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Wiener Morgenzeitung · 1924-02-01 · Heft 1783 (1.2.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1783 (1.2.1924)
Date
1924-02-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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?©v wre-ir, " dir Staatsidee hin steile!! und für einen Frieden mit dm; nationalen Minoristen eintreten. Der Weg zum Ziele ist allerdings weit, relativ am nächsten ist man ihm in der Tschecho-Slowakei.. Es gibt' bereits sehr einflußreiche tschechische Politiker darunter auch jetzige und gewesene Minister —> d-e bereit sind, bei Anerkennung des tschecho-slowäkischen Staates, eine kulturelle, nationale Autonomie den Äichltschechen' einzuräumcn.' Tatsächlich hat in der jüngsten. Zeit eine ganze Reihe von hervorragenden deutschen Parlamentariern verschiedener Parteirichtung, für eine nationale Verständigung auf dieser Grundlage , sich'ausgesprochen. In dieser Richtung werden Warschau, Bukarest und Belgrad folgen müssen, da ohne nationale Verständigung — trotz aller Vertrage — Osteuropa und der Balkan nicht gesunden können. V e r u s. Der zusammrntritt Des Reichstages. Berlin, 31. Jänner. Wie die Blätter berichten,, steht die Einberufung des Reichstages für die zweite Hälfte des Februar bevor. Verselbständigung der Wenbahnen und Post. (Eigerchienst her „Wiener Morgenzeitung".) ' ' Berlin, 31. Jänner. Das Reichskabinett'chat heute , den Entwurf einer Verordnung genehmigt, durch die unter der Bezeichnung „Deutsche Reichsbahn" ein selbständiges, eiue juristische Person darstellendes wirtschaftliches Unter weh men geschaffen werden soll, durch das das Deutsche Reich die. in seinem Eigentum stehenden Eisenbahnen betreibt und verwaltet. Auch der Entwurf eines Postfinanzgesetzes, durch das der Reichspcst- und Telegraphenbetrieb als ein selbständiges Unternehmens unter der Bezeichnung "„Deutsche Reichspost" vom Reichspostminister unter Mitwirkung eines Vcrwaltungsrates geführt werden soll, hat die Billigung des Kabinetts, gefunden. . Sie neue LaudtansjoMordnnng in Nauen». , .München, 31. Jänner. (Wolfs.) In der heutigen Plenar-- sitzung des bayrischen Landtages fand bei der Abstimmung über den Gesetzentwurf zur Abänderung des L ä n dtagSWahlgesetzes der Artikel deSRegierungSentwürfe-, der die Zahl der gewählten Abgeordneten auf 99 festsetzt> n ich t die notwendige qualifizierte M e h'r heit; der Artikel ist daher abgelehnt. Darauf wurde der Eventualantrag. des VerfassungsaussSiuffes, die Zahl der gewählten Abgeordneten auf 113 festzusetzen, wozu noch 15 LandeSabgeordnete kommen, e i n st i m m i g a n g e n o mm e tt.- Im übrigen wurde das Gesetz in namentlicher A b st i m m u » g a »g e n y m m e.m . >•; . gilt pMtscher Mord. . Erschießung eines Mitgliedes des Jungdeutschen Hrhens. Berlin, 21. Jänner. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung".) In e'.nom kleinen Dorfe bei Rathenow wurde ein Mitglied des Iungdeutschen Ordens namens K n ü t.t.e r ermordet ousgefunden. Er war auf einer Fußwanderung nach München begriffen und übernächste auf einem Tanz» Hoden. Am andern Morgen sah ihn das Hausmädchen, wie er sich am Brunnen wusch. Wenige ÄtDenblicke später ertönte ein Schuß. Als man nachforschte, fand man Knütter noch mit nacktem Oberkörper mit einem Schuß in >der, Brust tot aus. Man nimmt an, daß es sich um einen politischen Mord handelt. Politischer UeberfaA ans efn Mo. Verhinderte Aufführung des Films „Friderieus Rex". (Eigendiensl der „Wiener Morgenzeitung") Berlin, 31. Jänner. Ein Uebersall mit'politischem Anstrich wurde gestern abends in einem Lichtspieltheater verübt. Hier wird seit einigen Tagen der Felm „Friderieus Rex" gespielt. Gestern abends, in der ersten Pause, stürmten plötzlich vier jung« Burschen, die, mit der Pistole im der Hand, dem Vorführungspersonal Einhält geboten. Während drei von ihnen das Personal mit der Waffe im Schach hielten, zertrümmerte der vierte den VorsührungSapparat. Dann verschwanden alle'vier. Der Vorgang spielte sich in wenigen Augenblicken ab. Gnffith sreigelaffen. Berlin, 31. Jänner. Ml. der „Wiener Morgenzeitung") Der wegen des seinerzeit großes Aussehen erregenden Ueberlfalles aus den Deutschamerikaner Be rgson in.EherZbach bei Heidelberg verhaftete und verurteilte amerikanische. Leutnant G r i f s i t h ist insoltze der Intervention führender. amerikanischer Persönlichkeiten tot Berlin sreigelassen worden. Der Streit der deutsche« Seeleute in England. (Eigendiensl der „Wiener Morgenzeitung".) London, 31. Jänneri Ter Ausstand der deutschen Matrosen, ^ren Schiffe in England sich befinden, dauert an. Der Präsident der englischen Seeleutegewerkschaft, Ha-' velock Wilson, protestierte in einem Brios an den Premierminister MacDonaldgegen.die Zustände, die durch diesen Streik der deutschen Seeleute verursacht wurden. Er stellte fest, daß die deutsche .Regierung, beziehungsweise d'e Schiffseigentümer, es a b l e h n e n, mit den Streikenden, deren Zahl 1200 beträgt, auf e nglische m B odcm zu verhandeln und behauptet, infolge .des Streiksseien die auslausenden deutschen Schisse , ungenügend bemannt;, dadurch gerate der Schiffsverkehr zwischen Deutschland und England in Gefahr. Die Lohnbewegung der Bergarbeiter. ' London, 31. Jänner. Das Exekutivkomitee der Bergarbe'it-erunron trat heute zu einer Sitzung zusammen. Die Bergarbeiter wollen mit -den BerKvertSbesitzeru eine geme iw Hefter Mnräen- *tung. ch ä f t l lch e Ko ns e r e nz MMem. da sie gjl-aüben, ans diese Wöise eher einen Streik Vcvm>e'iide>n zu können. Der Spinneeekarbeiterftrelk in Bombay. Bombay, .31. 'Jänner, (Reuter.) Die Zahl der streikenden Spinnere'.ärte'itcr ist auf 140.0Ä, die der stillgelegten Spinnereien auf 75 gestiegen. Die «Mnalrn Miüderbeiten. Sitzung der Vrlkerbundvereinigungen. / Zürich, 31. Jänner^ Die Spezialkommission der Union der Völkerbundvereinigungen, die sich mit dem Studium der Lage der. nationalen Minderheiten besaßt, ist in.Zürich zusammcngetreten, wo sie vier Sitzungen abgehalten hat. Die Kommission nahm Kenntnis von. bem Berichte Sir Dickinsons über das kürzlich vom Internationalen Gerichtshof abgegebene Gutachten über: die Stellung der deutschen Kolonisten in Polen, den sie gutgehcißen hat. Cs wurde ein Bericht über die Läge der Minderheit-.,t ln Griechenland und in der Türkei erstattet.. Andere Berichte wurden zur Vervollständigung des Studiums späteren Seffionen Vorbehalten, so ein Bericht über die deutschen Minderheiten in der Tschecho- Slowakei und bie Minderheiten m. Mazedonien. Die nächst« Zusammenkunft wird am.19, und 20. März in Bmssi.i stattsinden. / . / Donna bleibt in Polen. Keine Differenzen mit der Negierung. Warschau, 31. Jänner. (Pol. TÄ.