Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1776 (25.1.1924)
- Date
- 1924-01-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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^Nr. 1776 _Widn, Freitag Petljura in Wien. Mit falschem Paß nach Budapest avgerelst. Der berüchtigte ukrainische Pogromist Petljura, welcher in Polen interniert war, dann dort wegen hochverräterischer Umtriebe vor Gericht stand und freigesprochen wurde, hat, wie wir vor kurzem melden konnten, Polen über Hals und Kopf verlassen. Er wollte sich nach Prag begeben, doch verzichtet d'e Tschecho-Slowakei, die ein Kulturstaat ist. auf solche Gäste, und der Pogromist erhielt keine Einreisebewilligung. Dagegen hat Petljura ch::e weiteres die Einreiseerlaubnis nach Oesterreich erhalten, welches gegen so distinguierte Fremde schon um Hebung d«S Fremdenverkehrs, wil'en sehr weitherzig ist. So weilte denn dieser geschätzte Gast einige Tage lang, wie wir von gut informierter Seite erfahren, in den Mauern Wiens und fuhr vorgestern mit einem falschen Paß, der auf den Namen Stjepan Mogiler lautat, nach Budapest, da ja die Hauptstadt Horthy-Ungarns seinem Betätigungsdrang ein reiches Feld eröffnet. In Wien dürfte Petljura versucht haben, sich den russischen Monarchisten, die hier .recht zahlreich vertreten sind, anzubiedern. Die russischen Monarchistenkreise, zu deren Hauptexilpunkten heute nebst Paris, Belgrad und Bukarest auch Wien zählt, schöpfen gerade jetzt, nach dem Ableben Lenins, neue Hoffnungen. Sie versuchen eine Konzentrierung alter antisowjetistischen Elemente von links bis rechts herbeizuführen. Großfürst Nikolai Nikolajewitfch, der gegenwärtig die politischen „Operationen" leitet, ist sogar mit den antibolschewikischen Sozialrevolutionären in Fühlung getreten. Die Monarchisten gehen von der Ansicht aus, daß der Ablauf der Ereignisse in Rußland entsprechend den Dimensionen dieses Gebietes sich viel langsamer vollziehe als im übrigen Europa, daß aber innerhalb von längstens drei Jahren die Gegenkräfte gegen die bolfchewiklfche Herrschaft so stark sein werden, daß sie ihr Erbe antreten können. Bis dahin würde die zahlenmäßig ohnedies kleine, nicht über einige hunderttausend Mitglieder hinausgehende bolschewikische Organisation völlig zermürbt sein. Es ist natürlich, daß in diesem Gespinst antibolschewikischer, politischer Umtriebe sich für Freibeuter a la Petljura, Denikin. Wrangel u. a. immer ein warmes Plätzchen findet. Aber die Pogromisten machen auch auf der Gegenseite Karriere. Ein Beispiel hierfür bietet der Attaman Tiutiuniuk, einer der Hauptführer der Petljura-Banden, welche die furchtbaren Pogrome in der Ukraine organisierten. Dieser Pogromist wurde später von den Sowjetgerichten abgeurteilt. Wie jedoch jetzt aus Kiew berichtet wird, ist Tiutiuniuk amnestiert worden und das gesamte ukrainische Exekutivkomitee der Sowiets hat die Amnestie bestätigt unter der Bedingung, daß Tiutiuniuk Während eines Jahres sich an keinen Wahlen beteilige. Aber diese Beschränkung wird reichlich ausgewogen, denn der Pogromist wird, wie weiter mitgeteilt wird, demnächst in dieRoteArmee eintreten. Wozu beiden Teilen zu gratulieren ist. _■ ftetiffon des BeMr-Prozeffer. Aus Moskau berichtet I. T. A.: Der berübmie russische RechtSaniwalt A. S. Sarudnis, der dem Verteid'MrLollegiu.m im Beilis-Prozetz anychörte, hat an die Sowjetregierung das Ersuchen gerichtet, auf Grund des in Verbindung mit dem Mord an den Knaben tzuschtschinsli im Jahve 1911 gesammelten Ma-> ierials eine. Revision des Prozesses des seinerzeit in Kischmew wegen Ritualmords verurteilten, späterhin fteigelassenen