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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-06 · Heft 1787 (6.2.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1787 (6.2.1924)
Date
1924-02-06
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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.. : Mru. Wittvoch Larstellungskrast und Ergötzlichkeit, daß ihr Gesang, mit spärlicheren Mitteln vorgetragen, sich tief emprägt. Hilda D u 11 p kaja har eine urwüchsige frische An und verfügt über Humor. Oberkantor Margulieö Mt es bei seinem'starken Organ, das mühelos vom leisen Piano zu den »höchsten Tönen emporsteigt, nicht schwer, die Zubörcr gefangen ' zu nehmen. Eine andere Art von Genuß bot Frau Mirjam S ch n a b e l - H ö f- H ch durch den Vortrag von Gedichten von Bialik, Czernicholvski und Beer-Hofmamr. Fräulein Betri Fischer, eine überaus talentierte Schülerin von Prof. Wolfson, trug mit viel Verständnis die Paraphrasen . über jüdische Volkslieder und die jüdische Rhapsodie ihres Meisters vor und erntete reichen und verdienten Beifall. — Ein genußreicher Abend. O. K. . , Richtigstellung. Im gestrigen Referat über das Lnstsprel „Am Teetisch" soll es richtrg heißen: . . . wie seine Äe» ganz recht sehr unterstrichen ist. DaS TheatergeschastSburea« Richard Lanik ging nach dessen Ableben in den Besitz seiner Gattin als Rechrsnachfolgerin über und wird von seinem Bruder Rudolf Lanik, der seit 16 Jahren im Geschäfte tätig ist, als Geschäftsführer nach den Intentionen des Verblichenen geleitet. Fraulein Lotte Hollbrandt vom Stadltheater in Meran wurde ab 1. Februar 1924 dem Burgtheater verpflichtet. . Der „Corregi dar" in Hamburg. Hugo Wolfs komische Oper „Der Corregi dor" erzielte in einer Neneinstu-» dierung am Hamburgs rStaditheater einen großen Erfolg, der hoffentlich diesmal dem auserlesenen Werke treu bleiben wird. Busonis opera bussa „Arlecchino" wurde in Weimar und Erfurt mit großem Erfolge ausgefübrt. In Weimar folgte auf die Wiedergabe dieses Werkes Schreckers „Tanzspiel" und Max Negers „Balletsuite op. 130 in szenischer Fassung, in Erfurt der veristiscke Einakter von M o u l e o n e „I l M i st e r o" (Das Passionsspiel). Fritz Cortolezzis „Das verfemt« Lachen" . ein höfisches Spiel, zu dem Beatrice Dovskh das Buch geschrieben hat, fand bei seiner Wiedergabe am Rosiocker Stadttheater die! Beifall. . Eine Lenin-Kantate. Der russische Dichter Valerius Brijussow hat eine Kantate auf den Tod Lenins gedichtet, die von dem Komponisten Bagrinewski vertont wurde. Ei« Theaterskaudock in Paris. Bei der vor einigen Tagen Äurchgeführten Generalprobe eines neuen Stuckes von PauT Ratznal. .Das Grab unter dem Triumphbogen", kam es in der Comedie Francaise zu einem aufsehenerregenden Skandal. In dom Stücke werben Vater und Sahn in der Auffassung über den Krieg und die Gefahr der Front einander entgegengestM. Das französische Bürgertum verwahrte sich gegen die Rolle des Vaters, besten Ansichten die Anschauungen des Bürgertums verdolmetschen sollen. Die Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn, der in den Herbst« 4asien 1914 von der Front nach Hause kommt, war es, die den Sturm entfesselte. Die .Kritik wollte Hem Autor <pr HU« Hammen und erklärte, daß die 'beanstäwdeien Stellen bei der ersten Vorstellung eliminiert würden. Rahnas wollte jedoch von einer 'Kürzung nichts wissen. So war der Skandak «nvermeiblich. Aus de» Theatern. Im Burgtheater gelangt Donnerstag. 7 Uhr, hat LMp'el „D i e Katakomben" von Gustav Davis zur Äufführung. — Montag. 