Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1782 (31.1.1924)
- Date
- 1924-01-31
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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MM- 1 .j rffpw w w rrvr f?r. 1788 Wien, Donner-?«- Letzte Nachrichten. An bevorstehender fiipofe Sr. Benesch'. lEigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Prag. 80. Jänner. Der Anßenausschuß deS Senates wurde für den 6. Februar einberufen, tfuf der Tagesordnung steht ein Expose des Außenministers Dr. Benesch, über daeine Debatte abgeführt werden wird. _Wiener Moraenzeltung. Mitteilungen aus dem Publikum. TffobeffQaus Sie Angst vor dem Hitler-Prozeh. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) München. 80. Jänner. Der Hochverratsprozeß gegen Hitler, Ludendorff, Tr. Weber und Genossen sinder ganz bestimmt in München statt. Die Staatsbehörden haben ihre Bedenken sicherheilspolizeilicher Art zurückgestellt! Die gesamt« Verteidigung erläßt nunmehr durch die Presse einen Aufruf, die Freunde und Anhänger der Beschuldigten mögen während derHauptverhandlung sich nicht auder Ruhe bringen und zu Demonstrationen und Ansammlungen verleiten lassen. Für die Verhandlung werden eigene Karten ausgegeben, ohne die man nicht einmal vor das durch Polizei abgesperrt« Gerichtsgebäude wird gelangen können. Außerdem werden all« Personen, die zur Verhandlung zugelassen werden, auf Waffen untersucht werden, Di« Anmeldungen um Karten gehen inS Riesenhafte. Sarami verzichtet auf die Amnestie. Ernst G a r a m i, eine der ernstesten Persönlichkeiten -er ungarischen Emigration, äußerte sicke zu einem Mitarbeiter des „Kassüi Naplo" über die gegenwärtige politische Lage in Ungarn, wobei er nicht nur den offiziellen Kurs, sondern auch die sozialdemokratische Partei wegen ihrer häufig zu nachgiebigen und paktierenden Politik scharf kritisirte. Auf die Frage, ob er im Falle einer Amnestie nach Ungarn zurückkehren würde, antwortete Garamk: „Ich habe zwei Gründe, jede Amnestie zurückzuweisen. Ich habe keinerlei Verbrechen begangen, dessentwegen ich auf eine Amnestie angewiesen sein könnte. Der zweite Grund ist aber der: Es gibt unter den Herrschenden im heutigen Ungarn niemanden, der auf solcher moralischen Höhe stünde, daß er befähigt wäre, mir eine Amnestie zu gewähren." * Zionistisches Landeskomitce. Heute, halb 7 Uhr abends, Sitzung der politischen Kommission; 7 Uhr Sitzung des Landeskomitees. * Einziehung der überstempelten Banknoten. Mit dom heutigen Tag? werden die mit dem Stempel „Deutschö st erreich" versehenen Noten eingezogen. Die Noten können von morgen an nur bei der Oesterreichischen Nationalbank umgswechselt werden. Die St. uerämter sind ermächtigt, diese Banknoten bis 81. Jänner 1925 in Zahlung zu nehmen. Um Irriümer zu vermeiden,' sei daraus verwiesen, daß e8 sich um die alten ' großen Noten (Tausendör. Hunderter, Zwanzig, und Z.hnkronen) und nicht «m di« kleinen Tausender und grünen Hunderter handoli, die in Geltung bleiben. Weiters verschwindet der Fünfzigkronenschein vom 2. Jänner 1914 aus dem Verkehr. * Streik bei den Galanterieschuhmachern. Da d'e Unternehmer -.ine Wprozentige Lohnerhöhung nicht bewilligten, sind die Gehilfen der Galanterieschuhmacher in den Streik getreten. Die Unternehmer erklären, Lohnzugeständnisse nicht machen zu können. * Eine Untat an einem Kind. Ein städtischer Transportarbeite« lockte eine zwölfjährige Bürgerscküerin in seine Wohnung und verübt« an ihr ein Sittlichkeitsalt.cntat. Er wurde dem Landcsgcrichte «mgeliefert. * Di« Straßenbahn am Samstag. Am SamS'ag den 2. Februar (Feiertag) gilt auf den städtischen Straßenbahnen der Werktagsfahrp^eiS. An diesem Tage sind die Hin- und Rückfahrschein«, die Fruhfahrscheine und die Wochenkarten ungültig. Ebenso sind di« Fürsorgeschein« an diesem Tage nicht benützbar. * .Friihiahrsreisen nach Sizilien. Die Generaldir. Man der italienischen Staatsbahnen gibt in der Zeit vam 15. März b i s z u m 15. I u n i 1924 Ausweiskarten für Reisen n a ch S i z i l i e n zu ermäßigtem Tarif aus. Die Ausweiskarte berechtigt zu ein. r 50- bis OOprozemigen Ermäßigung für die Hin- und Rückfahrt nach Palermo, mit 45täginr GöMlrkeit. Für Reisen nach Sizilien werden 30 bis 40 Prozent, für die Seeüberfahrt Neapel—Palermo 80 Pwzem Ermäßigung durch die Ausweiskarte gewährt. Auskunft« beim Lloyd Trisstino. Kävtu.'rringt * Die „Hgzephlrah" soll wieder erscheinen. Wie der Warschauer I. T. A.