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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-02 · Heft 1784 (2.2.1924) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1784 (2.2.1924)
Date
1924-02-02
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Nk- . Wien, Samstag Wiener Morgenzeiturrg. 2. Februar 1924 Seite 18 n 0 P [ Bl R I ( H T Die Moderedonte. Bemerkungen über eine Enttäuschung. Schon ein einziger Blick über das Gesamtbild brachte prm Bewußtsein, daß die heurige Mo-ke-^edoute keine Fortsetzung der vorjährigen war, geschweige denn ein Aufstieg. Vielleicht, daß die großen Energien, die für das' Theatre pare aufgewendet wurden, hemmend wir'ten, und sozusagen eine Atempause forderten. Zunächst sei festgestellt, daß der große, vornehme Stil fehlte, der für die Wiener Mod eredaute charakteristisch war, und der sie für Veranstaltungen dieses Genres hinausheben soll. Die erstklassigen Modellhäuser glänzten teils durch Abwesenheit, teils durch ganz vereinzelte Kleider, die nur hie und da unter den konventionellen Durchschnittsabendtt-idern auftauchten, obwohl man von einem quantitativ sehr reichen, qualitativ armen Besuch,sprechen konnte. Die Jury hatte keine leichte Aufgabe, die paar „Prominenten" Rosinen herauszuholen. .Es fehlte die noble Note im Arrangement und im Detail, esfehlte der aparte Zuschnitt, der sonst bei Wiener Spezialveranstaltungen dominiert: Die Masse mußte es machen. Ein weiteres Herabgleiten von diesem Niveau könnte sehr bald die Wiener Modellkunst diskreditieren. Insgesamt wurden ungefähr 60 Modelle vorgeführt, die eine Vorschau über die Frühjahrsmode hätten bedeute» sollen. An Kostümen und Hüten sah man einzelne nette Stücke, von größerer Wirkung waren CovercoatmLntcl mit den jetzt aktuell gewordenen, bunten Tüchern um den Hals, die bereits in das Budget jeder Dame eingestellt sind, an Pelzjacken apres le saison Seehundjacken mit amerikanischem Opossum und Leopardjacken, als Abendumhang kurze, aparte Hermelincapes, Sealjacken mit schwarz-weißem Affenhaar und für die Straße elegante Naturbisammäntel. Bon Abendkleidern, war das Stilkleid sehr reich vertreten. Der Luxusschuh feierte Triumphe auf allen Linien. Der Schirm war im Farbenton den Kleidern angepaßt. R. Menczel. 4- Der Jury gehörten an: Photograph Franz Löwy, Maler Hans N e u m a n n, Zeichner Hans K a h a n und die Modeschriftstellerin Mizzi Neumann. Prämiiert wurden: Filmschauspielerm Lore Wiegand -- ein rot abschattiertes Tüllstilkleid mit ganz enger Taille, Rock aus schmalen Tüllvolants, der Clou der Saison aus dem Modellhause Farnhammer; Helene En gl er-Eise »buch — blaueS^Stilkleid mit eingewebten Goldrosen, ebenfalls F a r nha MM er; .Paula Marbach — Brokattoilette, in sogenannter Pariser „Opera"-Farbe (Modellhaus Schütz); Edith Beck in duftigem Jungdamenkleid (Maison Geiringer; ferner die Damen Jda Bngno, Helly Weiß. ,Anny Hornik, Baby Wei ß, Hansi Ger me, Lizzi Köck und die Budapesterin Lily Palfy. C'ammtr masquö. Der Titel dieses im Modernen Theater aufgeführten Stückes könnte auch die Devise für eine Redoute sein: mondänkulis'engeheiinnisartig, intrigant, stimmungsvoll. Eine intime Operette auf intimer Bühne für ein intimes; Publikum. Hierin liegt der Reiz und hierin lieft auch die Möglichkeitans Farben und Linien aus der Szene Wirkungen zu erzielen, die sonst nur innerhalb des Rahmens eines Salons möglich sind. Was zunächst an den Bühnenkostümen überraschte, war die Abkehr vom Konventionellen. Man sah, daß hier viel Verständnis und Sinn für Ori-, ginaleS am