7 Mr. bei aufgehobenem Jahres- und Stammfitzabonnement, kein Kartenverkauf, Caldrrons Schausviel .Der Richter von Zal am e a" gegeben. Anfang 7 Uhr. VolkSover. Heute eröffnet Aleffanbrv B o n c t sein WeiaöendlicheS Gastspiel alS Richard im .Maskenball". Die Direktion bat in der Vienna-Bücherstube, 1. Bez., Boonergasse 4. eine neue Tageskasse errichtet, in. der die Karten zu Originalpreiseu von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends zur Ausgabe gelangen. Telephon: 89-2-27. Deutsches Volkstdeater. Samstag Uraufführung von Paul Werthrimers Schauspiel in drei Akten und einem Vorspiel „M enschenvonheute". K a m m e r s p i e l e. Heute im Rahmen der Nachtvorstellungen Äastauitreten Maria O r s k & als Charlotte in Verneuils a r u s s e l". Den Lneien spielt Johannes Riemann, den Jacaues Paul Morgan. Neues Wiener Stabttheater. Freitag 50. Aufniürung der Operette .D a S W e i b i m P u r p u r" mit Erika W a g, n e r in de: Tüelrolle. Raimu.n d t b : a : e r. Sonntag. 11 Uür vormittags, Erstausführung von Toilers „H i n k e m a n n". Die restlichen Karten an den Kassen oes Raimundtheaters. ' : Johann Srrauß-Theater. Sonntag deck 10 d. gelangt ,S a.j a z z o s Abenteuer" zur 50. Aufführung. — Nachmittags, 3 Ubr. gastiert Raou! Aslar. h der ie Fvrsterchrift 1".; Ronrertnachrichten Die in dieser Rubrik veröffentlichten Notizen find rnitzeliliche- Ankündigungen. - Heute Mittwoch, abends 7 Uhr. findet im Mittleren Kon-i gerthauKsaale der Solo-VtalinabLnd Gustav WLurer statt. Zur Aufführung gelangt das viokinisiische Longemelde „Siegfried" für Violine allein. Sitze vergriffen. s Heute Mittwoch, abends 7 Uhr, gibt Ce# Birstrnfeltz seinen Klavierabend, im Kleinen MusikdettinSsaale. Restliche Karten an der Kouzerikaffe G u t m a n n nnd an der Abendkassr. Für bas am 5. d. im Großen Konzerthaussaale srattfindendtz' Konzert des Kammersängers Le# Slrznst müssen die auf den 5. b. (Großer Musikvereinssaal) lautenden Karten bis längstens morgen Donnerstag an der Äonzerrkasse G u i m a n n umgetauscht werben. fUeftottir# Donri wird in seinem einzigen Konzert, welches am 12. d. im Großen Konzerihaussaale fiattfindet, unter anderem Arien u8a,Gioconda" von P o n ch r e l l i, „Martha" von F l o t o w sowie alrilalienische Gesänge von Glu <2, Tirindelli und G i o n ch i n o Rossini zum Vor-/ trag bringen. Am Klavier: Erich Meller. Wenige restliche Karten an den Konzerikassen G u i m a n n und Heller. Das Programm für das erste .Konzert des Ge#eik«D«a»o ktkls (15. d.) im Kleinen Konzertbaussaal lautet: S m e i a n ai ..Aus meinem Leben", Streichquartett; Fünf böhmische Tänze, Prof. JiHerman; Trio 6-Moll, op. 15. Karten an der Äonzertkasse G n t m « u n. Qreft Wiesenßhal hat ihre Schule im Festsaal de- Piaristenkonvikts, 8. Bez., Piaristengasse 45, eröffnet. Einschreibungen und Kurse für Mädchen, Knaben und Erwachsene täglich von 3 8 Uhr. Hs»t< Dortrag des UniversitätSprofessorS Dr. K. ( S ch n e i d e r im Neuen Saale der Burg. Einzelne Karten b der Abendkasse der Burg („Mmica"). DtElro Mazztnt kommt morgen am 7. b. um 6 Uhr fti «tz Westbahnhof an. Das Konzert findet am 10. d. im Groß« Muktvereimtzsaale ügtt. Keine Freikarten. (.Mufiea*.) festem* «erichtrsaal. #« «rtrugrprvnß les „fraftflot' Wetz. Die Bankbeamten mache» »ntereivander SeschSfte mit de» Balnten der Bank. In der gestrigen Verhandlung des Prozesses gegen den „Professor" W e tz und seine Komplicen wegen Betruges an der Lombard-- und