Juden Beilis anzuordnen. Er begründet fein Reditstonsverlangen damit, daß d'e gegen die Juden in Verbindung mit dem Beilis-Prozeß erhobene Blutbeschuldigung für immer aus der Welt geschafft werden müsse. ^Die Sowjetregierung ist daran, eine besondere Rechtsibehorde für die Frage dcr Revision dieses Prozesses zu schaffen. Minister a. r. Wittel 8« Fahre alt. Am 29. d. vollendet der Eisenbalhnminister a. D. Dr. Heinrich (vormals „Ritter von'") Wittek sein 89. Lebensjahr. Wittek war eine der stehenden Ministerfiguren der Monarchie. Im Juni 1895 wurde er zum ersten Male Minister, und zwar übernahm er im Ministerium Kielmansegg d'e Leitung des .Handelsminister'ums. Am 30. Nrvember 1897 trat Wittek als Eisenbahnminister in das Kabinett Gautsch. Er Web an der Spitze der Eisenbahnvevwaltung auch in den folgenden Kabinetten, bis zu seiner am 1. Mai 1905 erfolgten Versetzung in den Ruhestand. Vom 21. Dezember 1899 bis 19. Jänner 1900 war er provisorisch mit dtz-m Vorsitze im Ministerrat betraut. Auch nach seinem Rücktritt in den Ruhestand widmete sich Wittek öffentlichen Angelegenheiten und hat auch dem Wiener Gemeinderate angehört. Die Stadt Wien verlioh ihm das Ghre.n>bürgerrccht. Sie Sicherung der ParlamentrgebSudes. Der Einbr".:ch der Invaliden ins Parlament hat den Äedanken nahegelegt, daß der Versammlungsort der Volksvertretung tot Hinkunft der derartigen Uebersällcn gesichert sein muß. Tie Polizei hat auch bereits entsprechende Amveisungen erhalten. In Hinkunft' werden Deputationen, die über zehn Köpfe stark sind, Wicht mehr ins Parlament oinge-lassen werden. _Wiener M"r"emeltunpk.. lliUeilttnoen aus dem Publikum. Jede mondäne Dame bezieh! Ihre Seide vom Wien, IV. Margaretenstr. 10 Unerreicht billige Preise! Die unter dem Vors!tze der Frau Erna Schwarz- Hill er arbeitende Damensekdon des Jüdischen UnterstQtzungsverelnes „ESRA11 verans'altet morgen Samstag den rb. Himer, abends $ Uhr ln sämtlichen Sälen des K u r s a 1 o n s (Stadtpark einen Eintrittskarten zum Preise von K 25.00') bei sämtlichen Mitgliedern erhältlich. An der Abendkassa K 30.000 Elite-Ball Die Nachfrage ist auf den Märkten auffallend schwach, so daß die Zufuhren ans allen Marktgebieten reichlich den Bedarf decken. Die Preislage ist trotzdem die gleiche. Auf dem Nalchmarkte kamen Festem -um erstenmal ä g y v t i l ch e Eier zum Verkaufe, die zwar etwas kleiner als die hiesigen sind, sich aber nur aus 2590 K. pro Stück stellen. Sie wurden gern gekauft. Butter ist aus den Märkten nahem unverkäuflich. trotzdem «eben die Prei'e nicht weiter zurück. Bloß Kochbutter stellte sich wieder etwas billiger, doch ist sie weder im Geschmacks besser noch fettreicher als Mawarin, Io daß sie begreiflicherweise selbst bei einem Preise von 28.000 bis 32.000 K. pro Kilogramm keinen Absatz findet. Heiter und Frost. Erstem morgens war es in Oesterreich klar und sehr kalt, mit Morqentemperatnren meist unter minus 10 Grad (Wien minus 10 Graist. Der Frost liiert auch tagsüber an. Die Temperatumnterschiede gegen den Westen und Nordwesten sind sehr groß. Island hatte vluS zwei Grad, Jan Manen nördlich de? Polarkreises vlns ein Grad, Triest minuS zwei Grad. Atben Cchneefall. Die ein gebrochene kalte Luft breitet lich nach Sü dosten ans. Vorauslage: Heiter, st arker Morgenfrost, mittagsschon nahe an Null. * Die Totengräber als Leichenschänder. Wer bat den Krieg angezeltelt? Die „ReichsPest". (Kein Druckfehler!) Wer schrie in flammenden Lettern der geduldigen Druckerschwärze nach „Rache für Franz Ferdinand" rech wallte eine „Brücke" schlaun lassen, daß mau könnt' ,-hinüberrncken"? Die „Rmchspost!" (Kein