Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1787 (6.2.1924)
- Date
- 1924-02-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1787 Dkn MickvoH Wke««' Mor-enieNunq./" 6. Fe-kmar 1984 . Seite 7 ♦ Eine jüdisch-akademische Bank in Warschau. Aus Wav'chau berichtet I. P?Z.: In der nächsten Zeit findet hier die Gründung einer Jüdisch-akademischen Bank statt, deren vornehmste Aufgabe es sein wird, Darlehen an brünstige jüdische Akademiker auf den polnischen Hochschulen zu gewähren. * Farbige Baumwolle. Einem amerikanischen Daumwollpslanzer ist es gÄimgen, Baumwollpflanzen zu züchten, deren Gespinstfaf.'r schon in der Pflanze gesärbt ist Er "i bereits seit vielen Jahren mit dahingehenden Versuchen beschäftigt, oie zu der Erreichung von zwanzig verschiedenen Farbtönen geführt haben. Die aus dieser nawrgefärbten Baumwolle h'rgestellten Stoffe sollen sich besonders gut für Leute mit empfindlicher Haut eignen. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Tanzlnstitut Hermann Braun. 14. Bez., Nelndorfgasse Nr. 42. * Alle Hunstrouen rufen im Chor: ,Die beste Seife ist Kagor." die Preise für Leinenwaren im'Warenhaus Brüder S ch i f f m a n n, 2. B e z., T a b o r st r a ß e 48. Webe. .... vro Meter 10.500 K. 8.500 Chiffon .... . pro Meter; 13.500, 11.000 K. 9.800 Streifqradl. . . . . . > .... pro Meter 19.600 K. 17.500 Damast ....... Meter 22.800 K. 18.500 Inlet........ pro Meter 14.800 Molino. pro Meter 8.900 Bettzeuae ... . . Meter 15.800 K. 12.5-00 Batistchiffon . . . . . pro Meter 15/00 Matratzengradl.... Meter 30.000 K. 24.000 Bettüch ...... 23.500 K. 19.800 Tischtücher ..... 48.000 Kaffeegarnituren . . . 98.000 GläsertÜcher . * Wchlmuth, der elektro-galvanische Feinstrom-Heilapparat. Bei Ni.'rven- und Muskelerkrankungen, Lähmungen, Rückenmarkleiden. Gicht, Rheumatismus und Ischias, Stoffwechsel-, Blut- und Verdauungsstörungen. Krankheiten der Sinnesorgane (Augen und Ohren), Körperschwäche, Erschöpfungszuständen und Frauenleiden wird der Wohlmuth-Hiilapparat stets mit Erfolg angowendet. Lesen Sie unsere ärztlichen Gutachten. Auskünfte und Prospekte kostenlos durch Wchlmuth- Monopolvertrieb für Oesterreich, Wien, 8. Bez., Schlößelgasse Nr. 22. Vereine, Borträse und Versammlungen. Zionistischer akademischerLandesverb a n d. Sonntag den 10. d. im Lokale des Lcn rskomitees, 2. Bez.. .Taborstraße 20a, 9 Uhr vormittags, historisches Seminar, Leiter Dr. B a r o n. Um 1" Ubr vormittags Beginn deS politischen Seminars über „Grundsätze der jüdischen Politik in der Gemeinde und Kultnsgemeinde". Leiter Gemeinderat Doktor Plasckkes. — Berein'Erez Israel, 2. Bez.. Zirkusgasse 38. Heute, 8 Ubr abends. Arabiscb-Kurs. Am 15. d. wird ein hebräischer Anfänaerkurs eröffnet. Näberes im Vereinslokale täglich zwischen 8 und 9 Ukr abends. Die Anmeldungen können auch schriftlich erfolgen. — Z. G. V. I o r d a n i a veranstaltet anläßlich des 25semestriqen Bestandes einen Stiftungs- Festabend am Freitag den 8. Februar im Schwarzenbergkasino, 