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Wiener Morgenzeitung · 1924-01-25 · Heft 1776 (25.1.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1776 (25.1.1924)
Date
1924-01-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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/ Wiener Morfterrzeitung. 26. Jänner 1924 Nr. 1776 km lleberfall im SparkassengMude. Einem Seschgftsdiener werden 82 Millionen neraubt. — Kein Totzeune. - Kein BerdSÄtlnek im Kaffenraum. - 8in mtzsterKser Tack mit Maknlatnr. Geiie 4 __Men, JMa§_ Tagesbericht. » Sine Srdnungswidrigtelt. In Wien ist Mittwoch eine Ordnungswidrigkeit begangen worden. Die Kriegsinvaliden, denen das „S'ahlbad d'r Völker" so schlecht bekommen hat,' daß sie heute erwe.bsunfäh'g sind, haben es verstanden, die ihnen eingebläuten militärischen und strategischen Fähigkeiten auch einmal zu ihrem Vorteil auLztlnützen. Mit bNounderungswürdieer taktischer K!nah?it haben sie unter Anwenkuna der ra-sfiniertesten Täuschungsmanöver eines der unzugänglichsten und bestverschanzten Bollwerke der Republik im Sturm genommen und die - überrumpelte Besahun^smannschaft zum kapitulieren gezwungen. Hätten sie diese heroische Tat vor etlichen Jahren mit ärarischen Mordtvafsen vollbracht und den Ort der Handlung in einen wüsten Trümmerhaufen verwandelt, denn wär? ihnen unsterblicher Ruhm und unermeßlich-?? Lob sicher gewesen. Das Bollwerk, das sich sonst so umgänglich erweist, daß schon manch rüstiger Kämpe, der sich den Einzug erziv'ngen wollte, kläglich wieder abzichen mußte, wahrend es dem Handstreich der Invaliden so rasch unte.?aig, ist nämlich das Parlament, das sich durch stärkere Schanzen vor dem Zuzug Unwillkommener gedeckt zu haben wähnte als eine militärische Festung. Tcnn engmaschiger als der raffinierteste Drcih'verhau ist das Wahlrecht in die Nationalversammlung. Es ist so undurchdringlich wie die bekannt Dornröscherhecke, und dieser Umstand ist vielleicht mit schuld daran, daß im märchenkundigen Volke die Vorstellung erwachte, die jenseits dieser verwunschenen Hecke Sitzenden seien. — in Schlaf versunken. Wer Dornröschen setzte sich diesmal gegen die Erlösimg zur Wehre. Es zeigte gute Lust den eingedrungen-m Prinzen nach dem Gesetze gegen Hausfriedensbruch zu behandln, und als dieses Schreckmittel versagte, wollte es sich einfach auf die andere Seite leoen und weiterschlumnierm. Tvaumgebilde tauchten, vom Genius des Ortes willig heraufbeschworen, auf: Instanzenweg, Koinmissionsberatung nfw. Aber die Eindringlinge machten dem nnheimlichen Spuk ein energisches Ende. Sie erklärten, daß sie solch faulem Zauber keinen Wert beimessen und daß Geschwindigkeit — keine Zauberei sei. Und siehe da! Es zeigte sich, daß sie recht behielten und daß der schwerfällige Apparat plötzlich mir einer Windesekle zu funk'ionieren begann wie noch nie. Innerhalb weniger Minuten war — ohne Instanzenweg, KAinmiffionsberatung usw.! — ein Ausweg gefunden. Nun taucht in der verblüfften Oeffenllichkeit die bange Frage auf, welche Folgen dieses Beispiel zeitigen könnte, w'nn cs — an-eiswnd wirken sollte. Der zu Tod« geänaftig'e Bureaukratismns klammert sich angstvoll an die Mähne des Amtsschimmels, der vorlauter