Werke war. Zunächst im ersten Akt Schöpfun-. gen der Wiener Wer kstatt'«, und zwar Morgenjäckchen und Wäsche, sehr dankbar, wie denn überhaupt ' das' Ankleiden im Bühnenbett einen aparten Reiz hat. Einen scharf umrissenen Entwicklungsgang nach dem Osten in bezug auf die Mode konnte man im zweiten Akt konstatieren, in welchem sich ein sogenanntes indisches Gartenfest abspielt. Ueberwältigend war d'e Farbenpracht auf Kostümen und Dekorationen, der orientalische Charakter, bühnenmäßig stilisiert, ohne zu karikieren, war sehr gut getroffen; prunkvoll der Kopfputz der Lea Seidl, besonders originell vom Kopf bis zu den Tanzbeinen Lucy Kies e lhausen. Man spürt ganz deutlich, daß der Stil der Bühnenbilder und der Bühnenkostüme russischen Charakter angenommen hat, was auf die Tätigkeit der russischen Künstler mit ihrem unerschöpflichen Ideenreichtum zurückzusühren ist. Im dritten Akt tritt nochmals die Wiener Werkstätte 'mit ihrer Eigenart hervor: Ein Teagown aus Crepe de Chine mit abschattierter, grauer Fedcrneinfassung, - kleidsam, und elegant in der Linie wirkende Erwähnenswert sind noch die schwarzweißkarierten Stubenmädchenkostüme.^ endlich etwas, das von der Einheitsdreß „Schwarzes Kleid. — Weiße Schürze" abweicht, r. in. Man tanzt. Das £an;jtit höret nimmer auf, und daher auch nimmer die Sorge um das TanMeid, das ist die Schnsncht, stets neu zu sein. Don ihr kann sich weder das Mädchen nach die junge .Frau .emanzipieren. Für -einen zarten, schlanken Blondkopf läßt sich beispielsweise ein TanMerd komponieren: gelber Brokatgrnnd, überworfen mi-t weißem Tüll, der das Arrangement sehr duftig macht, was durch die weißen Maraboneinsassungen noch verstärkt wird, das Ganze 'belebt durch Silhwborten, die in entzückende Louis ' Quinte-Maschen enden. Die brünette Dvme soll ein Kleid in orientalischem Stil wählen, charakteristisch'durch eine vom freien Arm bis zum Fußknöchel reichende straffe Linie, Material' ans dunkelleuchtendein Charmeuse, Fkittertaille; in gleicher Farbe, während die oben erwähnte markierte Linie aus Crope Georgette besteht. Die seitwärts geworfene Schleppe wird die Schlankheit der Figur nur noch erhöhen. ' r. m. - Obenstchendö Kleider aus dem Modellhaus C. Bojto, 1. Bez., Kärntncrstraße L ^Coiffuren nid Perücken. Für jede junge Frau kommt der Augenblick, in welchem sie ihr Haar der Mode opfern möchte; denn noch immer ist das geschnittene Haar, die Note der Saison. Aber nicht jede hat den . Mut dazu, weil auf ihren Lippen die Fragen ' stehen: Wie wird' es mich kleiden und — was dann . . .? Die Verlockung ist groß, aber ebenso groß ist die Gefahr, daß man nicht weiß, in welcher Art man den Kopf zum 'Wesen und zur Linie der Trägerin abstiinmen soll. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß die Sorge um die Frisur beim gestutzten Kopf beseitigt ist. T«dr Haarkünstler sieht sich trotzdem vor das Problem gestellt, das ihm anvertraute Haar individuell zu behandeln. Der Varianten gibt es viele: Den glatten, englischen Pagenkopf, den sich nur das schmale, zarte Gesicht leisten kann, den in der Mitte gescheitelten Wuschelkopf, der der Wienerin sehr gut steht, und schließlich den zwischen diesen beiden liegenden Typ, bei dem die Naturtvelle des Haares die' Modellierung des Kopfes bestimmt. Dort, wo der Mut des Entschlusses fehlt, greift man zur Perücke. Die heurige Saison hat die Kunst des Perückenmachers zur Blüte gebracht.. Jeder Tanzfestabend bringt hier neue Ideen und -neue Ueberraschungen. Die weiße Perücke ist dominie'e.'