1. Bez., Schwarzenberqvlatz. Karten r Buchhandlung R. Löwit, 1. Bez., Rotenturmstraße. — JüdischerVeretnNord- O st, .2. Bez., Taborstraße 21a. Heute, 8 Uhr abends, im Vereinslokale Vortrag des Herrn Dr. Sanel Beer über „Svezistsch jüdische Krankheiten". Gäste willkommen. — IüdischeTischgesellschaft Landstraße. Heute, ‘/,9 Ubr abends, im Cafö Ilion Vortrag Frau Anitta Müller-Cohen r Reiseerlebnisse in Palästina. — Beth-Waad Laiwrim. Heute, a/*8 Ubr abends, im Saale der jüdischen Lesehalle, 9. Bez.. Türkenstraße 9, Diskussionsabend. — Verein Tikwath I e h u d a b, 8. Bez., Bennoplatz 1. Heute, präzise */,9 Nhr abends, Gesellsrbastsabeiid. Programm r Leopold Schwarz, Arien und Lieder; Fritz Hollenberg, Rezitationen; Josef Kaminsky, Violinvirtuose. Am Klavier : Kapellmeister Robert Leukaus. Anschließend Tanz. — Zeirei Misrachi. Heute, Va** Uhr abends, dringende Ausichußsitzung. Erscheinen sämtlicher Ausschuß- Mitglieder Pflicht. Herr S. Schwager wird auf diesem Wege höfl. eingeladen, bei dieser Sitzung anwesend zu sein. — Jugend- Verein Ahawrtb Zion, 2. Bez., Glockengaffe 30. Heute, 9 Nhr abends, Vortrag Prof. Dr. W Stein. Gäste willkommen. — IüdischerWanderbund Bla u-W e i ß (E l t e r n v e r b a n dl. Morgen Donnerstag, ’/a8 Ubr abends, im Lokale des Zionistischen LandeSkomitees, 2. Bez., Taborstraße Nr. 20a, Generalversammlung und Vortrag Ludwig Baio r „Wanderungen des jüdischen Volkes". O e st e r r e i ch i s ch e s M u s e n m. 1. Dez.. Wollzeile Nr. 45. Morgen, 7 lll>r abends, Vortrag des Herrn Kustos Doktor Hans Ankwiez-Kleeboven: „Die Stilrvandlungen im österreichischen Kunstbandwerk seit der Iabrbnnde iwende". Karten beim Portier, 1. Bez., Smbenring 5, und abends an der Kassa. * Zionistische Frauenorganisation der westlichen Bezirke Wiens, 8. Bez., Deunoplat; 1. Samstag den 9. d. in den Lokalitäten der zionistischen Sektion, Gesellschaftsabend (Akademie und Tanz). Beamn 8 Uhr abends. Eingesührte Gäste willkommen. Gesellschaftstoilette. Dr. Wertbeim Johann, geb. 14. Mai 1888, Wien, PrivatleHrer, 8. Bez., Albertaasse 26. Hein Ernst, geb. 4. August 1887, Wien. 5. Bez., Schönbrunnerstraße 18. Bäcker Georg, geb. 26. Juni 1879, Wien. 3. Bez., Untere Viaduktgasse 6. Popper Josef, geb. 9. November 1900, Wien, Privatbeamter, 3. Bez.. Rudolf v. Alt-Platz 5. Schwarz Robert, geb. 6. Avril 1903, Wien, 3. Bez., Karl Nagl-Platz 1. Schweiger Rudolf, geb. 8. Februar 1874, Trebitsch, 3. Bez.. Kegelgaffe 45. F ü r t h Stephan, geb. 5. Oktober 1893, Pilsen. 3. Bez.. Schwarzenbergplatz 7. B i e r m a n n Jakob, geb. 20. Jänner 1895, Krakau, 5. Bez., Franzensgasss 17. Zollkower Adele, geb. 1. Aug. 1893, Komorn, Private, 8. Bez.. Alserstraße Nr. 39. Weiß Natalie, geb. 8. Juni 1893, Virovitica, 8. Bez., Schmidgasse 4. Beer Elisabeth, geb. 3. Februar 1913. Wien, 12. Bez., Schönbrunnerstraße 172. Beer El'a geb. Kohn. geb. 24. Dezember 1891, Wien, 12. Bez., Schönbrunnerstraße 172. Brand! Siegmund, geb. 23. Oktober 1879, Wien, 1*. Bez., Schlögelgasse 49. Malz Franziska, geb. 1896, Aprenir, 21. Bezirk, Denalergasse 13. Z e h n g u t Gisela, geb. 4. Dezember 1901, Näherin, 18. Bez., Wallrießstraße 91. Beck Ernst, >eb. 13. November 1876, Wien, Müblenpachter, 7. Bez.. Mariabilserstraßv 12. Weiß Johann, geb. 18, November . 