ESkomptebank und an Privatpersonen kamen bei den Verhören der Angeklagten verschiedene interessante Einzelheiten zur Sprache. Dar Angeklagte Wetz erzählt bei Besprechung des Betruges an der Bank, daß er auf eigene Rechnung zu spekulieren begann, da all« anderen Angestellten dies taten. Bors.: Es heißt doch, daß den Bankbeamten das Spekulieren auf eigene Rechnung verboten ist? — Angek l.: Ja, ich habe von so einem Verbotet was gehört, aber niemand har sich daran gehalten. — Bors.: Sie haben sich dann von der Barck 206 Millionen cuS« geliehen und einen ungedeckten Scheck als Deckung gegeben. — An gekl.: I-a. — Staatsanwalt: Sie wußten aber doch, baß der Scheck nichts wert war? — Au ge kl.: Ich halbe gehofft, daß alles geordnet werben kann. HoraoÄ hat mir öfters Valuten gelieferr, indem er mir sie aus de« Valutendepot der Bau! ousfolgte, so auck »imwal 1600 Dollar. — Vors.: Und Sir haben ihm wertlose Schecks gegeben, die er ins Depot gelegt hat. Schöne Zustände waren daS. Die Bank hat geglaubt, sie hat gute Valuten, bitjf-e werden von einem pflichtvergessenen Beamten herausgenommen und dafür wertlose Bons eingelegt. — A n ge k l.: Bei den Baute» liege« viel« Baus. Der Bankier Benedikt Reifinger hat mir Valuten geliefert, obwohl er wußte, daß sie nicht für die Bank bestimmt waren, sondern für mich. Er hat auch höhere Beträge verlangt, als sie je die Bank verlangt hätte. Nun behauptet er, daß ich ihm 250 Millionen schuldig bin. Ich habe der Bank 636 Millionen ausbezahlt. Hätte ich das nicht getan, hätte die Bank die Gehalt« nicht zahlen können. Der zweite Angeklagte Storger erklärt sich unschuldig nnd gibt an. Wetz habe rhu veranlaßt, nach Wi<ener-Neust-qdt zu fahren und von dort daL angebliche Telegramm aus Brasilier abzusenbrn, in dem die Echtheit der falsche« Schecks der La Plata-Bank bestätigt wurde. Der dritte Angeklagte Zdimora ist üereüs wegen Banknoienstempcrfälschung zu drei Jahren in der Tschecho- Slowakei verurteilt. Er hat diese Strafe in Prag abgesessen. Auch er' erklärt sich als nichtschuldig. Der viert« Angeklagte Horacek gib: zu, baß er dem Wetz die 1000 Dollar aus dem Valutcnbesitze der Bank aus zwei Tage geliehen habe und erklärt, es fei «ichts LugewShvliches ia der Bank gewesen, daß Valuten ans Depots vorübergehend entnommrv wurden. \ Der Erfinder brr freie» Eh«. Der in der. ätzten Zei: als BsgWnder der sogenannten freien Eh? des Öfterem genannte Sprachlehrer Dr. Friedrich Ha fr klagte die Eheleute. Berg, bei. denen er als Urrtevmietor wohnte und die chm im Verlaus-? einer Sirertes gekündigt hatten, tveaen EhrenibeleiÄigUlN'g, weil sie' vor' Gericht ausgesagt hat-ien, daß er sich mit Wahrsagerei befasse. Die Gecklagen gaben an, wcchvheitsgenräß die Frage des Richters: nach der Beschäftigung des Klägers bea-rüworvet zu haben. Der Kläger, ein älterer Mann mit -wallendem, weißein Bqr:, anitvortet« auf di« Frage nach seinem Beruf: ,^sch befasse, mich mir Graphologie, HeiratÄoenmitrluna. GedankenkonAentraiion. Phpfik. Mathematik und mit der Erteiürng von Sprachuniericht.