Schreck für einen Moment die Scheuklappen verloren hat. In seiner aus dem Gleichgewicht geräkenen Phantasie sieht er bereits alle bisher mit Lammesgeduld .geschlagenen DevAkerungsschichten sich „im kurzen WegedaS richten, wozu eine weise Obrigkeit, gewählte wie ernannte, Instanzenwege, Kommiffionsbrratungen und dergleichen Re« gi-erungsnotWendigkeiten in unabsehbarer Hülle und Fülle benötigt. Und alle „Gutgesinnten" zitieren jammernd: heilige Ordnung, segensreiche!" Obwohl diese Ordnung ganz gewiß nicht so segensreich ist, wie sich die Ordnungsw'dri^keit der Invaliden — leider mir in einem speziellen Falle — erwies» lrmdern nur von der traditionellen Schlamperei geheiligt. S.—!r. Eine Paßmimete in Prag. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Pr-g. 24. Jänner. Auf Anregung der Handelskammern beruft das Handelsministerium eine Enquete ein, um die Paßverordnungen zu vereiwachen. Da das Innen-, Handels- und Außenministerium sich Zustimmend geäußert haben, dürfte es zu einer Vereinfachung der Paßvorschriften kommen. __ Sie Gemeindesteuern und die Wiener Theater. Keine Ermäßigung drr LustbarkcitSsteuer. Gestern erschienen bei dem amlsfüh rennen Stadtrat Breitner di- Direktoren der Wiener Theater. Sie verwirft -darauf, daß vor allem de Operettenbühnen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und verlangten eine Ermäßigung der LustbarkeitSabgab«. Sie fühv'en ferner an, daß sie bei dm aegenwLrtiqrn Bechältzn-iffen nicht mehr in der La^e sein würden, am 1. September ihre Betriebe wieder zu eröffnen. Stodtrat Breitner antwortete, daß es der GsmeindeverßvaOtzunig keineswegs unbekannt geblieben sei, daß di« Konnrnkwr der Dh:a evbetrie'be nicht mchr so gut sei wie in der Infl-atiorS« zei:. DeshÄb h-abs auch die Gemeinde von der urfprüngi'ich profekiterten Evh-iihung der Äuslibarkeitsabgabe für die Operetten auf 35 biS 40 Prozent «bgsschen. Aber die Gemeinde 'könne auf diese Abgabe nicht verzichten, weil si« für ihr« Ausgaben eine entsprechende Bedeckung finden -müsse. Ein« Ermäßigung der gegenwärtig geltenden Satz« der Lustbar. keirsa.bga>be sei daher vollkommen ausgeschlossen. Sollte d'e Regierung ihre 'Vorlage Liber das AbgabervteilnngSgefetz unverändert beschließen, dann müsse d:e Gemeinde Wien die damit verbundene außerordentlich schwere Schädigung ihrer Finanzen durch neu« Steuern amLzugleichen versuchen. ES wäre dann eine starke Erhöhung der Fürsorgeabgabe notwendig, die naturgemäß auch die Dheaterbctriebe treffen würde. Auch die Ankündigung der Direktoren, daß sie am 1. Scpt-cmber ihre Betriebe nicht mchr eröffnen würdm, keundi? Gemeinde von thront Standpunkte nicht avbrmgrn. Mitten in der Stadt, im Gebäude der Sparkasse am Graben, wurde gestern mittags an dem Geschäftsdiener Adalbert Mari sch der Firlna Brüder Böhm, 7. Be§., Schottenfcldgaffe 67, von einer Rotte junger Leute zur Zeit des lebhaftesten Parteienvcrkehrs ein Ueberfall verübt. Bei diesem Handstreich sind den Tätern 92 Millionen Kronen in die Hände gefallen. Wir erfahren darüber: Zu dem Wachmann, der an der Kreuzung der Bognergasie und des Grabens stand, trat gestern mittags ein alter Mann und sagte ihm: „Herr Wachmann, mir haben sie soeben in der