Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1783 (1.2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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/ EtazeToirnnrerR12ßO Vien: Zum Abholen in der Expedition, JVTaborstr.l-S, oder in einer Verachleiflstetle nVnfflc) monafl. ’K 35.000 Strasaenverkanf m Wien, durch die Kolporteure der Firma Goldsetimiedt,I.Bez<, Wollzeile 11. Mit Poshrersand für Wien n. Oesterr. monatl K 35.000 TaobechorSl owe k ei.;- Mon, K18. fugosläwien: Mon. DinaröO, Polen: Mon. osterreich. Kronen' 30.000« Deatschl.: Mon. Goldmarie 4.—y Frank r„ Belgien: Mon. Frea. 12 Om N«eh«ah 1 hei PräierhShmren - It’nl i« ■ Mpp^l. 12 lire, Ronva n j ob.Mon. 130 Lei, Bar^arien'Mon.' 80 Lewa, :! Sic h.w)ei z> and des übrige Ausland ipopntfich Fpei.:4; Redaktion n. Adntinistr^tioi) Wien, BL,Tahor8trapael.-?3 - TeIephc«et44-0-38,43^3*19, ah6UhraMa.l9-483l25-2Är/ : Toi* Adr.}„M©rgeu*eftay/“ Wien. Oealerreichisehe« Poatypar * fcasüen-Konto - Nr. -1^69$ lWWWMU «r. 1783 SBIen.SrcUai, 1. Seintat 1824 K.Ilchrsans MSmas des SchWamlers Ssowden. — Bevorstehende Anerkennung RHllmdr. (EigeMenft der „Wiener Morgenzeitung".) <" Löndo«, 31'. Jänner. Schatzkanzler Philipp S.n o lohe t betont, in einer Erklärung, daß die Labour Party von Bhret. Wählern ke i n Ma n dat für d i e S o z iali s i erung erhalten habe. Es stehe ihr zu. Vorschläge für Liß Nationalisierung der Bahnen und der Bergwerke zu unterbreiten.. Sie könne aber natürlich «nicht durchdringen, solange sie nicht die Majorität im Parlament habe.. Das Programm wurde auf r e i» l i b e r a l e Maßnahmen beschränkt. . / Es.hat in politischen Kreisen Aufsehen erregt, daß jAnowden von der Admiralität die Kürzung des Budgets um 5 Millionen Pfund verlangt. tzugland und Nuß laad. ' Londmr, 31. Jänner. Die offizielle BerküMgung di» Aüeckmtun- Rußlands durch England wird fiir die RSchste» 4 8 Stunden erwartet London, 31.. Jänner. Wie dar Reutersche Bureau aus. wohlunterrichteten Kreise» verniuynt, ist eS möglich, daß. die Anerkennung der russischen Regierung noch vor dem Zusammen treten des.Parlaments/und ohne vorherige Bedingungen bekanntgegeben wird. . . Voiman» Aatwott an Nar vouald. (Eigendienst dec .Hiener Morgenzeitung^.) London, 31. Jänner. Der französische Gesandte erhielt heute die Antwort' des i französischen Ministerpräsidenten Poincar e. Der - Brief Poincares wird morgen Ramsay Mae Donald übermittelt weichen. »Ela, A-rels für deu Nobel-Friedeu-drerr durch die Aegienms. London, 31. Jänner. Acht Mitglieder der Negierung, einschließlich desPremiers, Unterzeichneten ein Memorandum an das Nob e l »P re iS-Kam i t e e, in lyelchem glich M o r Lmntift. Kvstelluug der Stinner-Betriebe im besetzten Gebiet 1 (Eigeudienfi drr^Siener Morgeuzeitmtg".) Berlin, 31. Jänner. Der Dortmunder Generalanzeiger" veröffentlicht eine Meldung eines Rotterdamer Blattes aus Düsseldorf, der zufolge Hugo StinneS gegenüber einem Vertreter der interalliierten Ingenieur« LrmmMon sich geäußert habe, daß die „Micnm"-Berträge die Rubrindustrie in der schwersten Weise belasten .unddaß der StinneS-Konzern rnallernachster Zeit gezwungen sein werde, .seine Betriebe im besetzten Gebiet stillzulegen» insofevne nicht unverzüglich eine Aendevurrg der „Mcmn"-BertragMstnmmwgen erfolge. Dazu bemerkt daS genannte Blatt: Diese Meldung erscheint durchaus glaubhaft, denn es tauchen in der letzten' Zeit Aeußerungen namhafter westdeutscher Großindustrieller mch eine Reche von Auslastungen aus, die auf die Absicht der rheinisch-westfälischen Industrie schließen lasten, wegen Undurchführbar^ der Micum"-Berträge ihre Betriebe Mzulisgen. ' .