-Ag.) Finäntzberater A ou ng steht in otMem Kontakt mit dem Ministerpräsidenten und dem Finanzmimsiter. Bereits in der nächsten Zeit wird Donng dem Min-isterpräsidewten «inen Bericht über die polnische Finanz läge. überreichen. In der letzten Konferenz' mit Aoung gab der Mmisterprasidmt der veberTSugUn-g Ausdruck/ daß die Berufung von ausländischen Instruktoren ans dem Gebiete der Eisen bah ns in anzen und d-r. Kassenv erwaktung sowie auf anderen' Gebieten von Nutzen sein. Die P. P. P. 1» WarschM. . (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 30: Jänner.-Die Staatsanwaltschaft hat im Verlauf der; Untersuchung gegen die faszistische Geheimorganisation der P. P. P. (Bereitschaft polnischer Patrioten) , die Verhaftung . des ehemaligen?Brigadegenerals W r o c z y n s. k i ungeordnet, der im Verdacht steht, der Vorsitzende d?s „Kriegsra'es" der Organisation. zu sein. Wroczynski war' stelldertrctend'er Krieasminsiter und während des Krieges zwischen Polen und Rußland Ehef der militärischen Kontxrflep, Mn.? Peihastung -.erregte, großes Airffeheh... , -t ., J ' Vom den pkrMWö Mhre'rn der T % P. wurden die Obersten Go rrz.h n Ski ünv Lubienski „aus Gesundheitsrücksichten" auf freien'Fuß gesetzt. Wie ßorthyM mißliebiger Kandidaten entledigt. Der in der Debrecziner Ersatzwahl siegreiche Opposition-* kandidat Nagh unter Anklage. (Eigendiensl der „Wiener Morgenzeitung".) Drldapest, 31. Jänner. Nach dom „8 Orah-Maig" soll, gegen den öhomali^m Innenminister des Kabinei'ts 5läwl'y>ii Dr. Vinzenz N agy, von dvr StaatsanwcchtschasP di« AnMage wd^em Verbrechens gegen di-e Würde des unoarffchen Staates erhoben werden. Nagh soll seinerze»t die Wiener Emigrantenpresse terHenziös 'informiert hüben. Der Kuhhandel «m die Mandate. Horthys Abgeordnete. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 31. Jänner. Im Lause der gestrigen Parlamentsd.'batle, in der Abgeordneter Eöry-Szabo im Anschluß an die Panamas f fä r e E s k ü t einen schweren Angriff geqen die.Regierung richtete, versuchte die darob sehr empörte Mchrheitspartei den Sprecher dadurch mundtot zu ckachen, daß man ihm die Frage vorhielt, wie es eigentlich mit den beiden Kühen stehe. Heut« nun wurde der Sinn dieses Zwischenrufes geklärt. Eöry- Szabo wurde nämlich anläßlich der Wahl als K a n d i da t der Regierungsparte-i aufgestellt und ihm die Wahlkcsten durch den damaligen Vizepräsidenten der Einheitspartei, Abgeordneten Go m'bos, ersetzii Diese Kosten : machten, wie »Eöry-^abo sich damals äußert«^ den P r e i s ' v o n z w e i - K ü h e n a-us, die ser verkaufen' mußte, um seine Spesen zu decken. In M he u t i g e n Abendsitzung kam es in -dieser SachMuM f t i g e n A u s «inan d e r s e tz u ng e. nzwischen Hrü-Dzabo und der; Einheitspartei. Die Sitzung mußte emHe Male wegen der u n zähmba ren -He iter ke itsher Opposition, die sehr erbaut darüber ivar, -pvß nun die Wahlmachenschaften