^ Äuf di« Frage des Richters, worum di« GedawLenkonzernrarion beftche, erwiderte der Kläger. Paß «r die Gedankeyfb.rcht feiner Schüler zu bannen suche, den Geist und Gchanken der jungen L?rrte. die «r unterricht«, wecke und schärfe. Heber seine Tätigkeit ails Heiratsvermittler befragt, erklärte der Kläger, daß er sich mit dem Stiften der Edn a uf graphologischer Grundlage 'befasse. Ebewe'rbrr werden von ihm aufgefordert. eine größere Schriftprobe Zu machen und aus der Vergleichung der Schriften ersehe er. dann mit Hilfe der graphologischen Wissenschaft, welche Leckt«-zu einander passen. Er selbst sei nichr der Evsinder der. freien ^e. sondern nur der .Konfipiem des Verfahrens. Der . Verteidiger legte einen von Dr. Haft an die Eheiverber borgelegten Fragebogen dor. in welchem om« gau-ze Reihe 'von Fragen betreffend ihren GesundhettSzufLand und: ihr« Cha« rakiereigenichaften gestellt wird. Sie werden darin unter anderem gefragt, welche -ihre LicblinMpoisen sind. , ob sie Theater^ Variete oder Zirkus bevorzugen, wer mr« LiMings- . Pichler sind u. dssl. m. Der Richter sprach das Ehepaar Berg von der-Anklage -wegen Ehrenbeleidigung frei mit der Begründung. daß sie mit der inkriminierten Aeußeru-ng lediglich di« Gesarnttätissteit des Klägers ihrem Enripfmden nach bezeichnen wollten. Der Kläger nreldete den Freispruch die Berufung an. - Ein merkwürdige Klage. Ein junges VLädchen. Fräuleip Leopoldine S., saß in einem Parke, wo sie von einem älteren Herrn belästigt wurde, der sie in unanständiger W'e i s e z u berühren und zu küssen versuchte. Sie -gab khm einen Stoß, wodurch er den Oberarm verletzt«. Den Bekannten erMlteer, er müsse den Arm in -der Schlinge tragen, da er über die Treppe gestürzt sei. Die Polier erfuhr jedoch von dem Vorfall und erstattet« gegen das Mädchen die Anzeige 'bei der Staatsanwaltschaft, di« die Klage >nach § 335 St.-P.-O. erhob, d. ■ b: das Fräulein S. hätte bei dem Stoße darauf zu achten gehabt, daß daraus nicht eine Gefahr für das Leben oder die Gks-uiwdheit des Betreffenden erfolge. Es ist dies einer.der Fall«, von denen der gÄvcsen« Staatsanwalt Dr. Forman-Ä sagt, daß sie nicht zu einer Vechandlim-g Dhren sollen, da die KlagserheAmg unbegründet sei. Beqirksrichter Dr. Müls er sprach die Angeklagte natürlich frei mit der Begründung, e§ s-ei selbstverständlich, daß vinem Mädck)«n^ -das in unzüchtiger Wesse von einem Manne belästigt werde, das bedingungslose Recht der Abwehr zust.he. Auch konnte die Angeklagte nicht voraussehen, daß der Mann zu Boden LtÜAen und den <S«n brscherz wsvd». 6 Febmar 1924 Rx. 17^ Solfsttiit. Gestempelte Krone — 0.0081V* «»ntfiuff Anriahlung Me» — st.VM tzentlmer. I« Zürich notierte 5./A I./2. ’ di« österr. gestemvelte Krone . V „ » 0.0081V* 0.0081*/« die österreichische Krone 0.0081 0.008125 die tschechische Krone. 16.66% 16.67*/» die Mark ..pro Milliarde 215.65 216.— New-Rork 574.50 573.50 Sonbos 24.73 24.67 Pari» . ... 26.60 26.75 Mailand 25.15 25.07 Belgrad ■•••••»•»•••« 6.75 6.75 Bukarest ,,,«,»»»»»«» 2.97 2.97 Sofia.. . » . 4.15 4.15 Budapest •••••«•••••• 0.0201 0.02 Alarfchau •«••(••••••* -ke MMaftrlage in der Mecho-Slowakei 1923. Prag. 2. Februar 1924. Rach der Dsflationskrise im Jahr« 1922 mychtc sich mit. dem neuen Jahr« eirre zunehmende Besserung bemerkbar, die durch deu im Zusammenhang mit der Ruhrak:ion stehenden Ausschwung der Industrie, namentlich der. Schwerindustrie, beschleunigt wurde. Die Konkurse, di« im Dezember 1922 ihren Höhepunkt erreicht hatten, gingen in den folgenden Monaten der Zahl rrach wesentlich zurück. Auf dem Kohlenmarkt wirkte die Ruhraktion allerdings nur auf die Steinkohlemeviere belebend, während die Braunkohle unter geringevrm Absatz uach^ Deusschland zu leiden hatte. Ob die Besserung für Stettckohle, die Mitte des Jahres durch die Herabsetzung der Förderungskosten nach mehrwöchigem Streik von neuem eingesetzt hatte, im neuen Jahre weiter anhalteu wird, ist ziveiftlhafi, wenn auch