■;* BrmNMkMg vkr Iiuyrvefllymt-e Paris, 81. Jänner. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Der „TempS" bestätigt die Meldung, wonach der Mannschaf t s be ft a n d in der Ruhr von 49.000 auf 24.000 Mann und der belgische Stand von 7000 auf 4000 Man« herabgesetzt worden fti. Das Matt dementiert dagegen die Meldungen von der Teilung des Oberkommandos in der Ruhr. General D e g o u t kt sei nach wie vor O b e rkommandierender für die französischen und belgischen Streiüräfie im Rheinland und in der Ruhr, Sine kutente-KonttZNsNMisfivn in Keerkemet. Suche nach Waffeulagerm? Budapest, 31. Jänner. (Ung. Tel.-Kvrr.-Bnr.) Amtlich wird heute mitgeteilt, daß am 28. Jänner in Kecskemet eine aus drei. Mitgliedern bestehende Entente-- Immission zu Kontrollzwecken eingetroffen ist. ^ie Sachverständigen in Berlin. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeituug".) Berlin» 31. Jänner. Das zweite Sachverständigenfomttec hat heute seine «Arbeit ausgenommen. Heute vormtttags wurden verschiedene maßgebende Persönlichkeiten, darunter auch der ReichSbankpräsident Dr. Sch a ch.t, angehört. Die beiden von dem ersten Sachverftandigenko.mitte gebildeten Unterausschüsse sind heute gleichfalls zu ihrer ersten Sitzung zusammengetreten, wobei sie vorläufig das von der Reichsregierung vorgelegte Material über W ährungsfragen und das Buh g et einer eingehenden Durchsicht unterzogen. Die Mitglieder de« zweiten Sachverständigenausschusses find heute vom R e i ch 8 k a n z l e r empfangen worden. Der Reichskanzler begrüßte den Ausschuß und erklärte, die deutsche Regierung habe ein besonderes Interesse daran,? daß in 'der Frage der Kapitalsfülcht, die seit Jahren den Streit der Meinungen der ganzen Welt bilde, Feststellungen von so. sachverständiger Seite Der Vorsitzende des Sachverständiigenausschuß'es, -Mae Ken na, sprach die Hoffnung aus, daß. es gelingen werde, die Untersuchung mit tunlichster Beschleunigung durchzuführen. Nachmittags fand eine. V o l l s i tz u n g der ersten Kommission überaus Ergebnis der Beratungen der Unterausfchüfie statt. Der amerikanlsche Petroleumstandal. Washington, 31. Jänner. (Reuter.) Der Senat hat mit 46 gegen 38 Stimmen eine Entschließung angenommen^ wonach.die Konzessionen für Petroleumbohrungen in Kali fo r n i e n der Sin e l a i r e -D eh e n y - G r u p p,e nicht übertragen werden sollen. Der Senat.erklärt in seiner Entschließung, daß. Konzestronsverträge unter Umständen abgeschlossen worden seien, die - auf Betrug und Bestechung schließen lasten. •. Präsident C o o 1 i d g e, Hat. den. Demokraten G r egory und den Republikaner S t ra w n mit. der eventuellen. A n k la g e e r h e b u n g in der' der Petro lemnkonzestionen beauftragt, in die der frühere .Sekretär im Mimsterimn des Innern, Fall, und Marinesekretär Denby sowie andere höhere Beamte verwickelt sind. Netze ««sartzcher tzozialtzie« M R« Lomld. Budapest, 31.- Jänner. ' (Teil, der. „Wiener Movg-vn». Aeitu-ng".) Der- Führer der MNÄdenwkvatrjchen Parl-crmentSfraktion Abgeordneter Pe.idl. hat sich heut« nach London -begvben. Wie die BlÄtcr mitteileu, hat Pei>Ä die Reise aus Einladung des neuen englischen Preiniermmisters Ramsay Mac Donald untemo-nrmen. Peidl wird in Wien^ mit Gara.mi ^sammentresscu, wormff beide gemeinsaru nach . .. " ' 3* «ttftret lenfiftiK Ra««er erscheint auf Sette 8 imb D z»« erste« Male dtt Wochen-eUage / SaL«e»e»MN«l welche vo» rm» ab a«- j e d e « Freichtß.'erscheine» wird. Radikalismus md DemokraLie - -? . Wie«, 1i FÄruär^' Der Weltkrieg und die Hm folgenden inneren Umwälzungen konnten nirgends in Europa jene Differenzen innechalb und zwischen den einzÄtrien Staaten beseitigen, welche bic europäische Krise, die sich immer mehr zur Weltkrise zuspitzt,- zu einer chronischenmachen.?!durch die.