1893, Znaun, Schauspieler. 8. Bez., Hermanngasse 31. E i ß l e r Karl, gcb. 11. Februar 1S58 .Men, Kaufmann, 7. Bez., Stuckgaffe 6. Keren Kajemeth l'Fsrael (Mischer Nationalsonds) Wien, 2. Bez., ZirkuSgasse 33, Telephon 45-606. Ausweis Nr. 5 vom 1. bis 15. Jänner 1924, 21,023.436 K.; bisherige Gesamtsumme 131.438.712 K. — Dr. Alfred Lanzer 500. — 2. Bezirk r Beth. Israel 153. Hermann Pauker 200, Schreiber & Söhne 100, Nifka Freier a. N. Toni Rachmuth 80, Dir. I. NoSner. Doktor M. Salz, Julius Lustig je 50. — 3. Bezirk: Sektion HI 80. — 4.75. Bezirk r L. Kobn 50. — 6. Bezirk: Anton Eckstein 200, 'Smlg. Juda Teligdifch 180, Israel Sternschuß 100, Sch. Kar- PeleS 100, Georg Karpeles 70. — 10./11 Bezirk r Fritz Läufer, Siegm. Blonder je 50, Israel. Tempelverein f. d. 10. Bezirk 81, Büchsen d. Steiner 568, Steiner 81, Marian 50. — 12./15. Bezirk : Cbanukkah-Smlg. 80, Abraham Zahler 516. — 18. Bezirk: Karl Lilienfeld 100. — 20. Bezirk: Ver. Schomre Hadath 113, Benjamin Schönberg 100. Adir: d. Jäger 225, Brüder Keßler 100, Blankstein 60. Ahawath Zion 104, Akademischer Verband: Z. A. V. Bar-Kochba Büchen 7.748, Emanuel Kaufmann 657. Salomon und Fifi Friedmann 925, Philipv Kantor 289, Turnver. Makkabi IX 152, Fannb Weidenfeld 151, Josef Karpf 132, Willy Steepler 123, Simon Mcker, Hermann Gottesmann. Franziska Wrisser, Adolf ^old stein je 100, Dr. Isidor Blatt 86. Dr. Mar Meißner 84, Sidi Godel, Dr. M. N. Gelber 81, Ernst Rolenzweiq 64, Jakob Frankl 58, Marie Harmaun 57, Wilhelm Engler 55, Anna Kkntisch 53, Salo Schmerler, Wilhelm Fiala, Oberrabb. Chajes, Karl Vrager, G. Teitelbaum ie 50, Dr. Leo Goldbammer 104, Gold. Busch 232. S. C. d. Mittelschulverb.: Z. M. B. Jedidäa 211. -7 AtzgerSdork: 294, S. Blaustein 100, Anna Schön 72. Anna Stransky 60, S. Singer 57. — Baden r G. Seidemann 70, Erez Israel 106, Osias Beer 50. — Hakoal» r Schachsektion 300, Z. M. V. Hasmonea r d. Engel 750, Hitachduth : Cafe Franz Josefs-Kai 50, Kulturgruppe XX (Lacher): 510 Samlg. Hochzeit Dachinger d. Lacher-Frl. Feuerstein 220, H. Robitschek 53, Kwuzab Chawerim: 1,008, Samlg. b. Vortrag 66. Katz 70, Samlg. b. Eröffnung deS Praterheims 377, Kwuzah Cherutb : 347, Raphael Mersel 217, Kluqmann 58, Misrachi r Rabb. Jakob Friedmann 303. Sektion Prater: Abraham Zahler 150, d. Tr. Mandl Samlg. Hochzeit Stern 84, Samlg. d. Scharfstein b. Verlbg. Heller-Wachtl 133, Samlg. b. Eröffnung d. Praterheims 343. — Salzburg r 780. — Stockerau: A. Groß 100. — Zeire Misrachi: Samlg. b. Chanukkah-Feier 83. — Zentrale: Zuckermann 50. - Diverser Samlg. b. A. V. Kadimah f. Dr. Scbalit-Hain 1,550, E. T. 100, Mordche Kode 100, Rost- Kanner 321. - Richtigstellung: Ausweis Nr. 4: N. N. 50 richtig . Salomon Frankl, statt Dr. Wilhelm Grauer 60 richtig