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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-29 · Heft 1780 (29.1.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1780 (29.1.1924)
Date
1924-01-29
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Gerte 2 Wien, DienSkaq Ver kifenbahnerstrell in England. (Eigendieust der Wiener Morgenzeitung".) Hoffnung auf baldige Beilegung. London. M. Jänn r. Es sind n-ene Schritte zur An» bcchmmg der Beilegung des Streikes durch Ver« mitttung de? Notstondskomitees der Gewerkschaften eirre* leitet worden Der Erfolg ist aüzuwartcu. Der Streik ist a bgeflaut, doch sind ernstere Komplikationen bei seiner Fortdauer in Betracht zu ziehen. Offiziell hat sich die Regierung noch nicht einaemengt. Die Eisenbwhndircktorcn und die Exekutive der Lokomotrvführerumon sind wieder zusammengetreten, um mit dem eingesetzten Komitee zu beraten. Die Aussichten für Beilegung des Streiks werden als günstig bezeichnet. Auch die Dockardeiter wollen streiken. London, 28. Jänner. In Bork entscheidet Dienstag die Del-sgiertenversaimmlung der Hafenarbeiter, ob England zum Eisenbahnerstreik noch einen allgemeinen Dockarbeiterstreik erhalten soll. Der Eisenbahnerstreik macht bereits über 125.000 Grubenarbeiter arbeitslos und kostet England täglich eine Million Psund Sterling. Eine englische Auleibe für öffentliche Arbeite«. London, 28. Jänner. Eine Kabinettssitzung des heutigen Tages beschloß, eine große Anleihe m der Höhe von 50 Millionen Pfund für öffentliche Ar bei-- 1 e n zum Zwecke der Erleichterung der A r b e i t s l o s i gkeit zu gewähren. Sie Berliner Reise der Sachverständigenkommission. (Eigendienst d-»r ..Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 28. Jänner. Der erste Sachvertständigenaiusschuß der Reparationskommission wird morgen abends in Berlin. eintreffen, d.r zweite Ausschuß 24 Stunden später. Beide Kommrrsiionen dürften aus je 40 Personen bestehen. Ein offizieller Empfang ist nicht vorgesehen. Die internationalen Sachverständigen sollen nur durch den Staatssekretär Fischer und emige andere Herren, die ihnen bereits von den Pariser Besprechungen her bekannt sind, am Bahnhof begrüßt werden. Für die Arbeiten in Berlin werden der Kommission besondere Rämne im Gebäude des Reichswirtschaftsrates zur D rfügung gestellt. Gestern vormittags hat, wie aus Paris berichtet wird, der erste Sachverständigenausschuß sein« letzte Sitzung abgehalten. Er trat in eine allgemeine Erörterung über das Programm der Untersuchungen ein, die er in Berlin führen soll, und beschäftigte sich insbesondere mit den Bankfrag e-n. Der Ausschuß wird die Erörterungen morgen, währender' Fahrt nach Berlin, fortsetzen. Man glaubt. Mae Kenna werde sich seinen Kollegen, über Ostende^örüssel kommend, anschließen. Las Urteil gegen die kamelots de Roi. (Eigendienst der ..Wiener Morgenzeitung".) Paris, 28. Jänner. Im Prozesse über das Attentat, das von den R o h a l i st e n am 28. Juli 1923 gegen mehrere ReprMSaner, davurtter vor allem gegen den pazifistischen Abgeordneten Max S a g n i e r. den Sozialdemokraten M o u t e t und den früheren Ernährungsmim'ster Vi olle t verübt wurde, ist beute das Urteil gefallt worden. Der Redakteur der „Action Frcmvaife", M a u r a s, der die Verantwortlichkeit für d'e Vorbereitung des Attentats auf sich genommen hatte, obwohl er an demselben nicht direkt beteiligt war. wurde zu acht MonatenGef ä n g n i s verurteilt. Die eigentlichen Attentäter sind zu Gefängnisstrafen von vier und sechsMonaten und je 500 Franken Buße verurteilt worden. Einer der Angeklagten würbe fvsigesprvchen. Ein Petroleumskandal in Amerika. Washington, 26. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Die hiesigen Blätter beschäftigen sich mit einem für gewisse Teile der Regierung überaus peinlichen Skandal, der großes Aussehen erregt. Eine vom amerikanischen Senat vorgenommene Untersuchung über die Konzessionen für die Ausbeutung der Petroleumfelder, die der Regierung gehören, soll Enthüllungen bringen, durch die sowohl der bekannte Petroleumindustrielle Harry F. Sinclair als auch der frühere Innenminister Albert Fall betroffen werden. Albert Fall soll Sinclair durch Ueberweisung von 100.000 Dollar die Ausbeutung der Regierungspetroleumfelder, die unter dem Namen Teapot-Dome (im Staate Wyoming) bekannt sind, bewilligt haben Fall bestreitet entschieden, je Geld von Sinclair erhalten zu haben. Sinclair selbst, der nach Europa abgereist ist und gestern auf dem „Paris" in Plymouth eintraf, dementiert formell, die Gefälligkeit Falls v erkauft zu haben. Mit Spannung erwartet man das Resultat der weiteren Untersuchung. -- Senator W a l s h hat eine Vorlage ausgearbeitet, worin die Annullierung des Berkaufes der Teapot-Dome- Petroleumfelder durch die Regierung an die Sinclair-Gesellschaft vorgeschlagen wird. Sinclair hat sich nach Europa begeben, um der Einvernahme durch den Senat zu entgehen, ebenso Fall. Rumiknische Berstimmungrn gegen Frankreich. <Eigendiensl ji ..Wic'->e> ü'torgcm.eituug".) London» 88. Jänner. Der Bukarvster Berichterstatter der „Times" schreibt zu der Meldung von der Ablehnung der französischen Anleihe durch Rumänien, in am kl kfyeu Kreisen werde erklärt, die rumänische Regierung lei mn der von der Wiener Mkr^eirzeitunft._ _29. Jänner 1924__Nr. 1780 SöiTHaimsch-Interview. Ser Aufschrei der Bornierte«. In dem Gespräch mit dem Mitarbeiter des „Pester L'ovd" Julian Weif, hatt« Präsident Harnisch u. a. aesagt: „D'e J'udm. die ehrlich arbeiten, ihren Platz im wirtschaftlichen und geistigen Leben bonorlg onsfüllen. mit Gewalt in den Hintergrund zu dränaen. ihnm Rechte nehmen. sie zu Büraern -weiten Grades degradieren zu wollen, ist ein unstat'haftes Beginnen, denn in einem modernen S'aate müssen alle Bürger die gleichen Pflichten und die gleichen Rechte haben. In Oesterreich gab es und gibt es Antisemiten. aber so borniert sind sie n i ch t. daß sie d'e indischen Begabungen nicht anerkennen und ote Mitwirkung der Juden am. volitischen und kommerziellen Leben ablchnen würden." Daß der N o w o s a d irrsinnig sei. das hatten die Herren geschluckt. Denn man konnte doch nicht wissen, was bei der Besprechung der Taten des MordgesindelS im Gerichtssaal hevauskommt. Aber daß der Präsident des Bundesstaates den österreichischen Antisemiten nicht das Recht auf gleiche Wertung mit ihren magyarischen Brüdern zugesteht und an ihrer geistigen Gesundheit nicht zweifeln will, das lasten sie sich nicht bieten. Die Hakenkreuzler aller Riten fühlen sich in der Ehre getroffen. Ihr Organ läßt sich, natürlich in der in diesen Kreisen üblichen Verhunzung der deutschen Sprache, also vernehmen: . . Seine Bemerkung, daß in den Adern ztvcier Minister der Regierung Seipel, gemeint sind die beiden Bundesminister Dr. Kienböck