Sparkasse beim Tor 110 Millionen Kronen abgenommen!" Der Wachmann ging mildem Manne sofort in den bezeichneten Toremgang in den Tnchlauben und fand in der Gangeinfahrt, an die Mauer gelehnt, einen L e i n e n s a ck, der Makulaturpapier der Oesterreichischen Lombard- und Eskomptebank am Schottenring enthielt. Der Ueberfallene wußte nichts anzugeben, als daß sich die Täter durch das Sparkaffenhaus in der Richtung gegen den Peters- Platz gewendet hätten. Mansch ist seit etwa 4 0 I a h r e n bei der Firma Brüder Böhm als Geschästsdiener und Nachtportier angestellt. Zu seinen Obliegenheiten gehört es, daß er allwöchentlich die zur Zahlung notwendigen Gelder ans verschiedenen Banken abholt; er hat im Laufe der Jahre schon oft größere Beträge abgeholt und sie ohne den geringsten Anstand regelmäßig abgeführt. Bei seiner Einvernahme erzählte er, daß er heute vormittags um 10 Uhr von der Finna mit einem auf 110 Millionen Kronen lautenden Scheck in die Eskomptebank am Hof geschickt worden sei. Er reichte den Scheck ein und behob, nach seiner Aussage, gegen 11 Uhr das Geld. 36 Noten zu 500.000 Kronen steckte er in eine Rocktasche, während er die übrigen 92 Millionen Kronen in einen feingewebten Segelleinwandsack packte. Marisch verließ das Bankgebäude und ging über den Hof zu den Tuchlauben. Als er beim Toreingang der Sparkasse unter den Tuchlauben ankam, will er mehrere Leute in einer Gruppe gesehen haben und ihnen ausgewichen sein. Er wurde aber von dieser Gruppe zum Tor hineingedrangt und von den Leuten umringt, an die Wand gepreßt, wobei ihm dann der Sack, den er unter dem Arm trug, von einem dieser Burschen von rückwärts mit Gewalt entrissen wurde. Daß der Sack mit Makulaturpapier liegen geblieben ist. hat Marisch bei dem Ueberfalle nicht geschen. Um Hilfe hat er, völlig überrascht, nicht gerufen, er hat nur fast für sich die Worte „Um Gotteswillen" ausgestoßen, und ist gleich zu dem Wachmann geeilt. Stadtrat Meitner über die Bundestheater. An der Borsprache der Wiener Dhkaüerdirektoren nahm auch Mmisteriallral Eckmann <tls Vertreter der B u n de Stheater teil. Ihm pe-genüber äußerte sich Stadlrat Breitner insbesondere dcchtn, daß bezwgjNck der Staatsheater eine Verstadtlichung nur in der Form eines langjährigen Pachtvertrages, ähnlich wie bei der Sradchahn, m'lHlich wäre, und zwar un'er d ir V-ova-ussehunq, daß dadurch den breiten Maffm der BövMerun-g durch SchAer. Arbeiter- und MWelPaichSvorstelluntzen die Staotslheater vollkommen erschlossen werden. Für diesen Fall wäre die Gemeinde bereit, auch «in evetvwMes Defizit, das noch DuvckiMnung «wer Reihe von Cparmaßnaihmen administrativer Natur heralbgedrückt werden könnte, zu tragen und d-für zwanzig bis dreißig Milliarden jährlich aus Gemeintem iiZeln zur Berfüaung zu stellen. Für di« künstlerische Leitung d.'r Bund-sthsatzer,.. die von der Gemeinde nicht beeinflußt werdm soll, wurde ein eigenes Bundestheaterkuratorium eingesetzt werden, in dom di« G eme i nde zwar die M e h rhe i t haben muß*«, aber auch Vertreter des Bundes Sitz und Stimme haben würden. Sie 8Ie*täit?eemm der Stadtbahn. Vergebung der Lieferungen. Aus dom Rathause wich ans nti-‘r«i-ei'üt: Am 21. b. hat, der niedevösterreichische Landtag den Beschlüssen über dieEl-iktrifizierung der Stadbahn p^fmrnnt und es ist nun dieser schwieri,'« Geg'tsw.nd endgültig soweit erledigt, daß die formell« Uebergabe der S-tadtbah nl in ien an die Gemeinde Wien eriföhgm kann. D'e Geme'n!