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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-02 · Heft 1784 (2.2.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1784 (2.2.1924)
Date
1924-02-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Men, t&tnV'r» SSitrt Movften-elrrrna. •nn«n jvä£ 's'ixo ^p*v MENORa h faVJTRATED MONTHLY FoR THE lEWlJH HOME Illustr MonatcchriftFur Die Jüdische Famiue DARF IN KEINEM JÜDISCHEN HAUSE FEHLEN beqOnstiqtgr bbzuqspREts FÜRABONNENTEN DER WIENER MORGEN ZEITUNG ] ÄHR LI CH 100.000 KKONEN BESTELLUNGEN AN DIE ADMINISTRA¬ TION DER „MENORAH“, WIEN, IX. BEZIRK, BERGOASSE 31 ODER AN DIE ADMINI¬ STRATION DER WIENER MORGENZEITUNG WIEN, II. BEZIRK, TABÖRSTRASSE NR. I Sie krtzressungen des mazedonische» Komitees a» de» bulgarischen Zudeu. Das bulgarische Pveßbureau in Paris veröfssnMcht eine EÄlärung, in der die vrn uns veröffentlichten Nachrichten über die Bedrohungen und Erpressungen an den Juden in Bulgarien und Mazedonien seitens des revolutionären' Komitees zu dementieren'versucht wird. In der betvesftnden Mitteilung wird gesagt, die jüdische Bevölkerung Bulgariens genieße den vollen Schutz der Gesetze und denke gar nicht daran, das Land zu verlassen. Hierzu wird der Jüdischen Telegraphenagentur von ganz zuverlässiger Quelle mitgeterlt: Es tft wahr, daß die jüdische Bevöllterung in Bulgarien, die stets ihre Loyalität gegenüber der Regierung und ihr warmes patriotisches Interesse bewiesen hat, bis m die letzte Zeit hinein die weiteste Fmchort genossen hat. Es ist aber auch nicht weniger wahr, daß die mitgeteilten Ta sachen absolut richtig sind. Es läßt sich nicht bestreiten, daß das ma.zed oni sche Komitee die jüdische Bevölkerung Bulgariens terrorisier! und mit schweren Strafen bedroht, wenn die verlangten Geldsummen nicht binnen kurzer Zeit geleistet werden. Allein die Juden Sofias wurden mit einer Kontribution von 20 M i l l i o n e n; L e w a belegt. In ganz Bulgarien und Mazedonien haben 137 0 Inden Droh- und Erpresserbriefe des Komitees erhalten. Schwer bedroht wurden besonders die J.'drn in Varna und Philippopel. Die gesamte jüdische Bevölkerung Bulgariens lebt in einem ' Zustand unerträglicher Panik. Mehrere angesehene Juden sind bereits geflüchtet. andere bereiten sich zur Flucht vor. Es ist ferner auch wahr, daß die bulgarische Regierung nichts unternommen hat, um die jüd.schen Bürger zu schützen. Die Minister, an die sich die jüdi chen Ver'reter gewendet haben, erteilten zweideutige Antworten und suchten sich ihrer Pflicht zu entziehen. Dabei weiß man. daß die Regierung es in der Macht hat, die Mazedonier von terroristischen Akten abzuhalten. Wmn in Bulgarien nicht ein anderes System emgroift, sind die jüdischen Geme-'mden vom Untergang bedroht. Bnnbervelde neuen de» Fmver^lismnr. Marseille, 1. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Gestern vormittags ergriff auf dem Sozialistenkongrcß Bande rvelde im Namen der belgischen Arbeiterpartei das Wort. Gr erklärte, die imperialisti'ch'e Politik habe zur Unterdrückung der Demokratie geführt. Musiolinis Behauptung, daß der Sozialismus überall Schifsbvi'ch gelitten habe, sei aber ein Irrtum. Ueborall sei der Sozialismus aus dem Vormarsch und nichts wecke ihn aufhalten. Wenn Vandervelde zwischen der russischen Revolution und der Diktatur zu wählen hat»e, so würde sr, trotz der Fehler d:s Bolschewismus. dii'sen Wahlen. Der Sieg der Arbeiterpartei in England Word: dazu beitragen, in Europa dm Frieden wiedrrherzustellen. Dem Siege in England