-nationale,: religiöse und AplloMsche^ Unter«^ drückung wird die Demokratie verdunkelt und die Haupt-. aufgaben des Staates als Rechtsstaat, Kulturstaat wnd Wirtschaftsstaat werden sabotiert. Die Parteien kämpfen , um die Erhaltung oder Eroberung der pölitischen Macht unter , verschiedenen nach Bedarf sich ändernden Firmen^ Dier-naturgemäße- Folge: istpre mtewatwnM -Ese dieses: ParlameNtansmüs undHie ZuspitzuM M -psM mersten Staaten des eiwvPäiMn L^ntWNts.', Parallel, dazu zeigt sich' auch die DhnmaM. der. Volksvertretungen sowie' der" Diplomatie Europas.^einen dauernden Frieden Mischen den einzelnen Staaten dieses Weltteiles und mit ' Asien und Aftdka sowie' für seine wirtschaftliche Sanierung. Amerikas Hilfe' zu sichern. Ununterbrochen hört man wohl von bereits abgeschlossenen Verträgen zur Sicherung des Friedens oder von der Vorbereitung solcher Verträge. Man hört die Botschaft, aber es fehlt der Glaube! Wenn man die ernsten Betrachtungen der seriösesten englischen Parteiführer und der bestinformierten englffchen Blätter über^ die „trübe - internationale ,'Wltlaße"^ erwägt und, vor/ ununterbrochenen Rüstungen zu Land, zu Wasser' und w der Lust liest,-da vergeht einem wohl die Lust zr/m Optimismus, um so mehr als nirgends energische Widerstände, nicht einmal gegen die Barbarei des Lustkri/ges, sich erheben. Wenn ferner in der üherwiegerüren Mehrheit der osteuropäischen,, mitteleuropäischen und balkamschen Staaten der nationale' Radikalismus, dev einen neuen Weltkrieg fordert, urw ^r 'soziale Radikalismus mit dem Ziele der sozialen Revotzmon Oberwäster gewinnen, so sind das wohl LmeSvegs Zeichen der „europäischen Konsolidierung". Daß diese Verhältnisse auch nicht danach angetan find, daS Ansehen Europas in den anderen Weltteilen sowie die Herrschaft der weißen Rasse daselbst zu feKgen, zeigen die Nachrichten aus Indien, die letzten Vorgänge' in' Afghanistan, der Ausfall der Wahlen in AegWen, die Gärung in Tunis, Tripolis. urw Marokko. Dh» letzten Vorgänge in China und Japan zeige« aber Merdies auch, daß nicht nur das national Problem und das Recht'auf Selbstbestimmung seines SchichaÄ, ssMr« auch die Forderung nach sozialer OexachtiMt, der Kamps gegen den Kapitalis- MUS m Apen wie in Afrsta. bereits als Waffen gegen die Herrschaft des europäischen Jmperialisrnus benützt werden. Wenn nicht alle Anzeichen ttzügey,^ bcretict jidj a&cr doch eine. Wendung vor.' i Die Berufung, eines neuen englischen Kabinetts kann'das Signal zur Sammlung . aller wahrhaft demokratischen Elemente in Gesamteüropa Hilden, die den äußeren und inneren Frieden' als Voraussetzung des wirtschaftlichen ' Wiederaufbaues Europas erstrebön. Schon beginnt Poincare einzülenken, rührt sich — mit gewissen Aussichten auf Erfolg bei den Wahlen — die auf einen französrsch-deüLschen Ausgleich gerichtete Aktion der > aysichäuvimftischen Gruppen' in Frankreich und Deutschlärw, hat Muffolini ein Abkommen mit Jugoslawien' getroffen, dem allerdings in slowenischen und kroatischen Blättern die' schärffte OpPositiön des slowenisch-kroatischen Volkes bei den bevorstehenden Neuwahlen für die jugoffawische Nationalversammlung angekündigt wird. Kennzeichnend aber ist es, daß sowohl in Jugoslawien - wie in Polen und Rumänien sich auch die serbischen, polnischen und rumänischen Stimmen im Lager der . Demokratie mehren,