Dr, Wilhelm Grieß. ne und Kunst. Jüdische MnfiWege. (Aufführung von Mendelssohns „Lobgesang".) Die gemeinsamen Veranstaltungen des Ha ko ah-Orchesters und des Wiener jüdischen Gesangsvere>incs sind leider recht selten; um so erfreulicher, daß sie wohl vorbereitet sind und interessante, schwierige Werke in künstlerischer Wiedergabe bringen. Die Aufführung von Mendelssohns „Lobgesang", der zuletzt vor etwa 20 Jahren in Wien zu hören war. brachte außerdem eine kleine Abwechslung «in das ewige Einerlei unserer Konzerte. Seit seiner Uraufführung in Leipzig im Jahre 1840 anläßlich der vierten Jahrhundertfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst wurde der „Lobgesang" nur ab und zu wieder gespielt, da die umständliche Verbindung von Symphonie und anschließender Chorkantate, der große Umfang des Werkes und der komplizierte Apparat einer häufigeren Wiederholung im Wege stehen. Die Symphonie, welche ungeachtet des wuchtigen Posaunenhauptihemas erst im innigen D-Dur-Gesang des „Adagio religioso" die volle Temperatur erreicht, ist reich an seiner Detailarbeit, die Kantate weist neben manchem, was uns heute veraltet und liedertafelmäßig anmutet, ganz packende Höhepunkte auf wie das dramatische Rezitativ für Tenorstimme „Hüter, ist die Nacht bald hin?", das von Opernsänger M a i k l mit schöner Eindringlichkeit gesungen wurde. Auch das glaubensstarke Sopvanduett „Ich harrete des Herrn", in welchem die junge Stimme des Fräuleins Kwartin neben dem himmelhochschwebenden Sopran der Kammersängerin Forstel tapfer standhielt, zeigt keinerlei Alterscrscheinungen. Mendelssohns „Lobgesang" ging eine anmutige Konzertouvertüre von Cherubim und eine von Professor Völker mit reifer Kunst vorgetragene Orgeltoccata von Muffat voraus. Der volle Saal spendete für das gelungene Konzert stürmischen Beifall und so wurde der schöne Abend zu einem Lobgesang auf den disziplinierten Chor, 'das wackere Amateurorchester und dessen energischen, unermüdlichen Dirigenten Professor S. B r a s l a v 8 k y, unter dessen bewährter Führung Chor und Orchester auf dem steilen Pfade der Kunst immer höher emporsteigen. flb. Valeska Gert. ValeSl 2 Äert, die Tänzerin der Greteske und Karikatur, ist eine Einzelerscheinung, ein Ausnahmsfall unter den Tänzerinnen. Ihre Phantasie reagiert nicht gefühlsmäßig aus seelische Erlebnisse und schafft sie durch Ausnützung aller tänzerischen Möglichkeiten, die m ihrem Körper schlummern, um, sondern sie geht erst durch das Auge auf das Skelett der menschlichen Erscheinungsform, alle Hüllen von ihr lösend und jegliche täuschende Maske herabreißend. Die Tänze, die diesmal auf dem Programm standen, versinnbildlichen einen Ausschnitt aus der Geschichle unserer Zeit. Die Parodie „Variete" formt eine Wedekindsche Gestalt zugleich mit dem Milieu, in dem das Dasein eines Seiltänzers, Jongleurs und Pserdedresseurs sich abspielt. Der „Tango" wird zum Abbild einer Dame, deren selbstzufriedenes Lächeln mit der tänzerischen Bewegung sich bei jedem