nuißtcn aber bald ähnliche Siege in anderen Ländern folgen. Das französische Proletariat sei als nächstes berufen, dem Beispiel der englischen Arbeilerpartzi zu folgen. Im Namen der englischen Arbeiterpartei sprach sodann Robert Williams. Die englische Arbeiterpartei. di« im Jahre 1900 nur zwei Abgeordnete im Parla. ment besaß, verfüge jetzt über 191 Unterhaussitze und fünf Millionen Stimmen. Indem die Arbeiterpartei die Regierungsmacht übernommen habe, lade sie eine große Verantwortlichkeit auf sich. Sie werde den Sozialismus nicht in naher Zukunft verwirklichen, aber b.'strebt sein, den Frieden zu sichern. DaS englische Proletariat sei mit dem französischen darin einig, daß di« wichtigste Aufgabe für Europa gegen«* wärtig die Schaffung einer internationalen Solidari.ät sei. Kein Voll dürfe als untergeordnet beiseite gestellt werden. Sie Sitzung der zionistischen Aktionskomitee,. London, 1. Februar. (I. T. A.) Wie die Exekutive der Monistischen Organisation mittoilt. wird hie Ätzung des Großen Aktionskomitees der Zionistischen Organisation am 4: März in London statt finden. Das japanische Parlament aufgelöst. .Tokio, 1. Februar. (Tel. d. „Wr. Morgenzeituna") Die japanische Kammer ist a u f.g e l o st worden, da die Regierung sich der. Gefahr eines Mißtrauensvotums ausgefetzt sah. Tie Mitglieder der Oppositionsparteien hatten sich versammelt, umeinen Mißtrauensantrag auszuarbeiten. Während diese Versammlung tagte, begab sich der Ministerpräsident zum Prinzregenten und ersuchte ihn. daS Auflösungsd-etvet zu unterzeichnen. Znland. Las Adgabentellnngrgesetz. DaS von der Länderkonferenz und dem Finanz- und BudgetauSschuß eingsie^te Siibkömttce hat heute seine Beratungen beendigt. Es ist nicht gelungen, eine Ue'iereinstimmung zwischen' den Parteien über die Novellierung des Abgabenteilung sgesetzes zu erzielen. AuS diesem Grunde wurden die weiteren Beratungen im Subkomitee abgebrochen und es wird nunmehr dieses negative Ergebnis der Länderkonferenz zur Kenntnis gebracht werden, die Dienstag den 12. d. in Wien zusammentreten wird. - Es scheint ziemlich wahrscheinlich, daß der 1b. Februar von den Sozialdemokraten als Stichtag für ihr Verhalten zur Abgabenteilungsnovelle angesehen wird, denn bis zu diesem -Termin läuft dar Einspruchsrecht der Bundesregierung gegen dir neuen Gemeindeabgaben, worunter sich die hart umstrittene Amtomobilsteuer, die Lustbarkeitssteuer und die erhöhte Hau S persona labe befinden. Die Regierung hm bisher von ihrem Einspruchsrecht noch keinen Gebrauch gemacht. ' Der F'manzminlster wollte offenbar dadurch, daß er die Entscheidung über die Wiener Gemeindesteuern in Schwebe ließ, einen Druck auf das Wiener Rathaus ausnben, damit die Sozialdemokraten in der Frage der Abgabenleilüngsnovelle im Nationalrat Entgegenkommen beweisen. Diese haben aber gerade den Verzicht der Bundesregierung auf einen Einspruch gegen die neuen Wiener Gemeindesteuern als Voraussetzung für ein sachliches Entgegenkommen in der Abgabenreilungsfvage erklärt. Unter diesen Umständen konnte, da auch die Bundesländer neue Forderungen ausstellten, ein Uebereinkommen im Subkomitee nicht erzielt werden und die Länderkonferenz wird nunmehr versuchen müssen, auf andevem Woge eine Enttvirrychg zu sijMn, _ . ■ Ser nette Zolltarif. 