.d: sie versteht zu schmeicheln, sie kcrrigierl geschickt das Alter der Trägerin, sie zaubert unbewußt einen Kontrast hervor, der sonderbarerweise die Freiheit der Bewegung und den Reiz erhöht. Aber beide, Naturhaar und Perücke, erfordern eine Vervollständigung der großen. Toilette. Eine prunkvolle Vervollständigung bietet der prunkvolle Schmuck: Ein Solitärenband oder eine ..Perlenschnur um die Stirn, kostbare Paradiesflanken, zum -Kleid passende, buntgcstickte Bandeaux mit orientalischem Zuschnitt, mit echten Steinen gezierte, breit ausladende, kronenavtige Haarkämme; . für den Jungmädchenkopf apart stilisierte Kränze. Der kurzgestutzte Kopf, wird sich noch lange Zeit behaupten, daran haben die Trägerinnen selbst das lebhafteste Interesse. Und die Perücke? Auch sie wird ihren Platz behaupten, da sie sich nun einmal als Gegenpol zum zierlichen Fcrmat des ku rzgcschnittenen Pagenkopfes herausgebildet hat.- .. R. MeneLel. Der Fächer als Balltasche. Es war immer eine Schwierig* keit für die elegante Dame, die sogenannten Petits riens, wie Puderquaste, Lippenstift, Spihentaschentuch u. a, bequem uind unauffällig unterzubringen. Bish'r bediente man sich eines ausgesprochenen größeren oder kleineren Täschchens, das sowohl beim Tragen wie beim Tanzen unpraktisch und überdies schwer und plump war. Das gerade in solchen Dingen erfinderische Paris hat nun eine neue Spielart kriert: Ein Straußfedernarrangement, das als Griff eine Bondrosette besitzt, welche sich durch einen Druckknopf öffnen läßt und die erwähnten Petits riens beh rbevgt. Beliebt sind auch aus langen Straußpleure-usen gearbeitete Taschen, die gleichzeitig als Aufputz für das Kleid verwendet werden können. Diese originelle Neuerung wird gewiß bald auch in den Wiener Ballsälen und UnteichaltnngsetMiss">ments zu sehen sein. r. m. Die Ledermode. Leder ist nach wie vor Mode, wenn auch . nicht in dem Ausmaß wie in der vergangenen Saison. Im allgemeinen waren die Erfahrungen, die man mit Leder in der Bekleidung gemacht hat, nicht sehr erfreulich, und zwar deshalb, weil auf die Qualität zu wenig. Rücksicht genommen wurde. Material, erstklassig präpariert und gefärbt, wird auch unter Einwirkung von Sonne, Schnee und Regen nicht leiden; daher darf für Lederwesten, Lederjacken, Lederhüte nur das Allerbeste verwendet w'rden, damit diese schöne Mode nicht diskreditiert werde. Besonders beliebt ist jetzt bei Sport kostümen Leder für P a s s e p o i l e s in allen Farben. Diese wählt inan besonders lebhaft, am bevorzugtesten erscheint Terrakotta. r. m. Briestaste» des Modrbericht. Semmering. Wir ziehen Griffe aus Elfenbein vor. Neu- Variationen in Griffen aus qestocktenem Leder. — Skhlagwort. Stilkleider verlangen allerbestes Material. mmmmmmmmmmmaaammmammuBBmmKKmmmmmmmBuam SPITZER & MARKUS II. HOLLANDSTEASSE 1 ATELIER für feine englische vornehmeDamenmode Herrencarderobe Kostumeu. Strassen-Kleider vornehmsten Genres in feinster Ausführung . Komplette Brautausstattungen WASCHE-SAtON Q). CZ$J2eas aJ nur l, Kohlmarkt 3. Alte Wiese Vollständige Babytrousseaux mm VHPURGG.5 GKENÜBfß KM DEUTSCHEN. VCUWiLKftS. Vornehme Bfökdt* and <Abendschuhe JVißrtJ. JOiMpretmarkl 2. tjfflcdeles i * gegründet 1884 * ♦;.J O 1 H .A N N;;Ä /. iAeetisätoi« ü.:, s.' '.o .v.h - n; : . ROTE NTURM STR. Erzeugen als Spezialität: Mieder, Gürtel und Büstenhalter aus Gummi, Trikot und feinsten frans* Stoffen flebes. Koslümes.Manteau^ feagowns et Peurrtjuv* 'Telefon., 65373. 2)rs neuesten Modelle "in grossen Slbend- und Stilkleidern A

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