Schritte vereinigt und dessen Sinnlosigkeit offen-, bart. Ter „Tod", ein Tanz ohne Musik, durchläuft die Stadien des Kampfes mit dem entschwindenden Leben, der Verzückung und des Ausgelösckftiqerdens; der letzte Lichtstrahl gleitet an einen: Körper ab, der bereits in sich zusammengebrochen ist. Der „Sport" ist. eine Travestie auf den All-Round-Athleten, der im Eis- und Skilaufen, im Tennis und Radfahren, im Fechten und Fußball die Krone seiner Betätigung sucht. In der Enthüllung des Wesens der „Kanaille" bietet die Künstlerin ihre technische Meisterleistung. Mit ein paar Strängen Haares auf der Stirn, mit aus Müdigkeit zusammengekniffenen Augen, von Sinnlichkeit durchzuckt, deren Strahlen den ganzen Körper durchlaufen, ist sie der Ausbund der Verruchtheit, frei von abwägbarev Schuld. Die Welt, zu der der tägliche Besuch eines „Zazz- Band"-Konzertes gehört, wird in ein paar Bewegungen in ihrer Einfalt gezeichnet. Tierchen Töne des Orchesters erregen die seichten Geselligleitstrotteln zu festlicher Stimmung und zu steigender Tanzwut. Die Ballerina wird im „Menuett vcrgeführt. Sie ist, ach! so süß, daß das Rosa ihres Gewandes mit dem rosafarbenen Gemüt einen seltenen Einklang bildet. Ob Valeska Gert bei dieser Parodie an unser Staatsopcrnballett gedacht haben mag? Im Tanz „Kino" betitelt sind wir Zuschauer einer Filmaufnahme. Die Leinwand wird vor unseren Augen ausgebreitet, die - Filmkurbel in Bewegung gesetzt und in immer mehr an Geschwindigkeit wachsendem Rhythmus der Körper analog dem Filmobjekte durch den Raum gehetzt. In dem letzten Tanze ihres Programms, der „Espana", einer Satire auf den Torero, der nicht immer im spanischen Gewand einherschreiten muß, trifft der sichere Blick der Künstlerin die Schwäche eines an der eigenen Eitelkeit sich sonnenden Recken und hebt ihn aus dem Sattel. Valeska Gert ist nicht nur ein tänzerisches, sondern auch ein geistiges Ereignis. Wie der Maler George Grosz trägt auch sie dazu bei, eine stickige Atmosphäre von giftigen Gasen zu säubern. Daß sie verstanden wurde, bewies der Beifall des Publikums, das sich mehrere Wiederholungen erzwang. Alfred S a n d t. kill Paris« Komitee für das Wische Natioaalmttse««. Die „Nordan-Marmorek-Sale". — Absendung wertvoller Objekte. Aus Paris wird uns berichtet: Hier hat sich -ein Komitee zur Förderung des jüdischen Nationalmuseums in Jerusalem gebildet, welches im Vereine mit dvr Pariser Novdau-Mavmorek-Gosellschaf: im Jerusalemer Nationalmuseum Sale einrichten will, die den NamSn „Nordau-Marmorek-Säle" twa-gen. Für diese' SA« hat das Pariser Komitee bereits mit der Sammlung von Museum so bikt-n, Dokumenten, Porträts u. dgl. begonnen, welche dem Gedächtnis der beiden verstorbenen zionistischen Führer gewidmet sein soll. Diese Kollektion bildet den Anfang einer historischen Galerie für das Nationalmus-mm. welche dem Andenken bedeutender Julden gewidmet sein soll. Das Pariser Komitee zur Unterstützung des Nationalmusvums sendet jetzt einen neuen Transport von Objekten nach