9fn der gestrigen Gründungsversammlung der Sektion Salzburg des Haup'verbaudes der Industrie nörlerle, wie aus Salzburg telegraphiert wird, Haudelsminister Dr. Schür ff die Schwierigkeiten, die der österreichischen Produktionspolirik durch die Absperrungsmaßnahmen der Sukzessionsstaaten entgegenstandrn, di« auch noch dadurch vermehrt worden seien, daß bei den Handel svertragsverhandlungen der letzten Zeit immer noch, unter den Positionen des - Zolltarifs vom Jahre -1906 habe gekämpft werden müsscnf der oen gegenwärtigen Verhältnissen in keiner Weise Rechnung trage. Die Arbeiten zum neuen Zolltarif, der rm Rahmen der allgemeinen Sanierungs-polit'ik den geänderten Berhältnisien und den berechtigten Wünschen der Industrie nach Möglichkeit Rechnung tragen wlle. stehen, wie der Minister erklärte, nahe vor dem Abschluß. Und der Tarif dürfte in wenigen Wochen oem NMionalrat vorgelegt werden können. Der Min'ster ba: die - Versammlung, überzeugt zu sein, daß sowohl er persönlich als auch seine' Mitarbeiter bei der Ausarbeitung des neuen Zolltariss zum Schutze der österreichischen Industrie das Möglichste zu erzielen trachten werden. Nach den Begrüßungsansprachen der auswärtigen Vertreter referierte der Vizepräsident des Hauptvcrbandes der Industrie Oesterreichs, Sektionschef a. D. Erhärt, über Organisationsfragen und die nächsten gemeinsamen Aufgaben der Jndustriellenorganiisationen Oesterreichs, Generalsekretär Doktor Weiß-Wellen st ein über aktuelle Steuerfvagen und Naiionalrat Ing. Reiner über Industrie und Parlament. In den Ausführungen des lebten Redners wurde insbesondere dessen Forderung nach einem Streikverbot fürStaatsangestellte und nach Verlängerung der Arbeitszeit und lückenlosem Zusammenschluß von Gewerbe,-Handel und Industrie in den öffentlichen Vertretungskörpern lebhaft akklamiert. Rekordeinnahmen an» dem ZollgeWe und dem Tabakmonotzol. Wie die Korrespondenz Hevwei von informierter S-rste erfahrt, waren die Bruttcerträgnisse des Zell^efalles und des Taibakmonopols, die belanntlich als Pfänder für die Völkerbundanleihe dienen, im Dezember 1923 die höchsten, die bisher seit Beginn der Danierungsaktion erreicht würden. Sie betrugen 308 Milliarden Papierkronen, das ist 214 Millionen Goldkronen (Tabak 201 Milliarden, Zölle 107 Milliarden). Im ersten Halbjahre 1923 lieferten beide staatlichen Emkommenszweige .189 Milliarden Papierkronen (13 Millionen Goldkronen), im zweiten liiO cm breit, neueste Dessins Farben 2. Februar 1924 ' .. Nr. 178g --- .>4 Eli Roman m der UdlscTun Gtsellschtfl Badapeat» DleHeimatloien .von Wilma v. Vnkelloh Ave» Ding» vor allem lassen diesen Roman demerken»veri und fesielnd au» der Rech'' der diesen yervvrtreten: die überraschende Kraft, m't der da» soziale Bild einer 6eit iiii" eine» Kreise» gegeben und die »nbekÜmmerie KÜImdtir und «schiitternde Ehrlictiktir, mit der s>in Gegenstand gebricht Wird. ..Vnt« h tu Prme* Prab gehaftaft K 44.000 in Halbialnwand K 62.000 Zu bezienen durch jede Buehhandiun« oder direkt vom Verl»» j Dentsch-Oesterreichischer Verlag, Wien, 1. Flscherstiepe« Halbjahre 1923 266 Milliarden Papierkronen (18,5 Mllionen Goldkronen) im Monatsdurchschnitt. Der Monatsdurchschnitt aus das ganze Jahr berechnet, war also 227 Milliarden Papierkronen (15,8 Millionen Goldkronen). Der Anleihedienst erfordert monatliche Durchschnittsein» fünfte von urige'ähr 85 Milliarden Papierkronen (6 Millionen Goldkronen), ist also durch die tatsächlichen Ergebnisse weit überdeckt. Sie WöhlerveneichMe liegen auf. Entsprechend den Bestimmungen der Nationalrats»' Wahlordnung liegen die Wählerverzeichnisse seit gestern bis einschließlich Donnerstag den 14. d. in den magi strati- ' schen Bezirksämtern an allen Werktagen' von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmitta.gs