°V«rrrtter erfährt, soll demnächst di« seinerzeit von Nahum So ko low redigierte, inzwischen mehrere Jahre eingestellt gewesene hebräische Tageszeitung ,,H a z e p h i r a h" in Warschau neu zu erscheinen beginnen. Sie wird di« einzige hebräische Tageszeitung außerhalb Palästinas sein. ffrosae Okkoston in den neuesten iPn fiter ZModcVen 1 Wien, //. <ü>aborstr. 1 GEBRÜDER MEDEK INSTALLATEURE 3. Bez.. Ungargasse 47 Telephon: 1040 n. 166S Spezialisten für. Badezimmer, Waschtische u. 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Die ordentliche Generalversammlung findet Montag den 4. Februar um halb 7 Uhr abends in den Räumen der jüdischen Hmnanitatsvereine B'nai B'riih, JL Bei» lintocxUtäiäUxake .1 Jtatt. Bühne und Kunst. „L'amour marque." Der zweite Erössnungsabend im Modernen Theater. Nicht nur der Di>t«l ist nnübecsehl'ar; unübevtra-char ist di« ganze Atmosphäre des französischeil Lnsttspiels von Sacha Guitry. fein grozöses Taudöln. seine zarte Gebrechlichkviz. Die Bearbeitung van Rotzern Blum umerminierl das frische, am Tonfall sich Mlzundende Tempo dcS französischen Dialogs, in den sie wienerisch« Einlagen einschiebl. die, in der Fassun-g von minderer Herkunft als di« französische Lustspielltraditwu don flüchtigen Witz beschweren. Aber auch di« Musik des trefflichen Andre Messager ruht an>f der int-imon Kenntnis der romanischen Sprachmolodt«. Si« triffl mit ihrem vorwiogen'd lyrischm Gepräge ganz bezanbernid den Plaudorton des Chansons und wtrbeU in den -Tänzen den Dust französische>u Parfüms ans. (Nur so neben-ber bvlncrkl: Zeigt sich nicht in der Ta fache, daß Messager, der hauptsächlich der le-ichten Muse huÄigt, Diret.or der Großen \ Oper in Paris war nnd noch ich.: Dirigent der Kvnserva-! tor::mtskonzcr:e ist. die Pariser Ae>be.»tsk-unst di« die Schön» t Heu überall juLr mw stude-r.) 31., Jänner 1924 _Seite 5 Die Wi-e-dergabe des Inhaltes dieser charmanten Richtigkeit stört die angenehme Ermnernwg an den feinen Wend. Denn daß „StL", die die Liebe als Meti«r bstreidt, Juwelen deS Barons sich ebenso wenig begnügt als mit kostbaren Geschenken des Maharadscha, sondern ihr bißchen Romantik „Ihm" entgegen schlagen läßt, der Abstimmung und Exotik durch alle Vorzüge und Nachteil« einer gewl.nnenden Niännlichkeit ersetzt, daß „Sie" durch einen Zufall, der chr eine Photographie in die Hände spielt, die an Uvberquellen der Jugend glanben läßt, bis der grau« Kopf dies« Illusion raubt, ohne vorher den Beweis fchubdig geblieben zu sein, daß di« Haarfarbe nicht das entscheidend« Merkmal für erlöfcnid« Kraft ist, ist unwichtig. Lea Seidl hatte die Grazte nnd Koketterie m WM nnd Ton, durch di« das liebe Frauchen überall und lederzeii an Anziehungskraft gewinnt. Herr S t o r m zeichnet« sich durch die Vornehmheit seines Anftretens. durch di« leise Beimengung von Humor in den heikelsten Momenten der Entdeckungsgesahr ans, ohn« mit seinem Lrgan zu versöhnen. Der Tanz der Lucy Kiesel hau seit entschä'v.gte lwtz nnoriginellen Charakters für manche S-örnugen, besonders gesanglicher Natur. Aber den wh«n Klang des Orchesters konnte man auch während ihrer Szene n-ich: überhören. Robert Dluan als Regisseur hatte für hübjche BühnenbvDer und geschmackvolle Kostüm« gesorgt. Alfred Sa ndt. Ausweisung eeichsdeutscher «uv SfterreichWer ftüustier aus Norwegen. Nach einer Stockholmer Meldung des „Berliner Tagedl-attes" ist in Norwegen eine Protestbewegung