der^E.inhehtspartet enthüllt wurden, unterbrochen werden.. -Die Oppositionspartei nannte' die Mehrheitspartei, die „Einhe.itliche Kuhpartei". Die Opposition, beschloß, bei erster Gelegenheit einen Antrag einzu-öringen, wonach eine parlamentarische Kommissiotz zur Untersuchung aller Mandate/der Einheitspartei eingesetzt werden scls,. da sie der Ansicht sei, daß., eine Nationalversammlung, für die. die Mandate erkauft worden sind, nicht geeignet sei, Gesetze, zu nlachen.. BvmbrnwerfersolidnrM. Putschist Alain — der Verteidiger der Csongrader Bomben« - Werfer. Budapest, -31. Jänner. (Tel. der „Wr.. Morge-nzeÜung".) Die Cs>ovgralder Bonvbenwerser wandten sich gestern düvch Ver^' '1'. Februar 1924 M. 17$S mi!..'lttng ihrer Angchöriigon an den 'Abgeordneten Dr.'Frmy Ulain mit dmn. Ersuchender möge ihre Berteidigunig Über» nehmen. Ulain T>at sich dazu bereit «Blävt -und. begibt---sich bereits ilibermorgM Damstag nach Cisongrad,-um die Men W Prozesses zu studieren. RumSnle« und feine Nachbarn. Die Verhandlungen mit Ungarn und Rußland. ' - Aus Bukarest wird uns goschriciben: Die vumänischb Regierung rst 'bcstrvbt, durch Vevlianidlungen mit den Nachbar« stauten politische wrib Wi-rlschgistliche Abkommen zu treffen, um sich -dann desto mtenstver der' inneren KvnisoLidlerlMgsavbA'zu« wenden zu können. Diese Be-Vha-Mungrn sind zum Dell-- 'bereits im Zuge. Es handelt sich hierbei teNveise darum, di« schon früher 'begrmn. neu Mtd aibgvbwchenen llnterhandi'ungen zu Ende zu bringen. .Zur-letzteren Kategorie gehören die mit Ungär'n und mit Rußland abzuschNetzenden Verträge, wolche schon des öf'eren m Bcrait'U'Ng standen. 'Die un-zärische Delegaünn, w.lche von ihrer Regierung zur 'Durchführung der Vechandl-ungen nach Rumänien entsendet wurde, weilt seil einigen Tagru in Bukarest, und Hr Führer Baron Wodia> n e r macht kein Hehl daraus» daß Ungarn mit -Rüchficht aus se'm-e Bemühungen, die VAkerbuindanl-oihe zu p.rsokti-omeren,' aus eine schlounige Erledigung der stritt,igen Angelegenheiten Gewicht legt. Im Gegensätze zu den. früheren Beratungen zeigt sich denn auch die ungarische Delegation jetzt viol nachgicibiger und von praktischeren Gesichtspilukten geleitet. Das Verhandlunigsmaterial ist s-hr bedeutend und schwerwiegend. Wirtschaftliche und FinanAfr-agen, Zoll- und VerkehrSfragen, Personen- und Gü-tertranZport, Angelegenheiten des Hegenls-oitigen 'Handels und der Industrie, eine ganze Anzahl von R:^.>'.sftagen, so >in erster Reihe dermögensr.cht'liche Probleme, die i Beilegu>ng der Streitfrage bezüglich der Diobenbüvger Archive stehen aus der Tagesordnung. Was die DechaMungen mit Sowsetrußland betrifft, bezüglich welch.r angenommen wird, daß der durch den Tod Lenins eingetretene Regierungswechs-Ä eine Aenderung der .Richtung der Verhandlungen nicht herbeMhreu' wcrde, gibt die Regierung die folgende Darstellung über den gegen-.' wärtigen Stand der Derhandümgen: Anläßlich der Bera'tungen -in TiraSpol kamen beide." , Regier'.m'sru darin üb.'rein, daß parallel mit den. polit,sichen Beratunigen, auch . Derhcmdlungen über bk künftigen Hä n de lsbezie Hungen gepflogen werden sollen. .Zu diesem Zwecke wurden die DevhaMungen in Odessa emge-- gleitet. Im