Druckfehler!) „Lorbeerreiser", „Stahlbad", „Feld der Ehre" war das Wörterbuch ihrer Krieas-gesinmma. Doch aus der „Brucken" wurden die „Drucken" und aus dem Lorberreis Brot ans Mais! Und als es immer schiefer ging und unsere „herrlichen Siege" immer größere O'p'er dem gieriaen Krieasmoloch in den Rachen warfen, erstand aus dem Schaume des unermeßlichen Blutmeeres jener geradezu mystische Lenin, dessen Geist das arauerchaste Völkermorden ans Licht truq auf dem Wege über Frau; Ferdinand, ..Reichspost". „Vrinz Eugen- Marsch", „Front im Osten" und „Schulter an Schulder!" War Lenins Weg wiederum mit Blut bcbeckt, seine Methode von der grausamen Taktik der Kriegsverlängerer zeitweise beeinflußt, wer kann es wagen, zu leugnen, daß ohne Weltkrieg kein Lenin, keine umgekehrt Militarisierung der Massen -erfolgt wäre. Der Moskauer Riese wurde in Wien gezeugt in d"r Atmosphäre, welche die „ReichKpost" schuf, die dem Reich den Odem ausblies. Nun, da Lenin tot ist, bei'^imst-rn ihn die. wel^ sein Wirken hervorriefen. Die unendlichen Knochenberge der Krieashetzer haben ja erst den gigantischen Lenin geboren, den sie ietzt schwebend über Schädclhaufen. die sie erzeugt, in ihrer Nachmittogspapierverschwendung darstellen. Natürlich darf, da sich die wirklichen Schuldigen d S Krieges hinter dem bequemen „Darr Iud" nach gut kriegerischem Brauch verschanzt haben, d r David-Stern nicht fehlen Wenn dos Shm-bol rm Zusammenhange mit dem Endziel Lenins, den Idealen der Völkerversöhnung und des Völkersricdens gezeigt wird, könnte man eigen'lich gar nichts daaegen haben. Das russische Judentum freilich, das durch die Tscheka Lenins dezimiert worden ist — wie gerne hätten diese „Wiener Stimmen" eine solche Einrichtung — weiß es, daß in den Zeichen Lenins eme Zacke gefehlt hat. Er weiß es, daß ihm der Sowjetstern ebenso freundlich gesinnt war wie das Hakenkreuz, das man in Wien verehrt und durch Gerichtspsvchiater für straffrei sanktioniert. * Probevortrag. Heute um dreiviertel 6 Ilbr nachmittags und morgen um halb 9 Uhr früh wird über Einladung des V-ir» standes der Knltnsgemeinde Herr M. T a s ch l i tz k y, Oberkantor aus Arnheim (Hollands einen Probevortrag im großen Leopoldstädter Tempel, 8. Bez., Tempelgasse 3, abhalten. * Der Lohnkampf der Versicherungsangestellten Die neuerlich austenommcuen Verhandlungen zwischen den Verlre.-crn der Versicherungsanstalten und dem V>er'rauensmännerkomi!ee der Angestellten haben abermals kein positives Resultat ergeben. D:e-Anstaltsvertreter erklärten, daß sie nach den ihnen erteilten Vollmachten selbst die seitens der Lngestclllenv-er'ret-er reduzierten Forderungen nicht bewilligen können, daß sie aber dieselben einer Plenarversammlung der Leiter der Versicherungsanstalten vorlegen wollen. Daraufhin wurden die Verhandlungen abermals abgebrochen. Die Plenarversammlung der Anstaltenlener, d'e nunm hr stattgefunden hat, hat die Forderungen der '..ngcstcllten abgelebtst. * Der „O-Wagen". Der Hausierer Karl Gutherz. wegen seiner „O"-Belne in der Brigittenau uister dem Spitznamen des „O-Wagens" bekannt, hat mehrfach Kleider, die er zum Verkaufe übernommen hat, veruntreut. Als die Polizei ihn au' Grund von Anzeigen fassen wollte, war er verschwunden. Es gelang nun. ihn in Ottakring, wo er unter falschem Namen wohnte, auszuforschen und zu verhaften. Es wurde ermittelt, daß der Alaun noch wci'-cve hundert Personen in ähnlicher Weise geschädigt Hai. Er hat ihnen auch Wertsachen im Betrage von 00 Millionen Kronen entlockt mit der Vwspiegeluüg, daß er ein offenes Geschäft besitze. Wenn dann die (Geschädigte nach dem , oiieueu