und an Sonn- und Feiertagen von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags zur allgemeinen Einsichtnahme auf. Innerhalb dieser Frist j-st jedermann . berechtigt, in die Wählerverzeichnisse Einsicht zu nehmen. Der Magistrat hat bereits in jede m Hause an einer den Hausbewohnern zugänglichen Stelle, eine K.undmachung. angeschlagen, aus der die Zahl der Wahlberechtigten einer jeden Wohnung getrennt nach Geschlechtern und nach Tür-' Nummer geordnet, zu ersehen ist. Aus dieser Kundmachung ist auch ersichtlich, wo Einsprüche gegen das Wahlerver- ‘ zeichnis erfolgen können. Solche Einsprüche kann jeder Bundesbürger bis einschließlich 14. d. schriftlich oder mündlich beim magistratischen Bezirksamt des Wohnortes mit den erforderlichen Nachweisen erheben. Jeder Wähler möge nachsehen, ob er in der Wählerliste vorkommt, beziehungsweise ob sein seinerzeitiger Einspruch gegen eine Verkürzung seines Wahlrechtes berücksichtigt wurde. Der Kampf m den MWndenta». Sperre über die Betriebe der Alpinen Montan. Graz, 1. Februar. (Tel. d. „Wr. Movgenzeitung".) Im .Verlauf dtp vorigen Woche hatte die Bergarbeiterschast der Alpinen Montangesellschaft verschiedene L o h n-' erhöhungen geforderr. Die Leitung des Unternehmens wollte diese in einem Ausmaß von 4 bi's 5 Prozent für einen Teil der Arbeiter zugestehen,^ verlangte jedoch eine Verlängerung^ der Arbeitszeit für die Obertagarbeiter um zwei Stunden. Als dies abgelehnt wurde, ließ die Direktion am 27. Jänner ihre Vorschläge als Kundmachung affichieren und fügte hinzu, daß sich die Gesellschaft in einer schwierigen Lage befinde. ' Daraufhin traten in Leoben die Betriebsräte des Bergarbeiterverbandes zusammen und faßten folgende Beschlüsse: Gemeinsames Vorgehen der Bergarbeiter mit den Hüttenarbeitern der österreichischen Alpinen Momangesellschaft im Einvernehmen mit dem V e rbandderMetallarbeiter. ES ist an dre Alpine Montangesellschaft zu schreiben, haß an eine Verlängerung der Arbeitszeit im Bergbau n i H t g e d a ch t werden könne. Die Bergarbeiter stellen sich auf den Boden der heute bestehenden Gesetzes lieber die Betriebe der Alpinen Montangesellschaft ist die S p e r r e z u v e r h ä n g e n. Für den 3. d. sind in a l l e n R e v i e r e n Versammlungen emberufen, um zu der Kundmachung der General- : direktion Stellung zu nehmen. Zehnstundentag in Belgien. Brüssel, 1. Februar. Der Arbeitsminister unterbveitetr der Kammer eine Vorlage, durch die der Achtstundentag in erbeb'ickem i''''-*- c . rd " N '^anack> werden die Arbeitgeber das Recht haben, jährlich bi's zn 120 U e b e r- - stunden von den Arbeitern zu verlangen. Doch darf die tägliche Arbeitszeit zehn Stunden nicht überschreiten. ' Die Ueberstunden sind mit einem 25prozentigen Zuschlag zu vergüten. Die Arveitszeit bei den deutschen Bahnen. I Berlin, 1. Februar. Wie die Blätter melden, ist b-cnc ge-! samte Lohntarifvertrag für rund 400.000 deutsche Eisenbahnarbeiter.durch den Reichsverkehrsminister gekündigt worden. Wie eine Berliner Korrespondenz hierzu erfährt, wird bei d?m neuen Abkommenüber das schon in nächster Zeit . die Besprechungen im Neichsverkehrsnt;nistetium beginnen, die Frage der Arbeitszeit einheitlich geregelt werden. Es besteht auch die Absicht, die Lohnregelung nicht wie bisher zentral für das ganz" Reich vorzi,.nehmen, sondern entsprechend den wirtschaftlichen Verhältnissen in den verschiedenen Landesteilen. __ ._, W 0(1(1 ArturGrOn C .UUU nur I. Adlergasse u

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