Zuge dieser Besprechungen traten die Sowj-otdebe-- gierten Plötzlich mit der Forderung hewor, daß der zwischen - beiden Staaten abzuwickelnde Hand'lsverkchr durch eine nach Brrkarest zu delegierende Handelsmifsion Sowjetrießlands, -welche ' diplomatische .. .UnautcWaBÄt - genießen tnüsst,. geleätet' wye«' . den soll. Di? rumänische Delegation war der Msicht, .haß diest-, 'Frage nur durch die politische VerhaMunoskommiisfiou.bühän-'. detl werden könne» woraus die Odeffaer Kvuf-rrenK-n unterbrochen wlirden.' Aus den Vorschlag der vumünisichen Regierung, die polrtsichen KonsereuMn in Wars-chcvu fordMsetzen, ist von der vlchssichm Reyi"rung bisher keine Antwort ein ge-' langt. Andererseits finden -in Tighina ganz selbständige Bevatomaen Wer die Rsgelung der Dm-esterschiffchrt statt. Die zwischen Rumänien und O e st e r r e j ch. durchzuführenden polilffchen und Hand lspolitsichen Vertra^Sverhandlungen, wegen welcher Bundeskanzler Dr.. Seipel und' Dr. G r ü n b e r g e r sich ln. den nächsten Tagen nach Bukarest begeben, dürften chne Schwierigkeiten zur Besriedigung beider Teile zu End? geführt werden. Italien an Stelle Frankreichs. Paris, 30. Jänner. Wie „Ehiocvgo Tribüne" meldet, soll die rumänische Regierung die Anleihe, die sie in Pa>ri8 ausgeschlaqen hat, .nunmehr in her Höhe von. 100 Millionen Lire von Italien erhalten. Die politische Lage d-r gnden in Karpatho« rußland. Einer unfeter Mitarbeiter hatte in den letzten Tagen Gelegenheit, den Präsidenten der . Zionistischen Organisation in Karpathorußland, H. G » t t m a n r, über die politische und wirtschaftliche Lage der Juden in diesem am stärksten von Juden bevölkerten Gebiete der Tschecho-Slotvakei zu befragen. . Herr Guttmann gab unter anderem folgende Aufschlüsse: Die politische Lage , der Juden Karpathorußland» kann als normal bezeichnet, werden. Dies ist hauptsächlich dem Umstande zu danken, daß eS nach vierjähriger harten Arbeit gelungen ist, die Juden, die zirka 18 Prozent der Gesamtbevölkerung bilden, in eine politische Einheit zusammenzuschweißen. Chassidiitz, Zionisten und Asiimilanten, also daS ganze Judentum, ist, heute politisch in «hem Lager, und jeder Versuch, diese Einheit zu'stören. dürfte wißlingen. DaS Resultat dieser Tatsache ist, daß die Juden KarpathorußlandS 'heute ein s ch w e rwiegender polit i scher Faktor sind und ihre' Wünsche demgemäß stets berücksichtigt werden. Die kommenden Wahlen. Ob und wann die Wahlen durchgeführt werden, ist u o ch n i ch t b e st i m m t. Jedenfalls werden die Juden in Karpathorußland a l s I u d e n g e s ch l o s s e 'n in den Wahlkampf treten. ES ist für fte heute eine Lebensfrage, einen e i g e n e n Vertreterim P a rlamentzu haben, außerdem . befiehlt es die elementarste p o l i t i-s ch e' Raison, daß daS Judentum in den nationalen Streitigkeiten zwischen Magyaren und> Ruthenen neutral bleibe. Diese Politik liegt meiner Meinung nach auch in der Linie der Staatspolitik; die Juden als Einheit können einenicht zu unterschätzende Bedeutung für die wirtschaftliche und politische Konsolidierung haben, da sie i die einzige Nation sind, die -lediglich Realpolitik machen tvürde.

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