« ko-nn nun die Bo'tellung-n vroachrn und mit den Bauarbeiten, soweit bwS di« Witterung zulläßt. -begirnen., Die notwendigen B a uplan« sind bevei-ts bei der BundeSbaihndirokt-ion zur Genehmigung eingcreickit word-n und die Beslprechungm mit dm zur öiivfeMng in Bst nacht kommandan Firmen werden unausgos-etzt svttgesetzt. Di« erste größere Bestellung, nämlich der Wagen, ist berei-'Sgsstern an di« österreichischen Waggonfabriken erfolgt, llober die Derigebung der übrigen AusrüstUlNtzK^grnstänL« wich noch tedpni'/'t, da sich mit R>ückstcht aus Ka r t e ll i e r u n g sb e streb u ng«n einzelner Branchen gowiiffe Schwieriickeiten erg-öben h:b?n. Di« Gemeinde setzt alles daran, die Änderten an d'e Industrie und di« Bauifinm.'n so rasch als möglich zu vengobm, um die fe'vt der llÜberreichung des LGcr.s der Gemeinde, also seit August 1923. verfloss.'ne, für die Arbeit verloru:« Zeit, die durch di« schwierigen Benhandlungen m-k der Regierung ausgefüüt war, hereinzubringen. Die Umfragen im Gebäude der Sparkasse hatten keinen Erfolg. Der Portier der Sparkasse, der beim Tore den Dienst versah, gibt an, er habe vmt der ganzen Sache nichts gehört, obwohl er nur einige Schritte weit von der Stelle des Ueberfalles entfernt war. Nach seiner Aussage ist um die Zeit des Ueberfalles der Parteienverkehr am regsten und eS vergehen kaum zwei Sekunden, daß die Türe still steht. Trotzdem konnte kein Tatzeuge ermittelt'werden. Der einzige, der eine Beschreibung der Täter geben könnte, ist vorläufig nur Marisch und dieser kann auch nur sagen, daß sie fremdländischen Typus hatten, augenscheinlich Magyaren waren, und daß der eine von ihnen etwa 30 Jahre alt, klein war und einen schwarzen, steifen Hut trug. , Die Erhebungen in der Eskomptebank Am Hof haben ergeben, daß nach den Aufzeichnungen Marisch um 10 Uhr 45 Minuten den Scheck beim Kassier Richard Jahn präsentiert hat. Der Kassier Jahn gab an, daß er um etwa ein Viertel 12 Uhr den Namen des Marisch, den er persönlich kennt, aufgerufen habe, um ihm das Geld auszuzahlen, daß aber der Mann nicht anwesend war und die 110 Millionen erst gegen halb 12 oder drei Viertel 12 Uhr übernommen habe. Ein Bankdiener, der dem Marisch beim Einpacken des Geldes half, sagte aus, daß er keinen Verdächtigen im Parteienraum wahrgenomntert habe. Zur Zeit, da dem Marisch das Geld ausbezahlt wurde, waren im Raume bloß Skontisten fremder Banken zugegen, die auch auf die Auszahlung von Geldbeträgen warteten. Das bestätigt auch Marisch, der keinen Verdächtigen geschen hat. Die Zahl der Burschen, die ihn überfielen, gibt er mit vier oder fünf an. Ganz genau kann er infolge der großen Aufregung auch nicht sagen, ob sie in^das Innere des Sparkaffengebäudes oder auf die Straße geflüchtet sind. Ganz unaufgeklärt ist, wieso und zu welchem Zwecke . der Sack mit dem Makulüturpapier der Lombard- und Eskomptebank auf dem Schottenring in die Toreinfahrt gelegt wurde. Die Erhebungen ergaben, daß vor