gege n die deutschen und österreichischen Musiker entstanden, die seit einiger Zeit als L hrer in Christiania wirken. Der bekannte Berliner Pianist Lindemann echiett aus Ansuchen mehrerer Mnsikerverbande eine poliz.'iliche Aufforderung, Norwegen binyen acht Tagen zu verlassen. Infolge des Eingreifens deS Komponisten Christian S i n d i n g wurde Lindemann später die Erlaubnis zur Rückkehr gegeben. Sinding veröffentlicht nun in der norwegischen Preffe eine Kundgebung gegen das Vorgehen seiner Berufsgenossen, wobei er daran erinnert, daß zum Bevspiek der Norweger Oestvig an der Wiener Oper engagiert sei und daß trotz der Not unter den deutschen und österreichischen Mflikern dort niemand an die Ausweisung norwegischer Musiker denke. Auch die schwedische Künstlerschaft hat eine Protestheiwogung gegen ihre ausländischen Kollegen emgelettet. In der schw dischen Presie wurde wiederholt der Regierung nahegelegt, di« Paßbestimmungen ausländischen Künstlern gegenüber mit besonderer Schärfe zu handhaben, fa sogar di» Zollfreiheit für fremdländische Kunstwerke auszuheben wl einreisende Künstler einer Steuer zu unterwerft». Mufik« und Theaterfest der Stadt Men 1924. Gestern fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters die erste Beratung des gemeinderätlichen Komitees zur Beranstaltnng eines Musiknnd Theaters stes statt. Nach einoehcnder Erörterung wurde beschlossen, die endgültige En'scheidung über den Termin deS Festes lMai oder September) der nächsten, in einigen Taaen statt findenden Sitzung vorzubehalten. Diese Sitzung wird auch den Umfang des Programmes festlegen. „Mignon" ln der volttope,. Zum ersten Male in d'eser Svielzeit brach'e die VolkSoper die n^ch immer gern gehörte „Mianon" beranS. In der Titelrolle iKrstiert« ein« jung« .Künstlerin. frwit Marianne Strauß-Braun vom Brünner Stadtbe-ater. die durch Gesang und Spiel zu fesseln verstand. Besonders in der Höhe bekam ihr lyrischer Sopran Glanz und Wärme, allenthalben waren individuelle R"ancen zrt spüren. Der Gast wurde lebhaft gefeiert, ebenso wi« die anderen Darsteller, darunter das altbewährt« Fräulein Musil. Die temperamentvoll geleitete Vorstellung fand bei übervollem Haufe statt. Der Abschluß des holländischen Strauß-FesteS. AuS Rotterdam wird gemeldet: Richard Strauß besucht« auf seiner Re's« nach Rom auch Rotterdam, wo er ein ihm zu Ehren veranstaltetes Konzert persönlich dirigierte. Den Abschluß des Abends bildet« die offizielle Richard Strauß.Huldigung der Stadt Rotterdam, zu der sich außer der Stadtvertretung auch die hervorragendsten Persönlichkei'cn aus der Kunstnnd musikalischen Welt eingefunden hatten. Unmittelbar nach der Feier setzte Richard Strauß seine Reise nach Rom fort. Au» den Theatern. B u r g t h e a t t x. Morgen Freitag. V,8 Uhr abends, ^Elektra". Zm A k a d e m i e t b e a t e r gelaugt morgen Freitag, '/,8 Ilbr abends, das dreiaktlge Lustsviel «A m T e e t i s ck" von Karl S l o b o d a zum e r st e n Male zur Aufführung VolkSoper. Die morgen Freitag stattfindende Premiere der komischen Oper ^F ü r st i n T a n g g r a" beginnt präzise 7 Uhr abends. Zuspätkommende können erst nach der Ouvertüre Einlaß finden. - Heute Donnerstag gebt AuberS „DieStummevonPortici" in Szene. — Alessandro B o n c i beginnt Mittwoch den 6. Februar sein Gastspiel als Richard im „M a S k « n b a l l". Ein Roman eos der lüdlscliea Gesellschaft BQdape;is DieHeimatiosen von ». ilma v. Vimeilch Zw« Dinge vor aUrm lagen diesen nioman vemerkentzwett und iegelnd au» der Reiftr der vielen her°o,trel> n: die ,-b rralchende Straft, m t »ft da» sozial. Bild ein« Zeit nnd e,ne» ftteise, geweden und die undelümmer-k «üdnv.it und e,schulternde ShUichte,,. mit der s.m Ä^enitanv gevt..cht wud. »‘Uu* *rt" Prm* Preis seheftet K 44.000 in HalbleSnwand K 82.000 Zu Derienen durch jede Buchhandlung od»r direkt vom Vorlag Doutach-Oesterrotcbißchor Verlag, Wien, t. Fischerstiege 6