller Art zu außerordentlich billigen Preisen/ 0 Wohlumth, der elektro-galvantsch« Feinstrom-Heilapparat. 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Anmeldungen zu dem am 15. d. beginnende« hebräischen KmS flir Anfänger werden zwischen 8 und 9 Uhr > abends im Vsreinslokale oder schriftlich erfolgen. — Verein E s t o. Sonntag, 17. d., Hotel Continental, 10 Uhr vormittags, ordentliche Generalversammlm:g. Verband, jüdischer Eliernbünde Oesterreichs. Am 30. Jänner fand unter dem Vorsitz des Herrn Fürsovgeraies T,rnb die KonstitAiei'ung des BerLandes der.jüdischen EI t e r n b n n d e statt. Die Vertreter der beistchenven zehn Ovganif-arimwn besprachen die Lringeuisen Fragen, wie Ver-- iretnnigIugendanÄ. Fevien-aktrsn und Schasfiluo eines pädagogischen Beirates. Ms Vertreter für die Unterhaudlungerr Mit dem Jüdischen .Fugendaun wurden gewählt die Herren TauÜ, Dr. Rotblnm, Prof. Ierusalem, Dr. Klaoetr ZionLstikchr Frane«orgarrisation -er Westlichen Bezirke Wiens» 8. Bez., Dennoplatz 1. Samstag den 9. d. in den Lokalitäten der.Zionistischen Sektion, 6. Bez., Bennoplatz 1, Gesellschaftsabend (Akademie urck Tanzl. Beginn 8 Uhr abends. Eingeführte GLstö willkommen! Gessllschaststoilette. Ach-utk Zsrael. Am 27. Jänner d. I.- fand die konstituierende Generalversammlnng des Vereines A ch d u t h Israel' statt, Lei welcher der Vereinsüiisschnß, bestehend. MS 86 Mitgliedem, gewählt wurde. Die Versarnmlung war. sehr zahlreich besucht. Am 3. d. hat sich der A n s s ch n ß konstituiert. In das Präsidium wurden nachstehende Herren gewähltr Herr M. H o r n st e i n als Präsident, die Herren M. S ch a r f-> Bühne md Kunst. Bollsotzer. Al-siondr- B-nci.j Er ist der lustige, lebhaft gestikulierende, kleine Jtalrenev geblieben, als den wir ihn vor mehr als 10 Jahren gelegentlich einer Stagione in der Bolksoper zuletzt gesehen haben, dcur unter südlichem Himmel gedeihen so gesunde, unkomplizierte Komödianten, die, noch unter Tränen lachend, ihre Arien ins Publikun: hineinsingen und sich mit all ihrem Temperamerft gegen das drohende Gespenst des Mers zur Wehr setzen. An seiner einst so reichen Tenorstimme freilich ist die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen. Noch immer manch blühender Ton, ein lebhaftes Brio, ein bewegtes, lächelndes Parlando, das in der Szene „Nur Scherze sind's" Beifallsstürme enffeffelte. Doch um die Höhe wird'8 ihm schwer, um das hohe C noch schwerer, der Schmelz seines Belkanto ist nicht mchr ganz frffch, das Legato unruhig und das rein Gesangliche verliert, wo der Schauspieler — wie etwa in: großen Duett mit Amelia — nicht nachhelfen kann. Und doch, trotz aller kleinen Mängel, eine harmonische Lichtgestalt, deren Heiterkeit sich von der schwerfälligen, deutschen Gründlichkeit de-o. übrigen Mriwirkendeu — der Damen Rantzau, Solinger und Gero sowie Hexr Brandt — vorteilhaft abhob. Das von Kapellmeister Meirich geführte Orchester spielte träge und maffig, als ob jedes einzelne Instrument mit Bleigewichten beschwert wäre. Da täte ein italienischer Dirigent not, der scharf ins Zeug geht! Regie und Szene sind anscheinend über die Makart-Zeit noch' nickt hinausgekommen! flb „Ae Alarmgloite." Kammerspiele. Eines ver französischen Lustspiele, von denen minvestenÄ zwölf auf ein Dutzend gehen. Man kennt das Genre zur Genüge, wenn man eines gesehen hat, hat man eigentlich olle geschen, und wer die