ein paar Tagen bei der Lombard- und Eskomptebank ein Wagen mit 1320 Kilogramm Altpapier abgeholt wurde. Das Papier wurde unter Aufsicht verladen und ist dann unter Aussicht eines Ban^>ieners in das Lager der Firma, die es kaufte, gebracht worden. Nach Aussage des Bankdieners, der auf dem Wagen-saß, ist auf dem Wege kein Papier vom Wagen gestohlen worden. Den Grund dafür, warum die Täter den Sack im Hausflur gelassen haben, kann man nur mutmaßen; vielleicht wollten sie für den Fall der Ergreifung glauben machen, daß sie die Säcke verwechselt haben. Die Erhebungen werden vom Sicherheitshureau und vom Stadtkommissariat fortgesetzt. Ae neuen Straßenbahnlinien. Die i>m Ralhmen der drei Nofftandsprogr-amme vov gvseihen,.'n n-ouen S:raßen>bahnilmieu und die Devbesserun-grn der böstchettd.'n Anila^en konnten ittfc% der besonders giü-nstigen Widievunig. die bis Ende Dezmuber anhie>k, f>a>st all« fertiggestellt und in Betriüb genoin-men werden. Bei einigen dieser Linien sind nur noch Slemere Arbeiten nvtwenidig, die jetzt iufvl,?« der großen Kälte nicht dovoen-mmnen werden können. So fehlen Mf der nach Jnyersdorf führenden neuen Linie einige Pflasterungen und es muß auch noch die Endstation ausoübaut werden. Die Linie über die Schmelz ist vollikmmnen fertziggeftellt, jedoch stark vereist. Bei dem letzten, zswißcken Walcherstraße und Inni'traße gülagenen Teile de-r Linie Engerthstraße sind noch die Geleiis a-nla,g»n emzubauen. Für die Lime Kreuzgasse—Elzart-oriKlypa-rk sind die Crdarbeiten verüben worden. Sobald Wärme res Wetter emtrkt, werden die Bauavbei-te« vollendet, und es wird in kürzester Jett der Betriüb auf diesen neuen Linien aufigeno-nrmen werden. Der Streit «tn da« Krematorium. Tie Beschwerden der Regierung abgewiesen. Der Verfas'ungsgerichtshof hat unter Vorsitz seines Präsidenten Dr. Vitorelli gestem über die beiden in Angelegenheit des Wiener Krematoriums erhobenen Beschwerden seine Entscheidung gefällt. In der e r st e n Beschwerde hatte das Bundeskanzleramt den.Antrag gestellt, auszusprechen, daß der Bund zur Erlas'ung der Verfügung über die Sistierung der Feuer- Halle kompetent war. und daß daher nicht der Beschluß des Wiener Gemeindcrates auf Weiterbetrieb des Krematorium-, sondern die untersagende Verfügung des Bürgermeisters als Landeshauptmann zu Recht besteht und zu vollziehen ist. Mit der gestern gefällten Entscheidung wurde der Antrag des Bundeskanzleramtes zu rttckgew iesen, weil der Berfasungsgerichtshof in einem Kompetenzkonflikt nicht entscheiden kann, wenn die Behörden bereits rechtskräftig entschieden haben. In der zweiten Beschwerde hatte das Bundeskanzleramt den Antrag gestellt, den letzten Absatz des Z 35 des Wiener Gemeindestatuts „Verbleibt der Gemeinderat bei. seinem Beschluß, so ist er zu vollziehen", als in Mderspruch mit. den Kompetenzbestimmungen des - Bundesverfassungsgesetzes, insbesondere des Art. 18, für verfasss u n g s w i h r i g zu erklären. Der Verfassungsgerichtshof entschied, daß dem Anträge auf Aufhebung deS § 85 als gesetzwidrig keine Folge zu geben sei, weil der Schlußsatz mit den Bundesverfassungsgesetzen in keinem Widerspruch steht.

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