und Dr. G r ü n b e r g e r. jüdisches Blut fließe, was ihnen gar ntf* schade, wird als höchst überflüssig betrachtet. Welche Weiterungen dieses Interview nach sich ziehen wird, dies läßt sich nicht sagen. Soviel steht aber bereits fest, daß die maßgebenden Stellen ersucht werden, dem Bnndespräsidenten Hämisch nahezukaen, er soll während seiner Amtstätigkeit, die bis 21. Oktober dieses Jahres dauert, in' politischen Dingen jene Zurückhaltung zeigen, wie sie Bundeskanzler Dr. Seipel, der doch Führer, einer antisemitischen Partei ist. bekundet." Höchst überflüssig ist es also, daß man von der jüdischen Abstammung Kienböcks und Grünbergers spricht. Das ist wenig zu vereinbaren mit der sonst von den Rasienschützlern geforderten Blutremhert für Amtswalter des deutschen Volkes. Verständlich ist es allerdings, daß sie nicht gerne daran erinnert werden wollen, daß die Chose ganz ohne Juden nicht geht. Im Dudgetausschuß des österreichischen Nationalrates, wo gestern das Kapitel Oberste Volksorgane zur Beratung kam, war es der Abgeordnete Jerzabek, der zum Schutze seiner von Hämisch als geistig gesund bezeichneten Klaste das Wort zur Ehrenrettung ergriff. Die Staatskorrespondenz berichtet hierüber: Abg. Dr. Jerzabek bemerkt, der Bundespräsident habe gegenüber dem Berichterstatter des „Pester Lloyd" Aeußerungen getan, über die an dieser Stelle nicht mit Stillschweigen hinweggegangen werden könne. Er habe in dem Interview über die In den frage in Oesterreich gesprochen, den Antisemitismus auf das heftigste verurteilt und insbesondere die Rastenschutztheorie als eine falsche und törichte hingestellt! Letzteres mag die persönliche Ansicht des Bundespräsidenten sein, er müßte aber diese Aeußerungen euch als solche bezeichnen. Der Bundespräsident hat bisher als politisch neutral gegolten und ist daher von uns auch für diesen Posten ausersehen worden. Gemäß den durch die Verfassung gegebenen Einschränkungen seiner Pflichten und Rechte ist sein Amt mehr r e p r r senlativer Natur, was aber die breite Oeffentlidtfen nicht weiß. Wenn daher aus dem Munde des Staatsoberhauptes eine Verurteilung einer Bewegung erfolgt, die bereits s" weite Kreise gezogen hat, wie die antisemitische in Oesterreich, so hat das d e n A n s ch e i n, clls ob man bei uns der antisemitischen Bewegung abhold und als ob diese Bewegung eine sträfliche wäres Darin liegt gleichzeitig eine Verurteilung aller Parteien, die den Antisemitismus in ihr Programm ausgenommen hallen, das sind jene Parteien, die auch die Regierung bilden. Der Bundespräsident hat in dem Interview durchaus nicht bloß die Auswüchse des Antisemitismus gegeißelt. Von Uebergriffen gegen das Judentum kann durchaus nicht gesprochen werden. Die antisemitische Bewegung in Oesterreich denkt nicht daran, dieboden ständige, auch jüdische Bevölkerung in ihren Rechten zu schmälern, sondern wehrt sich nur dagegen, daß diese Nation besondere französischen Regierung seit einiger Zeit gegenüber Rumänien eingenommenen Haltung unzufrieden. De Stellungnahme der Pariser Regierung in der beßarabischen Frage, gegenüber den ungarischen Reparationen und g'genüber den wirtschaftlichen Problemen Rumäniens sei, wie erklärt werde, unvereinbar mit den zwischen den beiden Ländern bestehenden Beziehungen. Die Ablehnnng der Anleihe könne als eine öffentliche Kunldegcbung dieser Gefühle betrachtet werden. Man würde aber zu weit gehen, wenn man erklären wollte, daß sie zu einer neuen Wendung in der rumänischen Politik führen würde. Die Sanierung in Polen. Ein Aufruf der Regierung. Warschau, 28. Jänner. (Poln. Tel.