artigen kleinen Stücke seinerzeit als Beigabe der „Illustration" zu lesen pflegte, der wußte nie so ganz genau, ob er das Opus wirklich zum fünftenmal lese oder ob er nur vier andere gelesen hatte, die „gerade so" waren. Man kann dieser Gattung von Lustspielen auch nie ihr Alter Nachweisen, sogar der Krieg ist spurlos an chnen vorübergegangen. Die Männer beschäftigen sich noch immer ausschließlich mit ihren geliebten Flirts, mit Spiel und gelegentlich mit Sport, die Frauen mit ihren Toiletten — die Welt, in der man leidet, kärupft, sich mit Sorge:: quält, rechnet, die liegt irgendwo weit draußen, vielleicht auf eurem anderen Planeten. Zu dieser Art Stückchen gehört auch die „Narmglocke". Nicht bedeutend, aber angenehm, nicht aufregend, gelegentlich sogar ein bißchen langweilig, aber immer frisch weiterplätschernd und gelinde aruüsaut. Der Grrmdgedanke ein bißchen mager. Einem Lebemann wird von seiner eifersüchtigen Geliebten eingeredet, sein leichter Gichtanfall sei der Vorbote höchst gefährlicher Krankheiten, die Alarmglocke, die ihn zu solidem Leben mahne. Also wird die „Familie" aus der Provinz bestellt, der Neffe, ein Gelehrter, wie er in sämtlichen Lustspielen seit Adams Zeiten steht seine junge Frau und deren Mutter. Das alte Motiv: Provinz und Hauptstadt ist wieder einvral hübsch variiert. Natürlich siegt Paris. Im ersten Akt spielt die wackere Frau Toulouzel (selbstverständlich Frau Werbezirk) noch, in der Kirche die Orgel, komponiert Oratorien, und kocht Paradeiser ein. Im zweiten hält sie schon beim Shimuch, bestellt einen Nigger-Eintänzer, hat sich brandrote Haare angeschafft. Die Tochter hat ähnliche Wandlungen mitgemacht, verliebt sich in den „Onkel", ja tzM mit ihm durchbrennen, bis der zerstreute Gatte gerade noch rechtzeitig seine heiße Liebe zu chr gesicht und sich, ebenfalls noch rechtzeitig, die Haare stutzen läßt, worauf, sich alles in Wohlgefallen und ein bißchen zuckersüßer, französischer Sentimentalität auflöst. Hätte ein Deutscher diesen Stoff, der keiner ist, in die Hand bekommen, es wäre eine recht umständliche Sache geworden. Diese Pariser Nichtigkeit aber wird mit pikanter Sauce, mit gallischem Witz, Menschenkenntnis, ein paar Bonmots garniert mtb hat, trotz aller Dürftigkeit, das , Prickelnde, . Bewegliche echten ParisertumS. 0o amüsiert man sich vortreslich, wenn man auch nicht genau weiß, worüber. — Das flotte Spiel steigert das Vergnügen an dem Abend. Frau Werbezirk — einmal nicht jüdelud — entfesselte Lachstürme, namentlich mit dem köstlichen Gesangsvortrag aus „Josef und Frau Potiphar". (Nebenbei:, ist cs unerläßlich notwendig, „Josef" französisch auszusvrecheu, und womit hat es die brave Stadt Angouleme verdient, daß ihr „g" in ein „j" vertauscht wurde? Unter gebildeteu Schauspielern sollte derartiges nicht Vorkommen, schließlich liegt Wien ja doch nicht Lei Kötzchenbroda.) Frau Allegri zeigte viel Temperaurent und Grazie, Pariser Schick nicht nur in den Toiletten, auch Dtarietia Weber gefiel. Die Herren Burg, Albers, Äarlweis und Kirschner gingen mit Humor nnd guter Laune au ihre Aufgabe. Selbstverständlich fand das angenehme Stück freundliche Aufnahme. Und nächstes Jahr kann, man es ohneweiters als neu vorführen. Kein Mensch wird sich daran erinnern. K. M. Frack* undCiAttA Smoklng-dlOlTe Slrthur Qrün nur I.AcSlergasse 5

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