die aus dem Rückgang der Löhne und der Kohlensauer sich ergebende Herabsetzung dar Preis« im allgemoinen eine Ermäßigung der Gestehungskosten und dadurch eine bessere Beschäftigung überhaupt ermöglichte. Die Eisenindustrie weist eine Ausfuhr auf, die derjenigen der Vorkriegszeit gleichkommt, und man erwartet, selbst wenn die Ausfuhr in nächster Zeit etwas zurückgehen sollte, erhöhten Bedarf des Inlandes. Das gleiche gilt für die Textilbranche, die anfangs noch unter den Wvrkungen der Deflationskrtjis litt, dann aber in Gm¬ und Ausfuhr erhebl-ich größere Ziffern zeigt, vin Beweis für eine regere Beschäftigung auch in der Industrie. Die Zahl der Arbsitslofcn hat sich angesichts dessen von 130.000 Ende 1922 bis auf 200.000 Ende 1923 verringert. Der Geldmarkt stand im verflossenen Jahre im Zeichen starker GsldflüssiMt. hervorgerufen namentlich durch den Zufluß auslärrdifchen Kapitals in den ersten Monaten. Später erfolgte ein Rückfluß dieses Kapitals und dadurch ein« dauernde Abnahme der Devisenreserven. Die Deflationskrise hatte ein« Aeuderung der Kveditverhältnisse zur Folge gehabt, nötigte infolgedessen zur Vorsicht, insbesondere zur Beschränkung alter Kredite und machre die Gewährung neuer Kredite vielfach unmöglich. Die Abnahme dor Devv-enbestände ist an . sich ein Zeichen zur Rückkehr norrnaler wirtschaftlicher Berhäldnisse, während man noch im ersten Halbjahr eher, besorrderstm Ausland, ein Steigen der Krone erwartet hatte. Zum Schluß >des Jahres machte sich ein« Spannung auf dem Geldmsvkt fühlbar, die einerseits in dem Zurückziehen ausländischer Guthaben-, andeverseirL in der Bezahlung von mehr als einer Milliarde an Raten auf die Bermögensabgabe ihren Grund hatte. Eme Erhöhung der offiziellen Rate war jedoch nicht erforderlich. Drei Banbrn mußten infolge diefsr außergewöhn^ - lichen Geldverhältnisse ihre Zahlungen umstellen; stavLe Engagements in neueren Unternehmungen sowie der Grnftuß der WahrungskvisiL waren die uinmittelbare Ursache. Die Erscheinung, die namrgemäß weitere Kreise in Unruhe versetzt hcitte, blÄb jedoch nur ein« vorübergehende. SestrrreMsche Nlüionslbmk. Einführung einer Eskomptegebühr. — Dividende 8Z Prozent, zahlbar in Dollar oder Krone«. I Der GeneraLrat der Oesterreichischen Nationalbank,! welcher sich gestern unter dem Borsitze seines Präsidenten Bundes-- minister a. D. Dr. Richard Reisch zu seiner ersten diesjähriger. Sitzung versammelte, nahm zunächst den Geschäfsbericht des Generaldirektors zur Kenntnis und ermächtigte das Direktorium nach dem gestellten Anträge anläßlich der Eskomptierung von bloß mit zwei Unterschriften versehenen Wechseln, die eine mehr als Mägige Laufzeit haben, eine Eskomptierungsgeöühr von zwei Prozent pro anno pro rata temporis, auf die ganze Laufzeit der erwähnten Wechsel berechnet, einzuheben. Der Generalrat hat ferner den Bericht des Generaldirektors über dmr Rechnungsabschluß pro 1923 zur Kenntnis genommen und die in der Generalversammlung einzubringenden Anträge über die Gewinnverteilung vorbehaltlich des Ergebnisses der Prüfung des Rechnungsabschlusses durch die Rechnungsprüfer genchmigt. Hiernach wurde die Ausschüttung einer 8,8 prozentigen Dividende in Aussicht genommen, deren Auszahlung in Dollar — nach Wunsch der Aktionäre auch in Kronen zpm Dollargeldkurs — erfolgen soll. Ueber den Entwurf des Rechnungsabschlusses wird nach Prüfung durch die Rechnungsprüfer noch eine weitere Mitteiilung Nachfolgen. / '

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