-Ag.) Die Regierung hat zu der Frage der Sanierung der Finanzen an die Bevölkerung einen Ausruf erlassen, worin es heißt, daß dank der von der Regi.rung getroffenen Maßnahmen schon in den ersten Tagen des Februars der Moment eintreten werde, in dem die Regierung in die Lage versetzt sein w.rde, aus den weiteren Druck von Noten zu verzichten. An Grelle der heutigen Mark wrde die polnische Zloty treten. Nach dem Statur der Polnischen Bank werde das neue Geld in einer Goldreserve und in anderen Garantien seine Grundlage haben. Di« Regi rung werde ihrerseits daranf verzichten, bei dieser Bank Kredite. anzusprechen. Auf diese Weise werde dem neuen Golde eine möglichst g.sunde Gvundlage gesichert. Rechte für sich in Anspruch nimmt. Tatsächlich findet ein Vor dringen des Judentums an den Hochschulen statt, das jedenfalls zurückzudrängen wäre. Der Bundespräsideut scheint übersehen zu haben, daß dü Forderung nach dem Numerus clausus berechtigter ist als je, und er scheint auch vergessen zu haben, was wir in Oester-; reich durch die U e b e r f l u t u n g d u r ch O st j u d e n erleidet mußten. Wenn nun van dieser Seite neuerlich Vorstöße w folgen und wenn aus solchem Munde wie dem des Bundes? Präsidenten derartige Aeußerungen fallen, so ist es geradezu eine Einladung an alle Juden der Welt, hierher zu korrmen. Gewiß soll in Oesterreich der Grundsatz gelten, der Tüchtige habe in erster Linie seinen Platz ein;n>« nehmen: aber es handelt sich oft nur nm eine Anmaßung und in dieser Hinsicht ist gerade die jüdische Nation außerordentlich groß. D'e Aeußerungen des Bundespräsidenten werden sicherlich zu Weiterungen fuhren. Der Redner möchte ernstliche Verwahrung gegen eine sa einseitige Beurteilung der antisemitischen Bewegung in Oestew reich einlegen und gegen die Ueberschreitung der Amtsbcfugnisse, die in den Aeußerungen des VnndeSpräsidenten gelegen ist. Protest erheben. Bundeskanzler Dr. Scipel bemerkt, es sei bezüglich der Aeußerungen des Bundesvräli» denten nichts anderes bekannt, als daß eine Wiener Zeitung (die ..Wiener Morgenzeitung" am 27. d. — Red.) aus einem Budapester Blatte einen Artikel exzerpierte, der angebliche Aeußerungen des Bundespräsidenten enthält. Auch bei ihm, dem Bundeskanzler, sei ein Vertreter desselben Budapester Blattes erschienen, doch hat es sich bei diesem Besuche um eine ganz allgemeine Unterhaltung gehandelt und es se: ausdrücklich versichert worden, daß kein Jntervievi beabsichtigt sei. Daher könne mit gutem Grunde angenommen werden, daß auch bei dem Besuche beim Herrn Bundespräsidenten eine Unterhaltung gepflogen wurde, ohne daß dem Herrn Bnndespräsidenten gesagt worden wäre, es handle sich um ein Interview, urid ohne daß Um der Text eines solchen vorgelegt worden wäre. > Schon aus einigen Aeußerungen, die in beut Wiener Blatte zu lesen waren, war zu ersehen, daß es sich unmöglich um wirkliche Bemerkungen des Herrn Bundespräsidenten handeln konnte. So wurde unter anderem gesagt, der Herr Bmrdespräsident hätte sich dahin geäußert, er habe einmal die Absicht gehabt, einen Israeliten zum Finanzminist er zu ernennen. Nach unserer Verfassung ist aber die Bestellung der Minister Sache des Nationalrates. Gewiß