Gelchaji« iorschten, war der -Wagen verjchwundelt. " 25. tz-änmr 1924_ Seite 8 Es besteht die!Vermutung, daß Gtrtherz noch zahlreiche ander« Personen geschädigt hat. Gutherz wurde dem Landesgerichte -eingeliefert. * Das Bekleidungsgewerbe und die neue Warenumsatz« ieuer. Die Organisationen der Schuhmacher, Kleidermacher, Waschewareneweuger und Sticker berufen' für Sonntag den 8. Februar, 3 Uhr nachmittags, in der Volkshalle des Rathauses lsine Prolestveriammlung mit der Tagesordnttng „Die Gefahr in der neuen Warenumsatzsteuer für das Bekleidungsgewerbe" ein, der auch Vertreter aus der Provinz beiwohnen werden. * Neue Marken. Aus Anlaß der am 1 Dezember 1923 in Kraft getretenen Postgebührenerhöhung wird folgendes verfügt: a) Der bestehende Briefmarkenwert zu 8000 K wird in geänderter Form und Ausstattung aufgelegt; b) die bestehende Briefmarkenreihe wird durch die Ausgabe eines neuen Wertes zu 10.000 K. ergänzt: c) die bestehende Nachmarkenreihe wird durch die AttSgabe neuer Werte zu 1800 K., 4000 K. und 6000 K. ergänzt: d) es werden neue einfache Postkarten zu 500 K. und D o p p e l p o st k a r t e n zu 600 plus 600 K. auSgegeben. Die neue Briefmarke zu 800g K. ist in Buchdruck hergestellt und zeigt die Form und Ausstattung der laufenden Briefmarken mit dem Markenbilde „Hammer ii"d Zange". Sie ist in lichtblauer Farbe ans weißem gewöhnlichem Vavier gedruckt. Die neue Briefmarke zu 10-000 K. ist in Kup^erdruck hergestellt und zeigt die Form und das Markenbild der laufenden Kupferdrnckmarken. Sie ist in brauner Farbe auf weißem, gefasertem Panier gedruckt. Die neuen Nachmarken an 1800 K., 4000 K. und 6000 K. zeigen die gleiche F"rm, Ausstattung und Farbe wie die bestehenden Nachmarken. Die neuen Postkarten zu 500 K. und die Dopvelpostkarten zu 500 plus 600 K. reigen oic Postganzsachenmarke und den Vordruck in violetter Farbe, im übrigen die gleiche Form und Ausstattung wie bisher. * Wiener Brockensammlung. Der Verein Fürsorge für Obdachlose im 7. Bezirk bat beschlossen, die von ibm vor dem Kriege betriebene und später eingestellte Brockensammlung für Obdachlose und Arme wieder aufzunebmen. Er bittet im Interesse Obdachloser und Armer alte und entbehrliche Kleidungssachen und Einrichtungsgegenstände, soaenannte Brocken, an die Wiener Brockensammlung, 7 Bez., Kaiserstraße Nr. 92, zu senden oder zur Abholung zu avisieren. Telephon Nr. 37-3-48. * Zehnte österreichische KtassenloNerie. Bei der gestern abgebaltenen Ziehung der H. Klaffe gewannen: 40 Millionen Kronen das Los Nr. 24.634: 20 Millionen Kronen das Lo8 Nr. 33.082; 10 Millionen bas Los Nr. 54.684; je 6 Millionen Kronen die Loie Nr. 61.266 und 90.266 : U 4 Millionen Kronen die Lose Nr. 5621, 6127, 63.443, 76.082 und 92. '79; je 2 Millionen Kronen die Lote Nr. 17.280, 20.335. 27.345, 27.681. 33.127. 34.082, 36.467, 58.127. 67.197, und 69.335: je 1 Million Kronen die Lose Nr. °1.127, 29.262. 30.679, 31.335, 44.443. 53.345. 59.122, 61.9*1. 66.127, 70.262, 70.921, 71.443. 75.681. 76.443, 80.262, K4.621, 88.122, 88.634, 93.345 und 93.467. Außerdem wurden 1960 Gewinne zwischen 600.000 und 180.000 Kronen oukwelost. * „Der Jude", bv von Martin Bnber geleitete jüdische Monatsschrift, wendet sich abermals an seine Leser und alle an oeistigen Problemen des Judentums interessierten Kreise, dem Verlag durch ein Do.ppelabonnement (jeder Leser möge einen neuen Abonnenten gewinnen) die Möglichkeit zu geben, den Bestand des Blattes, welches unter der Entwertung der Mark schwer zu leiden hat, zu erhalten. Die Bedeutung dieser jüdischen Monatsschrift, die wir unseren Lesern nicht erst darzulegen brauchen, läßt es als Notwendigkeit erscheinen, diesem Notruf Folge zu leisten. vereine BortrSge und Versammlungen. ZionistilcherakadeniischerLandesver« band. Deute. 