Jcrusalom ab. Darunter eine Bronzebüste des berühmten jüdischen Bildhauers Mark A n t 0 k 0 l s k i sowie sin zweites Orlginalwerk des Meisters, eine Nordau-Büste von Leopold Bering stamm, eine in Bronze und Edelsteinen ausgefühvte Reliefkarte von Palästina von Ruchomowsk: sowie ein Medacllonporträt Novdaus von demselben Künstler. Porträts von Andre Spier, M. Feder und anderen. Uebcrdies hat die Gesellschaft als Geschenk des Pariser Professor H a d am ar der Na- ' tionalbibliothek eine große Zahl von Büchern übermittelt. Haas Aoma-Ausftellung in der Basier KllnWM. Aus Basel wird uns geschrieben: Der Direktor der Karlsruher Kunsthalle, Dr. W. F. Stock, hat in der Basler Kunsthalle den greisen Karlsruher Meister zu Gast geladen, in dem er das gesamte Lebenswerk Hans Thomas hier vereinigt hat: rund 260 Arbeiten sind in dieser Schau vereinigt, Gemälde, Studien, Aquarelle und Zeichnungen, die übersichtlich gruppiert, in einem vortrefflich redigierten Katalog verzeichnet sind. Das Geleitwort hat Thoma selbst geschrieben, in seiner wundervoll ruhigen Art, die die Einheitlichkeit und die Grundmelodie seines Lebens und Lebenswerkes kennzeichnet. Die ausgestellten Werke führen uns durch das ganze reiche Leben des heute fünfundachtzigjährigen Künstlers, von den ersten Anfnägen in seiner Schwarzwalder Heimat über die Einflüsse der Karlsruher Schule und die Vertiefung durch die ftanzösischen Naturalisten Mllet und Rousseau zu dem in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts geschaffenen Kulturkreis in Karlsruhe, dem ähnlich Strebende, wie Bocklein, Leibl, Trübner und Steinhaufen angehörten. Dieser Weg führt bis zu dem Zeitpunkt in welchem Thoma der große deutsche Meister wurde. Sein Werk spricht stark und vernehmlich zu uns. Es ist unangetastet geblieben trotz der Wandlung deS Zeitgeistes und Zeitgeschmackes. Eine Auseinandersetzung über die Grenzen der modernen deutschen Kunst ist ohne Auseinandersetzung mit dem Lebcnswerk Hans Thomas nicht möglich. m. Ehrenpensionen. Der Stadtsenat hat gestern beschlossen, den beiden Schwestern des verstorbenen Malers Gllstav Klimt vom 1. Jänner 1924 an eine,Ehrenpension von sechs Millionen Kronen jährlich zu bewillige:^ Außerdem wurde der Witwe des Bildhauers Ludwig Gloß eine jährliche Ehrenpension von zwei Millionen Kronen und dem Professor Karl Udel von sechs Millionen Kronen gewährt. Ein jüdischer Abend. Es war ein Abend von erzieherischem Wert, den Herr Bernhard Scharrer im Saale der „Scholle" veranstaltet hat. Er zeigte an einem Beispiel, wie ein „jüdischer Abend" gemacht werden soll. Die ostjüdische Seele fcv "m Zuhörer für zwei Stunden nähergerückt, in ihrer Ke ir, Naivität und wehmütigen Fröhlic) ein. Isaak Deutfle> . als Interpret des jüdischen Volkes rüymuchst bekamu. Niemand wie er versteht die jüdische Seele in ein kleines Lied einzrffangen und so lebendig zu, gestalten. Nichts Gekünsteltes an jeiitem Gesang,' dafür aber echte Volkskunst. Frau Weintraub-Graj bringt ihre Lieder mit jo viel