wird der Herr Bundesvräsident eine derartige Acußerung nicht gemacht haben und es ist -aber kein Grund, anzunehmen — es sprechen im Gegenteil sehr viele Gründe dagegen —, die anderen Aeußerungen irgendwie für authentisch oder gar für offiziell zu halten. Deswegen ist eS auch gar nicht am Platze, von einer Ueberschreitung der Amtsbefugnisse des Herrn Bnndespräsidenten zu sprechen. Die tzieritorische Frage, die dabei nicht berührt worden ist, gehört in ein anderes Kapitel. Auch gelegentlich einer anderen Budgetdebatte ist bereits über eine Aeußeruug des Herrn Bundespräsidcnten eine Debatte abgeführt worden und ich habe damals den Standpunkt eingenomme", unsere Verfassung verbiete durchaus nicht, daß der Herr Bundespräsidcnt auch einmal Aeußerungen über se-ne versönlichen, selbst poli ttschen Anschauungen von sich gebe, ebne daß er dazu die Gegenzeichnung des Bundeskanzlers oder e'ne.-. anderen Mitgliedes des Kabinetts einholen müßte. Da cs sich damals nm eine Aeußernng handelte, die mir und meiner Partei und darum, wie ich aunebme, auch dem Abg. Dr. Jer- 'abek nicht unsympathisch war, muß ich auch b»ute denselben Standpunkt einnehmen und es dem Herrn BuiiöeS- "räsi'öenten zubilligen, daß er auch setzt von seiner Freiheit Gebrauch mache, und auch in der Frage deS Antisemitismus ''einer Meinung Ausdruck verleihe. Wenn die Aeußerunaen, die dem Herrn Bnndespräsidenten in dieser Frage zugeschrieben "erden, tatsächlich getan worden sein sollen, müßte ich sagen: Mir ist bekannt, daß der Herr Bundespräsident, bevor er zu ^einer Zwilling llernfen wurde, oder auch während seiner Präsidentschaft, sich nie auf ein antisemitisches Programm festgeleg! hat. Bon einer lleberstbreitung der Befugnisse kann keinesfalls die Rede sein. Wir müssen unS überdies bei den Erfahrungen, die w'r hinsichtlich der großen Zurückhaltung unseres BuudeSpräsidenten bisher gemacht haben, wenn es sich um p.1itisch bedeutsame Aeußerungen bandelte, vorerst gewiß ans den Standpunkt stellen, daß von ihm ans nicht irgend etwas geschehen ist. w•§ Grund zu einer öffentlichen Klage in einem An-' des Nationalrates geben könnte. Ich bitte daher, diese Angelegenheit für erledigt anzusehen. Nie WevrvsMt in Polen. Warschau, 28. Jänner. (Tschecho-slowakisches Preßbuveau.) In der heutigen Sitzung des Sejm wurde die Debatte über die allgemeine Wehrpflicht begonnen. Der sozialdemokratische Abg. Dr. L i e b e r.m a n n forderte die Einführung der achtmonatigen Militärdienstpflicht. Kriegsminister Sosnk o w s k i erklärte, aus Gründen der Ausbildung und der gebotenen Sparsamkeit müsse die zweijährige Dienstzeit eingeführt roerden. Der Attentatsplan gegen Sreüt. Der Alldeutsche Claaß als Anstifter. Berlin, 26. Jänner. (Tel.-Komp.) Der als Komplioe DhormannS verhaftete Augsburger Fabrikant Dr. G r a nd e l bestreitet seine Zugehörigkeit zur MtronaGoz'ialistischen Partei uittb behauptet, Mitglied des Alldeutschen Verbandes jju sein u>nd als solches in enger Beziehung zu dem vom Untevsiichungsrichter vernomntenen Führer des Verbandes, Jnftizvat Dr. Claaß, gesta>nden zu haben. Nach einer Mittelung der Polizei wuvden auch Briefe beschlagnahmt, m welchen Claaß davon spricht, „Gerveral v. Dreckt müsse beseitigt werden". Claaß will diese Beseitigung mrr so gemeint haben, daß General Seeckt von seinem Posten entfernt werden nrüsse.

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