6 Ubr abends. 2. Bez.. Taborstraße 20 a, drinaende außerordentliche Sitzung. Erscheinen aller Delegierten Nflicht! Sonntag den 27. d„ 9 llhr vormittags (obne akad. Viertelt, Beginn des historischen Seminars unter Leitung des Herrn Dr. B a r o n. Ort: Jwriah-Bude, 9. Be,.. Klalergaffe Nr. 4n. — SeniorenverbandderZ. M.V. Heute, '/,8 Uhr. S. C. aus der Jedidäa-Bude, 9. Bez., Nußdorferstraße 61. Tagesordnung: Charaenneuwabl f. d. S. S. 1924. Folgende Korvoratlonen mögen bestimmt ihre Vertreter entsenden: Z. M. V. Giskala, Hvrkania. Maffada, Mattathia, Nebemia, Gamala. Jedidäa. Mattathia Mödl. — Verein für lüdische Geschichte und Literatur. 2. Bez.. Ferdinandsstraße 23. Samstag den 26. d., 7 Uhr abends, im Saale der israelitischen Kultu»gemeinde. 1. Bez.. Seitenstettenaaffe 4, Vortrag von. Professor Dr. Wilhelm S t e i n: „Die literarischen Salons der Berliner Jüdinnen zu Anfang des 19. Jahrhunderts? Eintritt frei. — Chaluzverband. Einen bei unserer Feier an der Kaffe erlegten Betrag bringen wir für unteren Ausbildungssonds in Verwendung. — M i S» r a ch i (W i e n). Sektion Alsergrund. Morgen, 8 Ubr abends, Vrovaganda-Meeting im Souterrainlokal des Case Metropole, 9. Bez., Beraaaffe 33. Referenten: Rabbiner M. H o r o w i tz, Stanislan, Dr. Wolfgana W e i s l, Jemsalem, und sind. phil. M. Gersil, Wien. Astroverein. Heute abends (7 Uhr) findet in der Bundesrealschnle, 8. Bez., Albertgasse 20, dir gründende Versammlung des Astrovereines statt- Der unter Führung des populären Professors Thomas stehende Verein streb: die Zusammenfassung aller Amateurastronomen an. Auskünfte über alle astronomischen Fragen und Anleitung zur systematischen Mcteorbeobachiung gibt der Leiter vorläufig jeden Montag von 4 btS 6 Uhr, 3. Bez., Salesianergasse 8. Aufruf. Der Jüdisch-akademische Philosophenverein ieubet imS folgende Zuschrift: „Der Jüdisch-akademische Philosophenverein befindet sich seit eirügen Jahren in einer Lage, die seine gesunde Weiterentwicklung arg bedroht, jedes ernste Beginnen im vorhinein schwächt und den enthusiastischen, zielbewussten Willen der in mm organisierten Studentenschaft lähmt Fünfhundert jüdische Studenten, die dem Vereine angehören (sowohl Inländer wie auch Ausländers, die über alle materiellen Hindernisse hinweg einer ernsten wissenschaftlichen Zusammenarbeit sich widmen wollen, sehen sich gezwungen, von ihrem großzüPgen Arbeitsplan Abstand zu nehmen, da sie kein Heim, kern Lokal besitzen, wo sie frei und ungestört arbeiten könnten. Wir benötigen ein geräumiges, sonst bescheidenes Zimmer, wo jeden Tag 20 bis 60 Kollegen zu Kursen, Vorträgen und Arbeitsgemeinschaften Zusammenkommen könnten. Es bestehen bereits formell 8rundete Fachsektionen unseres Vereines für Mathematik und ysik, Chemie, Naturwissenschaften, Geschichte, Philologie, es :ehen weiter freie Sektionen für Astronomie, Musik nsw., aber ihre Entwicklung ist unmöglich, wenn nicht die Dioglichkeit besteht, ein Lokal zu erhalten. Der Verein wendet sich daher an die jüdische Oeffentlichkeit mit der dringenden Bitte, ihm zur Erlangung eines, wenn auch kleinen L o k a I c s im 1., 2., oder 9. Bezirk behilflich zu sein. Von der Lösung der Lokalfrage hängt seine weitere Existenz ab- Tie Judenschaft Wiens, so hofft unser Verein, wird sicher bereit sein, unsere Bitte zu erfüllen, damit wir untere Ausgaben erfüllen können. Zuschriften an den Jübisch-akademischeu Phstosophclwerein- L. Bez., Zimn.ermauusplatz 8, dortselbst auch Auskünjta.